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Aldean, Jason - night train [2012]
Mittlerweile ist er der absolute Superstar unter den "jungen Wilden" Nashvilles: Jason Aldean! Auch sein neues Album "Night Train" belegt eindrucksvoll, warum das so ist. Jason Aldean trifft mit seinen Songs den Zahn der Zeit im New Country-Genre. Und das eigentlich schon von seinem ersten Album an. "Relentless", seine zweite CD, wurde vor einigen Wochen noch als letztes Werk nachträglich mit Platin bedacht, was zuvor schon mit dem Debüt, "Wide Open" und dem Vorgänger "My Kinda Party" (sogar doppelt, zur Zeit auch noch immer unter den Top-10 der Billboard Country-Album-Charts) gelungen war. Der Bursche und seine Musik sind einfach beliebt, was die ausverkaufte Stadiontour dieses Jahres zusätzlich untermauert. Mit "My Kinda Party" war die Messlatte natürlich für "Night Train" immens hoch gelegt. Aber auch hier gibt sich das Zugpferd des Broken Bow Records-Labels selbstbewusst und kämpferisch, man spürt über die gesamte Distanz des Silberlings das Bestreben, diesem hohen Niveau Stand zu halten. Und das ist auch wieder einmal prächtig gelungen. Im Prinzip hat man nahtlos an das Vorgängerwerk angeknüpft. Erneut gibt es satte 15 Stücke zu genießen, produziert hat wieder mit schön transparentem Klang Langzeitweggefährte Michael Knox. Auch die Musiker mit u.a. Rich Redmond, Tully Kennedy, Kurt Allison, Adam Shoenveld, Danny Rader, Mike Johnson, Tony Harrell, Charlie Judge, Rob McNelly und einigen Backgroundsängern/-innen stellen die bewährte Mischung aus Tourband und Studiomusikern dar. Bei den Songwritern bilden wieder Neil Thrasher und Wendell Mobley das Hauptgerüst (8 Songs), weitere prominente Namen wie David Lee Murphy, Rhett Akins, Ben Hayslip, Hillary Lindsey, Tom Shapiro, etc. bilden die Qualitäts-Garantie für hochwertige Musikkost. Einziger Unterschied: Jason war kompositorisch auf "Night Train" überhaupt nicht beteiligt und hat sich diesmal (mit Bravour) ganz auf sein "Näschen" bei der Songauswahl verlassen. So hat die erste, vorab gebrachte Single "Take A Little Ride" (sehr southern-rockig, stark an den erfolgreichen Titeltrack des letzten Werkes "My Kinda Party" angelehnt) schon wieder in rekordverdächtiger Geschwindigkeit Platz 1 der Country Singles-Charts belegt. Auch bei den restlichen Stücken hat man fast erneut die Qual der Wahl, alle sehr melodisch, sehr variabal gestaltet (mal flockiger New Country, mal Heartland-Zutaten, auch mal ein Hauch von Hip Hop, viel Southern Rock, dazu in allen Tempoarten). Besonders klasse das viel Atmosphäre versprühende "Wheels Rollin’", das fast wie "Chris Cagle meets Lynyrd Skynyrd" daherkommt und dazu noch im Refrain Bob Segers berühmtes "Turn The Page" huldigt. Großartig! Klasse natürlich auch, wenn er mit seinen ebenfalls sehr erfolgreichen Countrykumpels Luke Bryan und Eric Church "The Only Way I Know" zum Besten gibt. Hier spürt man förmlich sofort den Spaß der Drei, den sie hatten, als sie sich im Wechselgesang die Mikros weiterreichten. "1994" würdigt den Countrystar der 80er, Joe Diffie, ein Hip Hop-trächtiges, sehr launiges Countrystück in der Tradition von Big & Rich. Auf eine Zusammenarbeit mit einer weiblichen Künstlerin wie zuvor mit Kelly Clarkson wurde diesmal im übrigen verzichtet. Powerballaden gibt es jedoch mit "Talk", "I Don’t Lonely Well", "Walking Away" oder "Water Tower" zur Genüge. Richtig düster (auch vom Text) wird es bei "Black Tears", ein Lied, das richtig unter die Haut geht. Es erinnert ein wenig an Garth Brooks’ "The Thunder Rolls". Weitestgehend ist das jedoch knackiger, kraftvoller New Country vom Allerfeinsten (auch flexible und etwas toleranter ausgerichtete Southern Rock-Fans könnten durchaus mal ein Ohr riskieren)! Und so wird "Take A Little Ride" auch bei weitem nicht der letzte Hit aus diesem vorzüglichen Album gewesen sein. 15 tolle neue Songs von Jason Aldean! Der Mann ist top - in allen Belangen! Und sein "Night Train" ganz sicher eine Reise wert...! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. This Nothin' Town - 3:11
2. When She Says Baby - 2:51
3. Feel That Again - 3:21
4. Wheels Rollin' - 4:39
5. Talk - 3:49
6. The Only Way I Know - 3:13
7. Take a Little Ride - 3:07
8. I Don't Do Lonely Well - 3:24
9. Night Train - 3:52
10. 1994 - 4:02
11. Staring at the Sun - 3:14
12. Drink One for Me - 3:06
13. Black Tears - 4:16
14. Walking Away - 3:37
15. Water Tower - 3:43

Art-Nr.: 7961
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Bates, Jeff - leave the light on [2006]
Manche nennen ihn die Reinkarnation des legendären Conway Twitty, andere den Barry White der Countrymusic. Wie dem auch sei, fest steht, dass Jeff Bates sicherlich eine außergewöhnliche, Wärme-ausstrahlende Baritone-Stimme besitzt, deren Wirkung man sich kaum entziehen kann. Rein äußerlich wirkt er eigentlich eher wie einer der jungen Wilden, Marke Blake Shelton, Chris Cagle, Drew Womack etc., die auszogen, um Music City im Sturm zu erobern. Auch was seine Vergangenheit angeht, glaubt man kaum, was der Bursche schon so alles erlebt, bzw. auf dem Kerbholz hat. Als Kind zur Adoption freigegeben, mit 14 von der Schule geflogen, Militärdienst bei der Navy, Arbeit auf einer Öl-Plattform, erste musikalische Erfahrungen mittels einer Clubanstellung, Ehe, Umzug nach Nashville, erste Songwriteraktivitäten, Scheidung, nächste Ehe, Drogenkonsum, damit verbundene Diebstähle, schließlich Gefängnisaufenthalt. Dass Jeff Bates dennoch die Spur zurück ins Leben fand, verdankt er letztendlich den Herren Gene Watson, Tracy Lawrence und Kenny Beard. Die beiden erstgenannten Künstler entschlossen sich (mit Erfolg) Songs von Bates in ihr Programm zu nehmen, letztgenannter Produzent hielt ihm als Freund die Treue, vertraute seinem Songwriter-Talent, und verschaffte ihm einen Plattendeal bei RCA. Zur Recht, wie sein Debüt "Rainbow Man", das sich viele Monate in den Charts hielt, eindrucksvoll bewies. Nach einigem Hin und Her hat es nun endlich auch mit dem Nachfolger "Leave The Light On" geklappt, wieder eine Ansammlung äußerst gelungener, traditioneller, zeitloser Countrysongs! Anders wie beim Erstling (da hatte Jeff noch alle Stücke mit geschrieben), ist er diesmal nur bei einem Drittel der Songs kompositorisch involviert, wobei der Rest mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht wurde. Im Bereich der Begleitmusiker wurde das Licht alles andere als auf Sparflamme gehalten, d.h. Bates konnte so richtig aus dem Vollen schöpfen. Hier ist die Creme de là Creme der Nashville-Szene (u. a. Chad Cromwell, Billy Panda, David Grissom, Brent Mason, Joe Spivey, Tony Harrell, Dan Gugmore, Mike Johnson, Eric Darken) vertreten. Die CD startet mit der Singleauskoppelung von "Long Slow Kisses", das bereits auf dem Vorgänger enthalten war, und diesmal deutlich mehr Gesangsanteile enthält. Die Billy "Crash" Craddock-Cover-Version von "Rub It In" macht mit seinen Honkytonk-Anleihen (klasse Piano, schönes Slide-Solo) richtig Laune. Im weiteren Verlauf gibt es dann einen Mix aus sehr gemäßigtem Midtempo/Balladenanteil und einigen flotteren Nummern. Sämtliche Stücke sind durchweg in traditionellen Country-Bahnen angesiedelt. Sie sind dabei, nicht zuletzt durch Bates individuelle Stimme und die brillante musikalische Umsetzung, als absolut radiotauglich einzustufen, so daß der ein oder andere Hit schon dabei herausspringen sollte. Im Vordergrund immer das gut aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Steel-, E-Gitarre, Fiddle und Piano. Die ruhigen Sachen wie "No Shame", "Leave The Light On", "The Woman He Walked On", das autobiographische "One Second Chance", " I Can’t Write That" und "Mama Was A Lot Like Jesus" scheinen wie für Bate’s angerauht-warme Stimme geradezu prädestiniert zu sein und dürften in Conwy Twitty-mäßiger Art viele weibliche Herzen an angelehnter Männerschulter zum Schmelzen bringen. Für’s "starke" Geschlecht hält Jeff dann Songs wie "Hands On Man" (Billy Ray Cyrus-Charakter), "That’ll Get You Ten" (Mischung aus Montgomery Gentry und Trace Adkins mit viel Outlaw-Flair), das zunächst als Single und Albumtitel geplante (und danach wieder verworfene) "Good People" (schöner Countryheuler mit ausgiebigen Steelpassagen), oder der "Mitgröler" "What I Know" (mit eingeblendeten Live-Passagen) bereit, die nicht nur in Bierlaune die Stimmung der Zuhörerschaft heben dürften. "Leave The Light On" ist insgesamt wieder ein blitzsauberes, kräftiges, traditionell gehaltenes Werk, das sicherlich seinen Weg in die Charts finden wird. Nicht nur eingefleischten Bates-Fans, sondern eigentlich auch allen Liebhabern traditioneller Country-Komponenten im Allgemeinen ist diese Scheibe wärmstens zu empfehlen. Keine Frage, in Nashville wird das Licht für Jeff Bates weiterhin an bleiben! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4100
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Bryan, Luke - i'll stay me [2007]
Luke Bryan (stammend aus Leedsburg, Georgia), als Newcomer bereits mit einem Major-Vertrag bei Capital Records ausgestattet, gibt direkt mit dem Titel seiner Debüt-CD "I’ll Stay Me" das Versprechen ab, die Bodenhaftung (wohl angesichts des auf ihn zukommenden Erfolges) nicht zu verlieren. Und wenn man sich mit seinem Background und seinen Songs (vor allem was den textlichen Inhalt angeht) beschäftigt, glaubt man dem sympathisch wirkenden Musiker dieses Statement auf’s Wort. Er hat ein abgeschlossenes Studium, er war sich nicht zu schade im väterlichen ländlichen Betrieb aktiv mitzuwirken, auch als die Fahnen bereits Richtung Nashville wehten. Dazu musste er just an dem Tag, als er seine Heimatstadt verlassen wollte, die Nachricht vom Tode des Bruders, zu dem Luke eine enge Beziehung hatte, wegen eines Autounfalls verarbeiteten, was zu einer weiteren Verzögerung seiner musikalischen Karriere führte. Erst auf Druck seines Vaters ließ er sich dann endgültig auf das Abenteuer "Music Business" ein. Und dies mit Erfolg, wie eingangs bereits erwähnt. Grundlagen des passionierten George Strait-Fans sind sicher zum einen seine Songwriterqualitäten (er hat zehn von elf Tracks mitkomponiert) und seine sehr angenehm ins Ohr fließende Baritone-Stimme. Dazu hat Capitol Records ihm, wie für Majors eigentlich immer üblich, einen erlauchten Kreis von Spitzenmusikern zur Verfügung gestellt (u. a. Paul Leim, Mike Brignardello, B. James Lowry, J. T. Corenflos, Mike Johnson, Gordon Mote, Joe Spivey). Das Erfolgsrezept von Luke Bryan liegt zudem in der sehr ausgewogenen Mischung verschiedenster, im Großen und Ganzen sehr honky-tonkig und traditionell ausgerichteten Countrysongs (die Zielgruppe geht von Alan Jackson über Randy Travis, bis zu Tracy Lawrence oder Tracy Byrd), die alle, dank einer sehr zeitgemäßen instrumentellen Umsetzung, mit einem ordentlichen Hit-Potenzial ausgestattet sind. Der Opener und zugleich auch die erste Single "All My Friends Say" startet direkt in launiger Toby Keith-Manier, mit humorvollem Text und alkoholgeschwängerten Honky Tonk-"Mitgrölparts". Hat sich sofort in den Top-Fifteen der Billboard-Charts etabliert, mit Tendenz nach oben. Seinen weicheren Kern präsentiert Bryan dann im folgenden, sehr melodischen "Baby’s On The Way" (Chris Cagle-mäßig) und dem textlich äußerst emotionalen und auch sehr gefühlvoll vorgetragenen "The Car In Front Of Me" (es geht um einen Mann, der seine Frau zu Grabe begleitet). Der Titelsong kommt ii einem feinen semi-akustischen Gewand. Ob es Zufall ist, kann man wohl nur schwierig beurteilen, aber bei "Pray About Everything" und "You Make Me Want To" blinzeln in der Gitarrenarbeit dezente Keith Urban-Reminiszenzen. Das knackige "Country Man" fährt auf der Schiene, die man von Brooks & Dunn oder auch von Travis Tritt gewohnt ist. Absolutes Highlight ist sicher das southern-lastige, swampige "Over The River", das, wenn nicht Banjo, Fiddle und Steel stark involviert wären, gar im Repertoire von Lynyrd Skynyrd oder den Van Zants zu finden sein könnte. Überragende Musiker sind diesmal Mike Johnson (Steel & Dobro) und der wohl dosiert, aber sehr stark agierende Fiddle-Player Joe Spivey. Das abschließende, eingängige "Tackle Box" (viel Mandoline, Steel, Fiddle) lässt ein typisches, qualitativ hochwertiges Debut entspannt ausklingen. Luke Bryan bietet mit seinem Erstling "I’ll Stay Me" grundsoliden, abwechslungreichen und sehr sympathische Countrymusic, die bei den Fans ohne Zweifel gut ankommen wird. Aufgrund seiner kompositorischen Fähigkeiten und seiner integer erscheinenden Persönlichkeit dürfte dies auch sicher keine "Eintagsfliege" bleiben. Unser Urteil: Bodenständige und sehr gute Musik, die sowohl den konservativ ausgerichteten, traditionellen Countryfreunden als auch den "modernen" Nashville New Country-Fans zusagen wird! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 5149
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Cagle, Chris - anywhere but here [2005]
"Anywhere But Here" heißt Chris Cagle’s neues Album, sein mittlerweile Drittes, seit er 2001 mit seinem Debüt "Play It Loud" die Country-/New Country-Szene
in Nashville "heimsuchte"! Seine Ausbildung an der klassischen Gitarre in frühester Jugend brach er einst frustriert ab, lernte Piano-Spielen, bekam Jahre später an den 6 Saiten dann aber doch noch die Kurve, nachdem er eine E-Gitarre geschenkt bekam. Wie viele der meisten Solo-Performer war sein Gang nach Nashville zunächst nicht auf Rosen gebettet. Die Wende kam er erst durch das Kennenlernen von Donna Duarte, die Cagle mit Produzent und Virgin Records Nashville Präsident Scott Hendricks (Trace Adkins) zusammenbrachte. Der wiederum erkannte Cagle’s Potential und vermittelte ihn zum Major-Label Capital Records, das Chris seitdem betreut. Der Titel des neuen Werkes entspricht, bildhaft gesehen, im Prinzip auch dem, was einen auf der CD erwartet. Neuerungen darf man überall suchen, aber nicht hier bei Chris Cagle. Warum auch? Seine musikalische Rezeptur kommt beim Großteil der New Country-Gemeinde bestens an! Wie auf seinen beiden anderen Alben, vor allem dem Vorgänger, gibt es jede Menge melodische New Country-Musik, mal leicht poppig (aber immer country-rooted) und mal im balladesken Gewand, sowie, konträr dazu, einige Songs, bei denen richtig die Post ab geht, und die als nicht wegzudenkendes Stilmittel zu Eckpfeilern von Cagle’s energiegeladenen Live-Shows geworden sind. Produziert hat, wie auf den anderen beiden Silberlingen auch, wieder Robert Wright, der zudem einen Teil der Instrumente bedient. Auch beim Songwriting vertraute Chris wieder auf die Zusammenarbeit mit seinem Partner Monty Powell, diesmal allerdings nicht in so hohem Maße wie beim Zweitwerk. Vier Songs, ein gutes Drittel, aus der Feder der beiden, that’s it! Den Rest bilden Fremdkompositionen, die aber dem Hauptakteur auf den Leib geschnitten sind, wobei der in letzter Zeit sehr umtriebig agierende Brett James mit drei Songs explizit hervorzuheben ist. Eine Coverversion gibt es zudem zu bewundern, und zwar die von Bon Jovi’s altem Klassiker "Wanted Dead Or Alive", wobei es immer wieder ein Genuss ist, wenn die Studioasse Nashville’s mit ihrem filigranen Können andeuten, was man aus solchen Songs herausholen kann. Starke Nummer mit genialem, sauberem Akustikgitarrenspiel von John Willis und fetten, schwerem E-Gitarren-Solo! Der absolute Höhepunkt allerdings ist der Opener "You Might Want To Think About It". Da geht es direkt im Stil von "Country By The Grace Of God" oder "The Chicks Dig It" in die Vollen! Herrliche, leicht Southern-inspirierte Power, diese Cagle-typische, funkige Würze, die aufheulenden Fiddle-Fills, eine prima Orgel, sowie ein klasse E-Gitarren-Solo hinterher! Stark! Der dritte Reißer auf dem Album des bekennenden Lynyrd Skynyrd-Fans ("Free Bird" war sein erster Song, den er auf einem Instrument spielen lernte) heißt "Hey Ya’ll", auf dem seine Lieblingsband auch eine kleine Widmung im Refrain erhält. Knackiges Drum-Intro, dann ein den Song begleitendes E-Riff, das sich verdächtig an AC/DC anlehnt, knackige Fiddleparts sowie Party- und Live-tauglicher Text zum Mitgrölen! Der komplette Rest bewegt sich im sehr radiofreundlichen Balladen- oder Midtempobereich. So auch die ausgekoppelte Single "Miss Me Baby", die recht bedächtig anfängt, dann aber durch Cagle’s sich emotional steigernde Gesangs-Performance, dem Streicherarrangement (verantwortlich Jonathan Yudkin) und den dezenten Synthie-Loops zunehmend an Substanz gewinnt. All diese Songs bestechen durch ihre guten Melodien und die vielen kleinen, eingestreuten Instrumentalfinessen (Fiddle, Mandoline, Akustik-, E-Gitarren, glasklares Piano, schöne Organ-Fills und zum Teil auch Steel-Passagen). Im Prinzip kann man, ohne Gefahr zu laufen "sich in die Nesseln zu setzen", behaupten, dass der, dem Chris Cagle’s gleichnamig benanntes Vorwerk gut gefiel, auch hier wieder bedenkenlos
zugreifen kann. Und für die anderen gilte es, ihn zu entdecken! Ein bunt bebildertes Booklet mit allen Texten ist auch dabei! Und so schließen wir uns dem auf dem Rücken seines schwarzen T-Shirt aufgedruckten Slogan einvernehmlich an (siehe Back-Cover), auf dem es heißt: "Freedom, Peace, Love, Rock’N’ Roll", und addieren einfach noch "New Country" hinzu! Prima Job, Mr. Cagle! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3610
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

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Cagle, Chris - same [2003]
Nach seinem erfolgreichen und durchaus beachtlichen Erstling "Play it loud" aus dem Jahre 2000 legt Chris Cagle nun mit seinem neuen, gleichnamigen zweiten Album nochmal einen drauf! Knackiger Hi-Energy-Country mit viel Druck und Power, mit dem er zielsicher den Zahn der Zeit trifft. Ja, und der Erfolg gibt ihm recht! Mit Kachacho ist das Album wie eine Rakete aus dem Nichts an die Nr.1 der Billboard Country-Album-Charts geschossen. Und die erste Single, das schneidige, flotte, knackige New Country-Stück "What a beautiful day" schickt sich an, den gleichen Weg Richtung Single-Charts-Spitze zu gehen. Es läuft prima für Mr. Cagle! Der Bursche strahlt eine ungemeine Energie aus. Wie selbstverständlich kombiniert er diese musikalische Power mit teilweise überaus sensiblen Geschichten und seiner "Killer"-Countrystimme. Übrigens hat er bis auf einen alle Songs mitkomponiert, was zeigt, daß er auch ein erstklassiger Songwriter ist. Seine Musik ist modern, oft recht rockig, kräftig und vor allen Dingen immer richtig "country"! Wir hören viele Fiddles mit ordentlich Drive, Big Electric Guitars, mal kombiniert mit dezenter Mandoline oder mit einem Banjo, flüssiges Klavierspiel und auch mal eine fette Orgel. Und an der Basis bestimmt eine ungemein treibende Rhythmus-Sektion aus fetten Basslinien und voluminösen Drums den Takt und das Tempo. So befindet sich seine Musik irgendwo in der Schnittmenge zwischen Tim McGraw, Kenny Chesney, Toby Keith und Montgomery Gentry. Ob Balladen oder Uptempo-Nummern, alles hat ordentlich "Saft". Das Album wird sicher noch eine Menge Hits abwerfen. Da haben wir z.B. das hervorragende dynamische Uptempo-Stück "Chicks dig it" mit seinem humorvollen Text und diesem gut abgehenden traditionellen Country-Drive einerseits, und seinen peppigen, rockigen E-Gitarren-/Fiddle-Duellen im Mittelteil andererseits. Das hat schon was! Oder die vollmundige, wieder mit kräftiger E-Gitarre instrumentierte Power Country-Ballade "Look what I found", das rockige, mit dezentem Southern-Flavor angereicherte "Night on the country", das starke "Everything" - alle haben sie das Zeug hohe Chartpositionen zu erreichen. Ein prima Album! Der Durchbruch scheint geschafft! Der Texaner ist Nashville's neuer Star am Country-Himmel! Vielleicht ist er sogar in der Lage einmal in die Fußstapfen eines Tim McGraw zu treten...

Art-Nr.: 1817
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 6,90

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Cagle, Chris - video hits ~ dvd [2004]
Frohe Kunde für die Country-Fans! Auch Capitol Nashville hat damit begonnen, für die dort unter Vertrag stehenden Künstler DVDs mit jeweils 6 Video-Clips des entsprechenden Interpreten zu veröffentlichen. "Video Hits" heißt die Serie, in der auf der vorliegenden DVD Chris Cagle zu Ehren kommt. Der Texaner ist zur Zeit mit seiner knackigen New Country-Musik sehr gut im Geschäft und kann mittlerweile etliche Charterfolge vorweisen. Aktuell in den Top 10 vertreten ist das dynamische "Chicks dig it" mit seinem gut abgehenden "Traditional Country"-Drive. Selbstverständlich ist auch dieser Video-Clip auf der DVD enthalten, genau wie sein erster Riesenhit von aktuellen Album "What a beautiful day". Die restlichen 4 Clips sind die Hits von seinem ebenfalls sehr erfolgreichen Debutalbum, nämlich "I breathe in, I breathe out", "Country by the grace of God", "Laredo" und "My love goes on and on"! Klasse DVD mit Video-Clips, die man hierzuland kaum zu sehen bekommt. Zudem ist die DVD "code free" und somit auf allen DVD-Spielern abspielbar.

Art-Nr.: 2282
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: DVD || Preis: € 8,90

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Farr, Tyler - redneck crazy [2013]
Beeindruckendes Major-Debutalbum von einem der vielversprechendsten neuen, jungen Akteure des New Country! Der ursprünglich aus Missouri stammende, mittlerweile nach Nashville übergesiedelte Tyler Farr (zunächst nur mit Stücken wie "Hey Y’all" für Colt Ford oder "She’s Just Like That" für Joe Nchols als Songwriter in Erscheinung getreten) legt mit seinem Erstwerk "Redneck Crazy" direkt einen Traumstart hin. Auch hier hat er über die Hälfte der insgesamt elf Lieder mitkomponiert. Während die zunächst ausgekoppelten Singles "Hot Mess" (launiger New Country zum Tanzen und Feiern) und die schöne und mit weinender Steel getränkte Ballade "Hello Goodbye" (erinnert ein wenig an die einstigen Sons Of Desert) eher Achtungserfolge erzielten, befindet sich das gleichnamige Titelstück "Redneck Crazy" bereits in den Top 3 der Billboard Country Singles-Charts (zur Zeit auf Platz 2) und ist auf dem besten Weg direkt Tyler Farrs erste Nr. 1-Single zu werden. Ein herrlich melodischer, in den Strophen leicht melancholischer Track mit starkem Refrain und toller Gitarren- und Orgelbegleitung. Dass dieser Song ein gewisses Etwas hat, spürt man direkt mit dem ersten Hören! Nach dem gut zum Einstieg gewählten, textlich leicht lasziv anmutenden Opener "Dirty" (bestens für die berühmt berüchtigten Honkytonks geeignet, schön dazu passend in Southern Country Rock-Manier umgesetzt, hat auch ein wenig was von Billy Ray Cyrus’ "Achy Breaky Heart") folgt mit "Makes You Wanna Drink" (z. T. Sprechgesang, Refrain mit Crowd-Unterstützung, Big & Rich-Flair) die erste Nummer aus einem ganzen Reigen von Tracks um das Thema "Trinken". Ganz in der Tradition des zur Zeit ebenfalls megaerfolgreichen Luke Bryan bietet "Ain’t Even Drinkin’" mit polternden Drums, klasse E-Gitarren (inkl. zündendem Solo) und "Oh-oh-oh"- Harmoniegesängen, absolut in Nashville angesagten Stoff für die Radiostationen. "Whiskey In The Water" enthält dagegen wieder viel Melancholie und wunderschöne Poesie ("Everyday I pray I thank God I got her, she’s the moon in my shine, the whiskey in my water"). Das Zeug zum Nachfolger von Little Big Towns Sommer-Hit "Pontoon" hat zweifelsohne "Wish I Had A Boat": Ein flapsiger E-Gitarrenrhythmus, ein Refrain zum Mitsingen, tolles Southern Rock-E-Gitarrensolo, dazu wieder Crowd-Harmonie-Gesänge, fertig ist der Gute-Laune-Song mit hohem Wiedererkennungswert. Passt auf jede Party! Ebenfalls ein weiterer, feucht fröhlicher Laune-Kracher ist das an Chris Cagle angelehnte "Chicks, Trucks, And Beer", bei dem Spezi Colt Ford den Ball zurückspielt und seinen unnachahmlichen Gastauftritt hat (inkl. typischer Rap-Einlage). Auch hier wird und darf die Titelzeile ordentlich mitgegrölt werden. Erst gegen Ende wird es dann wieder ernster. Das sehr atmosphärisch und toll gesungene und auch gespielte (klasse Bariton-E-Gitarre) "Cowgirl" bietet Lagerfeuer-New Country für kommende Neo-Western. Am Ende präsentiert Tyler dann seinen gesamten stimmlichen Glanz (übrigens auch insgesamt beeindruckt er mit einem sehr angenehmen, überaus variablen, leicht angerauten Organ, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Jeffrey Steele, Bobby Pinson und Billy Ray Cyrus) beim nur durch von Channing Wilson (der das Lied auch kreiert hat) mit der Akustikgitarre begleiteten "Living With The Blues". Ein Stück, das nicht nur musikalisch, sondern auch textlich unter die Haut geht. Ein grandioser Abschluss eines durchgehend starken Erstwerkes. Was für ein Karriereauftakt! Prächtiger, erfrischender, knackiger New Country für die Klientel von Luke Bryan über Justin Moore, Jake Owen, Chris Young, bis hin zu Eric Church oder Blake Shelton. Tyler Farr - ganz klar einer der absoluten Shootig Stars des Jahres 2013! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Dirty - 3:42
2. Makes You Wanna Drink - 2:52
3. Redneck Crazy - 3:37
4. Whiskey in My Water - 3:08
5. Hot Mess - 3:16
6. Hello Goodbye - 3:42
7. Ain't Even Drinkin' - 3:36
8. Wish I Had a Boat - 3:09
9. Chicks, Trucks, and Beer - 3:36
10. Cowgirl - 3:55
11. Living with the Blues - 4:14

Art-Nr.: 8338
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 12,90

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Forty5South - we're country so we can [2005]
Bereits das zweite, tolle New Country-/Country-/Countryrock-Independent-Album einer Band von fünf jungen Burschen, die sich nach dem Highway benannt haben, der mitten durch ihre Heimatstadt Jackson, Tennessee verläuft, diesmal produziert von einem der schillerndsten Rocksänger der 80er Jahre, Bret Michaels, Frontmann von Poison, deren Hits wie "Every Rose Has Ist Thorn" oder "Somethin’ To Believe In" sicher noch vielen geläufig sein dürften! "Unser größter Fan von Anfang an, war die Polizei" konstatieren die Jungs um Ashley Bowers, Sänger und Komponist fast aller Lieder. "Wir probten anfangs im Wohnzimmer
meiner Junggesellenbude 6-7 Nächte in der Woche durch, so dass wir nach einer gewissen Zeit mit allen Gesetzeshütern per Du waren". Der Grund, warum man sich für Countrymusic entschieden hatte, ist relativ einfach. In Jackson gab es keine Band, die sich diesem Genre verschrieben hatte. Ihre musikalischen Einflüsse umreißen Forty5South aber eher weitläufig, von B. B. King, Kenny Chesney bis zu Guns’N’Roses. Dank ihrer packenden Live-Shows haben sie sich sehr schnell einen Namen gemacht, und so wurden sie beispielsweise bereits 2003 vom "Armed Forces Entertainment" für 28 Gigs, innerhalb von 40 Tagen, als Performer für die amerikanischen Übersee-Truppen quer durch Asien gebucht. Ein regelrechter "On-The Road-Crash-Kurs" für eine so relativ junge Combo. Aber die Jungs stecken voller Energie und meisterten die Aufgabe mit Bravour. Auch bei ihrem aktuellen Werk "We're Country So We Can" gelang es, sicher auch ein Verdienst von Bret Michaels, diese Energie mit ins Studio zu übertragen, denn Michaels sorgte für einen wirklich dynamischen, frischen und modernen Sound, hauptsächlich
basierend auf knackigen Drumlinien und präzise gespielten Gitarrenläufen. Allerdings wurden jede Menge country-typische Elemente wie Banjo, Fiddle, Steel oder Mandoline in die relativ kurz gehaltenen Songs (nur einer überschreitet vier Minuten) sehr feinfühlig und filigran integriert, wobei einige bekannte Gastmusiker wie Larry Franklin, Glen Duncan oder Dan Dugmore Glanzlichter setzen. Alle Songs sind überaus melodisch und haben dank ihres hohen Wiedererkennungswertes durchweg Single-Charakter, so dass es ungemein schwer fällt überhaupt einen explizit herauszuheben. Plattenfirma und Band entschieden sich bezüglich der ersten Single jedenfalls für das abschließende, gleichnamige Titelstück, einen leicht southern-infizierten Countrysong mit kratzigen E-Gitarren, tollen Dobro-Fills und einem herrlichen Telecaster-Solo, dazu ein dezent Hip-Hop-verdächtiges, kurzes Sprechgesangsbreak, das aber überhaupt nicht stört, und "Mr. Poison" sogar zum Gastauftritt im dazu produzierten Video animierte. Herrlich auch die Honkytonk-Nummer "Li’l Red Riding Hood", mit viel Banjo, Steel und Fiddle, die aber diesmal ohne das ansonsten typische Piano-Geklimper auskommt. Der Kracher des Albums aber ohne Zweifel "Smoke If You Got Them" eine Southern-infizierte Nummer
mit einem stampfenden, genretypischen Gitarrenriff, heulender Orgel und klimperndem Klavier. Erinnert ein wenig an Chris Cagle’s "The Chicks Dig It", am Ende mit einem atmosphärischen Orgel/Piano-Finish. Die restlichen Uptemponummern und die zwei, drei eingepassten, knackigen Balladen gehen runter wie Öl. Man sieht mit dem geistigen Auge die Jungs an einem sonnigen Abend mit einem riesigen, offenen Oldtimer-Cabrio an einer Eisdiele in Jackson vorfahren, die Mädels einladen, danach den 45-South runterbrettern, um dann mit ihren Songs und diversen Six-Packs irgendwo an einem abgelegenen Seeufer Party zu machen. Peppige Musik mit hohem Spaßfaktor für Freunde von den jungen New Country-Acts der Marke Warren Brothers, Hilljack, Rascal Flatts, Blue County, Emerson Drive oder aber auch zum Teil vom bereits erwähnten Chris Cagle! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3331
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
The stuff I grew up on
I've been there too
Li'l red riding hood
Taste of class
We're country so we can

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Gilbert, Brantley - halfway to heaven [2010]
Sehr starkes New Country-Album (sein mittlerweile zweites) des aus Athens, Georgia stammenden Brantley Gilbert, und zwar ein sehr aus dem Rahmen fallendes (oftmals klingt der Bursche wie eine mächtig Dampf ablassende Countryrock-Ausgabe der Southern Rocker von Molly Hatchet, dann wieder bewegt er sich auf dem Terrain eines Keith Urban), was sicher hauptsächlich der Tatsache zu verdanken sein dürfte, dass Gilbert bei einem Indie Label unter Vertrag steht (Average Joes Entertainment Group). Er kann halt relativ zwanglos zu Werke gehen konnte und so etwas zahlt sich, wie auch hier, künstlerich zumeist aus. Schon der Blick auf das Cover lässt eher vermuten, dass man es mit einer Heavy Metal- oder Biker Rock-Scheibe zu tun haben könnte, als mit einem Werk, das in Nashville Fuß fassen möchte. Lediglich die diversen Co-Songwriter (Gilbert hat alle Stücke mitkomponiert) wie Jeremy Spillman, Dallas Davidson, Ben Haslip oder Rhett Akins, die bereits Lieder für klingende Namen wie Trace Adkins, Jack Ingram, Brooks & Dunn oder Joe Nichols abgeliefert haben, lassen Insider erahnen, wo der Hase lang läuft. Brantley Gilbert hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und sich mit jedem neuen Auftritt und jedem neu geschriebenen Song ein Stück mehr verbessert. Auf kompositorischem Gebiet gelang ihm der Durchbruch, als Jason Aldean Gilberts "The Best Of Me" für sein letztes Album "Wide Open" auswählte. Das Album, das in produktionstechnischer Zusammenarbeit mit den ebenfalls in Athens ansässigen Atom Brothers und mit vielen aus Georgia kommenden (nicht so bekannten) Musikern entstand (die aber alle frisch, unbekümmert und vor allen Dingen überaus kompetent zu Werke gehen - besonders klasse das deftige Drumming von Gerry Hensen und die filigrane Saiten- und Keyboardarbeit von Country Blues-Rocker Jess Franklin), durchweht demnach eine starke, wohltuende Southern Rock-Brise, die dem Ganzen sehr viel Pepp und Abwechslung verpasst. Schon der satte Opener "Hell On Wheels" gibt mit seinen fetten, dominierenden Slide-Riffs mächtig Gummi. Montgomery Gentry, Jeffrey Steele, The Roadhammers, Trace Adkins oder Van Zant kommen einem da sofort in den Sinn, aber eben auch eine Country-Ausgabe von Molly Hatchet. Ist ein Song, der nicht nur in Truckerkreisen, bei den Countryrockern, den Outlaw-Rockern und der Southern-Fraktion einen Stein im Brett haben dürfte. Die folgenden drei Tracks ("Bending The Rules And Breaking The Law", "Back In The Day", "My Kind Of Crazy") zeigen dann die andere Seite des Brantley Gilbert, der sich mit sehr angenehm ins Ohr gehenden, frischen Melodien sich im Stile moderner Interpreten wie Jason Aldean, Keith Urban oder Chris Cagle in seinen ruhigeren Momenten, für Radiopräsenz nahezu aufdrängt. Die erste Single "Kick It In The Sticks" ist in seiner Wahl allerdings, wie so vieles auf diesem Album, recht ungewöhnlich und (in Gilberts und im Interesse des Labels) als sehr gewagt zu bezeichnen. Doch es ist eine klasse Nummer. Der mit einem unterschwelligen Redneck-Flair daher stampfende, derartig heftig mit fetten Gitarrenläufen rockende Song dürfte eher der Southern Hard Rock-Fraktion Freudentränen in die Augen treiben, als den kommerziell-orientierten Entscheidern der Radio Airplays. Eine mutige Wahl, wie sie wohl auch nur bei einem Indie-Label möglich ist. Man drückt ganz feste die Daumen, denn der Song ist, wie gesagt, einfach toll. Das Album hat mit seinem Einstieg auf Platz 19 in der Billboard Country Charts immerhin schon mal einen Achtungserfolg erreicht. So wird vieles vermutlich von der Nachfolge-Single abhängen, aber hier kann Gilbert neben den zu Anfang erwähnten Songs bei "Halfway To Heaven" (autobiographischer Titelsong, der einen Autocrash Gilberts textlich verarbeitet und ihn zum Umdenken seines Lebenswandels bewog, Bilder seines zerquetschten Pickups im Booklet lassen einen dabei den Atem anhalten), "Saving Amy" (thematisiert ebenfalls einen Unfall, bei dem der Fahrer allerdings nicht, wie in Gilberts Fall, überlebt - schön mit emotionalen Streicherelementen in Szene gesetzt), "Them Boys" (schönes Dobro-Spiel, klasse Strat-E-Gitarren-Solo, erinnert ein wenig an Kenny Chesney’s "Young") oder dem pianoträchtigen, balladesken Lovesong "Fall Into Me" (mit einem Hauch von Lynyrd Skynyrd's "Tuesday’s Gone") aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen. Während diese Songs dem Hörer Luft zum Atmen gewähren, wird dann immer wieder ordentlich dazwischen gerummst. "Country Must Be Country Wide" oder "Take It Outside" sind nichts für zart besaitete Gemüter, sondern eher etwas für derbe, raue, rebellische Vertreter. Beides sind klasse, aggressiv gesungene "Auf die Zwölf-Country-/Outlaw-Rocker, wie man sie von Chris Cagle, Travis Tritt, Shooter Jennings oder Jeffrey Steele mit viel Wucht um die Ohren gebrettert bekommt. Am Ende gibt es mit "Dirt Anthem Road (Revisited)" noch ein "Gimmick", den Colt Ford (auch bei einigen anderen Tracks als Co-Writer involviert) bereits auf seinem eigenen Album "Ride Through The Country" vorgestellt hatte. Hier präsentieren die beiden eine entspannt groovende Version (Brantley's Gesang mit seinem dezent introvertierten Touch erinnert oftmals ein wenig an Eric Heatherly), die von erstaunlich gut passenden Rap-Einlagen Ford's immer wieder unterbrochen wird. New Country meets Rap, ebenfalls nicht alltäglich, aber ein äußerst gelungenes Finish. Brantley Gilbert hat mit "Halfway To Heaven" ein äußerst spannendes Album („he’s somewhere between the Rock-N-Roll vibe of the southern country rock scene, the roots-rock oriented flavors of Texas country and the mainstream of Nashville”, so eine weitere, den Stil durchaus korrekt beschreibende Kritikermeinung) abgeliefert, das sich aufgrund des mutigen Konzepts viel Respekt verdient hat. Ein frisches, modernes, instrumentell hochwertig eingespieltes Werk (kommt auch ohne die arrivierten, omnipräsenten Studiomusiker hervorragend aus), das den relativ festgefahrenen Strukturen Nashvilles gut tun sollte. Tolle, abwechslungsreiche und kurzweilige New Country-Musik, die richtig Laune macht! Viel Erfolg, Brantley Gilbert! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Hell On Wheels - 4:16   
2 Bending the Rules and Breaking the Law - 3:31   
3 Back In the Day - 4:00   
4 My Kind of Crazy - 3:41   
5 Kick It In the Sticks - 3:48   
6 Halfway To Heaven - 3:15   
7 Saving Amy - 5:29   
8 Country Must Be Country Wide - 3:39   
9 Take It Outside - 4:21   
10 Them Boys - 4:04   
11 Fall Into Me - 4:01   
12 Dirt Road Anthem [Revisted] - 4:41

Art-Nr.: 6862
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hell on wheels
Back in the day
Halfway to heaven
Country must be country wide
Take it outside
Them boys

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Johner, Brad - free [2004]
Das auch aus Kanada viel gute Musik kommt, ist längst kein wohl behütetes Geheimnis mehr. Brad Johner dürfte hierzulande allerdings den Wenigsten ein Begriff sein. In seiner Heimat dagegen zählt er zu den großen Sympathieträgern des New Country-Genres, nicht zuletzt auch ein Resultat seines Harmonierens mit Bruder Ken, mit dem er als Duo "The Johner Brothers" immerhin vier CDs einspielte und damit regelmäßig zahlreiche Nominierungen sowie Auszeichnungen
bei den Awards der Szene abräumte. Mittlerweile weilt Brad auf Solopfaden und veröffentlicht jetzt sein Debüt mit dem Titel "Free"! Hut ab! Er präsentiert zwölf schnörkellose, moderne New Country-Songs (zehn davon selbst komponiert), die sich zweifellos locker mit den aktuellen Nashville-Produktionen messen können.
Der mit Banjo und Akustik-Piano unterlegte, höchst melodische Titelsong "Free" sollte sich eigentlich als Single mühelos zum Chartbreaker entwickeln. Der Großteil der Lieder geht locker, flockig flott und sehr eingängig ins Ohr, ist zum Teil etwas poppig geraten, wirkt dabei aber jederzeit überaus angenehm und produktionstechnisch nie überzogen, und ist immer wieder mit feinen instrumentalen Leckerbissen bestückt. Hierbei überragt vor allem Mit-Produzent Bart McKay an den Keyboards. Restless Heart-Sänger Larry Stewart zu Solozeiten (dank einiger Harmonie-Gesänge), Chris Cagle (bei "She Moved"), Rushlow, Tommy Shane Steiner oder Brian McComas (aufgrund der frischen Darbietung) fallen spontan als Bezugsgrößen ein. Johner kann aber auch anders: "The Farmer’s Back" ist ein mitreißender Countryrocker der Marke Jeffrey Steele, Anthony Smith, vom Gesang her ein wenig Glenn Frey ähnelnd. Harmonika-getränkt, mit knackigen Drums und tollen Dobroeinlagen, erinnert der Song an eine aggressive Abwandlung von "Love In The 21th Century" der Eagles-Ikone. "Hello" ist ein Country-Boogie, wie ihn Garth Brooks früher benutze, um seinem Publikum ordentlich einzuheizen. Das abschließende "Head Over Heals" mit einem Hauch von Rockabilly, tollem Piano- und Gitarrenduell dürfte auf Konzerten so manches Tanzbein zum Schwingen bringen. Brad Johner's Motto lautet: "Take care of the music, and the music will take care of you." Und so wird er sicherlich mit einer solch starken Leistung wie "Free" die Aufmerksamkeit vieler Fans, auch außerhalb Kanadas, dazu gewinnen. (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3007
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Free
My brother and me
See Jane run
The farmer's back
Hello

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Lynae, Rachele - same [2014]
Frischer Girl-Power in Nashville! Die 26-jährige, aus Alaska stammende Rachele Lynae Wurm, kurz Rachele Lynae, wurde von Countryveteran Jimmy Murphy während ihres Studiums an der berühmten Belmont Universität (auch einstige Lehrherberge für mittlerweile prominente Musiker wie Trisha Yearwood, Josh Turner oder Brad Paisley) entdeckt, als sie in Honky Tonk-Clubs wie der Tootsie’s Orchid Lounge erste country-musikalische Gehversuche in eigener Sache unternahm. Jimmy Murphy ist der Vater von keiner geringeren Musikerin als der uns bestens bekannten Jamie O'Neal, unter deren Fittichen als Produzentin nun Rachele Lynae ihr nach ihr selbst benanntes Debütalbum veröffentlichte. Jamie O'Neal ist auf diesem Werk zudem als Co-Writerin bei vier Stücken stark vertreten. Sie war dann auch so etwas wie die Impulsgeberin für Racheles ersten Karrieresprung. Nachdem Rachele mit ihrem Debüt-Songclip zu "Party ‚Til The Cows Come Home", der immerhin vom Videoprofi Trey Fanjoy visuell toll in Szene gesetzt wurde, ziemlich viel Aufsehen erregt hatte, wurde sie 2012 von Jamie für den Song "Have Yourself A Merry Little Christmas" als Duettpartnerin eingeladen, was ihr prompt eine gewisse Aufmerksamkeit im angesagten Lifestyle People Magazin als Top-20 Nashville-Musikerin einbrachte. Und was soll man groß sagen? Sie hat mit ihrem nun endlich erschienenen Longplayer ein wirklich tolles Debüt hingelegt. Ja, diese Rachele Lynae rockt! Man merkt deutlich, dass dieses hübsche Mädel hungrig auf Erfolg ist und natürlich auch ihre musikalischen Hausaufgaben gemacht hat. Alle 12 Tracks stammen, unter Assistenz diverser Mitschreiber, aus ihrer Feder. Murphy sorgte zudem für einen Plattendeal mit der Monument Label Group, die der jungen Musikerin ein Top-Ensemble an bekannten Studio-Musikern (u.a. Adam Shoenveld, Kurt Allison,, Biff Watson, Joanathan Yudkin, Charlie Worsham, Tony Harrell, Scotty Sanders, Randy Kohrs, Ilya Toshinsky, Tully Kennedy, Nick Buda, Eric Darken) unterstützend zur Seite stellte. Und besagte Musiker legten sich (deutlich spürbar) mächtig für die aufstrebende Künstlerin ins Zeug. Angenehm hier besonders, dass man auf pompöse Mainstreameffekte komplett verzichtet hat und sämtliche Songs sehr "organisch" umgesetzt wurden. So sind die countrytypischen Saiten-Instrumente wie Banjo, Dobro, Mandoline, Fiddle, Steel Akusik- und E-Gitarre omnipräsent und werden nicht von Drumloops, wummernden Bässen oder Keyboardteppichen vor sich hingetrieben. Auch so gelingt Lynae eine ansprechende, durchaus moderne Mischung aus rockigen Countryfegern mit Redneckattitüden (oft im Stile eines weiblichen Pendants zu Chris Cagle - "Words In Red", "Party Til The Cows Come Home", "Fishin’ For Something", "Two For One Special", die allesamt unterschwellig so ein wenig Flair in Richtung seiner Hits wie "Country By The Grace Of God" oder "The Chicks Dig It" verströmen; dazu das leicht Big & Rich umwehte "Out On The Floor"), melodischen, sehr knackigen Midtempotracks wie "Touch The Stars", "Sometimes You Fly" oder dem Gute Laune-Song "Sticky Summer Lovin’", sowie ein paar emotional anghauchten, recht schmalzfreien Balladen wie "Cigarette", dem melacholischen, wunderschönen, sehr traditionell verwurzelten "Clean" und dem fast kammermusikartig gespielten, großartigen "Done Is Done" (herrlich hier auch ihr elfenhafter Gesang im Bridge). Das ist einfach New Country vom Feinsten. Hier stimmt die Mixtur aus zweitgemässen, modernen Arrangements und klassischen, natürlichen Countryelementen einfach. Auch stimmlich weiß die zierliche Dame mit variablem Vokal-Repertoire zu überzeugen. Mal keift sie angriffslustig wie eine Gretchen Wilson oder eine Jo Dee Messina, näselt z. T. wie die einstige Countryqueen Shania Twain oder gibt sich verletzlich wie eine Chely Wright (so auch beim schönen Abschluss "Old Fashioned Love"). Das Mädel kann wirklich singen! Für die instrumentellen Highlights unter vielen zeichnet sich besonders Randy Kohrs verantwortlich, der hier mit eingen starken Dobroeinsätzen prägnant wahrnehmbar ist. Rachel Lynae legt insgesamt ein ganz ausgezeichnetes Debüt vor, das aber aus Gründen eines nicht vorhandenen Majorlabel-Deals wohl für die wichtigen Chartsbereiche kaum Relevanz finden wird. Im übrigen völlig zu Unrecht. Dafür bekommt man ein grundehrlich, unbekümmert und durchgehend hochwertig eingespieltes Album einer immens ehrgeizigen und höchst talentierten Singer/Songwriterin geboten, die beim Gespann Jimmy Murphy und Jamie O'Neal zur Zeit in sehr guten Händen ist. Man kann, was ihre Person und Entwicklung betrifft, nur hoffen, dass Qualität und ein "langer Atem" hier letzendlich den Weg zum Erfolg ebnen werden. Rachel Lynae - ein echter weiblicher Rohdiamant in Nashville und ein ganz heißer Geheimtipp zugleich. Alle Texte, Infos und nette Bilder von ihr sind im beigefügten Steckbooklet des Digipaks mitgeliefert. Viel Glück Rachele auf Deinem viel versprechenden Weg! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Touch the Stars - 2:48
2. Words in Red - 4:11
3. Cigarette - 3:21
4. Sometimes You Fly - 3:52
5. Party 'Til the Cows Come Home - 3:10
6. Fishin' for Something - 2:37
7. Clean - 3:51
8. Out on the Floor - 3:01
9. Sticky Summer Lovin' - 3:37
10. Done Is Done - 4:09
11. Two for One Special - 3:32
12. Old Fashioned Love - 3:36

Art-Nr.: 8667
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Touch the stars
Words in red
Sometimes you fly
Party 'til the cows come home
Fishin' for something
Clean
Sticky summer lovin'

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Lynne, Rockie - same [2006]
Einer der in Nashville ganz heiß gehandelten Newcomer ist Rockie Lynne, der nun, und das direkt auf einem Major-Label, sein Debüt abgeliefert hat. Lynne wuchs, streng religiös erzogen, in North Carolina auf. Erste musikalische Erfahrungen erwarb er in einem Jazz-Ensemble auf der Highschool. Danach begann er in verschiedenen Bands zu spielen. Nach dem Militärdienst folgte eine fundierte Gitarrenausbildung an einer Akademie in Los Angeles. Es folgt die Bekanntschaft mit dem Entertainer Mike Shane, der Rockie für diverse Aufnahmen mit nach Nashville begleitet. Lynne nimmt einige Engagements in Country Touring-Bands an und verbleibt einige Jahre in Music-City. Mitte der Neunziger Jahre beginnt er sich auf seine Solo-Aktivitäten zu konzentrieren und geht aufgrund der zentralen geografischen Lage nach Minnesota, wo er sich mit ein paar in Eigenregie erstellten CDs und zahlreichen Live-Auftritten eine große Anhängerschaft aufbaut. Eines Abends wird er bei einem Gig vom Warner Brothers Marketing Mitarbeiter Bruce Larson begutachtet, der sofort eine CD an den Präsidenten von Universal Records schickte. Die Vertragsunterzeichnung war dann nur noch Formsache. Für seinen Erstling wurden zwölf Stücke ausgewählt, die Rockie bereits zwischen 2002 und 2005 in Kooperation mit diversen Songwritern oder alleine komponiert hatte. Wie für ein Major-Label üblich, wurde ihm natürlich ein exzellentes Musikerpotential, wie u. a. Billy Panda, John Willis, JT Corenflos, Chris Leuzinger, Steve Nathan, Paul Franklin, Greg Morrow, Aubrey Haynie, zur Seite gestellt. Rein äußerlich einer Mischung aus Keith Urban und Jon Bon Jovi ähnelnd, könnte man vielleicht eine recht wilde, country-pop-rockige musikalische Gangart vermuten. Aber weit gefehlt, Rockie Lynne fühlt sich, zumindest auf seinem Debüt, in mehr traditionellen Country-Bahnen mit gemäßigtem Tempo zuhause, wobei er aber durchaus geschickt auch mal den ein oder anderen rockigeren Song einzustreuen weiß. Mit der Single "Lipstick", die sich durch eine klare Instrumentierung aus Akustik-, E-, und Steelgitarren (schönes E-Gitarren-Solo von JT Corenflos), ergänzt durch feine Piano- und Orgel-Tupfer, sowie Rockie’s kraftvolle, angenehme Baritone-Stimme auszeichnet, beginnt der Reigen dreier im Midtempo anzusiedelnder Songs. Erstmalig wird die Gangart bei "Super Country Cowboy" etwas "rockiger", einer knackigen, flotten Country-Rock-Nummer mit satten E-Gitarren-Riffs, Steel-Untermalung und dezentem Southern-Flair. Im Strophenbereich entdeckt man sogar leicht angerappten, schnellen, funkigen Sprechgesang, wie man ihn auch schon mal bei Chris Cagle’s Paradestücken der Sorte "Country By The Grace Of God" vorfindet. Stark, das ein wenig an Garth Brooks erinnernde "Do We Still", das im Midtempobereich beginnt, sich aber im Verlauf des Songs bei guter Gitarrenarbeit sehr kraftvoll entwickelt. Gar ein wenig John Mellencamp-Atmosphäre vermittelt der Country-Heartland-Rock-Song "Big Time In A Small Town". Knackige Drums, das typische Orgel-Pfeifen und wiederum tolle Gitarren (Skynyrd-mäßiges Riff) bestechen auf diesem Highlight des Werkes. Ein weiterer Höhepunkt ist sicher auch das mit Fiddeln und Harmonika (stark hier Terry McMillan) durchzogene "Every Man’s Got A Mountain", wobei auch die eingefügten Background-Vocals von Harry Stinson prächtig mit Rockie's Gesang harmonieren. Überhaupt wird auf diesem Album meist in den Refrains mit großartigen "Backs" vieler namhafter, meist weiblicher Akteure gearbeitet. Das sonnig relaxt dahin groovende "Holding Back The Ocean" glänzt in toller Country-Goodtime-Manier (schöne Mandolinen-Fills), während das abschließende "Red, White And Blue" balladeskes, patriotisch angehauchtes‚typisch amerikanisches "Country-Gefühlskino" bietet. Das Debüt von Rockie Lynne beeindruckt durch seine angenehme, ausgeglichene, instrumentell hochwertige Aufbereitung und gutes Songwriting, wobei hier zunächst der Fokus auf die sichere Etablierung des Künstlers in die Szenerie Nashville’s gerichtet gewesen sein dürfte. Prima, sehr solider, guter Stoff für Freunde von Billy Dean, Brian McComas, Tracy Byrd, Buddy Jewel, Tracy Lawrence, Garth Brooks & Co.! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4144
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 7,90

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McComas, Brian - same [2003]
Brian McComas, der nächste neue Name, der in Nashville für Furore sorgt. Die Debut-Single "99,9% sure (I've never been here before)" des in Harrison/Arkansas aufgewachsenen, mittlerweile vor den Toren Nashville's lebenden jungen Mannes, dem Paul Overstreet, als McComas ihm im Alter von 16 Jahren bei einem Treffen in Missouri vor einigen Jahren ein Tape mit seinen Songs übergab, bereits sein großes Talent bescheinigte, und dieses Tape an wichtige Leute in Music City übergab, hat sich bereits in den Top 20 der Billboard Country-Single-Charts festgesetzt, mit Pfeil nach oben. Und dieser prächtige, knackige, schmissige, von einer tollen Melodie durchzogene Uptempo New Country-Song mit seinen fetten elektrischen Gitarren (klasse Solo im Mittelteil) und seinem Banjo-Drive während des Refrain's, ist keine Eintagsfliege. Von diesem Kaliber und diesem Drive gibt's noch einiges auf dem Album zu bewunder, vor allem die großartigen Knaller "You're in my head" und "Never meant a thing", letzteres übrigens von McComas selbst komponiert, was auch sein großes Songwritertalent demonstriert. Brian McComas hat eine angenehme Country-Stimme und liefert bei seinem Debutalbum eine bestens gelungene Ansammlung von 11 knackigen, außerordentlich gut ins Ohr gehenden, melodischen Country-/New Country-Songs ab, die man insgesamt irgendwo in der Schnittmenge solcher Künstler, wie Chris Cagle, Brooks & Dunn, Darryl Worley und Keith Urban einordnen könnte. Sehr geschickt wechselt er zwischen satten, mit elektrischen Gitarren angetriebenen, wie geschmiert abgehenden Uptempo-Nummern, coolen und knackigen Midtempo-Tracks, ein paar schönen, in puren Country-Traditionen verwurzelten, akustisch angehauchten Liedern, und der ein oder anderen typischen Country-Mainstream-(Power)Ballade hin und her. Neben den bereits erwähnten Songs zählen zu den weiteren Highlights das großartige, balladeske, erneut sehr gut ins Ohr gehende, lockere Midtempo-Stück "Come with me", mit seiner feinen Instrumentierung aus Fiddle, Klavier, schönen Gitarren und Steel, wie auch das rasant abgehende "Night disappear with you", bei dem erneut die Melodie und der Rahmen aus toller E-Gitarre und Steel herausstechen. Bestens gelungen ist auch die, auf dezenten Bluegrasselementen basierende, wunderbar frische Nummer "Baby let me be your man". Brian McComas trifft ohne Zweifel den Nerv des modernen Nashville-Mainstream-Country, ohne dabei die auf Tradition basierenden Countrypfade allzu sehr verlassen zu müssen. Ein prima Debut, bei dem noch einige Hits abfallen werden.

Art-Nr.: 2016
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Montgomery Gentry - rebels on the run [2011]
"Montgomery Gentry is back and kickin‘ ass". Mit seinem siebten Studioalbum kehrt das ursprünglich aus Kentucky stammende Duo, bestehend aus Eddie Montgomery (übrigens der Bruder von John Michael Montgomery) und Troy Gentry, zu seinen alten Anfangsstärken zurück. Es hat sich einiges (nicht nur Positives) bei Montgomery Gentry seit ihrem letzten Werk getan. Neben der Aufnahme in die Grand Ole Opry (auf die sie ganz besonders stolz sind - "Something that people can’t take away from you", so Troy dazu) gab es mit ihrer etatmäßigen, langjährigen Plattenfirma Columbia Rercords Differenzen über den weiteren musikalischen Werdegang, was letztendlich zum Split und Wechsel zum Average Joe-Label führte. Auch Eddie Montgomery erlebte ein Wechselbad der Gefühle. 2010 wurde bei ihm Prostata-Krebs diagnostiziert, der allerdings mittlerweile als erfolgreich geheilt gilt. Noch dicker kam es dann mit dem Ende seiner Ehe. Gesangs-Partner Troy Gentry war jedoch in den schweren Stunden immer zugegen und schweißte damit das Gemeinschaftsgefühl der beiden noch enger zusammen. Und so stehen auch viele Songs ihrer neuen CD "Rebels On The Run" im thematischen Zusammenhang mit dem Erlebten. Produziert hat diesmal Michael Knox, der ja bekannter Weise Jason Aldean in Superstar-Gefilde emporgebracht hat. Der Auftaktsong "Damn Right I Am" versprüht dann sofort das von vielen so geliebte, typische Montgomery Gentry Southern-Flair. Eddie erledigt mit seiner warmen Baritonstimme den Strophengesang, während Troy dann beim kräftigen Refrain das Ruder übernimmt. Der patriotische, uramerikanische Werte hervorhebende Text passt wie das E-Gitarren-Solo mit seinem kurzenTwin-Teil, das die Brücke vom New Country zum Southern Rock schlägt, zu ihrer ureigenenk zu performen. Wo Montgomery Gentry drauf steht, ist halt auch Montgomery Gentry drin. "We cut our teeth in the honkytonks and no matter what you try to do, we have to be us or it just doesn’t sound right", so die beiden dazu, und man nimmt es ihnen auch ohne den geringsten Zweifel ab. Apropos Honky Tonk. "Ain’t No Law Against That" (tolles Gitarren- und Banjospiel, Steel und Honky Tonk-Piano), ein Stück über das Leben im "Hier und Jetzt", ist so ein kleiner, dreckiger Song, der in jeder Kaschemme den Launepegel in die Höhe schießen lässt. Nach diesem deftigen Auftakt gewähren die beiden mit "Damn Baby" (schönes Slide-Solo) und "Empty" (herrlich "weinende" Steelguitar) zunächst eine melodische, balladeske Entspannungsphase. Mit der ersten Single "Where I Came From" zieht das Tempo und die Power dann wieder an. Ein typischer "Simple Man-Song", schön verschachtelt mit Tempo-, Stimmungs- und Gesangswechseln, sehr emotional dargeboten, der gerade jetzt, wo immer mehr einfache Amerikaner das Auseinanderdriften der Gesellschaft auch öffentlich anprangern, genau den Zahn der Zeit trifft. Sehr hitverdächtig! In die gleiche Kerbe schlägt auch "Like Those People". Hier wurden dazu noch die alten Haudegen Charlie Daniels und Alabama-Sänger Randy Owen gesangstechnisch mit eingebunden, die sich natürlich in unnachahmlicher Manier mit den beiden Hauptprotagonisten das Mikro von Hand zu Hand reichen. Macht richtig Spaß dieser Track. Ihre Liebe zum Southern Rock haben beide ja noch nie verhehlt. Der Titeltrack "Rebels On The Run" bewegt sich, wie der Titel schon andeutet, klar im Fahrwasser Lynyrd Skynyrd/38 Special/Van Zant. Ein weiteres Highlight. Das komplett von Troy Gentry vorgetragene "Simple Things" überrascht mit einem AC/DC-Mini-E-Gitarren-Führungsriff und ist im gesamten Verlauf von kräftiger New Country-Natur. Auch die hochemotionale, von Fiddle, Steel, E-Gitarre und Orgel wunderbar umgarnte Ballade "Missing You" wurde von Troy übernommen (hier hat der gute Eddie vermutlich im Rahmen der Ereignisse um seine gescheiterte Ehe bewusst gepasst). Es fällt überhaupt auf, dass die Vocals diesmal ziemlich "gerecht" auf beide Partner verteilt sind. Gleichzeitig war dies der letzte Durchatmer vor einem furiosen Ende. Mit "So Called Life" und "Work Hard, Play Harder" gibt es zum Ausklang zwei deftig stampfende Redneck-trächtige New Country-Kracher, die im Stile von Chris Cagles "Country By The Grace Of God" oder Big & Rich's "Save A Horse Ride A Cowboy" in sattem E-Gitarren-/Banjo-Ambiente voller Wucht dargeboten werden. Fett! Es ist, wie immer, eine regelrechte Freude den involvierten, hochkarätigen Gitarristen wie Adam Shoenveld, Rob McNelley und Ilya Toshinsky bei ihrem exzellenten Zusammenspiel zuzuhören. Mit "Rebels On The Run" haben Montgomery Gentry wieder etwas mehr zu Ihren Ursprüngen zurückgefunden und trotzdem den Blick nach vorne gerichtet. Aber ein schlechtes Album haben sie ja eigentlich noch nie abgeliefert. Sie bleiben auch nach dem Labelwechsel weiterhin eine verlässliche Konstante in der Southern Rock-infizierten New Country-Sparte! Hut ab! Äußerst starker Stoff! (Daniel Daus)

1. Damn Right I Am
2. Ain't No Law Against That
3. Damn Baby
4. Empty
5. Where I Come From
6. I Like Those People
7. Rebels On The Run
8. Simple Things
9. Missing You
10. So Called Life
11. Work Hard, Play Harder

Art-Nr.: 7593
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Damn right I am
Ain't no law against that
Where I come from
I like those people
Rebels on the run
Work hard, play harder

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PovertyNeck Hillbillies, The - same ~ cd/dvd-set [2006]
CD/DVD-Set! Was für ein Name, was für eine Band, was für eine Musik! Großartige, knackige New Country-Mucke, zuweilen dezent angerockt, irgendwo angesiedelt zwischen Little Texas, Brooks & Dunn und Blackhawk! Einfach klasse, wie sich diese 7-köpfige Truppe aus dem Raum Pittsburgh, Pennsylvania auf ihrem überregionalen Debüt bei Rust Records/Nashville präsentiert! The PovertyNeck Hillbillies sind benannt nach einem Schriftzug, den Gründungsmitglied Chris Higbee (Vocals, fiddle, mandolin, banjo) auf einem Schild im Schuppen der Farm seines mittlerweile verstorbenen Vaters fand, und der einst als Spitzname für die von Arbeitslosigkeit gebeutelten Leute in der dortigen Umgebung verwendet wurde. Eine weitere zentrale Figur der Truppe ist Lead-Sänger Chris "Abby" Abbondoza, der schwerpunktmäßig auch für das Songwriting mitverantwortlich ist. Schon recht frühzeitig erkannte der erfahrene Nashville Studio-Stratege Bob Corbin das Potential der Jungs und nahm sie unter seine Fittiche. Er, seines Zeichens früher Musiker/Songwriter als Part des Duos Corbin/Hanner und natürlich Produzent bekannter Größen wie Kenny Rogers, Hank Williams jr. oder Alabama, steuert ebenfalls einen nicht unerheblichen Teil der Kompositionen bei. Das Line-Up vervollständigen ausnahmslos starke und vielseitige Musiker, als da wären: Dave Cramer (Vocals, keyboards), Bob "Crafty" Crafton (Electric guitar, acoustic guitar, pedal steel, lap steel), Jeff Volek (Bass, accordion), Ryan Lucotch (Drums, percusion) und Dave Guthrie (Electric guitar, acoustic guitar). Das Gesamtpaket dieses Albums besteht aus einer 10 Songs umfassenden, saustarken Studio-CD, inklusive eines mehrseitigen Booklets mit allen Texten, sowie einer prächtigen DVD, die ein 11 Tracks umfassendes, ca. 1-stündiges Live-Konzert sowie ein, ebenfalls etwa 1-stündiges Porträt der Band enthält. Wir meinen, eine tolle Idee, einer bis dato relativ unbekannten Truppe sich umfangreich und informativ zu präsentieren. Und spätestens nach der letzten, technisch perfekt eingespielten, herrlichen Studio-Nummer, dem wunderbaren, flockigen und knackigen, swampigen Southern-Country-Rocker "Born To Be Free", dessen Philosophie und quirlige E-Gitarrenlinien irgendwo zwischen Montgomery Gentry, der Marshall Tucker Band, der Charlie Daniels Band und den Outlaws anzusiedeln sind, weiß man, dass diese Hillbillies für "Live-On-Stage-Performances" geradezu prädestiniert sind. Da die Songtitel bei der CD und DVD bis auf wenige Ausnahmen nahezu identisch sind, seien hier noch "Kinda Cool, Ain’t It", ein melodiöser, Steel-untermalter Midtemposong aus der Feder von Chris Cagle (mit dessen typischem emotionalen Flair) und das recht texanisch anmutende, zuweilen auch etwas an Brooks & Dunn erinnernde "Any Road", mit der starken E-Gitarrenpassage am Ende, erwähnt, die sich im Live-Repertoire der DVD nicht wiederfinden. Kommen wir also zur Live-DVD, die den ganzen Charme der Band noch besser reflektiert. Es gilt, das kalte Six-Pack zu sichern und sich "anzuschnallen". Nach dem Öffnen der Tore des WQED-Studios, in dem der Gig gedreht wurde, wo eine Meute kreischender, vornehmlich junger weiblicher Fans, die sich im Verlauf des Konzerts aber als ungemein textsicher erweist, einfällt, um sich die besten Plätze zu sichern, legt die Truppe mit dem fröhlichen, Cajun-behafteten Countrysong "One Night In New Orleans", das es auch schon auf der letzten Blackhawk-Album "Spirt Dancer" zu bewundern gab, so richtig los! Abbondanza’s äußere Ähnlichkeit (im schwarzen Lederhemd und mit Leder-Cowboyhut) zu Tim McGraw ist frappierend, auch eine leichte stimmliche Nähe (oft durch die Nase gesungen) zu Henry Paul ist manchmal nicht von der Hand zu weisen. Klasse, wie der muskelbepackte, mit Strohhut versehene, recht "redneck-proll"-mäßig wirkende, mit Kuh-befleckter Fiddle "bewaffnete" Chris Higbee (der sich aber im weiteren Verlauf des Konzertes und im Bandportrait als unwahrscheinlich nett erweist) im Refrain die Hüften im Stile einer Bauchtänzerin kreisen lässt und damit das Publikum zum Rasen bringt. "The Hillbilly Way" erinnert an den nach sich selbst benannten, rauen Fernfahrer-Song der "Road Hammers", die vor geraumer Zeit ja auch ein imposantes Debüt abgeliefert haben. Klasse E-Riffs, fast bedrohlich wirkender Sprechgesang, klasse Fiddle-Fills, Piano-Solo und jaulende Lap-Steel-Gitarre machen diesen Song auch für Southern-Rocker interessant. Nach den eingängigen, aber knackigen "The Night That Changed My Life" und "She Rides Wild Horses" (ähnelt ein wenig Garth Brooks’ "The Thunder Rolls"), läutet die atmosphärisch dichte, ja fast dramatisch anmutende, von toller Slide durchzogene, southern-getränkte Outlaw/"Hangman"-Ballade "Jericho" (typischer Travis Tritt-Stil) eine fulminante Schlussphase ein. Die sich nicht auf dem Studio-Silberling befindenden Stücke "Evil Twin" (wunderbarer traditioneller Countryheuler mit Honkyton-Piano und Higbee’s Bad in der Menge) und "Hillbilly State Of Mind" (zwei kleine Mädels werden als Dirigentinnen des gestenbestückten Gute-Laune-Refrains auf die Bühne geholt), sowie "Heaven Help Me" (ebenfalls mit "Mitgrölrefrain") und das textlich amüsante und stimmungsvolle Paradestück des Septetts, "Mr. Right Now" (ein Typ versucht einer Dame seine Vorzüge für einen One-Night-Stand zu offerieren) bringen den Kessel dann noch mal zum Sieden. Als Bonus-Track gibt es auf der DVD mit "Fly" noch einen melodischen, Piano-unterlegten Midtemposong, der einen kurzen Stratocaster/Fiddle-Solopart enthält. Die anschließende Dokumentation stellt dann die einzelnen Bandmitglieder etwas intensiver vor, zeigt Higbee’s im wunderschönen Grün gelegene Farm, die Jungs beim Angeln, Tontauben-Schießen, Quadfahren in herrlicher Natur, im Tourbus, mit ihren Fans und auf weiteren Gigs. Alles locker und recht kurzweilig gefilmt. Ein wirklich tolles, umfassendes "Einstiegspaket" von einer wirklich mehr als talentierten, sehr sympathischen Combo, die sicherlich noch ordentlich von sich reden machen wird. Tolle Musik für die Freunde des knackigen, angerockten New Countrys! Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Taten der PovertyNeck Hillbillies! Echte Abräumer, die Jungs! Die DVD ist im übrigen "code free" und somit auf jedem DVD-Player abspielbar! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4291
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
The night that changed my life
One night in New Orleans
She rides wild horses
Jericho
Born to be free

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