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Bates, Jeff - leave the light on [2006]
Manche nennen ihn die Reinkarnation des legendären Conway Twitty, andere den Barry White der Countrymusic. Wie dem auch sei, fest steht, dass Jeff Bates sicherlich eine außergewöhnliche, Wärme-ausstrahlende Baritone-Stimme besitzt, deren Wirkung man sich kaum entziehen kann. Rein äußerlich wirkt er eigentlich eher wie einer der jungen Wilden, Marke Blake Shelton, Chris Cagle, Drew Womack etc., die auszogen, um Music City im Sturm zu erobern. Auch was seine Vergangenheit angeht, glaubt man kaum, was der Bursche schon so alles erlebt, bzw. auf dem Kerbholz hat. Als Kind zur Adoption freigegeben, mit 14 von der Schule geflogen, Militärdienst bei der Navy, Arbeit auf einer Öl-Plattform, erste musikalische Erfahrungen mittels einer Clubanstellung, Ehe, Umzug nach Nashville, erste Songwriteraktivitäten, Scheidung, nächste Ehe, Drogenkonsum, damit verbundene Diebstähle, schließlich Gefängnisaufenthalt. Dass Jeff Bates dennoch die Spur zurück ins Leben fand, verdankt er letztendlich den Herren Gene Watson, Tracy Lawrence und Kenny Beard. Die beiden erstgenannten Künstler entschlossen sich (mit Erfolg) Songs von Bates in ihr Programm zu nehmen, letztgenannter Produzent hielt ihm als Freund die Treue, vertraute seinem Songwriter-Talent, und verschaffte ihm einen Plattendeal bei RCA. Zur Recht, wie sein Debüt "Rainbow Man", das sich viele Monate in den Charts hielt, eindrucksvoll bewies. Nach einigem Hin und Her hat es nun endlich auch mit dem Nachfolger "Leave The Light On" geklappt, wieder eine Ansammlung äußerst gelungener, traditioneller, zeitloser Countrysongs! Anders wie beim Erstling (da hatte Jeff noch alle Stücke mit geschrieben), ist er diesmal nur bei einem Drittel der Songs kompositorisch involviert, wobei der Rest mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht wurde. Im Bereich der Begleitmusiker wurde das Licht alles andere als auf Sparflamme gehalten, d.h. Bates konnte so richtig aus dem Vollen schöpfen. Hier ist die Creme de là Creme der Nashville-Szene (u. a. Chad Cromwell, Billy Panda, David Grissom, Brent Mason, Joe Spivey, Tony Harrell, Dan Gugmore, Mike Johnson, Eric Darken) vertreten. Die CD startet mit der Singleauskoppelung von "Long Slow Kisses", das bereits auf dem Vorgänger enthalten war, und diesmal deutlich mehr Gesangsanteile enthält. Die Billy "Crash" Craddock-Cover-Version von "Rub It In" macht mit seinen Honkytonk-Anleihen (klasse Piano, schönes Slide-Solo) richtig Laune. Im weiteren Verlauf gibt es dann einen Mix aus sehr gemäßigtem Midtempo/Balladenanteil und einigen flotteren Nummern. Sämtliche Stücke sind durchweg in traditionellen Country-Bahnen angesiedelt. Sie sind dabei, nicht zuletzt durch Bates individuelle Stimme und die brillante musikalische Umsetzung, als absolut radiotauglich einzustufen, so daß der ein oder andere Hit schon dabei herausspringen sollte. Im Vordergrund immer das gut aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Steel-, E-Gitarre, Fiddle und Piano. Die ruhigen Sachen wie "No Shame", "Leave The Light On", "The Woman He Walked On", das autobiographische "One Second Chance", " I Can’t Write That" und "Mama Was A Lot Like Jesus" scheinen wie für Bate’s angerauht-warme Stimme geradezu prädestiniert zu sein und dürften in Conwy Twitty-mäßiger Art viele weibliche Herzen an angelehnter Männerschulter zum Schmelzen bringen. Für’s "starke" Geschlecht hält Jeff dann Songs wie "Hands On Man" (Billy Ray Cyrus-Charakter), "That’ll Get You Ten" (Mischung aus Montgomery Gentry und Trace Adkins mit viel Outlaw-Flair), das zunächst als Single und Albumtitel geplante (und danach wieder verworfene) "Good People" (schöner Countryheuler mit ausgiebigen Steelpassagen), oder der "Mitgröler" "What I Know" (mit eingeblendeten Live-Passagen) bereit, die nicht nur in Bierlaune die Stimmung der Zuhörerschaft heben dürften. "Leave The Light On" ist insgesamt wieder ein blitzsauberes, kräftiges, traditionell gehaltenes Werk, das sicherlich seinen Weg in die Charts finden wird. Nicht nur eingefleischten Bates-Fans, sondern eigentlich auch allen Liebhabern traditioneller Country-Komponenten im Allgemeinen ist diese Scheibe wärmstens zu empfehlen. Keine Frage, in Nashville wird das Licht für Jeff Bates weiterhin an bleiben! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4100
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Einhouse, Aaron - it ain't pretty [2016]
Herrlicher, wunderbar rootsiger, zuweilen gar mit ein wenig Blues- und Southern Rock-Flair umwehter, prächtig in Szene gesetzter Americana, Americana-Rock und Country Rock aus Texas - natürlich mit dem unwiderstehlichen, erdigen, den "Red Dirt-Staub" am Stiefel klebenden Flair, wie man es eben nur im "Lone Star State" erlebt. Großartig! Der aus Austin stammende, bisher wohl nur Insidern bekannte Aaron Einhouse veröffentlicht mit "It Ain't Pretty" schon sein viertes Album und dürfte jetzt endgültig richtig durchstarten. Was für eine tolle Musik, was für eine grandiose Stimme! Stücke wie Townes Van Zandts "To Live Is To Fly" und Jerry Jeff Walkers "Getting By" bei der Beerdigung seines Onkels waren einst die Initialzündungen für Aaron, sich ebenfalls der Musik und dem Songschreiben zu widmen. Auch anderer Künstler aus diesem Dunstkreis, wie Guy Clark, Steve Earle, John Prine und Texas-Urgestein Walt Wilkins waren seine Inspiration. Heute ist die Musik und das Songwriting seine Mission. Dem Ziel, eines Tages zu der ganz großen Zunft des Genres zu gehören und es seinen Helden glich zu tun ist er mit seinem neuen Werk, bei dem er sämtliche Tracks praktisch im Alleingang komponiert hat (nur bei zwei Stücken assistierten ihm Johnny Chops, der Bass-Spieler der Randy Rogers Band und Hal Ketchum), ein ganz großes Stück näher gekommen. Da gerät sein Mentor und Freund Walt Wilkins regelrecht ins Schwärmen: "Aaron is a true son of Texas, poetry, and the open road. He has an eye and a feeling for the human condition and his fellow man, and a stage presence that a bunch of us would trade for. There is a deep sensitivity in his songs, as well as humor and pathos. He’s as real as the places and folks he writes and sings about, and I’m looking forward to the next songs.” Das von vorn bis hinten exzellente Songmaterial kommt in einem schön "saftigen", zumeist mit tollen Gitarren in Szene gesetzten, erdigen, kraftstrotzenden, aber auch flüssigen und überaus melodischen gewand. Ea passt alles zusammen. Noch beeindruckender als Aarons starke kompositorischen Fähigkeiten ist zweifellos sein unglaublich charismatischer Gesang. Seine Stimme wirkt wie eine bestechende Symbiose aus Reckless Kellys Willy Braun, Robert Earl Keen und Jack Ingram. Schon nach den ersten Kostproben seines vokalen Könnens beim satten, brodelnden, Harp-getränkten, bluesigen, southern-swampigen Red Dirt-Rootsrocker "Dancin'" zum Auftakt Tolle Slideguitar-Licks, gut nach vorn gehender Drive), weiß man, dass hier etwas ganz Besonderes auf einen zukommt. Der Song wurde übrigens zu Beginn und Ende von Soundschnipseln aus dem Film "Apocalypse Now" eingerahmt. Die Idee dazu hatte Erik Herbst (Eli Young Band, Kyle Bennett Band, Sam Riggs), der dieses tolle Werk auch in einem, herrlich zu Einhouses "Röhre" passenden, sehr kraftvollen Sound produziert hat. Der Kontakt zwischen beiden war übrigens durch das Management von Sam Riggs zustande gekommen. Herbst sorgte in seinem "Panhandle House"-Studio dazu mit Leuten wie Tony Browne, Lucas Copeland, Jonathan Baulista, Tim Harris (klasse Harp-Performance), Bradley Knight, Bryan Brock, Milo Deering (mal wieder mit tollem Steel-Spiel) und Drew Womack (Harmony vocals) für ein exzellentes Musiker-Ensemble. Stück Nr. 2, das saustarke "That's What You Get" stampft unvermindert "schroff", in bester, kerniger Southern Rock-Manier (tolle E-Gitarren-Riffs, ein brennendes Solo, bluesige Harp-Fills) durch die texanische Peripherie, bevor mit dem Titelstück "It ain't pretty" erstmals ein enig das Bremspedal betätigt wird. Eine wunderbare Ballade, bei dem Aarons Stimme natürlich besonders wirkt, dazu gibt es herrliche Electric Slide-Gitarren- und feine Orgel-Klänge. Auch das folgende, mega-lässige, retro-behaftete "Like Rock'N 'Roll" fährt titel-untypisch in eher ruhigeren Rootsrock-Gewässern. Erinnert stark an The Band. Klasse auch hier das prächtig passende Slide-Spiel mit schönem Solo. Beim wunderbaren "My Susannah" erneut großartige Slide-Linien, tolle Melodie) trauert Einhouse seiner nicht mehr nach Hause zurückkehrenden Verflossenen reumütig hinterher. Toller Red Dirt-/Rootsrock-/Countryrock-Stoff! Das flotte, flüssige, knackige, eingängige "The Richest Man" bietet klassisches Country-Storytelling. Klasse hier die E-Gittaren-Enlagen und Deerings heulende Steel. Mit "Thinking Of You" folgt eine bluesig-soulige Southern-Ballade, Einhouses pathos-getränkter Gesang sorgt für Gänsehaut. Herrlich! "On & On" mit seinem markanten E-Slide-Führungsriff erinnert ein wenig an Red Dirt-Stoff mit Reckless Kelly-Note. Das furiose "The Fall Of Eli Wilde" (wundebar knarzig gespielt und launig gesungen) wird so manche Honkytonk-Spelunke stimmungsmäßig zum Sieden bringen. Am Ende gibt es mit "I'm Done" nochmal Country-trächtigen, balladesken Singer/Songwriter-Stoff. Einhouse legt sich noch mal richtig ins Zeug. Eine heulende Bariton-E-Gitarre, eine hallende Orgel und glänzende Harmoniegesänge vollenden diesen voller Inspiration performten, kraftvollen Song. Ein mitreißender, regelrecht packender Abschluss. Aaron Einhouse legt mit "It Ain't Pretty" ein echtes "Pfund" in die texanische Waagschale. Ein Album, das mehr als nachhaltige Wirkung hinterlässt. "Pretty damn Texas Roots-/Americana-/Country Rock at it's very best"! Toller Typ, dieser Aaron Einhouse! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Dancin' - 3:34
2. That's What You Get - 2:49
3. It Ain't Pretty - 3:44
4. Like Rock n Roll - 3:45
5. My Susannah - 4:11
6. The Richest Man - 3:58
7. Thinking of You - 4:08
8. On & On - 3:45
9. The Fall of Eli Wilde - 2:57
10. I'm Done - 3:02

Art-Nr.: 9181
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Dancin'
That's what you get
It ain't pretty
Like Rock'N Roll
My Susannah
The richest man
The fall of Eli Wilde

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Everett, Jace - same [2006]
"I can definitely say this is an honest record from top to the bottom", so lautet der Kommentar von Jace Everett selbst zu seinem Debütalbum. Und wenn man sich mit seinem Background beschäftigt, die zehn auf der CD befindlichen Songs gehört und seine Texte aufgenommen hat, bleibt einem nur die profane Feststellung: Der Bursche hat recht! Das Teil ist nicht mehr und nicht weniger als ein ungemein knackiges, überwiegend mit satten Gitarren garniertes, dynamisches, voller herrlicher, melodischer Songs steckendes, zündendes Country-/New Country-Prachtwerk ohne jede Schwachstelle, das in Nashville und bei den Fans für ordentlich Furore sorgen sollte! Jace Everett wurde in Evansville/Indiana geboren, zog aber mit seinen Eltern nach Texas, als er gerade sechs Jahre alt war. Musikalisch dominierten im Hause Everett Countryklänge und auch ein wenig Elvis. Jace begann früh in Kirchenbands zu singen und Bass zu spielen. Für sein Studium ging er nach Nashville, brach es aber ab, als er die Gelegenheit bekam, mit einem Freund ein mehrmonatiges Arrangement in einer Coverband in Europa anzunehmen. In Monaco lernte er seine Frau kennen, mit der er einen Sohn hat. Man zog zusammen zurück nach Texas, Jace beendete sein musikalisches Wirken vorerst und arbeitete als Konstrukteur. Seine Ehe scheiterte jedoch (möglicherweise unter anderem weil, wie es auch so mancher Songtext vermittelt, der blendend aussehende James Dean-Typ den weiblichen Reizen nicht abgeneigt schien...), Frau und Kind gingen zurück nach Monaco und Jace zog es wieder nach Nashville, wo er sich mit diversen Jobs mehr schlecht als recht durchschlug. Er begann wieder für aufstrebende Musiker Bass zu spielen und erhielt schon nach kurzer Zeit einen eigenen Major-Deal, der aber nach personellen Veränderungen in der Führungsebene des Labels gekänzelt wurde. Trotzdem, sein großes Songwriter- und Gesangstalent (Everett hat eine kräftige, ganz großartige, sehr angenehme Stimme) blieb den entscheidenden Leuten in Music City keineswegs verborgen, ergatterte er relativ schnell danach erneut einen Vertrag mit Sony Nashville. Ergebnis ist dieses exzellente Debut! Everett liefert ein ziemlich kompaktes, sich neben seiner eigenen individuellen Klasse auch dank der vielen brillanten Studiomusiker (u. a. James B. Lowry, JT Corenflos, Mike Brignardello, dem überragenden Russ Pahl, Tony Harrel, Eric Darken, Shannon Forrest) auf höchstem musikalischem Level bewegendes Werk ab, das zusätzlich mit klasse Texten glänzt, mal amüsant, mal selbstkririsch und oft sehr autobiographisch. In Bezug auf die knackige, teils durchaus rockige und kraftvolle musikalische Umsetzung brachte es letztlich ein amerikanischer Kritiker mit den Worten "It's a musical biography of hell-raising rockers and soul-baring ballads" bestens auf den Punkt, wobei die dynamischen Uptempo-Nummern klar im Vordergrund stehen! Er selbst ist an sechs Stücken beim Songwriting beteiligt, dazu kommen viele namhafte Komponisten der Szene (Casey Beathard, Chris Stapelton, Stephany Delray, Bob DiPiero, James Leblanc). Produziert haben keine geringeren als Mark Wright und Greg Droman. Die tollen Opener "Everything I Want" (starkes Banjo, fette E-Gitarren-Licks) und "That’s The Kind Of Love I’m In" (herrlich flockig und dynamisch) bestechen durch Jace’s coolen Gesang und ihre countryrockig-typische Art voller unterschwelligen Power. Großartig dabei das unaufdringliche und sehr harmonische Zusammenwirken vom Akustik-, E-Gitarren und Orgel mit den knackigen Drum- und Basstönen. Das lüsterne "Bad Things", von Everett allein komponiert, brilliert mit einem tollen, mystischen, leicht psychedelischen Chris Isaak-Flair und einem dezenten Rockabilly-Ansatz. Herrlich das integrierte E-Gitarren-Solo. Southern-bluesig mit dreckiger Harmonica, Honkytonk-Piano und starken Slideriffs wird es bei dem fetten, Boogie-mäßigen "I Gotta Have It". Texas-Recke Radney Foster und Bobby Houck, der großartige Frontmann von South Carolina's Vorzeige Rootsrockern, den "Blue Dogs" (man beachte auch deren grandiose Originalversion auf ihrer 2004er Scheibe "Halos and good buys") haben die traumhaft melodische Midtemponummer "Half Of My Mistakes" komponiert; die Jace nun wunderbar covert. Eine herrlich warme, schön entspannte Texas-Atmosphäre dominiert dieses tolle Stück. Das Steel-lastige, richtig locker, flockig und fröhlich dahinschwingende "The Other Kind" (kleines Duell zwischen Steel- und E-Gitarre), gefolgt vom überragenden Honkytonk-Southern-Rocker Marke Skynyrd/Warren Brothers "A Little Less Lonely" (klasse Piano; Everett röhrt am Ende wie Johnny Van Zant) und der in Montgomery Gentry-Manier gebrachte Mitgröler "Gold" sind die nächsten "Earcatcher" der CD. Die beiden autobiographischen "Nowhere In The Neighbourhood" (erinnert im Refrain von der Melodie her entfernt an Cat Stevens’ "Father And Son") und "Between A Father And A Son" spielen noch einmal auf Everett’s bewegte Vergangenheit an und sind von daher recht emotional, aber immer noch schön knackig, in Szene gesetzt - wie immer, mit tollen Melodien und feinen instrumentellen Finessen der Nashville-Studioartisten, die auf diesem Werk augenscheinlich ihr bestes geben (Everett’s O-Ton: "Weltklassemusiker"). Jace Everett ist ein sehr starkes, modernes, frisches und kurzweiliges Album gelungen, auf dem man, wir erwähnten es bereits, Schwächen vergebens sucht. Herlicher Stoff für Freunde junger, wilder und unverbrauchter Interpreten wie Brian McComas, The Warren Brothers, Drew Womack, Steve Azar, Dean Miller, Jason Aldean, Bobby Pinson & Co!. Bitte mehr davon... (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3957
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Herndon, Ty - right about now [2007]
Mit seiner CD "Steam" schien Ty Herndon 1999 ohne Zweifel auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt zu sein. Major Deal, ein durchgehend gelungener Silberling mit ebenso guten Songs, u. a. der im wahrsten Sinne des Wortes "heiße" Titletrack, Ohrwürmer wie "Putting The Brakes On Time", „"In A New York Second" oder der Cocker'sche Superhit "You Can Leave Your Hat On", mit dem der smarte Entertainer vor allem die weibliche Klientel seiner immens gewachsenen Fangemeinde bei Live-Events regelmäßig zum Raserei brachte. Trotzdem wurde es anschließend recht still um Herndon. Ein "Greatest Hits"-Album und eine Weihnachtsscheibe waren dann doch ein eher dürftiger Arbeitsnachweis für die letzten Jahre. Dass der talentierte Sänger jedoch gelernt hat nicht nur im musikalischen Umfeld aufzustehen (er war auch schon mal wegen Drogendelikten hinter Gittern), beweist er jetzt mit seinem neuen, brandaktuellen Werk "Right About Now". Auch hier lief es im Vorfeld zunächst alles andere als glatt. Die Scheibe wurde mehrfach terminiert, gecancelt und wieder verschoben. Mittlerweile ist aber alles "in trockenen Tüchern" und mit dem neuem "Titan/Pyramid"-Label, den Produzenten Darrell Brown, Jonathan Yudkin (!) und Dennis Matkosky sowie zahlreichen Elite-Musikern (mit dabei u.a. J. T. Corenflos, Bruce Gaitsch, Dan Dugmore, Kenny Greenberg, Greg Morrow) und Songwritern (u. a. Radney Foster, Keith Urban), wurde für Ty eine ideale Arbeitsgrundlage geschaffen. Der bedankt sich mit elf tadellosen Stücken und einer gesangstechnischen Bestleistung. Vorwiegend handelt es sich um recht emotional besungene Lovesongs aus dem Mainstream Country/Country-Pop-Bereich, wobei der "Schmalzfaktor" allerdings in einem erträglichen Rahmen gehalten wurde. "Someday Soon" startet direkt mit dieser unnachahmlichen, texanisch angehauchten Relaxtheit, bei der die Handschrift von Radney Foster markant hervortritt: Entspannt lässiger Groove, erzeugt durch Akustik- und Baritone-E-Gitarren, dazu Steel-, Piano-, und Orgel-Fills, ganz dezente Harmoniegesänge und ein kurzes Slide-Solo. "In The Arms Of The One Who Loves Me" und "You Still Own Me" sind gespickt mit Country-typischen Instrumenten wie Mandoline, Banjo und Steel, wobei Herndon stimmtechnisch zuweilen etwas an ex-Sons Of The Desert-Frontmann Drew Womack angelehnt zu sein scheint. Bei dem zweitgenannten Lied "blinzeln" im Refrain auch dezent Rascal Flatts durch. Während des Titelsongs "Right About Now" (Co-Autor ist Michael Peterson) sieht man sich geistig im gemütlichen Sessel einer Hotel-Lobby mit einem Whiskey-Glas in der Hand sitzen und den entspannten Klängen eines Trios (Sänger, Pianospieler und Baritone-Gitarrist) lauschen. Ty glänzt hier mit enormer Stimmvariation. "Hide", "We Are" und "There Will Be a Better Day" sind allesamt weitere, recht ruhig gehaltene, balladeske Tracks, die dann zwischendurch immer wieder von lebhafteren New-Country-Geschichten wie den funkig/poppig anmutenden Stücken "Love Revival" und dem kräftigen "Mercy Line", oder durch das poppige "If I Could Only Have Her Love Back" unterbrochen werden. Das einstige Temperament des Künstlers ist diesmal vielleicht etwas im Hintergrund geblieben. Das Album wirkt eher nachdenklich, was auf einen stattgefundenen Reifeprozess hinzudeuten scheint. Stimmlich ist Ty Herndon in Bestform, der musikalische Rahmen dazu absolut passend gewählt. Eine gelungene Rückmeldung zur rechten Zeit! Ty Herndon is back! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4530
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Hodges, JT - same [2012]
Und schon wieder ein neues Riesentalent im New Country-Genre! Der 1977 in Forth Worth, Texas, geborene JT Hodges mit seinem saustarken Debüt. Wie so oft in dortigen Gefilden ist auch JT mit musikalischen Genen gesegnet. So ist sein Vater Besitzer eines Tonstudios und seine Mutter hatte in den 1980er Jahren ein Plattenvertrag mit MCA Nashville. Hodges hielt sich nach seinem Studium zunächst in Los Angeles auf, wo er einige Jahre intensiver Teilnehmer des dortigen "Coffeehouse Circuit" war. Erst 2009 zog er mit seiner Frau nach Nashville, um dort sein Glück zu versuchen. Der hoch begabte Singer/Songwriter ergatterte einen Kontrakt mit dem Universal Show Dogs Label, dem Toby Keith vorsteht und wurde dann auch als Support für dessen "Locked And Loaded"-Tour gebucht. Sein aus zehn Stücken bestehendes Debütwerk (Hodges ist Mitkomponist von 9 der 10 Tracks), produziert von Mark Wright, Don Cook, Mark Collie und Ross Copperman (an einem Lied beteiligt) fasziniert vor allem dadurch, dass es trotz aller herrlicher Melodien und Radiofreundlichkeit, völlig unangepasst wirkt (z. T. wegen der Texte und Diversität der Songs) und mit dem typischen Mainsteam-Country nur dezente Gemeinsamkeiten aufweist. Anders sind die nur mäßigen Platzierungen der bisher veröffentlichten beiden Singles "Hunt You Down" (ein unglaublich markanter, humorvoller Gute-Laune-Sommer-Song, der es ganz locker mit Kid Rocks "All Summer Long" aufnehmen kann, aber, statt der Sommerhit dieses Jahres zu werden, nur auf Platz 39 der Single Charts landete) und des rhythmisch voranpreschenden "Goodbye Made You Mine" (alle Instrumente durch o.a. Ross Copperman gespielt) nicht zu erklären. Nach Abstimmung seiner Fanbasis wurde jetzt mit "Sleepy Little Town" (Heartland-Note, Power-Refrain, an Springsteen erinnernde Ohohoh-Harmonies, surrendes Slide-Solo) ein neuer Versuch in Richtung Top-20 gestartet. Ähnlich wie Jace Everett oder Eric Heatherly umweht Hodges immer ein Hauch von Introvertiertheit und auch eine gewisse Portion Retro-Verbundenheit. Beste Belege dafür sind Stücke wie der Opener "Rather Be Wrong Than Lonely", das unweigerlich an "Bad Things" des Erstgenannten reminsisziert, oder "Leaving Me Later" (klasse Bariton-E-Gitarren-Begleitung). Das Album gewinnt vor allem durch eine spürbare, hohe Authentizität und auch durch die großartige instrumentelle Umsetzung der beteiligten Musiker. Was hier die bekannten Klasse-Leute wie Chad Cromwell, Mike Brignardello, die begnadeten Gitarristen Kenny Greenberg, Tom Bukovac, Greg Droman, Ilya Toshinsky oder Paul Franklin, Eric Darken und John Jarvis an unaufdringlicher, aber filigraner Arbeit abliefern, ist schon unglaublich. Gerade letzgenannter Keyboarder John Jarvis brilliert (neben den Gitarristen) an (E)-Piano, Wurlitzer und B-3, dass es eine wahre Freude ist, ohne sich dabei auch nur irgendwie in den Vordergrund zu drängen. Hier kann man richtig viele Feinheiten entdecken. Herrlich auch das irische Flötenspiel von Droman und die feine Mandoline Toshinsky’s beim folkigen "Rhythm Of The Radio". Stark auch die quäkende Mundharmonika von Jelly Roll Johnson beim bluesig stampfenden Rausschmeißer "Green Eyes Red Sunglasses". Nicht zu vergessenen die brillante Guest-Appearence von Vince Gill (ob er sich aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit zu JT ein bisschen zum Ziehvater berufen fühlt...?), der auf der Gänsehaut erzeugenden Ballade "When I Stop Crying" mit seinen berühmt einfühlsamen Harmoniegesängen und seiner unwiderstehlicher Stratocaster-Arbeit (inkl. furioser Kurzsoli) eine starke Präsenz zeigt. Toll! Mit JT Hodges ist die New Country-Szene in Music City um ein weiteres Juwel bereichert. Sympathisch ist einfach, dass der sein eigenes Ding durchzieht und nicht die Priorität auf den schnellen kommerziellen Erfolg zu legen scheint (wie scheinbar übrigens auch seine Protegées Mark Wright und Toby Keith). Ein sehr ehrliches, abwechslungsreiches und kurzweiliges Album (alle Texte im Booklet dabei) auf einer Ebene nicht alltäglicher Interpreten wie Eric Heatherly, Jace Everett oder Drew Womack & Co., auf dem es viele Feinheiten zu entdecken gilt. Daumen hoch für JT Hodges. Echt klasse, der Typ! Man beachte im übrigen die Markteinführung durch das Label zu dem vorzüglichen Sonderpreis. So etwas darf gerne weiter Schule machen... (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Rather Be Wrong Than Lonely - 3:30
2. Sleepy Little Town - 3:34
3. Hunt You Down - 3:29
4. Give It One More Night - 3:39
5. When I Stop Crying - 4:05
6. Goodbyes Made You Mine - 2:51
7. Leaving Me Later - 3:33
8. Right About Now - 3:20
9. Rhythm of the Radio - 3:14
10. Green Eyes Red Sunglasses - 3:16

Art-Nr.: 7896
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 4,90

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Miller, Buddy - cayamo sessions at sea [2016]
Wow! Wieder mal ein kleines Meisterwerk von Buddy Miller, zusammen mit jeder Menge hochkarätiger Freunde während der "Cayamo Session" auf See. Brillant!

Aus der Original-Produktbeschreibung:

In 2012, Cayamo veteran Buddy Miller brought along some recording gear and set up a studio in the ship's library where he and his Sirius XM co-host Jim Lauderdale recorded episodes for their Buddy & Jim Radio Show. Buddy thought the radio show recordings sounded really good so, in 2014, he brought more gear, an engineer and some great musicians. They took over the Bliss Lounge where Buddy set up a temporary recording studio between the lanes of the bowling alley. For two days and nights, guest artists came to record and fans came to watch. It was so much fun, they did it all again in 2015. The audio presented on this release comes from those sessions. It is with great pleasure that New West Records presents Buddy Miller & Friends, Cayamo Sessions At Sea.

Das komplette Tracklisting:

1. After the Fire Is Gone (with Lee Ann Womack)
2. Love's Gonna Live Here (with Kacey Musgraves)
3. Sunday Morning Coming Down (with Kris Kristofferson)
4. Just Someone I Used to Know (with Nikki Lane)
5. Hickory Wind (with Lucinda Williams)
6. Wedding Bells (with Richard Thompson)
7. If Teardrops Were Pennies (with Elizabeth Cook)
8. Wild Horses (with Shawn Colvin)
9. Come Early Mornin (with Jill Andrews)
10. Take the Hand of Jesus (with Doug Seegers)
11. Angel from Montgomery (with Brandi Carlile and The Lone Bellow)

Art-Nr.: 9084
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Musgraves, Kacey - golden hour [2018]
Drittes Album der großartigen Kacey Musgraves! MIt diesem, erneut hervorragenden Werk, gelingt es Kacey unter Beibehaltung aller Country-Indikatoren, ihren Sound ein wenig zu erweitern, mit folkig-poppigen Strömungen anzureichern, ohne dabei auch nur ansatzweise im üblichen Nashville Countrypop-Kitsch zu versinken. Ganz im Gegenteil. Was wir hören, sind 13 wundervolle Songperlen mit sehr feinen Melodien, meist gehalten in einem entspannten, lockeren Ambiente, geprägt von exzellenten Songwriter-Qualitäten (bei allen Tracks ist Kacey kompositorisch involviert). Damit erinnert sie durchaus ein wenig an einige ihrer großen Vorbilder, wie etwa Carole King, Emmylou Harris und auch Dolly Parton. Die Songs fangen den Zuhörer regelrecht ein. Kein Frage, auch mit Album Nr. 3 geht die Erfolgsgeschichte von Kacey Musgraves auf höchstem Level weiter. "Just beautiful" - einfach schön!

Hier noch ein Original U.S.-Review:

It’d have been easy for Kacey Musgraves to continue to make the same kind of albums full of clever wordplay and traditional country influenced songs but for her to continue to grow as an artist, she looked to stalwarts like Carole King, John Hiatt, Emmylou Harris and Dolly Parton to craft Golden Hour, a record that is 100% Kacey but mostly unlike anything we’ve heard from her before. And this is a good thing.
The opening tracks “Slow Burn” and “Lonely Weekend” showcase Musgraves blending all sorts of sonic influences that makes Golden Hour both contemporary and classic 70s singer/songwriter all at the same time. Songwriter/producers Ian Fitchuk (Drew Holcomb, Sean McConnell) and Daniel Tashian (Josh Turner, Patty Griffin) bring those indie influences into the Musgraves stew but they’ve made everything better by their presence. Innovative production choices ("Oh, What A World"), disco throwbacks (“High Horse”) and elegant, lyrically rich ballads (“Rainbow”) showcase the diversity. This isn’t to say that Musgraves doesn’t know she’s releasing a record on a Nashville-based label (MCA Nashville) as she’s still writing with the same writer collective that made up the majority of Same Trailer, Different Park and Pageant Material on half of the album's tracks. The warmest songs on the record include “Butterflies,” “Wonder Woman,” and “Rainbow.” Each song co-written with those A-list songwriters.
There’s clearly an intent by Musgraves, Fitchuk, and Tashian to harness the golden-soaked memories of the 70s as if they were married to Dolly Parton or Lee Ann Womack vocal on songs like “Love Is A Wild Thing,” a beautiful, somewhat melancholic ballad about finding love when you least expect it. “Happy & Sad” is as song with beautiful honesty in the vocal and lyrics as Musgraves clearly wasn’t comfortable about falling in love (with her new husband, singer/songwriter Ruston Kelly). She had built walls to prevent that kind of love and he somehow knocked them out.
There ARE some potential country radio singles on this record, if radio will even play them. I could see “Velvet Elvis” being a radio ditty while “Wonder Woman,” “Butterflies” and “Lonely Weekend” are all worthy potential mainstream country radio hits but Musgraves (who has constantly challenged mainstream country radio with progressive lyrics and a defiant attitude towards their lack of support with female artists). “High Horse” is the best Katy Perry song Katy Perry never wrote, with a disco pop feel, a song which could be a pop radio hit if given a chance and it’s practically begging for a dance club remix for the dance charts and future Drag Queen performances. The closing pair of tunes in “Golden Hour” and “Rainbow” (a McCartney-like song which is waiting to be synched to a film scene and soundtrack) showcase this record well and truly make the album one of the best I’ve heard in the past couple of years.
If you’re willing to sit and digest Golden Hour, you’ll consistently be surprised and delighted by Golden Hour. To me, it’s the best album of Kacey Musgrave’s career to date.
(Matt Bjorke / Roughstock)

Das komplette Tracklisting:

1. Slow Burn - 4:06
2. Lonely Weekend - 3:46
3. Butterflies - 3:39
4. Oh, What A World - 4:01
5. Mother - 1:18
6. Love Is A Wild Thing - 4:16
7. Space Cowboy - 3:36
8. Happy & Sad - 4:03
9. Velvet Elvis - 2:34
10. Wonder Woman - 4:00
11. High Horse - 3:33
12. Golden Hour - 3:18
13. Rainbow - 3:34

Art-Nr.: 9603
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Rankin Twins - moonshine & maybes [2013]
April und Amy Rankin, die Rankin Twins, sind "one of the hottest up-and-coming country artists in Texas". Mit ihrem großartigen Debutalbum "Moonshine & maybes" (zuvor gab es bereits zwei EPs) mischen die hübschen Zwillingsschwestern die texanische Countryszene richtig auf. Das überrascht kaum, denn wenn man die ersten Töne ihrer exzellenten Musik vernimmt, ist man von diesen tollen Songs und ihrem wunderbaren Gesang sofort gefangen. Die in dem kleinen Städtchen Portland an der Golfküste Texas' aufgewachsenen Rankins spielen eine absolut Nashville-taugliche New Country-/Countrymusic, offenbaren aber dennoch einen entscheidenden, ausschließlich positiv zu bewertenden Unterschied zu den meisten dortigen Top Acts. April und Amy, und das ist zu jeder Sekunde des Albums hörbar, bewahren sich nämlich ihren einzigartigen, unverbrauchten, so ungemein erfrischenden, natürlichen Texas-Charme. Ihre durchaus traditionell verwurzelten Countryroots werden immer wieder von einem Hauch dieses unwiderstehlichen, texanischen Red Dirt-Klimas gestreift, das ein dezentes Roots- und Americana-Ambiente vermittelt. Auch die ein oder andere, etwas poppige Sequenz wirkt dadurch immer natürlich "gritty" und durch und durch ehrlich. So sollte zeitgemässe, texanische (New)Countrymusic klingen. Ein weiterer Grund für das Gelingen dieses tollen Albums sind die exzellente Produktion (Austin-Guru Ken Tondre), die herausragenden Musiker (u.a. David Grissom, John Carroll - electric guitars), Hayden Viters - fiddle, Tommy Detamore - pedal steel, Noah Jeffries - banjo, fiddle, mandolin, Ken Tondre - drums, u.v.m.), und das starke Songmaterial, zumeist selbst komponiert von April und Amy, hin und wieder unter der Mithilfe solch etablierter Leute wie Django Walker, Paul Eason, Thom Sheperd, und anderen. Sucht man nach musikalischen Vergleichen, so fallen einem unweigerlich die Dixie Chicks, oder auch Lee Ann Womack, The Wreckers, Miranda Lambert und die frühe Pam Tillis ein - aber eben noch mit dieser bereits erähnten, unverfänglichen, auch von Major-Zwängen losgelösten Natürlichkeit. Die Songs sind überwiegend herrlich knackig in Szene gesetzt, wie auch gleich der vorzügliche Opener "Wake up", eine sehr melodische, von erdigen E-Gitarren umgebene und mit feinen Steel-Fills garnierte, schön kernige Midtempo New Country-Nummer. Ausgenommen erfrischende, klare Mandolinen-Riffs, ein flotter Drive, großartige Steelguitar-Linien und eine prima ins Ohr gehende Melodie bestimmen die erneut sehr knackig gespielte Countrynummer "Holdin pattern", die die Rankin-Zwillinge mit Duett-Partner Drew Womack vortragen. Nicht nur dieses Stück hat gewaltiges Hit-Potential. Auch der traditionelle Countryfeger "Jezebel" oder das flotte "Ain't buyin' it" können das locker von sich behaupten. Letzteres könnte problemlos die Nashville-Charts stürmen, besticht aber auch durch ein erdiges Red Dirt Countryrock-Flair, inklusive zündender E-Gitarrenarbeit von David Grissom. Wundervoll harmonisch, dezent rootsig und ohne jeden "aufgeblusterten Bombast" kommt die feine Countryballade "As the music plays". Auch diese Nummer ist wieder absolut Nashville-geeignet. Das ist die Musik, die man sich in Music City wünschen würde. Sehr stark das Zusammenspiel von wimmernder Pedal Steel, Fiddle und furioser Electric Lead Guitar. Fast im elektrischen Hillbillie-/Bluesgrass-/Squaredance-Stil rauscht das peppige, dabei total traditionelle, prächtig tanzbare, voll abgehende "Hit & run" aus den Lautsprechern. Klasse Banjo-Untermalung, zündendes E-Gitarren-Picking (John Carroll) und herrliche Pedal Steel sind die Zutaten. So geht das mit einer tollen Nummer nach der nächsten weiter, bis das Album schließlich mit dem traumhaften, hinreissend melodischen, knackigen, von tollen Gitarren umgebenen Texas New Country-/Red Dirt Country-Hit "Rain" endet, das noch einmal in beeindruckender Art und Weise demonstriert, mit welch einem Potential die Rankins ausgestattet sind. Keine Frage, The Rankin Twins sind "the next big thing in female Texas Country". Toll! Macht weiter so, ihr Mädels...

Das komplette Tracklisting:

1. Wake Up - 3:44
2. Jezebe - l3:32
3. Holdin Pattern - 3:26
4. You Got the Heart - 3:12
5. Ain't Buyin It - 3:29
6. As the Music Plays - 3:46
7. Hit & Run - 3:29
8. Swagger - 2:59
9. Wreckin' It - 3:40
10. Rain - 3:28

Art-Nr.: 8253
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Wake up
Holdin' pattern
Ain't buyin' it
As the music plays
Hit & run
Wreckin' it
Rain

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Rogers Band, Randy - just a matter of time [2006]
Schon bei ihrem Vorgänger hatten wir gemutmaßt, die Randy Rogers Band wird das nächste "dicke Ding" im Countryrock-Sektor - und als ob sie uns beim Wort genommen hätten, zogen Rogers und Co. jetzt einen Major-Deal an Land und betitelten diese Scheibe auch noch passenderweise mit "Just A Matter Of Time".. Es war wirklich nur eine Frage der Zeit, wann dieser großartigen jungen Truppe der Durchbruch gelingen würde, denn seit "Rollercoaster" rissen sich die großen Labels förmlich um die Gunst der Truppe. So wurdendie Jungs sogar in die bequeme Lage versetzt, sich die Company aussuchen zu können, die der Band die größten Freiheiten in der Realisierung ihrer musikalischen Ideen gewährleistete. Die Wahl fiel letztendlich auf das in Nashville ansässige Mercury Label. Eine gute Entscheidung, wie dieses fantastische neue Werk eindeutig beweist. Zum ersten Mal mit einen großzügigen Budget ausgestattet und vor allem nicht einem gewaltigen Zeitdruck ausgesetzt, scheint dieses talentierte Quintett jetzt erst richtig aufzublühen (wie es auch bildlich auf dem Cover mittels einer aus einer Uhr sprießenden Rose metaphorisch passend angedeutet zu sein scheint). Die unweigerlich aufkommenden Aufschreie einzelner Kritiker wie etwa "Verlust ihrer Texas-Roots" oder "ein für Nashville aufpolierter Sound" können ganz schnell wieder vom Tisch gewischt werden. Die Band hat erneut alle ihre bekannten Stärken in die Waagschale geworfen, ihr Ding einfach durchgezogen und dabei eine enorme Weiterentwicklung vollzogen. Rogers-Mentor Radney Foster hat wieder die Produktion übernommen, bei vier Songs kompositorisch mitgewirkt und auch die Akustik- und E-Gitarre sporadisch mitbedient. Herausgekommen ist ein kleines Meisterwerk, das mit "Better Off Wrong", einem interessanten, rauen, mit polternden Drums dahin stampfenden, von einem tollen "Red´Dirt"-/Southern-Flair umgarnten Pracht-Countryrocker eröffnet wird (knackige, würzige E-Gitarre am Ende, sirenenartige Fiddle-Fills). Danach darf man sich direkt über drei weitere "Killersongs" freuen ("Kiss Me In The Dark", "One More Goodbye" und der Titelsong "Just A Matter Of Time"), wobei die erstgenannte Nummer auch als erste Single ausgewählt wurde. Jede Wette, dass "Kiss Me In The Dark" mit einer Nominierung bei einer Vielzahl anstehender, wichtiger Awards zum "Besten Song des Jahres" bedacht werden wird. Ein Traum-Melodie, wunderbar entspannter, rauchiger Gesang von Randy, herrlich auf den Punkt gebrachte weibliche Hamony-Vocals von einer ebenfalls in Bestform agierenden Shelly Fairchild (die mit der ebenfalls großartig im Hintergrund mitsingenden Georgia Middleman für ein Band-Novum sorgt), dezente Orgel, kräftiges Drumming, wunderbare E-Gitarren/Fiddle-Duelle - einfach nur schön! In die gleiche Kerbe schlagen auch die beiden anderen Nummern. Und damit keine Langeweile aufkommt, sorgen dann Stücke wie "You Could Left Me" (zum Mitgrölen ermunternder Partyrocker aus der Feder von Randy und dem Entdecker der Band, Kent Finley), "You Could Change My Mind", ein satter, dampfender Southern-/Countryrocker mit Anleihen an die Stones oder gar die Georgia Satellites (nicht umsonst wirkt hier ein gewisser Dan Baird im Background mit), voller klasse E-Gitarren (starkes Solo von Geoffrey Hill) und tollen Fiddle-Ergänzungen, "You Start Over Your Way" (southern-mäßiger Saloon-Rocker mit Skynyrd'schem E-Riff) oder "You Don’t Know Me" (aus der Feder von Bassist Jon Richardson -mein Gott was hat die Band für ein Schreibpotential-), ein lebendiger Southern-/Red Dirt-/Country-Stomper, dezent an die Charlie Daniels Band erinnernd, für die nötige Power! Im balladesken Midtempobereich bilden dann "Before I Believe It’s True" (leicht introvertiert dahin groovend), das von Randy und Drew Womack komponierte "If Anyone Asks" (traurige Fiddle, Rogers "näselt" beim relaxten Singen, wie bei einigen anderen Liedern auch, fast ein wenig wie Superstar Tim McGraw) oder die recht traurige Barroom-Ballade "Whiskey’s Got A Hold On You" (Steel-Heulen, Bariton-E-Gitarren-Fills, Orgel-Tupfer, emotionale Fiddle) weitere Highlights. Ein Album auf dem sich Songperle an Songperle aneinanderreihen. Mit "Just A Matter Of Time" ist der Randy Rogers Band ein ganz großer Wurf gelungen, der das Vertrauen des Labels mehr als rechtfertigt. Die Band und ihre Musik wirkt reif und erwachsen, keine Spur von Nervosität aufgrund des sicherlich jetzt aufkommenden Erfolgsdruckes. 49 Minuten, die wie im Flug vergehen und deren Schönheit man sich nicht mehr entziehen kann, je öfter das Werk im Player läuft. Das Countryrock-Herz blüht weiter. Ein Super-Teamwork aller Beteiligten. Note 1 mit Sternchen! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4436
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

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Stalling, Max - home to you [2010]
Der "long tall South Texan" aus Crystal City mit der wundervollen, so viel Wärme und Ruhe ausstrahlenden Stimme begeistert erneut mit einem exzellenten Album! 3 Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu dem vom Publikum und den "Experten" gleichermassen bewunderten, herausragenden "Topaz city" vorliegt, doch das Warten hat sich gelohnt. "Home to you" steht dem Vorgänger in nichts nach! Exquisite, überaus entspannte, lockere, flockige, flüssige, frische, texanische Countrymusic mit dem "gewissen Etwas", diesem unvergleichlichen Singer-Songwriter-/Storyteller-Charme, wie sie eben nur ein Max Stalling in dieser charismatischen, beeindruckenden Art und Weise zelebriert. Einflüsse von George Strait sind unverkennbar, auch die Spuren eines Alan Jackson nimmt man zuweilen durchaus wahr. Doch Stalling vermischt diese reinen, klassischen Countryelemente nahezu perfekt mit der Singer-Songwriter-Philosophie, beispielsweise eines Kris Kristofferson, eines Slaid Cleaves oder James Taylor! Was kommen da für wunderbare, angenehme, qualitativ hochwertige Songs heraus. Das beeindruckt tief! Die klar und sauber in Szene gesetzten Arrangements bestehen vorwiegend aus transparenten, vielseitigen Gitarren, immer wieder vorzüglich ergänzt, mal durch eine Fiddle, eine Pedal Steel, eine Mandoline oder eine dezent im Hintergrund agierende Orgel. Produziert hat das Album die texanische Produzenten-/Gitarren- und Pedal Steel-Legende Lloyd Maines. Stalling hat das Album vorwiegend mit seiner ungemein starken Touring-Band eingespielt, unter Hinzunahme einiger Gäste wie beispielsweise Riley Osbourn (Keyboards), Drew Womack (Background Gesang), Adam Odor (Akkordeon) und eben Lloyd Maines (Gitarre, Manoline, Pedal Steel). Phantastisch!

Das komplette Tracklisting:

1 Long Way To Get - 2:56   
2 Have I Ever Told You? - 3:41   
3 I Ain't Drinking Alone - 3:56   
4 I've Got Something - 4:18   
5 6x9 Speakers-Revisited - 4:26   
6 Home To You - 4:04   
7 All I Ever Wanted To Do - 3:45   
8 Saddest Song Ever - 4:20   
9 I Could Be Wrong - 3:59   
10 Crazy Like That - 3:37   
11 Fantasy Dinner - 5:48   
12 Long Way To Get (Reprise) - :27

Art-Nr.: 7052
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Have I ever told you?
I ain't drinking alone
I've got something
6x9 speakers - revisited
Home to you
I could be wrong
Crazy like that

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Stalling, Max - topaz city [2007]
Max Stalling, "a long tall South Texan" mit einer wundervollen, viel Wärme und Ruhe ausstrahlenden Stimme an der Schnittstelle zwischen James Taylor, Alan Jackson und George Strait, gilt in seiner Heimat Texas schon lange als einer der angesehensten und wichtigsten Vertreter der neuen, jungen "Contemporary-/Neo Traditionalist"-Countryszene, mit einer großen, stetig wachsenden und sehr loyalen Fangemeinde hinter sich. "Topaz city" ist bereits sein fünftes Album, und es ist sicher nicht nur der Durchbruch eine längst verdiente, über die Grenzen des Lonestar-States hinaus gehende Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern, das darf man mit Fug und Recht behaupten, schlichtweg eines der vielseitigsten, besten und schönsten "Pure Country"-Alben, die in den ersten 8 Monaten dieses Jahres veröffentlicht wurden. Was Stalling so interessant macht, ist, neben seinem großen Gesangstalent und seiner fast noch größeren Fähigkeit erstklassige Songs mit großartigen Texten zu schreiben (das gessamte Material stammt ausschließlich aus seiner Feder), die Tatsache, dass seine so wunderbar melodisch und ungemein relaxt und entspannt vorgetragene Musik zwar sehr traditionell verwurzelt und immer "deeply country-rooted" ist, doch durch eine leichte Tendenz Richtung "Americana-Storytelling" viel zusätzliche Spannung aufbaut. Man lauscht voller Faszination den herrlichen Geschichten, die er zu erzählen hat. Das traditionelle Countryradio von Nashville sollte einmal seine Fühler nach diesen brillanten Songs ausstrecken, die Fans wären sicher begeistert. Einflüsse von Alan Jackson, George Strait, Hank Williams und Waylon Jennings sind deutlich spürbar, doch auch die Singer-Songwriter-Philosophie eines country-orientierteren James Taylor oder Slaid Cleaves entsprechen dem Naturell Stalling's, was er zu einem unwiderstehlichen, eigenen, unverkennbaren Stil kombiniert, der immer "rein country" ist. Selbstverständlich ist auch jederzeit hörbar, dass Max Stalling mit Leib und Selle Texaner ist. Sehr abwechlungsreiches Songmaterial! Völlig locker, ohne aufputschende "Effekthascherei", wie ein reines, glasklares Rinnsal, fließen diese wundervollen Melodien in unsere Gehörgänge, hinterlassen dort Wohlbefinden, Wärme und lösen teilweise richtige Gänsehaut aus. Großen Anteil daran haben natürlich auch Stalling's erstklassige Begleitmusiker, allen voran der großartige Gitarrist Dale Clark und der bei einigen Songs eingesetzte Steeler und Dobrospieler Marty Muse. Den Background-Gesang steuert übrigens zumeist der ehemalige Sons Of The Desert-Frontmann Drew Womack bei. Los geht's mit dem phantastischen "If only the good die young", einem von einem leichten Waylon-like Outlaw-Flair unterlaufenem und einem klasse, von "endloser Freiheit" behafteten Western-Flair geprägten, lockeren Countrysong mit feinen Gitarren und herrlichen Steelguitar-Ergänzungen. Großartig hier die im Verlauf des Stückes eingesetzten Trompeten-Sequenzen, die ein tolles "Mexican-/Mariachi"-Gefühl auslösen! Sehr authentisch! Das ist Texas, und das ist "real Country"! Stark auch das Gitarren-/Steel-Solo in der Mitte! Nach der vorzüglichen, mit einem feinen Americana-Flair ausgestatteten Midtempo-Countrynummer "Never need to fall in love again" (klasse E-Gitarren-Picking, feine Dobro- und Wurlitzer-Begleitung) folgt das grandiose Titelstück "Topaz city", bei dem uns Stalling überaus eindrucksvoll seine ganze Storytelling-Kunst offenbart. Ein wunderschönes Lied mit einer gewissen Nähe zu James Taylor, basierend auf herrlichen Percussion-Rhythmen, begleitet mit feinen Manolinen-Klängen und einer wohligen Hammond-Orgel im Hintergrund! Ganz toll auch das würzige, rootsige E-Gitarren-Solo des Meistergitarristen Dale Clark! Weiter geht's mit dem fröhlich, flotten Country Two-Stepper "Ping Pong, Pool" und der hinreißenden Honky Tonk-/Old School-Countrynummer "Lank & Lonesome & Low & Loose at both ends", die genüßlich zwischen puren, alten Hank Williams-Traditionen und zeitgemäßem Alan Jackson-Country hin und her balanciert. Wieder tolles Steelguitar-Spiel und klasse E-Gitarren-Picking! So setzt sich das ohne jegliche "Durchhänger" fort: Ob das traumhaft melodische, flockige mit tollen Acoustic Gitarren und Dobro instrumentierte, einem nicht mehr aus den Ohren gehen wollende "Skyview cabaret" (auch diese Nummer stünde Alan Jackson bestens zu Gesicht), der mit flotten Gitarren garnierte, swingin' Honky Tonker "Lonely days", das entspannte "If it's up to me", der forsche, sicher die Tanzflächen der texanischen Saloons im Handumdrehen füllende, pure Honky Tonker "Don't fall alone" (tolle Gitarren, Fiddle, Piano und zum zweiten Mal diese hervorragend integrierten, markanten, peppigen Trompeten-Fills), bis hin zu der grandiosen, wunderbar melodischen Country-Ballade "How blue can you go", die bei so manchem Countryfan noch einmal pure Gänsehaut auslösen dürfte. Einfach herrlich! Wer Max Stalling bislang noch nicht kennt (und das dürften eine ganze Menge sein), der sollte den Mut haben, diesen großartigen Künstler zu entdecken. Hat man "Topaz city" erst einmal gehört, wird man von der Magie dieser entspannten, wundervollen Countrymusic erfasst werden und Max schnell in sein Herz schließen. Großartiger Sound übrigens, und tolle, filigrane, transparente Produktion von R.S.Field! Das Booklet enthält sämtliche Songtexte! Dieses Album wird in der Jahresendabrechnung zu den "Countryperlen von 2007" zählen - da besteht kein Zweifel!

Art-Nr.: 5172
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Only the good die young
Topaz City
Lank & lonesome & low & loose at both ends
Skyview cabaret
Don't fall alone
How blue can you go?

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Womack, Drew - same [2004]
Vorweg eine schlechte Nachricht: Drew Womack hat nach 14-jähriger Tätigkeit seinen Dienst als Frontmann der äußerst beliebten New Country-Truppe "Sons Of The Desert" eingestellt! Die gute aber lautet - und das ist das entscheidende: Er legt ein wahrhaft meisterliches Solodebut vor, eine nahezu ideale Kombination aus sehr knackigem, frischem, von traumhaften Melodien durchzogenem New Country und Countryrock/-pop zwischen erdiger texanischer Ursprünglichkeit und dem "Glanz" Nashville's! Irgendwo war klar, daß ein musikalischer Charakterkopf, wie ihn Sänger, Multiinstrumentalist und Songwriter Drew Womack nun einmal darstellt, nicht weiter untätig bleiben würde, nachdem es schon über zwei Jahre um die "Sons" recht ruhig geworden war. Trotz zweier klasse CDs "Whatever Comes First" (1997) und "Change" (2000), gelang es der Band aufgrund ständiger Unruhen (Labelwechsel / interne Umstrukturierungen) nicht, aus ihrem ohne Zweifel großen musikalischenPotential die entsprechenden Früchte zu ernten. Nachdem alle rechtlichen Fragen geklärt waren (Drew kann über alle SOD-Songs frei verfügen), ist der Alleingang die wohl logische und begrüßenswerte Konsequenz des Ganzen, zumal das Tuch zwischen ihm und den Ex-Kollegen nicht völlig zerschnitten zu sein scheint. Denn bis auf Drummer Brian Westrum sind alle Mitstreiter vergangener Tage auf seinem Debüt involviert. Der mittlerweile in Austin, Texas ansässige Singer/Somgwriter sprüht geradezu vor Energie und brennt ein richtiges Feuerwerk an erstklassigen Songs ab, von denen aber auch kein einziger einen Ausfall darstellt. Im Dunstkreis der etablierten Texas-Szene von Leuten wie Radney Foster, Rodney Crowell, Pat Green, Chris Knight & Co. trifft er zielsicher den schmalen Grat zwischen rootsigen Texas "Red Dirt"-Anlagen, Alternate Country, dezent poppigen, manchmal von einem gewissen Wedstcoast-Feeling umhauchten Countryrock-Elementen und radiofreundlichen Nashville-Strömungen nahezu perfekt. Drew Womack hat konstant und spürbar erfolgreich an seiner Weiterentwicklung gearbeitet. Seine Musik ist ein wenig kratziger, kantiger und auch etwas rockiger geworden, gewinnt an großer Reife, ohne dabei auf ganz wunderbare Melodien zu verzichten. Drew's Stimme klingt weiterhin frisch und nach wie vor unverwechselbar. "Premium Gasoline" beispielsweise könnte mit seinem Speed problemlos auf jeden, in der NASCAR-Rennsportserie so beliebten Sampler gepackt werden, "To Her And Back" glänzt durch rockige Gitarrenriffs und leichtem 70er Flair, "Fastest Way To Texas" unterstreicht Womack's Singer-, Songwriterambitionen mit atmosphärischem Touch und roher Darbietung der Marke Ingram & Co, "Fine Art Of Failure" ist ein rhythmischer Country-Rock’N’Roller mit typischer Gitarre und viel Dampf, wie es etwa bei Pat Green sehr oft zu beobachten ist. Natürlich gibt es auch jede Menge "Sons Of The Desert"-Feeling: Die aktuelle Single "Hey Daisy" gleitet mit lockerer Banjountermalung, dezenten Mundharmonikaeinlagen und schönen Harmoniegesängen westcoastmäßig leicht ins Ohr. Gleiches gilt für den Power-Lovesong "That’s Just Me" und das knackige "Waitin’ On A Bullet". Stark auch der von Radney Foster mitkomponierte, knacjige, ungemein frische Countryrocker "Any love at all" mit seiner traumhaften Melodie! Besonderes Bonbon für alle "Sons"-Fans: Das einst sehr pianoträchtige Liebeslied "Leaving October" von derem ersten Werk "Whatever Comes First" präsentiert Womack in einer Neueinspielung durch Umwandlung der Tastenparts in Electric-Dobro-Töne und mit dezenten Hammond-Tupfern in einem völlig neuen, aber wunderschönen Gewand. Der Song wirkt dadurch viel ursprünglicher und geht mehr in die Tiefe. "Melancolic Cafe" (nur Drew/Gesang und Ex-Sons-Keyboarder Scott Saunders/Akustik-Piano) lässt, wie es der Titel schon ausdrückt, eine knappe Stunde feinster Musik melancholisch ausklingen. Ein geschmackvolles Booklet, inclusive aller Texte, rundet dieses Klasse-Werk zusätzlich positiv ab. Das Teil müsste eigentlich ein Bestseller werden. Verdient hätte er es mit dieser starken Musik auf jeden Fall! Fazit: Die Vergangenheit war Sons Of The Desert, die Zukunft heißt Drew Womack! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 2925
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hey Daisy
Any love at all
Premium gasoline
Fastest way to Texas
Fine art of failure

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