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Big Kenny - the quiet times of a rock and roll farm boy [2009]
Zweites, prächtig gelungenes Solo-Album von Big Kenny, der einen Hälfte des megaerfolgreichen Duos Big & Rich. Der Weg von William Kenneth Alphin, alias Big Kenny, geboren in Culpeper, Virginia zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten in Nashville's New Country-Szene war zunächst von einigen Tiefschlägen geprägt. Eine Firmenpleite in seinem bis dato bürgerlichen Leben (er hatte eine Konstruktionsfirma) ergab erst die Initialzündung für seine spätere Karriere. Alphin verließ fluchtartig seine Umgebung und zog nach Nashville, wo er kurze Zeit später einen Job bei einer Musikfirma ergatterte. 1999 schien er am Ziel seiner musikalischen Träume angelangt zu sein. Mittlerweile in Big Kenny "umgetauft", unterzeichnete er bei Hollywood Records einen Vertrag für sein erstes Album, das aber nach der Fertigstellung gecancelt wurde und für Jahre in den Archiven verschwand. Kenny gründete danach die Band "LuvjOi", die ihn mit dem ungemein talentierten Gitarrsisten Adam Schoenfeld zusammenbrachte, dem man aufgrund seiner glänzenden Saitenarbeit einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg von Big & Rich bescheinigen kann und der darüber hinaus mittlerweile zu den gefragtesten Studiogitarristen der nashville New Country-Szene zählt. LuvjOi kamen trotz zweier Alben und guten Liveauftritten aber nicht über den Status einer von Insidern geschätzten Band hinaus. Den entscheidenden Durchbruch erlangte Big Kenny erst durch die Bekanntschaft mit John Rich, dem damaligen Bassisten und Zweitsänger von Lonestar. Man tat sich zu dem großartigen. leicht "extravaganten Duo Big & Rich zusammen, deren Erfolgsgeschichte im Rahmen ihrer drei veröffentlichten Alben und einer Live-DVD hinlänglich bekannt ist. Nicht zu vergessen auch ihre kompositorischen Tätigkeit für andere Künstler wie Gretchen Wilson, Jason Aldean, Martina McBride oder Tim McGraw, sowie die Gründung der "MuzikMafia", einem Zusammenschluss diverser Country-Künstler wie u.a. Jon Nicholson, Gretchen Wilson, Cowboy Troy und James Otto. Im Fahrwasser des kommerziellen Big & Rich-Erfolges wurde dann auch Kenny’s Solo-Debüt 2005 nachveröffentlicht. Die scheinbar nicht versiegende Quelle an Ideen beider Protagonisten und die sie verbindende Harmonie gestattete ihnen genug Raum für weitere Solo-Ausflüge. Auch Rich legte im Mai dieses Jahres mit "Son Of A Preacher Man" ein baumstarkes Album hin. Big Kenny, der sich laut eigener Aussage schon wieder aus einem Fundus von über 50 Stücken bedienen konnte, zieht nun mit seinem neuen Werk "The Quiet Times Of A Rock And Roll Farmboy" in ebenso starker Manier nach. Er, der schon immer den extrovertierteren Part des Duos Big & Rich abgab, liefert auch hier ein buntes, farbenfrohes, unglaublich viel positive Energie ausstrahlendes, kurzweiliges, sehr abwechslungsreiches New Country-Album ab, das trotz aller "Extravaganz" (im positiven Sinne), vor guten Songs, großartigen Arrangements und klasse Melodien nur so strotzt.. Schon die eingebundenen, echten indianischen Chorgesänge beim von Kenny mit Jon Nicholson und "3 Doors Down"-Bandmate Brad Arnold komponierten, dezent keltisch anmutenden Opener "Wake Up", bieten einen ersten, tollen Vorgeschmack auf den weiteren bunten Verlauf dieses Werkes. Das sehr melodische, von einer verspielten, wunderbaren E-Gitarre Schoenfeld's begleitete, dabei durchaus knackige "Long After I’m Gone" ist als erste Single ausgekoppelt und bewegt sich momentan in den oberen Dreissig der Billboard-Charts. Was folgt, ist das reinste musikalischeWechselbad, bei dem Alphin aber niemals den roten Faden verliert. Mit "Be Back Home" beispielsweise gibt es plötzlich grassigen "Rural"-Country (mit Banjo, Steel, Fiddle, humorvoller Text), gefolgt vom sich fast in U2-Sphären bewegenden, von Cello- und E-Gitarrenklängen dominierten, überaus atmosphärischen "Less Than Whole" (Kenny singt in großartiger Bono-Manier). Klasse! Zeit zum Durchatmen gewähren die balladeskeren "Go Your Own Way" (Pianotupfer, klassische Streicher, weibliche Harmony-Haucher) und das entspannte "To Find A Heart" (klasse Steelguitar-Solo), beide allerdings mit einem sich stets dynamisch steigernden Verlauf. Gute Laune pur ist Trumpf bei, wie der Titel es schon ausdrückt, "Happy People". Rhythmische Drums, Handclaps, Fiddle Banjo, eine integrierte Hip Hop-Passage knüpfen an die bewährte Big & Rich-Erfolgsrezeptur an. Grandios das anschließende "Drifter". Hier erzeugen Dobro, Banjo und Slidegitarren eine swampig-Delta-bluesige Stimmung, die am Ende in ein psychedelisches Finish der Marke Led Zeppelin (der klasse Gesang Kenny's in Kombination mit Schoenfelds E-Gitarre erinnert an die Art von von Page und Plant) mündet. Das retro-soulige "Free Like Me" und der flockige Countrypopsong "Share The Love" (in Anlehnung an eine von Kenny immer wieder kommunizierte Lebensphilosophie) liessen dann ein extrem abwechslungsreiches, aber trotzdem immer in sich stimmiges Werk ausklingen, käme da nicht wieder mal eine von Big Kenny’s verrückten Ideen zum Tragen. Unter dem Titel "The Whole Experience" folgt dann das komplette Album noch einmal als komplett durchgehender Track. Ein weiteres, lustiges Schmankerl sind die der CD in einer Papphülle beigelegten Blumensamen (mit integrierter Anleitung), nach dem Motto: "Let the music grow"! Abgefahren! So ist erhalt, dieser Big Kenny Alphin! Mit "The Quiet Times Of A Rock And Roll Farmboy" jedenfalls ist dem stimmlich sehr variabel agierenden Burschen ein wunderbar frisches, farbenfrohes New Country-Album gelungen, das auf ganzer Linie überzeugt. Wesentlich mehr, als nur eine willkommene Überbrückung bis zum nächsten Big & Rich-Streich! Dieser "Rock And Roll Farm Boy" hat einfach Klasse! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Wake Up - 3:54   
2 Long After I'm Gone - 3:30   
3 Be Back Home - 3:16   
4 Less Than Whole - 4:22   
5 Go Your Own Way - 3:43   
6 To Find a Heart - 3:37   
7 Happy People - 3:41   
8 Drifter - 3:54   
9 Free Like Me - 4:45   
10 Share the Love - 2:54   
11 The Whole Experience - 39:24

Art-Nr.: 6682
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Bowen, Wade - same [2014]
Herrlich! Wade Bowen zeigt sich auf seinem neuen, "self-titled" Album in absoluter Höchstform! Was dieser aus Waco, Texas stammende Red Dirt-/Roots-/Countryrock-Singer/Songwriter auch kreiert, es gelingt immer. Aber was er jetzt auf seinem, zwölf wunderbare Stücke umfassenden, neuen Werk abliefert, ist schon mehr als allererste Sahne. Nach zuletzt kleineren Flirts mit dem Nashville-Genre und dem Vertrag bei BNA Records (nun übergegangen in Columbia Nashville), ist der beliebte Musiker mittlerweile wieder in Eigenregie tätig. Der Qualität tut dies jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, Wade sprüht nur so vor Energie, Frische und Ideen, wirkt im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht befreit. Und wer hier irgendwo den "Spartrumpf" vermutet, befindet sich ebenfalls auf dem Holzweg. Das Album ist von der Produktion (Justin Niebank), den Co-Writern und Komponisten neben Bowen (u. a. Rodney Clawson, Jedd Hughes, Jeremy Spillman, Scooter Carusoe, Travis Meadows, Ashley Ray, Lori McKenna, Rob Dipiero, Dylan Altman), den herausragenden Musikern (Fred Eltringham, Tony Lucido, Trigger Hippy-Gitarrist Tom Bukovac, der ehemalige Black Crowes-Gitarrist Audley Freed, Tim Lauer, Russ Pahl, Jonathan Lawson, Justin Niebank, Wes Hightower) und den klangvollen Gästen wie Vince Gill, Sarah Buxton, Will Hoge, Sean McConnell, Randy Rogers und Schwager Cody Canada, auf einem absoluten Top-Major-Niveau angesiedelt. Was diese ganze Mannschaft an fantastischem Songmaterial, grandiosen Melodien und vorzüglichen Arrangements, an erfrischendem, locker rockendem, von diesem unwiderstehlichen Red Dirt-Feeling durchzogenen Americana-/Countryrock auf den Punkt bringt, löst schlichtweg Begeisterung aus. Die CD startet mit sofort der ersten Single "When I Woke Up Today", einem überaus dynamischen, knackigen, herrlich eingängig melodisch dahinfließenden Rocker, dessen Einflüsse von klassischem Reckless Kelly-Sound bis hin zu Tom Petty reichen. Man ist sofort gefangen von den tollen Gitarren, dieser Melodik und dieser zwanglosen Frische. Das ist zeitloser Texas-Countryrock von höchster Qualität. Wird ganz sicher ein Riesen-Hit in den Texas Music Charts. Es schließt sich das ebenfalls wunderbar melodische, lockere, mit schönen E-Gitarren (ganz feines Kurz-Solo) bestückte "Sun Shines On A Dreamer" aus der Feder von Jedd Hughes an. Beeindruckend! Und es geht mit einem Highlight nach dem nächsten weiter. Es folgen die herrlich melancholische Ballade "My California" mit hinreißenden Harmoniegesängen von Sarah Buxton, das brillant dahinfließende, mit einem schönen Southern Soul-Vibe versehene "Watch Her Drive" (grandiose Southern-E-Gitarren-Passage am Ende) und das entspannte "Hungover" (Piano-/Steel-/Fiddle-Tupfer). Bei dem nächsten, potentiellen Texas-Chart-Hit "West Texas Rain" gibt sich der große Vince Gill mit seinem unverwechselbaren Harmoniegesang die Ehre und beim flotten Roots-Rocker "When It‘s Reckless" ist die Handschrift von Will Hoge unverkennbar (er ist zudem mit schönen mit Harmonies vertreten). „Long Enough To Be A Memory“ (schöne Tempowechsel, dezente Heartland Rock-Note), die Harp-verzierte Südstaaten-Ballade "Sweet Leona" (erinnert weitläufig an Dickey Betts‘ "Mr. Blues Man"), oder das schwungvoll Latino-durchtränkte "Welcome Mat" (Santana-angelehnte E-Gitarrentöne) sind dann Vorboten für das launige Southern Rock-Feier-Stück "Honky Tonk Road" (natürlich mit Honky Tonk-Piano, tolle Twin Lead-Riffs, 2 kernige E-Gitarren-Soli), bei dem sich Wade, Randy Rogers, Cody Canada und Sean McConnell gesangstechnisch die Klinke in die Hand geben. Auch höchst hitverdächtig. Auf dem längsten Stück zum Ausklang des Werkes (über sechs Minuten) zeigt Bowen eindrucksvoll, wie man eine gefrierende Psychedelic-Atmosphäre erzeugen kann, auch ohne übermäßig die Nervenstränge seiner Audienz zu strapazieren: Mit "I’m Gonna Go" verabschiedet Wade den Hörer nochmals mit einem Klassestück, das einen restlos gefangen nimmt. Wade Bowen macht mit seinem neuen Album allerbeste Werbung in eigener Sache. Ein Werk auf dem absoluten Höhepunkt seiner Schaffenskünste. Ganz große Red Dirt-/Countryrock-Schule! Einfach toll! Ein Meilenstein in 2014! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. When I Woke Up Today - 3.22
2. Sun Shines On A Dreamer - 4.13
3. My California - 4.45
4. Watch Her Drive - 6.25
5. Hungover - 4.33
6. West Texas Rain - 4.15
7. When It's Reckless - 3.13
8. Long Enough To Be A Memory - 4.30
9. Sweet Leona - 4.21
10. Welcome Mat - 3.26
11. Honky Tonk Road - 3.44
12. I'm Gonna Go - 6.04

Art-Nr.: 8710
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
When I woke up today
My California
Watch her drive
When it's reckless
Long enough to be a memory
Sweet Leona
Honky Tonk road

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Bryan, Luke - kill the lights [2015]
Luke Bryan setzt dem Jahr 2015 seinen Stempel auf. Nachdem der erfolgreiche Künstler (und er ist ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Musikinterperten der USA, weit über das Countrygenre hinaus) vor kurzem mit einer weiteren saustarken Scheibe aus seiner Springbreak-Kollektion ("Spring Break.. Checkin' Out") aufgewartet hatte, legt er auf Capitol Records nun mit "Kill The Lights", seinem 5. 'offiziellen' Studioalbum, noch einmal nach. Mann, hat der Sonnyboy eine kreative Energie! Labelintern hat er einer Größe wie Keith Urban mittlerweile fast schon den Rang abgelaufen. Auch auf "Kill The Lights" hat Luke wieder einen erheblichen Teil der Tracks mitkomponiert, an seiner Seite natürlich mit das Beste, was Nashvilles Songwritergarde zu bieten hat: Dallas Davidson, Ashley Gorley, Chris DeStefano,, Jon Nile, Russ Copperman, Jay Clementi, Rodney Clawson, Luke Laird, Rhett Akins, Ben Hayslip, nur um einige zu nennen. Selbstredend wurde für ihn auch instrumentell das große Besteck aufgefahren. Sämtliche Positionen zum Teil mehrfach besetzt. Auch hier nur Top-Leute der Szene wie Greg Morrow, Shannon Forrest, Ilya Toshinsky, Jimmy Lee Sloas, Mark Hill, Adam Shoenveld, Kenny Greenberg, JT Corenflos, Michael Rojas, Perry Coleman, Hillary Lindsey und, und, und. Äußerst knackig produziert haben Jeff und Jody Stevens, die sich musikalisch und kompositorisch ebenfalls eingebracht haben und auch diesmal den Spagat geschafft haben, Bryan wieder für die allgemeinen Billboard Charts 'salonfähig' zu halten, ohne dabei komplett die New Country-Klientel aus dem Auge zu verlieren. Ein modernes Werk, das vor Kraft und Energie strotzt, aber auch immer wieder tolle Momente des Einkehrens bietet. Die Debütsingle "Kick Up The Dust", ein Banjo-getriebener lässiger Bro-Countrystampfer hat sämtlichen Staub der Saloontheken weggefegt und sich sofort auf Platz 1 der Charts festgesetzt. Coole Nummer! Das Titelstück wird mit seinem energiegeladenen Refrain vermutlich so manches Leuchtmittel zum Verglühen bringen. Bryan und seine Co-Writer Jody und Jeff Stevens überraschen hier, man glaubt kaum, das so was möglich ist, mit einem "Billy Jean"-verdächtigen Grund-Rhythmus. Auch ein potentieller Hit. Bryan hat seine ganz starken Momente auf diesem Werk, wenn er zwischendurch immer mal wieder einen Gang zurückdreht. Klasse das Piano-getränkte, relaxt dahin groovende "Strip It Down", ein herrliches Stück zum Zurücklehnen und Entspannen. Grandios hier die messerscharfen E-Gitarrenslides, der auch insgesamt mit vielen brillanten, auf den Punkt gebrachten Kurzsolis agierenden Klasseleute Greenberg, Shoenveld und Corenflos. Immer wieder ein Genuss, diesen großartigen Instrumentalisten zuzuhören! Auch das gar nicht schnelle "Fast" (schöne Powerballade), das atmosphärische "Just Over" und das abschließende, melancholische "Scarescrows" bieten wunderbar ruhige Unterhaltung. Hochzeitswillige müssen ihren Wunschsong unter Umständen neu überdenken. Das sehr emotionale, dezent folkige "To The Moon And Back" könnte mal eine etwas weniger kitschigere und nicht so bekannte Alternative zu den gewöhnlichen Verdächtigen dieser Art darstellen. Klasse hier die countrytypischen Harmoniegesänge von Hillary Lindsey, die den Song auch mitkreiert hat. Ansonsten beherrschen natürlich kraftvolle Tracks die Szene. Tolles Zusammenwirken von Luke mit Little Big Town-Member Karen Fairchild, die sich auf "Home Alone Tonight" als tolle Duettpartnerin erweist. "Move" ist das rockigste Stück des Albums und wird nicht nur die Hüften der vielen heißen Mädels bei seinen Stadionkonzerten in Wallung bringen. Ein herrlich treibender Groove mit starker E-Gitarrenbegleitung inkl. fetzigem Solo. Das Gute-Lune verbreitende "Love It Gone" würde auch schön ins Repertoire eines Kenny Chesney passen. Gegen Ende beweist Bryan dann auch, dass er gesangstechnisch durchaus im Southern Rock bestehen kann. "Hurtin', Fishin' And Lovin' Every Day" entpuppt sich als klassische Nummer, die ein wenig "Can't You See"- und "Long-Haired Country Boy"-Flair in eine neue Kreation mitlaufen lässt. Grandios hier das knöcherne Banjospiel von Ilya Toshinsky in Kombination mit dem gernretypischen E-Gitarrenspiel der erwähnten Saitenkönner (am Ende kurze Twineinlage). Fazit: Der New Country-"Hans Dampf in allen Gassen", Luke Bryan, ist auch 2015 nicht zu stoppen. Zwei Alben der Extraklasse kurz hintereinander sind der Beweis, dass Bryan ganz nah am Zenit seiner Karriere angekommen ist. Auch sein "Kill The Lights" ist wieder ein wahrer "Killer" und ganz sicher sein nächstes Nr. 1-Album! Dadurch könnte Luke es glatt schaffen, drei Alben gleichzeitig unter den aktuellen Top-20 der Billboard-Country-Charts zu platzieren. Respekt, Mr. Bryan! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Kick The Dust Up - 3.10
2. Kill The Lights - 2.59
3. Strip It Down - 4.01
4. Home Alone Tonight (feat. Karen Fairchild) - 3.10
5. Razor Blade - 3.41
6. Fast - 3.26
7. Move - 3.47
8. Just Over - 3.13
9. Love It Gone - 3.37
10. Way Way Back - 3.19
11. To The Moon And Back -3.58
12. Huntin', Fishin' And Lovin' Every Day - 4.38
13. Scarecrows - 3.36

Art-Nr.: 8935
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Green, Pat - home [2015]
Erstes Album mit neuem, eigenständigen Material von Pat Green nach knapp sechs Jahren, und was für ein großartiges. Sein neues Werk "Home", das sich, beginnend mit dem Titellied, als schonungslose Abrechnung (auch in eigener Sache), mit Sätzen wie "I was blind to the game/I sang the wrong songs and disappeared for way too long/But I've finally found my way home,” mit seiner Major-Label-Zeit in Nashville offenbart. Green, mittlerweile beim aufstrebenden Thirty Tigers Label unter Vertrag, das seinen Interpreten bekannter Weise weitestgehend freie Hand lässt, scheint sich in seiner neuen Situation pudelwohl zu fühlen. Zum einen sind ihm in Kooperation mit namhaften Co-Writern wie Patrick Davis, Scooter Carusoe, Chris Stapelton, David Neuhauser und Justin Pollard grandiose Eigenkompositionen nach eigenem Gusto gelungen, zum anderen konnte er sich auch an hervorragendem Fremdmaterial bedienen, das ihm in der Umsetzung sichtlich Spaß bereitete. Wunderbar 'organisch' produziert haben Jon Randall Stewart, Justin Pollard (beide auch kompositorisch und instrumentell involviert) und Gary Paczosa, die Green quasi ein musikalisches 'Heim'-Spiel servieren. Green spielt hinreissend schöne, von tollen Strukturen und Melodien geprägte Country- und Countryrock-Songs, vollkommen natürlich, frei von jedem Nashville-"Bombast", teils mit einem dezenten, seiner Heimat entspringendem Red Dirt-Feeling, teils mit herrlichen Americana-Bezügen. Das mit einer markanten Fiddle-/Steelguitar-Linie geführte, herrliche melodische und eingängige (New) Countrystück "Break It Back Down" bohrt sich sofort in die Gehörgänge und animiert zum Mitsingen der Refrainzeile. Überraschend hier der als Mitschreiber bei den Beavers-Brüdern fungierende Dierks Bentley, der diesen Song vermutlich auch noch für sein nächstes Album beanspruchen könnte. Klasse! Herausstechend auf dieser CD natürlich auch die vielen schillernden Berufskollegen, die Green gerne ihre Unterstützung gegeben haben. Wenn zwei solch musikalische Schwergewichte wie Pat und Lyle Lovett sich zusammen im Duett die Ehre geben und darüber sinnieren, dass texanische Mädels etwas besser sind als alle anderen, erregt so was natürlich heftiges Aufsehen. Die Single schoss dann auch sieben Wochen lang auf die Pole-Position der im Lonestar State so wichtigen Texas Music Charts. Ein herrlicher Piano-lastiger, viel Aura versprühender, dezent swingender Country-"Schwofer". Toll! "Bet Yo Mama", ein dreckiger, Southern-umwehter, Gitarren-lastiger Roots-/Blues-Stampfer, ähnlich der Sachen, die Tony Joe Whites auf seinem letztem "Hoodoo"-Werk so vortrefflich zelebrierte, hat Pat seinem Kollegen und Freund Chuck Cannon 'abgeluxt'. Green hatte bei dessen Konzerten so einen Narren an dem Stück gefressen, dass er diesen Track nach fast 5 Jahren endlich mit Cannons Einwilligung auf eigene Art adaptieren konnte. Nächster prominenter Gast ist Sheryl Crow, die in letzter Zeit ja auch ihren Faible für die Countrymusic entdeckt hat. Tolles vokales Wechselspiel der beiden auf "Right Now". Einer der ganz großen Höhepunkte ist das mit herrlich melancholischen Piano-/Akkordeon-Tönen unterlegte "While I Was Away", das Zane Williams kreiert hat. Ein Name, der ebenfalls für absolute Qualität bürgt. Im Anschluss geben sich Pat, Delbert McClinton und Lee Roy Parnell beim launigen Dreier auf "May The Good Times Never End" die Ehre. McClintons quäkige Harmonika und Parnells grandioses Slideguitar-Spiel machen diese Honkytonk-Uptemponummer zu ganz "großem Kino". Da kann man nur voller Ehrfurcht konstatieren:"Möge solche Musik nie enden". Die nächsten beiden Stücke, "Life Good As It Can Be" und "No One Here But Us", des "South West-Springsteens", wie Green auch beiläufig genannt wird, erinnern ein wenig an die starken Auftritte, mit denen Will Hoge in letzter Zeit begeistert. Klasse hier u. a. auch die tollen weiblichen Harmoniegesänge von Jennifer Gunderman und Sarah Buxton. "I'll Take This House" huldigt ein bisschen der einstigen "These Days"-Phase, als Greens musikalisches Leben noch in Ordnung schien. Eine schöne, flotte Nummer. "Day One" ist eine wunderschöne Countryballade. Dan Dugmore (mit seinem unnachahmlichen Steelspiel), Michael Ramos (Piano) sowie die auch sonst starken E-Gitarristen Brett Danaher und Chris Skrobot drücken diesem tollen Stück deutlich ihren Stempel auf. Zum Abschluss lassen dann Pat Green und Marc Broussard (wer wäre hier auch besser geeignet?) in einem weiteren Duett mit "Good Night In New Orleans" noch mal ein geradezu herausragendes Highlight los. Der Track beginnt zunächst recht ruhig in feinster Singer/Songwtiter-/Storytelling-Manier, verwandelt sich dann aber mittels eines großartigen Tempowechsels in einen richtig knackigen, Cajun-lastigen, New Orleans-typischen, viel Fröhlichkeit überbringenden Uptempo-Countryrocker, um dann wieder in der Melancholie des Beginns zu versinken. Ganz starker Tobak zum Schluss! Pat Green hat auf "Home" ganz klar wieder zu sich und zu altbewährter Stärke zurück gefunden. Vielleicht ist es sogar noch ein wenig mehr als das, so stark ist diese Scheibe Er wirkt regelrecht befreit und zeigt hier eine der besten Leistungen seiner eh schon imponierenden Karriere. Ein super Teil! Wir ziehen beeindruckt den Hut und stellen erfreut fest: Pat Green ist mit seiner Musik "zu Hause". Er ist "Home"! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Home - 3.38
2. Break It Back Down - 3.53
3. Girls From Texas (feat. Lyle Lovett) - 3.21
4. Bet Yo Mama - 4.05
5. Right Now fFeat. Sheryl Crow) - 4.16
6. While I Was Away - 3.18
7. May The Good Times Never End fFeat. Delbert McClinton and Lee Roy Parnell) - 2.56
8. Life Good As It Can Be - 3.42
9. No One Here But Us - 3.27
10. I'll Take This House - 3.50
11. I Go Back To You - 3.45
12. Day One - 4.04
13. Good Night New Orleans (feat. Marc Broussard) - 4.21

Art-Nr.: 8948
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Home
Break it back down
Girls from Texas
Right now
Life good as it can be
I'll take this house
I go back to you
Good night in New Orleans

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Shelton, Blake - bringing back the sunshine [2014]
9. Studioalbum des beliebten New Country-Stars. Der aus Oklahoma stammende Blake Shelton hat sich, wie mittlerweile bekannt, in den Staaten über seine Musik hinaus einen Namen gemacht. So ist er sowohl als Coach der beliebten Casting-Show "The Voice" als auch als Co-Moderator der ACM-Awards (zusammen mit Luke Bryan) in der amerikanischen Medienlandschaft längst eine feste Größe geworden. Nun kehrt er mit "Bringing Back The Sunshine" wieder zu seinem Kerngeschäft zurück und hat dabei eine hohe Hypothek zu tragen. Der mega-erfolgreiche Vorgänger "Based On A True Story..." war bereits sein drittes No.1-Country-Album und ist unglaublicherweise jetzt immer noch in den Top-10 der Charts vertreten. Aber wie so oft in diesem Genre bringen die arrivierten Leute der Szene die besten Resultate, wenn der Druck am Größten erscheint. Und auch Shelton zeigt sich auf dem neuen, zwölf Stücke umfassenden Werk unter der Regie von Scott Hendricks relativ unbeeindruckt von dem ganzen "Tamtam" und ruft eine der bisher stärksten Leistungen seiner musikalischen Karriere ab. Er kehrt dabei so ein wenig zu seinen anfänglichen Roots zurück, als er damals mit seinem Single-Hit "Austin" den Grundstein für seine weitere Entwicklung legte. Der Auftakt-Song und Namensgeber zugleich "Bringing Back The Sunshine" bietet, wie der Titel es schon vermuten lässt, nach einem herrlichen Orgelintro, schließlich cabrio-tauglichen, flockigen Gute-Laune-New Country-Rock. Geht mit seiner tollen Melodie runter wie Öl. Das von einer Banjo-mäßig "blechern" klingenden Gitarre und herrlich eingestreuten Southern E-Gitarren-Riffs geführte, richtig lässig vor sich hin groovende Stück "Neon Light" hat als erste Single bereits Platz 6 der Billboard-Charts erreicht. Blakes typischer, von dezenter Introvertiertheit gekennzeichneter Gesang harmoniert herrlich zu dem Klangbild. Großen Balladenstoff gibt es beim folgenden "Lonely Tonight", bei dem Pistol Annies-Bandkollegin von Ehefrau Miranda Lambert, Ashley Monroe, traumhaft schönen Harmoniegesang beisteuert. Ein äußerst hitverdächtiges Duett. Weitere ruhige Momente gibt es mit dem romantisch anmutenden "A Girl", "I Need My Girl" (typische Powerballade mit kräftigem Refrain) oder dem mit einer wunderbaren Akustikgitarre ummantelten "Just South Of Heaven". Letztgenanntes Lied wirkt ein wenig wie eine Country-Ausgabe von Claptons berühmten "Tears Of Heaven". Sehr atmosphärisch auch der besungene, dem Alkohol geschuldete One-Night-Stand auf "Sangria". Dem modernen Zeitgeist des Genres huldigen dann Stücke wie "Gonna" (wieder mit sehr markanter Gitarrenarbeit, aber auch HipHop-Flair und Crowd-Hamonie-Gesängen), und das cool gebrachte und gespielte (wieder glänzende Gitarrenarbeit von Musikern wie Tom Bukovac, Troy Lancaster, Mike Henderson, Derek Wells oder Bryan Sutton), swampige "Buzzin’" (unter tatkräftiger Mithilfe von Voice-Teilnehmerin Rae Lynn). Freunde des traditionellen Country werden mit der pathosgeladenen Hommage an das Genre bei dem "Good Country Song" bestens versorgt. Hier drücken Aubrey Haynie mit aufheulender Fiddle und Russ Pahl mit wimmernder Pedal Steel sowie Blake samt belegter Stimme mächtig auf das Gefühlsinnenleben des Zuhörers. Diese Nummer hat wirklich, dem Titel getreu, alle Zutaten, die man mit solch einem Stück assoziiert. Der Rausschmeißer "Just Gettin’ Started" , eine zünftige, flott abgehende Countryrock-Uptempo-Nummer (klasse Bariton-E-Gitarren-Solo), beendet ein durchweg abwechslungsreich und kurzweilig gestaltetes Album, das wie im Fluge vergeht. Dazu gibt es ein sehr schön bebildertes Cover-Artwork (mit z. T. toll fotografierten, vom Verfall gekennzeichneten Gebäuden) mit allen Texten und Infos. Blake Shelton lässt mit "Bringing Back The Sunshine" noch mal ein wenig musikalischen Sonnenschein in den sich gerade dem Ende entgegen neigenden Country-Sommer strömen. Eine sehr starke Leistung, die mit Sicherheit wieder den einen oder anderen Hit abwerfen wird. Toll gemacht Mr. Shelton! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Bringing Back The Sunshine - 4:02
2. Neon Light - 3:41
3. Lonely Tonight (feat. Ashley Monroe) - 3:38
4. Gonna - 3:02
5. A Girl - 3:35
6. Sangria - 3:53
7. Buzzin' (feat. RaeLynn) - 3:45
8. Just South Of Heaven - 4:10
9. I Need My Girl - 3:32
10. Good Country Song - 3:37
11. Anyone Else - 4:21
12. Just Gettin' Started - 3:27

Art-Nr.: 8673
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Thompson, Josh - way out here [2010]
Erfrischendes, knackiges, genauso kraftvolles und "rockiges" wie traditionell verwurzeltes New Country Debüt von Josh Thompson! Die Zeiten, in denen sich junge, viel versprechende Künstler fast im Zwei Wochen-Takt anschickten, in Nashville auf der Bildfläche zu erscheinen, sind seltener geworden. Die oberen Regionen der Country-Charts liegen schon seit geraumer Zeit fest in den Händen der etablierten Künstler. Newcomer wie die hervorragenden Justin Moore, Chris Young, Luke Bryan oder solche Senkrechtstarter wie die famose Zac Brown Band sind mittlerweile doch rar gesät und verschwinden meist nach einem Album wieder in der Versenkung. Das liegt natürlich auch daran, dass gerade die Major-Labels ein immer genaueres Auge auf potentielle Kandidaten werfen und diese in Zeiten der Wirtschaftskrise erfolgsorientierter denn je bewerten, bevor sie sie unter Vertrag nehmen. Das lässt dem mittel- bis langfristigem Aufbau eines jungen Interpreten fast keinen Spielraum mehr. Einer, der das Zeug dazu hat, sich ohne "Wenn und Aber" in diesem "Haifischbecken" von Music City durchzubeißen, ist zweifellos der aus Cedarburg, Wisconsin stammende Josh Thompson, der, um es vorwegzunehmen, mit "Way Out Here" nun einen höchst beeindruckenden, zu keiner Sekunde schwächelnden, überaus starken Erstling vorlegt. Thompson ging 2005 nach Nashville, schlug sich dort mit Gelegenheitsjobs durch und begann parallel damit, intensiv Songs zu schreiben. Dank schnell geknüpfter Kontakte ergatterte er einen Vertrag als Songwriter für ein Label. Der richtige Durchbruch gelang ihm aber erst, als seine Komposition "Growing Up Is Getting Old" als Titelsong für Jason Michael Carroll's aktuelles Album ausgewählt wurde. Die eigens vorgenommene Präsentation neuer Stücke beim Sony BMG-Vorsitzendem Joe Galante (eigentlich waren diese Songs für andere Interpreten gedacht, doch der von Thompson's klasse Gesang tief beeindruckte Galante fragte ihn schließlich zu seiner eigenen Überraschung, ob er die Songs nicht lieber selbst umsetzten wolle) brachte ihm dann einen spontanen Label-Vertrag ein. Eine absolut richtige Entscheidung, wie es das kompakte, zehn Stücke umfassende, von Josh sehr lebensnah, aber auch sehr selbstbewusst vorgetragene, prächtige Werk (er wirkt dabei fast schon wie ein etablierter, "alter Hase") nachhaltig beweist. Schon beim baumstarken Opener "Beer On The Table" (gleichzeitig die erste Single), einem satten, dezent mit Southern-Flair bestückten angerockten Country Roadhouse-Stomper (wunderbare Banjo- und herrlich würzige E-Gitarren-Arbeit), besingt Thompson in geflügelten Worten den vom Arbeiten und Geldverdienen beherrschten ersten Teil der Woche, der dann endlich am Freitag Abend, wenn die Bierflaschen auf dem Tresen stehen, mit den Freunden in die ländliche, ausgelassene, "rowdy" Honky Tonk-Party mümdet. Kommt wie eine Mischung aus Trace Adkins, Montgomery Gentry und einem frühen, noch hungrigen Tim McGraw. Mit kernigem Outlaw-Country geht es nahtlos weiter. Der Titel "Blame It On Waylon" spricht hier für sich. Klasse E-Gitarren-/Steelguitar-Kombination! Doch nicht nur hier harmonieren satte, würzige E-Gitarren, inklusive teils ordentlich glühender Soli (Adam Shoenfeld), mit glasklaren Pedal Steel-Linien (Mike Johnson) prächtig miteinander (zuweilen unterstützt von klimperndem Honky Tonk-Piano) - das hören wir im Verlauf des Albums immer wieder. Beim exzellenten "Sinner" tritt Josh das erste Mal ein wenig auf die Bremse. Ist ein schöner, fast balladesker Song mit emotionalem Touch und vorgetragen mit sehr echt wirkendem Pathos, wie man es auch beispielsweise von Billy Ray Cyrus kennt. Richtig stark kommt furiose "Won’t Be Lonely Long". Der Track beginnt zunächst sehr introvertiert und ruhig in einer sich selbst bemitleidenden "Crying in my beer"-Mentalität, schwenkt dann aber urplötzlich zum fetzigen, das Tanzbein schwingenden, honky-tonkigen Patryknaller um, der eine tierisch gute Laune verbreitet und wahrscheinlich jede Countryfete zum Kochen bringt. Das ganze erinnert ein wenig an den rotzigen Stil der Warren Brothers bei ihrem Song "Sell A Lot Of Beer". Bei "Always Be Me" könnten Leute wie Jack Ingram oder auch Montgomery Gentry Pate gestanden haben (Josh's Stimme weist dezente Ähnlichkeiten zu Troy Gentry auf). Die nächsten beiden Nummern entstanden in Kooperation mit David Lee Murphy, was auch deutlich hörbar ist. Zum einen das starke, knackige, dynamische, ein wenig mit John Mellencamp-Note versehene, aber natürlich Country-orientiertere "A Name In This Town", und zum anderen das wieder mit viel Pathos und in Storytelling-Manier vorgetragene Titelstück "Way Out Here" (abermals mit einer Southern-Note ala Montgomery Gentry). Überragend, was den kompletten Verlauf des Werkes betrifft, Gitarrist Adam Shoenfeld und Steel-Virtuose Mike Johnson, die mit ihren Einlagen (teilweise in tollen Duellen), neben Thompson's klaren und kräftigem Gesang die Hauptakzente setzten - das unterstreichen wir hiermit, wie bereit oben erwähnt, gerne noch einmal. Klasse auch die variablen Keybboards von Tony Harrell! Ein echter, fast schon stadiontauglicher Honky Tonk Party-Feger ist "You Ain’t Seen Country Yet" (tolle Textzeile: "If you ain’t made love to a Haggard cassette, well you ain’t seen country yet“). Die Crowd-Gesänge am Ende treiben dabei die Stimmung auf den Siedepunkt. Ist sicher ein absoluter Kracher in Thompson's Live-Programm. Mit "Back Around" (eine herrliche Powerballade Richtung Brian McComas/Billy Ray Cyrus) und dem schönen "I Won’t Go Crazy" (hier schimmert ein wenig Brad Paisley durch) klingt diese durchgehend auf hohem Niveau befindliche CD recht entspannt aus. Die Produktion von Michael Knox (u.a. Jason Aldean) ist knackig, voller Energie aber zu keinem Moment überzogen. Mit Josh Thompson hat Nashville wieder einen echten jungen Wilden am Start, einen sehr authentisch wirkenden Künstler, der ein Riesenpotential mit sich bringt (alle Songs selbst kreiert, teils mit diversen Co-Autoren). Ein super Leistung des jungen Mannes, ohne jede Schwäche! "Thompson doesn’t follow the old formula of front-loading an album with two or three hit singles and padding the rest with filler. On 'Way Out Here' he makes every cut count.” heißt es in einem der unzähligen, begeisterten Reviews. Und das können wir ohne jede Einschränkung unterstreichen. Dieser Josh Thompson hat es voll drauf! Ein prächtiger New Country-Einstieg! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Beer on the Table - 3:10   
2 Blame It on Waylon - 3:32   
3 Sinner - 3:56   
4 Won't Be Lonely Long - 3:43   
5 Always Been Me - 3:38   
6 A Name in This Town - 3:49   
7 Way Out Here - 4:06   
8 You Ain't Seen Country Yet - 3:18   
9 Back Around - 3:10   
10 I Won't Go Crazy - 3:22

Art-Nr.: 6816
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 12,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Beer on the table
Won't be lonely long
A name in this town
Way out here

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