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Crain, Billy - skeletons in the closet [2010]
Bärenstarkes Solo-Album des legendären Southern Rock-Gitarristen! "Billy Crain has been a driving force on the Southern Rock and Rock scene for over three decades", heisst es in einem renommierten Online Southern Rock-Fanzine - und genau so ist es. Billy Crain war nicht nur Mitbegründer der einstigen Henry Paul Band, sondern ist auch seit dem Tod Hughie Thomassons bei den aktuellen Outlaws involviert, wo er sich seitdem größtenteils für dessen Gitarrenparts verantwortlich zeigt. Zudem zählt er zum Line-Up von Henry Paul's New Country-Seitenprojekt BlackHawk, das ja mittlerweile fast identisch zur aktuellen Outlaws-Besetzung musiziert. Was an vielen bisher allerdings weitestgehend vorrüber gegangen sein dürfte, ist, dass Billy (sein Bruder Tom Crain war übrigens über 15 Jahre Jahre lang ein ebenfalls überaus erfolgreicher Gitarrist und eine tragende Säule der legendären Charlie Daniels Band) auch als Songwriter in Nashville ungemein gefragt ist und so prominente Interpreten wie Shania Twain, die Dixie Chicks, Sara Evans oder Martina McBride zu den Abnehmern seiner Kompositionen zählen darf. Mit seinem neuen, wunderbaren Solo-Werk "Skeletons In The Closet" hat er sich selbst nun ein Album auf den eigenen Leib zugeschnitten, welches einerseits der ewig hungrigen Southern Rock-Fangemeinde (besonders den Traditionalisten) regelrecht Tränen in die Augen treiben dürfte, das aber auch die Anhänger knackiger, zeitloser Countryrock-"Mugge" und vor allem die Gitarren-Enthusiasten extrem begeistern wird. Es ist eine CD der Extraklasse, die genau das in den Mittelpunkt stellt, was die Anhänger des Genres so gerne mögen: Satte, vielfältige und filligrane E-Gitarrenarbeit! Und die gibt es voller zündender und absolut melodischer, kerniger Soli wirklich in Hülle und Fülle, Billy feuert hier mit seinen Saitengeräten regelrecht aus allen Rohren. Teilweise meint man sogar, dass Hughie Thomasson imaginären Beistand bei vielen der typischen Stratsoli leistet. Bis auf die Covergestaltung und den Mix der Stücke hat Crain sämtliche anderen Dinge wie Produktion, Songwriting und Gesang, sowie alle vertretenen Instrumente im Alleingang eingespielt. Das Ergebnis kann sich mehr als nur hören lassen. Zehn wunderbare, leicht retroangehauchte Tracks (wirken aber dank der kräftigen und glasklaren Produktion sehr zeitgemäß), allesamt sehr melodisch und abwechslungreich, die den Hörer vor allem dank der erwähnten, furiosen Gitarrenarbeit des Protagonisten teilweise staunend zurücklassen. Hatten die Outlaws auf ihrer neuen "Demos"-Scheibe (wo Billy auch beim Songwriting stark mitgemischt hatte) schon sehr positiv überrascht, so ist Crain's Solowerk jetzt der richtige, exzellent passende Nachschlag. Vom flockigen Opener "Rise Up" (schöne Akustikgitarre, 38 Special-typischer E-Gitarren-Rhythmus, Outlaws-trächtige Soli) bis zum herrlichen Abschluss "Running With The Rebels" (ein Lied zum Mitsingen, Mitwippen; auch hier grandiose Stratocaster-Soloarbeit im Thomasson-Stil) bleiben absolut keine Wünsche offen. Billy's Gesang hat allerdings nicht die typische Whiskey-getränkte Southern-Röhre, sondern klingt teilweise wie eine Mischung aus Timothy B. Schmidt (Eagles / Poco) und Rusty Young (Poco), was allerdings ebenfalls prima zu dieser schwungvollen, erfrischenden, sich prächtig in unseren Gehörgängen festsetzenden Musik passt und so manchem Song zusätzlich gar ein unterschwelliges Westcoast-Ambiente verleiht. "Muddy Waters" im typischen Outlaws-Gewand der Anfangsjahre (leichter Western-Einschlag, herrliche, virtuos gespielte E-Gitarren-Salven), das hochmelodische "White Picket Fence" (klasse E-Gitarren-Fills, schöne Harmoniegesänge) und das dezent folkige "Hard Times At Ridgemont High" (Mandolinen-betont, könnte auch gut ins BlackHawk-Programm passen) bilden die Vorboten für eine sich im Verlauf immer weiter steigernde CD. "Quick Silver" mit seiner markanten Refrainzeile (hat viel early Poco-Fwwling) überzeugt mit polternden Drums, richtig raubeinigen, erdigen Slides und furiosem E-Gitarren-Spiel in bester Lynyrd Skynyrd-Tradition. Allen Collins zu seiner Glanzzeit lässt grüßen! Der stampfende Titeltrack (übrigens nicht zu verwechseln mit dem Lied "Too Many Skeletons In Your Closet" der auch den Outlaws nahestehenden Ghost Riders) zeichnet sich durch eine markante E-Gitarren-Führungslinie aus und bietet die in Szenekreisen obligatorischen Twin-Parts. Das swampige und leicht countryumwobene "Daisy Chain" entpuppt sich mit seinem sofort in den Gehörgängenen verwurzelten Retro-Refrain (man fühlt sich teilweise in Crosby, Stills, Nash & Young-Tage zurückversetzt) und der tollen E-Gitarren-Arbeit, inklusiv kleinem Gitarrenfinish, als weiterer Kracher. Das erneut in allerbester Outlaws-Manier präsentierte "Borrowed Freedom" und das in den Strophen ein wenig an "House Of The Rising Sun" erinnernde "Cracks" (zum Teil dezent psychedelisch anghauchte, herrliche E-Gitarren-Arbeit) überzeugen wieder durch modern interpretierte Retroabwandlungskunst. Das bereits erwähnte "Running With The Rebels" würde jeden Southern-Fan auf die Knie gehen lassen, wäre da nicht der kleine Makel des Fehlens des Genre-obligatorischen Gitarrenfinishs, auf das man sich im Verlauf des Songs (trotz toller Soli zuvor) schon fast unweigerlich einrichtet. Trotzdem ein Klasse-Abschluss! Billy Crain überzeugt mit seinem Solo-Album "Skeletons In The Closet" auf ganzer Linie. Eine phantastische Visitenkarte eines absoluten Ausnahme-Gitarristen, Songschreibers und Allround-Musikers, die von vorn bis hinten einfach nur Spaß macht. Ein kleines Manko ist die etwas spartanische Verpackung der CD im einfachen Papp-Sleeve in alter LP Cover-Optik, doch das darf und muß man bei dieser prachtvollen Musik einfach als zu vernachlässigen in den Hintergrund stellen. Ein tolles Album! Man darf gespannt sein, was Billy Crain in Zukunft noch so alles aus seiner offensichtlich mit Ideen nur so vollgepackten musikalischen Vorratskammer hevorholt... (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Rise Up (4.04)
2. Muddy Waters (4.36)
3. White Picket Fence (3.50)
4. Hard Times At Ridgemont High (4.19)
5. Quick Silver (4.40)
6. Skeletons In The Closet (3.51)
7. Daisy Chain (4.30)
8. Borrowed Freedom (3.32)
9. Cracks (3.34)
10. Running With The rebels (3.20)

Art-Nr.: 7228
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Muddy waters
White picket fence
Hard times at Ridgemont High
Quick silver
Skeletons in the closet
Borrowed freedom
Cracks

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Crow, Bart - dandelion [2012]
Bart Crow, jetzt ganz auf Solopfaden, mit dem wohl besten und professionellsten Album seiner bisherigen Karriere! Herrlicher, hoch melodischer, zumeist schön knackiger, flockiger Texas Red Dirt Countryrock vom Allerfeisten! Nach seinem letztjährigen, starken Live-Album, dem insgesamt vierten mit der Bart Crow Band, hat der aus Maypearl bei Dallas stammende Texaner jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere getätigt und firmiert auf seiner neuen Studio-CD "Dandelion" (dt. Löwenzahn/Pusteblume), ähnlich wie Phil Hamilton vor geraumer Zeit, nur noch unter dem eigenem Namen. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand, Crow hat so einen viel größeren Handlungsspielraum, was die Umsetzung seiner musikalischen Visionen angeht, muss sich viel weniger kompromissbereit zeigen als im Bandgefüge, und hat dazu den großen Vorteil, äußerst flexibel bei der Auswahl der Musiker und des Produzenten agieren zu können. In letztgenannter Hinsicht hat er sich für Pat Greens Drummer Justin Pollard entschieden, der natürlich dann auch die Schlagstöcke schwang. Ebenfalls aus Pat Greens Umfeld mit dabei Brett Danaher, der hier tolle Saitenarbeit in Zusammenschluss mit einem weiteren prominenten Gitarristen, David Grissom (Storyville; John Mellencamp, Dixie Chicks, Joe Ely) abliefert. Mit u. a. Michael Ramos (B3, piano, accordian), Kim DeSchamps (Pedal Steel, dobro, banjo, papoose) Brendan Anthony (Fiddle), und Mike Daly (Lap steel guitar) konnte Bart weitere, hochkarätige Instrumentalisten für sein neues Projekt gewinnen. Und dies zahlt sich dann auch spürbar im Ergebnis und der Qualität seiner Musik aus. Es geht viel filigraner, mit viel mehr Feinheiten zu,als früher, auch wenn er seinem bisherigen Stil weitestgehend treu bleibt. Er eröffnet seinen Silberling direkt mit der ersten Single "A Little Bit Of Luck", die klassisch schwungvollen, melodischen Red Dirt-Countryrock bietet. Orgel, Fiddle und Bariton-E-Gitarre gesellen sich zum typisch eingängigen Drums-/Gitarrenrhytmus, im Soloteil liefern sich E-Gitarre und Fiddle einen kurzen Schlagabtausch. Als Lohn gab es sofort eine Top-15 Platzierung zum Einstieg in die Texas Music Charts. Von den insgesamt 14 Tracks mit einer satten Spielzeit von fast einer Stunde hat Bart bis auf zwei Fremdkompostion (Titelstück "Dandelion" mit dezentem Western-Flair und "If I Go, I’m Goin’" im Stile der Josh Abbott Band mit toller Guest-Appearence im Duett von Macy Maloy) fast alle Stücke im Alleingang kreiert. Co-Writer waren lediglich Mando Saenz beim heartlandträchtigen, irisch angehauchten "First Of Fall", Matt Stell (tolle Harpbegleitung von Mark Kazanoff) bei "Cold Heart", Drew Kennedy bei "Better Day" (eines der stäksten Stücke des ohnehin komplett starken Albums - herrliche Melodie, Steel, Fiddle, feine Pianotupfer) und Rob Baird bei "I Miss You" (melodischer, introvertiert vorgetragener Lovesong). Dazwischen immer wieder countryinfizierte Red Dirt-Stücke, die dank Crows tollem Gesang oft Erinnerung an die von Henry Paul angeführten Lieder der Outlaws oder auch von Blackhawk hervorrufen (u.a. "Didn’t Mean To Break Your Herat"). Bei Stücken wie dem Rockabilly-angelehnten "Swing To The Radio" (toll hier Barts fulminanter Schnellsprechgesang) oder dem abschließenden, schon fast etwas grassig abgehaltenen "Thank You", wo fast alles an Saitenistrumenten (u. a. Dobro, Banjo, Ukulele, Papoose) aufgefahren wird, erkennt man dann deutlich Barts Intention, fortan alleine zu wirken. Diese Stücke wären im alten Bandgefüge sicherlich so nicht machbar gewesen. Insgesamt kann man den Schritt von Bart Crow mit "Dandelion" gut nachvollziehen, zumal der sympatische Musiker sich seiner Klasse sehr wohl bewusst ist. Das zeigt seine Entwicklung, seine Reife. Derart talentierte Musiker wie er müssen irgendwann entscheiden, wohin der Weg gehen soll. Seinem bisherigen Stil von bestens ins Ohr gehendem Red Dirt/Country-/Roots-/Americana-Rock/-Pop ist er ja treu geblieben, aber besser war er nie. Mit dieser Produktion eröffnet sich ihm vielleicht auch die Option, sich einmal für ein Major-Label in Nashville zu empfehlen und eventuell in naher Zukunft über die regionalen Grenzen Texas' hinaus (ähnlich der sehr erfolgreichen Eli Young Band, Wade Bowen oder der Randy Rogers Band) einen höheren Bekanntheitsgrad zu erlangen. Wie dem auch sei, "Dandelion" ist ein ganz wunderbares Album geworden, dass all seine bisherigen Fans glücklich machen wird und mit dem er viel neue Freunde hinzugewinnen dürfte. Gratulation und weiter so, Bart Crow! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Little Bit of Luck 2:36
2. Didn't Mean To Break Your Heart 3:54
3. First of Fall 4:38
4. Dandelion 3:52
5. Swing to the Radio 2:51
6. Cold Heart 5:04
7. If I Go I'm Going 4:32
8. Falling For You 3:51
9. Loving You's A Crime 2:45
10. Better Day 5:12
11. Busted 3:40
12. I Miss You 3:24
13. Wasted Time 3:21
14. Thank You 3:36

Art-Nr.: 7920
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Little bit of luck
Didn't mean to break your heart
Dandelion
Cold heart
If I go, I'm goin'
Falling for you
Busted

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Elmore, Jason & Hoodoo Witch - upside your head [2010]
"Jason Elmore & Hoodoo Witch carry on the tradition of guitar-slinging Texas Blues Rock"! Und wie sie das tun! "Jason Elmore is the hottest new guitar hero, deep from the heart of Texas"! Yeah! Saustarkes Debut dieses "masterful guitarslingers" aus Denison/Texas, der sich mit seiner Truppe Hoodoo Witch (klassische Trio-Besetzung) aufmacht, die texanische Bluesrock-Szene ordentlich aufzumischen. Voller Herz und voller Selle, voller Leidenschaft und voller Biss, voller Enthusiasmus und voller Frische beackern sie das Terrain zwischen Stevie Ray Vaughan (ein amerikanischer Fan bemerkte gar in einem Statement "The new SRV has arrived") und Johnny Winter, zwischen Freddie King und Muddy Waters, zwischen Too Slim and the Taildreggers und ZZ Top, zwischen Joe Bonamassa und den Buddaheads, Led Zeppelin und Rory Gallagher, aber auch zwischen Sonny Landreth und The Allman Brothers Band. Vielseitig, aber sie bringen das prächtig unter einen Hut und es passt einfach wunderbar zusammen. Elmore ist nicht nur ein Wahnsinns-Gitarrist, dessen mitreissende Riffs und Soli ihm tiefste Bewunderung und Ehrfurcht entgegenbringen, nein, er ist auch ein fabelhafter Sänger und exzellenter Songwriter. Die Bandbreite des durch und durch bärenstarken Songmaterials geht von mächtig abgehenden Volldampf-Boogies, über kochenden Roadhouse-Blues, brodelnde Texas-Shuffles, herrlich groovenden Midtempo-Bluesrock, flüssigen Southern-Bluesrock, "gritty" Roots-Blues, schwülen Delta-Blues, bis hin zu seeligem, wundervollem Slow-Blues(rock). Und auch für vorzügliche Melodik hat Elmore ein gutes Händchen. Schon gleich zu Anfang gibt's eine absolute "Killer"-Nummer: "Dusk till dawn" heisst das Stück, ein baumstarker, fetter, dreckiger, Slide-getränkter, Southern-rooted Boogie voller zündender Bottleneck-Ausflüge. Elmore und seine Jungs sind sofort auf Betriebstemperatur und der Saitenkünstler rührt mit seiner Slide ein mächtig dampfendes Voodoo-Gebräu an. Man ist sofort von dieser Musik gefesselt. Zeppelin-mässige Riffs eröffnen den anschliessenden, klassischen, mit einem Schuss Funk-Blues gewürzten Rocker "Big money grip". Nicht nur hier fällt auf, wie großartig auch Elmore's Rhythmus-Fraktion "Hoodoo Witch" (Beau Chadwell - Drums, Chris Waw - Bass) auftritt, die den Protagonisten eine geradezu perfekte Basis verschafft. Die Nummer hat ein klasse Feeling. Mit dem folgenden "All it does is rain" präsentieren uns die Jungs nun einen ganz herrlichen Slow-Blues, eingehüllt in einen wunderbaren Rhythmus, eine exzellente Melodie und einen großartigen, aus vielseitigen. transparenten Gitarren bestehenden Mantel traumhafter Riffs, Licks und Soli. Faszinierend das immer wieder wieselflinke, erdige, satte, ungemein virtuose Gitarrenspiel des Meisters. Das ausgedehnte, über 3-minütige, mit schönen Wah Wahs angereicherte, überaus abwechslungsreiche Solo ist pure Gitarren-Magie. Ganz groß! Der kernige Rocker "Drag me down" kommt dann wieder mit klassischen Riffs zwischen Taste und Led Zeppelin (ohne dabei das "down home Texas-Feeling zu vernachlässigen) und die anschliessende "schwaze Witwe" ("Black widow") macht mit ihrem beherzten Auftreten die Roadhouses zwischen Texas und Oklahoma unsicher. Einen weiteren Texas Bluesrock "Killer"-Shuffle voller Southern-Flair (Stevie Ray Vaughan meets ZZ Top) bekommen wir mit dem prachtvollen "Road to ruin" serviert - klasse E-Gitarren-Riffs, ein scharfer Groove, starker Gesang, eine prima Melodie und natürlich wieder ein fulminantes, die Herzen der Saiten-Enthusiasten höher schlagendes Solo inklusive. Es folgen mit dem rauen, schnellen "6 foot down" ein explosiver "Volle Kanne"-Slide-/Delta-/Swamp-Boogie (glühende Slide-Attacken ohne Ende) und mit dem tollen "Dracula bite" ein straighter, riffiger, Blues-based Classic-Rocker (das Gitarren-Solo sprüht nur so vor flüssigem Southern-Flair), ehe mit dem wunderbaren "Evil woman" wieder ein eher zurückgenommener Midtempo-Bluesrocker auf dem Programm steht, der aber vor innerer Stärke und Energie nur so strotzt. Im richtigen Moment wartet Elmore erneut mit einem zündenden Gitarrensolo auf, das stetig an Kraft gewinnt, um den Song schließlich wieder in den ursprünglichen, lässigen Mojo-Groove zurückzugeleiten. Klasse hier auch die gut abgestimmte Orgel-Untermalung von Gastmusiker Shawn Phares. Eine Knüller-Nummer! Doch was soll man weiteres über einzelne Tracks erzählen, das komplette Album ist schließlich ein 56 1/2 Minuten währender, absoluter Bluesrock-"Hit"! Produziert hat das Werk im übrigen, zusammen mit Jason Elmore, Jim Suhler (Jim Suhler & Monkey Beat, George Thorogood), der zudem bei einigen Songs als zweiter Gitarrist mit von der Partie ist. Jason Elmore & Hoodoo Witch mit einem Debut, das keine Wünsche offen lässt. "Upside your head" ist nicht mehr und nicht weniger als ein waschechter Genre-Knüller. Einfach famos! "No tricks, just straight up rockin' kickass Blues"!

Das komplette Tracklisting:

1. Dusk Till Dawn 4:13
2. Big Money Grip 3:39
3. All It Does Is Rain 6:20   
4. Drag Me Down 3:37
5. Black Widow 3:36
6. Road to Ruin 4:45
7. 6 Foot Down 2:38   
8. Dracula Bite 5:14
9. Evil 6:00
10. Wash My Hands of You 4:11
11. Red River Valley 2:26
12. World of Trouble 3:34
13. Nobody Knows 3:32
14. That's the Way It's Got to Be 2:57

Art-Nr.: 6894
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Dusk till dawn
All it does is rain
Road to ruin
6 foot down
Dracula bite
Evil woman
Nobody knows

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Hoge, Will - draw the curtains [2007]
Will Hoge, ein guter Freund vom alten Georgia Satellites-Haudegen Dan Baird, und, was noch viel wichtiger ist und von Album zu Album immer deutlicher wird, ein wahrhaft begnadeter Singer/Songwriter aus Nashville/Tennessee, legt mit seinem neuen Werk "Draw the curtains" ohne jeden Zweifel sein bisheriges Meisterstück vor! Weitestgehend abgewandt vom dampfenden "straighforward American Rock'n Roll" (auch das hat er ja bestens drauf) des Vorgängers, beglückt uns Hoge dieses Mal mit einer geradezu hingebungsvollen, ungemein inspirierten, einfach nur schönen, jede Menge Retrofeeling versprühenden Roots-/Rootsrock-/Americana-Performance, die zu dem absolut besten des Genres zählt, was uns dieses Jahr bislang zu Ohren gekommen ist. Natürlich gibt's auch hier wieder ein paar dynamische, gut abgehende Rocker, doch das überwiegende Material bewegt sich im mittleren Tempobereich. Viel Blues-, viel Alternate Country-, und viel Southern-Flair zieht sich durch sämtliche Songs, die einen Hoge zeigen, der vielseitiger nie war. Die Spannbreite geht von den Anlagen eines Neil Young bis zu The Black Crowes, wie auch von einem Gram Parsons zu Ryan Adams oder von The Band zu Kevn Kinney! Erneut erstklassig produziert von ex-Wilco's Ken Coomer, der auch bei fast allen Stücken die Drums bedient, erstrahlt das durchweg außergewöhnlich starke Songmaterial (stammt komplett aus Hoge's Feder) in sehr transparent und sauber aufeinander abgestimmten, abwechslungsreichen Arrangements, wunderbaren Melodien und einem prächtigen, klaren Sound. Dennoch herrscht eine herrlich rootsige, raue, ungeschliffene, völlig zwanglose Atmosphäre vor! Will Hoge ist ein seeliger Sänger! Das "Jambase"-Fanzine (auch in Jamkreisen, vor allem wegen ihrer grandiosen Live-Shows, geniessen Hoge und seine Band einen immensen Ruf) schreibt dazu: "He sings with grit, raw emotion, intensity and 'heart-on-his-sleeve' passion"! Wunderbar ausgedrückt, denn in der Tat ist seine Stimme einerseits geprägt von einer gewissen Gebrechlichkeit und Sensibilität, andererseits von natürlicher Ruppigkeit, von Staub und "Grit", von einem völlig "ausgebrannt" wirkenden und Whiskey-resistenten, heiseren Timbre - wenn es sein muß, kraftvoll und Energie geladen aus sich rausgehend, oder, wenn es die Situation erforderd, äußerst fragil erzählend. Es wird in jedem Song deutlich, wieviel Intensität und Emotion er investiert. Genauso, wie zu jeder Sekunde spürbar ist, wo Hoge's "Live-Herz" und seine Seele wirklich zu Hause sind, nämlich in den kleinen, verräucherten, intimen "Clubs" und "Wasserlöchern" der Szene, nicht etwa in den "glamourösen" Rock-Arenas! Nein, Hoge lebt den Rock'n Roller, den "Road-junkie", den Storyteller "to the bone" So etwas ist pure Authentizität! Das Album startet, durchaus ungewöhnlich, nicht mit einem fetzigen Uptempo-Rocker, sondern mit einer von sphärischen Violinen und weichen, bluesigen Piano-Klängen umgebenen Ballade ("When I can afford to lose"), der Hoge mit seinem "wehleidigen" und intensiven Gesang eine erstaunliche "Dramatik" verleiht. Toll hier die rootsige, raue, aber sehr dezent eingesetzte E-Gitarre und das großartige Mundharmonikaspiel Hoge's, was das Spannungsfeld zusätzlich erhöht. Erinnert in etwa an eine Mischung aus frühem Neil Young und gegenwärtigen Counting Crows! Klasse! Ach ja, erwähnten wir doch eben noch den als Opener erwarteten Uptempo-Rocker... - der kommt nun mit Stück 2! Und was ist dieses "These were the days" für eine Pracht-Nummer: Schwungvoll, knackig, vollgepackt mit einem unterschwelligen Late-Sixties Retro-Flair (vor allem die legendären Byrds kommen einem aufgrund des wunderschönen 12 String E-Gitarren-Arrangements in den Sinn, verantwortlich dafür im übrigen Nashville's Gitarren-As Pat Buchanan), eine ungeheure Frische ausstrahlend und mit einer Melodie ausgestattet, die sich unwiderstehlich ihren Weg in unsere Gehörgänge bahnt. Ein Country-infizierter, würziger Rootsrocker par excellénce! Mittlwerweile ordentlich auf Touren gekommen, packt Will Hoge nun endgültig seine ganz "große Kiste" aus und schüttelt eine Songperle nach der nächsten aus dem Ärmel seines offenbar riesigen, auf ein beachtliches Kreativitäts-Potenzial zurückgreifenden Song-Fundus'. Das wundervolle "Dirty little war" steht auf dem Programm - pure Americana-Magie! Ein herrlicher, entspannter, dennoch durchaus kerniger, lockerer, leicht southern-swampig angehauchter (großartige Slide-Gitarre) Midtempo Roots-/Countryrocker in einem exzellenten Gitarren-/Slide-/Akkordeon-Gewand. Und es geht auf diesem hohen Niveau weiter: Wie eine Mischung aus Neil Young und The Black Crowes, durchzogen von einer gepflegten Roots-/Southern-/Blues-Brise, schlängelt sich das spürbar inspirierte "Silver and gold" aus den Lautsprechern. Phantastische E-Gitarren-Arbeit von Adam Fluhrer, Hoge's etatmäßigem Tour-Gitarristen, immer wieder angereichert mit schönen Orgel-und Piano-Klängen! Anschließend lässt Hoge mal wieder ordentlich Dampf ab: Voller Drive geht's mit dem brodelnden "Sex, lies and money" tief in den Süden. Feurige, glühende Slides und ein kernig bluesiger, dynamischer Boogie-Rhythmus rühren in den Sümpfen der Deltas. Da lassen gar The Radiators und Sonny Landreth grüßen! Nach der sehr ruhigen Acoustic-Nummer "I'm sorry now" folgt mit "Midnight parade" ein traumhaft schöner, locker flockiger, flotter, viel Southern-- und Alternate Country-Esprit versprühender Roots-/Americana-Rocker, der runter geht wie Öl! Tolle Melodie, umgeben von wundervollen Slidegitarren-Linien (erneut Pat Buchanan) und einer "schrägen" Fiddle. Es folgen zwei weitere klasse Songs, bis das Album zum Abschluß noch einmal mit einem absoluten Knüller aufwartet. "The highway's home" ist so etwas von einer Vorzeige-Americana-/Countryrock-Ballade, das sich einem vor Freude die Nackenhaare hochstellen. Irgendwo zwischen Gram Parsons, Neil Young und Ryan Adams pendelnd, sorgt Hoge für pure Gänsehaut, begleitet von einer hinreißenden, glasklaren, "lonesome" Pedal Steel und feinsten Piano- und Gitarrenklängen! Wir sind begeistert! Meisterhafte Rootsrock-/Alternate Country-/Americana-/Americana-Rock-Musik von Will Hoge, der sich hier in einer Vielseitigkeit und Qualität präsentiert, die in schnurstracks in die allererste Liga der ganz großen Performer dieses Genres katapultiert! Vorhang auf für Will Hoge...

Art-Nr.: 5311
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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These were the days
Dirty little war
Silver or gold
Sex, lies and money
Midnight parade
The highway's home

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JB and the Moonshine Band - beer for breakfast [2012]
"They come from the piny woods of East Texas" und mischen gerade die Red Dirt-Szene, und nicht nur die, richtig auf. Zu recht! JB Patterson und seine exzellente Moonshine Band spielen einen beeindruckenden, wundervollen, kraftvollen, Gitarren-betonten Southern-rocking Red Dirt Country, bzw. Country-fried Southern Rock, dessen ausgeprägter, einfach nur schöner Melodik man sich nur schwer entziehen kann. Das hat richtig Substanz, das hat richtig Klasse! Gegründet von dem großartigen Songwriter, Gitarristen und fantastischen Lead Sänger JB Patterson ("Double wide dream", das Titelstück des aktuellen Albums der Casey Donahew Band ist beispielsweise Co-Komposition von Patterson), der seine Mitstreiter aus eigens inszenierten Rehearsals und Castings zusammenstellte, ging das Quartett, neben Patterson sind das Hayden McMullen (lead guitar), Chris Flores (bass) und Gabe Guevara (drums), mit einem alten, klapprigen Van und eigener P.A. auf Tour, um jede sich bietende Auftrittsmöglichkeit in den texanischen Bars und "beer joints" landauf landab zu nutzen. Man war überzeugt von seinen Fähigkeiten und wollte mit seinen Live-Auftritten unbedingt auf sich aufmerksam machen. Irgendwann werden uns schon die richtigen Leute sehen, dachte sich die Band, und genau das geschah auch. Im März 2010 sah der New Country-Rapper Colt Ford die Truppe und war, obwohl die Musik von JB and the Moonshine Band überhaupt keine Parallelen zu der von Ford aufweist, spontan begeistert von deren fettem Countrysound und Outlaw-Attitüde. Ein paar Monate später hatte die Band auf dem gleichen Label wie Ford ihren "Record Deal" und nun liegt mit dem prächtigen "Beer for brekfast" schon ihr zweites Album vor. Es ist eine jener großartigen Scheiben, die mit ihrer Energie, Dynamik und Songstärke sowohl die Liebhaber der texanischen Red Dirt-Bewegung, als auch die des rockigen Nashville-kompatiblen New Country und des countryorientierten Southern Rocks unter einen Hut bringen. Aufgenommen in Nashville und Texas, besticht das Album von vorn bis hinten mit erstklassigen Songs ohne jeden Ausfall. Es gibt flotten, rockigen Outlaw Country, eine Menge wunderschöner Balladen, die allesamt sehr kraftvoll und mit herrlichen Melodien in Szene gesetzt werden, und ein paar astreine, herzhafte Southern Rock-Nummern. Man kann Spuren von Leuten wie Waylon Jennings und Hank Williams Jr. ausmachen, genauso wie von Montgomery Gentry, der Eli Young Band, der Brandon Clark Band, von Flynnville Train oder Blackberry Smoke. All das vermischen Patterson und seine Freunde zu ihrer eigenen, großartigen Musik. Diese ist überaus Gitarren-orientiert, mit E-Gitarren voller Saft und Kraft überall. Unterstützt wird die Band bei einigen Tracks von dem bekannten Nashville-Fiddler Rob Hajacos und der Steelguitar-Ikone Mike Johnson. Alles bündelt sich in einem wunderbar vollen Sound. Ein weiteres Markenzeichen, das wir vereinzelt schon erwähnt haben, ist von besonderer Bedeutung: Trotz der nie fehlenden Würze in den Songs und der erdigen Outlaw-/Southern Rock-Mentalität werden die Songs von hinreissenden Melodien bestimmt, die nicht selten an die schon genannte Eli Young Band erinnern. Los geht's mit dem bärenstarken "Beer for breakfast", einem von stampfenden und gut Gas gebenden Drums nach vorn gepeitschten, erfrischend fröhlichen Fiddle- und Guitar-driven Roadhouse-/Outlaw Country-Feger, der einen sofort mitreißt. Hat einen tollen Drive und läßt die Stimmung bei den Live-Shows der Truppe in den texanischen Honky Tonks sicher überschwappen. "Geil"! "Edge of the road" hingegen ist eine dieser traumhaft melodischen Balladen. Vergleiche zur Eli Young Band, vor allen Dingen vor deren Nashville-Deal, sind unausweichlich. Der Sound ist kraftvoll und saftig, das Arrangement eine perfekte Verschmelzung texanischer Red Dirt-Anlagen und Nashville-tauglicher New Country-Charakteristika. Hat das Zeug zu einem Monster Radio-Hit, sowohl in Texas, als auch in den Nashville-Charts - und das meinen wir ausschließlich positiv. Ähnlich gelagert ist das ebenso schöne "Kiss me that way" und das hinreissende "Smith County Line", das gar ein wenig an Sister Hazel erinnert. Dann die Southern Rock-Seite der Band: "Hell to pay" wird von rauen Southern Riffs bestimmt, genauso wie von einem urigen Outlaw-Flair. Die Nummer lebt von spannenden Wechsel zwischen kochenden, Skynyrd-mässigen Riffs, die auch solchen jungen Southern Rock Bands wie Hogjaw und SwampDaWamp prächtig zu Gesicht stünden, und einem flotten, dynamischen Roadhouse-Drive. Kommt auf der Schiene der Großtaten solcher Kollegen wie Flynnville Train und Blackberry Smoke. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch das fulminante "Yes". Das ist von fetten, satten Gitarren bstimmter Hard Rock-Country/ Southern Rock-Country vom Feinsten. Hat ordentlich Power! Hier spürt man die nach eigenen Angaben vorhandenen Einflüsse von Metallica genauso wie die von Lynyrd Skynyrd und großer Country-Helden ala Waylon Jennings, Johnny Cash, Billy Joe Shaver & Co.. Eine Hammer-Nummer! Balladesk ist's dann wieder bei dem wundervoll melodischen " I don't care", das aber ebenso ein feines Southern-Feeling zu bieten hat, wie der lockere, von schönen Lynyrd Skynyrd- und The Marshall Tucker Band-mässigen Hooklines durchzogene Red Dirt-Countryrocker "Ride" mit seinen starken Gitarren (inkl. zündendem Solo) und seiner tollen Melodie. "Catchy melodies and rugged appeal" sind das Markenzeichen dieser hervorragenden Truppe. Und JB Patterson sagt: "We love what we do and we play by our own rules. We’re real, we’re raw, and we don’t feel there’s a need to apologize for it." Das kommt eindrucksvoll rüber! Ehrlichkeit und Leidenschaft, gepaart mit exzellenter Songqualität - JB and the Moonshine Band werden nicht nur Texas rocken...

Das komplette Tracklisting:

1. Beer For Breakfast - 2:16
2. Kiss Me That Way - 3:55
3. No Better Than This - 2:57
4. Edge of the Road - 3:09
5. More Like My Dog - 3:53
6. Hell To Pay - 3:36
7. Smith County Line - 4:20
8. Ride - 3:37
9. The Only Drug - 3:16
10. Black and White - 3:57
11. I Don't Care - 4:48
12. Yes - 3:44
13. I'm Down [LEX Mix] - 3:09
14. Perfect Girl [Moonshine Mix] - 3:18

Art-Nr.: 7708
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Beer for nreakfast
Edge of the road
Hell to pay
Smith County Line
Ride
I don't care
Yes

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Jive Mother Mary - all fall down [2009]
"Attention - there's anouthern fast rising kick-ass Rock-/Southern Rock-Band on the radar - so turn it up loud..."! Die blutjunge, aus Alamance, North Carolina stammende Band Jive Mother Mary spielt auf, als sei sie schon ewig im Geschäft. Mit 150 bis 200 Gigs im Jahr sind sie "road-tested" durch und durch und gehören zu jener Kategorie Bands, denen man mit Fug und Recht bescheinigen darf: "With bands like you, Classic (Southern) Rock'n Roll will never die"! Niemals! Jive Mother Mary finden ihre Berufung klar und deutlich in den Wurzeln ihrer musikalischen Väter und Großväter, nämlich in der klassischen Rock- und Southern Rock-Musik der Seventies. Die grössten Einflüsse stammen unüberhörbar von solchen Helden wie Led Zeppelin, The Black Crowes, Aerosmith, The Rolling Stones, Blackfoot, Cry Of Love (deren alter Produzent John Custer hat im übrigen auch dieses Album produziert - und zwar erstklassig) und vor allen Dingen Lynyrd Skynyrd. Dementsprechend retro klingt ihre Musik, doch sie verpassen ihr eine wundervolle, Energie-geladene jugendliche Unbekümmertheit und Ausgelassenheit, so dass der Sound überaus zeitgemäss rüber kommt. Dies wirkt wie eine wundervolle Frischzellenkur klassischer amerikanischer Rockmusik! Ähnlich, wie beispielsweise auch bei den Kollegen von Medusa Stone, die ebenfalls aus North Carolina kommen. Jive Mother Mary, im übrigen "nur" ein Trio, bestehend aus den ausnahmslos hervorragenden Musikern Seth Aldridge an den Drums, Nathan Cow am Bass und dem phantastischen Sänger (klingt in etwa wie eine Mischung aus Robert Plant und Chris Robinson), Songwriter und fabelhaften Gitarristen Mason Keck (unterstützt werden sie vereinzelt noch von John Custer an den Keyboards) gehen zumeist mit voller Wucht zu Werke. Mason Keck liefert ein fulminantes "Riff-Gitarrenbrett" ab und dominiert das Geschehen darüber hinaus mit furiosen, mächtig kochenden Gitarrensoli. Wenn Jive Mother Mary Volldampf rocken, gibt's keine Gefangenen. Und doch steckt das Zeug voller prächtiger Melodien. Zwischendurch gibt's dann auch mal ein paar balladeskere Klänge, die manchmal mit einem leichten psychedeliischen Flair unterlegt sind. Und die Southern-Roots sind allgegenwärtig - vor allen Dingen bei Keck's herrlichem Gitarrenspiel. Nach einem tollen, von einem leichten, schwebenden Psychedelic-Feeling unterlaufenen, eingängigen Gitarren-Intro (ungemein melodische Hookline), unterstützt von einer stampfenden Bass-Drum (sehr southern), donnert der Band mit ihrer ganzen, geballten, "in your face"-Gitarrenwucht los. "Let me in" heisst der Eröffnungs-Kracher, dessen saustarker Groove etwas von dynamischen, harten The Black Crowes hat, ebenfalls wie von southern-orientierten The Answer. Dazu hoher, kehrliger, erstklasiger Gesang von Mason Keck, der ein wenig Led Zeppelin-Flair integriert, eine klasse Melodie und mächtig dampfende Southern-rockin' Lead Guitars. Schon nach gut 4 Minuten haben Jive Mother Mary sich selbst und die begeisterte Zuhörerschaft auf eine amtliche Betriebstemperatur gebracht. Und die geht mit der zweiten Nummer kein Grad runter: "Bedroom eyes" ist ein von knüppelharten Riffs und einer prächtigen Melodie gesteuerter wunderbarer Southern-fueled Rocker (Led Zeppelin meets Lynyrd Skynyrd), inklusive eines klasse, ordentlich Fahrt aufnehmenden Tempowechsels im Break, das Gitarrist Keck zu einem furiosen, glühenden Gitarrensolo nutzt. Nach dem nächsten Volldampf-Rocker "Out of love", schalten Jive Mother Mary mit der leicht psychedelisch angehauchten, wunderbar melodischen, tief im Southern Rock verwurzelten Ballade "Another new never" erst einmal einen Gang zurück. Kritallklare Acoustic Gitarre und Keck's sauberer Gesang paaren sich mit herrlichen Allmans- und Skynyrd-like E-Gitarren-Linien. Bleibt prächtig hängen. Eine tolle Nummer! Wie auch das folgende, hinreissend groovende, rhythmische (dezenter Latino Rock-Touch) Midtempo-Rocker "Save me", der gleichermassen in die Beine und ins Ohr geht. Wartet im Mittelteil mit einem flammenden E-Gitarren-Solo auf. Für "Fever" standen wieder eindeutig Led Zeppelin Pate, während der großartige Southern Rocker "Catalina" wieder seine psychedelischen Momente hat (erinnert an Zeppelin's "Kashmir"-Phase), parrallel dazu aber mit schön lockerer, total southern-mässiger Gitarrenarbeit überzeugt. Das bravouröse "Holy roller" ist eine traumhaft melodsiche, vollkommen akustisch präsentierte, lupenreine Southern-Ballade (swampiges, bluesiges, exzellentes Dobro-Spiel), ehe die Jungs mit voller Wucht und jeder Menge Dynamik den höllisch "geilen" Volldampf Southern-Riff Rocker "Move on home" raushauen und das Album schließlich mit der zwischen Led Zeppelin, Jimi Hendrix, The Black Crowes und Lynyrd Skynyrd angesiedelten, schweren, bluesigen Gitarren-Lärm-Orgie "All fall down" genauso packend ausklingen lassen, wie sie es rund 48 1/2 Minuten vorher begannen. "These kids know how to rock", "These boys may be young but they can play and sing their asses off", und "Fans of jam bands, southern rock, riff rock and good old classic hard rock will love this band", sind nur einige Zitate aus begeisternden U.S.-Reviews, die wir bedenkenlos unterschreiben. Eine tolle, neue Band mit einem baumstarken Debut! "Seventies-based, Southern-rooted Classic American Guitar-Rock'n Roll with an attitude"!

Das komplette Tracklisting:

1. Let Me In 4:16
2. Bedroom Eyes 3:47
3. Out of Love 3:51
4. Another New Never 4:59
5. Save Me 4:56
6. Fever 4:47
7. Catalina 5:09
8. Holy Roller 5:54
9. Move On Home 3:59
10. All Fall Down 6:54

Art-Nr.: 6701
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Let me in
Bedroom eyes
Another new never
Save me
Catalina
Move on home

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King King - standing in the shadows [2013]
"Bluesrock with a whole lotta soul"! King King und ihr Album "Standing in the shadows" sind "der Hammer"! Hey, ihr Freunde des klassischen Blues-based Rocks, ihr Gitarren-Bluesrock-Enthusiasten: Diese Band und dieses Album werden euch "Tränen der Freude" in die Augen treiben. Ganz klar: Wir haben es hier mit einer Bluesrock-Formation und einem Album zu tun, das zu dem Besten zu zählen ist, was derzeit aus Großbritannien über den Ärmelkanal zu uns herüberkommt. So haben sie folgerichtig gerade auch zwei Trophäen der begehrten British Blues Awards abgeräumt und zwar in den wichtigsten Kategorien "Best Band" und "Best Album" (für ihr 2011er Debut "Take my hand"). Und jeder, der sie hören wird, weiss nach Sekunden, warum das zu einhundert Prozent verdient ist. Diese Musik fesselt. King King sind ein "Ableger" der im Vereinigten Königreich ebenfalls sehr erfolgreichen The Nimmo Brothers, genauer gesagt das "Ding" von Alan Nimmo. Nimmo, ein Wahnsinns-Gitarrist und herausragender Sänger, ist der im Mittelpunkt stehende Frontmann des Quartetts, hat aber mit den übrigen Bandmitgliedern die kongenialen Partner für dieses gemeinsame Projekt. Das sind zum einen Lindsay Coulson am Bass (er und Nimmo haben fast alle Songs gemeinsam geschrieben), Drummer Wayne Procter (mit ihm hat Nimmo das Album produziert, die beiden sind damit verantwortlich für den exzellenten Sound) und der ebenfalls groß aufspielende Keyboarder Bennett Holland, der Nimmo's mitreissendes Gitarrenspiel, vor allem mit seinem voluminösen Orgel-Teppich adäquat unterstützt. Was die Vier fabrizieren, ist schicht begeisternd. Kraftvollen, druckvollen, dynamischen, ungemein satten, durchaus harten Bluesrock, der, dem Begriff angemessen, die nahezu perfekte Balance zwischen einem tiefen Blues-Fundament und in den Siebzigern liegenden Classic Rock-Roots bietet, teilweise durchzogen von einer herrlichen Brise Retro-Soul. Frontmann Alan Nimmo ist, wie gesagt, die zentrale Person. Ein Gitarrenmagier, der mit seinen krachenden Riffs und seinen ausgedehnten, packenden Soli die Saiten-Enthusiasten in absolute Verzückung bringen dürfte. Er spielt sich zuweilen die Seele aus dem Leib. Zudem ist er ein begnadeter, aussergewöhnlich starker Sänger, der nicht selten an den großen Paul Rodgers erinnert. Überhaupt finden sich in der Musik von King King immer wieder Parallelen zu den guten alten Free und, noch mehr, zu Bad Company. Doch es wäre dieser famosen Truppe gegenüber nicht gerecht, sie "nur" mit diesen legendären Bands zu vergleichen. Vielmehr vermischen sie deren unvergessene Trademarks mit ihren eigenen, intensiven Intensionen zeitloser, bluesiger Rockmusik und kommen mit einer ungeheuren Frische und Spiellaune rüber. Die Songs packen einen sofort! Sie wirken, auch wenn sie mit längeren Instrumentalbreaks bestückt sind, kompakt, sehr eingängig, stecken voller Power, haben meistens eine gewisse Grundhärte, bieten den Raum für Nimmo's gnadenlos starke Soli und, ein weiteres, absolutes Plus, sind geprägt von einer wundervollen Melodik. Selbst Nimmo's fulminante Gitarrensoli gehen bestens ins Ohr. Teilweise hört es sich gar an, als seien mehrere Gitarristen gleichzeitig am Werk. Los geht es mit dem packenden, kochenden, fett groovenden, von einem klasse Swamp-/Southern-Flair durchzogenen, sehr melodischen, druckvollen Bluesrocker "More than I can take". Klarer, powernder Gesang von Alan Nimmo, herrlich bluesige, straighte Riffs, exzellente Percussion und ein glühendes Gitarrensolo des Meisters bestimmen das Geschehen. Ein famoser Auftakt! Und auch die nächste Nummer ist ein "Hammer": Ein wunderbar lässiger, "soulful" Groove, coole Gitarrenlicks, eine fette Orgel als Untergrund, überaus melodisch - so startet das fantastische "Taken what's mine". Im Refrain wird es dann deutlich kraftvoller, die Riffs werden lauter und straighter. Die Melodie nistet sich in allerbester Bad Company-Manier in unseren Ohren ein. Dann setzt Nimmo zu einem zündenden, mitreissenden, melodischen Gitarrensolo an, schließlich gibt es noch ein paar herrliche Twin Guitar-Licks. So in etwa stellt man sich eine ideale, neue Bad Company-Nummer vor, sollten Rodgers, Kirke & Co. noch einmal neues Material einspielen. Umwerfend! "Das folgende, über 7-minütige "A long history of love" ist ein herausragender, emotionaler, klassisch rockender Slow-Blues voller prächtiger Gitarrenlinien. Das ausgedehnte Solo in der Mitte hört sich an, als spielten sich mindestens zwei Gitarristen in stetig höhere Sphären. Sehr schön auch hier wieder die den Sound perfekt vervollkommnenden Orgel-Fils. Eine gigantisch starke Coverversion von Frankie Miller's "Jealousy" steht nun auf dem Programm, die mit ihren herrlichen Twin Guitar-Einlagen, Nimmo's tollem Gesang und der klasse Melodie wie eine Synthese aus Bad Company und Wishbone Ash rüberkommt. King King haben übrigens noch eine zweite Coverversion "im Köcher" und zwar den Free-Klassiker "Heavy load". Unglaublich, wie frisch und lebendig dieser Song hier und heute klingt. Die Band macht das überragend. Ihren Hang zum guten alten "Blue Eyed Soul" fröhnt die Band mit Stücken wie "Can't keep from trying" und "Coming home (Rest your eyes)", die mit wunderbar lockeren, dennoch kräftigen Grooves und unwiderstehlichen Melodien aufwarten. "One more time around" bietet schließlich wieder besten, straighten, bluesigen Seventies-Rock mit krachenden Riffs und furiosen Orgel-/Wah Wah-Gitarren-Einlagen. Die Hütte brennt. Doch egal, welche Nummer man auch betrachtet, die Band spielt wie aus einem Guss. Es passt wirklich alles zusammen. Da kommt man aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Wir verneigen uns tief vor King King und diesem grandiosen Album: Brillant!

Das komplette Tracklisting:

1. More Than I Can Take - 3:56
2. Taken What's Mine - 5:19
3. A Long History of Love - 7:17
4. Jealousy - 4:15
5. What Am I Supposed to Do - 5:37
6. One More Time Around - 4:47
7. Can't Keep From Trying - 3:43
8. Coming Home (Rest Your Eyes) - 5:29
9. Heavy Load - 5:15
10. Let Love In - 4:58

Art-Nr.: 8129
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
More than I can take
Taken what's mine
A long history of love
Jealousy
One more time around
Coming home (Rest your eyes)
Heavy load

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Lynyrd Skynyrd - vicious cycle [2003]
30-jähriges Bandjubiläum feiern die Southernrock-Helden in diesem Jahr! Nach all den Schicksalsschlägen der Vergangenheit ist das wahrlich nicht selbstverständlich und nach dem Tod von Ur-Basser Leon Wilkeson glaubten viele nun, daß es endgültig vorbei sei. Auch eine kürzliche Hezroperation bei Gary Rossington wirft sie nicht aus der Bahn. Genz im Gegenteil: die nächste Tour steht schon an! Lynyrd Skynyrd are still alive - und das beweisen sie auch nachhaltig mit ihrem neuen Album "Vicious cycle". Selten wurde die Musik eines Skynyrd-Albums so kontrovers diskutiert, wie bei diesem Werk, doch, auch wenn es sicher nicht das beste aller Skynyrd-Alben ist (wer will das denn auch schon erwarten), so ist es dennoch ohne Zweifel ein absolut gelungenes, nein gutes, pures Southernrock-Album der Marke Skynyrd, sowohl von der musikalischen, als auch von der textlichen Seite, mit dem die Jungs zeigen, daß sie noch voll da sind. Oftmals sind die Erwartungen der Fans bei Skynyrd in allzu astronomischen Höhen angesiedelt. Wäre hier eine andere Band am Werk, würde man sie möglicherweise als die Southernrock-Entdeckung des Jahrzehnts feiern, doch bei Skynyrd reagieren die Anhänger ernüchternd. Dabei hat "Vicious cycle" mit seiner satten Spielzeit von über 70 Minuten ein paar richtige Southernrock-Highlights zu bieten, die es wahrlich in sich haben. Die Platte hat alles, was das Southernrock-Herz begehrt. Die Band agiert ungemein kraftvoll und druckvoll, steht voll im Saft! Wir hören peitschende, donnernde Drums, treibenden Bass, fette, fleischige, brodelnde und rasante Gitarrenläufe zuhauf, bei denen sich die 3 Gitarristen Gary Rossington, Rick Medlocke und Hughie Thomasson prima austoben, herrliches Honky Tonk-Piano, Blues-, Boogie-, Country- und auch ein paar Heavy-Bezüge sowie dieses so typische Flair des Skynyrd'schen Southern-Lebensgefühls. Ein paar Tracks (3-4) sind mit Bläsern (Jim Horn) und Streichern angereichert, was für manchen ein kleines Problem darstellen mag, doch auch diese Tracks sind durchaus zu ertragen, da das songwriterische Potential, welches die Jungs haben, gut abgerufen wurde. "That's how I like it" heißt der erste Song! Jawohl, und genau so mögen wir es. Eine bärenstarke Nummer! Kurzes, rootsiges Acoustic-Intro, und schon legen sie mit höllischer Power und immensem Druck los! Krachendes Schlagzeug, harte Heavy-Southern-Riffs, brodelnde Slide, Johnny van Zant's klasse Gesang (er ist gut in Form) und ausgedehnte, voluminöse, wechselseitige Lead-Gitarren-Soli bescheren uns einen pumpenden Southernrocker, der durch Mark und Bein geht. "Pick 'em up" ist ein typischer Skynyrd Southern-Boogie, bei dem Medlocke und van Zant abwechselnd den Lead-Gesang übernommen haben. Hier hören wir zum ersten Mal die gar nicht so störenden Bläser, doch trotzdem regieren natürlich das großartige Honky Tonk-Piano und das prächtige Slide-Solo diese Nummer. Ein absoluter Hammer ist dann wieder "Dead man walkin'"! Ein von kreativer Rhythmik geprägter, durchaus auch gefühlvoller Power-Swamp-Southernrock-Song mit einem gediegenen Voodoo-Feeling, einer klasse Songstruktur, großartiger Percussion, gleichzeitig aber auch einer gewissen Lockerheit und jeder Menge Drive. Im Mittelteil gibt's eine rasante Geschwindigkeitssteigerung mit tollem Slidesolo, ehe man dann wieder in den schwülen Swamp-Groove zurückfällt. "The way" ist ein ordentlicher, wenn auch durch die Streicher etwas überladener, Uptempo-Rocker, ehe mit "Red, white & blue" eine klasse, sehr melodische, fette, country-infizierte Southern-Power-Ballade folgt, die im übrigen völlig streicherfrei ist. Dafür hören wir wunderbares Pianospiel von Billy Powell und ein herzhaftes Slidesolo von Gary Rossington! "All funked up" rockt wieder mächtig los und bei dem ganz großartigen, Leon Wileson gewidmeten, "Mad hatter" liegt etwas regelrecht Bedrohliches, geradezu Gefährliches in der Luft. Ein herrlicher, toll strukturierter Midtempo-Rocker mit excellenten Gitarrenläufen. Ungemein fetten und satten "smokin'" Southernrock gibt's dann wieder auf "Jake". Großartige Slide-Gitarre paart sich mit einer transparenten Hammond und tollem Klavier, dazu eine klasse Melodie und schneidige, wieder ordentlich rasante, wechselseitige Gitarrensoli zwischen Medlocke und Thomasson, hallen voller Kraft und Saft aus den Boxen. Zum Finale dieses Songs geben sie dann ordentlich Gas und die Gitarristen gehen richtig ab! Sehr gelungen ist auch die Travis Tritt-like, mit Mandoline angereicherte, flockige Countryrock-/Southernrock-Ballade "Lucky man", bei der natürlich das fulminante Gitarrensolo auch nicht fehlt. Als Bonustrack gibt es ein Remake von "Gimme back my bullets" mit ihrem Bewunderer Kid Rock als Gast. An den dort untergebrachten Hip-Hop-Elementen werden sich die Geister sicher scheiden, doch vielleicht öffnet man dem klassischen Southernrock auf diese Art und Weise auch mal das Tor zur jüngeren Generation...! Warum also nicht - solange es sich nur auf einen Track bezieht! Egal, auch "Vicious circle" ist wieder ein klasse Southernrock-Album geworden, mit dem Lynyrd Skynyrd zeigen, daß sie noch lange nicht zum "alten Eisen" gehören. Und das ist gut so! Im übrigen kommt die CD mit einem interessanten, informativen Booklet, das nicht nur alle Texte beinhaltet, sondern in dem auch noch in einer Art Jahreskalender ab 1964 (!!!) bis heute die Stationen der Bandgeschichte durchleuchtet werden und dementsprechend abgedruckt sind.

Art-Nr.: 1926
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Railroad Earth - elko ~ live [2006]
2 CD-Set! Faszinierend! Ausgangspunkt der Musik dieses begnadeten Sextetts um den ex-"From Good Homes"-Frontmann Todd Sheaffer (viele werden sich sicher noch an diese klasse Roots-/Folk-/Americana-Rock-Truppe aus New Jersey erinnern) ist eine Basis aus rootsigen Bluegrass-Traditionen, in die die Band verschiedenste Musikrichtungen, wie Celtic, Jazz, Folk, Country und Rock integriert, immer infiltriert mit einem aus großartigen Texten bestehenden Storytelling und wundervoll melodischen "Pop-Sensibilities". Ergebnis: Eine hinreißende, grandiose, ungemein frische "grassy-rockin'" Acoustic Jam-Mucke voller Vitalität und Ausdrucksstärke, die in der Szene ihresgleichen sucht! Railroad Earth genießen in den Staaten in Jamband-/Grass-Kreissen, sowohl bei den Kritikern, als auch bei den Fans einen überragenden Ruf bezüglich ihrer unglaublichen Musikalität und ihrer exzellenten Live-Shows. Warum das so ist, beweisen sie nachhaltig und in mehr als beeindruckender Art und Weise mit ihrem ersten Live-Album "Elko", das sie während ihrer U.S.Frühjahrs-Tour 2005 mitgeschnitten haben: Ein gut 125 Minuten währendes, von vollendeter Musikalität, faszinierenden Instrumental-Passagen und wundervoller Melodik gekennzeichnetes, hingebungsvolles und ungemein lebendiges, wie auch lockeres, durchaus knackiges Grass-, Acoustic-, Americana-, Jamrock-Feuerwerk, das einen von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt! Keine Frage, in der Musik von Railroad Earth finden sich sicher Spuren solcher Kollegen wie Leftover Salmon, String Cheese Incident, Ekoostik Hookah, Grateful Dead und New Grass Revival, doch ihre Mixtur all dieser Strömungen mündet in einem wahrhaft superben, einzigartigen Stil, dessen Magie man sich nicht mehr entziehen kann. Herrliche Acoustic Gitarren (teilweise klingen sie "elektrisch"), Mandoline, Banjo, Geige, auch mal ein Dobro oder eine Flöte, und eine großartige Rhythmus-Sektion aus kraftvollem Bass und dynamischen, genauso lockeren wie knackigen Drums bestimmen das Geschehen. Dazu Todd Sheaffer's toller, so viel Frische, Lockerheit, Vitalität und Energie ausstrahlender Gesang - einfach wunderbar! Blindes Verständnis untereinander, unendliche Spielfreude, virtuoses Können, eine hervorragende Harmonie und prächtiges Zusammenspiel zeichnet die Musiker aus, vor allen Dingen auch während der ausgedehnten Jam-/Instrumental-Passagen, bei denen sie trotz ihrer Länge zu wirklich keiner Sekunde in einen undurchdringbaren Wirrwarr verfallen, sondern auch dort durch großartige Strukturen und Linien bestechen. Viele lange Tracks! Fünf der nur zwölf Stücke laufen deutlich über 10 Minuten, die kürzeste Nummer immerhin auch noch 6 Minuten! Also, mitten hinein ins Vergnügen eines so herrlichen Railroad Earth Live-Erlebnisses: Die Show beginnt mit dem fantastischen, frischen, locker schwungvollen, überaus melodischen, rockin' Bluegrass-Country-Americana-Knüller "Long way to go", der mit seinem herzerquickenden Mandolinen-/Banjo-/Acoustic Gitarren-Drive, in Verbindung mit gelegentlichen Violinen-Einsätzen und Sheaffer's engagiertem Gesang, jede Menge Spielfreude vermittelt und gleichzeitig doch so wunderbar ins Ohr geht! Welch ein Auftakt! Und es geht so weiter! Nach dem rootsigen, sehr jammigen Grass-Rocker "Colorado" mit seinem dynamischen Instrumentalteil (was für Musiker!), folgt das von einer wahrhaft traumhaften Melodie geprägte, fantastische "Bird in a house", das Titelstüsck ihres vorletzten Studioalbums! Wundervoller, folkiger Acoustic-Americana-Jamrock auf grassiger Basis, entspannt wirkend und doch voller unterschwelliger Kraft steckend, mit einer Frische und Melodik, die für pure Gänsehaut sorgt. Herrliches Mandolinenspiel, schöne Fiddle-Passagen und die Klänge einer vermeintlichen Electric Lead-Gitarre in der Mitte verzaubern unsere Sinne! Aus einem ähnlichen Kaliber besteht das von einem schön knackigen Drums-Rhythmus geprägte, leicht keltisch angehauchte, wieder genauso jammig, spielfreudig und melodisch erklingende "The hunting song", das mit seinen Flöten-Passagen, seinen Geigen-Fills und prächtigem Banjo-/Gitarren-Picking (teilweise wieder "elektrisch") für eine wahre, grassig rockige, wunderbar ins Ohr gehende, und doch so improvisationsfreudige Wonne sorgt. Man "riecht" förmlich die Frische der Natur! Mit dem anschließenden, entspannten, lockeren "Old man and the land" kommt sogar ein leichtes Reggae-Feeling auf, ehe man mit dem 15-minütigen, genialen "Head" eine alte "From Good Homes"-Nummer in fulminanter Bluegrass-/Jam-Manier mit viel Dynamik prächtig auffrischt. Das Publikum macht prima mit und die Atmosphäre eines Railroad Earth-Konzertes kommt bestens rüber! CD2 startet mit dem Titelstück "Elko", einem flotten, lockeren, recht cool wirkenden, melodischen Americana-/Grass-Rocker voller ausgezeichneter Mandolinen-Passagen und hervorragender Fiddle- und Gitarrensoli, ehe das begnadete "Mighty river" folgt: Knackiger, Mandolinen- und Banjo-getränkter, ungemein melodischer, folkiger Rootsrock mit grassigen Elementen und toller, frischer, "elektrischer" Gitarre! Mitreißend, wie es der Band gelingt, einmal mehr ihre ausgeprägte, musikalisch so niveauvolle Spielfreude und eine wundervolle Melodik in Einklang zu bringen! Die weiteren Tracks: Das rootsig, jammige, 16 Minuten lange "Like a Buddha", der mächtig abgehende, im Mittelteil fett rockende "Warhead Boogie" (auch 15 Minuten lang), das herrlich entspannte, reine, wundervolle Countrystück "Railroad Earth", sowie das von toller Percussion-Arbeit geprägte, frische "Seven story mountain"! Ob man diese fantastische Band jemals in unseren Gefilden live erleben wird, dürfte sehr fraglich sein. Es wäre toll! Doch wie dem auch sei, lassen wir erst einmal dieses wunderbare Album auf uns wirken. Geben wir uns dieser herrlichen Musik hin und lassen uns treiben, auf einer unwiderstehlichen Woge aus genauso lockerer, entspannter, wie auch dynamischer und lebendiger, genußvoller Musik! Acoustic-/Americana-/Grass-Jam-Rock, wie man ihn besser nicht zelebrieren kann! Superb!

Art-Nr.: 3923
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 19,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Long way to go
Bird in a house
The hunting song
Head
Mighty river
Railroad earth

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Too Slim and The Taildraggers - blood moon [2016]
Saitenhexer Tim "Too Slim" Langford und seinen Taildraggers sind in bestechender Form! "Blue moon" heisst das neue Werk - und es ist ein gnadenlos starkes, packendes, wieder einmal an allen Ecken und Enden brodelndes, von dreckigen, fetten, satten Gitarren bestimmtes, wunderbar "saftiges", druckvolles, voller Southern-Esprit steckendes Bluesrock-Meisterwerk. Es scheint so, als würden Langford und seine Freunde (Robert Kearns am Bass und Jeff "Shakey" Fowlkes an den Drums - die kongeniale Rhythmusfraktion des Saitenmagiers), obwohl schon so lange im Geschäft, immer besser. "Blood moon" besticht mit grandiosen Songstrukturen, die einfach klasse hängen bleiben. Die Band schafft einen mitreissenden Spagat uwischen genauso geradlinigen, schnörkellosen wie abwechslungsreichen Arrangements und einer herrlichen, jammigen Spielfreude mit ausgedehnten Instrumentalpassagen und Gitarrenausflügen, bei denen Langford seine herausragenden Künste an den 6 Saiten voller Inbrunst, Virtuosität, Inspiration und Seele in beeindruckendster Art und Weise unter Beweis stellt. Was ist dieser Kerl für ein bemerkenswerter Gitarrist. Seine wunderbaren Gitarrensoli sind voller Feuer, voller "Saft" und "Schmackes", voller Leidenschaft und intensiver Emotionalität. Sie sind dominant, aber, und das ist überaus angenehm, weit von allzu aufegestztem, überbordentem Hochgeschwindigkeits-Gefrickel entfernt. Dieser Mann braucht keine aufschneiderischen Selbstdarstellungs-Orgien. Nein, er weiß, was er kann, und das ist gewaltig. Das ist "pure soulful guitar playing at it's very best". Erinnert an Größen wie Billy Gibbons (ZZ Top), Warren Haynes (Gov't Mule), Stevie Ray Vaughan, Johnny Winter, den legendären Duane Allman (The Allman Brothers Band).und auch vereinzelt an Leute wie Robin Trower. Auch gesanglich ist Mr. Langford in allerbester Verfassung. Alles wirkt so wunderbar rau, so zwanglos und unberschwert, und bleibt dennoch so hervorragend hängen. Den Anfang macht ein mächtig fetter, von einem dichten, krachenden Gitarrensound umgebener, wie "geölt" abgehender, voller Southern Rock-Power steckender Bluesrocker, der wie ein ordentlich Fahrt aufnehmender "Southern Train" durch die schwülen Landschaften des amerikanischen Südens "brettert", Das glühende, schön lange, unaufdringlich mit glühenden Wah-Wahs angereicherte Gitarrensolo des Meisters ist einfach nur "heiß". "Geiler" Auftakt! Das folgende Titelstück "Blood on the moon" bietet massiven, schwerblütigen, "fleischigen", gewaltig drückenden Blues mit mächtig fetten Gitarrenriffs und einem wuchtig stampfenden Groove. Auch hier ist das Southern Rock-Flair deutlich spürbar. Dieser über 7-minütige Hammer-Song ist durchzogen von einer klasse Melodie, aber auch von grandiosen, brennenden, erdigen Gitarrenausflügen, die den Zuhörer sofort in ihren Bann ziehen. Großartig, wie die Truppe Spielfreude, musikalische Freiheit und für den Zuhörer angenehm aufzunehmende Strukturen unter einen Hut bringt. Packend! Etwas lockerer und flockiger, ohne dabei jedoch an Kraft einzubüßen, wieder mit einer klase Melodie, kommt das feine "Get your goin' out on", während bei dem scharfen "Gypsy" der Druck wieder deutlich zunimmt. Die Gitarrensalven klingen, als seien hier zuweilen zwei oder drei "Gitarreros" am Werk. Langford spielt tierisch stark - und am Ende gar ein wenig psychedelisch. Etwas ruhiger und gediegener, ausgestattet mit traumhaften Gitarrenlinien und exzellenten Acoustic Guitar-Fills geht es bei der wunderbaren Ballade "My body" zu. "Good guys win" hingegen rockt wieder "volles Rohr" und mit jeder Menge "Southern-Dreck". Ein fulminanter Boogie! Wow, das staubt! Und Langfords "guitar is on fire". Too Slim und seine Taildraggers mit einem famosen Werk, das von vorn bis hinten keine Wünsche offen lässt. So muß Southern-fundamentierter Bluesrock klingen: Dreckig, rau, "powerful", spielfreudig, zündend, bestens hängen bleibend und umgeben von einem fetten, massiven, glühenden Gitarren-Feuerwerk. "One hell of an album"!

Das komplette Tracklisting:

1. Evil Mind - 4.03
2. Blood Moon - 7.17
3. Twisted Rails - 7.13
4. Get Your Goin' Out On - 4.45
5. Gypsy - 5.53
6. My Body - 5.22
7. Dream - 4.51
8. Letter - 3.14
9. Good Guys Win - 3.42
10. Twisted Rails (Slight Return) - 2.17

Art-Nr.: 9120
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Evil mind
Blood moon
Twisted rails
Get your goin' out on
Gypsy
My body
Good guys win

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