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Anderson, Kasey - nowhere nights [2010]
Das amerikansiche "Performer Magazine" bezeichnet ihn als “one of those extraordinary brands of songwriters” und trifft damit den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Kasey Anderson ist ein ganz aussergewöhnlicher, geradezu faszinierender Singer-Songwriter und Geschichtenerzähler, der mit seinem neuen Werk "Nowhere nights", seinem vierten Album, einen weiteren, absoluten Höhepunkt seiner bislang noch recht jungen Karriere abliefert. Prachtvoller, fesselnder, vom "Genre-Guru" Eric "Roscoe" Ambel (langjähriger Gitarrist u.a. der kultigen, seit kurzem wieder aktiven Del-Lords, von Steve Earle's Dukes und den Yayhoos) meisterhaft produzierter, wunderbar rau und knochentrocken, aber mit einem tollen "Wall of Sound" in Szene gesetzter, zumeist sehr Gitarren-orientierter Roots-/Americana-/Heartland-Rock wie er "im Buche steht". Einflüsse von Steve Earle, Chris Knight, Townes Van Zandt, aber auch von John Mellencamp sind unverkennbar, ebenso wie ein Hauch von Bruce Springsteen und Spuren von Will Hoge, Dan Baird und Lucero. Doch all das verarbeitet Anderson zu einzigartigem, nur ihm allein zuzuordnendem Songmaterial (sämtliche Stücke stammen aus seiner Feder), dem er mit seiner faszinierenden, tiefen, angerauten, aber doch so angenehmen Stimme eine unverwechselbare Note verpasst. Sein großartiger Gesang und die trockenen Aranngements verbinden sich zu herausragender Melodik. "Nowhere nights" ist ein sehr ambitioniertes, inspiriertes und vor allen Dingen persönliches Werk geworden. Kasey Anderson lebte gut 8 Jahre in der Stadt Bellington im U.S.-Bundestaat Washington, "five years longer than I should have, and two years longer than I wanted to", wie er in den, im übrigen während eines Deutschlandaufenthalts im bayerischen Garmisch-Partenkirchen verfassten Liner-Notes des alle Texte umfassenden Booklets ausführt. Er lernte in dieser Stadt sehr viele Leute und vermeintliche Freunde kennen, spielte in den dortigen Clubs, hang immer wieder in der selben Kneipe ab, blieb irgendwie dort hängen, ohne eigentlich so richtig zu wissen, warum. Eines Tages wurde im das bewusst. Er brach alle Brücken hinter sich ab, verliess die Stadt und kehrte in seine tatsächliche Heimat, nach Portland/Oregon zurück. Davon (vor allem bei "Bellington Blues"), oder von ähnliche Situationen erzählt Anderson in den Songs dieses Albums. 12 Pracht-Nummern, die auf höchstem Niveau zwischen knalligen Rockern und brillanten Balladen hin und her balancieren - und mit solch einer Traum-Ballade startet das Album auch, dem bereits erwähnten "Bellington Blues". Wunderbar melodische Acoustic Gitarren-Riffs, die sofort ins Ohr gehen, leiten den Song ein. Ein toller, trockener Midtempo Schlagzeug-Groove gesellt sich hinzu - und dann Anderson's unverwechselbarer, exzellenter Gesang. Voller "Leichtigkeit" und doch voller Spannung, geradezu charismatisch, vermag er seine Geschichten zu erzählen, oft von einer unterschwelligen Melancholie begleitet, doch nie in seichte Gefilde abdriftend. Mit seiner tiefen, rauen, eine gewisse Ruhe austrahlenden, dennoch sehr kraftvollen Stimme, den erdigen, dreckigen, ursprünglichen Arrangements und diesen großartigen Melodien zieht er den Zuhörer unwiderstehlich in seinen Bann. Im weiteren Verlauf des "Bellington Blues" kommen immer mehr kernige, aber sehr geschmeidig eingefügte E-Gitarren-Riffs hinzu, gipfelnd in einem klasse Solo von Eric "Roscoe" Ambel, der natürlich auch instrumentell ordentlich mitmischt. Was für eine hinreissende Rootsrock-/Americana-/Heartland Rock-Ballade! Ein Auftakt, der die Messlatte für den Rest des Albums gewaltig hoch legt, doch das ist für Anderson überhaupt kein Problem. Wie selbstverständlich hält er diese Qualität bis zum Ende der gut 50 Minuten durch. Mit Track Nummer 2 ziehen Tempo und Dynamik dann erstmals richtig an. "All lit up" ist ein kerniger, rougher, straighter Ohrwurm Gitarren-Rootsrocker, der trotz aller Energie und allen Drecks immer locker bleibt. Kommt in bester Chris Knight- und John Mellencamp-Manier. Guter Drive, Power, erdige Gitarren, viel "grit"! So wechseln sich weitere erstklassige, forsche Rootsrocker wie beispielsweise das baumstarke "Sooner/later" (stünde auch einem Will Hoge blendend zu Gesicht, tolle Melodie, klasse E-Gitarren), oder das, ein gewisses "Earle meets Springsteen"-Flair aufweisende "Torm apart", mit wundervollen Balladen wie zum Beispiel dem getragenen "Home", das sich im Verlauf seiner 6 Minuten von anfänglicher semi-akustischer Instrumentierung in eine kraftvolle, elektrischen Endphase steigert, dem mit wunderschönen Gitarren und einer starken, "jaulenden" Farfisa-Orgel garnierten, wieder etwas an Springsteen erinnernden "From now on" (eine dunkle, kaum beleuchtete Kneipe, dreckige, staubige Biergläser, stehende, von dicken Rauchschwaden vernebelte Luft, dazu Kerzenlicht - die richtige Umgebung für solch eine Nummer), oder dem über 7-minütigen, rauen, elektrischen, von einem fetten E-Gitarren-Sound geprägten, epischen Rootsrocker "Real gone", ab. “A versatile and confident singer and songwriter”, urteilt das renommierte "No Depression"-Magazin über einen Kasey Anderson, der mit "Nowehre nights" endgültig im Kreis der Elite amerikanischer Singer-Songwriter angekommen ist. Wir sind tief beeindruckt! Das ist allerfeinster Roots-Stoff!

Das komplette Tracklistin:

1 Bellingham Blues - 4:20   
2 All Lit Up - 3:32   
3 Sooner/Later - 3:09   
4 Home - 6:07   
5 Torn Apart - 2:31   
6 Leaving Kind - 4:48   
7 Nowhere Nights - 4:09   
8 From Now On - 5:32   
9 I Was A Photograph - 4:21   
10 Like Teenage Gravity - 4:15   
11 Real Gone - 7:26

Art-Nr.: 6806
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 12,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Bellingham Blues
All lit up
Sooner/later
Torn apart
From now on
Real gone

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Anderson, Kasey - the reckoning [2007]
Im Jahre 2004 sorgte der junge, damals gerade mal 24-jährige, aus Bellingham/Washington stammende Singer/Songwriter Kasey Anderson mit seinem fulminanten Debut "Dead roses" in der Roots-/Americana-/Alternate Country-Szene für geradezu überschwengliche Kritiken und Statements. Jetzt kommt mit "The reckoning" der Nachfolger - und der Bursche bestätigt die damalige, famose Leistung nicht nur, nein, er legt noch einen drauf! Abermals erstklassig und knochentrocken produziert von dem grandiosen Eric "Roscoe" Ambel (langjähriger Gitarrist u.a. der kultigen Del-Lords, von Steve Earle's Dukes und The Yayhoos), der selbstverständlich hier auch die Masse der Gitarrenparts übernommen hat, begeistert Anderson mit einer noch reiferen, noch vielseitigeren und ausgebuffteren Scheibe, deren 10 herausragende neue Songs eindrucksvoll und ohne Ausnahme das ungeheure Potenzial dieses Riesentalents unterstreichen. Das ist geradezu meisterhafte, mit einem herrlich rauen, ursprünglichen Flair behaftete, ausgewogen zwischen dampfenden, straighten Hi-Energy Guitar-driven Roots-Rockern und teils ein wenig psychedelisch angehauchten, folkigen Alternate Country-/Singer-Songwriter-Balladen hin und her balancierende Americana-Musik mit großer Tiefe und Spannung, die einen von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Spuren von Steve Earle, Chris Knight, Ryan Adams, bei so manchem Rocker auch von John Mellencamp sind unverlennbar. Sogar der zuletzt wieder in bestechender Form in Erscheinung getretene Will Hoge dient als Vergleichsgröße. Kasey Anderson (ausdrucksstarke, herlich angeraute, staubige Stimme) ist ein brillanter Songwriter und Storyteller, der jederzeit in der Lage ist, die Spannung seiner Lyriks auf beeindruckende Art und Weise mit packenden, auch bei den Balladen überaus würzigen, dreckigen, zwanglosen und sehr melodischen Roots(rock)-Arrangements zu veredeln. Völlig zu Recht schwärmt das US Genre-Vorzeigenblatt "No Depression" von einem begnadeten Songwriter "with a real melodic gift" und "darkly rich songs". Nach der ungemein "roughen", aufwühlenden, dreckigen, von kratzigen und verzerrten, massiven E-Gitarren (Neil Young & Crazy Horse lassen grüßen), hintergründigem Piano-Geklimper und düsterem Sprech-Gesang geprägten, sehr dramaturgisch in Szene gesetzten Eröffnungs-Rootsballade "The reckoning", feuert Anderson mit dem abgehenden, knackigen, herrlich melodischen Rootsrock-Kracher "Last thin line" dann eine voller Dynamik und Midwestern-Flair steckende Volldampf-Nummer hinterher, die in bester Mellencamp-/Chris Knight-/Eric Ambel-/Yayhoos-Tradition aus den Lautsprechern bläst. Große Klasse! Nun "brennt" die Hütte, der Motor scheint wie geschmiert zu laufen, doch Anderson schaltet sofort wieder einen Gang zurück und "zwingt" sein Publikum regelrecht zum "Zuhören"! Doch dieser Tempowechsel passt hervorragend ins Bild! Auf dem Programm steht die entspannte, erdige, wunderbare Roots-/Storytelling-Ballade "Don't look back" (tolle Melodie, starke Gitarrenbegleitung von Ambel), die für knisternde Spannung sorgt. Klasse "Reibeisen"-Stimme von Anderson! Anschließend lässt er's wieder krachen: Zunächst mit dem rotzigen, kernigen, von straightem Drumming und prächtigen Acoustic-/E-Gitarren-Riffs angetriebenen, genauso melodischen wie trockenen Roots-/Americana-Rocker "Long way home", und dann mit dem von dreckigen E-Gitarrenläufen bestimmten, einen ordentlichen Drive aufnehmenden, großartigen Rock'n Roll-Feger "Hometown boys", den auch Dan Baird, Ambel und The Yayhoos nicht besser hätten rasuhauen könnten. Im vorgenannten Stil geht's auf gleichbleibend hohem Niveau bis zum Ende der Scheibe, zwischen Balladen und Rockern wechselnd, weiter, sodass schließlich knapp 47 Minuten allerbester, staubig dreckiger, roher Roots-(Alternate Country-/Americana-Mucke zu Buche stehen, die einen Musiker präsentieren, der auf dem besten Weg ist einer der ganz Großen seiner Zunft zu werden. Hier noch ein paar Zitate der euphorischen US-Presse, die das deutlich unterstreichen: "Anderson's doleful Americana is the melancholy sound of gravel roads and broken-down love" (San Francisco Examiner); "These songs are skilfully heartfelt classics that can rock us as well as bring us tumbling down to earth with a heartbroken thud" (Alt. Country Tab); "Blessed with a deft feel for the poetric parable and a hardscrabble, old soul voice, Mr. Anderson's talent lies in his recognition of the power of the slow burn" (Augusta Chronicle); "The folk-based melodies are solidly arranged, you could teach a songwriting class with it" (nochmals "No Depression")... - all dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Art-Nr.: 5459
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
The reckoning
Last thin line
Don't look back
Long way home
Hometown boys
You don't live here anymore

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