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New Riders Of The Purple Sage - 17 pine avenue [2012]
Jamrock-Freunde aufgepasst: "This band sounds great and full of fire". Unglaublich! Was für ein grandioses Album! Die legendären, 1969 gegründeten, den Grateful Dead so nahe stehenden, für ihren twangy Acid Countryrock-Sound auch von den Deadheads so heiss verehrten New Riders Of The Purple Sage (sie galten immer als die ideale Ergänzung zu Dead und zu Jerry Garcia) sind bereits seit einigen Jahren wieder sehr aktiv und legen nun mit "17 pine avenue" ein neues Studioalbum vor, dass in der Szene jetzt schon wie die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen hat. Begeisterung und Euphorie überall - und dem mss man sich bedingungslos anschliessen. Diese Truppe um die beiden Gründungsmitglieder David Nelson (vocals, lead guitar) und Buddy Cage (pedal steel guitar) begnügt sich nicht im entferntesten damit, die alten Hits aufzuwärmen und rauf und runter zu "nudeln", nein, diese "verrückten Hunde" stecken noch voller Vitalität, voller Feuer, voller ungezügelter Musikalität. Der "Hunger" dieser "alten Haudegen" ist noch lange nicht gestillt. "17 pine avenue" beweist dies auf eindrucksvollste Art und Weise. Die "neuen" New Riders Of The Purple Sage bestehen neben Nelson und Cage, die den Sound mit ihrem fulminanten E-Gitarren- und Pedal Steel-Spiel dominieren, aus den großartigen Rhythmus-Leuten Ronnie Penque am Bass und Johnny Markowski an den Drums, sowie dem, Buddy Cage mit eingerechnet, dritten Gitarristen Michalel Falzarano, der das Album auch exzellent produzierte (toller, punktgenauer, voller Sound) - allesamt fantastische Musiker, die grandios aufeinander abgestimmt spielen. Bei einigen Tracks hilft zudem "Professor Louie" an der Hammond Orgel aus, bei dem großartigen, flockigen Uptempo Cajun-Countryrocker "Message in a bottle auch am Akkordeon. Viele der klassischen New Riders-Trademarks von früher sind noch immer vorhanden, vor allen Dingen der mitreissende Gitarrensound der prächtig miteinander harmonierenden Gitarren von David Nelson und Buddy Cage (immer wieder brillieren sie mit bärenstarken Soli - steht der eine im Mittelpunkt, gibt der andere den "soundfüllenden" Begleiter und umgekehrt), doch sie agieren heute mehr im Stile einer "richtigen" Jamrock-Band, die eine faszinierende Synthese aus Rock-, Countryrock-, Americana-, und Rootsrock-Elementen kreiert, zuweilen mit ein wenig Blues- und unterschwelligen Sixties Psychedelic-Elementen. Sie klingen rockig und erdig, dennoch ungemein flüssig und frisch. 7 der 12 Songs sind im übrigen gemeinsame Kompositionen von David Nelson und seinem engen Freund, dem legendären Grateful Dead-Lyriker Robert Hunter (beide arbeiteten schon vor zig Jahren mit dem jungen Jerry Garcia zusammen), wie zum Beispiel der famose Opener "Prisoner of freedom". Was für ein bluesiger, rootsiger, jammiger, Shuffle-Boogie! Was für ein mitreissender Groove! Zwischen den jeweiligen Strophen toben sich abwechselnd Buddy Cage mit einer ungemein dreckig klingenden Steel (wie eine Slide gespielt) und David Nelson mit seiner feurigen Telecaster in bärenstarken Soli aus. Dazu singt Nelson so gut wie selten zuvor. Das ist knackiger, erdiger Gitarren-Jamrock vom Allerfeinsten, der sogar ein leichtes Southern-Flair versprüht. Widespread Panic könnten das nicht besser hinbekommen. Ebenfalls aus der Feder von Nelson und Hunter stammt das sehr an Dead und Garcia erinnernde, "Cosmic Charlie"-style Titelstück "17 pine avenue", wieder leicht bluesig, sehr rootsig und sehr jammig, dabei aber gleichzeitig überaus locker und flüssig - tierische Gitarrenausflüge inbegriffen. Fantastisch auch das fast 8-minütige "Suite at the mission" (ebenfalls Hunter/Nelson), eine wahrhaft traumhaft dargebotene Americana-/Countryrock-Ballade mit herrlichen Instrumentalpassagen. Zunächst dürfen wir ein ausgedehntes, geradezu atemberaubendes, glasklares Pedal Steel-Solo von Buddy Cage bewundern, dann ein rund 2-minütiges, begnadetes E-Gitarren-Solo von David Nelson. Unterschwellig fühlt man sich ein wenig an eine californische Ausgabe der The Marshall Tucker Band erinnert - einfach herrlich! Aber auch die anderen Bandmitglieder bringen sich mit tollen Kompositionen in Stellung. Ronnie Penque beispielsweise mit dem Garcia-mässigen, großartigen "Shake that thing", Johhny Markowski mit dem lockeren, an alte John Dawson-Tage erinnernden "Down for the ride" und Gitarrist/Produzent Michael Falzarano mit dem hinreissenden, knackigen California Countryrocker "Just the way it goes", der mit einem ungemein vollmundigen, herrlich frischen, flüssigen Gitarrensound und einer klasse Melodie aufwartet. Buddy Cage besticht auch hier wieder mit einem wundervollen Solo-Part. Doch welchen Song man auch betrachtet, sie sind alle von aussergewöhnlicher Klasse. Die New Riders Of The Purple Sage, 1969 in San Francisco gegründet, legen 43 Jahre später ein Album vor, das fast ihre besten Arbeiten in den Schatten stellt - auf jeden fall aber zu den absoluten Highlights ihrer Karriere zählt. Zeitlos, erfrischend, durch und durch authentisch, dargeboten mit einer für solche "alten" Haudegen geradezu unglaublichen Leidenschaft, Inspiration und Spielfreude. Die NRPS stehen voll im Saft!

Das komplette Tracklisting:

1. Prisoner of Freedom - 5:58
2. Message in a Bottle - 4:03
3. Fivio - 5:56
4. Just the Way It Goes - 4:28
5. 17 Pine Avenue - 5:15
6. Down for the Ride - 3:57
7. No Time - 5:32
8. Shake That Thing - 4:47
9. Suite at the Mission - 7:50
10. I Know There's Someone Else - 3:43
11. Six of One - 4:51
12. Truth Is Dead - 3:31

Art-Nr.: 7730
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Prisoner of freedom
Message in a bottle
Just the way it goes
17 pine avenue
No time
Suite At The Mission
Six of one

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