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Pinson, Bobby - man like me [2005]
Eine neue, junge Country-Generation sorgt in Nashville seit einiger Zeit für frischen Wind - und zwar in höchst erfreulicher Art und Weise. Es geht in die richtige Richtung, denn pure Country-Traditionen und ein rootsiges, angerocktes Americana-Feeling gewinnen wieder, bzw. immer mehr an Bedeutung! Nächster, höchst kompetenter Vertreter dieser Fraktion ist der Texaner Bobby Pinsom mit einem wahren Knüller-Debut! Er selbst beschreibt seine Musik als ein "John Deere tractor with an airplane engine", was es hundertprozentig trifft. "Man like me" ist eine exakt den Nerv der Zeit treffende Mischung aus traditionellen Country-Wurzeln, rootsigem Americana-Flair, "Rock 'n' Roll energy" und starken, bewegenden Texten. Diese Musik beinhalted das Feeling eines Chris Knight, Joe Ely oder Steve Earle, genauso wie das solch "moderner" Nashville-Helden, wie Montgomery Gentry oder Trace Adkins, aber auch eindeutig die Traditionen eines Johnny Cash, Kris Kristofferson oder Willie Nelson. Pinson schafft es scheinbar spielend die Strömungen all dieser Leute zu seinem ganz eigenen Ding unter einen Hut zu bringen - und das in geradezu meisterlicher Manier! Seine immensen Qualitäten als Songwriter (er hat sämtliche Titel des Albums, zusammen mit diversen Co-Autoren, selbst komponiert) sind ein zusätzlicher Trumpf, den er für sich ausspielen kann. Längst ist er in der ersten Nashville-Songwriter-Liga angekommen, mit einer langen Liste an Credits, die sich wahrlich sehen lassen kann: Leute wie LeAnn Rimes, Blake Shelton, Tracy Lawrence, Trent Willmon oder zuletzt die Van Zant-Brüder (den Opener von "Get right with the man", "Takin' up space" hat Billy zusammen mit Billy Jowe Walker jr. geschrieben) bedienten sich bereits seiner Songs! Bobby Pinson ist einfach ein Paradebeispiel dafür, wie im heutigen Nashville aktuelle, sowohl mitten ins Herz der etablierten Country-Genearation, als auch in das der "jungen Wilden" treffende, knackige Countrymusic zu klingen hat: Angelehnt an "alte" Traditionen, zuweilen etwas rootsig rockend, ausgestattet mit einem satten, transparenten, sowohl erdig würzigen, aber auch frischen, vielschichtigen Gitarrensound, mit wunderbaren, sich ohne Umschweife im Gedächtnis verankernden Melodien, und einer trockenen, auf den Punkt gebrachten, klaren und sauberen Produktion! Ach ja, Bobby's Stimme: die ist einfach klasse! Höchst angenehm, mit viel Twang und leicht Staub-gegerbtem, dezent rauem Flair, dennoch sehr sauber! Dazu fantastische Musiker wie z.B. Russ Pahl (Steel, Dobro), Brian Pruitt (Drums), Mike Rojas (Keyboards), Mark Hill (Bass), Billy Panda (Acoustic Guitar, Mandolin) und allen voran die beiden E-Gitarren.Meister Troy Lancaster und David Grissom (u.a. John Mellencamp, Joe Ely, Dixie Chicks)! Es paßt einfach alles zusammen! Wir hören die ersten Töne einer rootsig staubigen Acoustc Gitarre, gefolgt von satt rockenden E-Gitarren-Riffs und einer klasse Mundorgel, intensives Schlagzeug, die E-Gitarren legen weiter zu, Bobby's großartiger Gesang in Verbindung mit einer herrlichen Melodie und einem tollen Rhythmus setzt ein - und schon befinden wir uns mitten in einem leicht dreckigen, jedoch niemals die traditionellen Pfade verlassenden, fantastischen New Country(Rock)-Ritt durch den amerikanischen Südwesten, der uns nicht mehr los läßt! Toll auch die satten, dezent southern-angehauchten (Double)Lead-Gitarren im Mittelteil! Und es geht auf diesem erstaunlich hohen Niveau weiter: "Nothin' happens in this town" heißt die nächste Killer-Nummer! Wie eine wunderbare Mischung aus einem Country orientierten John Mellencamp und Chris Knight, verbunden mit jeder Menge traditionellem und rootsiogem Texas-Flair, fließt dieser flotte, lässige, schön knackige und traumhaft melodische Countryrocker aus den Lautsprechern! Welch ein herrlich transparenter Sound aus vielschichtigen, kraftvollen und frischen E-Gitarren, Steelguitar, Mandoline und trockenem Drumming! Super! Wie auch die tolle Countryrock-Ballade "One more believer" mit den klasse Gitarren und der feinen Steel, die großartige, sehr knackige, mit ein wenig Montgomery Gentry-like Southern-Flair ausgestattete, einmal mehr von einer tollen Melodie durchzogene Midtempo New Country-Nummer "Don't ask me how I know" (ist gleichzeitig die erste Single und hat verdientermaßen bereits die Top 20 der Billboard Country Singles-Charts geknackt), das semi-akustisch instrumentierte, dennoch recht kraftvolle "Man like me" mit der wunderbaren Mandolinen-Begleitung, der fetzige, ordentlich abgehende, aber herrlich lässige Roadhouse-/Country-Kracher "Started a band" mit seinen satten E-Gitarren, das entspennte, aus purer Tradition und den Americana-Klängen eines Steve Earle oder Chris Knight kombinierte, herrliche "Ford Fairlane", usw., usw.! Das Album (hinter dem 11. Stück gibt es übrigens noch ein Acoustc "hidden" Track) hat keinerlei Schwächen! Bobby Pinson mit einem meisterhaften Debut! Kerniger, sowohl rootsiger als auch Nashville-tauglicher, knackiger, hoch aktueller New Country vom Allerfeinsten! Um nochmal auf sein eingangs zitiertes, eigenes Statement zurück zu kommen: Schmeiß den "Motor deines John Deere" an, Bobby, das ist der Sound, den wir lieben...

Art-Nr.: 3299
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Pinson, Bobby - songs for somebody [2007]
Zweitwerk des sympathischen Blondschopfes! Die Major-Ehe RCA/Pinson war trotz eines überragenden Debüts leider nur von kurzer Dauer. Daher erscheint der Nachfolger "Songs For Somebody" konsequenterweise jetzt auf dem Independent Label "Cash Daddy Records" (die Vermutung liegt nahe, dass es Pinsons eigenes Label ist, denn sein gerade geborener Sohn heißt "Cash"). Als Songwriter nach wie vor in Nashville überaus gerne gesehen (Pinson hat unzählige Songs für etablierte Interpreten wie Sugarland, Toby Keith, LeAnn Rimes, Trent Tomlinson und viele andere geschrieben), erschien er in den Augen der Major-Bosse als Musiker mit seiner kantigen Art offensichtlich zu wenig massenkompatibel. Der Vergleich mit einer ähnlichen Entwicklung wie seiner Zeit der eines Steve Earle in Nashville liegt nahe, mit dem Pinson u. a. auch immer wieder in einem Atemzug genannt wird, wenn es um die Charakterisierung seiner Musik geht. Die gute Nachricht in jedem Fall: Der gebürtige Texaner geht weiterhin konsequent seinen Weg, seine zweite CD steht dem Vorgänger in nichts nach. Marginale Änderungen wie das äußere Erscheinungsbild (jetzt im "modischen" Kurz-Haarschnitt, die strohig herabhängenden Haare und der Cowboyhut sind verschwunden), die Produktion (diesmal in Eigenregie, vormals zusammen mit Joe Scaife), sowie die leicht abgespeckte Musiker-Mannschaft (der Korpus vom Debüt mit Troy Lancester, Billy Panda, Mark Hill, Mike Rojas, Russ Pahl und Brian Pruitt ist aber erhalten geblieben), sind ein Zeichen für Frische in Kombination mit Kontinuität, bei weiterhin hohem Qualitätsanspruch. Und so verbindet Pinson erneut seine intelligenten und lebensnahen Texte (“I put myself into the character of that guy who's made some mistakes but lived to learn from them. My music allows me to carry other peoples pain on my shoulders with hopes that the weight of their world might get a little lighter three minutes and twenty seconds at a time.”) mit einer auf Country-Traditionen befindlichen, rockig rootsigen Americana-nahen New Country-Basis. Ruhige Storytelling-Songs ("Back In My Drinkin’ Days", das melancholische "If I Met God Tonight", "This Close To Heaven" oder das traurige "If I Don’t Make It Back", welches auch von Tracy Lawrence auf seinem letzten Werk interpretiert wurde), bei denen Bobby's rauchig kratziges Stimmorgan bei wunderschön zurückhaltender Instrumentierung mit Akustik- und E-Gitarre, ganz dezent Piano, Orgel, Steel oder Mandoline (diesmal komplett ohne Streicher) unnachahmlich zur Geltung kommt, wechseln in gut dosierter Form mit rockigeren und etwas temperamentvolleren Liedern, die dann meist von Pinson's eigenwilligem Humor begleitet werden. Das an Jack Ingram erinnernde "Just To Prove I Could", das von einem dezenten U2-E-Riff getragene "Don’t Think I Don’t Think About It", das southern-swampige "Right To Be Wrong" (fast wie für Van Zant auf den Leib geschrieben), das poppige, mit einer Prise Heartland-Touch versehene "I Probably Will", das recht flotte, ein wenig an Big & Rich angelehnte "Past Comin’ Back" oder das von den Van Zant-Brüdern bereits auf ihrem New-Country-Debüt-gecoverte "Takin’ Up Space" beweisen, dass Bobby auch bei flotteren Nummern eine gute Figur abgibt. Hervorragend, wie bereits erwähnt, die Instrumentierung auf höchstem Niveau, bei der es einfach Spaß macht zuzuhören. Mit "Songs For Somebody" hat Bobby Pinson in einer schwierigen Situation einen exzellenten Nachfolger hingelegt. Das spricht schon für sich. Leute mit Vorliebe für eine gewisse musikalische Eigenständigkeit werden erneut voll auf ihre Kosten kommen. Der John Deere-Traktor mit dem Flugzeug-Motor (mit dem sich Pinson einst verglich) läuft weiter auf vollen Touren... (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4923
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Just to prove I could
Don't think I don't think about it
If I met God tonight
This close to heaven
Takin' up space

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