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Hanna-McEuen - same [2005]
Endlich liegt das mit Spannung erwartete und mit viel Vorschuß-Lorbeeren bedachte (geschürt nicht zuletzt durch ihren überragenden Auftritt beim letzten "Will the circle be unbroken"-Projekt der Band ihrer Väter) Debut-Album von Jaime Hanna und Jonathan McEuen, den Söhnen der beiden Nitty Gritty Dirt Band-Gründungsmitglieder Jeff Hanna und John McEuen vor! Und was sollen wir sagen? Sie erfüllen die in sie gesetzten Erwartungen mit Leichtigkeit, ja übertreffen sie vielleicht sogar! Was da voller Frische und musikalischer Klasse aus den Lautsprechern kommt, ist der pure (New)Country-Genuß! Wunderbare Gesangsharmonien, herrliche Melodien und großartige Songs (die beiden sind excellente Songwriter), überwiegend schön knackig in Szene gesetzt (aber auch die ein oder andere, hinreißenden Ballade fehlt natürlich nicht), in einem tollen, vielschichtigen, transparenten und sehr klaren, sauberen Gitarrensound, oft mit prächtiger Baritone Gitarre, schönen Steel-Passagen und dezenten Keyboard-Fills! Die beiden haben einfach die musikalische Kompetenz geerbt, sie haben sie regelrecht im Blut. Vor allem auch stimmlich spürt man eine solche Wärme und innerliche Verbundenheit, eine Chemie, wie sie wohl nur in solch einem familiären Verwandschaftsverhältnis möglich ist. Sie sind nicht nur die Söhne von Jeff Hanna und John McEuen, sondern darüber hinaus auch noch Cousins, denn ihre Mütter Rae und Kae sind eineiige Zwillinge! Egal, wer den Lead-Gesang übernimmt, beide Stimmen sind herausragend! Zudem sind beide excellente Gitarristen (akustisch und elektrisch), wobei Jaime Hanna auch noch Mandoline und Mundharmonica, Jonathan McEuen, ebenfalls Mandoline und Banjo (wie sein Vater) spielt. Die fantastische Band, die sie im Rücken haben, komplettiert den Genuß! Als da wären: Greg Morrow - Drums (äußerst knackig), Glenn Worf - Bass, Dan Dugmore - Pedal Steel, Gordon Mote - Keyboards, sowie als weiteren Gitarristen Kenny Greenberg und die beiden Fiddler Gabe Witcher und Phil Salazar, auf einigen Tracks! Möchte man nach Vergleichen von Künstlern, denen die Musik in etwa ähnelt, suchen, so fallen einem Namen wie Foster & Lloyd, die Mavericks (ohne ihren Rockabilly-Einschlag), ein früher, rockiger Vince Gill, in Ansätzen vielleicht auch die Eagles, und die Everly Brothers, allerdings sehr countryorientiert und in einem aktuelleren Sound, ein. Natürlich gibt's auch Reminiszensen an die Nitty Gritty Dirt Band! Ein paar Beispiele: Das Album startet gleich mit einem richtigen Knüller: "Fool around" ist ein prachtvoller, munterer und überaus knackiger Uptempo New Country-Knaller mit einer ganz wunderbaren Melodie, der bereits nach Sekunden keinen Zweifel mehr aufkommen läßt, welch hervorragende Künstler hier am Werk sind. Sehr stark die rockigen Gitarren, inklusive quirliger, rotziger Baritone Guitar, sowie die Integration der harmonischen, weichen Steelguitar. Hat einen guten Drive! Auch bei dem folgenden, angerockten Midtempo-Countrysong "Blue sunrise" hören wir wieder diese wunderbare Baritone Gitarre, die sich regelrecht geheimnisvoll, aber auch majestätisch durch das, von einem gewissen Roots-, Western- und Americana-Feeling begleitete, Stück zieht. Toller Gesang! Strahlt eine immense Frische aus! Wie auch das anschließende "Read between the lies", eine herrlich melodische Country-Ballade, mit der sie erstmals musikalisch recht nahe an die Band ihrer Väter herankommen. Großartiger, von toller Mandoline, schöner Steel, transparenten Gitarren und einer, ein dezentes Mountain-Flair versprühenden, wunderbar reinen Mundharmonika, bestimmter, traditionell verwurzelter, semi-akustischer Country, der in seinem feinen 3/4-Waltzing-Takt auch der Nitty Gritty Dirt Band wie auf den Leib geschrieben wäre. So folgt eine klasse Nummer der nächsten! Wie der kräftige, etwas rootsige, wieder sehr knackige, melodische, mit tollen Gitarren, schöner Steel und ein paar klimpernden Piano-Klängen instrumentierte Countryrocker "Something like a broken heart", das rhythmische, sonnige "End of me" mit seinem leichten Buddy Holly- und Karibik-/Latino-Einschlag, die wundervolle, glasklare, gefühlvolle und reine Country-Ballade "Prayer for you", das dynamische, Banjo-driven "Wild eyes of love", das rockige, sehr an Foster & Lloyd erinnernde "Someone else", der schmissige, viel Everly Brothers-Feeling verbreitende, etwas nostalgisch angehauchte Countryrocker "Rock and a heartache" mit seiner großartigen "Schweineorgel" und dem glühenden E-Gitarren-Solo, bis hin zu der abschließenden, entspannten, wunderbaren Ballade "Ocean"! Hanna-McEuen haben einen beeindruckenden Grundstein für eine möglicherweise große Karriere gelegt. Alle Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gegeben! Ein Pracht-Debut!

Art-Nr.: 3421
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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