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Mellencamp, John - freedom's road [2007]
Der 55-jährige Heartland-Rocker aus Bloomington/Indiana beglückt uns mit einem phantastischen neuen Album, seinem ersten mit eigenem neuen Material seit über 5 Jahren (das 2003er-Werk "Trouble no more" war ein reines Cover-Album)! "Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere angelangt, an dem ich ausschließlich Songs für mich selbst schreibe, ob sie anderen gefallen oder nicht", äußerte sich Mellencamp kürzlich in einem Interview. Vielleicht ist es genau das, was "Freedom's road" so glaubwürdig, so authentisch, so stark macht. Auf jeden Fall ist es ein Werk geworden, mit dem er sich zu 100% identifiziert - und das kommt spürbar rüber! Thematisch setzt er sich politisch und sozial überaus kritisch mit der aktuellen Lage in Amerika auseinander (in dem in der Tracklist nicht aufgeführten "hidden track" bezeichnet er Präsident Bush schlicht als einen "Rodeo clown with bloody red eyes" und die Vereinigten Staaten als eine "arrogant nation"), dabei jedoch stets bemüht aus allem Dilemma eine positive Erfahrung zu ziehen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Musikalisch ist es ein typisches Mellencamp-Album geworden, wenngleich, und das beeindruckt besonders, schon ein paar Veränderungen in den Arrangements stattgefunden haben. Von Kreativitäts-Stillstand also keine Spur, im Gegenteil: Plötzlich verarbeitet Mellencamp in seinen Songs neben den bekannten Roots-/Midwestern-Charakteristika noch einen wunderbaren Retro-Psychedelic-"Duft", ein gewisses Sixties-Flair und ein paar gepflegte Countryrock-Einflüsse. Zuweilen "schimmern" die Gitarren in dem unverwechselbaren Klangspektrum vergangener Byrds-Tage. Das alles passt prächtig zusammen und vereint sich zu einem tollen Roots-Sound voller herrlicher Melodien! Wunderbar flockig, dabei knackig und gleichzeitig schön flüssig kommt das großartige, geradezu hymnische Eröffnungsstück "Someday" aus den Lautsprechern - dezent psychedelisch, wie ein Relikt der legendären Byrds, übertragen in die heutige Zeit und gwürzt mit erdigen Rootsrock-/Midwestern-Rock-Tugenden. Hinzu kommt eine dezente Portion "Soul", ausgelöst vor allem durch den emotionalen, großartigen Background-Gesang der Country-Truppe Little Big Town (im übrigen touren die in den Staaten im Vorprogramm von Mellencamp), die bei diversen Stücken des Albums immer wieder mit tollen Background-Gesangsparts überzeugen. Die Gitarren von Mike Wanchic und Andy York hören sich an als spielte sie Roger McGuinn! Herrlich! Das nachfolgende, phantastische "Ghost towns along the highway" ist ein groovender Midtempo-Rootsrocker mit feiner Fiddle-Ergänzung, breit angelegter E-Gitarren-Begleitung, erneut starken Harmonies von Little Big Town und einem, dem Titel entsprechenden, typischen Wüsten-/"Ghost Town"-Flair! Dann das überragende "The American", ein knackiger, mit prächtiger Baritone-Gitarre begleiteter, von einer traumhaften, Gänsehaut erzeugenden Melodie bestimmter Rootsrocker, durch den gar eine leichte Brise Southern-Flair zu wehen scheint. Erinnert entfernt an alte Sachen der Sorte "Small town" und steckt doch voller neuer, frischer, unsere Ohren verwöhnender Details, die das Stück zu einem absoluten "Hit" werden lassen! Toll! Erneut etwas psychedelisch angehaucht und mit Byrds-Reminiszensen ausgestattet folgt das eingängige, schöne "Forgiveness", ehe der staubige, trockene, genauso entspannt wie "rough" wirkende Titelsong "Freedom's road" auf dem Programm steht. Eine starke Nummer reiht sich an die nächste, Ausfälle sucht man vergebens! Mellencamp hält das hohe Niveau völlig problemlos bis zum Ende durch! Besonders erwähnenswert sind vielleicht noch die engagierte Protest-Ballade "Jim Crow", ein Duett mit Folk-Legende Joan Baez, der exzellente Americana-Rocker "Our country", in den USA bereits aufgrund seiner Verwendung in einem Chevrolet-Commercial eine Riesennummer, und der bereits erwähnte, bei 7:37 Minuten nach Beginn des letzten Stückes einsetzende hidden track "Rodeo clown", ein dynamischer, voller Seele steckender Roots-/Heartlandrock-Knaller mit viel Stones-/Springsteen-Flavour! "Freedom's road" ist ein weiterer Meilenstein in der langen Karriere John Mellencamp's! Eine Meisterleistung eines Mannes, dem die guten Songs wohl niemals ausgehen werden! Möge er noch viele davon veröffentlichen, auch wenn er, wie er sagte, sie nur für sich selbst schreibt...

Art-Nr.: 4678
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Mellencamp, John - life, death, live and freedom ~ live [2009]
8 Track Live-EP! Das ist schon sehr beeindruckend! John Mellencamp veröffentlicht eine wirklich exzellente, im Jahre 2008 mitgeschnittene Live EP (bei über 33 Minuten Spielzeit kann man das fast schon als "full length album" bezeichnen) mit phantastischen Live-Versionen von 8 der wichtigsten Songs seines eh schon starken letzten Studioalbums "Life, death, love and freedom". Erschien so manchem das Studiowerk vom Stimmungsbild her insgesamt vielleicht ein wenig zu düster, trübe und melnacholisch, so erscheinen die Songs hier in einem völlig neuen Licht, voller Aufbruchsstimmung, spürbarer Vitalität, Dynamik und Spielfreude. Zuweilen hat man den Eindruck, als seien es komplett neue Stücke. Zur einen Häfte mit seiner großartigen Band, zur anderen vollkommen solo, zeigen Mellencamp und seine Freunde, welch hervorragende Live-Musiker sie doch sind. Insgesamt wirkt das Ganze auch wesentlich rootsiger und rockiger als im Studio. Irre stark beispielsweise "Don't need this body", bei dem Mellencamp lediglich von akustischer Gitarre und einer bluesigen, dreckigen, fetten E-Gitarre begleitet wird (welch eine Ausstrahlung geht von dieser Performance aus) oder der raue, voller Energie, Power und "Roots-Dreck" steckende, würzige, prächtig groovende Midwester-Rocker "If I die sudden" (sogar ein gewisses Southern-Flair ist hier nicht zu leugnen), mit seinem feurigen Gitarrensolo und der dynamischen Fiddle-Einlage (Mellencamp's Band nutzt den ihr zur Verfügung gestellten Freiraum hier glänzend aus). Ein weiteres Plus: Die Aufnahmen sind vollkommen unbehandelt - keine Overdubs, keinerlei Studio-Schliff! Alles vollkommen authentisch und live im wahren Sinne des Wortes - und das bei einem klasse Sound! John Mellencamp und seine Band (Andy York & Mike Wanchic - Gitarren, Troye Kinnett - Keyboards, Miriam Sturm - Violine, John Gunnell - Bass, Dane Clark - Drums, Percussion) mit einer Top-Vorstellung!

Das komplette Tracklisting, inklusive Aufnahmeort und -datum:

1. If I Die Sudden (5.42) - Greek Theatre/Los Angeles, July 31, 2008
2. Troubled Land (4.07) - Greek Theatre/Los Angeles, July 31, 2008
3. Don't Need This Body (5.20)- Mann Music Center/Philadelphia, July 8, 2008
4. Longest Days (3.32) - Greek Theatre/Los Angeles, July 31, 2008
5. Young Without Lovers (2.27) - Air Canada Centre/Toronto, February 6, 2008
6. A Ride Back Home (3.33) - Air Canada Centre/Toronto, February 6, 2008
7. Jena (4.13) - Centrum/Red Deer, AB, February 14, 2008
8. My Sweet Love (4.05) - Greek Theatre/Los Angeles, July 31, 2008

Art-Nr.: 6443
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Mellencamp, John - life, death, love and freedom [2008]
Rund 1 1/2 Jahre nach dem überragenden "Freedom's road" entführt John Mellencamp seine Zuhörer mit einem textlich sehr ambitionierten Werk in sein innerstes Gefühlsleben. "Life, death, love and freedom" heißt das großartige neue Werk, dessen Albumtitel eigentlich schon die Grund-Ausrichtung der 14 neuen Songs thematisiert. Mit der ganzen Erfahrung seines bisherigen Lebens reflektiert ein nachdenklicher Mellencamp seine Vergangenheit und wagt einen Ausblick in die Zukunft, wobei er auch nicht die Auseinandersetzung mit dem Tod scheut. Immerhin hat der nunmehr 56-jährige Singer-Songwriter bereits eine schwere Herzattacke überlebt. Entsprechend zurückhaltend sind diesmal die Arrangements ausgefallen. Mellencamp mimt hier nicht den straighten Rocker , sondern begeistert mit einer prächtig umgesetzten Americana-/Modern Folk-Ausrichtung. Parallelen zu Dylan oder Springsteen sind durchaus legitim. Die Songs sind wunderbar trocken in Szene gesetzt und das Ganze ist erstklassig produziert von dem großen T Bone Burnett, der auf dem Album auch einen zentralen Part als Musiker einnimmt (Gitarren, Bass, Melodica). Die übrigen Musiker sind u.a.: Andy York (Gitarre), Dennis Crouch (Bass), Dana Clark (Drums), Troy Kinnett (Keyboards) und Karen Fairchild (eine der beiden Sängerinnen von Little Big Town, die bei der vergangenen U.S.-Tour von Mellencamp den Support-Act machten) als Background- und Duett-Sängerin. Sehr atmosphärisch! Erneut eine exzellente Vorstellung des Mannes aus Bloomington/Indiana!

Art-Nr.: 5824
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

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Mellencamp, John - trouble no more [2003]
John Mellencamp ist weiterhin in Top-Form! "12 authentic American songs", heißt es auf dem Sticker seines neuen Albums "Trouble no more"! Und genau das ist es! Mellencamp läßt seiner Kreativität und seinen Neigungen freien Lauf ,und präsentiert seinen Fans ein großartiges, rauhes Roots-Album, vollgepackt mit, zumeist aus den 60igern stammenden, erdigen und dreckigen Coverversionen von Leuten wie Howlin Wolf, über Skeeter Davis bis hin zu Lucinda Williams. Auch ein paar Public Domain-Traditionals verpaßt er seinen Anstrich! Und was soll man sagen: Hut ab, das Resultat ist allererste Klasse! Mellencamp's Gesang war nie besser. Alle Stücke sind mit seiner Band (Andy York, Mike Wanchic, Dane Clark, Toby Myers, Miriam Sturm...) live im Studio eingespielt. Das Ergebnis sind Aufnahmen ala "Rough harvest", nur ist der Sound noch rauher, noch rootsiger, noch erdiger und um Längen besser. Voller Emotionen und mit großer Intensität trägt Mellencamp die Stücke vor. Dabei harmoniert er prächtig mit der Band. Es entsteht eine geradezu erdrückende atmosphärische Dichte, die gleichzeitig eine regelrecht knisternde Spannung auslöst. Alles klingt sehr direkt! Die Produktion trifft ohne Firlefanz genau auf den Punkt! Das volle Roots-Programm wird geliefert: Blues, Folk, Country... - alles herrlich roh! Los geht's mit dem Robert Johnson-Cover "Stones in my paaway", einem derben, dreckigen, schwülen Delta-Blues, geprägt von brodelnder und swampiger Slide E-Gitarre und herrlichem, auf den Punkt gebrachtem, direktem Drumming. Ähnlich gelagert spielt er den 6-minütigen Acoustic Southern-Blues "Death letter", ein Son House-Stück, mit toller Acoustic Slide, ehe er sich für Woody Guthrie's "Johnny Hart" gekonnt in lockere, gut abgehende, rootsige Folkrock-Gefilde begibt. Dabei herrscht ein wunderbar intimes, rohes Feeling. Wir hören tolle Acoustic Gitarren, starke Fiddle und großartiges Drumming! Bei dem Dicky Doo & the Don'ts-Klassiker "Teardrops will fall", den man ja auch sowohl von Wilson Pickett, als auch von Ry Cooder kennt, spielen sich die Jungs dann in allerbester "Lonesome jubilee"-, "Scarecrow"-, "Small town"-Manier richtig in Fahrt. Rootsrock pur - zwar sehr melodisch, aber schön satt, trocken und roh! Schwung und Drive bestimmen auch das Traditional "Diamond Joe" mit seiner starken Fiddle und der gut dazu passenden Mandoline - wieder ein staubtrockener Rootsrocker mit einer prima Melodie. Dreckig, rauh und derb kommt die Willie Dixon-Nummer "Down in the bottom", tolles Akkordeon, im Zusammenspiel mit Fiddle und Mandoline, begleiten das Cajun-infizierte Lucinda Williams-Cover "Lafayette", und nostalgisch wird's in dem 50iger Skeeter Davis Country-Pop-Heuler "The end of the world". Das Finale des Albums bildet der Titel "To Washington", ein Traditional, dem Mellencamp einen neuen Text verpaßt hat, in dem er Präsident Bush für dessen Kriegskurs schwer anklagt. Starkes Album! Rauh, roh, rootsig, kraftvoll, authentisch, ehrlich!

Art-Nr.: 1941
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 8,90

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