Die Normal-Ausgabe kurzzeitig zum attraktiven Sonderpreis: 11 Jahre nach seinem doch etwas uninspirierten "It's a mystery" meldet sich Bob Sger mit einem Paukenschlag zurück! Wow! Hut ab, das ist der mit Abstand beste Seger, den wir seit über 20 Jahren gehört haben. "Face the promise" knüpft nahezu nahtlos an seine Hochphase von Mitte der Siebziger bis Mitte der Achtziger (zwischen "Night moves" und "Like a rock") an, ja strotzt nur so vor Frische und Spritzigkeit! Das hätte man ihm kaum zugetraut! Alles, was ihn je auszeichnete, ist vorhanden: Satte, krachende Heartland-Rocker, wunderbare Balladen, flockige Songs mit viel Westcoast-Feeling, herrliche Melodien und sogar ein paar energische, forsche Rocker voller Southern-Flair! Es packt einen wieder, das alte Bob Seger-Fieber! Bestimmt wird der überaus "saftige" und kraftvolle Sound (exzellente Produktion von Seger selbst) vorwiegend von einer Vielzahl massiver, fetter Gitarren, die von dynamischem Schalgzeug- und Bass-Spiel nach vorn getrieben werden, hin und wieder unterstützt von unaufdringlichen Keyboard-Einsätzen. Manchmal werden die massiven Riffs von 3 E-Gitarren und mehr "geschlagen"! Einfach klasse! Dazu beißen sich diese wunderbaren Melodien wieder in den Gehörgängen fest, wie dies auch schon zu seinen besten Zeiten der Fall war. Bis auf zwei Stücke, die Seger in seinem eigenen Studio zu Hause in Michigan aufnahm, wurde das Material in Nashville mit einer Vielzahl der dort ansässigen, hochkarätigen Session-Cracks (u.a. J.T.Corenflos, Brent Rowan, Kenny Greenberg, Marlin Young - alle E-Gitarre, Glenn Worf, Michael Rhodes - alle Bass, Eddie Bayers, Paul Leim, Shane Brewster - alle Drums, u.s.w.) eingespielt! Und das Album beginnt gleich mit einem richtigen, standesgemäßen Knüller: "Wreck this heart" heißt die Nummer, ein krachender, dabei herrlich melodischer, powernder Heartland Vorzeige-Rocker voller fetter, massiver Gitarrenriffs, einem kochenden Solo und prächtig integrierter, "souliger", weiblicher Harmony Vocals (u.a. Little Feat's Shaun Murphy), durchweht von einem dezenten Southern-Flair! Dampft prächtig! Danach ist "sonniges", flockiges Westcoast-Feeling angesagt: In bester "Against the wind"-Tradition fließt uns das exzellente "Wait for me" entgegen. Dann der Titelsong "Face the promise", ein kantiger, bluesiger, voller southern-mäßigem Boogie-Drive steckender Rock-Knaller mit ungemein fetten E-Gitarren-Riffs, prächtig antreibendem Drumming und glühendem Gitarrensolo (bei der Nummer sind sage und schreibe 5 E-Gitarren im Einsatz!), gefolgt von dem nächsten, knackigen, wunderbar melodischen Heartland Rocker "No matter who you are". So hangelt sich Seger tatsächlich von einem Höhepunkt zum nächsten! Besonders erwähnenswert ist vielleicht noch der fetzige, von Vince Gill (alle anderen Songs stammen aus der Feder von Seger) komponierte, fetzige, "heiße", honky-tonkin' Countryrocker "Real mean bottle", ein klasse Duett mit Kid Rock, dessen Hang zu southern-fueled Countryrock ja hinlänglich bekannt ist. Die beiden ergänzen sich prima. Der Song wirkt richtig roh und dreckig (kochende Gitarren), besticht dabei aber wieder mit einer tollen Melodie! Klasse auch das bluesige, rootsige "Won't stop", wie auch die vorwiegend akustisch, dennoch mit viel Energie instrumentierte Country-orientierte Ballade "The answer's in the question", ein schönes Duett mit der großartigen Patty Loveless! Was Bob Seger auf diesem Album auch anpackt, es gelingt ihm eindrucksvoll! Die Erwartungen seiner Anhängerschaft werden nach 11 Jahren Wartezeit voll und ganz erfüllt - nein, sie werden übertroffen! Bob Sger ist wieder da - und wie!
|