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O'Toole, Rich - in a minute or 2 [2008]
Rich O’Toole hatte uns bereits mit seinem grandiosen Debütwerk zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Auch mit dem Nachfolger "In A Minute Or 2" brennt der junge Bursche mit seiner großartigen Band wieder ein voller Vitalität und Energie steckendes Countryrock- und Southern Rock-trächtiges Red-Dirt-Feuerwerk ab, das seines Gleichen sucht. Kaum zu glauben, auch hier wurde trotz bereits hoch hängender Trauben wieder eine kaum für möglich gehaltene Leistungssteigerung vollzogen. Rich hat neun der insgesamt zehn neuen Tracks geschrieben (darunter mit "The Destrict Sleeps Alone Tonight" nur eine Coverversion des amerikanischen Alternativ-Duos "The Postal Service" - mit traurig rootsigem Flair, atmosphärisch begleitet von Randy Rogers-Fiddler Brady Black und mit wunderschönen, elfenhaften Harmoniegesängen der Singer/Songwriterin Abigail Curry versehen) und kompositorisch betrachtet noch mal einen großen Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Traumhafte, eingängige Melodien, immer in Kontrast gesetzt zu einer recht rauen instrumentellen Umsetzung, wobei besonders Paul Eldridge mit seinem Southern-Rock-infizierten E-Gitarren-Spiel, was Riffs, Licks und Soli angeht, zu überzeugen weiß. Rich O’Toole's Gesang ist so variabel und flexibel wie das Farbenspiel eines Chamäleons. Er versteht es hervorragend, sich der Stimmung und Art eines Songs anzupassen. Da hört man ein breites Spektrum von Charakteren heraus, das von Willy Brown, Mike McClure, über Ronnie Dunn sogar bis hin zu Glenn Frey reicht. Produziert hat, wie auch beim Erstling, wieder der Grammy-nominierte Mack Damon, der auch bei der Einspielung (Percussion, Piano, Strings) mit Hand anlegte. Los geht es mit dem herrlich flott dahin rockenden Titelsong, gleichzeitig die erste Single, "In A Minute Or 2", der besonders durch den radiotauglichen Refrain (hervorragender Harmoniegesang von Nate Davenport als Gast) und die prächtig surrenden Slide-Fills begeistert. Startet damit verdientermaßen einen äußerst viel versprechenden Angriff auf die Spitze Texas Music-Charts (und warum eigentlich nicht auch darüber hinaus?). Toll! Erinnert an einen bestens aufgelegten Glenn Frey! Einen tollen, rockigen, rootsigen, schwungvollen Red Dirt-Countrrock-Feger mit viel Southern Rock-Espirit hören wir mit dem starken "11th Street", dessen leicht mitgrölbarer Refrain, das herrlich twin-angehauchte E-Gitarren-Solo und das Kuhglocken-Drum-Break einen potentiellen Live-Favorite abgeben dürfte. Ein echter Feiersong! Und wie es bei einem Rich O’Toole-Konzert so zugeht, beweist vor dann auch der angehängte Live-Bonustrack "Marijuana & Jalapenos", bei dem Rich und seine Mannen mit Sprechgesang, furiosen Gitarren und fulminantem Honkytonk-Piano die kreischende und mitgrölende Meute fast zum Ausrasten bringen. Eine klasse Zusatz-Bonbon! Zwischendurch gibt es aber einen starken neuen Studio-Knaller nach dem anderen, die mal im flotten und mal im entspannten oder auch knackigen Midtempo-Bereich angesiedelt sind. "Better Of Dead", "Why Can’t I Fall In Love", "Ain’t That A Shame" und "Urban Disgrace" sind alles Tracks, die O’Tool mit einer recht trockenen, aber sehr authentisch wirkenden Emotionalität (und dezenter Introvertiertheit) besingt und bei denen er seinen glänzenden Mitstreiten jederzeit genügend Freiraum für instrumentelle Feinheiten lässt. Der letzte Studiotrack, "Love Is A Disease", beginnt noch mal mit einem krachenden Southern-E-Gitarren-Intro und wird vom Zusammenspiel fetter Gitarren, exquisitem Dobro und wohl dosierten E-Piano-Klängen der Achse O’Toole/Eldrigdge/ Marty Muse (der spielt neben Dobro auch einige nette Steel-Parts) und Mack Damon dominiert. Ein ganz großer Song zum Abschluss, bevor uns der bereits o.a. Live-Kracher noch mal so richtig durchschüttelt. Rich O’Toole ist mit "In A Minute Or 2" schon in einem recht frühem Stadium seiner Karriere ein ganz großer Wurf gelungen. Ein Album, das von vorne bis hinten absolut zu begeistern weiß. Auch bei ihm wird es nicht mehr lange dauern, bis die Majors ihn unter seine Fittiche nehmen werden, das scheint schon jetzt sicher! Dieser Bursche ist richtig gut und vermutlich gerade mal am Anfang seines Entwicklungs-Potenzials! Bärenstarker Stoff eines jungen Wilden der Red Dirt-Szene, der im Fahrwasser solcher Kollegen wie der Eli Young Band oder der Britt Lloyd Band eine Menge Wind macht! Hut ab dafür! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 6067
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
In a minute or 2
11th street
You wanna rock n roll
Better off dead
The district sleeps alone tonight
Love is a disease

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O'Toole, Rich - kiss of a liar [2011]
Rich O'Toole geht nach zwei großartigen Alben konsequent seinen Weg weiter und macht mit seinem dritten Werk "Kiss of a liar" den nächsten, logischen Schritt in die richtige Richtung. Mit einem neuen Nashville-Label im Rücken, ebenso wie einem in Nashville ansässigen Management, nimmt er die nächste Entwicklungsstufe in seiner Karriere. Das wird nicht nur durch die Fakten in puncto Betreuung deutlich, nein, auch musikalisch gelingt dem jungen Mann aus Houston eine weitere Steigerung, was angesichts seiner beiden erstklassigen Vorgänger im Vorfeld alles andere als selbstverständlich erschien. Doch er hat es gepackt. Das neue Label und das neue Management lassen eine zielorientiertere Ausrichtung zum Country hin vermuten. Die ist in der Tat auch vorhanden, doch man lässt O'Toole, und das ist äußerst bemerkenswert, die Freiheiten, seine rootsigen, seiner texanischen Herkunft geschuldeten "Red Dirt"-Gene auf ganz natürliche Art und Weise weiterhin in seiner Musik unterzubringen. Und was sollen wir sagen, O'Toole nutzt das einfach hervorragend. "Kiss of a liar" ist ein ganz tolles Album geworden, dass den Spagat zwischen Nashville-kompatiblem, durchaus mainstreamigem Country und New Country und kernigem, Roots- und Americana-orientiertem Texas "Red Dirt"-Countryrock einfach super schafft. Vorzügliches, oft mit schöner Pedal Steel-Guitar in Szene gesetztes Country-Ambiente auf der einen Seite, raue, rockige und viel Staub aufwirbelnde E-Gitarren auf der anderen - und alles bei wunderbaren, eingängigen Melodien. Da kommen sowohl die New Country-Leute, als auch die "Red Dirt"-Anhänger voll auf ihre Kosten. Das Songmaterial ist von vorn bis hinten exzellent. Viele Stücke hat Rich O'Toole zusammen mit prominenten Co-Autoren, wie etwa Trent Summar (u. a. für Billy Currington), Jimbeau Hinson (u. a. Steve Earle) oder Kent Agee (u. a. Rodney Atkins) geschrieben. Die Mischung aus abgehenden Uptempo-Nummern, wunderbar gediegenen Midtempo-Tracks und der ein oder anderen exzellenten Ballade stimmt nahezu perfekt. Los geht's mit dem von zwribelnder Fiddle und würzigen E-Gitarren begleiteten, überaus dynamischen "Red Dirt"-Countryrocker "Red hot kiss", der ungemein Texas-typisch und schön rootsig daher kommt, gleichzeitig aber auch sehr Nashville-kompatibel wirkt, wie beispielsweise die jüngeren Sachen der Randy Rogers Band oder von Wade Bowen. Ein großartiger Auftakt. Kernige Lead Gitarren und kraftvolle Riffs dominieren auch das folgende, baumstarke "Ay dios mio", allerdings ohne die Fiddle, dafür aber mit herrlichen Steelguitar-Einsätzen. Eine wunderbar flotte, schwungvolle Nummer mit einer prächtig ins Ohr gehenden Melodie. Gast ist hier O'Toole's texanischer Freund Josh Abbott (Josh Abbott Band), der sich gesanglich hervorragend einbringt. Verbreitet viel gute Laune und ist bestens geeignet für einen Sonnen-gefluteten Cabrio-Ritt entlang der staubigen, "Red Dirt"-Pisten Texas'. Würde sicher auch der Eli Young Band bestens zu Gesicht stehen. Eine weitere Pracht-Nummer ist die fantastisch gelungene Coververision von Jeff Tweedy's früher Wilco-Nummer "Casino queen" aus deren 1995iger "A.M."-Album. Rich O'Toole demonstriert hier eindrucksvoll sein Fable für erdigen, "down'n dirty"-Rootsrock. Tierische, dreckige Lead-Gitarren, inklusive eines zündenden, dynamischen Solos, dazu eine klasse Melodie und ein kräftiges Texas "Red Dirt"-Flair. Auch hier hat er wieder einen namhaften Gast mit an Bord, nämlich den gestandenen Texas-Haudegen Pat Green. Doch O'Toole kann's auch etwas ruhiger - und wie. "Banks of the Mississippi" beispielsweise ist eine ganz exquisite Nummer. Großartige Acoustic-Gitarren und ein lockeres, staubtrockenes Banjo im Hintergrund bilden zusammen mit einer in bester Nitty Gritty Dirt Band-Manier integrierten Mundharmonika den Rahmen dieser herrlich melodischen Americana-/Country-Ballade. Ebenso schön kommt das wunderbar ins Ohr fliessende, von einer flockigen Banjo-/Pedal Steel-/Gitarren-Instrumentierung begleitete "Never gonna quit" aus den Lautsprechern. Prächtiger, lockerer Midtempo Americana-/Countryrock mit einem tollen Baritone Gitarren-Solo in der Mitte, auf das unmittelbar ein ebenso starkes Steelguitar-Solo folgt. Einfach klasse. Kein Zweifel, Rich O'Toole wird sich mit seinem neuen Album noch weiter in den Mittelpunkt spielen als bisher. Seine treuen Fans werden eh begeistert sein, er wird aber auch jede Menge neue hinzu gewinnen. Gratulation Rich, zu dieser großartigen, irgendwo zwischen Nashville und Texas angesiedelten New Country-/Countryrock-/Americana-Musik! Weiter so, "that's exactly the way we love it"...

Das komplette Tracklisting:

1 Red Hot Kiss - 2:57
2 Ay Dios Mio - 3:41
3 The Cricket Song - 3:47
4 Doin' The Same - 5:15
5 Casino Queen - 2:37
6 I Wanna Be with You - 3:58
7 Banks of the Mississippi - 4:52
8 Never Gonna Quit - 3:02
9 Kiss of a Liar - 4:40
10 She Takes Me Apart - 3:01
11 Marijuana & Jalapeños - 3:41

Art-Nr.: 7492
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Ay Dios Mio
The Cricket Song
Casino queen
I wanna be with you
Banks of the Mississippi
Never gonna quit
Kiss of a liar

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