BlackHawk sind zurück und liefern mit "Spirit dancer" das vielleicht beste Album ihrer bisherigen Karriere ab! Und noch etwas: Es wird sowohl die New Country/Countryrock-Begeisterten als auch die Southernrock-Fraktion in höchst erfreulichem Maß ansprechen. Klasse! Nach dem Tod ihres Gründungsmitgliedes Van Stephenson (starb im April 2001 an Krebs), sowie diversen Irrungen und Wirrungen mit ihrer Plattenfirma, was schließlich in einem Wechsel zu "Columbia" endete, war das nicht unbedingt zu erwarten. Doch irgendwie, nachdem man mit Gitarrist Chris Anderson, Bassist Randy Threet und Drummer Mike Radovsky 3 neue Musiker in die Band integrierte, ging offenbar ein gewaltiger Ruck durch die Jungs. Henry Paul und Dave Robbins besannen sich ihrer Roots und spielten ein Album voll von knackigem, vollsoundigem, inspiriertem Countryrock ein, dessen durchaus vorhandenes Retrofeeling eine immense Frischzellenkur erfahren hat. Und noch etwas wird deutlicher, als je zuvor: BlackHawks Kopf Henry Paul, eine Galeonsfigur aus heroischen Southernrock-Tagen (ex-Outlaws, ex-Henry Paul Band) hat zwei Herzen in seiner Brust - eines schöägt für den Country(rock), das andere noch immer, davon wird er wohl nie loskommen, für den Southernrock, für seine "Brothers of the southland", wie eine fantastische Southern-Countryrock-Nummer des Albums betitelt ist. Darin geht es um den Southern-Mythos, um Schicksale des Southernrock, um gefallene Weggefährten aus glorreichen Tagen. In Gänsehaut erzeugenden Textfragmenten erweckt er die Geister der Marshall Tucker Band (die Cadwells), von Lynyrd Skynyrd und der Allman Brothers. "Down the dusty roads of Caroline, the TUCKER Boys were friends of mine, they echoed through the lonely pines, running down the road. And the day the CALDWELLS died, before the rugged cross we cried, and boys from deep inside, said you gotta carry on and on. And we are brothers of the southland, singers in the same band"... heißt es da zum Beispiel. Sogar sein altes Album "Grey ghost" aus besten Henry Paul Band-Tagen findet im übertragenen Sinn Erwähnung, als er singt "the day the FREEBIRD died, before the rugged cross we cried, the GREY GHOST he rides, said you gotta carry on and on"...! Das hat schon was und könnte mit seinen herrlichen E-Gitarren und der tollen Melodie schon fast zu einer neuen Southern-Hymne werden. Interessant auch, daß man für 3 Stücke den ex-Henry Paul Band-Gitarrist Billy Crane (Crain) ins Studio geholt hat. Doch das gesamte Songmaterial ist top! Die satte, elektrische Musik wird immer wieder mit feinen akustischen Instrumenten, wie Mandoline, Fiddle, Akkordeon usw. angereichert. Dazu ist Henry Paul's Gesang ein Fest für die Ohren - unwiderstehlich, manchmal mit wunderschönen Harmonien. Eine tolle Melodie jagt die nächste. Das Album startet mit der kraftvollen Countryrock-Ballade "One love", eingebettet in eine herrliche Melodie mit toller Mandoline, wunderschönem Akkordeon und vollmundiger E-Gitarren-Basis. "One night in New Orleans" ist eine gut rockende Cajun/Country-Nummer mit viel Bayou-Flair, während "Days in America" wieder ein sehr southern-inspirierter Countryrocker ist. Feine Gitarrensoli inbegriffen! Das Titelstück "Spirit dancer" ist eine spirituelle, aber wunderbare Ballade, eine Dankeshommage an den verstorbenen Van Stephenson, mit gefühlvollen Textpassagen. "Gloryland" rockt wieder und nach weiteren starken Country- und New Country-Tracks kommt zum Abschluß nochmal eine Traumnummer! "Leavin' the land of the broken hearted" ist eine herrliche, melodische, knackige Countryrock-Nummer mit Southernflair, schönem Klavier, dezenter Orgel und feinen "southern" klingenden (Slide)Gitarren. Henry Paul, Dave Robbins & Co.: wir gratulieren! Frischer Country/New Country/Countryrock mit herrlichem, im musikalischen Blut liegendem Southernfeeling! Starkes Teil!
Das komplette Tracklisting:
1. One Love - 3:18
2. One Night in New Orleans - 3:39
3. Days of America - 2:58
4. Spirit Dancer - 4:31
5. I Will - 3:29
6. Brothers of the Southland - 4:47
7. Gloryland - 3:51
8. Forgiveness - 3:03
9. Faith Is the Light - 3:50
10. I'll Always Love You - 3:49
11. Leavin' the Land of the Broken Hearted - 4:06
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