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Brooks, Garth - man against machine [2014]
Der König und Miterfinder des New Country ist zurück! Fast dreizehn Jahre nach dem Rückzug aus dem Musikbusiness (zumindest was "echte" Alben angeht - "Scarecrow" war das letzte), um sich verstärkt der Erziehung seiner drei Töchter widmen zu können, tritt Garth Brooks mit dem heiß erwarteten Comeback "Man Against Machine" jetzt auf "seine" Bühne zurück. Und, um es vorweg zunehmen, es ist ihm großartig gelungen! Der Grund ist vor allem darin zu finden, dass der beliebte Entertainer eine wunderbare Balance gefunden hat, hinter ihm Liegendes mit den in der Zwischenzeit entstandenen Trends der Sparte durch viel Augenmaß zu verbinden und dabei auch noch eine gewisse Risikobereitschaft und Experimentierfreudigkeit zugleich an den Tag zu legen. Schon der Opener und Titelsong "Man Against Machine", gewidmet dem amerikanischen Volksheld John Henry (der Legende nach sollte der Bahnarbeiter durch eine Schlag-Maschine ersetzt werden, die er jedoch in einem anberaumten Wettbewerb schlug, danach aber tot zusammenbrach) weiß zu überraschen. Brooks, der den Track mitkomponiert hat (wie auch zwei weitere der insgesamt 14 Tracks) macht daraus einen episch durchzogenen, sehr emotional dargebotenen Southern Rocker (klasse E-Gitarren!) mit fröstelnden "War"-Crowd-Harmoniegsängen zu Schlaghammergeräuschen im Hintergrund. Erinnert von der Art ein wenig an Eric Churchs "The Outsider" (nur besser gelungen). Das folgende melodische "She’s Tired Of Boys" wird durch die unverkennbaren Vocals seiner Ehefrau Trisha Yearwood bereichert. Auch das schon von einem bald progressiven Charakter gekennzeichnete "Cold Like That" würde man nicht so einfach auf einer Garth Brooks-Agenda vermuten. Famos hier die atmosphärischen Gitarrenpassagen der beiden hervorragenden E-Gitarristen Chris Leuzinger und Kenny Greenberg. Natürlich weiß der beliebte Musiker auch immer noch, was ihn damals (bis heute) zum Maß aller Dinge gemacht hat. So gibt es mit den Piano- und Steel-unterlegten, teilweise typisch melancholisch/baladesken Stücken wie "Mom", "Cowboys Forever", "Send 'Em Down The Road" oder dem düsteren "Midnight Train" Lieder, die sich an seine überragenden Hits wie "The Dance", "Wild Horses" oder "The Thunder Rolls" ein wenig anlehnen, ohne sich aber zu sehr anzubiedern. Auch das herrlich altmodisch swingende "Rodeo And Juliet" (schönes Wortspiel) wäre perfekt für seine unwiderstehlichen Laufeinlagen bei seinen Live-Gigs prädestiniert. Hier leiert die Steelgitarre, quietscht die Fiddel zu angejazzten Gibson-E-Gitarren-Tönen in bester, launiger Retro-Manier. Jerry Douglas gibt als Gast auf dem kurzen "Wrong About You" seine markanten Dobro-Einlagen zum Besten. Auch die erste Single wartet mit sehr rhythmisch pop-rockigen Untertönen auf. "People Loving People" heißt die einfache, aber unmissverständliche, politische Botschaft, um diese Welt voller Kriege, Leid und Hunger zu verbessern. Auch die humorvolle Kapitalismuskritik bei "Fish" macht richtig Spaß. Es geht um einen Geschäftsmann (Brooks), der einem einfachen, genügsamen Fischer erklären will, wie man zu Reichtum kommen kann, um nachher nur noch das tun zu können, was einem Spaß macht. Der Fischer fragt ihn dann: "Fischen?" Schließlich sitzt der geläuterte Business-Mensch mit dem Fischer am Steg und angelt gemeinsam mit ihm Fische. Am Ende lassen das wieder überaus atmosphärische "You Wreck Me" (tolle Piano- und grandiose E-Gitarrenklänge mit Streicheruntermalung) und die soulig-bluesige Southern-Ballade "Tacoma" (erinnert ein wenig an Elvin Bishops "Fooled Around And Fell In Love" - tolle, gospelige, weibliche Background-"Uuh-Uuh"-Gesänge) keinen Zweifel daran, dass sich Garth Brooks auf dieses heikle Unterfangen intensiv und bestens vorbereitet hat. Musikalisch perfekt in Szene gesetzt haben dieses Werk neben den bereits erwähnten Könnern alte Weggefährten wie Milton Sledge, Mike Chapman, Bobby Wood, Bruce Bouton, Rob Hajacos und Hochkaräter wie Greg Morrow, Eddie Bayers, Bryan Sutton, Richard Bennet und klasse Sänger/innen wie Karyn Rochele, Vicki Hampton und Robert Bailey. Sauber und transparent produziert hat Mark Miller. Garth Brooks hat mit "Man Against Machine" ein Aufsehen erregendes und sicher heiß diskutiertes Album abgeliefert. Der "Vater des New Country" ist somit gerade heute aus unserer Sicht eine spektakuläre und positive Bereicherung in der aktuellen Nashville-Maschinerie. Welcome back, Garth Brooks! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Man Against Machine
2. She's Tired of Boys
3. Cold Like That
4. All-American Kid
5. Mom
6. Wrong About You
7. Rodeo and Juliet
8. Midnight Train
9. Cowboys Forever
10. People Loving People
11. Send 'Em On Down the Road
12. Fish
13. You Wreck Me
14. Tacoma

Art-Nr.: 8734
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Brooks, Garth - scarecrow [2001]
Na also, es geht doch noch. Er hat nichts verlernt (wie sollte er auch?), ganz im Gegenteil! Nach seinem mißglückten "Chris Gaines"-Popausflug kehrt er auf die Countrybühne zurück und liefert nach über 100 Millionen verkaufter Alben mit dem neuen Werk "Scarecrow" eines seiner Karriere-Higlights ab. Die Songauswahl ist gut, wie lange nicht mehr. Zum einen wird hier richtig gerockt, dann gibt es Hardcore Honky Tonker und pure Country, modernen New Country und auch wieder ein paar typische, dramaturgisch eindrucksvolle, fette Balladen. Bereits bei dem Eröffnungssong "Why ain't I running" stellt Garth Brooks seine neue Stärke eindrucksvoll unter Beweis! Ein großartiger countryinfizierter knackiger Midtempo-Rocksong, der mit seiner Energie und Power, der tollen Pianobegleitung, der dezenten Steel, den fetten E-Gitarrenriffs und dem satten Gitarrenmsolo im Break, sogar an die guten Singer/Songwriter-Rockzeiten eines Bob Seger oder Jackson Browne erinnert. Es folgt der neue Hit "Beer run", ein Duett mit George Jones, die reine Countrynummer "Wrapped up in you" und eine dieser hochdramatischen Balladen mit "The storm". Nach weiterem ordentlichen Country/New Country-Material, unter anderem dem starken Countryrocker "Squeeze me in", ein Duett mit Trisha Yearwood, , kommt mit Track 10 nochmal ein Höhepunkt. "Rodeo or Mexico" ist absolut peppiger, melodischer, flockiger, New Country-Song mit Drive, rockigen Drums und feinen Gitarren, der nicht mehr aus dem Ohr geht. Wenn das keine Nr. 1 wird....!Natürlich läßt er sich nicht zweimal bitten und steuert in "O brother"-Zeiten mit "Don't cross the river" auch ein Bluegrass-angehauchtes Stück bei. "Scarecrow" ist tatsächlich eines seiner besten Alben! Die Fans werden eh begeistert sein - doch das Teil hat wirklich Potential, um sogar jetzt noch einmal neue Anhänger hinzugewinnen zu können. Garth Brooks sagt immer mal wieder, dies sei sein letztes Album. Wenn dies eintrifft, ist ihm ein großes Finale gelungen! Wenn nicht, wollen wir hoffen, daß er das Niveau halten kann...

Das komplette Tracklisting:

1. Why Ain't I Running - 4:32
2. Beer Run (The duet with George Jones) - 2:29
3. Wrapped Up in You - 4:42
4. The Storm - 4:33
5. Thicker Than Blood - 2 .53
6. Big Money - 4:00
7. Squeeze Me In (The duet with Trisha Yearwood) - 3:31
8. Mr. Midnight - 4:04
9. Pushing Up Daisies - 4:15
10. Rodeo or Mexico - 4:23
11. Don't Cross the River - 4:33
12. When You Come Back to Me Again (Theme from the movie Frequency) - 4:44

Art-Nr.: 1432
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 5,90

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