Was dieser "alte Knochen" Dan Baird auch produziert, es hat einfach Hand und Fuß! Jetzt hat er mit Stacie Collins erneut ein ganz "heißes Eisen" an der Angel, deren bärenstarkes zweites Album "The lucky spot" nicht nur bei der typischen Baird-/Homemade Sin- und Georgia Satellites-Fraktion einschlagen sollte, sondern auch bei den Freunden dreckiger und staubiger, unbeschwert losrockender Southern-/Roots-/Americana-/Alternate Country-Mucke! Die großartige Singer-Songwriterin Stacie Colliens (geboren in Muskogee/Oklahoma, aufgewachsen in Bakersfield und L.A., heute in Nashville lebend) ist ein Riesentalent in der Szene, deren Zusammentreffen mit Baird geradezu ein Glücksfall für beide ist. Es scheint, als habe man sich gesucht und gefunden, denn die musikalische Philosophie der beiden kommt in der Musik geradezu ideal rüber. Neben ihrer vorzüglichen, sympathischen, kraftvollen Stimme und ihrem großen kompositorischen Talent, ist Collins auch eine phantastische Mundharmonikaspielerin. Seit frühesten Kindstagen beeinflusst von den musikalischen Stilen der jeweilegen Gegenden, in denen sie lebte, entstand eine tiefe Liebe zur Countrymusic ala Merle Haggard oder Buck Owens, baute sich in ihren Teenager-Tagen eine enge Beziehung zur L.A./Westcoast-Rockszene auf, entdeckte sie, vor allem durch ihren Vater, aber auch ihre Leidenschaft sowohl für den Southern Rock als auch für den Chicago Blues-Sound solcher Größen wie Little Walter oder James Cotton. Eine genauso verrückte wie faszinierende Konstellation, doch all diese Einflüsse hat sie nahezu perfekt in den Songs von "The lucky spot" unter einen Hut gebracht. Dabei ist ein grandioses Ergebinis herausgekommen, dem Dan Baird darüber hinaus deutlich seinen Stempel aufdrückt. Seine Handschrift ist unüberhörbar, doch es passt einfach perfekt zu Collins' packendem Stilmix. Baird hat nicht nur produziert, er spielt natürlich auch mit (Gitarren, Bass, Percussion, Background Gesang) und hat auch gleich noch seinen "Spezi" Ken McMahan mitgebracht, der die Lead- und Slide Gitarren-Parts übernommen hat. Resultat: Ein prächtig groovendes, kerniges, feuriges, dreckiges, riffiges Americana-/Alternate Country-/Blues-/Southern-/Roots-Rock'n Roll-Gebräu, gespickt mit satten, würzigen, vielschichtigen E-Gitarren, Stacie's bluesigem, wunderbaren Harpspiel und darüber hinaus lebend von den großartigen Melodien und Strukturen der Songs! Das Zeug bleibt prima hängen! Weitere hochkarätige Musiker neben Baird und McMahan: Paul Griffith (u.a. Alison Moorer, John Prine), Gatte Allen Collins am Bass, Jack Irwin (Orgel, Piano) und Eric "EBO" Borash aus der Band von Radney Foster an der Lap Steel und E-Gitarre! Die Truppe hat das Material vorwiegend live im Studio eingespielt und erreicht damit einen herrlich zwanglosen, erdigen, authentischen, rauen, ehrlichen Sound. Große Klasse! Los geht's mit dem kochenden, von Collins und Baird gemeinsam komponierten Rootsrocker "It ain't love", gleich einer absoluten "Hammer"-Nummer, eingepackt in allerbeste, typische, Dan Baird-/Georgia Satellites-/Yayhoos-like Riffs! Toller Groove, fette Gitarren, dazu Stacie's " dreckiges, "heißes" Bluesharp-Spiel und eine klasse Melodie! Viel Southern-Würze! Starkes E-Gitarren-Solo von Ken McMahan im Break! Ähnlich dampfend, doch deutlich Country-orientierter rockt das anschließende "Long gone"! Ein dynamischer, Energie geladener Roots-/Country-/Roadhouse-Boogie, der tierisch in die Beine geht. Erneut prächtiges Kombinationsspiel von Baird's und McMahan's glühenden Gitarren und Stacie's bluesiger Harp! Dann das Titelstück "Lucky spot": Welch ein herrlich melodischer, von vielschichtigen, transparenten E-Gitarren geprägter, knackiger, dennoch locker rüber kommender, aber voller "Pfeffer" steckender, southern-fueled, honky-tonkin' Roots-/Countryrocker! Großartiges Slide-Spiel von McMahan! Anschließend wird das Tempo erstmals ein wenig zurückgenommen, was jedoch nicht bedeutet, daß es hier weniger erdig und würzig zugeht. Das wunderbare "Sorryville" steht auf dem Programm, eine staubige, mit dezentem Borderflair ausgestattete, seelige, von exzellenten Gitarren begleitete Roots-/Americana-/Blues-Ballade, vorgetragen voller Seele und Inspiration. Und es geht auf diesem Level weiter! Stacie Collins packt eine klasse Nummer nach der nächsten aus. Ob der rohe, bluesig groovende Midtempo-Shuffle "Show your Mama" mit seinen fetten Gitarrenriffs und den dampfenden Harp-Sequenzen, der abgehende, viel Southern-Flair versprühende Volldampf Roots-/Country-Rock'n Roller "Baby sister" mit seinen Reminiszensen an die Georgia Satellites aber auch an eine junge, frech rockende Carlene Carter, das prächtig tanzbare, voller Rockabilly-Feeling steckende, mit tollen Gitarren garnierte, schwungvolle "Ramblin'", die feine Roots-Ballade "Do you miss her" oder der abschließende, brodelnde, von kochenden Riffs und einem morz Harp-Feuer geprägte Southern-/Blues-/Rootsrocker "Top of that mountain" - das Album macht einfach von vorn bis hinten tierisch Laune! Stacie Collins selbst bechreibt das Werk als "a southern rockin', harp howlin', twang bangin' record" - wir attestieren zudem: "It's a Guitar-driven, Blues-stompin', dusty Roots-rockin', Country-tonkin' blast" - und damit sind noch einmal alle Elemente genannt, die Stacie so bravourös mit ihrem "Mentor" Dan Baird auf diesem einfach durch und durch "geilen" Album vereint! "It's a killer"!
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