Sensationell! Radney Foster und Bill Lloyd, alias Foster & Lloyd (wer erinnert sich nicht an ihre großen, wunderbaren Hits in den späten Achtzigern, wie "Crazy over you", "What do you want from me this time" oder "Texas in 1880") haben nach einer Auszeit von über 20 Jahren wieder ein gemeinsames Album eingespielt. "It's already tomorrow" heisst das Werk und es ist als sei die Zeit stehen geblieben. Nein besser, Sie haben ihre herrliche Musik von damals ohne jeden Qualitätsverlust in die heutige Zeit transportiert. Zunächst machten Foster & Lloyd in der zweiten Achtziger-Hälfte als Songwriter auf sich aufmerksam, als ihre Kompositionen von seinerzeit so etablierten Kollegen wie den Sweethearts Of The Roedeo oder Ricky van Shelton aufgenommen wurden. Doch erst die eigenen, prägnanten Interpretationen ihrer Songs machte sie wirklich bekannt. Dieser wunderbare Mix aus "straight up Buckaroo Country" (sie sind ausgewiesene Buck Owens-Fans) und dem "jangly" Gitarrensounds der Byrds ließ sie die Szene richtig aufmischen. Ihre erste Single, das oben bereits erwähnte "Crazy over you", eine unwiderstehliche, "rockabillyish-honky-tonkin’" Countryrock-Nummer, schoß damals an die Spitze der Billboard-Charts und ließ sie zum ersten Duo der Country-Geschichte mit einer Nummer 1-Debutsingle werden. Doch 1990 trennten sich aufgrund individueller Solo-Pläne ihre Wege, ohne das ihre tiefe Freundschaft je darunter gelitten hätte. Vor ein paar Monaten trat die "Americana Music Association" mit der Bitte an die beiden heran, für einen wohltätigen Zweck wieder gemeinsam aufzutreten und sie schafften es tatsächlich Foster & Lloyd wieder gemeinsam auf die Bühne zu bringen. Die Show war in sage und schreibe 15 Minuren ausverkauft. Von da an ging alles rasend schnell. Die beiden merkten, "the magic was still there", hatten ungemein viel Spaß zusammen und beschlossen spontan, neue Songs zu schreiben und ins Studio zu gehen. Das Resultat, "It's already tomorrow" (der Albumtitel drückt aus, wie schnell die Zeit von damals bis heute verging), liegt nun vor, und es ist schlichtweg ein Knüller. Es scheint, als hätten die beiden ihre Frische und ihre jugendliche Energie von damals regelrecht konserviert, um sie nun wie selbstverständlich wieder abzurufen. Dabei hat ihre Musik heute mehr "Kick" als je zuvor. Der Schwung, Radney Foster's einmaliger Lead-Gesang, die wunderbaren Harmonies mit Bill Lloyd und das daraus resultierende, nostalgische "Everlys-Feeling", die powernden Drums und satten, saftigen Gitarren, das rockige Power Pop-Flair in Verbindung mit den puren Honky Tonk Country-Traditionen, wie auch die herrlichen Melodien - es ist alles da. Auch die Fans des Roots-, Americana-, und Red Dirt-Lagers werden begeistert sein. Stücke wie beispielsweise der dynamische, knackig rockende "Byrds meets Dwight Yoakam"-Opener "It's already tomorrow" (tolle Gitarren), der von rockenden Twin-Telecasters dominierte Honky Tonker "That's what she said" (großartiger, unterschwelliger Rockabilly-Groove), die wunderschöne Ballade "If it hadn't been you", der von fetten Power-Riffs nach vorn gepeitschte, Good Time-Countryrocker "Lucky number" (prächtige Harmonies), das traumhaft melodische "Just this one" (wäre, hätten die beiden einen Major-Deal, wie gemacht für's Countryradio), der rootsige Americana-Rocker "Picasso's mandolin" (Co-Autor ist Guy Clark, starke Mandolinen-Fills von Gaststar Sam Bush), oder die herrliche, mit traumhafter Steelguitar garnierte, pure Honky Tonk-, Roadhouse-, Hillbilly Countrynummer "Can't make love make sense" (an der Pedal Steel: der legendäre Lloyd Green) sind nur austauschbare Beispiele für die 13 Foster & Lloyd-Paradenummern, die wir hier vorfinden. Interessant ist im übrigen auch die Band: Neben Radney Foster (Gesang, Gitarren) und Bill Lloyd (Gitarren, Gesang, Klavier, Mandoline) zupft Cheap Trick's Tom Petersson den Bass (der sorgt natürlich für ein klasse Power Pop-Ambiente) und Radney Foster's langjähriger Drummer Keith Brogdon bedient das Schlagzeug. Man spürt eindringlich, dass es Foster & Lloyd nur um den Spaß an der Sache geht. Die beiden haben einfach wieder "Bock" zusammen zu spielen und die Songs sprudeln nur so aus ihnen heraus. Kommerz, Trends und Geldverdienen sind ihnen "wurscht". Einfach die alten Zeiten mit aller Leidenschaft wieder aufleben lassen, danach steht ihnen der Sinn. Zwei Freude, die ihrem Herzen gehorchen und der Countryszene und den Fans damit einen Bärendienst erweisen. Die ersten Reaktionen und Reviews in den USA belegen dies eindringlich, denn sie sind überwältigend. Ein Traum-Comeback der beiden, das wirklich alles bietet, was sie je ausgezeichnet hat. Knackiger Country/New Country/Countryrock mit schwungvollen Rhythmen, saftigen Gitarren und großartigen Melodien. "Foster & LLoyd are back with a wonderful album". Möge es nicht wieder 20 Jahre dauern, bis die beiden nachlegen...
Das komplette Tracklisting:
1. It's Already Tomorrow 3:32
2. That's What She Said 3:32
3. If It Hadn't Been For You 2:56
4. Lucky Number 3:33
5. Picasso's Mandolin 4:21
6. Hidin' Out 2:41
7. Just This Once 3:50
8. Something 'Bout Forever 3:50
9. Can't Make Love Make Sense 3:06
10. Hold That Thought 3:44
11. Don't Throw It Away 4:47
12. Watch Your Movie 3:19
13. When I Finally Let You Go 2:36
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