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Leigh, Danni - divide and conquer [2001]
Danni Leigh, die ob ihrer frechen, unbekümmerten und fetzigen "Geradeaus-Countrymusik" bei den Fans längst eine Art Kultstatus besitzt, hat nach vielen Label-Irrungen und -Wirrungen nun bei "Audium" ein neues Zuhause gefunden, wo man sie hoffentlich endlich einmal adäquat ihrer Fähigkeiten behandelt und ihr den Rücken freihalten wird. Dann klappt es vielleicht auch endlich mit dem verdienten Durchbruch, der längst überfällig wäre, denn auch "Divide and conquer" ist gewohnt stark! Sie ist bei ihrem neuen Werk etwas vom Gaspedal gegangen, es ist vielleicht nicht mehr ganz so wild, doch es hat immer noch genug Ecken und Kanten - ist alles andere als langweiliger Chart-Standard. Ganz im Gegnteil: Die Songs sind voller Pep, nie poppig, sondern gehen vom Honky Tonk, Hardcore Hillbilly über Countryrock bis zu staubigem pure Country! Danni Leigh läßt sich in keine Nashville Schublade pressen - und das ist gut so. Oft als "weiblicher Dwight Yoakam" bezeichnet, wirkt dies auf "Divide and conquer" realistischer als je zuvor, da kein geringerer als Youkam-Spezi und Hausgitarrist Pete Anderson die gute Danni unter seine Fittiche genommen hat. Er übernahm nicht nur sämtliche Gitarrenparts auf dem Album, brachte nicht nur die halbe Yoakam-Band mit ins Studio, sondern begab sich auch an die Produktionsregler. Herausgekommen ist eine wunderbare, retrogetränkte, staubtrockene auf den Punkt gebrachte Produktion. Die Songs (zwei sind von ihr selbst, drei von Jim Lauderdale, einer von Phil Lee...) sind klasse und abwechslungsreich. Eröffnet wird der Reigen mit der urigen, puren Honky Tonk-Nummer "He used to say that to me" (Jim Lauderdale - background vocals), es folgt das mit herrlichem 50iger "Patsy Cline"-Flair versehene "My last chance is gone" und geht weiter mit dem großartigen, melodiösen, E-Gitarren getränkten Countryrocker "Somebody oughta do something", mit rotzigem Gesang, Hammond Orgel und tollen Riffs. "House of pain" ist dann wieder astreiner Bakersfield Hardcore Honky Tonk mit heulender Steel. So geht es mit großartigen Songs und einer sich stimmlich bestens in Form befindlichen Miss Leigh weiter, bis zu den beiden herausragenden Final-Titeln: "Last train to San Antone" ist ein traumhaftes, flockiges, reines New Country-Stück mit einer tollen Melodie und einem wunderbaren Arrangement aus feinen Akusitk-Gitarren, Mandoline und Baritone E-Gitarre. Ein Titel der Dwight yoakam auch nicht hätte besser einfallen können, ebenso wie das Titelstück, ein Retro-Midtempo-Rocker mit Rockabilly-Flair, bei dem Gitarrenkünstler Pete Anderson noch einmal alle Register zieht. Ein tolles Album, das, je mehr man es hört, immer mehr an Klasse zu gewinnen scheint. Die freche Honky-Tonk-Göre hat endlich eine deutlich größere Beachtung verdient. Wir drücken die Daumen. Starker Stoff!

Art-Nr.: 1538
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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