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Little Big Town - a place to land [2007]
Seit sich Little Big Town mit Wayne Kirkpatrick verbündet haben und dieser ihnen einen Deal bei Clint Black's Equity Label verschafft hat, präsentiert sich das Quartett, bestehend aus Karen Fairchild, Jimi Westbrook (beide mittlerweile miteinander verheiratet), Kimberly Roads Schlapman und Philip Sweet, in einer immer bestechenderen musikalischen Verfassung. Bewegte sich ihre zweite CD "The Road To Here" schon auf einem sehr starken Niveau, so toppen die Vier mit ihrem neuen Silberling "A Place To Land" den Vorgänger noch einmal locker und liefern damit eindeutig ihr bisheriges Meisterstück ab. Zehn der zwölf Lieder stammen wieder aus ihrer gemeinsamen Feder, zusammen mit Wayne Kirkpatrick, lediglich zwei Fremdkompositionen (an beiden sind jeweils Jessi Alexander und Jon Randall beteiligt) wurden mit aufgenommen, wobei nicht ein einziger Ausfall zu verzeichnen ist. Im Gegenteil, das Album steckt voller Qualität und voller potenzieller Hits! Auch wenn momentan alles von dem medienträchtigen Comeback der Eagles spricht, sollte gerade auch dieses Fan-Klientel unbedingt mal ein Ohr (besser zwei) für Little Big Town öffnen, denn was man hier in puncto genauso zeitloser wie moderner, peppiger, wunderschön melodischer, von geradezu traumhaften Harmoniegesängen gepägter, sonnig Westcoast-getränkter und auch von vielen genussvollen Southern-Strömungen tangierter New Country-/Countryrock-/pop-Musik geboten bekommt, ist schlicht und einfach vom Allerfeinsten! Da dürfen die Eagles schon mal neidvoll hinüber blicken. Auf "A place to land" befinden sich einige Songs, die Henley und Frey sicher gerne geschrieben hätten, aber eben nicht haben! Die sind Little Big Town vorbehalten! Das Werk beginnt mit dem großartigen, sehr eingängigen "Fine Line", das mit einer angenehmen Kombination aus flockiger Akustikgitarre und Banjo unterlegt ist, und immer wieder mit einem an Tom Petty erinnernden E-Gitarren-Riff aufgelockert wird. Die Harmonies im Refrain lassen klare Reminiszenzen an Fleetwood Mac zu deren besten "Rumours"-Tagen auflkommen. Ein sehr schönes E-Gitarren-Solo von Gordon Kennedy (der auch hier wieder bei allen Tracks unaufdringliche, aber umso exzellentere Arbeit verrichtet) vollendet diesen herrlich luftigen Song. Bei der aktuellen Single, dem grandiosen "I’m With The Band" fühlt man sich gar in eine imaginäre Jam-Session von den Eagles und The Marshall Tucker Band hineinversetzt. Zunächst wird das Lied fast ausschließlich im Harmoniegesang und mit wunderschönen Akustikgitarren vorgetragen, im Hintergrund wirken Steel und Orgel ganz dezent mit, ehe ein knackiger, rockiger mit würzigen E-Gitarren garnierter Rhythmus einsetzt und die anfangs eingeschlagene, herrliche Melodik nun etwas kraftvoller begleitet. Dazu werden sukzessiv immer wieder weitere kleine E-Gitarren-"Farbtupfer" und ein tolles Solo eingestreut, wie es einst Toy Caldwell nicht hätte besser machen können. Eine Pracht-Nummer, die augenscheinlich auch als Synonym für das Zusammengehörigkeitsgefühl des Quartetts zu sehen ist. Und ist man gerade mal so richtig ins Schwärmen geraten, läuft einem beim folgenden, traumhaft melodischen "That’s Where I’ll Be" der nächste Schauer des Wohlbefindens den Rücken herunter. Beim phantastischen Leadgesang meint man vor seinem geistigen Auge einen Don Henley mit seinen Freunden Tim Schmit und Glenn Frey singen zu hören. Diese Harmonies bewegen sich auf allerhöchstem Eagles-/Poco-/Crosby, Stills, Nash & Young-Level. Dazu wurde eine exzellente Dobroarbeit von Dan Dugmore integriert. Westcoast Country/Countryrock/Countrypop-Musik in Perfektion! Deutlich flotter geht es dann bei den nachfolgenden "Evangeline", "Vapor" und "Novocaine" (herrlich tanzbar) zu, wobei sowohl Neo-Bluegrass- als auch Southern Rock-Elemente verarbeitet wurden. Über die etwas rockigeren "A Place To Land" und "Firebird Fly", sowie zwei weitere Ohrwürmer mit dem emotional vorgetragenen "To Know Love" und "Lonely Enough" (Fleetwood Mac-Flair) gelangt man dann zum abschließenden "Fury", bei dem man noch mal einen satten, funkig stampfenden Rockkracher um die Ohren "gehauen" bekommt. Man könnte meinen, Lenny Kravitz wäre ins Countryfach übergewechselt. Ein toller "Rausschmeißer", der einmal mehr die Vielseitigkeit der Band widerspiegelt. Little Big Town scheinen mit "A Place To Land" und ihrem schnörkellosen, erdigen, Westcoast-/Southern-angehauchten New Country ein Plätzchen in der Nische des Genres in gefunden zu haben, an dem sie sich deutlich spürbar wohlfühlen und an dem ihnen kaum jemand das Wasser reichen kann. Die Arbeit mit Allrounder Wayne Kirkpatrick funktioniert tadellos und animiert die Truppe zu wahren Höchstleistungen. Was für eine großartige Musik! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 5294
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Fine line
I'm with the band
That's where I'll be
Novocaine
Only what you make of it
Firebird fly

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Little Big Town - same [2002]
Zwei attraktive Mädels (Karen Fairchild und Kimberly Roads) und zwei ebenso adrette Jungs (Jimi Westbrook und Phillip Sweet) bilden das Quartett Little Big Town, das mit dem klasse Konzept und Sound ihres starken Debuts für eine frische und höchst erfreuliche Abwechslung in Nashville's Countrymusic-Szene sorgen. Ihr großes Potential: der Gesang! Abwechselnd übernehmen eine der Mädchen oder einer der Jungs die Lead-Stimme, teilweise gibt es in einem Stück sowohl weiblichen, als auch männlichen Lead-Gesang. Vielleicht denken jetzt einige, das wirke irritierend, doch es paßt einfach wunderbar zusammen, da diese verschiedenen Lead-Gesänge immer wieder mit herrlichen, traumhaften 4-stimmigen Vokalharmonien ergänzt und ummantelt werden. So ergeben vier tolle Stimmen, sowohl solo, als auch in diesen wunderschönen, endlosen Harmonieen, ein ebenso spannendes, wie kompaktes Ganzes! Teilweise hört es sich an als hätte man zwei der Eagles-Stimmen durch Mädels ersetzt. Da sind wir auch schon bei Little Big Town's musikalischer Intention. Sie verbinden gekonnt angenehme Countryrock/Folkrock-Retroelemente der 70iger Jahre mit dem Zeitgeist moderner Country/Country-Pop-Strukturen des heutigen Nashville-Sounds, ohne das es allzu poppig oder aufgesetzt wirkt. Das Songmaterial (eine Großzahl der Tracks stammt aus eigener Feder) ist großartig und wird von wunderbaren Melodien durchzogen. Ihre Musik basiert auf einem akustisch ausgerichteten Fundament, zu dem natürlich neben knackigem Schlagzeug auch jede Menge elektrische Instrumente, wie E-Gitarre, Orgel usw. hinzukommen. Sie wirkt immer voller Energie, peppig, frisch und dynamisch, und verbreitet eine überaus positive Grundstimmung. Pop-Schmalz ist völlige Fehlanzeige! Teilwiese sind die Songs sogar rootsig angehaucht. So zum Beispiel der Eröffnungssong "Pontiac"! Dynamische Akustik-Retro-Riffs im Midtempo-Bereich werden angestimmt, dazu Bongo-unterstützte Percussion, und schon setzt der satte 4-stimmige Harmoniegesang ein. Das Stück erinnert fast an eine Nashville-Ausgabe von Crosby, Stills, Nash & Young! Starke Melodie! "Everything changes", der nächste Track, verbreitet mit seinen schönen Gitarren, der Mundharmonia und seinem flotten, lockeren Rhythmus, sonnige, country-poppige Frische pur. In die gleiche Sparte paßt "Still", das gar ein weing an Tom Petty erinnert. Die meisten Tracks sind im Midtempo-Bereich. Viele Stücke sind mit Steel, Dobro, Piano und auch mal mit eienr Fiddle angereichert. Die CD kann man wunderbar durchhören, und gleich auch nochmal auf "repeat" drücken. Fazit: Ein klasse, dezent rootsig angehauchtes, leicht folkiges mit charmantem Retrofeeling versehenes, aber dennoch sehr modernes, "acoustic-based" Country/Countryrock-/pop-Album mit herrlichen Melodien und traumhaftem (Harmonie)-Gesang!

Art-Nr.: 1539
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Little Big Town - the reason why [2010]
Gleich zu Anfang: Was Little Big Town hier abliefern, ist ohne jeden Zweifel eine der besten New Country-/Contemporary Country-/Countryrock-Produktionen aus Nashville, die im Jare 2010 veröffentlicht wurden oder noch werden. Phantastisch, wie sich diese Band entwickelt hat. "The reason why" ist ein ungemein ambitioniertes Album geworden. Nachhaltig beeinflusst von den Siebziger-Klängen der Eagles und Fleetwood Mac's, aber auch von denen der Louvin Brothers, Gram Parsons' und Emmylou Harris' transportieren sie diese Elemente in einen ungemein zeitgemässen Sound, der voller Frische und voller Saft steckt. Das ist hoch melodischer, knackiger New Country, Countryrock, Country-Pop voller exzellenter Songs und voller gesanglicher Glanzleistungen (nicht nur die traumhaften, geradezu mitreissenden 4-Part Harmonies erinnern immer wieder an die Eagles), wie man ihn leider nur ganz selten zu hören bekommt. Wunderschön! Mal ordentlich würzig, zündend und rockig, mal in Form von herrlichen Balladen, mal mit einem erfrischenden, sonnigen Westcoast-Einschlag, dann wieder voller herzhaftem, rockigen Southern-Einschlag - Little Big Town agieren auf allerhöchstem Niveau! Bis auf 3 Stücke wurden alle Songs von den Mitgliedern des Quartetts, Karen Fairchild, Kimberly Schlapman, Phillip Sweet, Jimi Westbrook und ihrem Produzenten und Acoustic-Gitarristen Wayne Kirkpatrick (dem "heimlichen" fünften Mitglied Little Big Town's) geschrieben - auch ein Zeichen für die kollektive Klasse und Kompetenz der Akteure. Alles kommt in einem herrlich vollen, saftigen, kraftvollen, transparenten Sound. Satte, fette E-Gitarren treffen auf wunderschöne Acoustic-Gitarren, dazu kommt mal eine das Klangbild voluminös unterstützende Orgel, mal eine verlorene Pedal Steel, ein schönes Klavier - und eben dieser herausragende Gesang. Alle Vier sind sowohl exzellente Lead-Sänger, bestechen aber auch mit jeder Menge mitreissender Harmonie-Gesänge, die man ohne jede Übertreibung mit als das Beste bezeichnen muss, was in der heutigen amerikanischen Musikszene zu fnden ist. Prädikat: Weltklasse! Großartig, wie die Truppe mächtig (southern)rocken kann und dann wieder mit einer traumhaften Ballade überzeugt. Highlights wie die wunderbare, rhythmische, knackige Westcoast New Country-Nummer "The reason why" mit ihren fabelhaften Eagles-like Harmonies und den satten Lead Gitarren-Linien, der rootsig angeraute, sehr würzige, mit glühenden, melodischen, southern-fried Electric (Slide)Gitarren und einem morz Drive aufwartende Swamp-/Groove-/Countryrocker "Runaway train" (tierisches E-Gitarren-Solo), die wunderbar melodische, dabei aber völlig Kitsch-freie, von schönem Klavierspiel und tollen Gitarren begleitete Ballade "Kiss goodbye" (starkes, zwirbelndes E-Gitarren-Solo, viel Power im Refrain, exquisiter Harmonie-Gesang), der furiose, bluesige Roots-/Southern-Countryrock-Boogie "Little white church" (steckt voller Country-Traditionen, aber auch voller lichterloh brennendem Southern-Feuer, vor allem bei dem fulminanten E-Gitarren-Solo von J.T.Corenflos), oder der kraftvolle, mit klasse E-Gitarren garnierte Countryrocker "Why, oh why", dessen Intro allerbeste "Seven bridges road"-like Harmonies der Eagles in Erinnerung ruft - es sind alles nur stellvertretende Beispiele für Songperlen eines einfach nur durch und durch famosen Albums! Es passt wirklich alles zusammen! Little Big Town auf dem absoluten Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere!

Das komplette Tracklisting:

1 The Reason Why - 4:52   
2 Runaway Train - 3:45   
3 Kiss Goodbye - 4:02   
4 Shut Up Train - 3:48   
5 Why, Oh Why - 3:44   
6 Little White Church - 3:06   
7 You Can't Have Everything - 3:29   
8 All the Way Down - 3:08   
9 All Over Again - 4:08   
10 Rain On a Tin Roof - 4:25   
11 Life Rolls On - 3:10   
12 Lean Into It - 4:19

Art-Nr.: 7053
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Little Big Town - the road to here [2005]
Gut drei Jahre sind mittlerweile seit dem Debütwerk von Little Big Town vergangen. In dieser Zeit haben sich viele Dinge ereignet, die das Bestehen der Band auf eine harte Probe stellten. Neben dem Rauswurf bei Sony, trotz ihres wirklich guten Erstlings, ereigneten sich im Umfeld des Quartetts Karen Fairchild, Kimberly Roads, Jimi Westbrook und Phillip Sweet einige Schicksalsschläge, die vermutlich für die meisten Gruppen ein vorzeitiges Aus bedeutet hätten. Jimi’s Vater starb, die Ehen von Karen und Phillip gingen in die Brüche, und Kimberlies Gatte Steven, ein Anwalt, der u. a. die geschäftliche Dinge von LBT regelte, erlag völlig überraschend im Alter von nur 41 Jahren einem Herzinfarkt. Doch die Musik ließ sie nicht los. Ein Silberstreif am Horizont bildete zudem Wayne Kirkpatrick, der schon als Co-Writer des Openers "Pontiac" aus dem Debütalbum mitgewirkt hatte, und letztendlich einen neuen Record-Deal mit Clint Black’s Equity Music Group vermittelt konnte. Ein echter Glücksfall für die Band (und wahrscheinlich auch für das Label), wie ihre neue CD "The Road To Here" eindrucksvoll beweist. Knackiger, wunderschöner, durchaus traditionell verwurzelter, aber peppig und zeitgemäß in Szene gesetzter New Country in einem herrlichen Soundgewand aus akustischen Instrumenten wie Dobros, Fiddles, und Mandolinen, sowie herzhaft "rockenden" E-Gitarren und prachtvollen Gesangsharmonien.
Wayne Kirkpatrick fungierte bei sämtlichen Stücken als Co-Writer, spielte darüber hinaus einige Instrumente, und sorgte, zusammen mit der Band, für die astreine, punktgenaue, schön druckvolle Produktion. Vor allem ließ er den Vieren völlig freie Hand ihre musikalischen Intentionen zu verwirklichen, was unter der Sony-Regie wohl sehr schwierig war. Dort versuchte man, laut eigener Aussage die Band, sie in ein Pop-Gerüst zu pressen, wogegen man sich aber versuchte wehement zu wehren, was ihnen zum Glück auf ihrer ersten Scheibe auch einigermaßen gelang. Doch auf ihrem neuen, exzellenten Longplayer zeigen sich Little Big Town, frei von allen Zwängen, von einer ganz anderen Seite, die man ihnen vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Die dezenten Popeinflüsse sind praktisch völlig verschwunden, ohne dabei allerdings auf tolle Melodien zu verzichten. Die Harmoniegesänge wirken noch ausgereifter, alles kommt deutlich erdiger und rootsiger, von Westcoast-, Bluegrass-, Country- bis hin zu Southern-Elementen wird so ziemlich alles in die Waagschale geworfen - und es funktioniert vorzüglich! Hier sind eben großartige Vollblut-Musiker am Werk! Es wird, wie gesagt, viel mit Akustikgitarren, Mandolinen und Banjo gearbeitet, doch Gastmusiker Gordon Kennedy streut ein ums andere Mal wunderbare, satte E-Gitarren-Fills und -Soli ein. Schon der Eröffnungstrack "Good As Gone" besticht durch sein unterschwelliges, attackierendes Southern-Flair mit richtig "dreckigem", weiblichem Gesang, ähnlich wie es auch Shelly Fairchild (im übrigen nicht verwandt mit Karen) gerne praktiziert. Die Nummer hat sehr viel Pepp, ein tolles Banjo-Intro, sowie herrliche Mandolinen- und E-Gitarren-Parts! "Boondocks", inzwischen sogar (und wie gönnen wir ihnen das) auf Platz 20 der Billboard-Singles-Charts eingestiegen, vermittelt ebenfalls ein wunderbar swampiges Südstaten-Feeling, inklusive erstklassigem das Dobro-Spiel vom Meister dieses Instruments Jerry Douglas (Union Station) höchst persönlich. Wunderbar auch die relaxt dahin fließende Ballade "Bring It On Home" mit diesen an die Eagles erinnernden Harmonien und den tollen Steel- und Dobroklängen von Dan Dugmore. Ein wahre Freude für Liebhaber des mehrstimmigen Gesangs! Einfach nur "genial" kommt "A Little More You", ebenfalls sehr locker, lässig und überaus melodisch in der Darbietung, mit herrlichen Akustik-Riffs, toller, angerockter E-Gitarre von Gordon Kennedy, Banjotupfer und wieder diesen brillanten Harmony-Vocals. Eine unter die Haut gehende Ballade ist dann "Lost", die Kimberly Roads’ verstorbenem Mann gewidmet ist. Sehr knackig dagegen wieder Songs wie "Mean Streak", "Looking For A Reason" und "Welcome To The Family", die allesamt recht temporeich gespielt sind, natürlich mit jeder Menge instrumentell eingebauter Feinheiten. Erwähnenswert aber auch der tolle Gesang aller vier beteiligten Akteure, die sich allesamt solistisch, wie auch bei den Harmonien glänzend einbringen. Wohl einzigartig in dieser Konstellation in Nashville! Diese Stärke wird dann am Ende mit einer Akustikversion des Songs "Stay" (aus dem debutalbum) nochmals eindrucksvoll unterstrichen. "The Road To Here" ist ein Klassewerk geworden, das zeigt welches immense Potential in diesen Musikern steckt. Die Schicksalsschläge scheinen Little Big Town zu einer verschworeneren Gemeinschaft denn je zusammengeschweißt zu haben. Und mit Wayne Kirkpatrick hat das Quartett ein idealen Partner als Ergänzung gefunden. Toll! Weiter so, ihr Fünf! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3697
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Good as gone
Boondocks
Bring it on home
A little more you
Looking for a reason

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Little Big Town - tornado [2012]
Fünfter Streich des beliebten und ursprünglich aus Alabama stammenden Quartetts. Die Konstellation von Little Big Town mit zwei Sängerinnen (Karen Fairchild, Kimberly Schlapman) und zwei Sängern (Jimi Westbrook, Phillip Sweet) ist in der Nashville-Szene rar gesät. Sie birgt einerseits sicher einiges an Potential für Reibereien, Unwägbarkeiten und auch Meinungsverschiedenheiten - schließlich dürfte es sich nicht einfach gestalten, immer vier Personen und ihre unterschiedlichen Ansichten unter einen Hut zu bringen. Es offeriert aufgrund der Einzigartigkeit und der Kombinationsmöglichkeiten aber auch große Chancen. Und die hat der Vierer seit seinem Bestehen (Gründung 1998) auch konsequent genutzt. Man ging von Anbeginn durch Dick und Dünn (Labelschwierigkeiten, Todesfälle innerhalb der Familien), von Skandalen oder Auflösungserscheinungen aber keine Spur. Im Gegenteil: Die Band arbeitete sich peu-a-peu immer weiter in der Gunst der Fans nach vorne und sitzt mittlerweile sicherer denn je im Sattel eines der bestimmenden Major Labels (Capitol Records). Mit dem Vorgängerwerk "The Reason Why" gelang es erstmalig ein Album auf Platz 1 der Billboard Country-Charts zu platzieren, was ihnen aber bei Singles bis dato verwährt blieb. Doch auch das ist mittlerweile Schnee von Gestern. Mit ihrem neuen, bravourösen Silberling "Tornado" und der vorab ausgekoppelten Single "Pontoon" (ein herrlich grooviger Gute-Laune-Song mit toller Mandoline und starkem Southern-affinen E-Gitarren-Solo) ist ihnen jetzt auch dort der ganz große Wurf gelungen. Der Song erklomm sofort die Chartspitze und eroberte die Herzen der Fans, der Kritiker, wie auch einer ganzen Reihe von im Genre beheimateter, hoch angesehener Kollegen (selbst Diven wie Wynonna oder alte Haudegen wie Charlie Daniels zollten diesem Track ihre große Hochachtung) im Sturm. Die Nummer ist natürlich auch bei den diesjährigen CMA-Awards als bester Song des Jahres mit hervorragenden Aussichten nominiert worden (dazu sind die vier auch noch in der Kategorie beste Vocal-Group dabei). Auch der Rest des Albums besticht mit bärenstarken Liedern und vor allem viel Variabilität. Da bringt sich wieder jeder perfekt auf den Song getimt als Leadsänger ein, mal wechseln weiblicher und männlicher Gesang, fast immer gibt es diese tollen auf den Punkt gebrachten Harmoniegesänge, was ihnen zum Teil den Ruf als "Fleetwood Mac der Countryszene" einbrachte. Ein exzellentes Beispiel hierfür ist das wunderbar fluffige, hoch melodische "Leavin‘ In Your Eyes", das man gemeinsam mit den Warren Brothers komponierte. Man meint teilweise wirklich, dass Karen Fairchild und Kimberly Schlapman Seelenverwandte mit Stevie Nicks und Christine McVie wären. Toller Song, da denkt man sofort an das berühmte "Rumours"-Album zurück. Neben den vier Hauptprotagonisten glänzen hier aber auch zwei Songlieferantinnen. Natalie Hemby lieferte als Co-Writerin gleich den Stoff für fünf Titel ("Pontoon", "Tornado", "Can’t Go Back", "Self Made" und "Night Owl") und hat somit erheblichen Anteil an diesem starken Werk, aber auch die zierliche Lori McKenna, selbst eine wundervolle Interpretin, hat bei den eingängigen "Sober" und "Your Side Of The Bed" deutliche Spuren hinterlassen. An den Instrumenten verdient sich diesmal Multiinstrumentalist Johnny Duke (sämtliche Saiteninstrumente) Bestnoten. Produziert und auch musikalisch beteiligt ist Jay Joyce, dem ein kristallklarer Sound gelungen ist. Der treibende Opener "Pavement Ends" bietet richtig schönen, rootsigen Country und knüpft so ein wenig an alte "Boondogs"-Zeiten an. Auch beim swampigen "Front Porch Thing" (klasse Dobro-Fills) geht es recht kräftig zur Sache und es wird sogar vor Delta-bluesiger Electric-Slide kein Halt gemacht. Ansonsten wird man in gewohnter Weise von den wirklich tollen Gesangswechseln und Harmonien verzaubert (teilweise auch in Accapella angelehnter Manier). Das ist schon sehr beeindruckend. Und so bekommt man beim abschließenden "Night Owl" (fast schon bardenhaft vorgetragen) noch einmal eine Lehrstunde in dieser Hinsicht geboten. Fazit: Little Big Town sind mit "Tornado" auf dem bisherigen Gipfel ihrer Karriere angelangt. Mit ihrem Smash-Hit "Pontoon" dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit sogar der Song des Jahres 2012 eingefahren werden. Es ist immer wieder schön, diesem sympathischen Quartett zuzuhören und an ihrer Weiterentwicklung teilzuhaben. Die Texte, enthalten in einem sehr geschmackvoll gestaltetem Cover/Booklet, tragen ebenfalls zum großen Gelingen dieses beeindruckenden Gesamtwerkes bei. Eine tolle Scheibe! Little Big Town erneut ganz groß! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Pavement Ends - 2:31
2. Pontoon - 3:32
3. Sober - 3:15
4. Front Porch Thang - 3:26
5. Your Side of the Bed - 3:41
6. Leavin' in Your Eyes - 3:13
7. Tornado - 3:43
8. On Fire Tonight - 3:12
9. Can't Go Back - 3:43
10. Self Made - 4:08
11. Night Owl - 3:45

Art-Nr.: 7910
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

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