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Marvel, Kendell - solid gold sounds [2019]
Jede Menge Countryfans werden mit vielen Songs des großartigen Songwriters Kendell Marvel sehr vertraut sein, ohne dass es ihnen eigentlich bewusst ist. Innerhalb der letzten 2 Jahrzehnte wurde der aus Illinois stammende Künstler zu einer der größten und gefragtesten Komponisten Nashville's, der "im Hintergrund" unzählige Hits für die Countryelite verfasste, von George Strait bis Jake Owen, Gary Allan bis Chris Stapleton und viele mehr. Da Marvel neben seinem herausragenden Songwriter-Talent auch noch über eine geradezu perfekte Classic-/Outlaw-Country-Stimme verfügt, ist es nur folgerichtig, dass er jetzt zusätzlich beschlossen hat, auch selbst ins "Rampenlicht" zu treten und seine eigenen Alben zu veröffentlichen. Ein kluger Entschluß und ein Glücksfall für die (Outlaw)Countryfreunde, denn sein neues Werk (das mittlerweile zweite), "Solid gold sounds", ist ein Volltreffer. Erstklassig produziert von Dan Auerbach (The Black Keys) und David Ferguson, präsentiert Kendell Marvel eine wunderbare Gratwanderung zwischen vollkommen reiner, klassischer Old School Countrymusic und erdigem Outlaw Country, mal rockig, kernig, aber auch mit vielen hinreißenden, ruhigeren Balladen, nie abdriftend in poppige Gefilde, sondern immer rootsig, authentisch und "totally country" durch und durch. Die Einflüsse reichen unter anderem von Don Williams, über Randy Travis, bis hin zu Kris Kristofferson und Waylon Jennings, sowie aktuell Chris Stapleton, mit dem er auch recht viel zusammenarbeitet. Bei dem wirklich tollen, vielseitigen Songmaterial stehen meist viele, vielschichtige, differenziert klingende, transparente Gitarren im Mittelpunkt, oft auch mit Pedal Steel, aber auch mit bluesigen Ansätzen, vor allem wenn Dan Auerbach seine satte, typische Black Keys-E-Gitarre auspackt. Alle Tracks, bis auf einen (eine interessante, feine Coverversion des alten Bee Gees-Klassikers "I've gotta get a message to you"), stammen aus der Feder von Kendell Marvel und Dan Auerbach, oft zusammen mit weiteren, sehr namhaften Songwritern, wie "Big" Al Anderson, Paul Overstreet, Ronnie Bowman und Pat McLaughlin. Gleich die ersten beiden, großartigen Tracks des Albums könnten unterschiedlicher kaum sein, und trotzdem passt, bezogen auf den Hörgenuss, alles auf dem Album, von vorn bis hinten perfekt zusammen. Der klasse Opener "Hard time with the truth" mit seinem prächtigen Waylon Jennings-Touch, ist eine rockige, richtig raue, erdige, kraftvolle, von vielen unterschiedlichen E-Gitarren durchzogene Outlaw Country-Nummer, während das folgende, herrlich lockere, flockige, traumhaft melodische "Let it go", unwiderstehlichen, sofort ins Ohr gehenden, klassischen Country bietet, dessen Sound, Riffs und herrlich entspannter Flow gar ein gewisses Eagles-/"Tequila Sunrise"-Feeling aufkommen lassen. Fantastisch hier die sich durch den Song schlängelnde E-Gitarren-Linie, die Baritone-Gitarre, die wundervoll integrierte Pedal Steel und die recht dezente Fiddle. Saustark auch der treibende, dreckige, voller zündendem Southern-Flair steckende Countryrocker "Blood on the water", der nochmal einen fetten Extra-Schub durch die furiose Gitarrenarbeit von John Osborne (eine Häfte des sehr erfolgreichen Duos Brothers Osborne) erhält, mit dem zusammen Marvel schon einige Songs komponiert hat, u. a. den starken Brothers Osborne-Hit "Pushing Up Daisies". Osborne's Gitarrensolo hier ist große Klasse, genauso die das Spiel der beiden weiteren, kongenial zuarbeitenden Gitarristen Russ Pahl und Dan Auerbach. Die selben 3 Saitenkünstler (grandioses 3-part Lead Gitarren-Break im Mittelteil) bestimmen auch das Geschehen bei dem sehr coolen, famos groovenden, rootsigen "Cadillac'n". Toll kommen aber auch solch wunderschönen Balladen, wie die pure Retro-Classic Country-Nummer "Musta kept it for himself" (Outlaw-Feeling in Reinkultur), oder das mit feiner Pedal Steel angereicherte, wieder schön retro angehauchte, wunderbar melodische "Easy rider", das zuweilen leicht an The Band erinnert. Das lockere, mit einem typischen Waylon-/Kristofferson-Flair aufwartende, in schöner Fiddle-/Gitarren-Steel-Instrumentierung dargebotene "Roots of my raisin'" schließt dieses erstklassige Album schließlich genauso stark ab, wie es begonnen hatte. Unter den Begleitmusikern Marvel's befinden sich neben den schon genannten Künstlern im übrigen noch solche "veteran studio aces" wie Gene “Bubba” Chrisman (drums), Bobby Wood (keys) und Charlie McCoy (harmonica), sowie Hochkaräter wie Mike Rojas (keyboards), Billy Sanford (dobro, guitar), Dave Roe (bass), Stuart Ducan (fiddle), und einige mehr. All das und die herausragende Klasse Marvel's sind der Beleg für dieses exzellente Resultat. "Solid gold sounds" bietet "gritty" Country vom Allerfeinsten!

Das komplette Tracklisting:

1. Hard Time with the Truth - 4:11
2. Let It Go - 2:51
3. When It's Good - 3:50
4. Blood in the Water - 2:53
5. I've Gotta Get a Message to You - 3:34
6. Cadillac'n - 3:38
7. If You Know What's Good - 3:18
8. Musta Kept It for Himself - 3:25
9. Easy Rider - 3:33
10. Roots of My Raisin' - 2:50

Art-Nr.: 9949
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hard time with the truth
Let it go
Blood in the water
Cadillac'n
Musta kept it for himself
Easy rider
Roots of my raisin'

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