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Tishamingo - the point [2007]
Die Re-Vitalisierung des Southern Rock schreitet voran und erreicht mit dem famosen, dritten Album des ursprünglich aus Tallahassee/Florida stammenden, mittlerweile jedoch in Athens/Georgia ansässigen Quartetts Tishamingo im noch jungen Jahr 2007 einen neuen Höhepunkt! Das Teil ist schlichtweg ein Knüller und wird im Lager der Genre-Enthusiasten für absolute Begeisterung sorgen! "Inspired by The Allman Brothers Band, Gov't Mule and Widespread Panic", heißt es auch dem Cover-Sticker des Labels - 100%ig richtig, doch das ist längst nicht alles! "The point" festigt Tishamingo's Ruf als "Vorreiter" der neuen Southern Rock-/Jamrock-Generation nachhaltig! Mehr als je zuvor liget der Fokus auf kernigen Southern Rock-Traditionen, noch deutlicher als auf den beiden Vorgänger-Alben spürt man dieses Blues-based Classic Rock-Fundament der Siebziger. Neben eindeutigen Spuren der oben bereits erwähnten Bands, entdeckt man die Einflüsse von Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band und Little Feat genauso wie die von Led Zeppelin, Bad Company, ZZ Top oder gar den frühen Aerosmith. Dazu eine ordentliche Portion schwüler Swamp-Groove, ein wenig New Orleans-Funk, wunderbare Rootsrock-Charakteristika und der stetig spürbare Freiraum zu instrumentalen Jam-Reisen, die immer wieder in brennenden Gitarrenausflügen enden! Großartig produziert von John Kurzweg entsteht ein saftig satter Gitarrensound wie eine "Wand"! Prachtvolle, mächtige "dual guitar attacks" und Riffs der beiden Saitenvirtuosen Cameron Williams und Jess Franklin, beides auch großartige Sänger, ziehen sich wie ein roter Faden durch das vor Kraft, Vitalität, Intensität und Spielfreude nur so strotzende, grandiose Songmaterial, das ausgereifter und besser als je zuvor rüber kommt. Die beiden Gitarren harmonieren phantastisch miteinander, verknüpfen sich in mitreißenden, glühenden (Slide)Soli, brennen ein Feuerwerk ab, das die eh schon vorhandene Schwüle der Southern-Swamps weiter aufheizt. Unaufdringliche Orgel-/Piano-/Wurlitzer-Klänge sorgen hin und wieder für klug generierte Ergänzungen in den großartigen Arrangements. Die Band besticht durch ungeheure Musikalität und ein enormes, über jeden Zweifel erhabenes, handwerkliches Können, genauso wie durch ihr blindes Spielverständnis! Kein Wunder, bei mehr als 200 Gigs pro Jahr! Auch in pucto Melodik waren sie nie stärker! Hinein ins Vergnügen: "Get on back" heißt der Eröffnungs-Knaller, der mit viel Funk-Groove und noch mehr Seele in den puren Traditionen des Skynyrd'schen Retro Southern Rocks "watet"! Krachende, kompromißlose Riffs, eine feine Wurlitzer-Begleitung und ein treibender Drums- und Bass-Motor entfachen eine gewaltige Kraft, die sich schließlich in einem kochenden, "heißen", sich gegenseitig aufputschenden Gitarrenduell Williams' und Franklin's entlädt! Was für ein Auftakt! Und weiter "rollen" sie mit dem intensiven "Are we rollin'" durch die Schwüle der Swamps. Toller Groove, straighte, fette Riffs und ein teirisches Gitarren-Gewitter, inklusiver ausgedehnter Dual-Läufe brechen über uns herein! Nach einer starken, kochenden Coverversion des "The Band"-Klassikers "Chest fever" folgt das grandiose "Mitchell"! Traumhaft melodisch, von wunderbaren Slideguitar-Linien umgeben, verweilt dieser herrliche Midtempo Gitarren-Roots-/Southern-Rocker wohltuend in unseren Gehörgängen. Wie eine harmonische Kombination aus Lynyrd Skynyrd, den Drive-By Truckers und Gov't Mule erzeugen die transparenten, saftigen Gitarren einen wunderbar klangvollen Soundwall! Dann geht's wieder "volle Pulle" nach vorn mit dem dreckigen, voller Swamp-, Country-, und Southern-Flair steckenden, saustarken Boogie-Blues-Heuler "Travel on" (North Mississippi Allstars treffen auf Gov't Mule) und dem in bester ZZ Top-Manier davon galoppierenden "Bad news", unterbrochen von dem "soulful", funkig groovenden, von fetten Gitarrenläufen geprägten "This time"! Besondere Beachtung findet schließlich noch das famose "Tennessee mountain angel", ein Paradebeispiel von einer Southern Rock-Ballade, wie sie "im Buche steht"! Scheinbar wie aus einer Kooperation von Lynyrd Skynyrd und The Marshall Tucker Band resultierend, bohrt sich diese Nummer mit einer unwiderstehlichen Melodie in unsere Ohren und sorgt mit ihrem erdigen Gesang und ihrem herrlichen, vollmundigen und transparenten Gitarrensound regelrecht für Gänsehaut! Tishamingo treten mit "The point" endgültig aus dem Schatten der immer wieder erwähnten Referenzbands heraus. Längst spielen sie in der gleichen Liga, sind ihnen mehr als ebenbürdig, ja drücken sie fast schon in den Hintergrund! Inspirierter, authentischer und vor allen Dingen erfrischender kann man Retro Southern-/Jamrock heute nicht spielen! Pure Magie! Ein brillanter "hard-edged" Southern Rock-Ritt "through the swampy wetlands of Florida"! Tishamingo are the real deal!

Art-Nr.: 4717
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Get on back
Are we rollin'
Mitchell
Travel on
Tennessee mountain angel
Walkin' shoes

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Tishamingo - wear n' tear [2005]
Ja, sie sind so etwas wie die "Leader" der neuen Southernrock-/Jamrock-Welle! Tishamingo zeigen eindrucksvoll, wie gesund die Southernrock-Traditionen doch noch sind! "Wear n' tear" ist der zweite "Hammer", den das ursprünglich aus Tallahassee/Florida stammende, mittlerweile aber in Athens/Georgia ansässige Quartett um die beiden großartigen Gitarristen Cameron Williams und Jess Franklin innerhalb nur eines Jahres vorlegt! Sensationell! Vor rund 12 Monaten katapultierten sie sich mit ihrem Debut wie ein regelrechter "Urknall" sowohl in die Herzen der Fans als auch die der Kritiker und Genre-Medien - und das in einer Art und Weise, wie es nur ganz wenigen Bands in der Vergangenheit gelungen war. Was soll man sagen, ihr zweites Album, für viele ein immens schwere Schritt, bestätigt diese ganze Euphorie, bzw. setzt fast noch einen drauf! "Wear n' tear" ist ein unwiderstehliches, begeisterndes, künstlerisch höchst qualitatives Gebräu aus Blues-based, in den swampy Wetlands von Northern Florida verwurzeltem Southern-Jam-Rock'n Roll voller Herz und Seele in Verbindung mit ausgeprägter Spielfreude. Das alles scheint sich irgendwo im Dunstkreis solcher Bands wie den Allman Brothers, Widespread Panic, Gov't Mule, Jupiter Coyote, Little Feat und auch der Marshall Tucker Band abzuspielen, wobei sich Tishamingo zwar mit den oben genannten Künstlern vergleichen, dabei aber alles andere als den Mangel an eigenen Ideen vermissen lassen. Ganz im Gegenteil: erst das eigene, hochklassige, voller die Spannung wahrender, kreativer und intelligenter (doch niemals wirrer) Strukturwechsel steckende Songmaterial in Verbindung mit den Elementen verschiedenster klassischer Southern- und Jamrock-Veteranen machen den magischen Reiz ihrer Musik aus. Vor einem wunderbaren, rhythmischen "Delta-Groove" verlieren sich die beiden Gitarristen immer wieder in ausgedehnten, kochenden Gitarrenläufen, zuweilen mit prachtvollem Double-Lead-Spiel und brodelnden, würzigen Slide-Passagen, die oftmals durch schöne Orgel-Zusätze ergänzt werden. Gesanglich ist das Ganze am Schnittpunkt Warren Haynes (Gov't Mule) / John Bell (Widespread Panic) angesiedelt! Alles wirkt sehr inspiriert! Los geht's mit dem dynamischen, voller Widespread Panic-Rhythmik steckenden und mit feinen, weichen Allmans-like Twin-Guitars beginnenden Southern-/Jam-Rocker "Wastin' time", dessen Groove einem durch den ganzen Körper zieht. Im Laufe des Songs entwickelt sich ein prächtiges, glühendes, schön schwüles Gitarrenfeuer in den verschiedensten Variationen zwischen brennender Slide und traumhaften Double-Leads! Der großartig integrierte Tempowechsel mit seinen fett rockenden, schwergängigen, Swamp-Blues-Riffs sorgt für zusätzlichen Reiz, ehe man wieder die ursprüngliche Fahrt aufnimmt! "Hillbilly wine" besticht einerseits mit einem gewissen Allman Brothers-/Gov't Mule-Flair, strahlt andererseits aber auch eine dezente Grateful Dead-Frische, wie auch ein leichtes Marshall Tucker Band-Feeling aus, um im Endeffekt doch wieder typisch nach Tishamingo zu klingen. Herrlich der Swamp-Groove und das rhythmische, von klasse Percussion, feinen Orgeltupfern und fetter Slidegitarre geprägte Jamming im Mittelteil! Anschließend covern sie in all ihrer Brillanz und mit viel Energie und Würze Lynyrd Skynyrd's "Poison whiskey" (fantastisch), um sich danach in dem wunderbar bluesigen, klaren, ungemein cool wirkenden, lässigen "Magic" zu verlieren, gefolgt von dem lockeren, irgendwo zwischen den Allmans und String Cheese Incident angesiedelten, von klasse Gitarren und prächtiger Percussion geprägten Instrumental "Rome"! Hey, und was ist das? Sind etwa Dickey Betts und Duane Allman wieder vereint? Natürlich spielt uns da die Fantasie einen Streich, doch das wundervolle "Billy", ein großartiger, flockiger, melodischer, Country-infizierter Southernrocker in bestem Allman Brothers-Stil, mit herrlichem, butterweichem Southern-Double-Lead-Spiel läßt uns einfach ein wenig träumen. Ganz stark auch das kantige, groovige, voller New Orleans-Funk steckende, jammige "Smoked mullet" mit seinen würzigen Gitarren, wie auch der schwer brodelnde Southern-Swamp-Blues "Worn out soles" oder das gleichermaßen Gov't Mule- und Marshall Tucker-Elemente vereinente "Ain't got time"! Sie werden in den USA als "The next big thing in Southern Rock" gehandelt, und diese Prophezeiung untermauern sie eindrucksvoll! Was werden wir, wenn sie so weiter machen, von denen noch alles hören. Man munkelt von einer anstehenden Europe-Tour in 2005, die sie auch nach Deutschland bringen soll. Wenn's doch wahr würde... - bis dahin, und natürlich darüber hinaus, genießen wir die Alben von Tishamingo und lassen sie in unseren CD-Spielern unaufhörlich ihre Runden drehem! Groovender Southern-/Swamp-/Jam-Rock mit dem Gütesiegel 1a! Fesselnd! Meisterlich!

Art-Nr.: 3024
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Wastin' time
Hillbilly wine
Billy
Worn out soles
Ain't got time

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