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Tyler, Jonathan & The Northern Lights - pardon me [2010]
Wow! Wieder so eine wunderbare, hungrige, junge Truppe von langhaarigen Retro-Rockern, die mit ihrer unbekümmerten Frische und ihre großen Klasse für das "ewige Leben" des Seventies-based Groove-Rocks stehen und diese Musik voller Leidenschaft, voller Herz und Seele, und mit der nötigen Portion "Moderne" im Hier und Heute etablieren. Die in ihrer Heimat bereits frenetisch gefeierten Jonathan Tyler & the Northern Lights kommen aus Dallas/Texas und hegen einen überaus freundschaftlichen Bezug zu vielen Musikern der dortigen "Red Dirt"-Szene, spielen aber alles andere als Americana, Alternate Country oder Countryrock. Nein, hier geht's mächtig zur Sache. Diese großartige Truppe hat sich mit Leib und Seele dem fetten, krachenden, von bluesigen Grooves bestimmten, harten, dreckigen, jede Menge Energie freisetzenden, klassischen, traditionellen American Rock verschrieben, dessen Konsistenz überwiegend aus mächtig Dampf produzierenden E-Gitarren, intensivem Gesang und einer unbeirrt sich ihren Weg bahnenden "driving rhythm force" besteht. Handwerklich exzellent agieren die Jungs dabei mit einer gesunden Grundhärte, sind aber gleichzeitig in der Lage den von vorn bis hinten hervorragenden Songs eine exzellente Melodik zu verleihen. Kurz gesagt: Das Zeug rockt, kickt und bleibt klasse hängen. Neben den bereits erwähnten Faktoren zieht sich ein gepflegtes Texas Rock-Feeling durch die Musik der Northern Lights, ebenso wie Einflüsse des Southern Rocks und auch mal ein wunderbar funky groovender Rhythmus. In etwa beackern sie ein Terrain, das irgendwo zwischen den frühen Aerosmith und The Black Crowes, ZZ Top und den Kings Of Leon, oder zwischen Led Zeppelin und den Arc Angels liegt, haben aber ihren eigenen Stil eindeutig gefunden. Der charismatische Frontmann Jonathan Tyler ist ein sehr präsenter, inbrünstiger Rock-Shouter, den mit Aerosmith's Steven Tyler (weder verwandt noch verschwägert) nicht nur eine Namensgleichheit, sondern durchaus auch ein gewisses Timbre in der Stimme verbindet (der Bursche singt und "grölt" wie eine Mischung aus Steven Tyler und einem mit Adrenalin vollgepumpten Dave Matthews). Komplettiert wird die Band durch Lead Gitarrist Brandon Pinckard (Jonathan Tyler spielt die zweite Gitarre), Nick Jay am Bass (auch Keyboards), Jordan Cain an den Drums und der Background Sängerin Mo Brown. - alles exzellente Musiker. Eingespielt hat die Truppe das Werk, im übrigen live, in Nashville/Tennessee. Tyler sagt dazu: “We recorded it live. We were really critical about keeping things in the pocket and giving it a groove, but letting the songs breathe and feel alive was the main thing that was really important to us. And because we’d played those songs so much before going into the studio, for the most part it wasn’t that hard. We didn’t really pull our hair out over any of the songs.” Produziert hat der großartige Jay Joyce, vor allem auch bekannt in der Rootsrock- und Countryrock-Szene (u. a. John Hiatt, Patty Griffin, Jack Ingram). Ein zerriges, raues Gitarrenintro, eine Salve wuchtiger, satter Blues-based Riffs, eine Portion schärfster Funk-Würze und messerscharfe (Twin)Gitarrenparts bestimmen den fulminanten Lead Off-Track "Pardon me", dessen Explosivität einen unmittelbar gefangen nimmt und das Album sofort in die richtigen Bahnen lenkt. "Can you hear me? Can you feel me, coming through your stereo?", röhrt es aus den Boxen, und Tyler ergänzt: “Maybe it’s been too long since Rock ’n’ Roll turned you on". Großartig! Der Auftakt zu einer tollen Nummer nach der nächsten. Ob der stürmische Rock-Kracher "Young & free" mit seinem traumhaft melodischen Refrain, den knallharten Gitarrenriffs und dem wunderbaren, kernigen Gitarrensolo im Break, der fette, voller "Soul" und Southern-Esprit steckende, infolge höllischer Riffs mächtig Dampf produzierende, jammige Bluesrocker "Devil's basement" (ein Hammer-Song mit feinem The Black Crowes-Feeling und einem unterschwelligen, sumpfigen Voodoo-Flair), der kochend heisse, riffige, bluesige Funk Rocker-Knaller "Bright energy" mit seiner durchaus modernen Note, der straighte, herrlich eingängige Power-Rocker "Hot sake" (starkes, dampfendes Gitarrensolo) oder das abschliessende, im übrigen von Rich Robinson (The Black Crowes) co-komponierte, rootsige "Where the wind blows" - diese Truppe macht mächtig Laune. Und zwischendurch gibts dann auch mal eine wunderschöne Ballade, wie das ungemein melodische, lockere"Paint me a picture", von Tyler sehr gefühlvoll vorgetragen (hier zeigt sich abermals, welch großartiger, "soulful singer" er ist - kann auch mit leiseren Klängen exzellent umgehen). Jonathan Tyler & the Northern Lights gelten als "one of the most electrifying young bands in America". Von dieser Truppe werden wir noch eine Menge hören, das dürfte wohl sicher sein. "Pardon me" jedenfalls ist "one-hell-of-a wild ride", von dem man gar nicht genug bekommen kann...

Das komplette Tracklisting:

1 Pardon Me - 4:09   
2 Young & Free - 4:00   
3 Young Love - 4:20   
4 Gypsy Woman - 3:38   
5 Devil's Basement - 5:11   
6 Paint Me a Picture - 4:35   
7 Bright Energy - 4:10   
8 She Wears a Smile - 3:42   
9 Ladybird - 2:44   
10 Hoty Sake - 3:19   
11 Where the Wind Blows - 4:31

Art-Nr.: 6915
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Pardon me
Young & free
Young love
Gypsy woman
Devil's basement
Paint me a picture
Hot sake

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