Artikel 1 bis 1 von 1 gefundenen...

[1-15]

 
Widespread Panic - street dogs [2015]
"Street dogs" ist das lang erwartete, von den Heerscharen ihre Fans herbeigesehnte, 12. Studioalbum der begnadeten Jamrock-Formation. 5 Jahre nach dem gefeierten "Dirty side down" setzen sie nun, man mag es kaum glauben, glatt noch mal einen drauf. Diese Band kennt keinen Stillstand. Die Entwicklung geht immer weiter, Grenzen scheint es keine zu geben. Live aufgenommen in den bekannten Echo Mountain Studios von Asheville in North Carolina mit ihrem langjährigen Freund und Produzenten John Keane am Mischpult, entwickelt die Band eine Spielfreude, die ihresgleichen sucht. Die Inspiration, die sie antreibt und den Spaß, den sie im Studio hatten, spürt man ab den ersten Sekunden der wunderbaren Eröffnungsnummer "Sell Sell". Das überträgt sich wie ein Magnet auf den Zuhörer und lässt ihn nicht mehr los. "Street dogs" ist ein sehr kraftvolles, jammiges Album geworden, bei dem die Band die ganze kreative Bandbreite ihrer musikalischen Orientierung auslebt. Das Songmaterial ist aussergewöhnlich stark, lebt einerseits von überragenden Songstrukturen, andererseits aber auch von den langen instrumentellen Passagen, bei denen die einzelnen Musiker mit ihrem herausragenden Können glänzen können. Und alles bleibt wunderbar hängen. Was für ein Spirit - hinreissend! Es gibt einen vorübergehenden Wechsel in der Band. Am Schlagzeug sitzt zur Zeit Derek Trucks' (Tedeschi Trucks Band) jüngerer Bruder Duane Trucks von den Hard Working Americans (bei denen ja auch Dave Schools den Bass zupft), der den etatmässigen Todd Nance ersetzt, der sich eine längere Auszeit von der Band genommen hat, im Jahr 2016 aber wohl zurückkehren wird. Duane Trucks trommelt äusserst "tight", was dem Panic-Sound sehr gut zu Gesicht steht. Ansonsten ist die Besetzung die alte. Vor allen Dingen JoJo Hermann an den Keyboards und der geniale Gitarrist Jimmy Herring glänzen während der Instrumentalpassagen immer wieder mit magischen, fulminanten Soli, wobei Herring zumeist sehr erdig und kraftvoll spielt. Und John Bell's Gesang war nie besser! Das Album startet mit einer fantastischen, herrlich jammigen Fassung der prächtigen Alan Price-Nummer "Sell Sell". Der Song kommt mit viel Power, aber auch mit einer wunderbar unbeschwerten "Leichtigkeit". Die Rhythmusfraktion agiert phänomenal, genau wie JoJo Hermann mit einem tollen Orgelsolo und Jimmy Herring mit einem packenden, ausgedehnten, seine ganze Virtuosität ausspielenden, variablen, satten Gitarrensolo, inklusive großartiger Wah Wah-Momente. Gleich eine absolute Hammer-Nummer zum Auftakt! Irre stark auch das knapp 8-minütige "Cease fire"! Klingt wie die moderne Adaption der Philosophie der The Allman Brothers Band, mit Anleihen von Santana und den legendären Blind Faith, sowie, vor allem während des knapp 5-minütigen Instrumentalparts, einem Hauch von Pink Floyd. Wir hören wunderbare Percussion, fabelhafte, unwiderstehliche Gitarrenausflüge von Jimmy Herring, viel viel Jam-Freude - und doch ist das alles eigehüllt in eine ganz wunderbare Melodie. Ein von herausragender künstlericher Qualität geprägtes Fest für die Ohren. "Angel don't sing the Blues" kommt hingegen zunächst mit ein wenig unterschwelligem Jazz-Flair, lässt aber nach einem klasse platzierten Tepowechsel dann einen Hauch von Psychedelia einfliessen - alles stilsicher miteinander kombiniert zu einem erlesenen, großartig inszenierten, gepflegten Jam-/Blues-Rocker, während die Band mit dem mächtigen "Honky Red" einen lupenreinen, phänomenalen, fetten, satten Southernrocker raushaut, vollgepackt mit kochenden, schweren Riffs und einem langen, "brennenden" Gitarrensolo. Toll! Das sind nur wenige, wahllos herausgegriffene, näher beleuchtete Beispiele, stellvertretend für das komplette, wundervolle Songmaterial, bei dem die Band während der gesamten knappen Stunde Spielzeit dieses Albums nicht die Spur einer Schwäche zeigt. Keine Frage, Widespread Panic sind auf einem neuen Karriere-Höhepunkt ihrer eh schon formidablen Studio-Tätigkeiten angelangt. Brillant!

Das kpmplette Tracklisting:

1. Sell Sell - 6.25
2. Steven's Cat - 4.28
3. Cease Fire - 7.51
4. Jamais Vu (The World Has Changed) - 7.14
5. Angels Don't Sing The Blues - 5.54
6. Honky Red - 6.27
7. The Poorhouse Of Positive Thinking - 5.10
8. Welcome To My World - 5.51
9. Tail Dragger - 4.49
10. Street Dogs For Breakfast - 4.31

Art-Nr.: 8983
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Sell Sell
Steven's cat
Cease fire
Angels don't sing the Blues
Honky Red
The poorhouse of positive thinking
Welcome to my world

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!