"It is a hot, roiling stew of gritty, soul-influenced southern rock ‘n’ roll, mixed with a hefty helping of roots, funk, blues and country"! Zwieter Streich der jungen, baumstarken Southern Rock-Truppe aus Knoxville/Tennessee, die damit in beeindruckender Art und Weise den nächsten Schritt in die richtige Richtung macht. Die Aufnahmen zu "Youth is in our blood" führte das Sextett um den großartigen Frontmann James Trimble und die beiden exzellenten Gitarristen Michael Jenkins und Cozmo Holloway diesmal nicht, wie beim Vorgänger, nach Athens/Georgia zu David Barbe, sondern in die berühmten Studios von Levon Helm (The Band) in die Wälder von Woodstock/NY. Produziert von dem zweifachen Grammy-Gewinner Justin Guip (Levon Helm, The Black Crowes) entstand dort erneut eine fantastische Scheibe, die das ganze Potential dieser Truppe verdeutlich. Musikalisch perfekt aufeinander abgestimmt zelebrieren sie ihren wunderbaren "rootsy and blusy swaggering brand of Southern Rock'n Roll". Die Arrangements um Trimble's exzellentem Gesang bestehen aus dem vorzüglich harmonierenden Zusammenspiel der beiden Gitarristen mit Keyboarder Chris Doody und der wunderbar tighten Rhythmusfraktion der beiden Brüder Justin und Aaron Hoskins.Das Songwriting hat sich weiter entwickelt. Die Stücke sind im Vergleich zum Vorgänger, ohne diesen auch nur ansatzweise schmälern zu wollen (die beiden Alben geben und nehmen sich in puncto Qualität in Klasse nichts - sie sind beide saustark), insgesamt etwas eingängiger und melodischer geworden. Zudem haben die Roots- und Americana-Einflüsse zugenommen. Und der "Spirit of the South" ist allgegenwärtig. Los geht's mit dem famosen "Baby we were young", einem prachtvollen, lupenreinen Southernrocker mit ordentlich Drive. The Black Crowes hinterlassen einmal mehr ihre Spuren, ebenso wie The Allman Brothers Band und The Marshall Tucker Band in ihren rockigen Phasen (vor allem bei dem vorzüglichen, feurigen und fingerfertigen, Toy Caldwell-mässigen Gitarren-Solo). Stark, wie sich die riffigen und führenden, dampfenden Gitarren mit den perfekt integrierten Piano- und Orgelklängen verschmelzen. Klasse hier auch die unaufdringlich aber wirksam integrierten, hintergründigen Bläser-Fills (Bläser tauchen bei insgesamt 2 Stücken auf), die zusätzliche "Hitze" und Power bringen. Ein toller Opener, der sich nicht zuletzt wegen seiner großartigen Melodik unmittelbar in unseren Ohren festsetzt. Aporpos Melodie und "in den Ohren fetsetzen": Dies gilt auch ohne Einschränkung für das folgende, überaus abwechslungsreich mit einem feinen Tempowechsel inszenierte "Wide awake". Erinnert fast ein wenig an die rockigeren und southern-inspirierten Sachen von Sister Hazel. Beim anschließenden "Walk with me" wird's dann wieder deutlich rauer und dreckiger. Ein rootsiger, bluesiger, erdiger Southernrocker mit tierischen Gitarrenlicks und einem klasse Groove. Schöne Orgel- und Piano-Untermalung. Dazu gibt's im Mittelteil einen wunderbar jammigen Percussion-Part. Traumhaft melodisch schlängelt sich die hinreissend schöne Roots-/Americana-Ballade "Song for my beloved" aus den Lautsprechern. Hat ein dezentes Countryflair, doch der "warme", wohltuende Duft des Südens weht einem permanent um die Nase. Eine wahre Wonne, wie sich Timble's exzellenter Gesang, die frischen Acoustic Gitarren und die herrlich integrierte Orgel zueinander ergänzen. Das ist pure Harmonie! Dann wieder etwas ganz anderes: Das bärenstarke "New salvation" beginnt jazzig jammend, mit einem wunderbar swingenden Groove, wechselt nach rund einer Minute aber sein Arrangement plötzlich in krachende Rock-Riffs - dreckig, kantig, kochend. So folgen jede Menge weitere, hochkarätige Nummern ohne jeden Ausfall, bis das Album schließlich mit der wundervollen, an der Schnittstelle von Roots- und Southern Rock angesiedelten, herrlich melodischen, dennoch erdigen Ballade "Recovery" endet. Nochmal eine "Killer"-Nummer, instrumentiert mit markantem, trockenem Drummin und einer tollen Synthese aus schönem Orgelspiel und elektrischen und akustischen Gitarren. Das Finale des Songs bildet dann ein ungemein kerniges, raues, zündendes, dabei sehr melodisch geführtes, southern-fried Gitarren-Solo - einfach wundervoll! Das 16-seitige Booklet enthält im übrigen alle Songtexte. "Knoxville's biggest band" erfüllt die hohe Erwartungshaltung nach dem bärenstarken Debut auf beeindruckende Art und Weise. Toll, das es solche Bands gibt, die dem Southern Rock mit seinen alten Traditionen immer wieder neues Leben einhauchen. "Youth is in their blood - Southern Rock is in their veins"! Ein fantastisches Album! Freuen wir uns jetzt schon auf das dritte Werk des Sextetts, denn die Jungs sind im Studio und planen eine Veröffentlichung für den späten Sommer 2012...
Das komplette Tracklisting:
1. Baby We Were Young (4.27)
2. Wide Awake (4.40)
3. Walk With Me (3.24)
4. We’ll Be The Light (3.13)
5. Song For My Beloved (2.40)
6. New Salvation (3.40)
7. It’s Dangerous (4.47)
8. Courage (5.49)
9. The Country (3.07)
10. Blue Rose Stroll (4.16)
11. Ain’t It Strange (3.04)
12. Seeds On The Rise (4.09)
13. Recovery (4.46)
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