Packender, ungemein kraftvoller und inspirierter, "smokin'" Blues-based Southern-/Jamrock in all seiner Blüte! Bärenstarke Konkurrenz für Kollegen wie The Allman Brothers Band, Tishamingo, Old Union, The Black Crowes, vor allem aber für Gov't Mule (wir sind sicher, die Mule-Heads werden diese Band lieben) - und zwar auf absoluter Augenhöhe! Was für eine famose Truppe, was für ein grandioses Album! Das Genre lebt! Immer neue Bands mit herausragenden musikalischen Fähigkeiten lassen sich von dem Spirit Gov't Mule's, der Allman Brothers & Co. anstecken und verhelfen der Szene und ihrer wunderbaren Musik, unter Beibehaltung aller Fundamente und Traditionen, mit ihrer Frische, Unbekümmertheit, ihren neuen, unverbrauchten Ideen und ihrer über jeden Zweifel erhabenen Spielkunst zu einer offensichtlich mehr als rosigen Zukunft, um die man sich nun wirklich keine Sorgen zu machen braucht. Ein Musterbeispiel und absoluter "Rohdiamant" unter diesen Formationen ist das begnadete, in Marietta/Georgia ansässige Quartett Captain Soularcat, das mit "The rise" nun schon sein zweites Album vorlegt. Das Teil ist schlichtweg ein Knüller! Die einschlägige Presse, wie beispielsweise das Allmans-Fanzine "Hittin' The Note", "Jambase.com" oder "Honest Tune" ist sich über die außergewöhnlichen Qualitäten dieser Truppe einig und sagt ihr eine riesen Zukunft voraus. Man braucht nur wenige Takte von "The rise" zu hören und weiß sofort, warum das so ist. Captain Soularcat, gegründet im Jahre 2002 in Rome, einem Vorort von Atlanta, bestehen aus Tony Giordano (Organ, Piano), Travis Cline (Drums), Benji Shanks (Guitars) und Scott Warren (Lead Vocals). In den letzte 5 Jahren avancierte die Band vom angesagten "local act" zu einer der "new driving forces in Southern Rock'n Roll music"! Unwiderstehlich, wie sie Elemente des Classic Rock, des Blues, des Southern Rock und zuweilen auch des Countryrock mit ihren Jam-Neigungen vereinen und somit "a unique sound of their own" kreieren. Die teils durchaus vorhandenen, langen, von ungebremster Spielfreude bestimmten Instrumentalpassagen besitzen zwar eine Menge Improvisationspotenzial, versinken aber zu keiner Sekunde im Chaos, ausufernden Orgien oder gar selbstherrlichen Ausflügen der einzelnen Akteure, sondern werden von exzellenten, prächtig hängen bleibenden Strukturen bestimmt, bei denen die großartigen Musiker ihre immensen individuellen Fähigkeiten stets perfekt in den Dienst der Band stellen. Jeder hat genügend Freiraum sich zu profilieren, doch man verliert sich nie in unendlichen Längen. Vielmehr spielen sich die Musiker mit traumwandlerischer Sicherheit gegenseitig die Bälle zu und nutzen die Synergien der anderen für das fantastische Zusammenspiel miteinander. Dennoch kristalliesiert sich immer wieder das formadible Spiel des brillanten Gitarristen Benji Shanks heraus, der mit grandiosen Hooklines, kochenden Riffs, bärenstarken, kernigen, würzigen Soli und dampfenden Slide-Ausflügen für Furore sorgt, ebenso wie der markante, großartige Gesang von Scott Warren, der nicht selten in seinem Vibe an Warren Haynes erinnert. Ein irre starker, brodelnder "Heavy" Bluesrock-Groove, "fleischige" Hammond Orgel und glühende Gitarrenlinien bestimmen den großartigen Opener "You ain't jokin'", der sofort die musikalische Nähe zu Gov't Mule offenbart. Das Faszinierende daran ist, dass die "Soularcats" die Philosophie von Haynes & Co. nicht nur verinnerlicht haben, sondern sie mit ihrer ohne Zweifel vothandenen Kreativität zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. So entsteht ein packender Song nach dem nächsten, von denen nicht wenige einen Ehrenplatz auf so manchem Gov't Mule-Album einnehmen könnten. Das gilt beispielsweise auch für das großartige "Dead end hell", bei dem Scott Warren's Stimme der von Warren Haynes ziemlich nahe kommt. Das ist toller, mitreißender Blues- und Southern-getränkter Jamrock mit herrlichem, sattem Orgel-Hintergrund, einem nicht sehr schnellen, dafür aber umso druckvolleren Rhythmus, der sich wie eine unaufhaltsame Dampflok seinen Weg bahnt, einem wunderbar melodischen Refrain und exzellenter Gitarrenarbeit von Benji Shanks, der zum Ende hin zu einem tollen, fetten Solo ansetzt und damit ein rund 2-minütiges, gewaltiges Instrumental-Finish einleitet, bei dem alle Beteiligten ihre großen Fähigkeiten demonstrieren können. Ist live sicher eine "Mörder"-Nummer, die die Jungs zu einem großen Jam-Happening werden lassen könnten. Es folgt das schön lockere, sehr lässig und flüssig, dennoch knackig in Szene gesetzte, Country-infizierte "Lost along the way", das auch aus einer gemeinsamen Session von The Allman Brothers Band und The Marshall Tucker Band entsprungen sein könnte, ehe es mit dem grandiosen Titelstück "The rise" wieder ordentlich dampft. Was für ein hinreißender Groove! Was für schwüle, brodelnde Slide-Linien! Was für ein "Killer"-Southern-/Swamp-/Bluesrocker! Die Hitze der Deltas schwappt auf den Zuhörer über. Großartig, wie sich diese Nummer voller Magie ihren Weg in unsere Ohren bahnt. Shanks' Slideguitar-Solo vor dem Hintergrund dieses famosen Rhythmusses ist zum "Zunge schnalzen"! So jagt eine "Hammer-Nummer die nächste: Ob der von massiven Orgel-Klängen, E-Piano und klasse Gitarrenlinien bestimmte Retro-Southern-/Blues-/Jamrocker "Life's deal" (wie eine Synthese aus Mule und Tishamingo), das lässige, Slide-getränkte "Instead of leaning" (tolles Slide-Solo), das funky groovende "Honeydew", der riffige, "schwere" Bluesrocker "Snake pocket Blues" (wieder viel Mule-Flair, aber auch Licks, die an Led Zeppelin erinnern), oder der lockere, flotte Country-/Jam-/Southernrocker "Point of change" (würde mit seinen dezenten Mandolinen-Fills und den klasse Slide-Linien auch bestens zu Kollegen wie Old Union oder Outformation passen) - die Band begeistert auf der ganzen Linie! Bärenstark auch der finale, schön straighte, riffige, mit einem traumhaft melodischen Refrain versehene Rocker "Soakin' wet", der auf nahezu perfekte Art und Weise eine Brücke zwischen den frühen Bad Company und Gov't Mule baut, zumal Scott Warren's Gesangsvortrag wie eine Mischung aus Paul Rodgers und Warren Haynes rüber kommt. Ein toller Abschluß eines packenden Albums! Keine Frage, Captain Soularcat sind sicher so etwas wie "verwandte Seelen" zu Gov't Mule. Doch mit ihrer aussgewöhnlichen Klasse wird das nicht zur Hypothek für die Band, sondern zu einem Segen. Kraftvoller, fetter Blues-based Southern-/Jamrock, der einen nicht mehr los lässt! Genial!
Die Tracklist:
1. You Ain't Jokin' (4.13)
2. Dead End Hell (5.30)
3. Lost Along the Way (4.10)
4. The Rise (5.15)
5. Life's Deal (6.22)
6. Instead of Leaning (4.58)
7. Honeydew (4.05)
8. Reasons for Highways (5.17)
9. Snake Pocket Blues (6.10)
10. Point of Change (5.09)
11. Time & Time Again (5.19)
12. Soakin' Wet (5.37)
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