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Bishop Black - same [2009]
Mit großer Freude erleben wir im Moment so etwas wie eine kleine Renaissance des Southern Rocks. Und es sind nicht die großen und arrivierten Bands des Genres, die sich dabei hervortun, sondern eher Formationen, die bisher aufgrund ihrer noch jungen Vergangenheit eher weniger in Erscheinung traten (Rebel Pride, Blackberry Smoke), mittlerweile dank bärenstarker Veröffentlichungen dafür umso gewaltiger, oder aber richtige Newcomer wie zuletzt beispielsweise The Last Straw, die Holman Autry Band, Silver Travis und Preacher Stone, die unmittelbar mit furiosen Debütalben von sich Reden machen. Zu letztgenannter Sorte ist auch das junge, aus Alabama stammende, seit 2007 bestehende, hervorragende Quintett Bishop Black (benannt nach der schwarzen Schachfigur) zu zählen, deren prächtiges, gleichnamiges erstes Album ebenfalls als überaus eindrucksvolles Indiz für die wunderbare neue Frische und das neue Leben der Southern Rock-Szene gewertet werden muß. Ist das herrlich, wenn sich solch hoch talentierte junge Bands dieser Musik verschreiben und darin ihre Roots ausleben. Keine Frage, die Rockmusik des Südens lebt. Bishop Black spielen einen sehr gefällgen, schön "saftigen" Southern Rock mit einem Hauch von Countryrock und Blues, kraftvoll, mit Biss, aber auch voller toller, sich unwiderstehlich in die Gehörgänge grabender Melodien (geht teilweise runter wie Öl), eingebettet in einen klasse Gitarrensound. Nicht nur die Southern Rock-Freunde werden ihre helle Freude haben, auch die "Red Dirt"-Gemeinde kann jubeln. Denn zwischen Lynyrd Skynyrd, Blackberry Smoke und Cross Canadian Ragweed tummelt sich genüsslich die Musik von Bishop Black, wie gesagt, auch mal mit einem leichten Blues-, Soul,- und/oder Funk-Touch. Das Teil ist sehr knackig und fett produziert worden von Steve Lowery, und zwar in den Birdland Studios von Muscle Shoals, Alabama (da klingelt’s doch direkt in den Ohren eines jeden Southern-Fans). Und kein geringeres Blatt als das legendäre "Rolling Stone Magazine" resümierte schlicht und ergreifend über das erste Album: "Bishop Black is the return of of the Muscle Shoals Sound". Na wenn das mal nicht gewaltige Vorschusslorbeeren sind! Und in der Tat knüpfen Bishop Black (bestehend aus Jeremy Braswell - Vocals, Harmonica; Preston Grammer - Guitar, Vocals; Pat Sowell - Guitar, Bass, Vocals; Cory Sowell - Bass und Steve White - Drums) da an, wo Lynyrd Skynyrd einst den Grundstein für ihre spätere Popularität legten. Der saustarke Opener "Long Road To Bama" enthält somit auch deutliche Bezüge und musikalische Parallelen zu Skynyrds größtem Hit "Sweet Home Alabama", ist aber längst nicht so trivial abgekupfert, wie es Kid Rock vor kurzem mit seinem "All Summer Long" (allerdings mit großem Erfolg) praktizierte. Nein, dieser Song steckt darüber hinaus voller frischem Wind und eigenenr Identität. Er groovt melodisch, fett und swampig, mit einem leicht differenzierten Ableger des legendären Ed-King-Riff und einer zusätzlichen, glühenden Slidegitarre (inkl. Solo), unterlegt von feinen Orgelklängen. Für die zeigt sich (ähnlich wie Chuck Leavell bei der Holman Autry Band) Tastenlegende Clayton Ivey (u.a. Wilson Pickett, Diana Ross, Rod Stewart, Bob Seger, Lionel Ritchie, Brooks & Dunn, Aretha Franklin, Roy Orbison) als einziger Gastmusiker verantwortlich, der sich mittels Piano, B3-Organ und Wurlitzer immer wieder gekonnt einbringt. Das folgende "Lawyers, Guns & Money" (Warren Zevon) ist eine von zwei Coverversionen (dazu kommt noch das funkig-bluesig stampfende "Mississippi" - mit schön quäkiger Bluesharp, aus der Feder von Mofro-Kopf JJ Grey - einer Soul/Funk/R&B/Blues/Southern Rock Band aus Florida). welche als ein ungemein frisches, fettes, modernes Update des alten Zevon-Origimals daher kommt, mit einen sehr viel Rhythmik und Dynamik. Einfach großartig! Bei dem starken "Long Way" geht es ebenfalls mit viel Southern-Drive nach vorn. Lynyrd Skynyrd meets The Black Crowes zu ihren "Shake Your Moneymaker"-Tagen. Rockige Gitarren, aggressiver Gesang, Harp-Fills, Orgel-"Gurgeln", satter Groove, klasse E-Gitarren-Solo, Herz was willst du mehr? Überhaupt ist bei Bishop Black gerade die Rhythmusfraktion ein echtes Highlight, die immer wieder für eine fett groovende Untermalung sorgt, besonders Steve White erzeugt mit seinen deftig polternden Schlagzeugeinlagen sehr viel musikalisches Volumen. Ganz besonders atmosphärisch gelungen ist das von Preston Grammer besungene "Shine On", das ganz dezent an "Green Grass & High Tides" von den Outlaws erinnert, allerdings etwas bluesiger dargeboten und ohne die schnellen Passagen und die abschliessende Gitarrenschlacht. Allerdings gibt's auch hier sehr wohl ein exzellentes E-Gitarren-Solo voller meoldischem Southern-Spirit. "Run To Tennesse" (herrliches Tucker-mäßiges Twinspiel am Ende) und "Southern Hospitality" (mit einem Hauch von "Red Dirt", Richtung Cross Canadian Ragweed) bestechen vor allem durch die geschickten Tempovariationen zwischen Strophen und Refrain, wobei auch die Harmoniegesänge von Braswell, Grammer und Pat Sowell nicht von schlechten Eltern sind. Beide Stücke sind southern-typisch gitarrenbetont, bekommen aber durch Braswells filigrane Harpeinlagen ein weiteres Markenzeichen. Balladesk und sehr melodisch geht es bei "Down Again" zu, stark hier das tolle Les Paul-E-Gitarren-Solo. Bei "Brother Locklayer" bieten Bishop Black nochmal deftige Kost im Stile der Allman Brothers oder, zumindestens in Ansätzen, Gov’t Mule. Wieder stehen ein fetter Groove, klasse Gitarren, Orgel und Harp im Mittelpunkt, dazu kommt ein swampig,bluesig, funkiger Touch. Das abschließende "Time" fällt etwas aus dem Rahmen, was aber keineswegs negativ gemeint ist. Vornehmlich mit einer Akustikgitarre begleitet, erinnert es ein wenig an "The Seasons" vom einst erst nach dem Skynyrd-Flugzeugabsturz veröffentlichten Erstwerk "The First... And The Last". Wenn jetzt an dieser Stelle noch eine Gitarrenhymne käme,... nicht auszudenken! Insgesamt ist Bishop Black mit ihrem Debüt ein großartiger Einstieg in die Southern-Szene gelungen. Diese junge Band verfügt offensichtlich über ein beachtliches, kreatives und musikalisches Potential. Damit wird man sich verdientermassen viel Respekt und Anerkennung in der Szene holen. Gratulation zu einer tollen Leistung! Wir freuen uns jetzt schon auf die weitere Entwicklung der Jungs... (Daniel Daus)

Die komplette Trackliste:

1 Long Road To Bama (3.33)
2 Lawyers, Guns & Money (3.25)
3 Long Way (4.28)
4 Shine On (5.30)
5 Run To Tennessee (3.36)
6 Southern Hospitality (4.06)
7 Down Again (4.13)
8 Mississippi (4.28)
9 Brother Locklayer (3.33)
10 Time (3.39)

Art-Nr.: 6513
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Long road to Bama
Long way
Shine on
Run to Tennessee
Southern hospitality
Brother Locklayer

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Drittes Album der Southern Rocker aus Charlotte/North Carolina! Preacher Stone haben sich mit ihren beiden Vorgängeralben erhebliche Sympathien in Genre-Kreisen erspielt, ihr ungeschliffener ehrlicher Southern Rock im Stile der großen Vorbilder Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, Blackfoot & Co., aber durchaus mit eigener Note, wird in diesen Kreisen immer noch mit Wohlwollen angenommen, zumal die Band um die Leader Marty Hill und Ronnie Riddle nie auf die großen Budgets irgendwelcher großer Labels zurückgreifen konnte. Auch ihr Drittwerk ist wieder in Eigenregie entstanden. Mit leicht veränderter Formation (zum Line-up gehören jetzt Michael Gilbert - guitar, slide, dobro; Josh Sanders - bass, vocals; Johnny Webb - keyboards und Mark Hill - drums) ist ihnen jetzt mit „PayDirt“ ihr mit Abstand stärkstes Werk gelungen. Hill und Riddle, die sämtliche Tracks verfasst haben, ist es erstmalig gelungen, eine klare Linie in ihr Gesamtwerk zu bringen, woran es gerade beim Vorgänger "Uncle Buck’s Vittles", mit doch recht stark variierenden Stilelementen und sehr unruhig wechselnden Songs, noch ein wenig gehapert hatte. Die Truppe, die sich selber nicht als Southern Rock Band sieht, sondern als Band aus dem Süden, ist ihren Heroen ein wenig dichter in den Nacken gerückt. Obwohl die meisten Basisriffs überaus kraftvoll, kantig und zuweilen sogar ein wenig metallisch kommen, spielt die Band nicht mehr ganz so hart wie bei den Vorgängern, was nicht bedeutet, das sie "weich" oder gar lasch spielen - im Gegenteil. Die Power und Energie ist stets spürbar, aber alles wirkt etwas lockerer, Song-orientierter, flüssiger. Und das kommt richtig gut. Klasse direkt der Opener "Day Late", ein selbstironischer Song über Leute, die bei allen Dingen ewig zu spät im Leben kommen ("I’m just a day late and a dollar short, my ship came in, I was standin’ at the airport" heißt es im Refrain), geht nach ein paar kurzen Beckenschlägen durch Drummer Marty Hill und einem "Hell Yeah"-Ruf von Riddle direkt gitarrentechnisch in "Pearl Jam meets Molly Hatchet"-Manier ordentlich zur Sache. Klasse auch die gurgelnde Orgel von Johnny Webb im Hintergrund, die sich dann im weiteren Verlauf des öfteren von ihrer ganz feinen Seite zeigt. Mit "Meet My Maker" wird mit religösem Unterton im atmosphärischen Midtempo weitergemacht. Schön hier das typisch surrende Slide-Solo. Eine kurze Dobroeinlage ("Shrevport Stomp") dient als Vorspiel für den herrlich stimmungsträchtigen Footstomper-Boogie "Louisiana Dog", der von wunderbar flotten E-Gitarren und klimperndem Honky Tonk-Piano getragen wird und am Ende nochmals eine Temposteigerung erfährt. Ganz starker Song! Das folgende, ebenfalls schön kratzig stampfende "And Then Some" erinnert so ein wenig an die Zeiten des Copperhead-Debüts. Tolles Zusammenwirken hier von quirlig gespielten E-Gitarren und aufheulender Orgel im Solo-Teil. Ein Stratocasterintro kombiniert mit dem berühmten Lick von Bon Jovis "Dead Or Alive" bildet den Pfeiler des tollen "Me And Mine", einer southern-souligen Midtempoballade mit kräftigem Powerrefrain. Begeisternd die Lynyrd Skynyrd huldigende Solopassage gegen Ende mit eingebauten Double Leads. Ein richtiges Highlight! Ein bisschen in klassischere Rockrichtung a la Bad Company pendelt "Walk It Dry" (tolles Orgelintro), Riddles Gesang ähnelt hier durchaus dem des großen Paul Rodgers. "Hand On The Bible" gab es bereits auf dem Vorgänger, hier mit etwas stärker hervorgehobener Akustikgitarre. Eine schöne melodische Southern-Ballade mit angenehmen Slide-Solo in Skynyrd-Tradition und pathosgetränkten Harmoniegesängen. "Place To Be" führt einen mit dezent gospeligem Touch in die Hoch-Zeiten von Bands wie Dickey Betts & Great Southern, Charlie Daniels oder der Marshall Tucker Band zurück. Herrlich das Betts-typische Führungs-E-Gitarren-Spiel zum launigen Southern-Groove. Im Soloteil reichen sich E-Gitarren, E-Piano und Orgel die Klinke in die Hand. Lässig rockt "Swimmin’ Hole" und lässt etwas wehmütig "Flirtin With Disaster"-Zeiten aufkommen. Klasse hier Webbs gluckerndes E-Piano, dass toll mit den schweren Gitarren-Riffs harmoniert. Mit "All I Know" folgt dann im Vergleich zum Rest ein recht unspektakulärer, aber schön melodischer Abschluss. Dieser Song hätte vielleicht etwas besser als Füller irgendwo in die Mitte gepasst. Trotzdem angenehm zu hören. Preacher Stone haben sich mit "PayDirt" wieder ein Stück weiterentwickelt und gehören mittlerweile mit Bands wie Hogjaw, Skinny Molly, SwampDaWamp zum erweiterten Führungszirkel des Genres. Man darf sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn die Band, ähnlich wie Blackberry Smoke, mal ein mutiges Label und einen arrivierten Produzenten Marke Justin Niebank oder Dan Huff als Support bekommen würde... Aber auch gut möglich, dass Hill, Riddle & Co. das auch garnicht wollen. Trotzdem ist das sich stetig steigernder, klassischer Southern Rock auf der Schiene solcher Helden wie The Allman Brothers Band, Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, Blackfoot, Doc Holliday, 38 Special, und, und, und. Preacher Stone sind und bleiben eine der Bands, die das Erbe der goldenen Southern Rock-Zeit höchst authentisch weiterverfolgen. Klasse Futter für die ewig hungrige Southern Rock-Fraktion! Gut gemacht, Jungs! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Day Late - 3:18
2. Meet My Maker - 4:09
3. Shreveport Stomp - 0:47
4. Louisana Dog - 4:03
5. And Then Some - 3:36
6. Me and Mine - 4:33
7. Walk It Dry - 3:43
8. Hand On the Bible - 4:39
9. Place to Be - 3:50
10. Swimmin' Hole - 4:39
11. All You Know - 3:41

Art-Nr.: 8526
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Day late
Meet my maker
Louisiana dog
And the some
Me and mine
Walk it dry
Place to be
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