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Lambert, Miranda - kerosene [2005]
Faszinierend! Gerade mal 21 Jahre jung und schon so gut! Wie sind begeistert!! Die Countrymusic hat einen neuen "Star"! Sowohl die Anhänger des traditionsbewußten Nashville-Country, als auch die des "roughen" Texas-Country und der Americana-/Alternate Country-Szene werden ihr gleichermaßen zu Füßen liegen, denn sie kennt keine Grenzen! Miranda Lambert, am 10. November 1983 in Lindale/Texas geboren, wuchs in einer Familie von Countrymusic-Begeisterten auf. Ihr Vater Rick ist ein örtlich sehr geschätzter Gitarrist und Songwriter, dessen Vorliebe für Leute wie Guy Clark, Jerry Jeff Walker oder Merle Haggard sich sehr schnell auf seine Tochter übertrug. Je älter sie wurde, desto größer wurde ihr Wille Musik zu machen, wobei sie immer von ihren Eltern unterstützt wurde. Sie lernte Gitarre zu spielen, fing an Songs zu schreiben, ließ sich inspirieren von Künstlern wie Emmylou Harris, Allison Moorer oder Jack Ingram, veröffentlichte ein Album im Eigenvertrieb und nahm im Jahre 2003 schließlich sogar am "Nashville Star"-Contest teil. Dort landete sie "nur" auf Platz 3, aber das Ganze brachte ihr den verdienten Major-Deal ein! Gott sei Dank ließ die Plattenfirma ihr gewisse Freiheiten. Man erkannte ihr unglaubliches Talent , ließ sie in Ruhe arbeiten! Das Resultat: "Kerosine" (6 Songs hat sie alleine komponiert, 5 zusammen mit einem Co-Autor, nur eine Fremdkomposition) katapultierte sich in den Billboard Country-Album-Charts von Null auf Eins! Ohne Frage verdient, aber dennoch etwas überraschend, denn sie ist nicht unbedingt das "süße", brave Nashville-"Blondchen" ohne Ecken und Kanten, das einem auf dem Cover entgegen zu blicken scheint - überhaupt nicht! "This girl is the real nitty gritty thing", schreibt ein amerikanischer Kritiker - und das ist sie in der Tat! Miranda Lambert's Stimme "is pure Texan", rein, kräftig, ungemein sympathisch, hin und wieder etwas an Natalie Maines von den Dixie Chicks erinnernd! Es ist erstaunlich und verdient höchste Anerkennung, welch ausgereifte und mitreißend strukturierte Songs sie schreibt (auch textlich), und mit welcher Seele und Charisma sie diese vorträgt. Da kann man schon ins Schwärmen kommen! Dieser herrliche Gesang, diese tollen Arrangements in diesem leicht rootsig angehauchten, typisch texanisch-staubigen Ambiente, das so zielsicher und souverän alle Barrieren zwischen Nashville Mainstrem-Country und Texas "Red Dirt"-Americana-/Alternate Country/Countryrock zu überwinden scheint, diese prächtige Instrumentierung aus trockenen Rhythmen, kernigen E-Gitarren, lässigen Acoustic-Gitarren, Banjos, wunderbarer Steel, Mandolinen, mal einer nie zu sehr im Vordergrund stehenden Fiddle oder einer schön rootsigen Mundharmonika, diese äußerst abwechslungsreiche Auswahl an knackigen Uptempo-Nummern, knochentrockenen Countryrockern, blühendem, frischem New Country, rootsigen Americana-Nummern, puren Honky-Tonkern und gefühlvollen Balladen, diese durchweg traumhaften Melodien, die sich tief in unseren Sinnen verankern - fantastisch! Los geht es mit dem überragenden Titelsong "Kerosene", einem regelrecht rotzigen, staubtrockenen, kantigen, mit herrlicher Mundharmonika angereicherten Uptempo New Country-/Countryrock-Knaller! Macht seinem Namen alle Ehre, so viel Feuer steckt in dieser Nummer. Fette E-Gitarren, dezente Banjo-Klänge, die prächtige Melodie und das gnadenlos "hämmernde" Schlagzeug hinter den rhythmischen Acoustic-Gitarren komplettieren das Ganze! Ein "Killer"-Song, der nichts anbrennen läßt! Eigentlich kann schon jetzt bei diesem Album nichts mehr schief gehen, doch eine Prachtnummer folgt der nächsten! Zum Beispiel das flotte, beherzte, schwungvolle, mit tollem Banjo und schöner Steel begleitete, melodische "What about Georgia?", die von viel Americana-Flair und leichtem Southern-Esprit umgebene, wundervoll entspannte, reine Country-Ballade "Greyhound bound for nowhere", das grandiose, lockere, aber dennoch knackige, wieder schön rootsig angehauchte, staubige, angerockte New Country-Stück "New strings" mit dem tollen Banjo-/ Slide Gitarren-Drive und der klasse Melodie, der großartige, lupenreine, Steel-getränkte, traditionelle Dancehall-Honky Tonker "I can't be bothered", die knackige, wunderbare Ballade "Bring me down", das frische, sehr traditionell verwurzelte, mit Mandolinen, flockigen E-Gitarren und einer klasse Maultrommel begleitete, lockere, frische, herrlich melodische "Me and Charlie talking" mit seinem dezenten Western-Flair, der trockene, in bester Buddy und Julie Miller-Manier daher kommende (Alternate)Countryrocker "I wanna die" mit seinen rauen E-/Slide-Gitarren, usw., usw., bis hin zu der finalen, traumhaften Ballade "Love your memory"! Es gibt auf dem Album keinerlei Schwachstellen! Unbeschwert, voller jugendlicher Frische und mit jeder Menge musikalischer Klasse und professioneller Reife überbrückt Miranda Lambert die Grenzen zwischen Nashville Mainstream und Alternate Country/Americana, und vereint scheinabr spielend die Lager der Anhänger von beispielsweise Lee Ann Womack, Gretchen Wilson, den Dixie Chicks, Allison Moorer, Kasey Chambers und vielleicht sogar Lucinda Williams - auch wenn sie im Mainstream-Bereich "vermarktet" wird. Ein überwältigendes Album von einer jungen Dame, an der wir mit Sicherheit noch viel Freude haben werden. Was für ein Talent! Diese Lady ist wie "Kerosene"! Toll, daß sie so gut "einschlägt", denn das ist genau die richtige Musik, die Nashville braucht um den zuweilen etwas "stotternden" Country-Karren wieder flott zu bekommen! Eine wirklich beeindruckende Leistung!

Art-Nr.: 3145
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 7,90

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