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Wilson, Gretchen - one of the boys [2007]
Gleich eines zu Beginn: "One of the boys" ist ein phantastisches Album geworden, ja geradezu ein Country Vorzeige-Werk dafür, wie authentische Countrymusic heute klingen sollte! Unseren Respekt und die Begeisterung dafür können und wollen wir nicht verbergen! "This is the most important record I have ever made, and maybe ever will make. To me, it's more than just songs. It's my diary set to music", sagt Gretchen Wilson, die vor rund 3 Jahren als die "Redneck woman" aus dem Nichts heraus die Nashville-Charts aufmischte. Ein interessantes Statement für eine junge Dame, die gerademal mit dem dritten Album am Start ist. Doch dies als billige "Ich bin wichtig-Phrase" abzutun, wäre hier völlig fehl am Platz und würde der Philosophie und Einstellung Wilson's in keinster Weise gerecht. Im Gegenteil: Sie geht konsequent ihren ganz eigenen Weg, folgt ihrer Inspiration und bringt ihre musikalischen Seelenverwandschaft (auf der einen Seite sind das Leute wie Merle Haggard, George Strait, Loretta Lynn und Dolly Parten, auf der anderen Seite Hank jr., Charlie Daniels und Lynyrd Skynyrd) voller Nachdruck und mit viel Herz in den Songs unter. Sehr schwer für jemandem, der mit einem 5 Millionen mal verkauften Debut als "Overnight Sensation" des Country gefeiert wurde, dessen schnell produzierte, zweifellos immer noch sehr starker Nachfolger im gleichen Fahrwasser aber bei weitem nicht an diese Zahl herankam, und der nun mit dem dritten Album seinen Weg finden muß. Keine Frage, Gretchen hat diesen Weg ohne Zweifel gefunden, und der eindeutige Gewinner ist die Musik - und natürlich sie selbst! Denn sie wird immer besser! Sie entwickelt sich stetig weiter, reift wie ein guter Wein, legt ihren Fokus nicht auf "hippe" Trends, verkauft sich nicht aufgeblähtem Kommerz-Bombast, sondern folgt ihren Idealen und verpflichtet sich der Musik, die ihr im Blut liegt und mit der sie sich zu einhundert Prozent identifiziern kann: Bodenständiger, zeitloser, ehrlicher, "real Country for real Cowboys"! Das der kommerzielle Erfolg damit weiter zurückgehen könnte (im Interesse der Countrymusic hoffen wir allerdings auf das Gegenteil), ist ihr dabei egal! Sie spielt, was ihr Herz ihr vorgibt. Das ist ihr wichtig für sie, und nichts anderes! Respekt, Frau Wilson, das ist mutig, aber durch und durch ehrlich und glaubwürdig - und es kommt rüber! Ja, "One of the boys" ist "pure Country" - vom Anfang bis zum Ende! Diese ehrliche Verbundeheit zu Traditionen heißt aber nicht, daß Gretchen Wilson nicht "trendy" sei, überhaupt nicht. Das ist absolut moderne Countrymusic, nur bedeutet "modern" hier auch: Rein, unverfälscht, authentisch und mit alllen Indikatoren ausgestattet, die klassische Countrymusic auszeichnet. So werden die immer nur das wesentliche enthaltenden, exakt auf den Punkt gebrachten, großartigen Arrangements vorwiegend von vielschichtigen Acoustic- und E-Gitarren, jeder Menge Steelguitars und Fiddles bestimmt, die zuweilen durch feine Mandolinen- und Piano-Fills ergänzt werden. Das Songmaterial, bei dem Gretchen im übrigen bei 9 der 11 Songs kompositorisch mitwirkte (bei den ersten beiden Alben war dies bei keinem einzigen Song der Fall - auch das untermauert die vorangegangenen Ausführungen), ist allererste Sahne! Selbstverständlich gibt es noch immer einige prächtig rockende, viel Southern-Flair versprühende "rowdy" Country-Fetzer, doch insgesamt sind die flockigen, dabei immer noch flotten und knackigen, aber sehr lockeren, frischen Countrynummern, ein paar tolle, lupenreine Midtempo-Honky Tonker und prächtige, reine Balladen klar auf dem Vormarsch. Es passt einfach alles zusammen. Ein Album wie aus einem Guß! Ein herrliches Gewand aus flockigen Gitarren, Steelguitar und Fiddle umhüllt den wundervollen Opener "The girl I am", eine genauso lockere wie knackige und melodische, sich unwiderstehlich in den Ohren festsetzende, reine Countrynummer voller Frische, aber auch mit dem entsprechenden "Staub an den Sporen". Sehr autobiographischer, glaubwürdiger Text! Tolles E-Gitarren-Picking im Mittelteil, verbunden mit einem exzellenten Steelguitar-/Fiddle-Solo! Eine großartige Ballade, mit kurzen Vokal Duett-Ergänzungen von John Rich (Big & Rich), folgt mit dem starken "Come to bed", das von würzigen E-Gitarren, sowie von feinsten Steelguitar und Mandolinen-Klängen geprägt ist. Eine Traum-Nummer jagt die nächste: Ob der dynamische, knackige, melodische Honky Tonker "One of the boys" mit seiner tollen Gitarren-/Mandolinen-Begleitung, der voller Drive steckende Roadhouse-Heuler "You don't have to go home" mit seinen würzigen E-Gitarren und Fiddles, die hinreißend schöne Country-Ballade "Heaven help me" mit den feinen Gitarrenlinien und der exzellenten Cello-/Piano-Begleitung (vermittelt gar ein entferntes "grassiges" Flair, obwohl bis auf das prachtvolle Mandolinen-Solo im Mittelteil die typischen Bluegrass-Instrumente fehlen), der grandiose, bärenstarke, von treibenden Basslines und Drums nach vorn "gepeitschte", viel Power, Boogie- und Southern Rock-Flair versprühende, raue, honky-tonkin' Hillbillie-/"Rebel"-/Countryrocker "There's a place in the whiskey" (tierisches, kurzes, Charlie Daniels-mäßiges E-Gitarren-/Fiddle-Duell in der Mitte), der melodische, so erfrischend wirkende, Steelguitar-getränkte, entspannte "Barroom-Weeper" "Pain killer", der Erinnerungen an einen Merle Haggard zu seinen allerbesten Zeiten wach werden lässt, der tolle "modern-day rollicking honky tonk two-stepper" "There goes the neighborhood", usw., usw. - Gretchen Wilson offenbart nicht den Hauch einer Schwäche! 2007 scheint ein prächtiges Jahr für die "Country-Mädels" in Nashville zu werden, die mit ihrer, der Musik so wunderbar zu Gute kommenden, ehrlichen, kompromisslosen Art, für so viel frischen Wind und Authentizität in "Music City" sorgen. Erschien gerade vor 2 Wochen esrt Miranda Lambert's neues Meisterwerk "Crazy ex-girlfriend", so folgt Miss Wilson nun mit einer nicht minder bärenstarken Scheibe, der man ebenfalls, dies bedarf sicher keiner vorausschauenden Fähigkeiten, einen Spitzenplatz im Jahresend-Ranking der qualitativ besten Country-Alben 2007 vergeben wird. Famos!

Art-Nr.: 4922
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 7,90

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