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Silver Travis - take the high road [2009]
Es ist ein recht abgedroschener Spruch, doch von Zeit zu Zeit ist dieses Zitat einfach unerlässlich: "The South has done it again"! Zutreffender kann man es nicht auf den Punkt bringen, denn 6 Southern Boys aus altem "Schrot und Korn", beheimatet in Spartanburg/South Carolina (jawohl, der Heimatstadt der legendären The Marshall Tucker Band) beglücken die Southern Rock-Welt mit einem ganz wunderbaren Album! Die Rede ist von Silver Travis und ihrem zweiten Werk "Take the high road"! Schon nach wenigen Momenten des Hörens wird einem klar, das Teil hat das Zeug zu einem absokluten Klassiker! Hier stimmt alles: die Herkunft der Band, das prächtige Songmaterial, die wirklich exzellenten instrumentellen Fähigkeiten jedes einzelnen Musikers, die Spielfreude, die absolute Identifizierung mit ihrer Musik, das Herz, die Seele - authentischer kann Southern Rock nicht sein! Silver Travis sind alles andere als "grüne Jungs" in der Szene. Ursprünglich bereits im Jahre 1981 gegründet, machten sie schnell die Clubs und Konzerthallen rund um Spartanburg und im gesamten Süden der USA unsicher. Eine loyale, große Fanbase war die Folge. Man teilte sich die Bühne mit nahezu allen Größen des Genres, wie beispielsweise 38 Special, jammte mit den Jungs von Lynyrd Skynyrd und The Marshall Tucker Band. Zu letzteren baute man schnell ein enge Freundschaft auf. Doch nicht nur das dürfte der Grund sein, warum die MTB zu dem vielleicht größten Einfluss für die Silver Travis Band wurde. Doch Mitte der Achtziger brach die Band, ohne je ein Album aufgenommen zu haben, auseinander und geriet praktisch in Vergessenheit. Rund 20 Jahre später, 2005, schließlich tauchte die Truppe wie Phönix aus der Asche wieder auf. Die große Liebe zur Southern Rock-Musik hat sie nie losgelassen und schlußendlich wieder vereint. Das Feuer brannte noch immer und erste lokale Erfolge stellten sich ein. Man veröffentlichte endlich sein Debutalbum, wurde als Touring Band für die berühmte Bonnie Bramlett verpflichtet und spielte immer wieder mit Leuten aus dem Lynyrd Skynyrd-, Marshall Tucker-, Molly Hatchet-, und Charlie Daniels-Dunstkreis. Nun haben sie mit ihrem zweiten Werk "Take the high road" ihr Meisterstück abgeliefert! Aufgenommen im den ehemaligen Marshall Tucker-Musikern Tim Lawter und Jerry Eubanks gehörenden Studio 151 in South Carolina spielen Silver Travis lupenreinen, klassischen Southern Rock mit den Spuren all der bereits erwähnten Kollegen (auch The Allman Brothers Band sei hier noch genannt) und haben doch längst ihren eigenen Stil gefunden. Man agiert nicht unter Volldampf, sondern spielt eher locker und flüssig, aber voller Würze und Energie. Mit zwei Gitarristen (Lead Gitarrist Randall Calvert ist eine absolute Kapazität an seinem Instrument, der einem immer und immer wieder mit seinen exzellenten Soli den "sweet southern smell" um die Nase wehen lässt), einem hervorragenden Keyboarder, der den Sound stets mit feinstem Piano- und Orgelspiel unterlegt, einer großartigen Rhythmus-Fraktion und einem exzellenten Sänger (Rick Cash ist ein toller Sänger mit einem vorzüglichen Southern-Organ), gelingt der Band ein Pracht-Song nach dem nächsten. Auffällig neben dem erwähnten, erstklassigen Gitarrenspiel und starken Gesang ist das Feeling für tolle Grooves und eine wunderbare Melodik. Die immer wieder prima ins Ohr gehenden Refrains stecken voller schöner Harmonien. Ein herrliches, herzhaftes Gitarrensolo leitet den von einem tollen Midtempo-Groove getragenen Openeer "You done me wrong" ein, der sofort das Herz eines jeden Southern Rock-Liebhabers höher schlagen lässt. Traumhafte, quirlige, lockere, aber durchaus dreckige Gitarrenläufe ziehen sich mit all ihrer Southern-Würze durch den gesamten Song, getoppt von einem furiosen Solo im Break. Stilgerecht begleitet wird das Ganze von unauffälligem, aber effektivem Klavierspiel. Dazu Rick Cash's ausgezeichneter Gesang, der sofrot ins Ohr gehende Refrain und die eine feine Portion Soul einbringenden, weiblichen Background Gesänge. Hat etwas von Lynyrd Skynyrd, den Allmans, Marshall Tucker, klingt aber dennoch wie "pure" Silver Travis! Southern Rock in vollster Blüte! Deutlich straighter, mit kochenden, funky Rhythmen und erdigen Riffs geht's weiter. "Wishing well" heisst die Nummer, die darüber hinaus von dezenter Piano-/Orgel-Untermalung und glühenden, virtuosen Lead Gitarren-Läufen, inklusive eines prächtigen Solos, bestimmt wird. Schon hier wird klar: Die Klasse der Band ist über jeden Zweifel erhaben! Und dann das traumhaft melodische "High road": Frische, klare, den Duft South Carolina's ins Musikzimmer bringende Acoustic Gitarren-Riffs sprudeln aus den Lautsprechern, ein lässiger, flockiger Rhythmus mit einem feinen Countryflair folgt, hintergründige Hammond Orgel, eine wundervoll in Szene gesetzte, würzige, auf Melodik bedachte Lead Slide-Gitarre, Cash's klasse Gesang - wir erleben einen von faszinierenden E-Gitarren, wie sie "southerner" nicht klingen können, und tollem Pianospiel geprägten Midtempo-Southernrocker, wie er wohl weder Skynyrd, noch der Marshall Tucker Band jemals wieder gelingen wird. Nach der grfühlvollen Ballade "Bad case of loving you" (tolles Lead Gitarren-Spiel), fahren Silver Travis mit dem einerseits lockeren, andererseits ordentlich brodelnden "Time for a change" den nächsten Knüller an der Schnittstelle der Charlie Daniels Band und den Allman Brothers auf. Dezent funkige Riffs, tolle Southern Twin-Leads, bärenstarke E-Gitarre und ein lässiges, unterschwellig jazziges Ambiente! Beim etwas Latin-angehauchten, jammigen, schon lage im Live-Repertoire der Band befindlichen, "Santana meets Allmans"-Instrumental "El segundo" lassen es sich die ex Original Tucker-Boys Jerry Eubanks (herrliches Saxophon-/Lead Gitarren-Parrallel-Spiel) und Paul Riddle am Schlagzeug nicht nehmen, ihre Kollegen aus Spartanburg tatkräftig zu unterstützen. Es folgt die nächste Traum-Nummer: "Southern poet" ist ein herrlich melodischer, flockiger Midtempo-Southernrocker, der wahrscheinlich, wäre er in der Blütezeit der Marshall Tucker Band geschrieben worden, einen zentralen Platz auf deren "Searchin' for a rainbow"-Album eingenommen hätte und locker Hits wie "Fire in the montain" gefolgt wäre. Was für wunderbare Gitarrenlinien. Randall Calvert spielt wie einst Toy Caldwell. Und das Verrückte: Er kann's auch so gut! Southern Rock-Herz, was willst Du mehr? Kräftig, kantig, riffig und dreckig gerockt wir dann bei dem dampfenden "Honky Tonk shuffle"! Hier scheinen Lynyrd Skynyrd und 38 Special zusammen zu treffen. Stoff, der die Roadhouses des Südens zum Kochen bringen dürfte! Bluesig, unterschwellig jazzig und schön jammig können sie's auch, wie das tolle "Rooster" eindrucksvoll beweist. Es ist alles gesagt! Der "Sechser" aus Spartanburg knüpft nahtlos an die goldenen Zeiten des Southern Rocks an! Der geneigte SR-Fan lechzt regelrecht nach solchen Scheiben, von denen es leider in dieser Klasse viel zu wenige gibt. Vieles, was in den letzten Jahren als vermeintlich starke, neue Southern Rock-Truppe versucht wurde, ins Rampenlicht zu stellen, lässt die Silver Travis Band weit hinter sich. Klassischer, authentischer, lupenreiner Southern Rock lebt - auch anno 2009! Der Silver Travis Band sei Dank!

Das komplette Tracklisting:

1. You Done Me wrong (4.50)
2. Wishing Well (3.49)
3. High Road (3.24)
4. Bad Case Of Loving You (5.20)
5. Time For a Change (3.48)
6. El Segundo (5.01)
7. Southern Poet (5.23)
8. Low Down Ways (3.39)
9. Honky Tonk Shuffle (3.59)
10. Rooster (2.47)
11. Drivin' Me Wild (4.36)
12. Saw Mill RD (2.37)

Art-Nr.: 6286
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
You done me wrong
Wishing well
High road
Time for a change
Southern poet
Honky Tonk Shuffle
Rooster
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