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Delta Saints, The - death letter jubilee [2013]
Bourbon-fueled Bayou Rock, Delta Swamp Rock, Nashville Delta Blues - das sind die absolut treffenden Bezeichnungen für die Musik der famosen Delta Saints aus Nashville/Tennessee! Nach 2 klasse EPs ist "Death letter jubilee" nun das sehnlichst erwartete "full length debut" des jungen Quintetts, eine Scheibe wie ein von drückender Schwüle geprägter, heißer, furioser Ritt durch die brodelnden Sümpfe des amerikanischen Südens. Was für eine "affengeile Mugge"! Rau, dreckig, rootsig, die pure Energie freisetzend, fegen die Fünf durch das von vorn bis hinten exzellente Songmaterial. Die überaus variantenreiche Instrumentierung besteht vorwiegend aus dem kongenialen Zusammenspiel von lauten, brennenden Gitarrenriffs (Ben Ringel, Dylan Fitch), glühender Slide (Dylan Fitch) und einer herrlich erdigen Bluesharp (Greg Hommert). Dabei können sich nicht nur Fitch und Hommert immer wieder mit fulminanten Gitarren- und Harp-Einlagen völlig zwanglos und voller Spielfreude vor der mächtig groovenden, fetten Rhythmus-Fraktion mit dem tierisch trommelnden Ben Azzi und dem immer wieder wunderbar "tighte" Basslinien einstreuenden David Supica austoben, auch Frontmann Ben Ringel geht voll aus sich raus. Der Bursche verfügt nicht nur über eine charismatische Ausstrahlung, sondern auch über das genau richtige Organ für diesen kochenden Delta-Sound. Er singt, röhrt und kreischt mit aller Intensität, aber auch mit jeder Menge "Soul". Die Stücke sind trotz ihrer großen Variabilität kompakt und sehr direkt, vermitteln aber gleichzeitig ein wunderbares, unterschwelliges Jam-Feeling, das die Band live sicher voll und ganz auslebt. Oft sind die Stücke von überraschenden und abrupten Tempowechseln geprägt, variieren zudem meisterhaft zwischen relativ leisen und wuchtigen, lauten Passagen. Dadurch baut sich eine immense Spannung auf, die auch nach mehrmaligem Hören nicht die Spur nachlässt. Dies funktioniert nur, wenn exzellente Musiker am Werk sind - und das kann man den Fünf nun wirklich nicht absprechen. Nein, die wissen was sie können und setzen es mit beeindruckendem Spielvertändnis untereinander um. Gleich zu Anfang des Albums gibt es mit "Liar" einen wahren "Killer"-Song. Packender, Energie-geladener, ungemein inspirierter, drückender, höllisch groovender und sehr direkt rüberkommender Swamp Rock mit einem grandiosen Rhythmus. Geht unmittelbar in Mark und Bein, bleibt klasse hängen. Ben Ringel singt voller Inbrunst und Seele, gibt alles. Dazu die großartige Begleitung mit satter E-Gitarre, kochender Slide und Greg Hommert's tierischem Harp-Spiel. Irre stark das zwar recht kurze, aber sehr effektvolle, raue, dreckige, laute Gitarren-/Harp-Break in der Mitte - einer dieser tollen, furiosen Jam-Momente. Auf der anderen Seite animiert die Band ihre Zuhörer mit einem wunderbaren, auffordernden "Come on"-Refrain zum Mitmachen. Das hat eine magische Anzierhungskraft, der man kaum widerstehen kann. Unglaublich, was diese Nummer für ein Feuer hat. Und es ghet so weiter. Bärenstark beispielsweise auch das Titelstück "Death letter jubilee" mit seinem brodelnden New Orleans Funk-Touch. Der furiose Drive dieser Nummer veranlasst einen sofort mitzuwippen. Was für eine Power! Das ist abgehender, dampfender Bluesrockin' Swamp-Boogie der Extraklasse, der die Deltas bis zum Sidepunkt erhitzt. Stark erneut die prächtigen Harp-Einlagen. Man fühlt sich irgendwie an eine glühend heiße Kombination aus den North Mississippi Allstars, The Black Crowes und Blues Traveler erinnert, registriert aber gleichzeitg voller Begeisterung die Einzigartigkeit dieser Musik, die einzig und allein den Stempel der einmaligen Delta Saints trägt. Haut einen geradezu vom sprichwörtlichen Hocker! Toll auch der sehr spartanisch instrumentierte "Lo Fi" Blues-Stampfer, der klingt, als würde ihn die Band auf der Veranda einer üppigen Südstaaten-Villa intonieren. Ringel's intensiver Gesang (teilweise scheint er sich die Seele aus dem Hals zu "röhren") wird lediglich von akustischer Slide-Gitarre, rauer, trockener Percussion und ein paar dreckigen elektrisschen Soundspielereien unterstützt. Strahlt trotz des vermeintlich ruhigen Arrangements jede Menge ungezügelte Kraft aus. "The devil's creek" erhöht dann wieder gewaltig das Tempo. Die Nummer gleicht einem furiosen, aber durchaus melodischen Höllenritt durch die Swamps des Südens, vollgepackt mit sumpfiger Bluesharp und mächtig rührender Slide-Gitarre. Gegen Ende spielen sie sich in einen fulminanten, aber nie chaotischen Overdrive. Puuh, da stockt einem der Atem. Egal, welche der 13 Nummern man auch betrachtet, die Delta Saints bluesen, rocken, rollen, swampen und stampfen durch die Deltas, dass es die helle Freude ist. "Death letter jubilee" jedenfalls ist ein Album, das begeistert. Wir verneigen uns tief vor dieser bärenstarken Truppe! Bringt die Sümpfe zum Kochen, Jungs, lasst Eurem phänomenalen, musikalischen Voodoo-Zauber freien Lauf, lasst es raus. "We love it"!

Das komplette Tracklisting:

1. Liar - 2:55
2. Chicago - 4:36
3. Death Letter Jubilee - 4:19
4. Jezebel - 3:06
5. Boogie - 4:05
6. Out to Sea - 3:00
7. Sing to Me - 3:04
8. Drink It Slow - 4:08
9. From the Dirt - 3:30
10. The Devil's Creek - 2:55
11. River - 1:53
12. Old Man - 3:48
13. Jericho - 4:17

Art-Nr.: 8064
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Liar
Death letter jubilee
Jezebel
Boogie
Sing to me
From the dirt
The devil's creek

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