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Dolly Shine - walkabout [2016]
Man kann in unseren Breitengraden schon so richtig neidisch werden, wenn man sieht und hört, was im U.S.-Bundesstaat Texas so alles an höchst kreativer Musik fabriziert wird. Ein weiteres Musterbeispiel für diese These ist die famose Band Dolly Shine, die jetzt mit "Walkabout" nach dem Debüt "Room To Breath" und der EP "All In" ihren dritten, ganz fabelhaften Tonträger veröffentlicht. Exzellenter, einen unmittelbar gefangen nehmender, für die Region um Texas und Oklahoma typischer Roots-/Americana-/Red Dirt Rock-/Countryrock der Güteklasse 1A, in etwa in der Gemengenlage zwischen Cody Canada & the Departed, Reckless Kelly, Micky and The Motorcars und den Turnpike Troubadours - und doch so eigenständig. Benannt nach einer spanischen Redensart im tiefen Süden von Texas ("Dale Shine"), die im übertragenen Sinne hier bei uns so etwas wie "Gib Gas" bedeutet, hat sich das Quintett aus Stephensville in diversen Besetzungen zu einem der mittlerweile heißesten Red Dirt-Act entwickelt. Stücke wie "Spinning My Wheels", "Should Have Known", "Her Name Was Trouble" oder "Dangerous Love" hatten in der Vergangenheit bereits für viel Aufmerksamkeit in den Texas Music Charts gesorgt. Die beiden Gründungsmitglieder Zack McGinn (Lead Vocals) und Wes Hall (Fiddle) haben sich mittlerweile den überaus starken und hier groß aufspielenden E-Gitarristen Jerrod Flusche "gekrallt" und mit Ben Hussey (Bass, Vocals) sowie Johnny Goodson (Drums, Percussion) die kongenial passende Rhythmus-Fraktion gefunden. Produziert haben Hussey und Josh Serrato (der sich hier auch mit diversen Saiteninstrumenten und der B3-Orgel einbringt), einigen vielleicht bekannt für ihre Mitwirkung als Musiker bei den ebenfalls großartigenSix Market Blvd. Schon der prächtig Opener "Blackbird" deutet mit all seiner wunderbar angerauten Dynamik an, wie diese hervorragende Truppe die im Lone Star State bekannten, einschlägigen Lokalitäten wie etwa das Billy Bob’s Texas, die Gruene Hall in New Braunfells, u.s.w. ordentlich. in Wallung zu verbringen mag. Ein toller, voller Kraft nach vorn gepeitschter Red Dirt-Rocker mit feinem Southern Rock-Einschlag, voller kerniger E-Gitarren-Riffs, "galoppierenden" Drums und einem tollen Fiddle-Solo im Break. Hier offeriert sich ein Trademark der Band, das sich wie ein roter Faden durch alle Stücke zieht, und zwar das überaus versierte und variable Fiddlespiel von Wes Hall im Zusammenspiel mit dem großartigen Lead Gitarristen Jerrod Flusche. Die beiden harmonieren toll miteinander und haben immer wieder Freiraum für wunderbare Solo-Parts, teils in hervorragenden Duellen. Der folgende, knackige, hoch melodische, an der Schnittstelle zwischen Reckless Kelly und Micky and The Motorcars liegende Countryrocker "Come Out Swingin'" besticht durch die hervorragende Harmonie zwischen Fronter Zack McGinn und der zauberhaft mitsingenden Rachel Loy, die u. a. auch beim grandiosen atmosphärischen, flockigen Abschlussstück "Old Flame" noch einmal zum Einsatz kommt. Die Jungs agieren sporadisch auch mit einer leicht "düstere" Note, was zum Beispiel bei Stücken wie "Rattlesnake" (kühle Fiddel von Hall) oder dem schon fast bedrohlich wirkenden, kraftvollen Southern-Rootsrock-Stampfer "Hitchhikin‘" zum Ausdruck kommt. Auch das überragende "Snakeskin Boots" mit seinem bedrückenden Fiddle-/Banjo-Intro geht in diese Richtung. Ein gnadenlos starker, "rural" Red Dirt-Rootsrocker mit einem dezenten "Native American Indian"-Spirit - dreckig, rau. mit hallender und gurgelndes B3-Orgel und tollen Lead Guitar-/Fiddle-Momenten. Hat eine eicht swampige Atmosphäre. Klasse auch das Bridge, in dem McGinns Stimme durch eine Voicebox modifiziert wurde. Grandiose Musik! Ganz stark auch der wunderbar schwungvolle, überaus melodische Red Dirt-Countryrocker "Twist the knife" in seinem klaren, transparenten, vielschichtigen Gitarren-Gewand (großartige Baritone E-Gitarre) und mit den feinen Fiddle-Fills, sowie die herrlich honky-tonkige, schön erdige Roadhouse Countrynummer "Closing time" mit ihrem tollen, wechselsitigen E-Gitarren-/Fiddle-Solo om Break. Jedes Stück dieses Albums ist eine Perle für sich. Dolly Shine spielen sich mit "Walkabout" bravourös in die "Champios League" der Red Dirt-Acts. Bärenstarke Vorstellung einer klasse Band! (Daniel Daus / Jürgen Thomä)

Das komplette Tracklisting:

1. Blackbird - 3:43
2. Come out Swingin' - 3:18
3. Closing Time - 3:47
4. Rattlesnake - 3:56
5. Twist the Knife - 3:45
6. Anywhere Close to Fine - 3:18
7. Snakeskin Boots - 3:35
8. Hitchhikin' - 3:31
9. Old Flame - 4:31

Art-Nr.: 9209
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Blackbird
Come out swingin'
Closing time
Twist the knife
Snakeskin boots
Hitchhikin'
Old flame

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