Stark! Ja, was ist das denn? Wow, welch großartige Rock-Rhythmen rauschen denn da aus den Boxen? Sind das die neuen Bad Company? Mitnichten - Cold Truth heißt dieses bärenstarke Quartett aus Nashville, eine Truppe von versierten und erstklassigen Musikern, die in der Addition schon mehr als achtzig Jahre Rock-Erfahrung auf dem Buckel haben. Ihre Roots liegen eindeutig in der klassischen Rockmusik der siebziger Jahre, bei solchen Bands, wie Led Zeppelin, Grand Funk, Montrose, Free oder Bad Company. Jawohl, vor allen Dingen Bad Company. Ob Paul Rodgers schon mal etwas von Cold Truth gehört hat? Sollte er, denn die Burschen scheinen genau da weiter zu machen, wo Bad Company zu ihren allerbesten Zeiten aufgehört haben. Straighter, kraftvoller, ehrlicher, schnörkelloser, auf den Punkt gebrachter, riffiger Gitarren-Rock ohne jegliche Effekthascherei - simpel, geradeaus, rau, energisch, druckvoll! Die Musik von Cold Truth beherbergt und konserviert nicht nur auf wunderbare Art und Weise den Spirit des klassichen Siebziger-Jahre-Rocksounds, sondern haucht ihm geradezu neues Feuer ein! Sämtliche Songs sprühen vor Kraft, Spielfreude und Herz, verlieren dabei auch niemals ihre Eingängigkeit und ihre stetig exorbitant guten Melodien! Satte Gitarrenriffs überall, dazu versierte, fette, kochende Soli des hervorragenden Gitarristen Kurt Menck, eine absolut kompetente Rhythmus-Sektion aus Basser Abe White und Drummer Matt Green, sowie die prächtige, inspirierte Power-Stimme des herausragenden Sängers Thane Shearon! Der Bursche klingt wie die perfekte Mischung aus Paul Rodgers und Sammy Hagar. Ein paar Songbeispiele: "Break of a new day", der Opener, ist ein wunderbar abgehender, druckvoller, stampfender Riff-Rocker mit einer großartigen Melodie und einem herrlichen Drive. Klingt wie ein aufgepeppter Song aus ganz frühen Montrose-Tagen, als bei denen noch ein gewisser Sammy Hagar ins Mikro grölte. Enthält ein excellentes, schön fettes, feuriges Gitarrensolo. Die Nummer rockt, was das Zeug hält und geht gleichzeitig runter wie Öl! Weiter geht es mit dem kochenden, an der Schnittstelle Bad Company, Humble Pie, Sammy Hagar angesiedelten Rocker "In her groove", ehe die einzige Coverversion des Albums folgt, nämlich der Free-Klassiker "Fire and water". Tolle Version! Sie schaffen es tatsächlich diese Nummer mit soviel Herz zu spielen, als ob sie gerade erst komponiert worden wäre. Super Gesang und tolle Gitarrenarbeit! Großartig auch der straighte, bluesy, wieder leicht Free-beeinflußte Boogie-Rock von "Slow burn", die groovige, lässige Midtempo-Nummer "Easy" mit ihren flüssigen Gitarrenläufen, die schöne, an der Schnittmenge Whitesnake/frühe Foreigner angesiedelte Rock-Ballade "The war", oder der glühende, swampige, leicht southern eingefärbte Rocker "Pocket full of pearls" mit seinen ungemein fetten (Slide)Gitarrenläufen. Zum Abschluß dieses fantastischen Rock-Albums geben die Jungs dann nochmal alles, und zwar bei dem herrlichen, über 6-minütigen, seeligen, leicht balladesken, dennoch aber ungemein kraftvollen Retro-Bluesrocker "Gravel road", ausgestattet mit einer tollen Melodie und excellenten Gitarrenpassagen, zum Teil im wunderbaren Twin-Sound! Eins müssen wir nochmal ganz deutlich herausstellen: obwohl immer wieder die Parallelen zu Free, Bad Company und Sammy Hagar erwähnt werden, so sind Cold Truth doch alles andere als ein überflüssiger oder gar zweitklassiger Abklatsch solcher Größen - ganz im Gegenteil! Die Band spielt IHRE "Cold Truth"-Musik und agiert dabei mit einer solchen Substanz und Klasse, daß sich die Major-Labels in den Siebzigern wohl um sie geprügelt hätten. Zeitlos schöne, ehrliche, direkte, raue, straighte Rock-Musik, wie sie dank solcher Bands wie Cold Truth zum Glück nie aussterben wird. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang - und schon geht die Post ab! Die scheren sich einen Dreck um irgendwelche Trends, hier zählt nur der Rock'n Roll!! Gratulation Jungs, macht weiter so! Das macht richtig Laune und gibt von uns ohne "wenn und aber" die volle Punktzahl!
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