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Bates, Jeff - leave the light on [2006]
Manche nennen ihn die Reinkarnation des legendären Conway Twitty, andere den Barry White der Countrymusic. Wie dem auch sei, fest steht, dass Jeff Bates sicherlich eine außergewöhnliche, Wärme-ausstrahlende Baritone-Stimme besitzt, deren Wirkung man sich kaum entziehen kann. Rein äußerlich wirkt er eigentlich eher wie einer der jungen Wilden, Marke Blake Shelton, Chris Cagle, Drew Womack etc., die auszogen, um Music City im Sturm zu erobern. Auch was seine Vergangenheit angeht, glaubt man kaum, was der Bursche schon so alles erlebt, bzw. auf dem Kerbholz hat. Als Kind zur Adoption freigegeben, mit 14 von der Schule geflogen, Militärdienst bei der Navy, Arbeit auf einer Öl-Plattform, erste musikalische Erfahrungen mittels einer Clubanstellung, Ehe, Umzug nach Nashville, erste Songwriteraktivitäten, Scheidung, nächste Ehe, Drogenkonsum, damit verbundene Diebstähle, schließlich Gefängnisaufenthalt. Dass Jeff Bates dennoch die Spur zurück ins Leben fand, verdankt er letztendlich den Herren Gene Watson, Tracy Lawrence und Kenny Beard. Die beiden erstgenannten Künstler entschlossen sich (mit Erfolg) Songs von Bates in ihr Programm zu nehmen, letztgenannter Produzent hielt ihm als Freund die Treue, vertraute seinem Songwriter-Talent, und verschaffte ihm einen Plattendeal bei RCA. Zur Recht, wie sein Debüt "Rainbow Man", das sich viele Monate in den Charts hielt, eindrucksvoll bewies. Nach einigem Hin und Her hat es nun endlich auch mit dem Nachfolger "Leave The Light On" geklappt, wieder eine Ansammlung äußerst gelungener, traditioneller, zeitloser Countrysongs! Anders wie beim Erstling (da hatte Jeff noch alle Stücke mit geschrieben), ist er diesmal nur bei einem Drittel der Songs kompositorisch involviert, wobei der Rest mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht wurde. Im Bereich der Begleitmusiker wurde das Licht alles andere als auf Sparflamme gehalten, d.h. Bates konnte so richtig aus dem Vollen schöpfen. Hier ist die Creme de là Creme der Nashville-Szene (u. a. Chad Cromwell, Billy Panda, David Grissom, Brent Mason, Joe Spivey, Tony Harrell, Dan Gugmore, Mike Johnson, Eric Darken) vertreten. Die CD startet mit der Singleauskoppelung von "Long Slow Kisses", das bereits auf dem Vorgänger enthalten war, und diesmal deutlich mehr Gesangsanteile enthält. Die Billy "Crash" Craddock-Cover-Version von "Rub It In" macht mit seinen Honkytonk-Anleihen (klasse Piano, schönes Slide-Solo) richtig Laune. Im weiteren Verlauf gibt es dann einen Mix aus sehr gemäßigtem Midtempo/Balladenanteil und einigen flotteren Nummern. Sämtliche Stücke sind durchweg in traditionellen Country-Bahnen angesiedelt. Sie sind dabei, nicht zuletzt durch Bates individuelle Stimme und die brillante musikalische Umsetzung, als absolut radiotauglich einzustufen, so daß der ein oder andere Hit schon dabei herausspringen sollte. Im Vordergrund immer das gut aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Steel-, E-Gitarre, Fiddle und Piano. Die ruhigen Sachen wie "No Shame", "Leave The Light On", "The Woman He Walked On", das autobiographische "One Second Chance", " I Can’t Write That" und "Mama Was A Lot Like Jesus" scheinen wie für Bate’s angerauht-warme Stimme geradezu prädestiniert zu sein und dürften in Conwy Twitty-mäßiger Art viele weibliche Herzen an angelehnter Männerschulter zum Schmelzen bringen. Für’s "starke" Geschlecht hält Jeff dann Songs wie "Hands On Man" (Billy Ray Cyrus-Charakter), "That’ll Get You Ten" (Mischung aus Montgomery Gentry und Trace Adkins mit viel Outlaw-Flair), das zunächst als Single und Albumtitel geplante (und danach wieder verworfene) "Good People" (schöner Countryheuler mit ausgiebigen Steelpassagen), oder der "Mitgröler" "What I Know" (mit eingeblendeten Live-Passagen) bereit, die nicht nur in Bierlaune die Stimmung der Zuhörerschaft heben dürften. "Leave The Light On" ist insgesamt wieder ein blitzsauberes, kräftiges, traditionell gehaltenes Werk, das sicherlich seinen Weg in die Charts finden wird. Nicht nur eingefleischten Bates-Fans, sondern eigentlich auch allen Liebhabern traditioneller Country-Komponenten im Allgemeinen ist diese Scheibe wärmstens zu empfehlen. Keine Frage, in Nashville wird das Licht für Jeff Bates weiterhin an bleiben! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4100
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Bellwether - seven and six [2004]
Nach rund dreijähriger Studioabstinenz und diversen Sideprojekten kehrt dieses einzigartige Quartett aus Minneapolis um den charismatischen Sänger Eric Luoma mit einem neuerlichen Traum-Album zurück auf die Roots-/Americana-Rock-Pop-Bühne und versetzt Amerika's Genre-Kritiker, wie auch die Fans mit "Seven and six" in schieres Verzücken. Die Songs strahlen erneut eine unvergleichliche, folkig melancholische Ruhe aus und bestechen mit faszinierenden, klaren, engelhaften Melodien - fragil, zerbrechlich, von unvergleichlicher Schönheit und Anmut! Dennoch verkörpern sie das Roots-/Americana-Terrain so authentisch, wie nur ganz wenige. Trotz der ungemein klaren Soundkaskaden spürt man zu jeder Zeit diesen herrlich rootsigen, rauen Charme. Ihre Musik ist einerseits sehr einfach gestrickt, doch übt sie in ihrer verbreitenden Ruhe gleichzeitig, vor allem durch die abwechslungsreichen und filigranen Arrangements, auf den Zuhörer einen unwiderstehlichen Reiz aus. Knisternde Spannung wabert aus den Lautsprechern! Trotz der minimalistischen Instrumentierung hat man nie das Gefühl irgend etwas zu vermissen. Zumeist agiert man auf einer ruhigen, akustischen Basis, in die hin und wieder elektrische Instrumente wie E-Gitarre und Orgel integriert werden. Und zwischendurch wird's sogar mal richtig rotzig und dreckig, wie bei der effektvollen, rau rockenden, kratzigen Midtempo Rootsnummer "St, Helena"! Den Auftakt des Albums bildet jedoch das hinreißende "Half life"! Wie ein sprudelndes, kristallklares, gerade frisch aus einer jungfräulich unberühreten Quelle musikalischer Reinheit entsprungenes Bächlein fließt dieses wundervolle Lied aus den Lautsprechern und erfüllt den Raum mit der erhabenen Schönheit traumhafter Bellwether Americana-Klänge! Man bekommt Gänsehaut! Was man doch mit "simplen" Acoustic Gitarren, einem dezenten Hall, einer rootsigen Mundharmonika, einer herrlichen Melodie und einem völlig unaufdringlichen Piano für eine Faszination ausüben kann. Großartig! Weiter geht's mit der lockeren, bestechend schönen Rootsnummer "Miss you twice", geprägt von Eric Luoma's tollem Gesang und leicht sphärischen E-Gitarrenklängen. Herrlich auch die etwas schwebend wirkende, charmant raue, aber auch fragile Americana-Ballade "Willing to trade", der flotte, flockige, für Bellwether-Verhältnisse richtig kräftige, an der Schnittstelle Jayhawks/R.E.M./Counting Crows angesiedelte Roots-Pop-Rocker "This time" mit seinem lässigen Drumming, den transparenten E-Gitarren und der tollen Melodie, das anmutige, sich unwiderstehlich in die Gehörgänge einschleichende, wohlige "Catalina" (tolle Gitarren, tolle Keyboards, toller Gesang!), ebenso wie das genauso ruhige, wie rau rootsige und schöne "Favorite worry"! Insgesamt, will man sie überhaupt mit irgendwelchen Kollegen vergleichen, erinnern sie vielleicht etwas an eine extreme Ruhe ausstrahlende, melancholische, klare Jayhawks oder Son Volt, doch ihr Sound ist einfach unvergleichlich. Diese Songs fangen den Zuhörer ein und lassen ihn vor Anmut erstarren. Faszinierend!

Art-Nr.: 2993
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Half life
Miss you twice
This time
Catalina
Favorite worry

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Bowen, Wade - lost hotel [2006]
Sucht man dieser Tage nach musikalischen Referenzen für den Begriff "Countryrock", so führt einen der Weg zwangsläufig nach Texas und Oklahoma, wo sich Bands und Künstler wie Cross Canadian Ragweed, die Mike McClure Band, die Randy Rogers Band, No Justice, Radney Foster & Co. tummeln und dieser Musik mit ihrem großartigen "Red Dirt"-Feeling immer wieder neue Impulse verleihen und ihr die nötigen, zur Unsterblichkeit verhelfenden Vitalitätsspritzen injizieren. Einer der wohl talentiertesten jungen, neuen Helden dieses Genres, Wade Bowen, beglückt uns nun, rund 4 Jahre nach seinem tollen, mit "West 84" aufgenommenen, letzten Studioalbum und 3 Jahre nach der ebenso starken Live-Scheibe aus dem "Blue Light", endlich mit einer neuen CD - und Leute, dieser Bursche hat noch einmal einen Riesenschritt nach vorn gemacht und legt mit "Lost hotel" nun sein Meisterstück vor! Hinreißender, ebenso zeitloser, wie zeitgemäßer, knackiger, von traumhaften Melodien durchzogener, texanischer Vorzeige-Countryrock, der auf beeindruckende Weise die Grenzen zwischen Roots, Americana, Country und Alternate Country, zwischen Texas und Nashville, zwischen zwangloser Unbekümmertheit und erstaunlicher Professionalität ineinander fließen läßt! Schön staubig, leicht angeraut, dabei sehr harmonisch und ungeheuer lebendig, mit herrlichen, nicht mehr aus den Ohren weichen wollenden Songstrukturen, besticht diese Mucke mit einer Authentizität, die einem das Gefühl vermittelt, als lebe man nicht im grauen und "sterilen", hiesigen Alltag, sondern befände sich mitten auf einem wunderbaren Trip durch die endlosen Weiten des Lonestar-States! Und genau das schaffen eben nur diese Texaner! Ganz interessant am Rande: Wade Bowen ist zwischenzeitlich verheiratet, und zwar mit der Schwägerinn von Cross Canadian Ragweed's Cody Canada. Ist eben alles nicht nur musikalisch eine große Famile, die verwandten Seelen finden offensichtlich in jeder Beziehung zueinander! Dominiert werden die Songs von Bowen's leicht kratziger, staubiger, ungeheuer angenehmen Stimme, seinen beachtlichen Songwriter-Qualitäten (schrieb schon Songs für Pat Green, Cross Canadian Ragweed und viele andere...) und einer Instrumentierung aus vielschichtigen, transparenten Gitarren aller Art, wobei sich rhythmische Acoustic Gitarren, satte, erdige E-Gitarren und hin und wieder eine wohltuend eingesetzte Steel prächtig miteinander ergänzen. Das Songmaterial ist, obwohl neben texanischen Größen zum Teil mit einigen der ersten Garde von Nashville's Studio-Helden eingespielt (z.B. Dan Dugmore: Steel Guitar, Tom Bukovic und Troy Lancaster: E-Gitarre, Jonathan Yudkin: Mandoline), völlig frei von jeglichem "Music City-Schmalz" und bewahrt sich sowohl bei den traumhaft schönen Balladen, und erst recht bei den ordentlich rockenden Uptempo-Nummern, jederzeit seinen natürlichen, rootsigen Charme! Und diese Melodien - herrlich! Also, hinein ins Vergnügen: Satt rockende E-Gitarrenriffs begleiten den knackigen, schön rootsigen, sowohl die Ecken und Kanten wahrenden, als auch schön flockigen, voller Drive steckenden, rassigen Countryrocker "God bless this town", der sofort und unmittelbar ins Ohr geht und Bowen's wunderbare "Red Dirt"-/Roots-/Americana-/Countryrock-Philosophie eindrucksvoll auf den Punkt bringt. Klasse der leicht rotzige Gesang, die starken Gitarren und diese großartige Melodie! Prächtiges Zusammenspiel von klarer Acoustic Gitarre, erdiger E-Gitarre und höchst angenehmen Steel-Klängen begleiten das knackige, erneut ungemein melodische "One step closer", während mit "Walkin' along the fenceline" die erste dieser exzellenten Americana-/Texas-Countryrock-Balladen auf dem Programm steht. Dürfte die Alternate Country-Freunde genauso begeistern, wie die Anhänger der neuen, jungen Nashville-Fraktion, die es ja verstehen, durchau eine dezent rootsige Note in den zuweilen allzu eigefahrenen Nashville-Sound zu bringen. Klasse Gitarrensolo in der Mitte! Das anschließende "Resurrection" bedeutet dann wieder allerbesten, fetzigen, knackigen, von satten E-Gitarren geprägten, dampfenden Countryrock der Marke Cross Canadian Ragweed, gefolgt von der herrlich entspannten Midtempo-Nummer "Perfect silence", die mit einer höchst angenehmen Integration von Mandoline und Dobro überzeugt! So geht das mit einer tollen Nummer nach der nächsten weiter. Ausfälle sucht man während der 57 1/2-minütigen Spieldauer des Album vergebens! Vielleicht sollte man noch zwei Tracks explizit erwähnen: Zum einen das Titelstück "Lost hotel", eine wahrhaft Gänsehaut erzeugende Countryrock-"Killer"-Ballade mit einem fantastischen Arrangement aus einer Vielzahl von Gitarren, wunderbar integrierten Piano-Klängen und einer Traum-Melodie (Bowen singt einfach wunderbar, zuweilen unterstützt von großartig dazu passenden, weiblichen Harmony-Vocals), und zum anderen dem kantigen, satten, voller rauem Outlaw- und Southern-Charme steckenden, riffigen Roots-Countryrocker "Handle", inklusive würziger Slide! Was für ein tolles Album! Wade Bowen liefert mit "Lost hotel" ein weiteres Prunkstück dieser erlesenen Texas-"Red Dirt"-/Roots-/Americana-/Countryrock-Alben ab (kommt übrigens im feinen Digipack, mit allen Texten), die leidenschaftlich dazu beitragen, den Countryrock für immer am Leben zu halten. Famos!

Art-Nr.: 3995
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
God bless this town
Resurrection
Lay it all on you
Lost hotel
Handle
Broken reflection (Troubadour's prayer)

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Brown, Shannon - corn fed [2006]
Damen-Power an der New Country-Front! Shannon Brown wuchs in Spirit Lake, Iowa, einer wunderschönen, ländlichen Gegend auf, als Tochter musikbegeisterter Eltern, die in ihrer Heimatstadt und deren Umgebung auch einige Clubs besitzen. Ihr Vater, Gitarrist und Bandleader, entdeckte das Gesangstalent seiner Tochter erst im Alter von 17 Jahren, als sie an Karaoke-Abenden das Publikum regelmäßig in Hochstimmung versetzte. Fortan wurde an der Karriere Shannon’s fleißig gebastelt, teils mit über 180 Auftritten im Jahr. 1994 ging sie nach Nashville, sang bei Songwriter-Demos, und 1997 schien schon der große Durchbruch geschafft zu sein. Der bereits unterzeichnete Platten-Deal mit der RCA Label Group scheiterte jedoch an diversen Umstrukturierungsmaßnahmen. Der endgültige Start ihrer Karriere begann dann aber 2004, als sie und ihr Ehemann bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit John Rich, vom mittlerweile mega-angesagten Duo Big & Rich, zufällig an einem Tisch saßen. Die musikalische Chemie stimmte sofort, und man produzierte zusammen ein 3-Stücke-Demo, das Warner Brothers Chef Paul Worley unmittelbar zum Vertragsabschluss veranlasste. Kein schlechter Einstieg, direkt mit einem Major Label-Deal, aber zurecht, wie der Verlauf ihres großartigen Debütalbums verdeutlicht. Rein äußerlich, wie auch der Titel "Corn Fed" (Mais-genährt) wohl metaphorisch andeutet, verkörpert die hübsche Shannon Brown das naturverbundene Cowgirl, eine Art Terri Clark, nur ohne den obligatorischen Cowboyhut und in blond. Musikalisch, und das dürfte sicher auch ein Verdienst John Rich*s, der das Album produzierte, sein, bietet sie dank ihrer sehr variablen Stimme ein facettenreiches, modernes Werk, fernab allzu traditioneller Nashville-Standards, ohne aber je einen Zweifel aufkommen zu lassen, was der Hauptfokus ihrer Musik ist, nämlich ganz klar "Country"! An gut der Hälfte der Songs war sie selbst beim Songwriting beteiligt. Die beiden Eröffnungsstücke "Corn Fed" und "Big Man" tragen sofort die Handschrift von John Rich, der direkt den kraftvollen, rockig-hippen Sound, bespickt mit Effekten (u.a. sogar wiehernde Pferde), auf die Songs überträgt, wunderbar in Szene gesetzt mit Power-Drummer Brian Barnett, dem Klasse E-Gitarristen Adam Shoenveld und den beiden Star-Instrumentalisten Mike Johnson (Steel) und Jonathan Yudkin (Fiddle, Madoline, Banjo, Strings), die ja auch auf den Big & Rich-Werken bereits kräftig mitgemischt haben. Shannon überzeugt sofort mit ihrer leicht angerauten, kratzig-heiseren Stimme, die ein wenig Kolleginnen wie Shelly Fairchild, Gretchen Wilson oder auch Eve Selis zu ähneln scheint. Vereinzelt erinnert ihr Vibe zudem an eine energische Martina McBride! Das sehr melodische und textlich mit vielen prominenten Namen bestückte "High Horses" beinhaltet die Message, dass bei aller Konkurrenz im Business, man auch in Nashville in einem Boot sitzt, und von daher zusammenrücken sollte. Das Shannon auch im Balladenbereich den großen Damen ihrer Zunft, wie Faith Hill oder Martina McBride, in nichts nachsteht, beweist sie nicht nur bei "Turn To Me", einer richtigen Power-Ballade, bei der sie voluminös im Refrain zu glänzen weiß. Toller Song! Co-Writerin des Liedes ist übrigens Gretchen Wilson! Herrlich rhythmisch und recht poppig gut gelaunt geht’s bei "Can I Get An Amen" zu. Dann wieder so ein typisches Break der Marke Rich: "Good Ole Days" kommt als abgefahrene, funkige Nummer mit Discogroove daher, erzeugt aber durch eine heulende Steelgitarre ein Flair, als wenn ein weiblicher James Brown plötzlich die Countrymusik für sich entdeckt hätte. So ein richtig swingender Barroom-Retro-Heuler ist "I Love 'Em All", technisch prächtig mit Dobro, Fiddle und typischem Honkytonk-Piano umgesetzt. Faith Hill lässt wieder ein wenig bei "Why" (bombastische Ballade mit Streichern) und dem emotional poppigen, mit Mandolinen verzierten "Pearls" grüßen. Ein erneutes stilistisches Break könnte man mit "She Brings The Lightning Down" assoziieren, aber auch hier schafft es John Rich meisterhaft, bluesige Memphis-Atmosphäre und Countryklänge harmonisch miteinander zu vereinen. Den Abschluss bildet das autobiografische "Small Town Girl", das Shannon's ländliche Roots textlich wie auch instrumentell (klasse Mandoline und Dobro) entspannt reflektiert. "Corn Fed" ist eine insgesamt sehr abwechslungsreiche CD geworden. Shannon Brown besitzt nicht nur viel künstlerisches Potential, hier könnte ohne Übertreibung ein weiterer, großer weiblicher Top-Act vom Kaliber Shania Twain, Faith Hill, Gretchen Wilson oder Martina McBride in den Startlöchern stehen. Der Anfang ist mit einer Klasse-Leistung jedenfalls vollbracht! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4003
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Burgess, Sonny - stronger [2005]
Zweites, einmal mehr ganz großartiges Album (das Teil ist sicher ein wahrer "Leckerbissen" für alle Traditionalisten) des aus Cleburne/Texas stammenden Sonny Burgess - und noch immer hat er keinen Major-Deal! Völlig unverständlich, denn er erfüllt alle Voraussetzungen um ein ganz Großer der Country-Zunft zu werden: Er ist ein herausragender Sänger mit einer tollen Country-Stimme, hat die 1A-Musikergarde aus Nashville mit an Bord (beispielsweise Brent Mason u. J.T. Corenflos an den Gitarren, Dan Dugmore - Pedal Steel und Dobro, Lonnie Wilson am Schlagzeug, Larry Franklin an der Fiddle, Gordon Mote - Keyboards, usw.), besitzt das richtige Händchen für die genau zu ihm passenden Songs, strahlt das richtige Image aus und ist ein Volblut-"Countryman" von der Pike auf! Das ist frische, mit viel Herz dargebotene, lupenreine, seine texanische Herkunft nie leugnende, traditionelle, toll produzierte, honky-tonkin' Dancehall-/Barroom-Countrymusic in der Tradition von Merle Haggard, Gene Watson, Tracy Byrd, Brad Paisley, Alan Jackson und vor allem George Strait, mit allem was das "Pure"-Countryherz begehrt. Knackige, schwungvolle Uptempo-Songs wechseln sich ab mit astreinen Honky Tonkern und ein paar rührenden, reinen Country-Balladen! Fiddles, Steelguitars, Baritone Gitarre, Acoustic-Gitarre, Honky Tonk-Piano und prima Melodien bestimmen das Bild! Auch die vielen (Linedance)-tanzwütigen Cowboys und -girls kommen bei einigen Nummern voll auf ihre Kosten! Die Songs stecken voller Hit-Potential! Nahezu alle haben das Format in den Nashville-Charts eine bedeutende Rolle zu spielen - in den unabhängigen Texas-Country-Charts tun sie dies eh schon! Toll beispielsweise gleich der Opener "What else could go right", ein gut abgehender, richtig Schwung vermittelnder, gut tanzbarer, wunderbarer honky-tonkin' Traditional-Roadhouse Country-Feger, der wohl in jeden "müden" Saloon ordentlich Stimmung bringen dürfte. Hat einen prima Fiddle-/Gitarren-/Piano-/Schlagzeug-Drive! Großartig auch der anschließende, von Larry Cordle und Leslie Satcher komponierte, balladeske, mit herrlicher Steelguitar, feinen Piano-Tupfern, toller Fiddle und bestens integrierter E-Gitarre instrumentierte, sehr melodische Barroom-Honky Tonker "Jesus and bartenders" (that's pure Country - auch vom Text her!), die kraftvolle, mit feinen Dobro-Ergänzungen verzierte Ballade "A little bit stronger", oder das flockige, lockere, frische und flotte, von Paul Overstreet mitkomponierte, viel Alan Jackson-Flair und gute Laune verbreitende, mit schöner Steel- und Baritone-Guitar angereicherte. sehr melodische "Anytime I'm smiling"! Klasse auch der angerockte, die Tanzwütigen mal wieder auf den Plan rufende, mit würziger Electric Slide instrumentierte, knackige Honky Tonk-Stomper "The more I'm around some people, the more I like my dog" (erinnert ein wenig an Billy Ray Cyrus), die rührende, etwas autobiographisch anmutende Ballade "Redneck lullabies", oder das frische, schmissige aus schönen Gitarren und toller Steel bestehende "When you're in love with a woman"! Ein tolles "Traditional Country"-Album, das in seiner Klasse den Werken der oben referenzmäßig erwähnten Künstler in nichts nachsteht! Das ansprechend gestaltete Booklet enthält im übrigen alle Texte! Gratulation Sonny, wir ziehen beeindruckt den Hut!

Art-Nr.: 3843
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
What else could go right
Jesus & bartenders
Anytime I'm smiling
The more I'm around some people, the more I like my dog
Redneck lullabies

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Carolina Rain - weather the storm [2006]
Der gute Clint Black scheint doch ein prima Händchen für neue, vielversprechende Künstler zu haben. Nach Little Big Town, die ja mit ihrem aktuellen Album "The road to here" und Singles wie "Boomtown" und "Bring it on home" mittlerweile große Erfolge feiern, veröffentlicht er auf seinem Label "Equity" nun das sehr schöne Debut des Nashville-Trios Carolina Rain, die seinerzeit sogar der erste Act überhaupt waren, den Black für sein Label verpflichtete. Carolina Rain, deren größtes Potential in den wunderbaren, 3-stimmigen Gesangs-Harmonien besteht, gründeten sich 1999 in Nashville, als Lead Sänger, Gitarrist und Haupt-Songwriter Rhean Boyer, Banjo-Picker Marvin Evatt und Madolinenspieler Jeremy Baxter (beide auch Harmonie-Gesang) erstmals zusammen auftraten. An den Instrumenten, die die Bandmitglieder spielen, läßt sich sofort erkennen, wo die Roots der Burschen liegen, nämlich im Bluegrass- und auch im Gospel-Bereich. Dennoch ist ihr feines Album "Weather the storm" alles andere als ein Bluegrass-Album geworden. Klar, die akustische Basis der Truppe ist deutlich erkennbar, doch was die Jungs zusammen mit einigen Begleitmusikern der ersten Nashville Session-Liga (u.a. J.T. Corenflos und Kenny Greenberg - E-Gitarre, Dan Dugmore - Steelguitar, Larry Paxton - Bass und Greg Morrow - Drums) abliefern, ist schlichtweg feinster, sehr sauber und klar produzierter (Clint Black und Carolina Rain), durchaus knackiger, aber völlig unaufgeregter, entspannter Nashville Mainstream-Country/Country-Pop, der ohne Frage das Zeug hat, ebenfalls große Chart-Erfolge erzielen zu können. Die akustischen Anteile der Instrumentierung mit ihren frischen Gitarren-, Mandolinen- und Banjo-Klängen bilden ein sehr ausgewogenes Verhältnis mit den nicht allzu aufdringlichen, wenn vorhanden, aber durchaus würzigen, elektrischen Parts von E-Gitarre und einem recht rhythmischen Background aus knackigen Drums. Markenzeichen der Band aber sind die bereits erwähnten, alles miteinander verbindenden, prächtigen Gesangs-Harmonien der Drei, sowie die überaus gelungenen, flockig lockeren Melodien. Reminiszensen an Restless Heart, manchmal sogar die Eagles sind erkennbar, aber auch Bands wie Diamond Rio oder Rascal Flatts entsprechen der Zielgruppe von Carolina Rain. Höhepunkte des Albums sind u.a. die herrliche Eröffnungsnummer, die der Band auch ihren Namen gab (wunderbar frisches Appalachian-Flair, klasse semi-akustische Instrumentierung aus Acoustic Gitarre, Banjo, Mandoline, zurückhaltender Steelguitar und würzigen E-Gitarren-Licks), das poppige, Banjo-driven "Get outta my way", das voller sonnigem Westcoast Country-Feeling steckende, harmonisch flüssige "Isn't she", die feine, mehrstimmige Ballade "How it should be", die lockere, erfrischende, klare, sehr melodische Acoustic Country-Pop-Nummer "The man I've been looking for", das mit einem soliden "Drum-/Bass-Backbone" und einem dezent funkigen "Kick" versehene "I ain't scared", oder auch das exquisite, ruhige "Who needs the sun", dessen Vokal-Harmonien eine dermaßen sonnige Ausstrahlung besitzen, daß einem fast sogar die Beach Boys einfallen könnten. Nahezu sämtliche Stücke befinden sich in einem lockeren Midtempo-Bereich, hin und wieder gibt's auch mal eine Ballade. Abgehendes Tempo sucht man vergebens! Melodischer, absolut Chart-tauglicher, von tollem Harmoniegesang geprägter New Country/Country-Pop, der in seinem gelungenen semi-akustischen Gewand eine großa Anhängerschaft finden sollte. Well done, boys!

Art-Nr.: 4467
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Carolina rain
Isn't she
Dealin'
How it should be
The man I've been looking for

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Chesney, Kenny - live: live those songs again [2006]
Kenny Chesney zählt schon seit geraumer Zeit zu den unbestrittenen Superstars der New Country-Szene. Er ist mit Charisma ausgestattet, hat ein Händchen für die zu ihm passenden Songs, und ist wegen seiner energiegeladenen Live Shows ein Entertainer, der es, ähnlich wie Garth Brooks zu seinen Glanzzeiten, versteht, die Massen in seinen Bann zu ziehen. Nach seinem zuletzt wieder prächtig eingeschlagenem Studio-Album "The Road And The Radio" hat sich Kenny nun zu einem Live-Album entschlossen, das seine letzten Karriere-Jahre in den fast immer prall gefüllten Arenen (hier an fünf verschiedenen Orten: Knoxville, Pittsburgh, Nassau, Nashville und Los Angeles) reflektiert. Ein echtes, typisch amerikanisches Stadion-Konzert-Spektakel, das in seiner Emotionalität unweigerlich Reminiszenzen an Garth Brooks legendäres "Double-Live"-Werk aufkommen lässt. Ein enthusiastisches Publikum, das vor, teilweise während und nach jedem Stück in euphorischem Gekreische ausbricht und jede Gelegenheit nutzt, wohl bekannte Textpassagen im Kollektiv mitzsingen, sobald der Meister die Gelegenheit dazu nur im Ansatz offenbart. Natürlich versteht es Chesney exzellent, genau die Lieder zu performen, die für solche Anlässe wie gemacht sind, doch das sind sehr viele seines Repertoires. So reihen sich vom einleitenden Song "Live Those Songs" bis zum abschließenden Powerstück "She Thinks My Tractor’s Sexy", ein prächtig mitsingbarer Hit nach dem anderen aneinander, wobei der (im positiven Sinne) sehr routiniert wirkende Kenny immer wieder geschickt zwischen den Temperamenten der einzelnen Lieder variiert. Verlassen kann er sich dabei auf eine furios aufspielende Begleitband, in der der sehr starke Drummer Sean Paddock (äußerst kraftvoll) und der filigrane Lead-Gitarrist Clayton Mitchell (viele southern-inspirierte Soli) immer wieder den Ton angeben. Bis zum ersten Durchatmer "What I Need To Know" (wunderschöne, melodische Country-Ballade, inkl. Bandvorstellung) geht es zunächst mit fünf New-Country-/Arena-Rockern in die Vollen (u. a. "Young", "Beer In Mexico", "Keg In The Closet"), welche die Massen zurecht in Wallung treiben und diese wohl nur in amerikanischen Arenen aufkommende Gänsehaut-Atmosphäre auslösen. Klasse auch das unweigerlich Urlaubsstimmung auslösende "When The Sun Goes Down" mit herrlichen, karibisch anmutenden Steel-Drums, ebenfalls dargeboten, wie schon seinerzeit in der Studiofassung, im Duett mit "Spaßkanone" Uncle Kracker. Weiterer Höhepunkt sind das Midtempostück "Anything But Mine" mit seiner schönen Akustikgitarren-Untermalung, den angenehmen Orgelparts und den großartigen Southern-E-Gitarren-Passagen des bereits erwähnten Clayton Mitchell, sowie die tolle Gute Laune-Nummer "How Forever Feels" (klasse Drum-/Bass Intro, knackiges Piano, feine Steel und Fiddle-Fills). Kenny Chesney ist es auf seinen Live-Album prächtig gelungen eine Energie geladene Synthese aus Arena-Rock und New Country (wobei die Basis, so kraftvoll und rockig die Performance auch sein mag, von Chesney's Anlagen und seiner Art des Auftretens her immer eindeutig "country" ist) zu schaffen und einen tollen musikalischen Einblick in die wohl entscheidende Phase seiner Laufbahn zu gewähren. Die CD kommt mit einem richtig dicken, 24-seitigen, reichhaltig bebildertem Booklet, in dem Kenny mittels diverser Statements viele ihn bewegende, detaillierte Eindrücke vermittelt und sich bei all seinen Förderern, Fans und Bekannten ausgiebig bedankt. Schade eigentlich nur, dass in der heutigen Zeit nicht so etwas direkt auch als DVD auf den Markt gebracht wird, aber vielleicht kommt das ja eines Tages. Bis es soweit ist, ist diese Kenny Chesney-Live-CD aber in jedem Fall ein "Muß"! Jawohl, lasst uns diese tollen Songs noch einmal erleben. Klasse Live-Stoff, nicht nur für New Country- und Chesney-Anhänger! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4468
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Dodd, Deryl - full circle [2006]
Großartiges neues Album des Mannes aus Dallas/Texas, dessen Geschichte alles andere als die einer "Traumkarriere" ist, und der dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) zu den in Fankreisen etabliertesten und beliebtesten Acts unter den sogenannten Neo-Traditionalisten gilt! Irgendwie kam er durch die "Hintertür" zu "Countryruhm", nachdem er 1991 in Nashville mit seinem Freund Brett Beavers, der übrigens "Full circle" produzierte, eine Band gegründet hatte, anschließend mit Martina McBride in deren Band auf Tour ging, in der Band von Tracy Lawrence spielte und mit vielen anderen Leuten zusammenarbeitete. 1996 erschien sein Debutalbum, doch der verdiente Erfolg als Solist blieb weitgehend aus, obwohl, und so ist das auch auf seinem aktuellen Album, die Songs vor Hitpotential nur so strotzen. Aber so ist das manchmal: Starke Songs, dennoch wenig Radio-Airplay, das Label tut nicht viel, man wird gefeuert und verliert seinen Deal. Dazu kam eine schwere, langwierige Nervenkrankheit - "ein Weg durch die Hölle und zurück", wie Dodd es einmal selbst bezeichntete. Doch er ließ sich nie unterkriegen, kämpfte, wurde gesund, machte wieder Musik - und war stärker als je zuvor! Sein nunmehr drittes Album nach überstandener Krankheit (zuvor erschienen in 2002 "Pearl snaps" und in 2004 "Stronger proof", macht prinzipiell da weiter, wo der Vorgänger aufhörte, wenngleich die rockigeren Töne (sehr knackig ist's trotzdem) etwas in den Hintergrund treten, dafür aber eine deutlicher spürbare traditionelle Grundtendenz vorherrscht. Das Album ist noch "honky-tonkiger", noch mehr "real" Country! Feinste Mucke für jede Country-Jukebox! Damit ist er in bester Gesellschaft solcher Leute wie Tracy Lawrence, Vince Gill oder Josh Turner, aber auch auf einer Linie mit Helden wie George Jones oder Merle Haggard! Das Songmaterial ist erste Sahne, wobei flotte Nummern und entspannte, reine Country-Balladen ein sehr ausgewogenes Gleichgewicht bilden. Unter den Höhepunkten sind Stücke wie der starke, schön knackige, flotte E-Gitarren- und Steelguitar-driven Honky Tonker "Wearin' a hole" (feine Fiddle-Ergänzungen), die wunderbare, sehr melodische Midtempo "Pure Country"-Nummer "Thanks to the man" (tolle, sehr "country" gespielte E-Gitarren, die Fiddle, die "heulende" Pedal Steel und der wundervoll traditionelle Rhythmus versprühen erneut viel Honky Tonk-Feeling), die schöne, "lovesick" Ballade "I'm not home right now", die riffig angerockte, dem Titel entsprechende Outlaw Country-Nummer "Into outlaw", der dynamische, prächtig tanzbare Roadhouse Country-Feger "That's the stuff", mit tollen E-Gitarrenläufen des großartigen JT Corenflos im Zusammenspiel mit den herrlichen Steelguitar-Linien von Mike Johnson (Guest-Vocals hier übrigens von Jack Ingram), die wundervolle, reine, sehr traditionelle Country-Ballade "Solid ground" mit ihren transparenten Gitarren (tolle Baritone-Guitar, glasklare Steel, schöne Fiddle - erinnert sehr an den frühen Merle Haggard oder auch an Keith Whitley), das im southern country-rockin' style vorgetragene, mit einem satten Gitarrensolo gewürzte "I won't run", der pure Honky Tonk-Heuler "It's only 'cause you're lonely", oder das wunderbar bluegrassig angehauchte, akustisch instrumentierte "Songs of the family" (schönes Banjo und Dobro, klasse Fiddle)! Deryl Dodd bleibt seiner Linie treu: Bester, traditioneller, knackiger Honky Tonk-Country/New Country auf einem überaus ansprechenden Niveau! "Dodd just wants his listeners to have a good time", heißt es in einem U.S.-Review - und die werden die Countryfans mit Sicherheit haben!

Art-Nr.: 4326
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 6,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Wearin' a hole
Thanks to the man
That's the stuff
Solid ground
Songs of the family

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Drive-By Truckers - the dirty south [2004]
Ist denn diese Band nicht zu stoppen? Unbeirrt gehen sie ihren Weg und legen mit "The dirty south" (welch ein passender Titel) einen neuen Meilenstein ihrer Karriere vor. Völlig zu Recht ist die Truppe aus Athens/Georgia, die im übrigen in Bassistin Shonna Tucker ein neues Mitglied in ihren Reihen hat, sowohl bei Kritikern und Fans in aller Munde. Und sie werden immer besser! Mit drei Gitarristen an der Front begeben sie sich auf eine raue dreckige, rotzige und deftige Reise durch den "dreckigen Süden", wobei die Songs insgesamt etwas eingängiger und melodischer wirken, als beim Vorgänger, ohne dabei auch nur annähernd an Power, Energie und ursprünglicher Ungezähmtheit zu verlieren. Wir hören vielschichtige, fette und röhrende Gitarren überall. Das ist mal ungehobelt laut, zuweilen geht mächtig die Post ab, dann wird's herrlich locker und flockig, auch die ein oder andere Ballade, sogar mal akustisch gehalten, fehlt nicht, aber immer ist's ungemein dreckig und roh! Ehrlicher, rauer, kratzender, voller fetter Gitarren steckender, jammiger Rootsrock, Southern Rock, southern-fueled Rootsrock, Roots-flavored Southern Rock... - wie immer man es bezeichnen mag, wie ihn nur die Drive-By Trucker spielen! Unverkennbar! Nicht nur musiklalisch ist der Süden erneut das Thema, auch textlich beleuchtet man wieder äußerst bissig die Probleme des "dirty south"! Erstmalig aufgenommen in den legendären Muscle Shoals Studios von Alabama, produziert von David Barbe (sehr bekannt und geschätzt im Widespread Panic-Umfeld) versprühen sie auf über 70 Minuten Länge (14 Songs) unbeschwerte Spielfreude. Das beginnt mit dem durchaus an klassischen Genre-Traditionen angelehnten, sehr atrken, dreckigen Southernrocker "Where the devil don't stay", mit seinen herrlich satten, rauen und interessanten Riffs, seiner fetten Slide und der tollen Gitarrenschlacht mit mehreren Leads am Ende, geht weiter mit der großartigen, mit einem gewissen Jam-Flair ausgestatteten Southern-/Roots-Ballade "Tornadoes", voller roher, rootsiger Gitarren, über den lockeren, gut abgehenden, auf einem breit angelegten, transparenten Gitarrensound basierenden southern-flavored Rootsrocker "The day John Henry died", das ebenso gefällige, melodische, wie dreckige, würzige "Carl Perkins' cadillac" mit seinem starken Gitarrensolo, das charmant rumpelnde, rootsige, wieder mit fetten Gitarren angereicherte "The boys from Alabama", das Neil Young-/Crazy Horse-like "The Buford stick", die akustische Ballade "Cottonseed", den puren, ultra dreckigen, mit sich die Saiten schier zerreißenden, quietschenden Gitarrenläufen vollgepackten Southernrocker "Lookout mountain", bis das Album schließlich mit dem wunderbaren, melodischen, ungemein frisch wirkenden, lässigen Retro-Countryrocker "Goddamn lonely love" schließt. Natürlich sind in diesem Songüberblick nicht alle Tracks erwähnt, was den Rest nicht minder stark erscheinen lassen soll. "The dirty south" ist vielleicht mehr als "Decoration day", als der legitime Nachfolger zur "Southern Rock Opera" zu betrachten. Eine sehr starke Leistung, die die Drive-By Truckers in der Szene noch mehr etablieren dürfte. Imposant, wie sie ihre Linie durchziehen! Ungeschliffene, dreckige, raue, mit 3 klasse E-Gitarren vollgepackte Southern-/Roots-Mucke der Truppe um Patterson Hood, Mike Cooley, Jason Isbell & Co., die am besten kommt, wenn man den Lautstärkeregler schon mal ein bischen weiter aufdreht. Klasse Stoff! Kommt, wie üblich, im schönen Digipack mit einem sämtliche Texte enthaltenden, dicken Booklet!

Art-Nr.: 2704
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,50

In folgende Titel können Sie reinhören:
Where the devil don't stay
Tornadoes
Carl Perkins' cadillac
The boys from Alabama
Lookout mountain

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Earle, Steve - live at montreux 2005 [2006]
Großartiger Mitschnitt eines triumphalen Solo-Auftritts (Earle allein auf der Bühne, ohne die Dukes, nur mit seiner Acoustic Gitarre, seiner Mandoline und seiner Harmonica ausgestattet) aus dem Stravinsky Auditorium während des Montreux Jazz Festivals vom Juli 2005! Es ist faszinierend mit welcher Ausstrahlung der Meister seine Songs rüber bringt, er die Zuhörer in seinen Bann zieht! Alles klingt, obwohl "nur" solo dargeboten, ungemein transparent, wunderbar strukturiert, melodisch und dreckig zugleich (wie man das eben von Earle erwartet), abwechslungsreich, überaus unterhaltsam - schlichtweg packend! Die Songs verlieren aber auch gar nichts von ihrer Spannung! In Gegenteil, es ist faszinierend, sie auch einmal in diesem Gewand zu hören! Das Material zieht sich, wenngleich die meisten der 14 Tracks (56 1/2 Minuten Spielzeit) aus seinem aktuellen Album "The revolution starts now" stammen im Prinzip durch seine gesamte Karriere, wobei ein paar recht seltene Titel auf dem Programm stehen, was einen zusätzlichen Reiz ausübt (beispielsweise eine fantastische Version von "Ellis unit one" aus dem "Dead man walking"-Soundtrack)! Ein paar herausragende Beispiele des Sets sind das wunderbar melodische "Jerusalem", mit dem das Konzert beginnt, der herrlich dynamisch und sehr rhythmisch angestimmte, genauso frisch wie dreckig und rotzig rüber kommende Fan-Favorite "The devil's right hand", das nachdenkliche "Rich man's war", die beiden, etwas düsteren, schwermütigen, sehr persönlichen Songs vom "I feel alright"-Album, "South Nashville Blues" und "CCKMP (Cocaine Cannot Kill My Pain)", das seinerzeit das Comeback-Album nach seinem Drogen-Entzug darstellte (seine Einleitung der Songs mit den Worten "Welcome to my nightmare" sagt alles...), die beiden Mandolinen-geprägten "Dixieland" (wunderbar rhythmisch, melodisch) und "The mountain" von dem 1999iger Album, das er damals gemeinsam mit Bluegrass-Maestro Del McCoury einspielte, das akustisch noch emotionaler rüber kommende, "rockige" "The revolution starts now", das Calypso-mäßige "Condi Condi", das auch akustisch überragende, nichts von seiner Energie einbüßende "Copperhead road", wie auch das bewegende "Christmas in Washington"! Was für eine Bühnen-Präsenz! Charismatisch! Auch als DVD erhältlich!

Art-Nr.: 4290
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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James, Ryan - back to the wind [2005]
Ein weiterer, hell leuchtender Stern am von scheinbar unendlich vielen, wunderbaren musikalischen Lichtquellen übersääten Firnament von Texas! "Back to the wind" heißt das großartige Debutalbum des hoch talentierten Ryan James - und es ist eine erstklassige Darbietung bester, erfrischender, flüssiger Texas-Roots-/Americana-/Alternate Country-/Countryrock-Musik, ausgestattet mit einem dezenten "Red Dirt"-Flair und jeder Menge emotionalem Singer-/Songwriter-Feeling! Der aus Rosenberg in der Nähe von Houston stammende Texaner verfügt nicht nur über eine instrumentaltechnisch bestens fundierte Grundlage und eine überaus angenehme und variable Stimme, sondern beweist auf seinem Erstwerk auch hervorragende Songwriterqualitäten (hat 10 von 12 Tracks selbst komponiert). Trotz seiner starken Heimatverbundenheit (er ließ sich sogar eine texanische Flagge auf seine linke Schulter tätowieren) gelingt es ihm glaubwürdig, seine sicherlich vorrangig bestimmenden texanischen, recht traditionell gehaltenen Roots mit einem durchaus Nashville-kompatiblen Sound zu kombinieren (kein Wunder, die Scheibe wurde auch dort produziert), wie es selbst Jack Ingram in letzter Zeit vorzüglich praktiziert hat. Dabei setzt er nicht einmal auf die üblichen mainstream- und radiotaugliche Elemente, sondern lässt alleine die wunderbaren Melodien und starke Instrumentierung seiner Mitspieler für sich sprechen. Sicherlich auch ein Verdienst der beiden in Szenekreisen voller Anerkennung als "Wizards" (Hexenmeister) "verschrieenen" Produzenten Walt Wilkins und Tim Lorsch, die einen glasklaren, ungemein zeitgemäßen Sound aus den Songs herauskitzelten. Los geht’s mit dem möglicherweise autobiografisch zu sehenden, starken "Goodbye Carolina", in Anspielung an seine in North Carolina verbrachten Jahre, die wohl von starkem Heimweh geprägt waren. Trotzdem erscheint der Blick nicht zurück im Zorn, denn der Song, dominiert von fröhlichen Mandolinenklängen und herzhaftem Gefiddel, dazu sehr schönen Harmonies von Tira Mitchell Wilkins, versprüht eine sehr frische und gelöste Atmosphäre. Musikalische Lagerfeuerromantik, -das meinen wir absolut positiv-, mit allen damit verbundenen Textklischees, verspürt man bei dem herrlich schwungvollen, mit toleer Baritone-Gitarre durchzogenen Countrysong "Home On The Range"! Die erste Single mit bereits großem Erfolg in den Texas Music Charts, vielleicht der überragende Song des Albums, heißt "Don’t Go", eine typisch texanisch trockene Ballade, unterlegt mit kratzigen Gitarren, schönen Mandolinen-Fills und klasse Steel- und E-Gitarrenparts im Stile der Eli Young Band oder der einstmaligen Sons Of The Desert. Apropos Steel-Parts: Fast jeder Song trägt hier die Handschrift des überragend agierenden Pedal Steelers Steve Ebe, der mit seinem träumerischen Einlagen an das Spiel von Pat Severs (Pirates Of The Mississippi) erinnert. Im weiteren Verlauf bedient einen Ryan James mit einer jederzeit relaxt gehaltenen Mischung aus balladesken Songs ("Stay Me Awhile", "A Broken Heart" oder "Barely Holding On") und locker dahinfließenden Countrynummern ("Home To Texas", "How Long" (ein toller, recht traditioneller Dancehall-/Honky Tonk-Feger), "Take Your Time"), ausgestattet mit dem rauen, holprigen Charme eines Jack Ingram, Chris Knight oder gar Travis Tritt (beim Cover von "I’m A Rambling Man"). Wunderbar gelungen auch die traumhafte Coverversion des wohl größten Hits von Dan Seals "Everything that glitters (is not gold")! Den Abschluss, wie auch bei all seinen Live-Auftritten, bildet das Stück "I Pray For You My Friend", das noch mal sämtliche instrumentale Finessen bietet, das der texanische Roots- und Countrybereich so bietet: Leicht mit zu singender Text, mit viel Spielraum für Soloeinlagen, der auch besonders am Ende ausgiebig im Bluegrass-Stil mit integrierten Duellen genutzt wird. Dem Texaner ist mit "Back To The Wind" ein durch und durch angenehmes, nie langweiliges, ja richtig starkes Einsteigerwerk gelungen! Ryan James, ein Name den man sich unbedingt merken sollte... - man wird sicher noch jede Menge von ihm hören! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3542
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Goodbye Carolina
Home on the range
Home to Texas
Stay with me awhile
Take your time

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Keith, Toby - white trash with money [2006]
Mächtig aktiv ist er, dieser Toby Keith, doch es tut der Qualitiät seiner Arbeiten keinen Abbruch! Nicht die Spur! Im Gegenteil: Knapp ein Jahr nach "Honkytonk university" präsentiert sich Keith auf seinem neuen Album "White trash with money" lockerer, gelöster, varaibler, spielfreudiger und in einer gewissen Weise, bezogen auf die große Vielfalt der Songs, auch mutiger als je zuvor! Es ist zum einen die erste Veröffentlichung auf seinem eigenen, unabhängigen Label "Show Dog Records", zum anderen hat er sich musikalisch vorerst von seinem langjährigen Produzenten James Stroud verabschiedet und das Werk zusammen mit der bei vielen Fans hoch eingeschätzten Sängerin Lari White produziert, deren Einflüsse für ein paar gelungene "Farbtupfer" auf dem Album sorgen. Natürlich macht er prinzipiell da weiter, wo er zuletzt aufgehört hat, doch das Material steckt voller Abwechslung und Finesse: Traditioneller, "real" Country, durchaus mainstreamig und vor allem radiotauglich, aber voller Ideenreichtum. Denken wir nur an die dynamischen Bläsersätze bei dem tollen Eröffnungsstück "Get drunk and be somebody", einem schwungvollen, duchaus toughen, aber auch froh gelaunten Uptempo "Blue Collar"-Honky Tonk-/Traditional Country-/New Country-Party-Knaller, der voller Drive und forschen Rhythmen diese Bläser mit schöner Fiddle, Gitarren und dezenten Dobro-Klängen vereint. Aber das ist bei weitem nicht der einzige Höhepunkt: Da haben wir beispielsweise die großartige, sehr flüssig aus den Lautsprechern kommende "Strings-driven" Balersfield Country-Nummer "A little too late", die mit ihrem dezent nostalgischen Touch und in ihrer Struktur an die großen Hits von Dwight Yoakam zu erinnern scheint, die voller "green-eyed soul" steckende, schöne Liebes-Ballade "Can't buy you money", deren Streicher sich bestens mit einer wunderbaren Steelguitar vertragen (hier spürt man Lari White's Einflüsse besonders), der satte, mit rassigen Gitarren-Riffs ausgestattete, rockin' Outlaw-Countrysong "Grain of salt", der trockene, knackige Countryrocker "Note to self" mit seinem tollen E-Gitarren-Arrangement, dem starken, äußerst cool wirkenden Gesang (überhaupt sind Toby's Gesangsleistungen insgesamt auffallend stark) und der klasse Melodie, sowie die entspannte, sehr traditionelle Ballade "Too far this time"! Zudem enthält das Album, wir kennen das bereits von "Shock'n y'all", wieder drei sogenannte "Bus songs", das sind Lieder, die Toby Keith und sein Gitarrist Scotty Emerick unterwegs "on the road" geschrieben haben, und die sie dann bei den Shows live präsentierten: Zuerst, das lässige, semi-akustische "Brand new bow", das wie eine trockene Numer an der Schnittstelle Alan Jackson/Jimmy Buffett rüberkommt (lustiges Bläserinstrument, Dobro, Akkordeon, klasse Percussion), gefolgt von der sehr traditionell verwurzelten Classic Country-Nummer "Hell no" (feine Steelguitar) und dem flotten, lockeren Johnny Cash-like "Runnin' block" - alles starke Songs im Full Band-Arrangement! Toby Keith zeichent seit langem eine qualitativ hohe Konstanz aus, was in "White trash with money" eindrucksvoll seine Fortsetzung findet! Gratulation! Total angesagter Nashville-Stoff, an dem wohl jeder "moderner Cowboy", der etwas auf sich hält, seine Freude haben dürfte!

Art-Nr.: 4062
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Knight, Chris - enough rope [2006]
"This record rocks a little harder", sagt Chris Knight über sein neues Werk, was zweifellos stimmt und was wir wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Aber, und das ist das entscheidende: "Enough rope" zeigt den bgnadeten Singer/Singwriter aus dem entlegenen 200-Seelen Minen-Kaff Slaughters in Kentucky, wo er mit seiner Frau, seinen Kindern und "40 wooden acres" lebt, auf dem absoluten Zenit seines bisherigen Schaffens! Die Scheibe ist ein absoluter Knüller und auf dem besten Wege ein Meilenstein des Genres zu werden! Schlichtweg mitreißender, einen von der ersten bis zur letzten Sekunde nicht mehr los lassender, voller rauem Texas- und Heartland-Flair steckender, Gitarren dominierter Americana-/ Alternate Country-/ Rootsrock, dessen Charakteristika kurz und treffend mit folgenden, durchaus gegensätzlichen, sich aber in jeder Hinsicht vertragenden Schlagworten und Elementen beschreiben lassen: packend, erdig, emotional, kraftvoll, kantig, roh, dreckig, frisch, flüssig, harmonisch und traumhaft melodisch! Wie eine Mischung aus Steve Earle, John Mellencamp, John Hiatt und Lucinda Williams gelingt Knight der nahezu perfekte Spagat zwischen dreckigem Heartland-/Rootsrock und texanischem Americana/Alternate Country. Was für ein Sonmgwriting! Was wir hören, sind 13 wundervolle kleine "Blue collar"-Road-Trips, Dramen und Rock'n Roll-Storys "for the working people, their feelings and their land"! Herrliche Melodien mit wundervollen Arrangements aus harmonisch ineinander greifenden Instrumentallinien schrauben sich in unsere Ohren, auf der anderen Seite aber befällt einen immer wieder dieses Gefühl auch eine gewisse Portion trockenen Staub schlucken zu müssen. Eine großartige Kombination! Die Rhythmen sind, wie gesagt, zumeist ordentlich rockig. Vorangetrieben von oft puschendem Drumming dominieren vorwiegend alle Sorten von Gitarren: klasse Acoustic Riffs, raue, massive E-Gitarren, countryfizierte Baritone-Klänge, mächtig kochende und glühende Slide-Läufe, schöne Pedal Steel - einfach alles! Daziwschen immer mal wieder die unaufdringlichen Klänge einer Fiddle, einer Hammond Orgel, oder auch eines Banjos! Unter den beteiligten Musikern sind solch herausragende Artisten wie Kenny Greenberg, Pat Buchanan, Richard Bennett (E-Gitarre), Dan Dugmore (Steel, Lap Steel, Slide). Michael Rhodes (Bass), Greg Morrow (Drums), usw.! Produziert hat Gary Nicholson! Gleich das erste Stück, "Jack Blue", ist eine absolute Killer-Nummer: Wie eine faszinierende Synthese aus Steve Earle und John Mellencamp, dazu würzig raue Linien einer herrlich rootsig gespielten Lap-Slide Gitarre, zwischendrin scheinen unsere begeistert lauschenden Ohren gar einen dezent nach Johnny Cash klingenden Countryrhythmus zu erhaschen, prächtiger Drive, knackiges, trockenes Drumming, eine tolle Melodie - phänomenaler Americana-/Country-/Rootsrock der süchtig macht! Locker und flüssig sprudelt uns das folgende, wunderbare "Cry lonely" entgegen, eine, ein gewisses Western-/Wüsten-Flair, gleichzeitig aber auch sehr viel Frische versprühende, entspannte, dennoch knackig gespielte, twangy Country(rock)-Nummer mit einem dezenten Nashville-Feeling! Hat, so scheint es, irgendwie etwas von Gary Allan! Eine großartige Melodie paart sich mit feinen Steelguitar-Linien und sehr transparenten, vielschichtigen Gitarren! Ähnlich gelagert ist auch die klasse Midtempo-Nummer "Saved by love", ehe es Chris mit dem bärenstarken "River road" richtig krachen läßt. Diese Nummer "choogles like some bastard child of John Fogerty", heißt es dazu in einem US-Review- und das trifft es exakt! Ein ultra-dreckiger, von kantigem Drumming angetriebener, voller Power steckender, swampiger Uptempo Rootsrocker, der wie ein mächtig Staub aufwirbelnder Wüstensturm aus den Lautsprechern fegt! Ein sprödes, im Hintergrund agierendes Banjo und eine großartige Fiddle (Tammy Rogers-King), in Verbindung mit klasse Gitarrenriffs kennzeichnen die exzellente, deutlich an Steve Earle erinnernde Alternate Country-Nummer "Rural route", während wir mit dem folgenden "Dirt" bereits auf die nächste "Über-Nummer" zusteuern: Eine fast schon dramaturgisch und mit deutlichen Worten erzählte Story über den Abriß von "Grandpa's farm", um auf diesem gelobten Land "another stinking factory" zu erstellen. Das Ganze wird dargeboten in traumhaft arrangierter, dreckiger Rootsmucke aus glühender Electric Slide, rotziger Baritone E-Gitarre, feinen Acoustic-Riffs, überaus knackigen Drums, einer wiederum prächtigen Melodie und Knight's ungemein engagiertem, angerautem, erdigem Gesang! So geht das weiter, Highlight für Highlight! Ob der krachende, massive Rootsrock-Feger "Up from the hill" mit seinem tierischen Gitarren-Gewitter (klasse, wenn Knight ruft: "Rock & Roll driving wheel, down from the valley and up on the hill"...), der von hinreißender Steelguitar durchzogene und von wunderbaren Gitarren begleitete, rootsige, herrlich melodische Alternate Country-/Americana-Rocker "Old man", bis hin zu der finalen, semi-akustischen Singer/Songwriter-Ballade "Enough rope" - dem Mann gehen diese fantastischen Songs einfach nicht aus! Es gibt bislang nicht ein einziges schwaches Album von Chris Knight, doch mit "Enough rope" (das Booklet enthält alle Texte) setzt er nochmal einen drauf! Damit ist ihm ohne Zweifel sein bisheriges Meisterstück gelungen! Heartland-/Roots-/Alternate Country-/Americana-Rock mit Referenz-Charakter! Der Magie dieser Musik kann man sich zu keiner Sekunde entziehen! Brillant!

Art-Nr.: 4249
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Jack Blue
Cry lonely
River road
Dirt
Old man
To get back home

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Lee, Albert - road runner [2006]
Herrliches neues Album von einem der größten und einflußreichsten Country-Gitarrenvirtuosen, der mit seinem unverwechselbaren Stil in den letzten, gut 30 Jahren, Maßstäbe, nicht nur in der New Country-/Countryrock-Szene setzte! Emmylou Harris' ehemaliger Gitarrist zaubert eine hochkarätige Ansammlung absoluter Retro-"Hot Band"-typischer Country-Knüller aus dem Hut, die die goldenen Jahre dieser Truppe, aber auch den frühen Stil Rodney Crowell's oder Vince Gill's in voller Blüte in das Jahr 2006 transportiert! Auch gesanglich bringt Lee eine Top-Leistung! Die Songs, zumeist recht dynamisch, strahlen eine ungeheure, zeitlose Frische aus! Dabei bedient er sich immer wieder gezielt und sehr geschickt ausgewählter Coverversionen, die er in seinem unverkennbaren Stil, voller Klasse und ausgefeilter Musikalität interpretiert! Seine Spielfreude ist zu jeder Minute spürbar! Immer wieder begeistert Lee mit diesem grandiosen Picking, diesen fantastischen "jaw-dripping, speed-picking", so sauber abgegrenzt und doch so ungeheuer virtuos, mit fliegenden Fingern gespielten, mitreißenden Gitarrenläufen, vor allem bei dem prachtvollen, über 7-minütigen, bestens und absolut melodisch strukturierten Instrumental (es ist die einzige Instrumental-Nummer auf dem Album) "Payola Blues"! Die Scheibe beginnt allerdings mit einer tollen Uptempo-Version des alten Holland/Holland/Dozier-Heulers "(I'm a) Road runner"! Ein typischer "Hot Band"-Retro Country-/Countryrock-Rhythmus mit viel Drive, eine klasse Melodie und im zweiten Teil ein absolut grandioses, völlig locker und lässig vorgetragenes Gitarrensolo, wie es eben nur Albert Lee spielt, machen gleich diese erste Nummer zu einem absoluten "Hit"! Weiter geht's mit der wunderbar melodischen Country(Rock)-Nummer "I'll stop loving you" (prima, die klimpernden Piano-Ergänzungen, im übrigen ebenfalls von Albert Lee selbst gespielt), gefolgt von einer exzellenten, Steel-getränkten, eine schöne californische Frische vermittelnde Fassung von John Hiatt's "Rock of your love", gespickt mit tollen, transparenten Gitarren-Licks! Ganz stark auch die entspannte Version von Leo Kottke's "Julie's house", die von würziger, rootsiger Lap Steel durchzogene Countryrock-Nummer "Didn't start livin'" (wie eine Mischung aus den frühen Rodney Crowell und Vince Gill, mit einem dezenten Schuß NRBQ-Flair), das lockere, mit feinen Mandolinen-Klängen angereicherte, semi-akustische Jimmy Webb-Stück "The moon is a harsh mistress", der mit viel Dampf abgehende Rockin' Country-/Roots-/Honky-Tonkin'-Boogie "Livin' it down", bis hin zu der wunderschönen Version von Richard Thompson's "Dimming of the day", die Albert Lee in einem großartigen Duett mit seiner Tochter Alexandra vorträgt! Musikalische Wegbegleiter sind u.a. Bob Glaub (Bass), Don Heffington (Drums), Buddy Emmons (Pedal Steel), Steve Fishell (Lap Steel), sowie Buddy Miller, Bekka Bramlett und Jon Randall (Background Gesang)! Albert Lee wird seine Magie wohl nie verlieren! Ein großartiges Album!

Art-Nr.: 4113
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
(I'm a) Road runner
I'll stop loving you
Rock of your love
Didn't start livin'
Working on love

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Los Lonely Boys - sacred [2006]
Beeindruckend! Der nächste Streich der Garzas! Dampfender, voller Seele steckender, temperamentvoller Texas Blues-/Roots-/Groove-Rock, der einem das Blut in den Adern zum Kochen bringt! Sie machen exakt da weiter, wo sie mit ihrem Debut aufgehört haben, halten dieses Niveau mit geradezu beängstigender Souveränität, ja steigern sich fast noch einmal! Ihre Fans, und die, die sie jetzt hoffentlich endlich entdecken werden, werden rundum begeistert sein! Wie keine andere Band weit und breit, vereinen die Los Lonely Boys (Henry Garza: Gitarre, Harmonica, Gesang; Jojo Garza: Bass, Piano, Gesang; Ringo Garza: Drums, Gesang) Elemente von Roots und Tex-Mex, über Southern, Country, Latin, Soul, hin zu Jam, Groove, Blues und Rock, würzen das Ganze mit einer ordentlich "scharfen", ihren mexikansichen Wurzeln entsprechenden, Portion "Pfeffer", und fabrizieren damit ein dermaßen feuriges Menü, daß einem schon ein bißchen "heiß" werden kann! Ganz groß! Weiteres Plus: Die Songs stecken trotz aller Würze voller großartiger Melodien! "Mit "Heaven" aus ihrem 2004er-Debut-Album hatten sie einen "Monster"-Hit, der einen Grammy gewann. Auch das neue Album steckt wieder voller Nummern, die nicht nur die Veranlagung für ausgedehnte Live-Jammings haben, sondern auch voller radiotauglichem Hit-Potential stecken. Diesen schmalen Grat treffen die Los Lonely Boys perfekt! Die musikalische Qualität ist wieder bestechend! Henry Garza's Gitarrenkünste sind der Hammer. Sein großes Vorbild, Stevie Ray Vaughan, wäre sicher begeistert, ihn zu hören! Das amerikanische "Guitar World Magazine" wählte ihn dementsprechend völlig verdient zum "Breakthrough artist of the year 2005! Klasse auch diese unglaubliche Rhythmik, die die anderen beiden Garzas fabrizieren. Da kann man gar nicht ruhig bleiben. Dazu hören wir allerbeste Gesangsharmonien! Ein paar Highlights dieses großartigen Werkes: "My way", der Opener - ein massiver, kochender, von mächtigen Stevie Ray-like Riffs dominierter, dynamischer Groove-Shuffle-Bluesrocker mit dezentem Latino-Feuer und ein paar satten, das Feuer noch mal zusätzlich anheizenden, gut hinein passenden Bläsersätzen und einem höllischen, furiosen Gitarrensolo von Henry; "Órale" - von einer feinen Melodie und einem gepflegten, würzigen Mexican-Flair geprägter, wieder auf einem herrlichen Groove basierender Texas-Rootsrock mit toller Percussion, klasse Orgel-Ergänzungen (Mike Finnegan) und ungemein virtuosen, glühenden Gitarrenlinien; "Diamonds" - traumhafte Allman Brothers-like Twin-Leads erzeugen eine wunderbare Synthese aus groovigem Texas Border-Rock und einem tollen, lockeren Southern-Flair, dazu eine großartige Melodie und wieder ein wunderbar spielfreudiges Gitarrensolo von Henry; "Oye Mamacita" - brodelnder Texas Bluesrock voller Biß, mit einem feurigen Border-Feeling, viel Jam-Veranlagung und kochenden Wah Wah-Ritten; "I never met a woman" - ein herrlicher,entspannter, dennoch sehr würziger, mexikanisch angehauchter Slow-Blues mit großartiger Rhythmik und tollen Gitarrenlinien; "Outlaws" - ein von Hendrix-like Gitarrenlicks eingeleiteter, bestens dem Songtitel entsprechender, satter Outlaw-Roots-Southern-Country-Rocker (Gäste hier: ihr Mentor Willie Nelson, der sie schon vor langer Zeit als Texas' beste neue Band bezeichnete und Wet Willie's Jimmy Hall an der Harmonica), wie ihn die gestandenen Southernrocker der ersten Kategorie oder die Texas Red Dirt-Countryrockelite auch nicht besser hinbekommt (im Gegenteil); usw., usw.! Was für eine Musikalität! Mit diesem famosen Album werden sie ihr ohnehin schon ungewöhnlich hohes Standing, das sie gleichermaßen bei Fans, Kritikern und Msuikerkollegen einnehmen, noch einmal nachhaltig fundamentieren! Packender, kochender, jammiger, aber durchaus melodischer und auch Radio-tauglicher (zumindestens in den Staaten) "Tejano"-Blues-/Roots-/Groove-Rock in einer Einzigartigkeit, die nur die Los Lonely Boys fertigbringen! Wenn da nicht, und das tut der Popularität unserer geliebten rootsigen, bluesigen, jammigen Musik so gut, nicht der nächste Grammy rausspringt...

Art-Nr.: 4342
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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