Meisterhaft! Zweites, hinreißendes Album der mit grandioser Musikalität gesegneten Truppe aus San Diego/California, die sich nun endgültig und mit großem, von einer tiefen, mächtig Respekt zollenden Verneigung begleitendem Nachdruck in der Riege der ganz großen, dem Southern Rock so nahestehenden Jamrock-Bands wie The Allman Brothers, Widespread Panic, Gov't Mule und vor allem Tishamingo etablieren. Doch was heißt "etablieren" - nein, Deadline Friday bereichen die momentan eh schon so lebendige Szene mit ihrem unglaublichen musikalischen Potential wie kaum ein anderer Act. Denn neben den Elementen der zuvor genannten Kollegen verfügen die Jungs, abseits aller Jam- und Spielfreude, gleichzeitig über die Gabe großartig strukturierte Songs schreiben zu können und sind somit in der eine enge, vollkommen natürliche Verbindung zwischen zwanglosen, unbeschwerten Instrumentalausflügen und kompakter, genauso intelligenter, wie eingängiger Songqualität zu schaffen. Pure, klassische Southern Rock-Trademarks treffen dabei auf erfrischendes, sonnendurchflutetes Westcoast-Feeling, höllische, brodelnde und drückende Grooves voller funkiger Rhythmik paaren sich mit tollen Melodien und lange, tierische, teilweise mächtig glühende Gitarrensoli der beiden großartigen, über jeden Zweifel erhabenen Gitarristen Jim Diez und Mike Spurgat ergänzen sich mit exzellentem Lead-Gesang mit zuweilen beseelten an besten CSN&Y- oder Poco-Tage erinnernden Harmonies (die Band verfügt über drei großartige Sänger)! Weitestgehend werden die Arrangements durch die bravouröse Gitarrenarbeit der beiden eben erwähnten Gitarren-Könner bestimmt. Immer wieder setzen sie zu virtuosen, voller Spielwitz steckenden, aber immer auf den Punkt gebrachten, kochenden, mit herrlicher Southern-Würze garnierten Ausflügen und Lead-Attacken an. Das hat richtig Biß, doch sie können auf der anderen Seite auch vollkommen locker spielen, wie beispielsweise bei dem prächtigen, flockigen, mit toller Percussion unterlegten, dennoch würzigen Instrumental "F#U", bei dem sich die großen Allman Brothers gerne mal ein paar clevere Anregungen für kommende Jammings abholen dürfen. Was für Gitarrenläufe! Was für ein wunderbar lockeres, unbeschwertes Feeling! Aber steigen wir mal am Anfang dieses gut 63-minütigen Pracht-Werkes ein: Erdige Gitarrenlicks, funkige, tierische Grooves und Keyboard-Linien, dazu schwüle, glühende Lead Gitarren und toller Lead Gesang sind die Markenzeichen des genialen, einen markanten, unterschwelligen Druck erzeugenden, "heißen" Southern-/Groove-/Jam-Rockers "Outta line", dessen muikalische Nähe zu Gov't Mule oder Tishamingo sich mehr als sehen (hören) lassen kann. Da dürfen die Kollegen gerne schon mal voller Anerkennung zu Deadline Friday rüberschielen. Tolle Melodie, klasse Gesangsharmonien im Refrain! Das brodelnde, ja "fiebrige" Gitarrensoli im Verlauf des Songs steckt volle Swamp-Flair! Packend! Ein "Killer"-Auftakt! Und es geht so weiter: Auch das bärenstarke "Broken man" groovt, funkt, rockt und jammt, was das Zeug hält: Großartige Gitarrenlinien und -soli der beiden Meister fließen voller Transparenz ineinander und lassen ein tolles Southern-/Jam-Feeling entstehen. Anschließend, mit dem wunderbaren "I resign", fällt der Druck erstmal ab und es wird herrlich locker. Frische, klare Acoustic-Gitarren, glasklare, prägnante Jerry Garcia-like Steelguitar-Klänge (Gast: John McBride) und ein "luftiges" Southern California Retro-Countryrock-Feeling lassen Erinnerungen an die guten alten New Riders Of The Purple Tage wach werden, ehe mit "Get out" ein erneut von leicht funkigen Rhythmen eingeleiteter, harter, mit satten, kochenden, massiven Riffs und furiosen, fetten Gitarrenritten gespickter, brodelnder Southernrocker folgt, der mit seiner unwiderstehlichen Spielfreude, dem starken Gesang und dem von virtuoser Instrumentenbeherrschung aller Beteiligten geprägten Jam-Feeling, wie eine unnachahmliche, californische Ausgabe von Tishamingo oder Gov't Mule daherkommt. Saustark! So jagt ein weiterer Knüller den nächsten: Zum Beispiel das leicht psychedelisch angehauchte, von tollen Wah Wah-Gitarren begleitete "Spout", das völlig entspannte, ruhige, sonnige, leicht Country-infizierte, semi-akutische "Backyard moon" (glasklare, transparente, herrliche Gitarrenklänge, tolle Gesangsharmonien), der traumhafte, viel Allmans-Flair, aber auch ein feines Westcoast-Feeling versprühende Southern-Blues "St. Cecilia" (herrliche Gitarrenläufe, wieder schöner Harmoniegesang), oder das überragende, 7 1/2-minütige Titelstück "Days gone", ein exzellent zwischen sonnigem California-Jamrock, leichtem Countryrock-Touch, "verlorenem" Desert-Feeling und herrlichen Southern Rock-Tugenden hin und her pendelnder, ungemein locker dahinfließender, gleichzeitig aber sehr würziger, knackiger Rootsrocker mit einer großartigen Melodie und ausgedehnten, genauso flockigen wie glühenden, ungemein spielfreudigen Gitarrenausflügen! Eine Traum-Nummer! Stark im übrigen auch die kochende, riffige Coverversion des Rolling Stones-Klassiker "Loving cup", der sich prächtig in das Gesamtbild einfügt! "Days gone" ist, wir erwähnten es bereits zu Anfang, ein Meisterwerk geworden! Besser kann man Schlagworte wie "Spielfreude","Groove", "Southernrock", "Jamrock", "Westcoast-Flair", Frische, "Druck", "Lockerheit", "Songqualität" usw. musikalisch kaum miteinander verbinden. Nach diesem Album geht für die Genre-Fans an Deadline Friday jedenfalls kein Weg mehr vorbei! Phantastisch!
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