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Earle, Steve - jerusalem [2002]
Gar nicht lange ist es her, da beglückte uns Steve Earle mit seiner großartigen "Sidetracks"-Ansammlung, jetzt bereits folgt sein neues Studiowerk "Jerusalem". Und wie es nicht anders zu erwarten war: es ist klasse, und zwar richtig klasse! Ein Rootsrock/Alternate Country-Kracher, der, trotz aller Countryeinflüsse, wohl jedem klassisschen "Nashville Cowboy" das Fürchten lehren dürfte. Es wird ordentlich gerockt! In der Besetzung seiner letzten Tour fegt er mit den Dukes (Eric "Roscoe" Ambel an der Gitarre, Kelley Looney am Bass und Will Rigby am Schlagzeug) durch 11 begnadete neue Songs, wieder eine wahre Pracht an songschreiberischem Talent und großartigen Texten. Der Sound ist wunderbar dreckig! Prinzipiell macht er da weiter, wo er bei "Transcendental blues" (allerdings diesmal ohne jegliches Bluegrass-Fragment) aufgehört hat, doch andererseits tritt er niemals auf der Stelle, sondern bereichert die Songs, die auch bei "Jerusalem" natürlich ganz typisch nach Earle klingen, immer wieder durch überraschende, spannende Momente, die wirklich jedes Earle-Stück auf seine Art und Weise zu einem besonderen kleinen musikalischen Erlebnis werden lassen. Enthalten ist auch der in den USA so kontrovers diskutierte Song über den in Afghanistan verhafteten US-Taliban-Terroristen John Walker. Der saustarke Geradeaus-Rocker "Ashes to ashes" eröffnet das Album. Krachender Background der Dukes, "Roscoe's" dreckige Riffs, und eine herrliche rootsig bluesige Harp von Earle bestimmen das Gerippe dieses Tracks. Es folgt mit "Amerika v. 6.0" der nächste laute und direkte Rocker, dessen Riffs fast klingen, als würden die Stones "Get off of my cloud" intonieren. Sehr starker Track! Hochinteressant wird es bei "Conspiracy theory", zu dessen "dirty guitar riffs" sich sehr "moderne" Drums und ein fast lieblicher Damengesang einer gewissen Siobhan Maher-Kennedy im Refrain gesellen, immer wieder unterbrochen von Ansätzen derber Gitarren-Rückkopplungen. Dennoch hat der Song eine typische Earle-Melodie. Das sind diese erwähnten, so interessanten Überraschungen, wie auch bei dem "happy" Countryrocker "What's a simple man to do", dessen Text allerdings alles andere als happy ist. Musikalisch ein Party-Heuler in bestem NRBQ-Stil, gut losgehend mit eine abgefahrenen Orgel. "The truth" ist eine feine Roots-Ballade mit Banjo-Intro, "Shadowland" rockt in klassischem Earle-Stil, und bei der tollen Roots-/Alternate Country-Ballade hat Emmylou Harris den Part der Duett-Vokalistin übernommen. Das Finale bildet der Titelsong, der stark nach den Einflüssen seines Freundes Bruce Springsteen klingt, jedoch sehr "Americana"-like. Eine feine Melodie, tolle Gitarren und eine folkige Mundharmonika bestimmen diese Stück. Keine Frage, ein weiterer großer Wurf von Steve Earle & the Dukes!

Art-Nr.: 1115
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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