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Carroll, Jason Michael - waitin' in the country [2007]
Welch ein Pracht-Debut! Jason Michael Carroll setzt gleich mit seinem ersten Album im noch jungen Jahr ein musikalisches Ausrufezeichen in Nashville! Von Null auf Eins katapultiert er sich an die Spitze der Billboard Country Album-Charts (das schaffte zuletzt Billy Ray Cyrus mit seinem 1992iger-Werk "Some gave all") - und das vollkommen zu Recht! "Waitin' in the country" ist ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Countrymusic heute klingen sollte: Auf der einen Seite in den reinen Traditionen verankert und den Honky Tonks verwurzelt, auf der anderen Seite ausgestattet mit der jugendlichen Unbekümmertheit und Frische der den rockigeren Klängen nicht abgeneigten jungen Wilden Nashville's! Diesen Schnittpunkt trifft der Sohn eines Priesters aus North Carolina mit außergewöhnlicher Kompetenz! Dabei wirkt der Anblick des Coverfotos des imerhin bereits 28-jährigen jungen Mannes zunächst einmal doch etwas "trügerisch": Sehr brav, verklärt und "unschuldig" dreinschauend blickt uns ein mit langer, blonder Mähne ausgestatteter, smarter "Schönling" entgegen, der wie eine Kreuzung aus einem Model, einem Vorzeige- Frontmann einer von kreischenden Mädchen angehimmelten Boygroup, einem Künstler der amerikanischen "Contemporary Christian"-Szene und einem Unterwürfigen von Leuten wie Trace Adkins & Co wirkt, vermeintlich ausgestattet mit einer "zarten", engelshaften Stimme - doch was dann folgt, ist das totale Gegenteil, ja haut den geneigten Countryfan regelrecht aus den Cowboystiefeln! Was für ein großartiger Sänger mit einer wirklich phantastischen, meisterhaften, sehr sehr tiefen Baritone Country-Stimme, die einen von der ersten Sekunde an fasziniert und einen gewaltigen Eindruck hinterlässt! Einfach toll! Ob Kollegen wie Josh Turner, Darryl Worley, Brad Paisley, Tracy Lawrence, Jake Owen, Jason Aldean, Trace Adkins, Toby Keith - wie immer sie auch heißen mögen, Jason Michael Carroll geht ans Werk, als wolle er alle darauf einschwören: "Hey Jungs, mit mir müßt ihr rechnen" - und liebe Countryfans, wir müssen, das ist sicher! Knackige, satte E-Gitarren, Fiddles, Steelguitars, Honky Tonk-Piano, Mandolins und Banjos begleiten eine ausgewogene, erstklassige Ansammlung riffiger, herzhafter Countryrocker, herrlicher, purer Traditionals, prächtiger Outlaw-Countrysongs, rowdy Honky Tonker und der ein oder anderen gefühlvollen Ballade! Unter den Musikern finden wir Nashville's absolute Elite, wie beispielsweise Michael Rhodes (Bass), Greg Morrow (Drums), J.T.Corenflos (Electric Guitar), John Hobbs (Keyboards), Dan Dugmore (Steel), Larry Franklin (Fiddle) usw.! Carroll ist zudem ein ausgezeichneter Songwriter, der immerhin fünf Tracks mitkomponierte (die erste, sehr erfolgreiche Single "Alyssa lies" stammt sogar aus seiner alleinigen Feder), ansonsten aber auf arrivierte Songwriter wie Craig Wiseman, Rivers Rutherford, Jeffrey Steele, Casey Beathard und andere vertraut. Besonders erwähnenswert ist die traumhaft schöne, voller Westernflair steckende, von toller Mandoline, klasse Steelguitar und saftigen E-Gitarren begleitete, herrlich ins Ohr gehende Midtempo Countryrock-/pop-Nummer "No good in goodbye", die er nicht nur zusammen mit der wunderbaren Neo Folk-/Americana-/Pop-Ikone Jewel (Kilcher) geschrieben hat, sondern die er auch zusammen mit ihr im Duett vorträgt. Jason Michael und Jewel singen einfach großartig zusammen! Weitere Highlights sind der knackige, angerockte, sehr traditionell verwurzelte, von tollen Fiddle-Banjo- und E-Gitarren-Klängen geprägte Country-Stomper "Waitin' in the country", der schwungvolle, ordentlich Drive entwickelnde, mit schöner Baritone-Guitar und klasse Fiddle instrumentierte Country-Feger "I can sleep when I'm dead", die wunderbar melodische, aber vom Text her sehr nachdenkliche Ballade über die Problematik eines mißhandelten Kindes und des gleichzeitigen Wegschauens der Umwelt, "Alyssa lies", die kraftvolle, wieder von einer tollen Melodie durchzogene und mit feinem Fiddle-/Gitarren-Zusammenspiel aufwartende New Country-Ballade "Livin' our love song", der knackige, gut tanzbare "Blue Collar" Countryrocker "Anywhere USA", der von satten E-Gitarren-Riffs geprägte, roughe Outlaw-Honky Tonker "Honky Tonk friends", usw.! Die Scheibe ist einfach durchweg ein "Hit"! Produziert hat das Album übrigens Don Gehman, in erster Linie bekannt für seine Arbeiten mit solchen Acts wie Hootie & The Blowfish (deren Mega-Hit "Cracked rear view" entstand unter seiner "Regie") oder John Mellencamp! Toller New Country mit wohl ausbalancierten Anteilen aus knackigen "Arena Rock-Riffs" und ausgeprägtem "New traditional swagger" - immer "real country"! Es scheint, als sei die Zeit reif für außergewöhnliche "country vocalists with deep rich voices". Die Zeit ist reif für Jason Michael Carroll! Der Mann hat eine große Zukunft!

Art-Nr.: 4680
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Crowell, Rodney - fate's right hand [2003]
Ein neues Album von Rodney Crowell - da ist sowohl die Spannung, als auch die Erwartungshaltung der Genre-Fans recht hoch. Klar, denn der Name Crowell bürgte bislang immer für Qualität. Und es gibt keinen Zweifel: das bleibt weiterhin so, denn auch "Fate's right hand" erfüllt die Erwartungen zur vollsten Zufreidenheit. Er zählt zu den besten Songwritern des Country im weitesten Sinne, was er hier mit den 11 neuen Songs einmal mehr auf eindrucksvollste Weise bestätigt. Irgendwie erscheint einem das Album wie eine Art Fortsetzung von "Houston kid" aus dem Jahre 2001, wobei die Musik nun noch rootsiger klingt, als jemals zuvor. Beschäftigte er sich vor 2 Jahren in autobiographischer Wewise noch mit der Vergangenheit, so bestimmt bei "Fate's right hand" weitestgehend die Gegenwart, das "Hier und Jetzt" mit all seinen "Midlife-Problems" die Thematik. Ja, und in was für tolle Songs er das wieder verpackt hat! Resultat: ein meisterhaftes, sehr staubig und trocken in Szene gesetztes, vielseitiges Roots-/ Alternate Country- /Countryrock- /Americana-Werk, mit viel Texas-Flair und einer Unmenge von herausragenden musikalischen Gästen, die dem Ganzen noch den endgültigen "Kick" geben. Dabei sind unter anderem: Jerry Douglas (Dobro), Michael Rhodes (Bass), Pat Buchanan, John Jorgenson, Steuart Smith, Will Kimbrough, Richard Bennett (alle Gitarre), Bela Fleck (Banjo), Greg Morrow, Paul Leim, Vince Santoro (alle Drums), John Cowan, Russell Smith, Carl Jackson, Kim Richey, Gillian Welch & David Rawlings (alle Background Gesang) usw...! Crowell variiert wunderbar zwischen knackig, tockenen Rockern und semi-akustisch instrumentierten, countrylastigen, Singer-Songwriter-mäßigen Geschichten, bei denen immer wieder Erinnerungen an Leute wie Townes van Zandt oder Guy Clark aufkommen, ohne das er dabei seine typischen Stil-Nuancen vernachlässigt. Das Album startet mit einer prachtvollen Neueinspielung von "Still learning how to fly", das er im Jahre 1997 schon einmal mit dem kurzlebigen Band-Projekt "The Cicadas" aufgenommen hatte. Eine fantastische Midtempo-Countryrock-Nummer mit einer herrlichen Melodie, knackig und durchaus schwungvoll in Szene gesetzt, bereichert von Jerry Douglas' exquisitem Dobro-Spiel. Es folgen der tolle Uptempo Roots-/Countryrocker "Fate's right hand" mit deftiger, trocken rotziger E-Gitarre im Break, das flotte, aber cool wirkende, von Bela Fleck's Banjo angetriebene "Earthbound" und die etwas nachdenklich wirkende Texas Singer/Songwriter-Nummer "Time to go inward", die in ihrer herrlichen, semi-akustischen Instrumentierung wunderbar zwischen in sich gehenden Erzählungen und einer großartigen, lockeren Melodie hin und her schwankt. Klasse auch die abgehenden Countryrocker "The man in me" oder "Preachin' to the choir", wie auch das traumhafte "Ridin' out the storm", wieder in einer großartigen, semi-akustischen Instrumentierung. Die Nummer hat einen gewissen Outlaw-Country-Touch, besticht mit einer wunderbaren Melodie, ist eingebettet in einen großartigen Rhythmus aus trockener, relaxter Percussion, in deren entspannte Lockerheit sich in der Mitte des Stückes dann eine schöne rootsige, dezent dreckige E-Gitarre ihren Weg bahnt. Dazu herrlicher, fast lieblich wirkender Background-Gesang von Kim Richey, Randall Waller und Vince Santoro. Über 50 Minuten feinster Alternate Country/ Countryrock/ Americana, mit einem einmal mehr voll überzeugenden Rodney Crowell. Wie gesagt, er bürgt für Qualität. Dabei bleibt's! Kommt in einer schönen Digipack-Verpackung!

Art-Nr.: 1989
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Drivin' N' Cryin' - great american bubble factory [2009]
Powerful, Southern-fueled American Rock'n Roll mit einer höllischen Gitarrenmacht! Was für ein "Hammer"-Comeback! Atlanta's Drivin' N' Cryin' um ihren charismatischen Frontmann Kevn Kinney ("you can take Kinney out of the South, but you can’t take the South out of Kinney", sagte unlängst ein amerikanischer Journalist über ihn - und er hat absolut recht) sind nach über 10 Jahren zurück mit einem neuen Album, und wie! Stärker als je zuvor, voller Frische und schier hemmungslosem, neuem Elan gehen sie ans Werk und präsentieren auf "Whatever happened to the great American bubble factory" einen "Killer"-Song nach dem nächsten. In Quartett-Besetzung (neben Kinney - Gesang und Gitarren, sind noch sein alter Weggefährte aus der Gründungszeit Tim Nielsen -Bass, Mandoline und Background Gesang, sowie der großartige zweite Gitarrist Mac Carter und Drummer Dave Johnson mit an Bord, unterstützt von Gästen wie dem im Süden sehr bekannten Keyboarder Joey Huffman und ein paar anderen) spielen sie in ihrer typischen Art auf, als hätten sie den Moment ihres neuerlichen Outputs herbeigesehnt wie nicht anderes in ihrem Leben. Es "platzt" regelrecht aus ihnen heraus, dieses fantastische Songmaterial - voller Seele, voller Spirit, voller Inspiration! Spuren von Gov't Mule und The Black Crowes sind wahrnehmbar, genauseo wie von Lynyrd Slynyrd, The Allman Brothers Band, den Rolling Stones, Big Head Todd And The Monsters, Widespread Panic, Big Star, Neil Young's Crazy Horse und den Drive-By Truckers. All das sind Kollegen, zu denen Drivin' N' Cryin' eine deutliche Seelenverwandschaft verbindet, doch sie fühlen sich, nach dem Bekunden Kinney's, darüber hinaus beeinflusst von solch unterschiedlichen Grössen wie R.E.M., Bob Dylan, den Ramones und Thin Lizzy - und das hört man auch. Doch im Herzen sind Drivin' N' Cryin', wie die Musik klar verdeutlicht, nichts weiter als eine richtige, bärenstarke, straighte "vintage Southern Rock Band"! Überwiegend geht es hier voller Power, druckvoll, fett und rau zu Werke, wenngleich mit einer wunderbaren Melodik, aber man ist mit der ein oder anderen Nummer zwischendurch auch mal in der Lage geschickt die Grenzen zu lockeren, flockigen Rootsrock-/Americana-Gefilden (war ja in den vergangenen Jahren das Zuhause von Kevn Kinney's Solo-Projekten) zu überschreiten, um anschliessend wieder mit voller Southern Rock-Wucht zurückzuschlagen. Was für grandioses, voller Strukturen, voller Melodik, und doch voller natürlicher, zwangloser Unbekümmertheit und Ursprünglichkeit steckendes Songmaterial. Viel Dreck, viel raue Retro-/Roots-Würze, viel direkte Kraft, umgesetzt mit unbändiger, spürbarer Spielfreude und brillanter, handwerklicher Kompetenz. Die beiden großartigen Gitarristen, also Kinney und Mac Carter, harmonieren prächtig miteinander. Mächtige Riffs, rauchende Duelle, famose, inbrünstige Twin-Licks und brennende Soli voller Explosivität sind das Ergebnis. Packend! Ein paar erdige, würzige, noch recht zurückhaltende Gitarrenlicks als Intro, der unverwechselbare Kevn Kinney mit seiner wunderbaren, kraftvollen, etwas nasalen "Knarz"-Stimme setzt ein, gefolgt von donnernden, straighten, hammerstarken, voll im Saft stehenden Riffs in fulminantem Drive - mit dem famosen "Detroit city" beginnt Drivin' N' Cryin's furioser Southern rockin' and rollin' Trip, der die Zuhörer für die nächsten, knapp 53 Minuten voll in Atem halten wird. Glühende, wuchtige Twin-Leads, ein drückendes, dreckiges Vollgas E-Gitarren-Solo - die Burschen rocken los wie eine Mischung aus AC/DC, The Black Crowes, Thin Lizzy und Lynyrd Skynyrd. Der Song ist eine tierische Hommage an die legendäre Detroit Musikszene um MC 5 oder The Stooges, allerdings tief verwurzelt in den Southern Rock-Wurzeln Kinney's und seiner Kumpels. Geil! Weiter geht's mit dem grandiosen Titelsong "(Whatever happened to the) Great American bubble factory", einem geradeaus abgehenden und mächtig nach vorn getriebenen (der Drummer macht richtig Tempo), mit heissen Bläsersätzen (passen wunderbar) forcierten Rocker, der sich ohne Umwege tief in unsere Gehörgänge schraubt. Tolle Melodie, kerniger Drive! Ein beeindruckendes Dokument für die Klasse und Variabilität der Band, die zu keiner Sekunde des Albums nachlässt. Hat das Feuer! Ein Sturm von fetten, massive Twin-Gitarren eröffnen die anschliessende, von einer tollen Melodie durchzogene, famose Souther Rock-Ballade "I see Georgia", ein grandioses Tribut an den Heimatstaat der Band. Viele Allmans- und Skynyrd-Einflüsse sind spürbar, vermischt mit einem gewissen Jam-Flair. Wechselt voller Spannung zwischen relativ entspannten Strophen-Phasen und eine immense Power freisetztenden, instrumentellen Abschnitten, in denen die pure Southern-Glut zum Vorschein kommt - baumstarkes, dreckiges Gitarrensolo inklusive. Etwas zurückhaltender, aber immer noch kernig und würzig, geht's bei dem fantastischen, Southern-inspired Midwestern-/Rootsrocker "Midwestern Blues" zu, umgeben von einem klasse Gitarrenmantel und hintergründiger Orgel-Untermalung. Hat etwas von Uncle Tupelo und Big Head Todd! Wieder eine klasse Melodie! Doch anschliessend wird's wieder härter, bluesiger und druckvoller. Mit einem traumhaften Groove unterlegt, intoniert man den packenden Southern Rocker "Let me down", der einerseits voller kantiger und rauer Gov't Mule-Anlagen steckt, andererseits aber wieder mit einem klasse ins Ohr gehenden Refrain besticht. Großartiges Arrangement aus massive E-Gitarren (fettes, fleischiges Solo), angereichert mit feinen Orgel-Ergänzungen. So geht das bis zum Ende weiter. Eine schwache Nummer sucht man vergebens. Die Band spielt wie aus einem Guss durch! Ob der fette, deutlich von Thin Lizzy beeinflusste, straighte Gitarrenrocker "I stand tall", die zwischendrin eingestreute, herrlich lockere, semi-akustische Alternate Country-/Americana-Nummer "Don't you know that I know that you know" (feine Mandoline und Acoustic Gitarre trifft auf dezente E-Gitarre - erinnert an Arbeiten von Jam Bands wie Leftover Salmon oder The String Cheese Incident, ebenso wie an The Jayhawks), der fast schon punkige, harte, schnelle Riff-Kracher "Get around kid", das voll abgehende, von monströsen, raffinierten Riffs angetriebene, fulminante "Trainwreck", mit seinen Bezügen zu Led Zeppelin und einer "Volles Rohr"-Ausgabe der The Black Crowes, oder die finale, traumhaft schöne Americana-Nummer "This town" mit ihren halligen Gitarren und dem trockenen Banjo - Drivin' N' Cryin' stehen voll im Saft ihres zweiten Frühlings! Welch ein Esprit, welch ein Feuer steckt (weider) in dieser Truppe! Keine Frage, die "große amerikanische Seifenblasenfabrik" von "Drivin' N' Cryin' wird in so mancher Endabrechnung zum "Album des Jahres 2009" ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Noch einmal: Das ist ein "Hammer"-Comeback!

Das komplette Tracklisting:

1 Detroit City - 4:34   
2 (Whatever Happened to The) Great American Bubble Factory? - 3:33   
3 I See Georgia - 6:02   
4 Midwestern Blues - 4:19   
5 Let Me Down - 4:39   
6 I Stand Tall - 4:21   
7 Don't You Know That I Know That You Know? - 4:01   
8 Get Around Kid - 2:03   
9 Preapproved, Predenied - 4:51   
10 The Hardest Part - 4:49   
11 Trainwreck - 4:08   
12 This Town - 5:19

Art-Nr.: 6568
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Detroit city
(Whatever happened to the) Great American bubble factory
I see Georgia
Midwestern Blues
Let me down
Trainwreck
This town

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Fowler, Damon - sugar shack [2009]
Die amerikanischen Gitarrenmagazine, vor allem aber auch die Musikpresse in und um Florida feiert Damon Fowler breits als einen ganz Großen seiner Zunft. "Best Guitarist, Best Lap-Steel player, Best Slide player" sind nur einige der "Titel", mit denen der hoch talentierte Bursche nur so überhäuft wird. Völlig zu Recht, denn Fowler ist in der Tat ein "Zauberer" an der Gitarre - und ein klasse Sänger und Songwriter! Sein neues Album "Sugar shack" ist nicht mehr und nicht weniger als ein kleines Meisterwerk! Unterm Strich ist Damon Fowler sicher dem Blues-Circuit zuzurechnen, doch das Werk ist gleichzeitig ein wahres Fest für die Roots-, Americana-, Jam,- Swamp Rock- und Southern Rock-Fraktion, vor allem aber auch für die Gitarren-Liebhaber. Geboren und aufgewachsen in Brandon/Florida, nahe der Metropole Tampa, entdeckte Damon im Alter von 12 Jahren seine Liebe zur Gitarre. Nachdem man ihm ein paar Akkorde beigebracht hatte, stellte sich schnell heraus, dass der Junge ein regelrechtes Naturtalent ist, der sich in Windeseile alle nur erdenklichen Facetten des Gitarrespielens aneignete. Ein vollkommen natürlicher Prozess! Seit etwa 2004 nun tourt Fowler unentwegt durch die Lande und hat schon mit, bzw. für das "Who is who" der Szene zusammengespielt oder Shows eröffnet, wie beispielsweise B.B. King, Buddy Guy, Coco Montoya, Derek Trucks Band, Gregg Allman, Joe Bonamassa, Little Feat, the Radiators, Tinsley Ellis, Junior Brown, Johnny Winter, Molly Hatchet, Tab Benoit, um nur einige zu nennen. Seine Herkunft kann Fowler zu keiner Zeit leugnen, denn seine Musik ist "pure southern". Der Sound ist tief verwurzelt in den Sümpfen der Everglades. Mit seinen beiden kongenialen Partnern Chuck Riley am Bass und Scott Key an den Drums, gelingt ihm eine magische Mischung aus "swampy infectious grooves", staubigem Rootsrock, einem unterschwelligen "soulful hillbilly twang", erdigem "footstompin'" Blues,, rotsigen Americana-/Country-Einflüssen und einer gesunden Portion abgehendem Southern Rock'n Roll. Wie ein unwiderstehliches Gebräu aus Zutaten von The Band, den North Mississippi Allstars, Ry Cooder, John Hiatt, Dan Baird und den Georgia Satellites, Merle Haggard, Buddy Guy, The Allman Brothers Band, Delta Moon; Steve Earle und Little Feat! Fowler verfügt über eine klasse, einerseits irgedwie relaxt wirkende, andererseits sehr kraftvolle, durchaus von Staub gegerbte, leicht angeraute, von viel Natürlichkeit und Seele geprägte Stimme. Apropos Seele: Die steckt auch in seinem phänomenalen Gitarrenspiel, ebenso wie Feuer, Würze, grenzenlose Variabilität und Virtuosität, eben absolute künstlerische Klasse! Ob eingängige "catchy hooks", mitreißendes Acoustic Fingerpicking, glühende, tief aus den Sümpfen Florida's entsprungene Slide-Exkursionen, flammende, dreckige, kraftvolle Lead Gitarren-Ausflüge oder furioses Telecaster-Spiel - Fowler behersscht das alles, als wäre es nichts! Alles wirkt natürlich, zwanglos, kraftvoll, aber niemals zu "dramatisch". Ein amerikanischer Rezensent verweist auf ein gewisses "Skunk Baxter meets Duane Allman"-Feeling, was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Ein paar Songbeispiele: Nach dem schönen, bluesig swingenden, akustisch gehaltenen, "finger-snippin'" Opener "Some fun" (das "Ding" ist wirklich "pure fun", mit tollem Acoustic Gitarrenspiel des Meisters), folgt gleich mit "VFW" ein herrlicher, schwungvoller, prächtig in die Beine gehender Blues-based Roots-/Southern Rock'n Roller, der einem Dan Baird und den Georgia Satellites zu allen Ehren gereicht. Allerdings erleben wir hier deutlich mehr Roots- und Swamp-Flair, dazu einen klasse Country-/Roadhouse-Touch. Fowler's fulminantes Gitarrensolo löst unmittelbar tiefste Bewunderung aus. Irre stark! Welch einen wundervollen Groove erleben wir bei der fantastischen Blues-/Roots-/Southern-/Swamp-Ballade "I hope it's gonna rain"! Schwül, drückend, tief in den "Southern-Backwoods" verwurzelt, sehr kraftvoll, dennoch locker und mit einer prächtigen Melodie ausgestattet. Löst eine ungeheure Anziehungskraft auf den Zuhörer aus. Fowler begleitet diese Nummer mit intelligenten, geschickten, eingängigen Riffs, die den unwiderstehlichen Groove bestens unterstützen. Schließlich setzt er im Break zu einem, seine ganze Klasse offenbarenden E-Gitarrensolo an, das die etablierte Saitenzunft schon mal zu einer unterwürfigen Verneigung anhalten dürfte. Der Kerl ist ein echter Könner! Bei "Lonely Blues" wird dann erstmals die Slide ausgepackt. Und wie! Glühende, swampige Läufe von vorn bis hinten, dazu tierische Riffs. Ein großartiger, kochender Swamp-/Blues-/Southern Rocker! Eine weitere, viel Southern Rock-Esprit versprühende, rootsige Ballade steht mit dem grandiosen "James" auf dem Programm. Tolle Melodie, ein klasse Rhythmus, viel "Soul", und ein zündendes, messerscharfes Lap-Steel Solo bestimmen das Geschehen! "Sugar Lee" ist ein powernder, kochender, uriger Hill Country-Blues mit jeder Menge Reminiszensen an die North Mississippi Allstars. Toller Gesang, viel Drive, ein raues Ambiente und furioses, dreckiges Slide-Spiel, inklusive eines bärigen Bottleneck-Ritts sorgen für ordentlich Dampf. Dann noch das Titelstück "Sugar shack": Ein staubtrockener, wunderbar groovender, sehr ursprünglich und "rural" gehaltener Midtempo Roots-/Southern-Blues! Fowler besticht mit gefühlvollem Gesang und vor Spielfreude nur so strotzender Gitarrenarbeit, inklusive eines flammenden Lap Steel-/Bottleneck-Ausflugs. Purer Slide-Zauber! Neben seinen eigenen Stücken nimmt sich Fowler aber auch dreier Coverversionen an. Und auch die haben es wahrlich in sich! Wow, bringt der Bursche neues Leben in diese Nummern. Zum einen legt er seinen "southern spin" in eine prächtig rockende Fassung des Merle Haggard Country-Klassikers "Tonight the bottle let me down" (halsbrecherisches Gitarrensolo der Marke Dan Baird meets Albert Lee), fegt durch Billy Joe Shaver's "I'm just an old chunk of coal" und nimmt sich schließlich auch noch Russel Smith's (The Amazaing Rhythm Aces) unvergesslichen Hit "Third rate romance" vor, aus dem er einen herrlichen Roots-/Blues-/Country-Rocker zaubert, mit viel Slide-Arbeit, die nicht selten an Ry Cooder erinnert. Produzent Scott Cable hat das Album sehr trocken, ein wenig angeraut, aber ungemein filigran und fein akzuentiert in Szene gesetzt, Vermittelt einen sauberen, viel Atmosphäre versprühenden, sehr nätürlichen Live-Sound. Samstag abends, in einer urigen, abseits in den "Florida-Backwoods" gelegenen Bar - auf der Bühne eine "groovy little band from down south", Damon Fowler und seine Kumpels - und Du direkt davor! So in etwa muß man sich das vorstellen! Einfach wunderbar! CD rein, zuhören, geniessen....

Das komplette Tracklisting:

1 Some Fun - 2:26   
2 VFW - 3:20   
3 I Hope It's Gonna Rain - 4:43   
4 Lonely Blues - 4:29   
5 James - 4:47   
6 Sugar Lee - 4:31   
7 Sugar Shack - 4:36   
8 Tonight the Bottle Let Me Down - 3:41   
9 Third Rate Romance - 5:01   
10 Wrong Side of the Road - 3:41   
11 Don't Know Why I Love You - 4:58   
12 I'm Just an Old Chunk of Coal - 2:58

Art-Nr.: 6197
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
VFW
I hope it's gonna rain
Lonely Blues
James
Sugar Lee
Sugar shack
Third rate romance

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Hoge, Will - draw the curtains [2007]
Will Hoge, ein guter Freund vom alten Georgia Satellites-Haudegen Dan Baird, und, was noch viel wichtiger ist und von Album zu Album immer deutlicher wird, ein wahrhaft begnadeter Singer/Songwriter aus Nashville/Tennessee, legt mit seinem neuen Werk "Draw the curtains" ohne jeden Zweifel sein bisheriges Meisterstück vor! Weitestgehend abgewandt vom dampfenden "straighforward American Rock'n Roll" (auch das hat er ja bestens drauf) des Vorgängers, beglückt uns Hoge dieses Mal mit einer geradezu hingebungsvollen, ungemein inspirierten, einfach nur schönen, jede Menge Retrofeeling versprühenden Roots-/Rootsrock-/Americana-Performance, die zu dem absolut besten des Genres zählt, was uns dieses Jahr bislang zu Ohren gekommen ist. Natürlich gibt's auch hier wieder ein paar dynamische, gut abgehende Rocker, doch das überwiegende Material bewegt sich im mittleren Tempobereich. Viel Blues-, viel Alternate Country-, und viel Southern-Flair zieht sich durch sämtliche Songs, die einen Hoge zeigen, der vielseitiger nie war. Die Spannbreite geht von den Anlagen eines Neil Young bis zu The Black Crowes, wie auch von einem Gram Parsons zu Ryan Adams oder von The Band zu Kevn Kinney! Erneut erstklassig produziert von ex-Wilco's Ken Coomer, der auch bei fast allen Stücken die Drums bedient, erstrahlt das durchweg außergewöhnlich starke Songmaterial (stammt komplett aus Hoge's Feder) in sehr transparent und sauber aufeinander abgestimmten, abwechslungsreichen Arrangements, wunderbaren Melodien und einem prächtigen, klaren Sound. Dennoch herrscht eine herrlich rootsige, raue, ungeschliffene, völlig zwanglose Atmosphäre vor! Will Hoge ist ein seeliger Sänger! Das "Jambase"-Fanzine (auch in Jamkreisen, vor allem wegen ihrer grandiosen Live-Shows, geniessen Hoge und seine Band einen immensen Ruf) schreibt dazu: "He sings with grit, raw emotion, intensity and 'heart-on-his-sleeve' passion"! Wunderbar ausgedrückt, denn in der Tat ist seine Stimme einerseits geprägt von einer gewissen Gebrechlichkeit und Sensibilität, andererseits von natürlicher Ruppigkeit, von Staub und "Grit", von einem völlig "ausgebrannt" wirkenden und Whiskey-resistenten, heiseren Timbre - wenn es sein muß, kraftvoll und Energie geladen aus sich rausgehend, oder, wenn es die Situation erforderd, äußerst fragil erzählend. Es wird in jedem Song deutlich, wieviel Intensität und Emotion er investiert. Genauso, wie zu jeder Sekunde spürbar ist, wo Hoge's "Live-Herz" und seine Seele wirklich zu Hause sind, nämlich in den kleinen, verräucherten, intimen "Clubs" und "Wasserlöchern" der Szene, nicht etwa in den "glamourösen" Rock-Arenas! Nein, Hoge lebt den Rock'n Roller, den "Road-junkie", den Storyteller "to the bone" So etwas ist pure Authentizität! Das Album startet, durchaus ungewöhnlich, nicht mit einem fetzigen Uptempo-Rocker, sondern mit einer von sphärischen Violinen und weichen, bluesigen Piano-Klängen umgebenen Ballade ("When I can afford to lose"), der Hoge mit seinem "wehleidigen" und intensiven Gesang eine erstaunliche "Dramatik" verleiht. Toll hier die rootsige, raue, aber sehr dezent eingesetzte E-Gitarre und das großartige Mundharmonikaspiel Hoge's, was das Spannungsfeld zusätzlich erhöht. Erinnert in etwa an eine Mischung aus frühem Neil Young und gegenwärtigen Counting Crows! Klasse! Ach ja, erwähnten wir doch eben noch den als Opener erwarteten Uptempo-Rocker... - der kommt nun mit Stück 2! Und was ist dieses "These were the days" für eine Pracht-Nummer: Schwungvoll, knackig, vollgepackt mit einem unterschwelligen Late-Sixties Retro-Flair (vor allem die legendären Byrds kommen einem aufgrund des wunderschönen 12 String E-Gitarren-Arrangements in den Sinn, verantwortlich dafür im übrigen Nashville's Gitarren-As Pat Buchanan), eine ungeheure Frische ausstrahlend und mit einer Melodie ausgestattet, die sich unwiderstehlich ihren Weg in unsere Gehörgänge bahnt. Ein Country-infizierter, würziger Rootsrocker par excellénce! Mittlwerweile ordentlich auf Touren gekommen, packt Will Hoge nun endgültig seine ganz "große Kiste" aus und schüttelt eine Songperle nach der nächsten aus dem Ärmel seines offenbar riesigen, auf ein beachtliches Kreativitäts-Potenzial zurückgreifenden Song-Fundus'. Das wundervolle "Dirty little war" steht auf dem Programm - pure Americana-Magie! Ein herrlicher, entspannter, dennoch durchaus kerniger, lockerer, leicht southern-swampig angehauchter (großartige Slide-Gitarre) Midtempo Roots-/Countryrocker in einem exzellenten Gitarren-/Slide-/Akkordeon-Gewand. Und es geht auf diesem hohen Niveau weiter: Wie eine Mischung aus Neil Young und The Black Crowes, durchzogen von einer gepflegten Roots-/Southern-/Blues-Brise, schlängelt sich das spürbar inspirierte "Silver and gold" aus den Lautsprechern. Phantastische E-Gitarren-Arbeit von Adam Fluhrer, Hoge's etatmäßigem Tour-Gitarristen, immer wieder angereichert mit schönen Orgel-und Piano-Klängen! Anschließend lässt Hoge mal wieder ordentlich Dampf ab: Voller Drive geht's mit dem brodelnden "Sex, lies and money" tief in den Süden. Feurige, glühende Slides und ein kernig bluesiger, dynamischer Boogie-Rhythmus rühren in den Sümpfen der Deltas. Da lassen gar The Radiators und Sonny Landreth grüßen! Nach der sehr ruhigen Acoustic-Nummer "I'm sorry now" folgt mit "Midnight parade" ein traumhaft schöner, locker flockiger, flotter, viel Southern-- und Alternate Country-Esprit versprühender Roots-/Americana-Rocker, der runter geht wie Öl! Tolle Melodie, umgeben von wundervollen Slidegitarren-Linien (erneut Pat Buchanan) und einer "schrägen" Fiddle. Es folgen zwei weitere klasse Songs, bis das Album zum Abschluß noch einmal mit einem absoluten Knüller aufwartet. "The highway's home" ist so etwas von einer Vorzeige-Americana-/Countryrock-Ballade, das sich einem vor Freude die Nackenhaare hochstellen. Irgendwo zwischen Gram Parsons, Neil Young und Ryan Adams pendelnd, sorgt Hoge für pure Gänsehaut, begleitet von einer hinreißenden, glasklaren, "lonesome" Pedal Steel und feinsten Piano- und Gitarrenklängen! Wir sind begeistert! Meisterhafte Rootsrock-/Alternate Country-/Americana-/Americana-Rock-Musik von Will Hoge, der sich hier in einer Vielseitigkeit und Qualität präsentiert, die in schnurstracks in die allererste Liga der ganz großen Performer dieses Genres katapultiert! Vorhang auf für Will Hoge...

Art-Nr.: 5311
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
These were the days
Dirty little war
Silver or gold
Sex, lies and money
Midnight parade
The highway's home

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Hoge, Will - the wreckage [2009]
Baumstarkes, neues Album von Will Hoge! Roots-/Heartland-/Americana-Rock "with a southern croon" vom Allerfeinsten! Der in Nashville lebende, amerikanische Songwriter hatte ja bereits mit dem Vorgängerwerk "Draw The Curtains", wie auch mit seinen übrigen Veröffentlichungen schon ganz exzellente Kost serviert und ist von uns und den Kritikerscharen zurecht mit Lobeshymnen überschüttet worden. Also beste Vorraussetzungen, um sich mit einem weiteren Silberling in der ganz oberen Riege seiner amerikanischen Kollegen zu etablieren. Doch leider sollte zunächst ein persönlicher Schicksalsschlag Hoge übel mitspielen. Während der Aufnahmen zu seinem neuen Album fuhr Hoge nach getaner Arbeit abends mit seinem Roller nach Hause und wurde von einem Van, der seine Bahn kreuzte, "volle Kanne" erfasst. Schwer blutend, mit mehreren Knochenbrüchen und zeitweise erblindet musste sich Hoge einem mehrmonatigem Krankenhausaufenthalt unterziehen. Die Rehamaßnahmen dauern bis zum heutigen Tage an. Damit hatte es sich mit "The Wreckage" (der Titel entstand in Anlehnung an seinen Unfall) erst einmal erledigt. Die Arbeiten waren zu diesem Zeitpunkt gerade zur Hälfte abgeschlossen. Dieses Ereignes bescherte Hoge, laut eigener Aussage, eine vllkommen veränderte Lebenseinstellung. Es setzte ein regelrechter Lernprozess ein. Für ihn, der eigentlich in achtzehn Jahren keinen Tag ohne Musik verbracht hatte, lag jetzt der Fokus komplett auf der persönlichen Genesung und dem Wohlbefinden seiner Familie. Acht Monate nach dem Unfall jedoch ging es dann, mental gestärkt, endlich zurück ins Studio, um das begonnene Werk zu vollenden. Und es ist ein absoluter Knaller geworden. Im Vergleich zum erfolgreichen Vorgänger wurde zwar personell nur marginal geändert (Ken Croomer und Charlie Brosco, die auch das kürzlich erschienene, klasse Album der Southern Rocker SwamDaWamp produzierten, sassen erneut an den Reglern; die meisten Musiker, wie u.a. Pat Buchanan, Ban Baird, Ken Croomer, Tim Marks, sind abermals mit von der Partie), das Ergebnis aber gestaltet sich noch einen Tick stärker als zuletzt und dank Hoge's, aus besagten Gründen sehr emotionaler Hingabe, um ein Vielfaches intensiver. Das ist schon eine Pracht-Leistung, die er hier abliefert. Tolles Songmaterial, mit saftigen, Gitarren-orientierten Arrangements, zumeist voller Kraft und mit gutem Drive, unterbrochen von der ein oder anderen Ballade, alles ungemein melodisch. Das Album startet mit dem flockig, aber knackig instrumentierten "Hard To Love", ein Stück in bester Bob Seger-Tradition im gehobenen Midtempo, mit einer klasse Pianountermalung, toller Melodieführung und einem starken Bariton-E-Gitarren-Solo. Weiter geht es in deftiger John Mellencamp-Manier mit dem schroffen, geradlinigen, einen tollen Drive aufbauenden, gnadenlos starken Roots-Rocker "Long Gone" (fettes Drumming, kreischiges E-Gitarren-Solo), der einmal mehr die ungeheure Vielseitigkeit Hoge's beweist. Hier geht's richtig zur Sache! Im Titelsong "The Wreckage" entladen sich dann alle erlebten Geschehnisse auf beeindruckende Weise, ohne dabei textlich auf das Vorgefallene einzugehen. Selten hat man Hoge so intensiv, introvertiert, emotional und doch voller kühler Melancholie singen gehört (ein wenig an Radney Foster und Kevn Kinney erinnernd), wie bei diesem Track. Eine dumpfe Akustikgitarre, ein dezentes Piano und eine kalt hallende Steelgitarre erzeugen eine ganz besondere, regelrecht mitfühlende Atmosphäre. Das ist große und bewegend performte Musik. Mit "Favorite Waste Of Time", "Even If It Brakes Your Heart" (mit dezentem Petty'schen "Into The Great Wide Open"-Flair) und "Highway Wings" bewegt sich Will in luftig instrumentierten, genauso knackigen, wie melodischen, rootsigen Mellencamp-/Chris Knight-Gefilden. Das atmosphärische "What Could I Do" steckt wieder voller eigenwilliger Melancholie, die von Jen Gunderman beigesteuerten Mellotron-Töne erzeugen Gänsehaut. Zusammen mit der bezaubernden Ashley Monroe (singt im Stile einer jungen Dolly Parton) präsentiert Hoge im Duett bei der wundervollen Ballade "Goodnight / Goodbye" entspannte, sehr melodische, großartige (Alternate)Countrymusic. Sein alter Weggefährte Dan Baird zupft hier die High String Guitar. Diese etwas besinnlichere Phase wird dann mittels "Just Like Me", einem forschen Rootsrocker an der Schnittstelle zwischen Neil Young und John Mellencamp, wieder abgelöst. Klasse hier das psychedelisch angehauchte, raue E-Gitarren-Solo von Pat Buchanan. Nach dem entspannten, wunderschönen "Where Do We Go From Now", kommt das wieder voller Atmosphäre steckende, balladeske "Too Late Too Soon", eindrucksvoll mit Gitarren (Southern Rock-kompatibles E-Gitarren-Solo), dumpfen Cello- und Bläsertönen in Szene gesetzt, sogar mit ein wenig Black Crowes-Flair rüber. Ein hervorragendes Album-Finale! Eigentlich ist Will Hoge's neues Werk angesichts der Vorgeschichte als reinstes Wunder zu bezeichnen. Woher dieser Musiker, der scheinbar wirklich am Rande des Ablebens taumelte, innerhalb so kurzer Zeit wieder die Kraft und Ideen zu solch einem starken Album schöpfte, verdient höchste Anerkennung und uneingeschränkten Respekt. Will Hoge hat sich mit diesem Werk endgültig in die Regionen der hier beschriebenen Bezugsgrößen katapultiert. Dieser Singer/Songwriter kann dem Vergleich mit den Mellencamps, Pettys Chris nights, Bob Segers, Dan Baidrs & Co. locker standhalten. Wir ziehen den Hut vor dieser Leistung und wünschen Will Hoge, auch wenn es sich im Fall von "The Wreckage" (das Wrack) schon fast makaber anhört, für seine zukünftige Entwicklung musikalisch weiterhin "Hals- und Beinbruch". Aber es wird schwer, dieses Werk zu toppen. Die Messlatte liegt verdammt hoch. Exzellenter Rootsrock-/Heartland-Rock-/rockin' Americana-Stoff (roadside Americana with the glory of Rock'n Roll", wie es ein U.S.-Kritiker nennt) zum Genießen, aufgemacht im feinen Digipack inkl. eingelegtem Faltblatt mit allen Texten und Infos! Brillant! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Hard to Love - 3:23   
2 Long Gone - 2:51   
3 The Wreckage - 3:33   
4 Favorite Waste of Time - 3:11   
5 Even If It Breaks Your Heart - 3:43   
6 What Could I Do - 4:28   
7 Goodnight/Goodbye - 4:24   
8 Just Like Me - 3:28   
9 Highway Wings - 3:24   
10 Where Do We Go from Down - 3:45   
11 Too Late Too Soon - 4:03

Art-Nr.: 6567
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hard to love
Long gone
Favorite waste of time
Even if it breaks your heart
Goodnight / goodbye
Just like me

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Howlin Rain - the russian wilds [2012]
Exzellentes Quintett aus San Francisco, das einen tierisch starken, ungemein vielseitigen, im Seventies Blues-/Psychedelic-/Classic Rock fundamentierten, voller Power steckenden Jamrock spielt. Vor einer sehr langen Zeit dominierte einmal der klassische Rock die Musikwelt. Sogar im Radio war der sogenannte Album-Rock etabliert - das waren Stücke mit einer Spieldauer von 5 - 10 Minuten und länger. Großartige Songs, die schon auf den Longplayern der damaligen Bands eine gepflegte Länge aufwiesen, die auf der Bühne aber, gespickt mit von unbändiger Spielfreude und Leidenschaft geprägten Jammings, erst richtig ausgelebt wurden. Genau an diese Zeit docken Howlin Rain an und liefern mit ihrem neuen Werk "The Russian Wilds" einen kleinen Geniestreich dieser Art von Musik ab. Die Seventies leben - auch im 21. Jahrhundert! Wunderbar! Kraftvoll, rau, herrlich dreckig, überaus inspiriert und ambitioniert, dennoch sehr zwanglos, ausgestattet mit höchstem handwerklichen Potential und vorzüglicher Musikalität geht das Quintett um den charismatischen Frontmann Ethan Miller (Lead vocals, guitars, songwriter) unbeirrt seinen Weg durch die vielseitigen Gefilde der von Blues-, Roots,- und Psychedelic-Einflüssen berührten Late Sixties-/Early Sventies Rock-Kultur! Die Einflüsse reichen von Blue Cheer über Led Zeppelin bis hin zu Grateful Dead, The Allman Brothers Band und vor allem Humble Pie. Gerade auch Miller's intensiver Gesang erinnert nicht selten an einen gewissen Steve Marriott. Um ihn herum baut die Band grandiose, ungemein vielseitige Arrangements mit tollen, ausgedehnten Instrumentalpassagen aus rauen Gitarren (super hier auch der zweite Gitarrist Isaiah Mitchell mit fulminanten Soli) und klug integriertem Orgel- und Piano-Spiel. Alles vor dem Hintergrund einer baumstarken Rhythmusfraktion. Beim 8-minütigen Opener "Self made man" beispielsweise hat man das Gefühl, The Allman Brothers Band träfen auf Humble Pie. Satte, krachende Riffs, ausgiebige, schön Southern-getränkte Gitarrenausflüge (teils mit klasse Twin Leads-Momenten), ein alles in die Waagschale werfender Sänger, tolle Rock-Grooves, ein gewisses Hippie-Flair - das sind die Charakteristika dieses packenden Epos' zum Auftakt. Und psychedelische Tupfer hat die Nummer auch noch. Überhaupt gibt es während der Songs zuweilen überaus abwechslungsreiche Wandlungen, ohne das die Band jedoch je den roten Faden verliert. Im Gegenteil! So wird aus dem rockigen, melodischen, genauso bluesig wie psychedelisch angehauchten "Phantom in the valley" (tolle Gitarren- und Orgel-Arbeit) plötzlich ein aufregender, von einem ordentlich Fahrt aufnehmenden Rhythmus angetriebener, Santana-mässiger Latino-Rocker mit einem fetten Finale, das durch den glorreichen Einsatz von Bläsern zusätzlich aufgeheizt wird. Irre stark! Eine ähnlich markante Wandlung gibt's bei "Strange thunder": Beginnt recht balladesk, wie eine von Pink Floyd begleitete Reise durch die "misty mountains" Led Zeppelin's, wechselt nach 5 Minuten aber in einen von tierischem Bass und Drums nach vorn gepeitschten Uptempo Classic-Rocker in bester Thin Lizzy-Manier. Hat dazu noch etwas Soul und Southern-Esprit. Bärenstark auch der zunächst zwischen leisen Tönen und knallharten, wuchtigen Riffs hin und her schwankende Seventies-Bluesrocker "Don't satisfy me now", der zum Ende hin stetig an Intensität gewinnt. Ethan Miller kreischt aus sich heraus, was er zu bieten hat und die sehr southernrockig agierende Gitarrenfraktion feuert aus allen Rohren. Humble Pie treffen auf harte, ungehobelte The Black Crowes und Gov't Mule. Durch das rootsige "Cherokee werewold" schließlich weht gar ein Hauch von indianischer Mystik (tolles Gitarrenspiel) und bei der fantastischen, semi-akutischen Ballade "Collage" erinnern Howlin Rain mit ihrem großartigen, mehrstimmigen Gesang etwas an jammige Crosby, Stills, Nash & Young. Was die Jungs auch anpacken, es gelingt ihnen vorzüglich. Retro durch und durch, und doch auf der Höhe der Zeit! Ein amerikanischer Kritiker fasste seine Rezension am Ende so zusammen: "If anyone wanted a crash course in 70′s album-oriented rock, 'The Russian Wilds' is it". Das unterschreiben wir ohne Vorbehalte! Gratulation an diese saustarke Truppe zu einem fulminanten Album! "Rock isn't dead"! Kein Zweifel!

Hier noch alternativ eine Original U.S.-Rezension:
Howlin Rain frontman/guitarist and songwriter Ethan Miller emerges four years after 2008's Magnificent Fiend with a slew of new bandmates -- keyboardist Joel Robinow is the only holdover -- and working with Rick Rubin as executive producer. Howlin Rain are indeed a different animal than in their previous incarnation. The influences from the '60s and '70s remain even more abundantly there, but are spread out in intricately woven and meticulously constructed songs -- even if they don't sound like it initially. With Earthless guitarist Isaiah Mitchell, drummer Raj Ojha, and bassist Cyrus Comiskey in the fold, the creative leap Howlin Rain have made is surprising. Miller is more disciplined as a writer, arranger, and vocalist. His voice, no longer an instrument that scorches the ears (though it can), borrows from Steve Marriott, Uriah Heep's David Byron, and Deep Purple's Ian Gillan. With Robinow and Mitchell on backing vocals and two female guests (Susan Appe and Mandy Green), the harmonies on these rough-and-rowdy tracks carry their melodies more easily and allow Miller to be more expressive rather than just ragged. The album, selected from more than three hours' worth of material, fits together seamlessly. Heavy guitars and drums, fuzz, effects, organs, Mellotrons, numerous textural elements, and wide-ranging dynamics suggest everything from psych, hard '60s and '70s rock, blues, and even R&B. While opener "Self Made Man" is a straight blues-rocker -- with Miller and Mitchell matching as fine foils on guitar -- "Phantom in the Valley" evokes Quicksilver Messenger Service's acid-drenched narratives that evolve until they transform into early Santana's Latin rock by the last section, complete with a horn section and hand drums. "Cherokee Werewolf," with its funky Rhodes piano and call-and-response female chorus, suggests not only the Humble Pie of Smokin' and Big Brother & the Holding Company, but Little Feat's 1969 debut album with dreamier guitars. "Dark Side" is pure rockist strut circa 1972, while "Beneath Wild Wings" is an intricately constructed nod toward the kind of rock & roll-R&B fusion that was typical in Great Britain in the early '70s. "Walking Through Stone" is overblown, bluesy riff rock with Mitchell pushing his guitar into the red. All of of this is strange and extremely attractive, especially since it shouldn't add up. When the most contemporary tune here is a gorgeous cover of the James Gang's spacy, lilting "Collage," you know you're time-traveling. For all of his obsession with classic rock, Miller is a hell of a songwriter. He combines elements that normally sprawl in tight constructions that sound loose and relaxed. In his new work, passion and feel meet dynamic and melody in equal balance (this is in no small part due to Tim Green's fabulous production). The Russian Wilds is Howlin Rain's most accessible recording, but enormous ambition and musical mastery of rock & roll's mighty past make it an essential one, too. ~ Thom Jurek, Rovi

Das komplette Tracklisting:

1. Self Made Man - 8:00
2. Phantom in the Valley - 7:16
3. Can't Satisfy Me Now - 6:19
4. Cherokee Werewolf - 5:26
5. Strange Thunder - 8:53
6. Plex Reception - :37
7. Dark Side - 5:18
8. Beneath Wild Wings - 4:16
9. Collage - 5:01
10. Walking Through Stone - 6:53
11. ...Still Walking, Still Stone - 3:09

Art-Nr.: 7692
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Self made man
Can't satisfy me now
Cherokee werewolf
Strange thunder
Collage
Walking through stone

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Knight, Chris - enough rope [2006]
"This record rocks a little harder", sagt Chris Knight über sein neues Werk, was zweifellos stimmt und was wir wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Aber, und das ist das entscheidende: "Enough rope" zeigt den bgnadeten Singer/Singwriter aus dem entlegenen 200-Seelen Minen-Kaff Slaughters in Kentucky, wo er mit seiner Frau, seinen Kindern und "40 wooden acres" lebt, auf dem absoluten Zenit seines bisherigen Schaffens! Die Scheibe ist ein absoluter Knüller und auf dem besten Wege ein Meilenstein des Genres zu werden! Schlichtweg mitreißender, einen von der ersten bis zur letzten Sekunde nicht mehr los lassender, voller rauem Texas- und Heartland-Flair steckender, Gitarren dominierter Americana-/ Alternate Country-/ Rootsrock, dessen Charakteristika kurz und treffend mit folgenden, durchaus gegensätzlichen, sich aber in jeder Hinsicht vertragenden Schlagworten und Elementen beschreiben lassen: packend, erdig, emotional, kraftvoll, kantig, roh, dreckig, frisch, flüssig, harmonisch und traumhaft melodisch! Wie eine Mischung aus Steve Earle, John Mellencamp, John Hiatt und Lucinda Williams gelingt Knight der nahezu perfekte Spagat zwischen dreckigem Heartland-/Rootsrock und texanischem Americana/Alternate Country. Was für ein Sonmgwriting! Was wir hören, sind 13 wundervolle kleine "Blue collar"-Road-Trips, Dramen und Rock'n Roll-Storys "for the working people, their feelings and their land"! Herrliche Melodien mit wundervollen Arrangements aus harmonisch ineinander greifenden Instrumentallinien schrauben sich in unsere Ohren, auf der anderen Seite aber befällt einen immer wieder dieses Gefühl auch eine gewisse Portion trockenen Staub schlucken zu müssen. Eine großartige Kombination! Die Rhythmen sind, wie gesagt, zumeist ordentlich rockig. Vorangetrieben von oft puschendem Drumming dominieren vorwiegend alle Sorten von Gitarren: klasse Acoustic Riffs, raue, massive E-Gitarren, countryfizierte Baritone-Klänge, mächtig kochende und glühende Slide-Läufe, schöne Pedal Steel - einfach alles! Daziwschen immer mal wieder die unaufdringlichen Klänge einer Fiddle, einer Hammond Orgel, oder auch eines Banjos! Unter den beteiligten Musikern sind solch herausragende Artisten wie Kenny Greenberg, Pat Buchanan, Richard Bennett (E-Gitarre), Dan Dugmore (Steel, Lap Steel, Slide). Michael Rhodes (Bass), Greg Morrow (Drums), usw.! Produziert hat Gary Nicholson! Gleich das erste Stück, "Jack Blue", ist eine absolute Killer-Nummer: Wie eine faszinierende Synthese aus Steve Earle und John Mellencamp, dazu würzig raue Linien einer herrlich rootsig gespielten Lap-Slide Gitarre, zwischendrin scheinen unsere begeistert lauschenden Ohren gar einen dezent nach Johnny Cash klingenden Countryrhythmus zu erhaschen, prächtiger Drive, knackiges, trockenes Drumming, eine tolle Melodie - phänomenaler Americana-/Country-/Rootsrock der süchtig macht! Locker und flüssig sprudelt uns das folgende, wunderbare "Cry lonely" entgegen, eine, ein gewisses Western-/Wüsten-Flair, gleichzeitig aber auch sehr viel Frische versprühende, entspannte, dennoch knackig gespielte, twangy Country(rock)-Nummer mit einem dezenten Nashville-Feeling! Hat, so scheint es, irgendwie etwas von Gary Allan! Eine großartige Melodie paart sich mit feinen Steelguitar-Linien und sehr transparenten, vielschichtigen Gitarren! Ähnlich gelagert ist auch die klasse Midtempo-Nummer "Saved by love", ehe es Chris mit dem bärenstarken "River road" richtig krachen läßt. Diese Nummer "choogles like some bastard child of John Fogerty", heißt es dazu in einem US-Review- und das trifft es exakt! Ein ultra-dreckiger, von kantigem Drumming angetriebener, voller Power steckender, swampiger Uptempo Rootsrocker, der wie ein mächtig Staub aufwirbelnder Wüstensturm aus den Lautsprechern fegt! Ein sprödes, im Hintergrund agierendes Banjo und eine großartige Fiddle (Tammy Rogers-King), in Verbindung mit klasse Gitarrenriffs kennzeichnen die exzellente, deutlich an Steve Earle erinnernde Alternate Country-Nummer "Rural route", während wir mit dem folgenden "Dirt" bereits auf die nächste "Über-Nummer" zusteuern: Eine fast schon dramaturgisch und mit deutlichen Worten erzählte Story über den Abriß von "Grandpa's farm", um auf diesem gelobten Land "another stinking factory" zu erstellen. Das Ganze wird dargeboten in traumhaft arrangierter, dreckiger Rootsmucke aus glühender Electric Slide, rotziger Baritone E-Gitarre, feinen Acoustic-Riffs, überaus knackigen Drums, einer wiederum prächtigen Melodie und Knight's ungemein engagiertem, angerautem, erdigem Gesang! So geht das weiter, Highlight für Highlight! Ob der krachende, massive Rootsrock-Feger "Up from the hill" mit seinem tierischen Gitarren-Gewitter (klasse, wenn Knight ruft: "Rock & Roll driving wheel, down from the valley and up on the hill"...), der von hinreißender Steelguitar durchzogene und von wunderbaren Gitarren begleitete, rootsige, herrlich melodische Alternate Country-/Americana-Rocker "Old man", bis hin zu der finalen, semi-akustischen Singer/Songwriter-Ballade "Enough rope" - dem Mann gehen diese fantastischen Songs einfach nicht aus! Es gibt bislang nicht ein einziges schwaches Album von Chris Knight, doch mit "Enough rope" (das Booklet enthält alle Texte) setzt er nochmal einen drauf! Damit ist ihm ohne Zweifel sein bisheriges Meisterstück gelungen! Heartland-/Roots-/Alternate Country-/Americana-Rock mit Referenz-Charakter! Der Magie dieser Musik kann man sich zu keiner Sekunde entziehen! Brillant!

Art-Nr.: 4249
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Jack Blue
Cry lonely
River road
Dirt
Old man
To get back home

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Miller, Buddy - universal united house of prayer [2004]
Roots-/Americana-/Alternate Country-Ikone Buddy Miller, begnadeter Gitarrist, einzigartiger Sänger, großartiger Songwriter, Produzent, wohl einer der angesehensten Musiker des Genres überhaupt, mit seinem neuen Album! Was dieser Kerl auch anpackt, es hat Hand und Fuß! Auch "Universal united house of prayer" avanciert zu einem wahren Triumpf seiner musikalischen Innovation und herausragenden Fähigkeiten, voller traditionsbewußter, emotionaler Intensität. Miller drückt seinem ihm typischen Americana-/Alternate Country-Sound diesmal einen gehörigen Soul- und Gospel-Stempel auf, womit er Sixties-Größen, wie Marvin Gaye und den Staples seine Referenz erwist. Humanität, ethische und religiöse Werte und die menschliche Seele sind nur einige der Themen, die in den 11 fantastischen Songs durchleuchtet werden. Erdig, dreckig, harsch, roh und rough, aber voller technischer Brillanz, einzigaritiger Strukturen und mitreißender Arrangements geht Miller zu Werke. Wunderbar der energische, kraftvolle, schwarze Background-Gesang der beiden Töchter des "Fairfield Four"-Mitgründers Rev. Sam McCrary, Regina und Ann McCrary, die das soulige Gospel-Feeling auf fast allen Songs noch einmal untermauern. Los geht's mit der Mark Heard-Nummer "Worry too much", einem ungemein rauen Midtempo-Rootsrocker voller Southern-Gospel-Soul, bei dem Miller sogleich sein einmal mehr excellentes, unverkennbares Lead-Gitarrenspiel zum Besten geht. Der Funke springt sofort über! Herrlich dann auch das anschließende Remake des Louvins-Klassikers "There's a higher power" in einem wunderbaren, inspirierten, akustischen Gewand, gefolgt von dem trockenen, direkten, mit schöner Fiddle und tollen Gitarrenriffs gespickten, wieder voller Gospel-Anleihen und souligem Background-Gesang steckenden, von Buddy und Julie komponierten (von den beiden gibt's noch drei weitere Nummern), tollen Roots-/Alternate Country-Rocker "Shelter me"! Was wir dann hören, ist eine wahrhaft mitreißende, über 9-minütige Coverversion von Bob Dylan's, in diesen Tagen aktueller denn je wirkendem, Antikriegs-Epos "With God on our side", dem Buddy unverkennbar seinen typischen Americana-/Countryrock-Stempel aufdrückt! Wundervoll auch die semi-akustische, melodische Countryballade "Wide river to cross", mit Emmylou Harris als Background-Sängerin, grfolgt von dem traumhaften, ebenfalls von einer tollen Melodie geprägten, knackig satten Countryrocker "Fire and water", vollgepackt mit herrlichem Twang und unverkennbarem E-Gitarren-Sound, wie ihn eben nur Buddy Miller fabriziert. Genial auch der ungemein dreckige, von Buddy und Jim Lauderdale komponierte Roots-Countryrock-Kracher "Don't wait", der zwischedurch abrockt "wie die Sau", um anschließend wieder in einen etwas gemäßigteren, rootsigen, von Fiddle, Mandoline, Gitarre und toller Percussion bestimmten Midtempo-Groove zurückzufallen, wie auch das gemeinsam mit Victoria Williams geschriebene, robuste, folkige "This old world". Musikalische Wegbegleiter sind u.a. der großartige Brady Blade am Schlagzweug, Byron House am Bass, Phil Madeira (Orgel, Akkordeon, Lap Steel), Tammy Rogers (fiddle), Julie Miller, Jim Lauderdale, usw.! Über 50 Minuten leidenschaftlicher, ungeschliffener, intensiver, rauer, voller Gospelsoul steckender Rootsrock/Americana/Alternate Country für höchste Ansprüche! Schöne Digipack-Verpackung!

Art-Nr.: 2783
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,50

In folgende Titel können Sie reinhören:
Shelter me
Wide river to cross
Fire and water
Don't wait
Returning

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Osborne, Anders - american patchwork [2010]
Meisterlich! Begeisternd! Imposant! Eine Sternstunde des "soulful" groovenden Roots- und Bluesrocks - einerseits rau, drückend, intensiv und kraftvoll, andererseits so wunderbar melodisch. Krachende, brennende, laute (Blues)Rocker und ein paar wundervolle Rootsrock-Balladen geben sich genüsslich die Klinke in die Hand, dazwischen mal ein kerniger New Orleans-Funk oder ein herrlicher Reggae - eine Nummer stärker als die andere. Mitreissend! Der in den USA überaus erfolgreiche Singer-Songwriter und Gitarrist Anders Osborne, der auch bereits einen Grammy in der Vitrine stehen hat, legt mit seinem neuen Werk "American patchwork", obwohl ihn Kritiker, Presse und Fans gleichermassen schon seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben, nun sein bis dato absolut bestes Album vor. Der in Schweden geborene, aber vor 25 Jahren in die USA ausgewanderte, in New Orleans lebende Künstler ist längst zu einem stolzen Amerikaner geworden. "I'm in the promised land", sagt er, was man in seiner Musik deutlich spürt. In einer Stadt, in der es vor aussergewöhnlichen Performern und Bands nur so wimmelt, zählt Osborne längst zu einem der absoluten "Helden" unter den Musikern des "Big Easy". Seine Originalität und seine Visionen sind aussergewöhnlich, seine Kreativität und sein musikalischer "Hunger" grenzenlos. Beeinflusst von Leuten wie Ry Cooder und Robert Johnson, Joni Mitchell und Jackson Browne, aber auch Miles Davis und John Coltrane, gilt er als herausragender Gitarrist, Sänger und Songwriter gleichermassen. So unterschiedliche Kollegen wie Jonny Lang, Tab Benoit, Kim Carnes und Brad Paisley haben schon Songs von ihm aufgenommen. Sein für Tim McGraw geschriebenes "Watch the wind blow by" wurde ein langwöchiger Nr.1-Hit für den Country-Star und auch Keb' Mo's erfolgreiches, Grammy-dekoriertes Album "Slow down" enthielt zwei, von Osborne mitkomponierte Songs. Doch über all dem stehen Osborne's eigene Veröffentlichungen. Man könnte sagen, der Mann ist so etwas wie ein Künstler mit zwei musikalischen Persönlichkeiten. Die eine ein voller Power rockender, ausgelassener, ordentlich Zunder gebender, kochender, ein gewaltiges Gitarren-/Slide-Feuerwerk abbrennender /Southern)Bluesmann, die andere ein regelrechter Poet, ein Literat, ein aus tiefster Seele agierender Singer-Songwriter. Nur selten hat er in der Vergangenheit beides miteinander verknüpft, sieht man man von dem exzellenten 2001er-Werk "Ash Wednesday Blues" ab. Entweder entschied er sich für die eine oder die andere Seite. Doch bei "American patchwork" hat er, egal ob es sich um laute, mächtig dampfende Rocker, oder um eher etwas zurückhaltendere Nummern handelt, eine geradezu brillante Balance zwischen beiden Welten gefunden. Kerniger Rootsrock, die ein oder andere wundervolle Ballade und brodelnder, southern-inspired (Heavy)Bluesrock bilden eine unzertrennliche Einheit. Die Arrangements haben eine herrlich rohe, dreckige Basis, oft vollgepackt mit rauen, kratzigen E-Gitarren-Riffs, überaus intensiv und druckvoll, teils mit langen, würzigen, elektrisierenden, packenden Gitarrensoli, die nicht nur die Gemeinde von den North Mississippi Allstars bis hin zu Gov't Mule "vom Hocker hauen" werden. Dann wieder glänzen sie mit herrlich transparenten Gitarren und einem wunderbar lockeren Ambiente, das nicht selten auch mal an einen Jackson Browne erinnert. Apropos Jackson Browne: Osborne's Stimme klingt zuweilen wie eine Mischung aus Luther Dickinson (North Mississippi Allstars), Steve Miller und eben Jackson Browne. Er ist, wie gesagt, ein klasse Sänger. Begleitet wird Osborne von 3 großartigen Musikern. Zum einen, dem exzellenten Keyboarder Robert Walter, der den Sound immer wieder mit ganz wundervollen, markanten Hammond Orgel-Klängen veredelt, und zum anderen von dem stark trommelnden Schlagzeuger Stanton Moore (von der Band Galactic) und dem zweiten Gitarristen, aber auch Percussion und Background Gesang beisteuernden Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity). Letzter beiden haben das Album auch zusammen mit Anders Osborne produziert. Der Sound ist super! Alles strahlt, wie gesagt, eine immense Intensität aus, aufbauend auf Osborne's spürbarer Inspiration und seinem magischen "Spirit". Das Album startet gleich mit einem absoluten "Kracher", einem lauten Aufschrei, mitten ins Herz tiefster Dunkelheit. "On the road to Charlie Parker" heisst die Nummer, ein bärenstarker, leicht swampiger, southern-fueled Bluesrocker über die dunklen Seiten der Heroin-Abhängigkeit und die ausweglosen Nöte eines Junkies. Genauso intensiv wie das Thema ist die Musik. Dreckig, rau, ruppig, drückend, voller massiver, roher Gitarren-Riffs, unterstützt von Robert Walter's tollen Orgel-Fills - aber auch mit einer starken Melodik, vor allem im Refrain. Was für ein klasse Groove! Zum Ende hin wird die Nummer immer lauter. Kocht gewaltig! Ein irre starker Auftakt! Aber keine Bange, es geht mit dieser Qualität ohne jeden Hänger bis zum Schluß weiter. "Echoes of my sins" beispielsweise ist ein grandioser, sehr erdiger, aus hartzigen, bluesigen Riffs entspringender Rootsrocker mit einem herrlichen Reggae-Groove. Osborne's Wahlheimat New Orleans ist allgegenwärtig. Toll erneut die feinen Hammond Orgel-Fills und die vorzügliche Melodie. Mit "Got your heart" folgt gleich noch ein klasse Reggae, der einerseits eine unterschwellige Southern-Schwüle ausstrahlt, andererseits aber sehr locker rüber kommt, während mit dem anschliessenden, brodelnden "Killin each other" ein kerniger, heisser "funked-up" Rocker aus den Lautsprechern fegt. Dann die wunderschöne, weich und überaus angenehm ins Ohr fliessende, voller positiver Aufbruchsstimmung steckende, lockere Rootsrock-Ballade "Acapulco", die mit ihrer Frische etwas von einem Jackson Browne aus seinen allerbesten Tagen hat. "Osborne's slide sings as sweetly as his voice", schreibt ein U.S-Journalist - und damit kann man es nicht besser ausdrücken. Danach wieder zwei donnernde, krachende Heavy-Bluesrock-Nummern voller gewaltiger Intensität. Zunächst das saustarke "Darkness at the bottom" und dann das geniale "Love is taking it's toll". Ist das dreckig, ist das heftig, ist das laut! Ein kochender, riffiger, fetter Groove - und dennoch wieder diese großartige Melodie. Dazu ein glühendes, kreischendes, unter Starkstrom stehendes, ausgedehntes Gitarrensolo, gefolgt von einem ebenso prächtigen Orgel-Solo im zweiten Break. Am Ende brechen fast alle Dämme. Diese Nummer würde auch bestens in das Repertoire von Gov't Mule passen. Hammer! Klar, das danach etwas Erholung nötig ist, die mit dem wunderbar lockeren, flockigen, fast schon sonnig californischen Rootsrocker "Meet me in New Mexico" auch kommt. Wunderbar, dieser lässige Percussion-Groove, diese Wärme, aber auch diese erdige Natürlichkeit. Geht runter wie Öl. Tolle Melodie, erstklassiger Gesang, exzellentes Gitarrenspiel, klasse Orgel-Fills, und ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr gehen will. Mit der wunderschönen, nur von glasklaren, transparenten akustischen Gitarren begleiteten, ruhigen Ballade endet schließlich dieses absolute Meisterwerk. "American patchwork" übt mit seiner Intensität, seinen Emotionen und seiner Spannung einen immensen Reiz auf den Zuhörer aus. Alles, was Osborne hier zelebriert, kommt aus tiefstem Herzen. Das nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Essentieller Roots- und Bluesrock aus New Orleans! Schlichtweg brillant!

1 On the Road To Charlie Parker - 4:16   
2 Echoes of My Sins - 4:34   
3 Got Your Heart - 4:05   
4 Killing Each Other - 4:09   
5 Acapulco - 3:49   
6 Darkness At the Bottom - 6:00   
7 Standing With Angels - 5:15   
8 Love is Taking Its Toll - 5:01   
9 Meet Me In New Mexico - 4:00   
10 Call On Me - 2:57

Art-Nr.: 6889
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the road to Charlie Parker
Echoes of my sins
Acapulco
Darkness at the bottom
Love is taking its toll
Meet me in New Mexico

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Osborne, Joan - pretty little stranger [2006]
Wunderbar! "This is my kind of Country- and Americana-record", sagt sie selbst über ihr neues, kleines Meisterwerk! Was hat Joan Osborne, diese ungemein vielseitige Singer/Songwriterin nicht schon alles gemacht: Den meisten sicher hauptsächlich in Erinnerung mit ihrem Pop-/Poprock-Album "Relish" und dem Mega-Hit "One of us", einem der größten Hits der Mitt-Neunziger überhaupt (Segen und Fluch zugleich für Osborne), nahm sie Soul- und R & B-Musik auf, präsentierte Jazziges, sang mit Stevie Wonder und den Funk Brothers, spielte Blues, trat als Produzentin in Erscheinung (zum Beispiel für die Holmes Brothers), spielte mit Grateful Dead und tourte im Sommer 2006 mit Phil Lesh & Friends als Lead-Sängerin durch die Staaten um nicht zuletzt mit ihrem inspirierten Vortrag der unzähligen Dead-Klassiker auch die Deadheads und die Jamrock-Gemeinde restlos zu überzeugen. Diese Künstlerin genießt unterdessen einen gewaltigen Ruf in der Szene, und nun liefert sie mit dem überragenden, neuen Album "Pretty little stranger" auch noch ihre Americana-Reifeprüfung ab! Das Teil ist schlichtweg ein Knüller, das in all seinem Abwechslungsreichtum, seiner umwerfenden Songqualität, den exzellenten Musikern und seiner seeligen Gesangs-Performance das Ausnahmetalent einer ganz großen Singer/Songwriterin offenbart. Obwohl man während der ganzen Scheibe ein gewisses "Laid-back"-Feeling spürt, wirkt die Musik gleichzeitig durchaus knackig, vor allen Dingen aber voller Leidenschaft, voller Ausstrahlung und voller Autherntizität. Osborne ist in der Lage auf ganz natürliche Weise ihre große Vielseitigkeit in die Americana-/Country-Basis zu integrieren. So reicht das Repertoire von knackigen Countryrockern, über, von herrlichem Gospel- und Southern-Flair durchzogene, funky Grooves, bis hin zu sonnigem Westcoast-Feeling, lupenreinen, sehr traditionell verwurzelten Countrynummern, bluesigen Momenten, Folkigem und trockenem Roots-Staub! Zuweilen scheint es, als schlage sie eine Brücke moderner Americana-Musik, wie sie beispielsweise Rosanne Cash zuletzt präsentierte, zu den Höhepunkten in der Karriere der großen Linda Ronstadt - und es gelingt ihr auf höchstem Niveau! Dazu bestechen die Songs mit einer immer wieder Gänsehaut erzeugenden Melodik! Neben Osborne's faszinierender Stimme und ihrem hochklassigen Gesang bilden die beteiligten, exzellenten Musiker (und was sind das für erlauchte Künstler), die ideale und perfekte Ergänzung, und verschmelzen ihre außergewöhnlichen Qualitäten mit dem großartigen Songmaterial (6 Eigen-/6 ausgesuchte Fremdkompositionen) zu von umwerfender Schönheit und viel "Seele" geprägten Arrangements! Mit an Bord sind u.a.: Eddie Bayers (Drums), Michael Rhodes (Bass), Steve Gibson (E-Gitarre), Bryan Sutton (Acoustic guitar), John Hobbs (Keyboards), Paul Franklin (Pedal Steel), Dan Dugmore (Lap Steel), Sonny Landreth (Slide guitar), Alison Krauss, Dan Tyminski, Rodney Crowell, Vince Gill (harmony vocals), usw.! Toller, ungemein sauberer, klarer Sound, punktgenau produziert von Steve Buckingham! Ein schön knackiger, flockiger Midtempo-Rhythmus bildet die Grundlage des prächtigen Countryrockers "Pretty little stranger", dem Titelstück also, das die Scheibe gleich in all ihrer Herrlichkeit eröffnet! Man ist sofort von dieser großartigen Musik verzaubert! Eine Traum-Nummer zu Beginn eines Traum-Albums! Exzellente, transparente Gitarren (inklusive toller Baritone-Klänge), kraftvoller, klarer Gesang, feine, unaufdringliche Piano- und Orgel-Klänge und eine hinreißende Melodie bohren sich unwiderstehlich in die tiefsten Katakomben unserer Ohrmuscheln. Dann Joan Osborne's fantastische Coverversion der Jarry Garcia/Robert Hunter-Nummer "Brokedown palace", aus der sie eine tolle Americana-Fassung voller Southern-/Gospel-Soul zaubert! Was für ein herrlicher Groove - entspannt, inspiriert, voller Gefühl, mit feinsten Gitarren und exzellenter Orgel-Untermalung! Es folgen der starke, trockene, von bluesigen Grooves getragene Roots-/Americana-Rocker "Who divided" und die grandiose, entspannte, vor Southern-Soul nur so triefende Americana-/Alternate Country-Ballade "Holy waters" (tolle Acoustc-/Electric-/Steel-Guitar-Begleitung, schöne Harmonies von Alison Krauss, eine herrliche Melodie), ehe sie mit dem fantastischen, genauso knackig, entspannt, wie rein und rootsig präsentierten "What you are" einen der tollen Songs der großartigen Patty Griffin vorträgt: Das ist wunderschöne, von einem dezenten, sehr angenehmen Pop-Feeling durchzogene, rootsige Americana-Musik mit einer großartigen Melodie und toller Gitarren-/Orgel-Begleitung, schließlich gipfelnd in einem starken, rauen Lap Steel-Solo des Nashville-Cracks Dan Dugmore, der ja vor zig Jahren bereits in der Band von Linda Ronstadt spielte. Wie sich der Kreis zu schließen scheint! Nach dem semi-akustischen "Shake the devil" (klasse Banjo), folgen mit Kris Kristofferson's "Please don't tell me how the story ends" (wundervolles Honky Tonk-/"Lonesome"-Feeling, schöne Gitarren, klasse Piano, traumhafte Pedal Steel - sowohl Linda Ronstadt, als auch Tammy Wynette kommen einem sofort in Erinnerung) und "Time won't tell" (geschrieben von Beth Nielsen Chapman und Harlan Howard - eine glasklar vorgetragene, herrliche Ballade - Background Gesang: Vince Gill) zwei astreine, ganz traditionelle, pure Countrynummern, ehe bluesige und funkige Grooves den famosen, swampigen, voller Southern-Flair steckenden Rootsrocker "Dead roses" einleiten, der gar ein wenig an Bonnie Raitt und Little Feat erinnert. Gitarren-Magier Sonny Landreth würzt diese Nummer mit einer prächtigen, feurigen Slide-Einlage! So geht das Album ohne jede Schwachstelle weiter, bis es schließlich mit dem schönen von Rodney Crowell, zusammen mit Roy Orbison und Will Jennings komponierten "When the blue hour comes" ebenso faszinierend endet, wie es vor gut 51 Minuten begonnen hatte! Herrlich! Joan Osborne's triumphaler Einzug in die Roots-/Americana-/Alternate Country-Welt!

Art-Nr.: 4606
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Pretty little stranger
Brokedown palace
Who divided
What you are
Please don't tell me how the story ends
Dead roses

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Reckless Kelly - under the table & above the sun [2003]
Austin und seine Musiker! Es ist immer wieder faszinierend, welch großartige Bands sich aus dieser schier unerschöpflichen Austin-Szene herauskristallisieren und fortan zu den nicht mehr wegzudenkenden Eckpfeilern ihres entsprechenden Genres gehören. So ist das auch mit dem unter den Fans längst kultigen Quintett Reckless Kelly um die Gebrüder Cody und Willy Braun, die mit ihrem dritten Studioalbum "Under the table & above the moon" erneut ein absolutes Knüllerteil in Sachen Rootsrock/Americana-Rock/Alternate Country-Rock vorlegen. 3 Jahre in Folge gewannen sie, und das ist absolut nachvollziehbar, den "Best Roots Rock Band"-Award des renommierten Austin Chronicle! Waren die letzten Alben schon klasse, so etablieren sie sich mit ihrem neuen Werk endgültig in der Spitze des Genres. Zu dem erweiterten Dunstkreis solcher Künstler wie Cross Canadian Ragweed, Jack Ingram, Great Divide, Steve Earle, Buddy Miller, Robert Earl Keen und Radney Foster zählend verarbeiten sie in ihrer zündenden Rootsrock-/Alternate Country-Rock-Musik genau deren charakteristischen Merkmale mit ihren ganz eigenen Ideen, um somit den typischen Reckless Kelly-Sound zu kreieren. Ein herrlicher Sound, immer satt, von transparenten und vielschichtigen Gitarrenriffs und -soli begleitet, aber auch immer wieder einmal angereichert mit wunderbar dazupasenden Mandolinen oder unaufdringlicher Fiddle, sehr knackig und kraftvoll, staubig, auch roh, aber gleichzeitig von einer völlig unbeschwerten Lockerheit getragen. Dazu Willy Braun's warmer, aber auch irgendiwe rotzig wirkender Gesang, vom Timbre her irgendwo zwischen Steve Earle und Radney Foster liegend, und diese sich unwiderruflich in den Gehörgängen festsetzenden, fantastischen Melodien, die sich von vorn bis hinten unnachahmlich durch alle Songs ziehen. Beeindruckend dieses Songwriting, faszinierend mit welcher Leichtigkeit sie diese Melodien aus dem Ärmel zu schütteln scheinen, egal ob es sich um fetzige Uptempo-Rocker, herrliche Midtempo-Nummern oder wunderbare, satte, Balladen handelt. Und großartige Musiker sind es natürlich auch., allen voran Lead-Gitarrist David Abeyta! Flott, rockig, knackig und rootsig legen sie mit dem starken "Let's just fall" voller Drive los! Toller Gitarrensound, klasse Gesang, eine tolle Melodie und der immer spürbare Staub versetzen einen sofort in die richtige "Americana-Rock"-Stimmung. Genauso elanvoll und melodisch, geprägt von herrlichen Gitarren, geht es mir der astreinen Countryrock-Nummer "Nobody's girl" weiter, ehe sie mit dem überragenden "Desolation angels" einen Traum von einem balladesken Americana-Track präsentieren. Auf beeindruckende Weise kombinieren sie hier die Leichtigkeit von flockigen, lockeren Mandolinen, einer Fiddle und Acoustic Gitarren, inclusice Lead Acoustic im Mittelteil, mit herrlich melodischem, aber energischem Gesang und knackigen, vollen, satten Rhythmen aus Drums, Bass und Riffs von elektrischen Gitarren. Welch ein Genuß! Toll auch die lässige, semi-akustische Americana-Nummer "Everybody", der riffige Uptempo Roots-/Countryrocker "I saw it coming", das krachende "You don't want me around", oder das wunderschöne, trotz aller Einfachkeit aber auch von excellenter songschreiberischer Finesse geprägte, fantastische, countrylastige "Willamina", mit seinen effektvollen Gitarren. Ein absoluter "Hit" ist auch die von fetten E-Gitarren begleitete, mit feiner Mandoline angereicherte, wunderbar kraftvolle Roots-Vorzeige-Ballade "Vancouver", inklusive großartiger Slide-Gitarre, natürlich einer prächtigen Melodie und einer dezenten Prise Southern-Flair! "They're sounding like the catchiest bar band ever", heißt es in einem US-Review! Das kann man so stehen lassen! Aber Reckless Kelly ist noch viel mehr: Red Dirt Texas Roots Americana-/Alternate Country-Rock pur, voller musikalischer Kompetenz, Unbekümmertheit und Professionalität gleichermaßen! Ein herausragendes Album für die Fraktion von Buddy Miller, Steve Earle bis Cross Canadian Ragweed, Radney Foster, Jack Ingram, Chris Knight, und auch Uncle Tupelo, übrigens produziert von Ray Kennedy! Wir sind begeistert!

Art-Nr.: 1921
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Let's just fall
Vancouver
Willamina

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Robison, Charlie - beautiful day [2009]
"'Beautiful day' is a beautiful record"! Und was für eine wunderschöne Scheibe das ist - eine wahre Americana-/Countryrock-Perle! Trotz aller, zweifelsfrei hervorragenden Qualitätten des in Houston geborenen und auf der Ranch seiner Familie in Bandera/Texas aufgewachsenen Charlie Robison, hörte man unter den sogenannten Fachleuten immer wieder, das eigentlich dessen Bruder Bruce Robison der talentierteste und beste Songwriter des Robison-Clans ist. Doch spätestens mit seinem neuen, wirklich fantastischen Album "Beautiful day" muß man diese These in Frage stellen, denn Charlie ist ein kleines Meisterwerk genauso zeitloser wie moderner Countryrock-Kultur gelungen. Entstanden unter den Nachwehen seiner Scheidung von Emily Robison (er war 9 Jahre mit der Dixie Chicks-Banjospielerin und Gitarristin verheiratet) gelingt Robison sein wohl persönlichstes und hörenswertestes Werk seiner bisherigen Karriere, ein Album voller Gegensätze. In seinen hervorragenden, oft von scharfem Sarkasmus geprägten Texten versucht er den in den vergangenen Monaten, infolge der Trennung von seiner ex-Frau erlebten Gang durch die Hölle aufzuarbeiten, die instrumentellen Umsetzung aber sprüht nur so vor Frische, wundervoller Melodik und Vitalität, wie sie hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung und Lebensfreude kaum besser symbolisieren könnte. Eindrucksvoll wie Robison diese Gegensätze miteinander vereint und in herrlichen Songs auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Einige Stücke vermitteln einen Hauch von Westcoast-Flair, scheinen die Sonne Californiens getankt zu haben, dann nimmt man Spuren von Nashville-kompatiblem New Country wahr, andere bestehen aus dem typischen, rootsigen, so unwiderstehlichen, staubigen Texas "Red Dirt"-Fundament - und alle strotzen sie nur so vor wunderbaren Melodien, zumeist eingebettet in knackige, lebendige Arrangements voller Spielwitz, Raffinesse und musikalischem Pep.Geht teilweise runter wie Öl. Begleitet wird Robison von einer Horde vorzüglicher Musiker wie u.a. Bukka Allen an den Keyboards und am Akkordeon, Drummer Keith Robinson, Rich Brotherton an der Mandoline und akustischen Gitarre, allen voran aber dem begnadeten Gitarristen Charlie Sexton (u.a. ex Bob Dylan, ex Arc Angels -die sollen ja inzwischen auch wieder zusammen sein...-), der mit seinen exzellenten Gitarrenläufen und feurigen Soli auf der ganzen Linie überzeugt. Los geht's mit dem wundervollen Titelstück, einem tollen, flotten, sonnigen, knackigen Countryrocker, der, dem Titel entsprechend, in der Lage ist, jeden noch so grauen Tag in einen hellen "beautiful day" zu verwandeln. Strahlt jede Menge unbekümmerten Schwung und gute Laune aus. Für eine vergnügliche Cabriofahrt, sowohl in Texas, als auch im sonnigen Californien, eignet sich kaum etwas besseres als musikalischer Begleiter als diese unwiderstehliche Countryrock-Nummer mit ihrer großartigen Melodie. Auch Charlie Sexten lässt sich nicht lumpen und steuert ein prächtiges, würziges Gitarrensolo bei. Allein dieser Auftakt ist eine Wonne. Und es geht so weiter: "Yellow Blues" ist ein toller, von knackigen, intelligenten Rhytmen geprägter, astreiner Countryrocker, der geschickt zwischen texanischem "Red Dirt"-Staub und californischen, von einem gepflegten Sixties-Psychedelic Bay Area-Feeling unterwanderten Retro-Elementen hin und her pendelt. Klasse Acoustic Gitarren-Licks begleiten diese Nummer, bei der Sexton im Break wieder zu einem fabelhaften, wie gesagt, psychedelisch angehauchten E-Gitarren-Solo ansetzt. Der Song geht wieder wunderbar ins Ohr. Das texanische Blut Robison's dringt dann endgültig bei der herrlichen "Blues-tinged" Rootsrock-/Countryrock-Ballade "Down again" durch, die auch Kollegen wie Jack Ingram, Chris Knight, Radney Foster oder Robert Earl Keen prächtig zu Gesicht stünde. Eine tolle Melodie, kraftvolle, von satten E-Gitarren bestimmte Riffs und feine Akkordeon- und Mandolinen-Fills bestimmen das erdige Ambiente, ein rotziges, würziges E-Gitarren-Solo inklusive.In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der kräftige Midtempo Americana-/Countryrocker "Nothing better to do", der zudem noch einen wundervollen Southern-Charme versprüht. So geht das bis zum Ende weiter. Ein "Hit" folgt dem nächsten. Ob die traumhafte, von Steel-ähnlichen Gitarren umgarnte Retro Countryrock-Ballade "Reconsider", das von schönem Akkordeon, glasklarer Mandoline und flotten, schwungvollen Rhythmen bestimmte "Feelin' good", der von texanischen Squaredance-Fiddles geprägte, rootsige Country-Heuler "If the rain don't stop" (eine alte Doug Kershaw-Nummer), der furiose, "ramblin' and honky-tonkin'" Roadhouse Country-Rock'n Roller "She's so fine", bis hin zu Robison's brillanter Interpretation des Bruce Springsteen-Klassikers "Racing in the street", dessen texanisches Gewand vermuten lassen könnte, der "Boss" hätte diese geniale Nummer nicht in New Jersey, sondern eben in Texas geschrieben - Charlie Robison hält vom Anfang bis zum Ende sein ungemein hohes Niveau ohne jede Schwäche durch. Hut ab! Das Album ist ein einziger Höhepunkt! Die Welt des Charlie Robison mag in der letzten Zeit nicht die heilste gewesen sein, doch mit dem brillanten "Beautiful day" hat er die "schönsten Tage" seiner bisherigen musikalischen Karriere eingeleutet. Die Zukunft scheint rosig...

Das komplette Tracklisting:

1 Beautiful Day - 2:53   
2 Yellow Blues - 3:39   
3 Down Again - 4:12   
4 Nothin' Better to Do - 3:36   
5 Reconsider - 3:40   
6 Feelin' Good - 3:54   
7 If the Rain Don't Stop - 3:26   
8 Middle of the Night - 2:59   
9 She's So Fine - 2:16   
10 Racing in the Street - 5:55

Art-Nr.: 6469
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Beautiful day
Yellow blues
Down again
Nothing better to do
Feelin' good
If the rain don't stop

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Van Zant - get right with the man [2005]
Dritte Zusammenarbeit der beiden Van Zant-Brüder Donnie (38 Special) und Johnny (Lynyrd Skynyrd)! Um es gleich vorweg zu nehmen: Ganz klar die stärkste, und das ohne Wenn und Aber! Zwei gestandene Southern Rocker begeben sich auf, natürlich schön southern-infizierte, New Country-/Countryrock-Pfade und machen der Konkurrenz ala Montgomery Gentry & Co. mächtig Dampf "unterm Hintern"! Die beiden Vorgängeralben "Brother To Brother" und "II" waren sicherlich nicht von schlechten Eltern, klangen jedoch, auch wenn Donnie und Johnny ihre Southern-Roots nicht verleugneten, recht mainstreamig und (vor allem das zweite) ziemlich glatt. Und besinnt man sich nun auf die Neigungen ihres großen Bruders Ronnie zurück, was lag da näher, als es mal mit einem southern-lastigen Country(rock)-Album zu versuchen, denn der liebte es schon damals die Einflüsse des Genres in so manchem Skynyrd-Songs unterzubringen, wie Stücke der Marke "Mississippi Kid", "Made In Shade", "Honky Tonk Night Time Man" und andere eindeutig beweisen. So ist diese Entwicklung durchaus als konsequent zu bezeichnen, zumal Southern-orientierte Country-Musik in Nashville als Nische eigentlich noch nicht übermäßig besetzt ist, aber durchaus von Erfolg begleitet sein kann, wie es die bereits erwähnten Montgomery Gentry, Travis Tritt und ein paar Kollegen nachhaltig beweisen. Und einer, der es ebenfalls vorgemacht hat, wie man beide Stilarten harmonisch miteinander kombinieren kann, ist Jeffrey Steele, der vor einigen Monaten ein überragendes Werk mit “Outlaw“ (sh. unter "Stöbern") hingelegt hatte. Jener Mr. Steele wurde in nicht unerheblichem Maße beim Songwriting mit Donnie und Johnny, sowie als Backgroundsänger bei "Get right with the man" eingebunden (hat auch eine kleine Gesangspassage bei "Been There Done That"), und auch Tom Hambridge (sh. ebenfalls unter "Stöbern") ist in kompositorischer Hinsicht keine Zufalls-Wahl, denn auch der hat bereits häufiger bewiesen, dass er sich auf beiden Terrains bestens auskennt. Dritte im Songwriting-Bunde sind die Warren Brothers (sh. "Stöbern"), die auch schon öfter für Skynyrd gearbeitet haben und somit ebenso als Experten beider Areale gelten. Bleibt festzustellen, das hier durch eine brillante Wahl in Sachen Co-Writer, sowie intelligent gewählter Fremdschreiber, die gesunde Basis für eine prächtige Scheibe gelegt wurde. Der Kreis der Musiker, die sich an die delikate Angelegenheit herantrauen durften, ist klein, dafür aber umso exklusiver: Drums-Greg Morrow; Akustik-Gitarre-John Willis; Electric-Gitarren-Tom Bukovac, Kenny Greenberg; Bass-Michael Rhodes, Glenn Worff; Keyboards-Reese Wynans; Steel, Banjo-Russ Pahl; Fiddle-Glen Duncan; Percussion-Greg Morrow, Eric Darken; Background Vocals-Bekka Bramlett, Trez, Perry Coleman, Jeffrey Steele! Dementsprechend spielt sich hier alles auf einem hohen Niveau ab. Hochkarätige Profis, die es vor allen Dingen auch richtig "southern" können, halt, wobei natürlich auch die starken Gesangsleistungen der Van Zants explizit hervorzuheben sind. Beide klingen sehr frisch! Man merkt Ihnen den Spaß an der Geschichte deutlich an. Da wird sich variabel den Stimmungen der Lieder angepasst, aber auch geröhrt, gebölkt, gelacht, geflachst und sich zum Teil die Bälle im Duett zugespielt, wie beim rock’n’rolligen Gute Laune-Honkytonker "Plain Jane". Nicht zu vergessen die herrlich, den Punkt treffenden. immer wieder geschickt eingestreuten, weiblichen Backgrounds, wobei Bekka Bramlett eine überragende Figur abgibt. Der starke Opener "Takin’ Up Space" kommt als fast 99%er Southern-Rocker daher, in einer absolut fetzigen Version einer imaginären Band, die "38 Skynyrd" heißen könnte. "Country" klingt da eigentlich nur ein im Break plötzlich auftauchendes Banjo. Dennoch, trotz des gewichtigen Southern-Anteils und des insgesamt recht rockigen Charakters, ist die knackige New Country-Note stets präsent. Das Schlagen der musikalischen Brücke zwischen Southern Rock und New Country ist bestens gelungen. Sehr Southern gewichtig sind noch "Sweet Mama" (starkes Skynyrd-Cover von der "Vicious cycle"-CD), "I Know My History" (Biker-taugliche, Skynyrd-lastige Nummer), "I’m Doin’ Alright" (könnte aus der 38 Special-Anfangsphase stammen), das zu Beginn recht holprige, aber schön rhythmisch dahin stampfende "Lovin’ You", welches mittels der einsetzenden, satten SlideGitarre und dem Refrain mächtig Fahrt gewinnt, das bereits erwähnte "Plain Jane", sowie "Been There Done That", das auf dem rockigen, vorletzten Skynyrd-Album "Edge Of Forever" keinen Vergleich hätte scheuen müssen. Die Countryelemente stehen richtigerweise bei den Nummern im Vordergrund, bei denen man etwas mehr auf’s Bremspedal tritt. Wie bei solch melodischen Tracks, wie "Nobody Gonna Tell Me What To Do", der Single "Help Somebody" oder "I Can’t Help Myself"! Hier bekommen Banjo und Steelgitarre reichhaltigen Spielraum. Die Songs stecken aber dank knackiger Drums und fetter E-Gitarren-Einlagen dennoch voller Power! Fazit: Donnie und Johnny Van Zant haben ein richtig starkes Southern-(New)Country(rock)-Album abgeliefert, das sowohl in Nashville, als auch in Atlanta oder Jacksonville (und natürlich bei uns) gefeiert werden dürfte. War nicht unbedingt zu erwarten, ist aber umso erfreulicher! Super Leistung, Boys! So "Get Right With The Van Zants"! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3223
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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