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O'Toole, Rich - kiss of a liar [2011]
Rich O'Toole geht nach zwei großartigen Alben konsequent seinen Weg weiter und macht mit seinem dritten Werk "Kiss of a liar" den nächsten, logischen Schritt in die richtige Richtung. Mit einem neuen Nashville-Label im Rücken, ebenso wie einem in Nashville ansässigen Management, nimmt er die nächste Entwicklungsstufe in seiner Karriere. Das wird nicht nur durch die Fakten in puncto Betreuung deutlich, nein, auch musikalisch gelingt dem jungen Mann aus Houston eine weitere Steigerung, was angesichts seiner beiden erstklassigen Vorgänger im Vorfeld alles andere als selbstverständlich erschien. Doch er hat es gepackt. Das neue Label und das neue Management lassen eine zielorientiertere Ausrichtung zum Country hin vermuten. Die ist in der Tat auch vorhanden, doch man lässt O'Toole, und das ist äußerst bemerkenswert, die Freiheiten, seine rootsigen, seiner texanischen Herkunft geschuldeten "Red Dirt"-Gene auf ganz natürliche Art und Weise weiterhin in seiner Musik unterzubringen. Und was sollen wir sagen, O'Toole nutzt das einfach hervorragend. "Kiss of a liar" ist ein ganz tolles Album geworden, dass den Spagat zwischen Nashville-kompatiblem, durchaus mainstreamigem Country und New Country und kernigem, Roots- und Americana-orientiertem Texas "Red Dirt"-Countryrock einfach super schafft. Vorzügliches, oft mit schöner Pedal Steel-Guitar in Szene gesetztes Country-Ambiente auf der einen Seite, raue, rockige und viel Staub aufwirbelnde E-Gitarren auf der anderen - und alles bei wunderbaren, eingängigen Melodien. Da kommen sowohl die New Country-Leute, als auch die "Red Dirt"-Anhänger voll auf ihre Kosten. Das Songmaterial ist von vorn bis hinten exzellent. Viele Stücke hat Rich O'Toole zusammen mit prominenten Co-Autoren, wie etwa Trent Summar (u. a. für Billy Currington), Jimbeau Hinson (u. a. Steve Earle) oder Kent Agee (u. a. Rodney Atkins) geschrieben. Die Mischung aus abgehenden Uptempo-Nummern, wunderbar gediegenen Midtempo-Tracks und der ein oder anderen exzellenten Ballade stimmt nahezu perfekt. Los geht's mit dem von zwribelnder Fiddle und würzigen E-Gitarren begleiteten, überaus dynamischen "Red Dirt"-Countryrocker "Red hot kiss", der ungemein Texas-typisch und schön rootsig daher kommt, gleichzeitig aber auch sehr Nashville-kompatibel wirkt, wie beispielsweise die jüngeren Sachen der Randy Rogers Band oder von Wade Bowen. Ein großartiger Auftakt. Kernige Lead Gitarren und kraftvolle Riffs dominieren auch das folgende, baumstarke "Ay dios mio", allerdings ohne die Fiddle, dafür aber mit herrlichen Steelguitar-Einsätzen. Eine wunderbar flotte, schwungvolle Nummer mit einer prächtig ins Ohr gehenden Melodie. Gast ist hier O'Toole's texanischer Freund Josh Abbott (Josh Abbott Band), der sich gesanglich hervorragend einbringt. Verbreitet viel gute Laune und ist bestens geeignet für einen Sonnen-gefluteten Cabrio-Ritt entlang der staubigen, "Red Dirt"-Pisten Texas'. Würde sicher auch der Eli Young Band bestens zu Gesicht stehen. Eine weitere Pracht-Nummer ist die fantastisch gelungene Coververision von Jeff Tweedy's früher Wilco-Nummer "Casino queen" aus deren 1995iger "A.M."-Album. Rich O'Toole demonstriert hier eindrucksvoll sein Fable für erdigen, "down'n dirty"-Rootsrock. Tierische, dreckige Lead-Gitarren, inklusive eines zündenden, dynamischen Solos, dazu eine klasse Melodie und ein kräftiges Texas "Red Dirt"-Flair. Auch hier hat er wieder einen namhaften Gast mit an Bord, nämlich den gestandenen Texas-Haudegen Pat Green. Doch O'Toole kann's auch etwas ruhiger - und wie. "Banks of the Mississippi" beispielsweise ist eine ganz exquisite Nummer. Großartige Acoustic-Gitarren und ein lockeres, staubtrockenes Banjo im Hintergrund bilden zusammen mit einer in bester Nitty Gritty Dirt Band-Manier integrierten Mundharmonika den Rahmen dieser herrlich melodischen Americana-/Country-Ballade. Ebenso schön kommt das wunderbar ins Ohr fliessende, von einer flockigen Banjo-/Pedal Steel-/Gitarren-Instrumentierung begleitete "Never gonna quit" aus den Lautsprechern. Prächtiger, lockerer Midtempo Americana-/Countryrock mit einem tollen Baritone Gitarren-Solo in der Mitte, auf das unmittelbar ein ebenso starkes Steelguitar-Solo folgt. Einfach klasse. Kein Zweifel, Rich O'Toole wird sich mit seinem neuen Album noch weiter in den Mittelpunkt spielen als bisher. Seine treuen Fans werden eh begeistert sein, er wird aber auch jede Menge neue hinzu gewinnen. Gratulation Rich, zu dieser großartigen, irgendwo zwischen Nashville und Texas angesiedelten New Country-/Countryrock-/Americana-Musik! Weiter so, "that's exactly the way we love it"...

Das komplette Tracklisting:

1 Red Hot Kiss - 2:57
2 Ay Dios Mio - 3:41
3 The Cricket Song - 3:47
4 Doin' The Same - 5:15
5 Casino Queen - 2:37
6 I Wanna Be with You - 3:58
7 Banks of the Mississippi - 4:52
8 Never Gonna Quit - 3:02
9 Kiss of a Liar - 4:40
10 She Takes Me Apart - 3:01
11 Marijuana & Jalapeños - 3:41

Art-Nr.: 7492
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Ay Dios Mio
The Cricket Song
Casino queen
I wanna be with you
Banks of the Mississippi
Never gonna quit
Kiss of a liar

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Osborne, Anders - american patchwork [2010]
Meisterlich! Begeisternd! Imposant! Eine Sternstunde des "soulful" groovenden Roots- und Bluesrocks - einerseits rau, drückend, intensiv und kraftvoll, andererseits so wunderbar melodisch. Krachende, brennende, laute (Blues)Rocker und ein paar wundervolle Rootsrock-Balladen geben sich genüsslich die Klinke in die Hand, dazwischen mal ein kerniger New Orleans-Funk oder ein herrlicher Reggae - eine Nummer stärker als die andere. Mitreissend! Der in den USA überaus erfolgreiche Singer-Songwriter und Gitarrist Anders Osborne, der auch bereits einen Grammy in der Vitrine stehen hat, legt mit seinem neuen Werk "American patchwork", obwohl ihn Kritiker, Presse und Fans gleichermassen schon seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben, nun sein bis dato absolut bestes Album vor. Der in Schweden geborene, aber vor 25 Jahren in die USA ausgewanderte, in New Orleans lebende Künstler ist längst zu einem stolzen Amerikaner geworden. "I'm in the promised land", sagt er, was man in seiner Musik deutlich spürt. In einer Stadt, in der es vor aussergewöhnlichen Performern und Bands nur so wimmelt, zählt Osborne längst zu einem der absoluten "Helden" unter den Musikern des "Big Easy". Seine Originalität und seine Visionen sind aussergewöhnlich, seine Kreativität und sein musikalischer "Hunger" grenzenlos. Beeinflusst von Leuten wie Ry Cooder und Robert Johnson, Joni Mitchell und Jackson Browne, aber auch Miles Davis und John Coltrane, gilt er als herausragender Gitarrist, Sänger und Songwriter gleichermassen. So unterschiedliche Kollegen wie Jonny Lang, Tab Benoit, Kim Carnes und Brad Paisley haben schon Songs von ihm aufgenommen. Sein für Tim McGraw geschriebenes "Watch the wind blow by" wurde ein langwöchiger Nr.1-Hit für den Country-Star und auch Keb' Mo's erfolgreiches, Grammy-dekoriertes Album "Slow down" enthielt zwei, von Osborne mitkomponierte Songs. Doch über all dem stehen Osborne's eigene Veröffentlichungen. Man könnte sagen, der Mann ist so etwas wie ein Künstler mit zwei musikalischen Persönlichkeiten. Die eine ein voller Power rockender, ausgelassener, ordentlich Zunder gebender, kochender, ein gewaltiges Gitarren-/Slide-Feuerwerk abbrennender /Southern)Bluesmann, die andere ein regelrechter Poet, ein Literat, ein aus tiefster Seele agierender Singer-Songwriter. Nur selten hat er in der Vergangenheit beides miteinander verknüpft, sieht man man von dem exzellenten 2001er-Werk "Ash Wednesday Blues" ab. Entweder entschied er sich für die eine oder die andere Seite. Doch bei "American patchwork" hat er, egal ob es sich um laute, mächtig dampfende Rocker, oder um eher etwas zurückhaltendere Nummern handelt, eine geradezu brillante Balance zwischen beiden Welten gefunden. Kerniger Rootsrock, die ein oder andere wundervolle Ballade und brodelnder, southern-inspired (Heavy)Bluesrock bilden eine unzertrennliche Einheit. Die Arrangements haben eine herrlich rohe, dreckige Basis, oft vollgepackt mit rauen, kratzigen E-Gitarren-Riffs, überaus intensiv und druckvoll, teils mit langen, würzigen, elektrisierenden, packenden Gitarrensoli, die nicht nur die Gemeinde von den North Mississippi Allstars bis hin zu Gov't Mule "vom Hocker hauen" werden. Dann wieder glänzen sie mit herrlich transparenten Gitarren und einem wunderbar lockeren Ambiente, das nicht selten auch mal an einen Jackson Browne erinnert. Apropos Jackson Browne: Osborne's Stimme klingt zuweilen wie eine Mischung aus Luther Dickinson (North Mississippi Allstars), Steve Miller und eben Jackson Browne. Er ist, wie gesagt, ein klasse Sänger. Begleitet wird Osborne von 3 großartigen Musikern. Zum einen, dem exzellenten Keyboarder Robert Walter, der den Sound immer wieder mit ganz wundervollen, markanten Hammond Orgel-Klängen veredelt, und zum anderen von dem stark trommelnden Schlagzeuger Stanton Moore (von der Band Galactic) und dem zweiten Gitarristen, aber auch Percussion und Background Gesang beisteuernden Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity). Letzter beiden haben das Album auch zusammen mit Anders Osborne produziert. Der Sound ist super! Alles strahlt, wie gesagt, eine immense Intensität aus, aufbauend auf Osborne's spürbarer Inspiration und seinem magischen "Spirit". Das Album startet gleich mit einem absoluten "Kracher", einem lauten Aufschrei, mitten ins Herz tiefster Dunkelheit. "On the road to Charlie Parker" heisst die Nummer, ein bärenstarker, leicht swampiger, southern-fueled Bluesrocker über die dunklen Seiten der Heroin-Abhängigkeit und die ausweglosen Nöte eines Junkies. Genauso intensiv wie das Thema ist die Musik. Dreckig, rau, ruppig, drückend, voller massiver, roher Gitarren-Riffs, unterstützt von Robert Walter's tollen Orgel-Fills - aber auch mit einer starken Melodik, vor allem im Refrain. Was für ein klasse Groove! Zum Ende hin wird die Nummer immer lauter. Kocht gewaltig! Ein irre starker Auftakt! Aber keine Bange, es geht mit dieser Qualität ohne jeden Hänger bis zum Schluß weiter. "Echoes of my sins" beispielsweise ist ein grandioser, sehr erdiger, aus hartzigen, bluesigen Riffs entspringender Rootsrocker mit einem herrlichen Reggae-Groove. Osborne's Wahlheimat New Orleans ist allgegenwärtig. Toll erneut die feinen Hammond Orgel-Fills und die vorzügliche Melodie. Mit "Got your heart" folgt gleich noch ein klasse Reggae, der einerseits eine unterschwellige Southern-Schwüle ausstrahlt, andererseits aber sehr locker rüber kommt, während mit dem anschliessenden, brodelnden "Killin each other" ein kerniger, heisser "funked-up" Rocker aus den Lautsprechern fegt. Dann die wunderschöne, weich und überaus angenehm ins Ohr fliessende, voller positiver Aufbruchsstimmung steckende, lockere Rootsrock-Ballade "Acapulco", die mit ihrer Frische etwas von einem Jackson Browne aus seinen allerbesten Tagen hat. "Osborne's slide sings as sweetly as his voice", schreibt ein U.S-Journalist - und damit kann man es nicht besser ausdrücken. Danach wieder zwei donnernde, krachende Heavy-Bluesrock-Nummern voller gewaltiger Intensität. Zunächst das saustarke "Darkness at the bottom" und dann das geniale "Love is taking it's toll". Ist das dreckig, ist das heftig, ist das laut! Ein kochender, riffiger, fetter Groove - und dennoch wieder diese großartige Melodie. Dazu ein glühendes, kreischendes, unter Starkstrom stehendes, ausgedehntes Gitarrensolo, gefolgt von einem ebenso prächtigen Orgel-Solo im zweiten Break. Am Ende brechen fast alle Dämme. Diese Nummer würde auch bestens in das Repertoire von Gov't Mule passen. Hammer! Klar, das danach etwas Erholung nötig ist, die mit dem wunderbar lockeren, flockigen, fast schon sonnig californischen Rootsrocker "Meet me in New Mexico" auch kommt. Wunderbar, dieser lässige Percussion-Groove, diese Wärme, aber auch diese erdige Natürlichkeit. Geht runter wie Öl. Tolle Melodie, erstklassiger Gesang, exzellentes Gitarrenspiel, klasse Orgel-Fills, und ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr gehen will. Mit der wunderschönen, nur von glasklaren, transparenten akustischen Gitarren begleiteten, ruhigen Ballade endet schließlich dieses absolute Meisterwerk. "American patchwork" übt mit seiner Intensität, seinen Emotionen und seiner Spannung einen immensen Reiz auf den Zuhörer aus. Alles, was Osborne hier zelebriert, kommt aus tiefstem Herzen. Das nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Essentieller Roots- und Bluesrock aus New Orleans! Schlichtweg brillant!

1 On the Road To Charlie Parker - 4:16   
2 Echoes of My Sins - 4:34   
3 Got Your Heart - 4:05   
4 Killing Each Other - 4:09   
5 Acapulco - 3:49   
6 Darkness At the Bottom - 6:00   
7 Standing With Angels - 5:15   
8 Love is Taking Its Toll - 5:01   
9 Meet Me In New Mexico - 4:00   
10 Call On Me - 2:57

Art-Nr.: 6889
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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On the road to Charlie Parker
Echoes of my sins
Acapulco
Darkness at the bottom
Love is taking its toll
Meet me in New Mexico

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Owen, Jake - startin' with me [2006]
Glanzvolles Major-Label-Debüt von Jake Owen, einem in Vera, Florida aufgewachsenen jungen Burschen, der eigentlich mit großen Ambitionen im Golfsport begann. Den 18-Loch-Parkur musste er jedoch aufgrund eines Unfalls hinter sich lassen, was sich im Nachhinein aber als außerordentliches Glück für die Country-/New Country-, und bei einigen beherzten, großartigen Nummern auch für die "southern-rocking"-Country-Welt erweist. Sein Erstling muss ohne Wenn und Aber zu den ganz starken Neuveröffentlichungen des Jahres gezählt werden. Jake ist mit einer für sein Alter ungemein charismatischen Bariton-Stimme ausgestattet.
Hinzu kommt, dass er mit einem außerordentlichen Songwriting-Talent gesegnet zu sein scheint (hat sämtliche Songs selbst geschrieben, zum Teil an der Seite bekannter Komponisten wie Brett James, Casey Beathard oder Chuck Jones). Produziert hat der in Nashville angesagte Allrounder (Musiker, Komponist, Produzent) Jimmy Ritchey (Mark Chesnutt, Kenny Chesney), der den Stücken einen ungemein fetten Soundanstrich verliehen hat. Auch im Instrumentalistenbereich wurde für Jake’s Debüt an nichts gespart, gibt sich hier mal wieder die allererste Garde, nicht nur der Nashville-Studio-Creme, die Ehre. Am Schlagzeug beispielsweise sitzt der phänomenale Kenny Aronoff (u.a. John Mellencamp, John Fogerty, Melissa Etheridge), die E-Gitarren bedienen u.a. David Grissom, Pat Buchanan und Brent Mason, an der Steel sitzt Paul Franklin, Glenn Worf am Bass, Gordon Mote an den Tasten, und, und, und! "The Bad In Me", der Eröffnungstrack, zeigt direkt, quasi im Umkehrschluß zum Songtitel, in beeindruckender Weise "das Gute" dieses Jake Owen. Er versteht es glänzend, (New)Country-Stücke mit traditioneller Basis sehr dynamisch, satt und zeitgemäß aufzupeppen, wobei er auch immer wieder, mal mehr, mal weniger, auf die eingangs bereits erwähnten Southern-Elemente zurückgreift. Der sehr kraftvoll dargebotene Song liegt genau an der Schnittstelle dieser Musikarten. Heulende Orgelklänge, stampfende Rhythmen, klasse Dobro-Fills, prächtige, würzige E-Gitarren und Slide-Duelle! Kollegen wie Travis Tritt, Trace Adkins, Montgomery Gentry, Rodney Atkins und die Van Zants lassen hier grüßen, aber auch Verehrer von Leuten wie Trent Willmon, Dierks Bentley, Buddy Jewell oder Josh Turner werden im Verlauf des Albums von Owen's Musik mehr als angetan sein. Die andere Seite von Jake sind die gefühlvollen, entspannten, ebenfalls sehr gelungenen, reinen Balladen, wie zum Beispiel "Something About a Woman" (Piano-/Seel-geetränkt), "Ghosts" (wurde auch schon von Kenny Chesney interpretiert), "Startin’ With Me" (relaxtes Midtempo, schöne Akustik´Gitarren-Untermalung, klasse E-Gitarren-Solo) die allerdings vollkommen, und das ist sehr sympathisch, ohne übertriebenen Bombast auskommen. Die absoluten Highlights sind aber immer wieder die (southern) rockig angehauchten Songs, wobei den exzellenten E-Gitarristen erstaunlich viel Spielraum gewährt wird ."Yee Haw" beispielsweise, die erste Single des Albums, hat es direkt unter die Top-Twenty der Billboard Country-Singles-Charts geschafft: Ein tolles, gut tanzbares Honkytonk-/Gute Laune-Stück mit allen entsprechenden Zutaten wie klimperndes Honky Tonk-Piano, äußerst "cooler" Gesang und swampigem Rhythmus, wobei die Titelzeile des Liedes bei seinen Live-Gigs vermutlich aus vielen tausend Bier-Kehlen heraus freudig mitgekrischen wird. Stark auch "Eight Second Ride", das in seiner Spielfreude (prächtig rockende Double Leads) an Klassiker der Charlie Daniels Band erinnert, oder "Hard Not To Love You", ein schwüler Southern-Blues mit tollen Slide-Gitarren und herrlich integrierten, weiblichen Ooh-Ooh-Background-Gesängen. Zum Schluß gibt es dann mit dem traumhaften "You Can Thank Dixie" noch eine geradezu "sensationell" schöne Südstaaten-Ballade, mit Ambitionen zum Klassiker. Hier zog Jake seinen Namensvetter Randy Owen (übrigens nicht verwandt mit Jake), seines Zeichens Sänger der Band Alabama, zum Duett heran. Dies ist nicht nur ein intelligenter "PR-Gag", nein, der Song hat es wirklich in sich! Beide Stimmen ergänzen sich eindrucksvoll mit ihrem wunderbaren "Southern-Drawl" zu einer großartigen Einheit, der Text wimmelt nur so voller emotional besungener Südstaaten-Klischees, dazu klares Akustik-Gitarrenspiel in Kombination mit feinen Piano-/Orgel-Fills, sowie jeder Menge grandioser E-Gitarrenfeinheiten, wie herrliche Double-Leads-Passagen in der Mitte, und am Ende ein im Anschluss an ein Drumbreak folgendes, mitreißendes Gitarren-Finish! All das läßt diesen Song zu einer wahren Southern-Hymne avancieren. Ein phänomenales Ende! Southern-Rocker, traut euch..! "Startin’ With Me" ist mal wieder ein bärenstarkes, beeindruckendes Debüt eines sehr vielversprechenden Newcomers in Nashville. "Starten Sie durch", mit Jake Owen! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4324
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Park, Kyle - make or break me [2011]
Drittes Komplett-Album des aus Austin stammenden, fleißigen Texaners. Kyle Park hatte im letzten Jahr seine Fangemeinde nicht nur durch stetige Live-Präsenz, sondern auch durch gleich zwei EPs ("Spring" / "Fall) verwöhnt. Ihm ist es laut eigener Aussage sehr wichtig, seine Anhänger möglichst regelmäßig und, wenn machbar, in einigermaßen kurzen Abständen mit aktueller Musik von ihm zu versorgen. Für seinen mit 15 Stücken sehr üppig bestückten, neuen Longplayer "Make Or Break Me hat er die beliebtesten Tracks der beiden EPs (die Fans konnten darüber abstimmen) alternativ eingespielt (neue Fassungen) und mit sechs brandneuen Liedern ergänzt. Park wird zwar mit zur Red Dirt-Szene gezählt, ist da aber eher der countrylastigeren Fraktion der Marke Kevin Fowler & Co. mit Hank zum Nashville-kompatiblen New Country, zuzuordnen (ist ja zudem einer der wenigen Hutträger und wirkt nicht nur äußerlich so ein wenig wie der "Kenny Chesney der Red Dirt-Szene"). Auch seine helle, angenehme Stimme weist deutlich mehr Nashville-Bezug auf, als der eher angerauht slangträchtige Gesang der meisten Interpreten in der Lonestar-/Oklahoma-Area. Sein neues Werk beginnt sofort mit dem Titelstück und zugleich ersten Single "Make Or Break Me" und das gibt auch damit den roten Faden vor, der sich durch das gesamte Album zieht: Sehr melodische und lockere, zumeist radiotaugliche Songs, die zum einen von ihren eingängigen Refrains und zum anderen von der erstklassigen Instrumentierung leben (allerdings gibt es auch einige aus dem Rahmen fallende Überraschungen). Nicht zuletzt ein Verdienst der von Kyle mit sehr viel Geschick ausgesuchten, prominenten Begleitmusiker wie Steel-Urgestein Lloyd Maines (Gast auf "Missing You"), Keyboarder John Whitby oder Larry Franklin an der Fiddle. Bärenstarke und facettereiche Kost wird aber besonders von der Gitarrenfraktion geleistet, die von akustischer zu elektrischer, wie von Rhythmus- bis hin zur Solo-Arbeit glänzende Beiträge abliefert: John Carroll, Hayden Nicholas, Band-Gitarrist Karl Schwoch aber auch Kyle Park selbst lassen in perfekter Manier (teilweise auch richtig Southern-rockig - viele Bariton-, einige Twin-Parts) die Finger über die Saiten fliegen, was immer wieder großen Spaß bereitet. Auch die sehr kurzweilig aufeinander wechselnden Stile fügen sich dank klug gewählter Songanordnung letztendlich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen. "The Heart Of You" und "Just A Fake Smile" bieten knackigen, modernen New Country (dezentes Rascal Flatts-/Jason Aldean-Flair). "Prove It To You" und "I Love Her For A Million Reasons" haben dank fetter E-Gitarren Southern Rock-Bezug, "What You’ll Never Know", das abschließende "Overboard (It’s Over)" und "Brokenhearted" (geschrieben mit Ryan Beaver) glänzen mit toller Atmosphäre, letzteres kommt sogar richtig düster. Und das von einem markanten Retro Fiddle-Riff geführte, herrlich altbacken im positiven Sinne dahinswingende "Leavin’ Stephenville" (neben "Brokenhearted" wohl die größte Überraschung des Werkes), sowie das sich mit einem nahezu in den Gehörgang festfräsenden Refrainzeile ausgstatteten "Whatever It Takes" (dazu pompöse Pianoarbeit von Whitby) lassen den Zuhörer nur schwerlich los und verleiten hinterher dazu, die Melodien innerlich nachzusummen, bzw. nachzusingen. Sämtliche Tracks wurden von Kyle Park solo oder mit diversen Co-Writern wie z.B. George Ducas oder Randy Rogers-Gitarrist Geoffrey Hill kreiert, dazu zeichnet er sich auch für die sehr klare Produktion alleinig verantwortlich. Mit "Make Or Break Me" hat Kyle Park von daher ein tolles, vielseitiges (New) Country-Album hingelegt, das seine Anhänger eher bei der Stange halten wird, als dass man sich von ihm abwendet. Vermutlich wird er sogar mit diesem Werk viele neue hinzugewinnen. Ein interessanter Mann mit viel Kreativpotential, der ganz sicher noch einiges von sich hören lassen wird. Tolle Leistung, Kyle Park! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Make or Break Me 3:47
2 Prove It to You 3:25
3 Mistakes I'll Regret 3:01
4 The Heart of You 3:28
5 I Love Her for a Million Reasons 3:48
6 All Night 3:42
7 Any Day or Night 4:20
8 I'm Missing You 4:05
9 Leavin' Stephenville 3:28
10 What You'll Never Know 3:26
11 Just a Fake Smile 3:19
12 Brokenhearted 3:06
13 I Think You're in Love 3:49
14 Whatever It Takes 4:34
15 Overboard (It's Over) 3:30
16 [CD-ROM Track]

Art-Nr.: 7614
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Make or break me
The heart of you
All night
Any day or night
I'm missing you
Leavin' Stephenville
Brokenhearted

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Parmalee - feels like carolina [2013]
Klasse, neue Band, die gerade in den Billboard Country-Charts mit ihrer Single "Carolina" für ordentlich Furore sorgt. Ein toller Einstand für Parmalee, bestehend aus den Brüdern Matt (guitars, lead vocals) und Scott Thomas (drums, percussion) sowie deren Cousin Barry Knox (bass, background vocals) und Langzeitfreund Josh McSwain (guitars, keys, background vocals). Endlich mal wieder eine Band in Nashville, möchte man fast sagen, wo in letzter Zeit eigentlich nur noch Solo-Interpreten oder Gesangs-Duos bzw. -Trios den Ton in den oberen Bekanntheits-Regionen angeben. Und ganz so grün hinter den Ohren sind die vier Jungs auch nicht, ganz im Gegenteil, sie musizieren schon in dieser Formation seit 2001 zusammen (zum Teil damals auch von Mötley Crue-Mitglied Nikki Sixx gefeatured, vermutlich haben sie auch deswegen eine ordentliche Portion Rock im Blut), wobei die Thomas-Brüder schon in frühester Jugend mit in die Countryrock-Band ihres Vaters eingebunden waren. Nach einer wahren Odyssee durch die Lande, entschlossen sich die Vier irgendwann, mit ihrem Wohnmobil Nashville anzuvisieren. Bei einer ihrer diversen Songwriting-Sessions (zur damaligen Flutzeit in Nashville) lernten sie David Fanning kennen, mit dem sie zunächst den Opener dieses Albums "Musta Have A Good Time", ein rotziger Redneck Country Rocker im Stile von Brantley Gilbert, kreierten. Fanning, sowohl Mitglied in Jason Aldeans Tour-Band, als auch mit seinen Kollegen Kurt Allison, Tully Kennedy und Rich Redmond Studio- bzw. Produktionsfirmabesitzer von NV (New Voice Entertainment), verschaffte dem talentierten Quartett letztendlich einen Plattendeal beim Broken Bow-Unterlabel Stoney Creek Records, das bisher Thompson Square und Randy Houser als Flaggschiffe unter Vertrag hat. Zuvor im Jahr 2010 hatte die Band allerdings noch ein einschneidendes Erlebnis, das wohl immer im Kontext mit ihrer Historie verbunden bleiben wird. Nach einem kurzen Tour-Zwischenintermezzo in ihrem Heimatstaat North Carolina wurden Scott und Matt Opfer eines bewaffneten Überfalls, als sie gerade nach einem Gig die Instrumente einladen wollten. Scott, der eine Waffenlizenz besitzt, zog sein zur Hand liegendes Gewehr und es kam zu einem Schusswechsel, bei dem einer der Täter starb und er mit drei Kugeln schwer verletzt wurde (lag 13 Tage im Koma). Die Ärzte gaben ihm nur eine 5%ige Überlebenschance. Zum Glück bewahrheitete sich dies nicht und er ist heute voll genesen und auch als Drummer wieder voll einsatzfähig. Das bereits erwähnte "Musta Have a Good Time" ist dann auch als Single ihres Debütalbums "Feels Like Carolina" auserkoren worden und erreichte mit einer ersten Top-40-Platzierung einen Achtungserfolg. Den durchschlagenden Treffer erzielte jedoch Single Nr. 2 "Carolina". Bei dieser herrlich melodischen Nummer (klingt so ein wenig wie wenn Nickelback eine New Country-Scheibe aufnehmen würden - Matts Stimme erinnert manchmal auch ein wenig an die von Chad Kroeger) merkt man schon direkt beim Drum-/E-Gitarren-/Orgel-Intro, dass da hitverdächtiges auf einen zukommt. Sie ist auch auf dem Weg zur ersten "Number One" für das Quartett (zur Zeit Platz 6 in den Billboard Country-Charts). Der Rest des Albums ist der bewährte Mix, den man bei vielen der jungen, wilden Interpreten des Genres antrifft. Ein paar Fun-Songs(z. B. das herrlich relaxt in dezenter Retro-Manier humorvoll dahingroovende "Day Drinkin'"), ein paar satte, gitarrenträchtige Country-Rocker ("Move", "Back In The Day" und das furiose "I’ll Bring The Music") mit viel Southern-Rock-Esprit und diverse schöne, hochmelodische, z. T. stadiontaugliche Midtempotracks ("Close Your Eyes", "Dance", "Another Day Gone") und Powerballaden ("Think You Oughta Know That", "Already Callin’ You Mine"), allesamt mit hohen Hit- und Chartpotential ausgestattet. Klasse vor allem, dass die Band die Songs nicht nur selbst eingespielt hat (es sind allerdings auch einige hochkarätige Gäste wie Dan Dugmore, Russ Pahl, Adam Shoenveld, Jason Mowery, Danny Rader mit an Bord), sondern auch größtenteils mitkomponiert hat. NV haben "Feels Like Carolina" dann natürlich auch produziert. Ein tolles, kurzweiliges Debüt ohne jeden Hänger, das richtig Laune macht. Parmalee werden vermutlich zunächst so manchem großen Headliner bei den folgenden Touren schon mächtig Dampf unter dem Kessel machen. Ein erfrischender, junger, moderner New Country-Vierer mit jeder Menge Hit-Potential auf der Schiene Jason Aldean, Blake Shelton, Eric Church, Jake Owen, Keith Urban & Co. Weiter so, Jungs! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Musta Had a Good Time - 3.35
2. Day Drinkin' - 3.14
3. Move - 3.19
4. Close Your Eyes - 3.34
5. Dance - 3.12
6. Carolina - 3.21
7. Think You Oughta Know That - 3.04
8. Back in the Day - 3.17
9. My Montgomery - 4.07
10. Already Callin' You Mine - 3.04
11. I'll Bring the Music - 3.23
12. Another Day Gone - 3.19

Art-Nr.: 8406
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Pear Ratz, The - still hungry ... still hurtin' ~ live at brewster street [2012]
Höllen-Live-Album der Texaner! Nach nunmehr drei starken Studio-Werken "Rat Now" (2006), "Hollier Than Thou" (2007) und "Rat Outta Hell" (2010), die allesamt ein stetiges Steigerungspotential beinhalteten, legen die Mannen um ihren charismatischen Bandleader Bob Strause nun endlich ein musikalisches Live-Dokument vor, dass ihr energiegeladenes Treiben auf der Bühne hervorragend offeriert, bzw. reflektiert. Ja, das ist mal 'ne richtige Live-Combo, die mit ihrer Power und ihrem fulminanten, mit 3 E-Gitarren rausgehauenen Red Dirt-/Southern-/Outlaw-/Countryrock locker in der Lage ist, die einschlägigen Honky Tonk-Schuppen und Roadhouses des Landes bis auf die Grundmauern "niederzubrennen". Machen die eine Freude! Die Bandmitglieder haben ihre Wurzeln in den 1980er Jahren und stammen ursprünglich aus der Thrash Metal-Szene(!), aber aufgrund familiärer Begebenheiten (Heirat, Großziehen der Kinder) legte man eine längere Pause ein. Mit dem über die Jahre einhergehenden menschlichen Reifeprozess erkannten Strause & Co. allerdings, dass man für die Metal-Sparte doch zu alt geworden ist. Acts wie Cross Canadian Ragweed und Reckless Kelly inspirierten letztendlich dazu, sich im Umfeld von Red Dirt, Southern Rock und texanisch angehauchtem Outlaw-/Countryrock neu zu erfinden. Mit den Erfahrungen und Vorlieben von früher kombiniert, waren die besten Voraussetzungen für eine explosive Mischung geschaffen, was im Studio auf den o. a. Alben auch schon eindrucksvoll zelebriert wurde. Doch wo kann man schließlich doch am besten seine ganze Energie loswerden, wenn nicht auf der Bühne? The Pear Ratz zeigen sich auf "Still Hungry…Still Hurtin‘ - Live At The Brewster Street Ice House" von allen musikalischen Konventionen völlig losgelöst und brennen ein begeisterndes Feuerwerk texanischen Country/Outlaw/Red Dirt/Southern Rock'n Rolls ab, das es nur so raucht. Hölle! Schon das emotionale Intro des die Band ankündigen "Moderators" lässt erahnen, dass im weiteren Verlauf der Show die Post abgehen wird. Das ist Musik zum Mitwippen, Stampfen, Mitgrölen und teilweise, auch wenn’s nicht typisch für’s Genre ist, durchaus zum dezenten Headbangen. Nicht zu vergessen eine gewisse Einnahme an gerstenhaltigen Getränken als unverzichtbare Grundlage! Das ist keine Mucke für Zartbesaitete und Liebhaber filigraner Töne, hier wird in typischer Redneck-Manier geklotzt, gerockt und gefeiert, wobei aber auch die musikalische Qualität nie zu kurz kommt (z. B. jede Menge glühende, "scharfe" E-Gitarren-Soli). Die Band, mittlerweile bestehend aus Bob Strause (vocals / guitar), Rodd Daws (bass/ harmony vocals), Joe Talbert (lead guitar / harmony vocals), Billy Joe High (lead guitar / mandolin) und John Starek (drums) präsentiert dabei einen schönen Querschnitt aus allen drei Alben und hat dazu einige Überraschungen parat: Zum einen wurde der Co-Writer von "Cheaters" (vom "Rat Outta Hell"-Album), Rich O’Toole (selbst ein eigenständiger und beliebter Performer der Red Dirt Szene), für den Track mit auf die Bühne geholt und zum anderen wurde ihr Gitarrist aus Anfangstagen, Chris Nelson, für eine furiose Coverversion des Creedence Clearwater Revival-Hits "Green River" (geschrieben von John Fogerty) rekrutiert. Von Beginn an, mit dem Opener "Back Around", wird gerockt, dass die "Schwarte kracht". Beim tempogeladenen "Talkin‘ Myself Outta Killin‘ You" blitzen sogar die alten Metal-Zeiten wieder ein wenig auf. Herrlich immer wieder zwischendurch die schön "versoffen" klingende Stimme von Strause. Ab und zu wird mal sporadisch der Fuß vom Gaspedal genommen und die Pear Ratz beweisen mit Stücken wie "Jesus Loves The Bad Boys", "Bottom Of The Bottle", "Friends" oder "Porch Swing In Heaven", dass sie durchaus gefühlvolle Songs kreieren können. Stark, wenn Billy Joe High sich zur Rhythmus-Untermalung die Mandoline schnappt, wie bei der klassischen Red Dirt-Nummer "Sing Jolie Again". Er und der andere Lead-Gitarrist Joe Talbert liefern immer wieder sehr typische, im Southern Rock verankerte Soli ab, sporadisch auch in der im Genre so beliebten Twin-Variante, wobei zum Teil ein Marshall Tucker-ähnliches Ambiente erzeugt wird ("Rose In Paradise", "Friends", "Porch Swing In Heaven"). Noch eines ist bemerkenswert: Trotz all der massiven Energie, dieser losgelassenen, überschwänglichen Spielfreude und des rauen Ambientes, das die Band vorgibt, bleiben die Lieder allesamt prächtig hängen und sind nicht selten durchzogen von großartiger Melodik. Das ist einfach eine "geile" Truppe, die nicht nur Spaß hat, sondern auch ihr Handwerk versteht. Mit "Still Hungry…Still Hurtin‘ - Live At The Brewster Street Ice House" geben uns die Männer um Leader Bob Strause einen authentischen Eindruck, wie es bei den Live-Gigs dieser Texaner abgeht. Passend dazu wieder mal die (höllenähnliche), klasse Covergestaltung der Geschwister Dodds (Backstage Design Studio). Unsere Empfehlung: Legt Euch massive, gut gekühlte Biervorräte an und geht dann gemeinsam mit den furiosen Pear Ratz durch ein ordentlich loderndes, (musikalische) Live-Feuer! Und: Play it loud!" Viel Spaß dabei, ihr werdet es nicht bereuen! (Daniel Daus)

Die komplette Tracklist:

1. Intro - 0:19
2. Back Around - 3:10
3. Senses - 4:02
4. Talkin' Myself Outta Killin' You - 2:40
5. Killin' U2 - 3:16
6. Nice, Ice Cold Bottle Of Beer - 3:10
7. Rose in Paradise - 4:00
8. Cheaters - 2:58
9. Jesus Loves Bad Boys Like Me - 4:40
10. Devil On My Shoulder - 4:46
11. Bottom Of The Bottle - 4:54
12. Sing Jolie Again - 4:00
13. Holier Than Thou - 3:24
14. Friends - 4:20
15. South Of The Nueces - 5:44
16. Green Rive - 4:23
17. Porch Swing In Heaven - 3:47

Art-Nr.: 7993
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Back around
Senses
Killin' U2
Cheaters
Jesus loves the bad boys
Sing Jolie again
Friends
South of the Nueces
Green river

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Perfect Stranger - shake the world [2009]
Glänzendes Comeback der New Country-"Urgesteine"! Perfect Stranger, gegründet 1986 von Bassist Shayne Morrison und Gitarrist Richard Raines in Carthage, Texas, hatten ihre erfolgreichste Zeit Mitte der Neunziger Jahre, als sie sogar bei den ACM-Awards als beste Gruppe des Jahres nominiert wurden. Der Titelsong "You Have the Right to Remain Silent" aus ihrem gleichnamigen 1994 veröffentlichten Major-Debut auf "Curb" erreichte damals die Top 5 in den Billboard Country Singles-Charts und das von Vince Gill geschriebene "Ridin' the rodeo" war der "number one independent country song in America". Anfang des neuen Jahrtausends veröffentlichte man ein zweites Album ("The Hits"), ging aber schließlich nach Raines Ausstieg getrennte Wege. Shayne Morrison tat sich mit Clint Williams als Duo zusammen, der in der seinerzeitigen Endphase von Perfect Strangers auch schon zum Line-Up der Band gehörte. Die beiden brachten im Jahre 2005 ein sehr schönes Album heraus, dem aber die kommerzielle Anerkennung versagt blieb. Mittlerweile bilden sie mit dem großartigen, von Walt Wilkins & the Mystiqueros dazu gestoßenen Sänger Marcus Eldridge, gleichzeitig ein famoser Gitarrist (der aus Tomball/Texas stammende Eldridge gehört zu den talentiertesten Gitarristen der Texas Countryrock-Szene - "a guitar player's guitar player with a wild & free-flowing mixture of south-Texas twang, blues, ranchero sauce, beef ribs, and Houston July icehouse jukebox", wie es einmal ein amerikanischer Journalist ausdrückte), das Grundgerüst der nun wieder reformierten Perfect Stranger. Hinzu kommen noch Drummer Doug Martin und der Multiinstrumetalist Chad Ware (Guitars, Banjo). An der B-3 Orgel half zudem noch Gary Leach aus. Jetzt versucht man mit neuem Elan nicht nur an alte Erfolge anzuknüpfen, sondern zu neuen Ufern aufzubrechen. Der Grundstein dafür ist mit dem großartigen Album "Shake the world" gelegt. Perfect Stranfer spielen einen erfrischenden, knackigen, zumeist recht flotten, Gitarren orientierten New Country, Countryrock/-pop, der zum einen sehr Charts- und Nashville-kompatibel ist, zum anderen aber auch von diesem unbekümmerten, typisch texanischen "Red Dirt"-Feeling unterwandert ist. Die Erfolgs-Aussichten sind wahrlich nicht schlecht, denn sämtliche zehn Stücke (davon sind, bis auf einen, alle selbst komponiert) haben das Zeug die Radiosender zu erobern und zum Hit zu werden. Garant dafür könnte Sänger Marcus Eldrigde werden, dessen klasse Stimme als eine Art Mischung aus Rascal Flatts Sänger Gary LeVox, Cody Canada (Cross Canadian Ragweed) und Keith Urban durchgehen könnte (vor allem die Ähnlichkeit zu Keith Urban ist hin und wieder frappierend). Aber auch Clint Williams, der ebenfalls einige Tracks singt, steht Eldrigde in nichts nach und verleiht als Gegenpart dem Ganzen sogar noch zusätzliche Abwechslung, zumal die Harmonien der beiden, die vor allem in den Rafrains zu hören sind, wirklich exzellent rüberkommen und gar leichte Erinnerungen an Restless Heart aufkommen lassen. Trotz der leicht poppigen Ausrichtung (das ist nicht negativ gemeint und untermauert vor allem die Radiotauglichkeit) wurde fast jedes Lied mit schönen E-Gitarren und Soli ausgestattet, denn immerhin sind mit Eldridge, Williams und Ware ja gleich drei Lead-Gitarristen am Start. Herrlich direkt beispielsweise die Twin-Gitarren am Anfang des flockigen, lässig groovenden, aber knackigen, frischen, wunderbaren Openers "Hey Virginia", bei dem man wirklich meinen könnte, Keith Urban hätte hier höchstpersönlich einen Gastauftritt. Klasse Melodie! Toll auch, wie gesagt, die Harmoniegesänge, die wummernde Orgel und die zwei filigranen Southern Rock-kompatiblen E-Gitarren-Soli. Ein echter New Country-Knüller! Williams' erster Einsatz erfolgt beim von einem schönen Heartland-Flair durchzogenen Titelstück "Shake The World" (feine Akustikgitarrenuntermalung, sehr kräftiger, markanter Refrain). Und so teilen sich Eldridge und Williams bei den nachfolgenden Songs in einem sehr gut abgestimmten Verhältnis die weiteren Frontparts, wobei das E-Gitarren durchzogene "Turn Around Point" (klasse Soli), das pop-rockige "Unwelcome Guest", der mit etwas Western-Flair versehene, ein wenig an Little Texas erinnernde, knackige Countryrocker "The Comeback" (schön hier das unaufdringliche aber markante Banjospiel von Chad Ware), die hier etwas trockener und rootsiger umgesetzte Neueinspielung von "Beautiful Regret" (aus dem oben bereits erwähnten. Morrison Williams-Album) und das wieder sehr dynamische, knackige, etwas "Red Dirt"-angehauchte und mit Keith urban-Spuren durchsetzte "Highway Girl" (starke Gitarrenparts, tolle Soli) herausragen. Die Scheibe macht vom ersten bis zum letzten Track Spaß und geht runter wie ein eisgekühlter Cocktail an der am türkisblauen Meer liegenden Strandbude. Genau das richtige für die Sommerzeit. Gute Laune pur. Perfect Stranger müßten angesichts des geballten Hitpotentials mit "Shake the World" eigentlich die Billboard-Country-Charts ordentlich durcheinanderwirbeln, sofern sie denn einen Major-Deal hätten. Haben sie aber nicht! So werden sie wohl, vorerst zumindestens, nichts vom gewinnbringenden Nashville-Kuchen abbekommen, sondern weiter ein unterbewerteter "Insidertipp" bleiben. Uns und unseren Kunden kann's erst einmal egal sein, denn wir alle dürfen teilhaben und uns erfreuen an dem absolut starken Comeback von Perfect Stranger. Große Klasse, Jungs! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Hey Virginia - 4:29   
2 Can't Run Away - 3:01   
3 Downtown Neon Lights - 3:12   
4 Shake the World - 3:48   
5 Turn Around Point - 2:24   
6 Unwelcome Ghost - 4:38   
7 The Comeback - 3:32   
8 Highway Girl - 3:55   
9 Beautiful Regret - 3:21   
10 Slow Motion - 3:14

Art-Nr.: 6473
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hey Virginia
Can't run away
Downtown neon lights
Unwelcome guest
The comeback
Highway girl

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Pirates Of The Mississippi - heaven and a dixie night [2006]
Er wehte immer durch ihre wunderbare Country-/New Country-/Countryrock-Musik - doch heute spürt man ihn mehr denn je: den Hauch des Südens! Wow, welch ein Comeback! Jawohl, die Pirates Of The Mississippi sind wieder da, und zwar mit einem absoluten Pracht-Album! Es war etwa Mitte der Achtziger Jahre als sich in Nashville der in Montgomery/Alabama geborene Sänger, Songwriter und Gitarrist Bill McCorvey sowie der aus Californien stammende Gitarrist und Songwriter Rich Alves mit 3 weiteren Session-Musikern zusammenfanden um die Pirates Of The Mississippi ins Leben zu rufen. Man tourte regelmäßig durch die Clubs, baute sich mit seiner irgendwo zwischen den Kentucky Headhunters und Alabama angesiedelten Musik nach und nach eine große und treue Fan-Gefolgschaft auf und erlangte schließlich auch die Aufmerksamkeit der großen Major-Labels! 1990 erschien ihr vielbeachtetes Debutalbum, dessen Singles "Honky Tonk Blues", ein Hank Williams-Cover, und "Feed Jake" es immerhin bis auf Platz 30, bzw. Platz 15 der Billboard-Country-Singles-Charts schafften. Doch weitere größere kommerzielle Erfolge blieben aus, und das, obwohl das Nachfolgewerk "Walk the plank" aus dem Jahre 1991 insgesamt nochmal eine deutliche Steigerung mit sich brachte. Presse und Kritik waren sich über die Klasse der Band immer einig, doch nach 3 weiteren gefloppten Alben war man schließlich am Ende! Bis heute! Schön das es solche Überraschungen gibt, vor allen Dingen, wenn sie dermaßen positiv ausfallen. Nach über 10 Jahren melden sich Bill McCorvey und Rich Alves, ergänzt um den neuen Drummer Pasi Leppikangas, Bassmann Ross Sermons und Nashville Tasten-Zauberer Gordon Mote mit einem, auf einem kleinen Independent-Label veröffentlichten, neuen Album zurück, das man vielleicht sogar als das beste ihrer bisherigen Karriere überhaupt bezeichnen muß! Es hat sie einfach wieder "gejuckt", wie sie betonen. Und das kommt rüber! Frei von jeglichen Label-Zwängen und modischen Trends, völlig unbeschwert, mit spürbarer Freude am Werk, haben sie, wie es scheint, ihre Musik nochmal einer kompletten Frischzellenkur unterzogen. Sehr beeindruckend! Das ist zeitloser, überaus melodischer, genauso lockerer wie knackiger, auf bestem Songmaterial basierender, genußvoll zwischen lupenreinen Honky Tonk-Traditionen und einem jederzeit spürbaren Southern-Charme (wie gesagt, die Truppe genoß/genießt auch im Dunstkreis des Southern Rocks unter den dem Country nicht abgeneigten Klientel einen sehr guten Ruf) balancierender, herrlicher Country/New Country/Countryrock, wie ihn die Befürworter dieser Stilrichtung über alles lieben. Großartig dabei die gesanglichen Leistungen von McCorvey. Dazu das fantastische Zusammenspiel der beiden, je nach Thematik würzig, riffig rockend, oder weich eingesetzten, jede Menge Southern-Feeling versprühenden E-Gitarren von Alves und McCorvey (mal mit rauen Riffs der Sorte Skynyrd, mal mit weichen Ansätzen der Marke Betts) mit vielen kleinen Soli, immer wieder klug ergänzt durch klimperndes Honky Tonk-Piano oder viel Wärme erzeugende Hammond Orgel-Klänge, wie zuweilen auch durch einen schönen im Hintergrund agierenden Banjo-Drive - alles im immer knackigen Rhythmus und mit bestens hängenbleibenden Melodien! Es passt einfach alles zusammen! Confederate Railroad, Little Texas, Alabama, die Kentucky Headhunters, in Ansätzen die Nitty Gritty Dirt Band, Blackhawk, vielleicht auch Brooks & Dunn waren und sind sicher Künstler, die im weitesten Sinne im gleichen Fahrwasser agieren wie die "Pirates", dennoch ist ihr southern-würziger Country(rock)-Sound einzigartig und unverkennbar! Mit dem prächtigen "Drinkin' money", angetrieben von einem mit viel Drive und dezentem Funk-Groove ausgestatteten, schön nach vorn gehenden Rhythmus, legen sie gleich voller Elan los! Ein toller Southern-/Country-/Roadhouse-Rocker mit starker Melodie, großartigen E-Gitarren-Licks, toughen Southern Twin-Riffs, kantigem Klavier-Geklimper und einem schönen Banjo im Hintergrund. Enthält ein sattes, kurzes E-Gitarren-Solo! Da lassen sogar Montgomery Gentry grüßen! Erdige Slide-Klänge und wiederum ein cooles Banjo begleiten den flotten, kräftigen, beherzten Honky Tonk-Feger "Kickin' up dust", der, würde er in Nashville von Brooks & Dunn präsentiert, wahrscheinlich zu einem Nummer 1-Hit werden würde. Mit dem anschließenden Titelstück "Heaven and a dixie night" bescheren uns die "Pirates" dann eine wahrhaft traumhafte, melodische, herrlich locker dargebotene, dennoch durchaus knackige, lupenreine Southern-Country-Ballade, wie man sie nicht "an jeder Straßenecke" geboten bekommt. Entspannte, elektrische Slide-Gitarre paart sich mit einer zweiten Lead Gitarre, dazu großartige Piano- und Orgel-Klänge. sowie ein herrlich lockerer Groove und eine erstklassige Melodie. Die Musik hält, was der Songtitel verspricht! Die absolut richtige Untermalung für eine schön "klischeehafte", romantische "Dixie Night" im tiefen Süden der USA! Toll! Wie auch der furiose, astreine, ordentlich abgehende, satte Honky Tonk-/Countryrock-"Two Stepper" "Is that country or what", der in allerbester Brooks & Dunn-, Montgomery Gentry-, Billy Ray Cyrus-Manier aus den Lautsprecher fegt. Wenn hier nicht die Tanzflächen aller Country-Roadhouses und Honky Tonk-Schuppen entlang des Mississippi und rund um Nashville bis zum Bersten gefüllt sind - wo dann? Tolle E-Gitarren, klasse Piano, kraftvoller Rhythmus! Sehr stark auch der knackige, viel gute Partystimmung verbreitende, swampige New Country-Rocker "Fish bait" mit seinen klasse Slide- und Orgel-Passagen, die schöne, voller Southern-Esprit steckende Countryballade "When love is meant to be", der voller dreckiger Stones-like Riffs und Southern-Flair steckende, straighte Countryrocker "Rollin'" (exzellente Blues-Harp in der Mitte), die von lockeren, gar an die Marshall Tucker Band oder die Allmans erinnernden Gitarrenlinien durchzogene Ballade "Wouldn't change a thing", oder der mit großartigen Twin Gitarren-Phasen gespickte und leichtem Banjo-Drive untermalte, flockige, frische Countryrocker "Me"! Wirklich durch und durch ein klasse Album! Die "Pirates Of The Mississippi" haben endlich wieder die Flagge gehisst. Laßt Euch von diesen "Freibeutern der Countryrocks" entführen und mitnehmen auf eine herrliche Reise durch südliche County-Gefilde! Genießt, das Cover stellt es bildlich prima dar, den "Heaven" und die "Dixie Night"!

Art-Nr.: 4557
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 11,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Drinkin' money
Kickin' up dust
Heaven and a dixie night
Is that country or what
Rollin'
Me

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Potter, Grace and the Nocturnals - this is somewhere [2007]
"The pride of Vermont is back"! Die charismatische, mit einem genauso mächtigen, wie seeligen und emotionalen, großartigen Organ ausgestattete Singer/Songwriterin (was ist diese Frau bereits in ihren jungen Jahren in der Lage für mitreißende, ja geradezu voller Klassiker-Potenzial steckende Songs zu schreiben) und Multi-Instrumentalistin (Piano, Orgel, Gitarre) ist zurück mit ihren exzellenten Nocturnals, um den Nachfolger zum letztjährigen, grandiosen "Nothing but the water" zu präsentieren - und was sollen wir sagen, die zweifellos sehr hohen Erwartungen ihrer vielen Fans (und denen, die es einfach noch werden müssen...) erfüllt sich sich erneut! Und wie! "This is somewhere", (der Albumtitel resultiert im übrigen aus einer Inspiration von Neil Young's "Everybody knows this is nowhere") manifestiert das immense Standing, das sich das Quartett in den letzten Monaten in der Szene des "old-fashioned timeless organic American Roots Rock'n Roll's" geschaffen hat, auf beeindruckende Weise und bringt die Truppe infolge des ungeheuer starken Songmaterials (alles stammt aus der Feder Potter's) zweifelsfrei noch einen weiteren Schritt nach vorn. Zudem hat exzessives Touring das musikalische Verständnis der Band weiter optimiert. Die amerikanische Rockpresse feiert die Nocturnals geradezu enthusiastisch - zu Recht! Natürlich ist Grace Potter mit ihrem inbrünstig und aus teifster Seele kommenden, leicht angerauten, viel Sex-Appeal versprühenden, würzigen Gesangsstil und ihrer Ausstrahlung weiterhin die zentrale Person des Quartetts, doch sie weiss drei exzellente Mitstreiter neben sich (Lead Gitarrist Scott Tournet beispielsweise liefert ein paar bestechende Soli ab, die ihm einen Stil irgendwo zwischen Neil Young, Jimmy Page und Derek Trucks bescheinigen), die zusammen, wir deuteten es bereits an, wie aus einem Guß agieren. Stimmlich wie eine unwiderstehliche Mischung aus Aretha Franklin, Janis Joplin, Susan Tedeschi, Sheryl Crow und vor allem Bonnie Raitt klingend und nachhaltig beeinflußt von solchen Größen wie The Band, J.J.Cale, eben jener Bonnie Raitt, Sheryl Crow, Lucinda Williams, Little Feat, Ryan Adams, den Rolling Stones und auch Led Zeppelin ergibt sich ein jede Menge Anziehungskraft austrahlender, geradezu faszinierender, herrlich groovender "brand of neo-classic Roots-Rock" voller swampiger Schwüle, dreckigem Roots-Staub, teils einem feinen Southernflair, auch mal etwas bluesig, dessen großartige Melodien sich tief in unsere verzückten Ohren bohren. Absolut jeder Song steckt voller Spannung und übt eine unwiderstehliche Magie auf den Zuhörer aus, der man sich kaum entziehen kann. Toller, "gritty" Sound (produziert haben Grace Potter und Mike Daly), vorwiegend bestimmt von breit angelegten, erdigen Gitarren, immer wieder angenehm ergänzt um die geschickt eingesetzten Orgel-/Piano-/Wurlitzer-Sequenzen der Protagonistin! Der prächtige, knackige Uptempo-Rootsrocker "Ah Mary" mit seinem klimpernden Piano, den fetten Gitarren (kochendes Solo im Break) und seiner wunderbaren Melodie bildet den Auftakt dieses tollen Albums, und von nun an geht's, wie gesagt, "Schlag auf Schlag": Ob das exzellente "Stop the bus" (rhythmischer, von funkigen Wurlitzer-Klängen und schwüler Percussion getragener, erneut überaus melodischer, leicht swampiger, bluesiger Rootsrock/-pop,, durch dessen herrlichen Groove sich großartige Gitarrenlinien drücken), die Piano-bestimmte, viel Bonnie Raitt-Feeling versprühende, bluesige Ballade "Apologies" (feine Acoustic-Riffs, schöne Hammond-Orgel), der toll ins Ohr gehende, traumhafte Rootsrocker "Ain't no time" (klasse Hammond-Orgel und glühende, sehr melodisch gespielte Lead Gitarren-Linien), der das Zeug zu einem absoluten Genre-Hit hat, das flockige, an Sheryl Crow erinnernde, flotte "Mr. Columbus", der prachtvolle Hi-Energy-/"Good fun"-/Rootsrock-Knaller "Mastermind", bis hin zu der das Album bravourös abschließenden, phantastischen, mit einer feinen Portion Southern-/Blues-/Gospel-Soul ausgestatteten, mitreißenden, fetten Roots-Power-Ballade "Big white gate" mit ihrer im Verlauf stetig zunehmenden Kraft und den massiven (Slide)Gitarren-Riffs und -Linien, die einem wie eine inspirierte, überaus kraftvolle Fortsetzung von Bonnie Raitt's (John Prine's) "Angel from Montgomery" vorkommt. Großartig! Gepriesen als "the next big thing" lassen sich Grace Potter and the Nocturnals nicht aufhalten und ziehen unaufhaltsam ihre Kreise! Sie sind auf dem Weg ganz nach oben, ihre Fanbase wächst unaufhaltsam. "This is somewhere" jedenfalls ist der nächste ganz große Schritt in die richtige Richtung. "A testament of neoclassic, true, pure American Rootsrock music"! Noch etwas wurde soeben bekannt: Grace Potter and the Nocturnals werden das Vorprogramm der anstehenden "Mighty High"-U.S-Herbsttour von Gov't Mule betsreiten - ein weiterer Beleg dafür, in welcher Liga sich die Band aufgrund ihrer starken Leistungen nun schon bewegt. Und sie werden sich dort etablieren! Tolle Sache übrigens auch, zudem nicht ganz unerheblich, ist der überaus günstige CD-Preis, zu dem das amerikanische Label ihre neuen Helden in die Szene einführt. Trotzdem hat man an der Ausstattung nicht gespart, wie das vorzügliche, 24-seitige Booklet mit allen Songtexten, beweist. So etwas darf gerne Schule machen...

Art-Nr.: 5156
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Ah Mary
Ain't no time
Big white gate

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Preacher Stone - paydirt [2014]
Drittes Album der Southern Rocker aus Charlotte/North Carolina! Preacher Stone haben sich mit ihren beiden Vorgängeralben erhebliche Sympathien in Genre-Kreisen erspielt, ihr ungeschliffener ehrlicher Southern Rock im Stile der großen Vorbilder Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, Blackfoot & Co., aber durchaus mit eigener Note, wird in diesen Kreisen immer noch mit Wohlwollen angenommen, zumal die Band um die Leader Marty Hill und Ronnie Riddle nie auf die großen Budgets irgendwelcher großer Labels zurückgreifen konnte. Auch ihr Drittwerk ist wieder in Eigenregie entstanden. Mit leicht veränderter Formation (zum Line-up gehören jetzt Michael Gilbert - guitar, slide, dobro; Josh Sanders - bass, vocals; Johnny Webb - keyboards und Mark Hill - drums) ist ihnen jetzt mit „PayDirt“ ihr mit Abstand stärkstes Werk gelungen. Hill und Riddle, die sämtliche Tracks verfasst haben, ist es erstmalig gelungen, eine klare Linie in ihr Gesamtwerk zu bringen, woran es gerade beim Vorgänger "Uncle Buck’s Vittles", mit doch recht stark variierenden Stilelementen und sehr unruhig wechselnden Songs, noch ein wenig gehapert hatte. Die Truppe, die sich selber nicht als Southern Rock Band sieht, sondern als Band aus dem Süden, ist ihren Heroen ein wenig dichter in den Nacken gerückt. Obwohl die meisten Basisriffs überaus kraftvoll, kantig und zuweilen sogar ein wenig metallisch kommen, spielt die Band nicht mehr ganz so hart wie bei den Vorgängern, was nicht bedeutet, das sie "weich" oder gar lasch spielen - im Gegenteil. Die Power und Energie ist stets spürbar, aber alles wirkt etwas lockerer, Song-orientierter, flüssiger. Und das kommt richtig gut. Klasse direkt der Opener "Day Late", ein selbstironischer Song über Leute, die bei allen Dingen ewig zu spät im Leben kommen ("I’m just a day late and a dollar short, my ship came in, I was standin’ at the airport" heißt es im Refrain), geht nach ein paar kurzen Beckenschlägen durch Drummer Marty Hill und einem "Hell Yeah"-Ruf von Riddle direkt gitarrentechnisch in "Pearl Jam meets Molly Hatchet"-Manier ordentlich zur Sache. Klasse auch die gurgelnde Orgel von Johnny Webb im Hintergrund, die sich dann im weiteren Verlauf des öfteren von ihrer ganz feinen Seite zeigt. Mit "Meet My Maker" wird mit religösem Unterton im atmosphärischen Midtempo weitergemacht. Schön hier das typisch surrende Slide-Solo. Eine kurze Dobroeinlage ("Shrevport Stomp") dient als Vorspiel für den herrlich stimmungsträchtigen Footstomper-Boogie "Louisiana Dog", der von wunderbar flotten E-Gitarren und klimperndem Honky Tonk-Piano getragen wird und am Ende nochmals eine Temposteigerung erfährt. Ganz starker Song! Das folgende, ebenfalls schön kratzig stampfende "And Then Some" erinnert so ein wenig an die Zeiten des Copperhead-Debüts. Tolles Zusammenwirken hier von quirlig gespielten E-Gitarren und aufheulender Orgel im Solo-Teil. Ein Stratocasterintro kombiniert mit dem berühmten Lick von Bon Jovis "Dead Or Alive" bildet den Pfeiler des tollen "Me And Mine", einer southern-souligen Midtempoballade mit kräftigem Powerrefrain. Begeisternd die Lynyrd Skynyrd huldigende Solopassage gegen Ende mit eingebauten Double Leads. Ein richtiges Highlight! Ein bisschen in klassischere Rockrichtung a la Bad Company pendelt "Walk It Dry" (tolles Orgelintro), Riddles Gesang ähnelt hier durchaus dem des großen Paul Rodgers. "Hand On The Bible" gab es bereits auf dem Vorgänger, hier mit etwas stärker hervorgehobener Akustikgitarre. Eine schöne melodische Southern-Ballade mit angenehmen Slide-Solo in Skynyrd-Tradition und pathosgetränkten Harmoniegesängen. "Place To Be" führt einen mit dezent gospeligem Touch in die Hoch-Zeiten von Bands wie Dickey Betts & Great Southern, Charlie Daniels oder der Marshall Tucker Band zurück. Herrlich das Betts-typische Führungs-E-Gitarren-Spiel zum launigen Southern-Groove. Im Soloteil reichen sich E-Gitarren, E-Piano und Orgel die Klinke in die Hand. Lässig rockt "Swimmin’ Hole" und lässt etwas wehmütig "Flirtin With Disaster"-Zeiten aufkommen. Klasse hier Webbs gluckerndes E-Piano, dass toll mit den schweren Gitarren-Riffs harmoniert. Mit "All I Know" folgt dann im Vergleich zum Rest ein recht unspektakulärer, aber schön melodischer Abschluss. Dieser Song hätte vielleicht etwas besser als Füller irgendwo in die Mitte gepasst. Trotzdem angenehm zu hören. Preacher Stone haben sich mit "PayDirt" wieder ein Stück weiterentwickelt und gehören mittlerweile mit Bands wie Hogjaw, Skinny Molly, SwampDaWamp zum erweiterten Führungszirkel des Genres. Man darf sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn die Band, ähnlich wie Blackberry Smoke, mal ein mutiges Label und einen arrivierten Produzenten Marke Justin Niebank oder Dan Huff als Support bekommen würde... Aber auch gut möglich, dass Hill, Riddle & Co. das auch garnicht wollen. Trotzdem ist das sich stetig steigernder, klassischer Southern Rock auf der Schiene solcher Helden wie The Allman Brothers Band, Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, Blackfoot, Doc Holliday, 38 Special, und, und, und. Preacher Stone sind und bleiben eine der Bands, die das Erbe der goldenen Southern Rock-Zeit höchst authentisch weiterverfolgen. Klasse Futter für die ewig hungrige Southern Rock-Fraktion! Gut gemacht, Jungs! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Day Late - 3:18
2. Meet My Maker - 4:09
3. Shreveport Stomp - 0:47
4. Louisana Dog - 4:03
5. And Then Some - 3:36
6. Me and Mine - 4:33
7. Walk It Dry - 3:43
8. Hand On the Bible - 4:39
9. Place to Be - 3:50
10. Swimmin' Hole - 4:39
11. All You Know - 3:41

Art-Nr.: 8526
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Day late
Meet my maker
Louisiana dog
And the some
Me and mine
Walk it dry
Place to be
Swimmin' hole

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Proven Ones, The - you ain't done [2020]
Mike Zito, selbst einer der profiliertesten Bluesrock-Gitarrenkünstler und -Performer unserer Zeit und stets ein Garant für außergewöhnlich starke Album-Veröffentlichungen, ist aktuell darüber hinaus sehr stark damit beschäftigt, hoch talentierte junge Talente und in der Öffentlichkeit nahezu unbekannte, dafür aber umso talentiertere Kollegen, für sein eigenes "Gulf Coast Records"-Label zu akkreditieren, und damit zu fördern und zu unterstützen. Mit großem Erfolg übrigens, wie etwa solche Leute wie Diana Rein oder Albert Castiglia beweisen. Als Produzent fungiert er für deren Aufnahmen in aller Regel auch noch. Nun hat Zito wieder einmal einen richtig "dicken Fisch" an Land gezogen: The Proven Ones - eine völlig unbekannte, dafür aber mit absoluten Meistern und Veteranen des Blues bestückte Band, die an Erfahrung kaum zu überbieten ist. Bestehend aus Gitarrist Kid Ramos, Sänger Brian Templeton, Keyboarder Anthony Geraci, Bassist Willie J. Campbell und Drummer Jimi Bott, kann das Quintett in der Summe des Kollektivs bereits "dozens of awards, thousands of gigs, and millions of miles" vorweisen, die die Jungs mit einigen der Top Blues Acts dieses Planeten, wie The Fabulous Thunderbirds, The Radio Kings, The Mannish Boys, Ronnie Earl and the Broadcasters,The James Harman Band, Rod Piazza and the Mighty Flyers und Sugar Ray and the Bluetones einheimsten, bzw. abspulten. "This crew can put the blues down like nobody’s business", das steht außer Zweifel. Deshalb ist es so "obercool", dass sich diese Jungs jetzt mit ihrer in ihrem neuen Verbund aufmachen, das zeigt ihr neues Album "You ain't done" sehr eindrucksvoll, ihre musikalischen Grenzen neu auszuloten, indem sie ihre Blueswurzeln mit Genre-übergreifenden Stilen wie Roots, Soul, Southern, Latin und vor allen Dingen sattem Rock vereinen. Frontmann und Sänger Brian Templeton (bärenstarke, raue Stimme, großes Charisma) führt dazu aus: "For the most part, we are all known as blues musicians and rightly so, but we love many styles and naturally want to indulge in them as well. I think we’ve accomplished that with this record. There’s rock, soul, country, some Latin influence, a bit of pop, and, dare I say, a punk vibe in parts as well. I believe it’s going to break down a few walls". Herausgekommen ist schließlich ein schön variables, ganz großartiges, kerniges, kochendes, straightes, voller Energie steckendes, auf den Punkt gebrachtes Bluesrock-Werk der Extraklasse, musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Nach einem gut Spannung aufbauenden, schön psychedelischen Intro, startet das Album sofort mit dem drückenden, powernden Bluesrock-Burner "Get love" voll durch und lehrt uns sofort, dass diese Jungs mächtig Dampf auf dem Kessel haben. Ein treibender Groove, "heiße" Bläser-Fills (die Gastspieler Joe "Mack" McCarthy an der Trompete und Saxophonist Chris Mercer setzen sich nicht nur bei diesem Track gekonnt und überaus passend zur übrigen Instrumentierung in Szene), klimperndes Piano, baumstarke Gitarrenlinien, und erstklassiger Gesang bestimmen das Geschehen. Es rockt einfach herrlich fett. Erinnert etwas an die frühen Fabulous Thunderbirds! Ein Volltreffer zu Anfang, und es folgen ein weiterer nach dem nächsten. Das anschließende "Gone to stay" beispielsweise ist ein purer Retro Vollgas-Kracher mit einem geradezu punkig nach vorn rockendem Drums-Drive. Klasse auch hier wieder die punktuell einsetzenden Bläser und die kernigen, satten, bluesigen Gitarrenriffs, aber auch, bei aller Power, die prächtig hängen bleibende Melodie. Auch das auf zündenden Stones-ähnlichen Riffs basierende, bluesige, mit herrlicher Slideguitar garnierte Titelstück "You ain't done" setzt eine Menge Energie frei. Erstmals etwas ruhiger wird es bei dem brillanten "Whom my soul loves". Bei diesem hinreißenden Soul-/Gospel-Blues fungiert die fantastische, hoch angesehene Bluessängerin Ruthie Foster als Duett-Partnerin von Brian Templeton. Die beiden singen grandios. Durch die Nummer geistert ein herrlicher southern-souliger Muscle Shoals-Spirit, dazu tolles Klavier- und Orgelspiel, feinste Gitarrenlicks und Saxophonklänge, ein unwiderstehlicher Groove und eine wunderschöne Melodie. Was für eine herausragende Nummer! Ganz großartig auch das lockere, flockige, mit tollen Gitarrenlinien durchzogene, sehr melodische "Milinda", das gar mit Lynyrd Skynyrd-mässigen Southern Blues-Anlagen kommende "Already gone", das in einem tollen Latino-Arrangement präsentierte, leicht jazzig angehauchte, herrlich groovende "Nothing left to give", ausgestattet mit einem ausgedehnten, jammigen, exzellenten Gitarrensolo von Kid Ramos, sowie der schwer brodelnde Bluesrocker "Fallen" (kochende Bläser-Fills, glühendes Gitarrensolo, klimpernde Pianoeinlagen). Die Band überzeugt auf der ganzen Linie, vergißt niemals ihre Blues-Wurzeln und lässt verschiedenste Arten des Rock mit einfließen. Die Mischung stimmt zu einhundert Prozent, die energetische Performance kommt voller Spielfreude und Inspiration, die Musiker sind Vollprofis und agieren auf einem entsprechend hohen Level, das Songmaterial ist einfach nur klasse. The Proven Ones haben ihr eingangs geschildertes, ambitioniertes Ziel mit diesem Album ohne Zweifel erreicht. Baumstarke Vorstellung! Ach ja, produziert haben das Werk der Drummer der Band, Jimi Bott und Mike Zito. "Wonderful Blues and Classic Rock Swagger"!

Das komplette Tracklisting:

1. Get Love Intro - 0:58
2. Get Love - 4:00
3. Gone to Stay - 3:32
4. You Ain't Done - 4:01
5. Already Gone - 4:11
6. Whom My Soul Loves - 5:01
7. Milinda - 4:09
8. Nothing Left to Give - 5:35
9. She'll Never Know - 4:32
10. I Ain't Good for Nothin' - 3:56
11. Fallen - 4:42
12. Favorite Dress - 3:28

Art-Nr.: 10040
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Get love
Gone to stay
You ain't done
Whom my soul loves
Milinda
Nothing left to give
Fallen

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Quaker City Night Hawks - el astronauta [2016]
Die Quaker City Night Hawks aus Fort Worth/Texas, die uns mit ihrem prächtigen, ungeschliffenen, leidenschaftlichen Southern Rock'n Roll-/Boogie-/Red Dirt-/Rootsrock-Gebräu ihres furiosen 2013er-Werkes "Honcho" so "von den Sitzen rissen", verpassen ihrer rattenscharfen "Mugge" nun auch noch einen ordentlichen Acid-/Psychedelic-Kick. Ihr neues, prächtiges Album "El Astronauta" lädt uns ein auf eine packende, hypnotische Reise, hinaus in den unendlichen Kosmos ihres brodelnden, so herrlich zwanglosen, unverbrauchten "greasy Texas Rock'n Rolls". Rau, dreckig, erdig, noch immer im besten Sinne ungeschliffen, musikalisch dabei äußerst kompetent, kommen wir damit in den unwiderstehlichen Genuß eines mächtig würzigen, geradezu magischen Gebraüs aus "Texas Boogie, bluesy Classic Rock and Southern Rock meets spacy Psycgedelic Rock" oder "ZZ Top, Lynyrd Skynyrd and The Black Crowes meets Pink Floyd and Hawkwind". Und die "Quakers" kriegen das "berauschend gut" hin. Trotz der spacigen Momente ist die Basis ihrer Musik natürlich eindeutig der pure, staubige Rock'n Roll, bestimmt von 2 satten, kernigen Gitarren, einem mächtigen Groove und zuweilen kongenial ergänzten Keyboards. Das wirkt straight, direkt und trifft mitten ins Herz. Das Songmaterial ist erstklassig, hat keinen schwachen Moment und bleibt, trotz mancher jammiger, psychedelischer Ausflüge immer bestens strukturiert und damit hervorragend hängen. Dazu hat Lead Gitarrist und Lead Sänger David Matsler auch noch die genau richtige Stimme für diese Art von Musik: Rau, staubgegerbt und offensichtlich "geölt" durch einen amtlichen Whiskeykonsum. Mit dem ungemein kraftvollen, kochenden, "down to the bone rocking" Eröffnungstrack "Good evening" begrüßen uns die Texaner dann auch gleich mit einem echten "Kracher", an dem, trotz der spacigen Klänge (nie wirken diese zu überladen), jede Menge purer, organischer Texas-Staub und viel Southern Rock-Patina haften. Hart, dreckig, rau! Es regieren die beiden Gitarren von David Matsler und Sam Anderson (herrliches, glühendes Solo von Matsler), unterstützt von einem "grollenden" Orgel-Background. The Black Crowes treffen auf Leroy Powell and The Messengers, wenn die ordentlich rocken. Toll! Der Auftakt "sitzt"! Und es geht so weiter! "Liberty bell 7" ist ein straighter, furioser, Southern-fueled Texas Boogie-Rocker, ernaut mit einem ungeheuer würzigen Groove und in einem fetten Gitarren-/Keyboards-Sound. Die Eiflüsse von ZZ Top und Leroy Powell sind abermals erkennbar, aber, bei dem klasse integrierten, toll passenden, kleinen Psychedelic-/Space-Intermezzo im Break, auch die von Pink Floyd. Die Soundcollagen sind typisch Floyd, die Basis aber bleibt typisch "southern" und "texan". Das ist einfach eine "geile", scharfe Kombi. Noch angelehnter an Pink Floyd, auch gesanglich und in der großartigen Melodie, wird's bei dem exzellenten, gut ins Ohr gehenden "Beat the machine", ohne das die Band die erdigen, texanischen Pfade verlässt. Flüssige Gitarren, ein schönes Klavier und ein lässiger, recht lockerer Rhythmus bestimmen das Geschehen. "Pink Floyds meets Southern- und Red Dirt-Rock" in Reinkultur. Eine tierische, sehr markante "electric Bassline", klassische, harte Jimmy Page-Riffs und ein toller Seventies Rock-Groove bestimmen das, auch gesanglich schön intensiv vorgetragene, massive "Medicine man" - ohne Zweifel eine kleine Hommage an Led Zeppelin, mit einem Hauch von "Dazed and confiused"-Flair. Sehr stark! Ein weiteres, absolutes Musterbeispiel von Pink Floyd'schem Progressive Rock trifft auf Texas Red Dirt- und Southern Rock bietet das hinreissende, sehr melodische, fast epische "The last great audit". Wunderbare Gitarren und Orgelklänge erzeugen eine ausgewogene Balance zwischen Pschedelic und Roots-/Southern Rock. Großartig dieser Sound! Großartig diese Band! "El Astronauta" ist (hoffentlich - sie hätten es jedenfalls absolut verdient) der nächste, große Schritt für die Quaker City Night Hawks, heraus aus dem Status des absoluten "Geheimtipps". In ihrer Heimat jedenfalls sorgen sie unter Fans und Genre-Experten schon mal für ordentlich Furore. Eine wirklich famose Vorstellung der "Quakers"!

Das komplette Tracklisting:

1. Good Evening - 4:39
2. Liberty Bell 7 - 4:10
3. Mockingbird - 3:19
4. Something to Burn - 3:09
5. Beat the Machine - 3:23
6. Medicine Man - 4:38
7. Duendes - 4:03
8. The Last Great Audit - 5:09
9. Sons & Daughters - 4:39

Art-Nr.: 9190
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Good evening
Liberty bell 7
Mockingbird
Beat the machine
Medicine man
The last great audit

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Railroad Earth - elko ~ live [2006]
2 CD-Set! Faszinierend! Ausgangspunkt der Musik dieses begnadeten Sextetts um den ex-"From Good Homes"-Frontmann Todd Sheaffer (viele werden sich sicher noch an diese klasse Roots-/Folk-/Americana-Rock-Truppe aus New Jersey erinnern) ist eine Basis aus rootsigen Bluegrass-Traditionen, in die die Band verschiedenste Musikrichtungen, wie Celtic, Jazz, Folk, Country und Rock integriert, immer infiltriert mit einem aus großartigen Texten bestehenden Storytelling und wundervoll melodischen "Pop-Sensibilities". Ergebnis: Eine hinreißende, grandiose, ungemein frische "grassy-rockin'" Acoustic Jam-Mucke voller Vitalität und Ausdrucksstärke, die in der Szene ihresgleichen sucht! Railroad Earth genießen in den Staaten in Jamband-/Grass-Kreissen, sowohl bei den Kritikern, als auch bei den Fans einen überragenden Ruf bezüglich ihrer unglaublichen Musikalität und ihrer exzellenten Live-Shows. Warum das so ist, beweisen sie nachhaltig und in mehr als beeindruckender Art und Weise mit ihrem ersten Live-Album "Elko", das sie während ihrer U.S.Frühjahrs-Tour 2005 mitgeschnitten haben: Ein gut 125 Minuten währendes, von vollendeter Musikalität, faszinierenden Instrumental-Passagen und wundervoller Melodik gekennzeichnetes, hingebungsvolles und ungemein lebendiges, wie auch lockeres, durchaus knackiges Grass-, Acoustic-, Americana-, Jamrock-Feuerwerk, das einen von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt! Keine Frage, in der Musik von Railroad Earth finden sich sicher Spuren solcher Kollegen wie Leftover Salmon, String Cheese Incident, Ekoostik Hookah, Grateful Dead und New Grass Revival, doch ihre Mixtur all dieser Strömungen mündet in einem wahrhaft superben, einzigartigen Stil, dessen Magie man sich nicht mehr entziehen kann. Herrliche Acoustic Gitarren (teilweise klingen sie "elektrisch"), Mandoline, Banjo, Geige, auch mal ein Dobro oder eine Flöte, und eine großartige Rhythmus-Sektion aus kraftvollem Bass und dynamischen, genauso lockeren wie knackigen Drums bestimmen das Geschehen. Dazu Todd Sheaffer's toller, so viel Frische, Lockerheit, Vitalität und Energie ausstrahlender Gesang - einfach wunderbar! Blindes Verständnis untereinander, unendliche Spielfreude, virtuoses Können, eine hervorragende Harmonie und prächtiges Zusammenspiel zeichnet die Musiker aus, vor allen Dingen auch während der ausgedehnten Jam-/Instrumental-Passagen, bei denen sie trotz ihrer Länge zu wirklich keiner Sekunde in einen undurchdringbaren Wirrwarr verfallen, sondern auch dort durch großartige Strukturen und Linien bestechen. Viele lange Tracks! Fünf der nur zwölf Stücke laufen deutlich über 10 Minuten, die kürzeste Nummer immerhin auch noch 6 Minuten! Also, mitten hinein ins Vergnügen eines so herrlichen Railroad Earth Live-Erlebnisses: Die Show beginnt mit dem fantastischen, frischen, locker schwungvollen, überaus melodischen, rockin' Bluegrass-Country-Americana-Knüller "Long way to go", der mit seinem herzerquickenden Mandolinen-/Banjo-/Acoustic Gitarren-Drive, in Verbindung mit gelegentlichen Violinen-Einsätzen und Sheaffer's engagiertem Gesang, jede Menge Spielfreude vermittelt und gleichzeitig doch so wunderbar ins Ohr geht! Welch ein Auftakt! Und es geht so weiter! Nach dem rootsigen, sehr jammigen Grass-Rocker "Colorado" mit seinem dynamischen Instrumentalteil (was für Musiker!), folgt das von einer wahrhaft traumhaften Melodie geprägte, fantastische "Bird in a house", das Titelstüsck ihres vorletzten Studioalbums! Wundervoller, folkiger Acoustic-Americana-Jamrock auf grassiger Basis, entspannt wirkend und doch voller unterschwelliger Kraft steckend, mit einer Frische und Melodik, die für pure Gänsehaut sorgt. Herrliches Mandolinenspiel, schöne Fiddle-Passagen und die Klänge einer vermeintlichen Electric Lead-Gitarre in der Mitte verzaubern unsere Sinne! Aus einem ähnlichen Kaliber besteht das von einem schön knackigen Drums-Rhythmus geprägte, leicht keltisch angehauchte, wieder genauso jammig, spielfreudig und melodisch erklingende "The hunting song", das mit seinen Flöten-Passagen, seinen Geigen-Fills und prächtigem Banjo-/Gitarren-Picking (teilweise wieder "elektrisch") für eine wahre, grassig rockige, wunderbar ins Ohr gehende, und doch so improvisationsfreudige Wonne sorgt. Man "riecht" förmlich die Frische der Natur! Mit dem anschließenden, entspannten, lockeren "Old man and the land" kommt sogar ein leichtes Reggae-Feeling auf, ehe man mit dem 15-minütigen, genialen "Head" eine alte "From Good Homes"-Nummer in fulminanter Bluegrass-/Jam-Manier mit viel Dynamik prächtig auffrischt. Das Publikum macht prima mit und die Atmosphäre eines Railroad Earth-Konzertes kommt bestens rüber! CD2 startet mit dem Titelstück "Elko", einem flotten, lockeren, recht cool wirkenden, melodischen Americana-/Grass-Rocker voller ausgezeichneter Mandolinen-Passagen und hervorragender Fiddle- und Gitarrensoli, ehe das begnadete "Mighty river" folgt: Knackiger, Mandolinen- und Banjo-getränkter, ungemein melodischer, folkiger Rootsrock mit grassigen Elementen und toller, frischer, "elektrischer" Gitarre! Mitreißend, wie es der Band gelingt, einmal mehr ihre ausgeprägte, musikalisch so niveauvolle Spielfreude und eine wundervolle Melodik in Einklang zu bringen! Die weiteren Tracks: Das rootsig, jammige, 16 Minuten lange "Like a Buddha", der mächtig abgehende, im Mittelteil fett rockende "Warhead Boogie" (auch 15 Minuten lang), das herrlich entspannte, reine, wundervolle Countrystück "Railroad Earth", sowie das von toller Percussion-Arbeit geprägte, frische "Seven story mountain"! Ob man diese fantastische Band jemals in unseren Gefilden live erleben wird, dürfte sehr fraglich sein. Es wäre toll! Doch wie dem auch sei, lassen wir erst einmal dieses wunderbare Album auf uns wirken. Geben wir uns dieser herrlichen Musik hin und lassen uns treiben, auf einer unwiderstehlichen Woge aus genauso lockerer, entspannter, wie auch dynamischer und lebendiger, genußvoller Musik! Acoustic-/Americana-/Grass-Jam-Rock, wie man ihn besser nicht zelebrieren kann! Superb!

Art-Nr.: 3923
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 19,90

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Long way to go
Bird in a house
The hunting song
Head
Mighty river
Railroad earth

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Railroad Earth - same [2010]
Die einzigartigen Railroad Earth zählen seit knapp 10 Jahren zu den absoluten Aushängeschildern in der Roots-/Jamrock-Szene. Warum dies so ist, warum sich Fans und Kritiker gleichermassen immer wieder zu geradezu überschwänglichen Begeisterungsstürmen hinreissen lassen, warum diese aussergewöhliche Musik so fasziniert, das beweist einmal mehr ihr neuestes Meisterwerk, das dieses famose Sextett aus Stillwater/New Jersey schlicht nach dem Bandnamen "Railroad Earth" betitelt hat. Der ehemalige Frontmann der seinerzeit in Fachkreisen ebenfalls hoch geschätzten Band "From Good Homes", Todd Sheaffer, und seine Freunde brillieren erneut mit einer hinreissenden Synthese aus Roots-, Bluegrass-, Celtic-, Jazz-, Folk-, Americana-, Country- und Rock-Elementen und kanalisieren das Ganze in einer unwiderstehlichen, ungemein lebendigen und spielfreudigen, von exquisiter Musikalität geprägten, faszinierenden "Roots-/Grass-/Jamrock-Mugge", bestehend aus einer unwiderstehlichen Kombination von akustischen Instrumenten, wie beispielsweise Mandoline, Fiddle, Acoustic Gitarre und Banjo, und elektrischen Gitarren, unterlegt mit tollen Grooves aus Bass und knackigen Drums. Das ist pure Magie! Eine Musik, wie sie in Jam-Kreisen nicht alltäglich ist, in Szene gesetzt von absoluten Ausnahmekönnern. Das neue Album wirkt insgesamt etwas rockiger als die Vorgänger, wobei die elektrischen Parts mehr in den Vordergrund rücken als zuletzt. Das bekommt der Band sehr gut. Das geht von herrlichen, knackigen, vitalen Countryrockern über sich in faszinierenden Jammings verlierenden Instrumental-Passagen, bis hin zu wundervollen Waltzes und heissem "Stringband-Funk". Vergleiche zu Leftover Salmon und The String Cheese Incident werden immer wieder bemüht, auch zu den legendären New Grass Revival, der Yonder Mountain String Band oder Grateful Dead. Beim neuen Werk darf man sicher auch noch The Band, Wilco oder gar Widespread Panic nennen, doch Railroad Earth kombinieren alle vermeintlichen Spuren dieser Kollegen zu einem eigenen Sound, wie er einzigartiger nicht sein kann. Die Songs sind zudem gespickt mit hervorragenden Melodien und klasse Texten. Shaeffer ist ein toller Songwriter, Sänger und Storyteller, der sich mit seinen Bandkollegen nahezu perfekt ergänzt. Großartig beispielsweise der ungemein melodische, voller Retro-Feeling steckende, knackige Countryrocker "Long walk home" (starkes, flüssiges E-Gitarren-Solo im Break), wie auch der wundervolle, semi-akustische Grass-/Folk-/Jamrocker "The jupiter & the 119" mit seinen kernigen Drums und der bestechenden Mandolinen-/Fiddle-/Banjo-.Instrumentierung, das phantastische, kraftvolle, sehr jammige "Black elk speaks" (schlägt eine Brücke vom dezent psychedelischen Countryrock der legendären Byrds zu ihrer "Eight miles high"-Phase bis hin zu dem heutigen Roots-/Jamrock von Widespread Panic - toller Groove, saustarke E-Gitarrenlinien und -läufe), der traumhafte Old-School Country-Waltz "On the banks" (faszinierende, ursprüngliche Schönheit, sehr rootsig, tolles Southern-/Grass-Flair), der dynamische Folkrocker "Potter's field" (kommt wie eine Mischung aus Celtic-Rock und The Band), oder auch das leicht psychedelisch angehauchte, mit tollem Gitarren-, Mandolinen-Picking, starker Fiddle, dezenten E-Gitarren-Fills und starkem Drumming performte Celtic-/Folk-/Jam-Instrumental "Spring-heeled Jack"! Railroad Earth in ihrem Element - und die Fans werden sie zu Recht feiern! Ein grandioses Werk! Bärenstarker Roots-/Americana-/Grass-/Country-/Folk-/Jam-Rock, wie ihn nur diese Band zelebrieren kann. Wir wiederholen es gerne: Einzigartig!

Das komplette Tracklisting:

1 Long Walk Home - 4:40   
2 The Jupiter & the 119 - 7:57   
3 Black Elk Speaks - 5:40   
4 Day On the Sand - 4:10   
5 Lone Croft Farewell - 5:18   
6 Too Much Information - 4:50   
7 Spring-Heeled Jack - 11:28   
8 On the Banks - 4:58   
9 Potter's Field - 6:12

Art-Nr.: 7141
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Long walk home
The jupiter & the 119
Black elk speaks
Spring-heeled Jack
On the banks
Potter's field

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Rascal Flatts - me and my gang [2006]
4. Studio-Album des mega-erfolgreichen Trios! Ihr Vorgänger hat eigentlich schon alle Erfolgs-Superlative gebrochen (3x Platin) und hat auch jetzt noch, zwei Jahre nach Erscheinen, ein Dauer-Abonnement in der Country-Chart-Spitze gebucht, allerdings mit mittlerweile langsam schleichender Tendenz nach unten. Das hat das erfolgverwöhnte Label der Jungs natürlich längst erkannt. Also ein recht günstiger Zeitpunkt, um jetzt mit neuer Kraft den nächsten Chartbreaker der Band zu etablieren. Und so hat die vorgezogene Single-Askoppelung "What Hurts The Most" bereits schnurstracks wieder den obersten Tabellenplatz der Billboard-Singles Country-Charts erklommen. Hellseherische Fähigkeiten braucht man nicht zu besitzen, auch ihr neues Album "Me And The Gang" wird in den nächsten Wochen mit Sicherheit die Top 3 angreifen, denn es besitzt wiederum zweifellos alles, was den Vorgänger so stark machte. Ja, man kann sogar sagen, dass man im Prinzip, wen verwundert es, der eingeschlagenen Linie treu geblieben ist. Lediglich der Produzentenstab Mark Bright und Marty Williams wurde ausgetauscht und durch Dann Huff neu besetzt. Songwriter, Musiker, und die Art der Zusammenstellung der Stücke sind im Großen und Ganzen nahezu identisch geblieben und perfekt auf das Trio abgestimmt worden. Das Image der einst belächelten Boygroup ist längst Schnee von gestern. Nicht zuletzt ein Verdienst von Sänger Gary Levox, dessen vokale Leistung sich mittlerweile zu einer echten, unverwechselbaren Charakterstimme gemausert hat. Auch seine Partner Jay Demarcus (Bass) und Joe Don Rooney (Gitarre) haben sich zu ernstgenommen Songwritern und Musikern entwickelt. Nicht von ungefähr sind sie kompositorisch und instrumentell erheblich involviert worden, was angesichts der klingenden, beteiligten Namen (Jeffrey Steele, Neil Thrasher, Jason Sellers, Michael Dulaney etc. / Dann Huff, Tom Bukovac) in diesem Zusammenhang von Qualität zeugen muss. Auch die Stückzahl von 13 Liedern mit einer Spielzeit von über 50 Minuten läst nichts zu wünschen übrig. "Stand" und die bereits erwähnte Single "What Hurts Most" beeindrucken sofort wieder durch ihre tolle Melodik, der starken, emotionalen Gesangsperformance von Levox und den traumwandlerisch sicheren Instrumentaleinlagen der Nashville-Star-Musiker. Beide mit gewohntem dynamisch kraftvollem Pop-Einfluss, wobei countrytypische Instrumentalfills (Fiddle/Banjo/Steel/Mandoline) nebst schönen E-Gitarren-Soli stets präsent bleiben. Diese Songstrukturen erleben wir dann mit kleinen Ausnahmen (die es allerdings in sich haben) im Wechsel zwischen balladesk und Midtempo, kombiniert mit satten Power-Refrains, inklusive sauberer, ausgefeilter Harmoniegesänge, im kompletten Verlauf des Werkes immer wieder. Kommen wir zu den Ausnahmen: "Backwards" beispielsweise startet mit einem starken, gospelmäßigen, Piano-unterlegten Gesangs-Intro Levox's der Sorte "We Shall Be Free" vom einstigen "Marktführer" der Gilde, Garth Brooks, um anschließend in einen furiosen traditionellen, temporeichen Countryabräumer der Marke "Power-Entertainment pur" zu mutieren. Fetziger Sprech-Speed-Gesang und die typische Art von Song, mit dem der Megastar einst ganze, ausverkaufte Stadien in Wallung brachte. Klasse! Pläne für den nächsten Karibik-Urlaub darf man bei "Yes I Do" schmieden. Ein herrlich relaxter, riffiger E-Gitarren-Reggae-Rhythmus harmoniert prächtig mit countryadäquaten, unaufdringlichen Steel- und Fiddle-Fills. Die Krönung ist ein sonniges E-Gitarren-Solo von Dann Huff. Der Titelsong "Me And My Gang" schwimmt dann ein wenig mit auf der Erfolgswelle von Big & Rich: Leicht angerappter Strophen-Sprechgesang, gefolgt von einem country-rockigem Refrain und "Hey Jude"- mäßigen "Nanana"- Harmonies. Auch hier wird eindrucksvoll bewiesen, wie unterschiedliche Musikstile durchaus perfekt harmonieren können. Die beiden Endnummern "Elsworth" und "He Ain’t The Leavin’ Kind" bestechen durch nachdenkliche Texte und dazu passende, emotional zurückhaltende, musikalische Improvisation. Wer den Vorgänger "Feels Like Today" mochte, wird um dessen Nachfoger "Me And My Gang" erst recht nicht herum kommen. In keinster Weise! Das ist, ähnlich wie bei Keith Urban, immer reifer wirkender Mainstream-New-Country-Pop(-Rock) der feinsten Sorte einer der Top-Chart-Acts in Nashville's! Garantiert der nächste Platin-Erfolg! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4065
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

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