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Federal Charm - same [2013]
Auf dem Blues basierender, klassischer Siebriger Jahre Retro-Rock erlebt in diesen Tagen durch viele junge, aufstrebende Bands eine regelrechte Reneissance - auch in Großbritannien. Denken wir nur an The Answer, die fabelhaften The Brew oder an Virgil & the Accelerators. Genau in diesem illustren Kreis von Bands begrüssen wir nun das famos aufspielende Quartett Federal Charm aus Manchester, die mit ihrem gleichnamigen Debutalbum mit einem regelrechten Paukenschlag die Szene aufmischen und Kritiker und Fans gleichermassen begeistern. Was für ein vor Energie, Power und leidenschaftlicher Spielfreude nur so strotzendes "Mörder-Album"! 2 brillante Lead-Gitarristen, die sich immer wieder in packenden Duellen "hochschaukeln" (Frontmann und Sänger Nick Bowden und Paul Bowe, zugleich auch die musikalischen Köpfe der Band), ein Bassist (L.D.Morawski) und ein Drummer (Danny Rigg) - das ist die klassische Besetzung von Federal Charm. Unterstützt werden die Vier, im übrigen alle gerade mal Anfang 20, zudem von ein paar Gästen, von denen vor allen Dingen die beiden Keyboarder Justin Shearn und Pete Robinson erwähnt werden müssen, die dem eh schon fetten Gitarrensound mit ihrem großartigen Orgel- und Piano-Spiel zu zusätzlichem Volumen verhelfen. Die Truppe spielt herrlich frech, frei und ungetwungen, agiert wild, aggresiv, und ungezähmt, bei aller Spielfreude aber auch kontrolliert, strukturiert und mit höchster musikalischer Kompetenz. Man spürt zu jeder Zeit die hohe Intensität ihrer Musik, findet sich aber auch in einer prächtig hängen bleibenden Melodik wieder. Ganz klar, die Vorbilder der Jungs sind solche Größen wie Led Zeppelin, Free, The Who und Humble Pie. Trotz aller Retro Seventies-Präsenz strotzt die Musik nur so vor jugendlicher Frische und wirkt damit absolut zeitgemäß. Die Musiker agieren, und das bei diesem doch noch sehr jungen Alter, bereits auf einem überragenden Level. Durchleuchten wir mal ein paar Tracks: Das Album beginnt mit dem krachenden, bluesigen Rocker "Gotta give up". Fette, fleischige Gitarrenriffs, eine wunderbar grollende Orgel als Untergrund, ein überaus variabler, nie die Spannung verlierender Songaufbau mit dezent progressivem Touch, ein tierisches, glühendes Gitarrenduell der beiden Saitenartisten - das sind die Zutaten. Dieser Opener versprüht sofort das lichterloh brennende Feuer, das die Band während der gesamten, rund 50 Minuten dieses fantastischen Albums entfacht. Straight, hart, mit kernigen, deutlich an Led Zeppelin erinnernden Heavy-Riffs und würzigen Hooklines kommt das starke "I'm not gonna beg", dazu ein klimperndes Piano und klasse Slideguitar-Elemente. Es kocht mächtig! Zeit um ein klein wenig Luft zu holen. Eine feine Melodie zieht sich durch den glanzvollen, durchaus wieder sehr kraftvollen, aber auch mit einer gewissen Lockerheit gespielten, bluesigen Classic Rocker "Somebody help me", durch den sogar eine leichte Southern Rock-Brise weht. Stark hier die satte Orgel, die schöne Acoustic Gitarren-Sequenz und das geniale, lässig flockige Gitarrensolo im Break. Southern Rock-Feeling verspüren wir auch bei dem mitreissenden "The stray", das sogar etwas Mystisches, ja so ein gewisses "Bordertown-/Ghost Town"-Flair an sich hat. Dazu kommen tolle Twin Lead-Momente, ein cooler, bluesiger Boogie-Rhythmus (tolle, simple Bass-Dynamik) und packende, ausgedehnte Gitarrensoli. Wishbone Ash treffen auf Bad Company und The Black Crowes - eine "irre" Vorstellung, aber so in etwa klingt diese grandiose 6 1/2-Minuten-Nummer. Hier spürt man auch, dass die Band oft sehr amerikanisch klingt, obwohl natürlich bei vielen Stücken der britischen Siebziger Bluesrock-Bewegung Tribut gezollt wird. Bärenstark auch solch weitere Knaller wie der furios abgehende Bluesrocker "There's a light" (schnelle, satte Riffs, geradezu "manisches" Drumming, super Gitarrensolo), oder das ebenso energiegeladene "Any other day" (fulminanter Drive, wuchtige Riffs, glühende Gitarrenläufe). Alle Songs sind im übrigen Eigenkompositionen der Band, bis auf eine Ausnahme, und zwar eine fantastische Coverversion des alten Lowell Fulson Blues-Klassiker "Reconsider Baby", der hier schlicht "Reconsider" heisst (tolle Melodie, ein im Grunde ruhiger Slow Blues, der aber von kernigen Riffs und einem rockigen Break unterbrochen wird, begnadetes Gitarrensolo, erinnert an die frühen Led Zeppelin, aber auch an Ten Years After oder Peter Green's Fleetwood Mac). Federal Charm mit einer herausragenden Leistung! Das sind die Bands, die der Bluesrock und Classic Rock heute braucht. So wird diese Musik niemals sterben. Eine fulminante "four-piece tour de force", die restlos begeistert.

Das komplette Tracklisting:

1. Gotta Give It Up - 4:47
2. I'm Not Gonna Beg - 3:07
3. No Money Down - 3:44
4. Somebody Help Me - 4:14
5. Reaction - 3:31
6. The Stray - 6:34
7. There's a Light - 3:10
8. Tell Your Friends - 3:07
9. Reconsider - 6:05
10. Come on Down - 3:27
11. Any Other Day - 3:40
12. Too Blind to See - 3:37

Art-Nr.: 8298
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Gotta give it up
I'm not gonna beg
Somenody help me
The stray
There's a light
Reconsider
Any other day

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Firkins, Michael Lee - yep [2013]
Sensationell! Welch eine Wahnsinns-Besetzung! Welch ein packendes Swamp Bluesrock-/Southern Bluesrock-Feuerwerk! Der begnadete Gitarrenvirtuose und Slide-Zauberer Michael Lee Firkins aus Omaha/Nebraske machte sich auf nach Nashville, begab sich dort in das "Staight Up Sound"-Studio von Johnny Neel, um gemeinsam mit seinen drei berühmten Freunden, "Keyboardist Extraordinaire" Chuck Leavell (u.a. The Rolling Stones, The Allman Brothers Band), Bassist Andy Hess (ex-Gov't Mule) und Drummer Matt Abts (Gov't Mule) sein neues Album "Yep" einzuspielen. Was zwischen den vier Ausnahmemusikern entsand, war pure Magie. Das Resutltat ist einfach umwerfend. Die hohen Erwartungen, die man bei solch einer Besetzung schürt, werden sogar noch übertroffen. "Yep" ist ein "Hammer"-Album! Michael Lee Firkins, Sohn einer Musikerfamilie (der Vater war ein exzellenter Lap Steel-Gitarrist, die Mutte eine großartige Pianistin), begann das Gitarrespielen bereits im zarten Alter von 8 Jahren. Im Verlauf seiner Jugend wurde er vor allen Dingen mit der Musik solcher Bands wie Lynyrd Skynyrd, Led Zeppelin, AC/DC und Black Sabbath konfronteiert, deren Songs er auch mit den diversen lokalen Bands, mit denen er dann unterwegs war, immer wieder coverte. Er entwickelte sich schnell zu einem aussergewöhnlich guten Gitarristen, gab schließlich Gitarrenunterricht und erweiterte stets seinen musikalischen Horizont, indem er solche Richtungen wie Roots, Country, Blues, und Jazz entdeckte. Große Gitarristen wie Stevie Ray Vaughan, aber auch Jerry Reed, Chet Atkins, Albert Lee und Danny Gatton begannen ihn zu interessieren und zu beeinflussen. Doch seine musikalischen Wurzeln blieben vorwiegend im (Southern)Rock- und Blues-Bereich. 1990 kam er mit Mike Varney zusammen, der fortan begann sein fulminantes Gitarrenspiel zu fördern. Einige Alben auf Varney's Label "Shrapnel Records" folgten, die Firkins eine Menge Beachtung und eine große Fanbase einbrachten. Das berühmte "Guitar Player Magazine" kürte ihn zum "Best new talent" und adelte ihn als "One of the most influential players of the next ten years". Sein bislang letztes Album erschien im Jahre 2007 (nicht mehr bei "Shrapnel Records") und war ein reines Instrumental-Album. Jetzt, 6 Jahre später, legt er mit "Yep" und dieser "Mörder"-Bandbesetzung sein bisheriges Meisterstück hin. Dabei muss zunächst erwähnt werden, dass Michael lee Firkins hier auch nachdrücklich seine großartigen gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Hut ab, das ist große Klasse. Doch was der Mann an den 6 Saiten anstellt, ist einfach atemberaubend. Vorwiegend (aber nicht ausschließlich) fegt er hier mit dem Bottleneck über sein "Brett" und erzeugt einen Slide-Sound, der es in sich hat. Das kocht, das brodelt - es ist die wahre Wonne. "Yep" ist ein explosives, massives Bluesrock-Album, und zwar angesiedelt auf dem Swamp Rock und Southern Rock-Terrain, zuweilen ein wenig den Roots- und Countryrock-Bereich tangierend. Auch die Freunde langer Jammings kommen voll auf ihre Kosten. Die instrementalen Breaks und Jammings stellen nicht nur Firkins' granidoses Gitarrenspiel ins Rampenlicht, sondern lassen auch genügend Platz für die übrigen Helden dieses Albums, allen voran Chuck Leavell, der für bärenstarke Orgel- und Piano-Einlagen und -Soli sorgt - oft im kongenialen Zusammenspiel mit dem Gitarrenzauberer. Und was Andy Hess und Matt Abts für einen wunderbaren Rhythmusteppich auslegen, darüber braucht man kaum ein Wort zu verlieren. Das Album beginnt mit dem, einen tollen Drive aufbauenden, voller Southern- und Swamp-Feeling steckenden, ungemein jammigen, großartigen Bluesrocker "Golden Oldie Jam". Die Gesangspassagen dieser Nummer stecken voller bestens hängen bleibender Strukturen und Melodik. Ebenfalls die Jammings, doch die begeistern gleichzeitig mit unbändiger Spiel- und Improvisationsfreude aller beteiligten Musiker. Das hat einen ungeheuren Spirit. Die Rhythmuscrew arbeitet fantastisch, Chuck Leavell besticht mit fetten, "rollenden" Otgel-Passagen und Firkins legt ein paar Gitarrenläufe hin, teils mit Double Lead-Momenten, die einen "aus den Schuhen hauen". Zudem wühlt er mit seine Slide die Sümpfe des Südens richtig auf. Ein gut 7 1/2-minütiges Happening zum Auftakt, das die Messlatte für den Rest der Scheibe schon immens hoch legt. Aber kein Problem. Die Truppe hält das Niveau, ja steigert es fast noch. Mit dem "Cajun Boogie" folgt sofort der nächste "Kracher". Was für ein gewaltiger Roots-/Blues-/Swamp-/Jam-Groove. Was für massive Slide-Riffs. Als spielten sich Little Feat, Sonny Landreth, Indigenous und Gov't Mule während einer gemeinsamen Session auf ständig neue "All Time Highs". Zuweilen meint man, es wären gar 3 Gitarristen am Werk. Vor allem Firkins mächtige Slide lässt die Sümpfe überkochen und seine Soli hinterlassen pure Bewunderung. Dazu brilliert Leavell mit exakt getimeten Orgel- und Piano-Einsätzen. Ganz groß! Voller Power geht es weiter mit dem fetten Swamp-Bluesrocker "No more angry man". Wartet mit gewaltigen Heavy Slide-Riffs auf, besticht aber auch mit wunderbar melodisch strukturierten, etwas verhaltener kommenden Dobro- und Acoustic Gitarren-Momenten. Alles verschmilzt zu einer harmonischen Einheit. Stark wieder Leavall's Orgelt-Background. Firkins langes, atemberaubendes Slide-Solo im Break ist genial. "The Swamps are under fire"! Mit dem flotten, knackigen "Standing ovation" fröhnt Firkins ein wenig seinen Roots- und Countryeinflüssen. Tolle, kraftvolle Nummer mit faszinierendem E-Gitarren-Picking und prächtigen Slide-Fills. Hier spürt man die Einflüsse solcher Leute, wie der bereits erwähnten Albert Lee und Danny Gatton. Als nächstes steht mit dem saustarken "Long day" eine von einer herrlichen Melodie und massiver Power durchzogene, lupenreine Southern Rock-Ballade auf dem Programm. Wir hören einerseits fette Slide-Licks und andererseits eine wundervolle Kombination aus transparenten Gitarren und exzellentem Pianospiel während der Strophen. Bei dem gewaltigen, dabei ebenfalls sehr, sehr melodischen Slide-Solo wird der "Bottleneck-Held" zudem wieder von herrlichen Orgel-Klängen unterstützt. Hat etwas von The Marshall Tucker Band und Lynyrd Skynyrd treffen auf Gov't Mule und Sonny Landreth. Überragend! Man könnte jetzt fortfahren, auch die übrigen Stücke detailliert zu betrachten, doch es ist alles gesagt. Ein Stück ist stärker als das nächste. "Yep" ist nicht mehr und nicht weniger, als eine absolutes Musterbeispiel für Slide-getrankten Southern-/Swamp-Bluesrock, ein mitreissender Arbeitsnachweis von 4 Ausnahmemusikern, die sich hier in einer musikalischen Einheit wiederfinden, die ihresgleichen sucht. Wir sind "geplättet"! Slide-Enthusiasten, Gitarren-Feaks, Bluesrock und Southern Rock-Freunde, ihr werdet dieses Album lieben. Michael Lee Firkins, Chuck Leavell, Andy Hess und Matt Abts mit einem absoluten "Killer"-Teil!

Das komplette Tracklisting:

1. Golden Oldie Jam - 7:38
2. Cajun Boogie - 4:54
3. No More Angry Man - 6:42
4. Standing Ovation - 4:43
5. Long Day - 7:27
6. Wearin' Black - 5:17
7. Out of Season - 5:40
8. Take Me Back - 5:17
9 .Last Call - 7:35
10. No More Angry Man, Pt. 2 - 5:13
11. The Cane - 4:49

Art-Nr.: 8358
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Golden oldie jam
Cajun Boogie
No more angry man
Long day
Wearin' black
Take me back
Last call

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Five Horse Johnson - the last men on earth [2003]
Gut 2 Jahre nach "No.6 dance" sind Five Horse Johnson aus Toledo/Ohio mit dem nächsten, berstenden Rock'n Roll-Höllentrip zurück und knüpfen damit nahtlos an ihren Vorgänger an. Hier wird aus allen Rohren gefeuert! Ein bärenstarkes, höchst intensives, schweißtreibendes, lautes, dreckiges, gnadenlos wuchtiges Rock-Gewitter voller brodelnder Southernrock-, Bluesrock-, Heavy- und Hardrock-Zutaten prasselt da in unnachahmlicher Weise auf uns hernieder. Konochenharte Riffs, rauhe Basslinien, dreschendes und krachendes, aber sehr versiertes Drumming, Eric Oblander's Whiskey getestete Röhre, auch mal eine deftige Bluesharp, Brad Coffin's großartige, furiose, glühende Gitarrenarbeit voller flammender Soli, der Boogie-Groove - alles ergänzt sich bestens zu diesem tosenden, headbangin', ass-kickin', southern-fried, bluesy Retro American Rock! Trotz eines jederzeit amtlichen Lärmpegels regiert hier wahrlich nicht nur die Lautstäke, sondern auch eine geballte musikalische Klasse. Ohne Zweifel versteht jeder Musiker sein Handwerk und darüber hinaus spielt die Band einfach mit Herz. Die Songs sind nie chaotisch, sondern aufbauend auf recht einfachen, straighten Riffs, ertönen sie immer voller, durchaus eingängiger Strukturen, System und Substanz. Einflüsse von Bands, wie Blackfoot, Molly Hatchet, ZZ Top, Black Crowes, Black Sabbath, den frühen Aerosmith und Howlin' Wolf sind immer wieder spürbar, doch Five Horse Johnson haben definitiv ihren eigenen Stil gefunden. Also: noch mal prüfen, ob die Boxen fest auf ihrem Patz stehen und nix kaputt gehen kann, alle Fenster und Türen geschlossen sind... - Kinder und Haustiere sind hoffentlich in schalldichten Räumen untergebracht... - den Lautstärkeregler der Anlage auf einen gesunden Pegel eingestellt, - und rein mit der CD in den Player... - los geht's! Noch ist alles im Rahmen - was wir hören, sind ein paar verhaltene, elektrische Gitarrenvibrationen... - harmlos - doch nach ca. 30 Sekunden ist's vorbei mit der Ruhe! Krachende Riffs und donnernde Drums setzen ein! Binnen kürzester Zeit sind die Jungs auf Betriebstemperatur! "Cry rain" ist ein prächtiger, kantiger, leicht bluesiger, wunderbar southern infizierter, rauher Heavy Stonerrocker mit fulminanter Gitarrenarbeit bläst wie ein gewaltiger Orkan durch das Musikzimmer. Eine scharfe Nummer! Dann legen sie sogar noch einen Zahn zu! "Cherry Red" ist ein mit ungeheurem Drive abgehender Wahnsinns-Boogie, der einen sofort mitreißt - rasante, glühende, fette und quirlige Gitarrensoli inklusive! Schön "versoffener" Gesang! Mann, hat diese Nummer Fahrt! Und Power! Toll! Prächtig auch das dreckige, mit derber Bluesharp getränkte, und einmal mehr brodelnden und feurigen Gitarrensoli angereicherte "Soul digger", das schwerblütige "Three at a time", das erdig melodische "Love 2 lose" und das rhythmische, dezent swampige, Southern-rockige "Sweetwater", das ein wenig wie eine Louisiana-Ausgabe von ZZ Top klingt. Durchhänger gibt's keine, ebenso wenig, wie Verschnaufpausen! Sie ziehen ihr Ding voll durch! Man ist am Ende ziemlich geschafft, aber es macht richtig Laune! "Hard Liquor, Blues based, kick-ass American Boogie and Rock with the spirit of the South"! Dreckig, roh, intensiv, direkt und laut... - "affengeil"! Five Horse Johnson blows you away...

Art-Nr.: 2156
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Cry rain
Cherry red
Soul digger
Love 2 lose

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Foghat - last train home [2010]
Sensationell, wie diese Jungs drauf sind! "They are still rockin'" - und wie! Unzählige Fans haben sich nach dem umjubelten "Live II"-Werk aus dem Jahre 2007, das ja bereits einige neue Studio-Demos enthielt, ein komplettes neues Studioalbum dieser legendären Blues-, Rock-, Boogie-Formation gewünscht. Nun ist es da, doch das es so famos ausfallen wird, war nicht unbedingt zu erwarten. Es ist ein Segen, dass diese Truppe noch aktiv ist. Sie stehen voll im Saft und erleben in ihrem aktuellen Line-Up definitiv so etwas wie ihren zweiten Frühling. Es dampft, rock'n rollt und bluest wie eh und je. Was kommt da für eine Spielfreude rüber. Es ist die helle Freude. Eine hemmungslose Gitarren-/Slide-Salve jagt die nächste. Die Jungs spielen sich auch im Studio wie in einen Rausch. Das Material ist "pure Blues- and Bluesrock", wird aber von den Akteuren unaufhörlich nach vorn gepeitscht und münded immer wieder in einem geradezu mörderisch abgehenden, unaufhaltsamen Boogie-Drive. Dabei würzt man die Songs zuweilen mit einer ordentlichen Portion Southern Rock-Pfeffer. Die Eckpfeiler der heutigen Foghat-Besetzung bilden, wie bereits bei der "Live II"-Aufnahme, der großartige Sänger und Lead-Gitarrist Charlie Huhn, sowie sein kongenialer Partner, der Slide- und Lead-Gitarrero Bryan Bassett, die sich, wie gesagt, gegenseitig immer wieder zu zügerllosen, glühenden Gitarren-Duellen aufputschen. Für die amtliche Schlagzahl des wie geölt laufenden Foghat-Motors sorgen der in früheren Jahren schon einmal involvierte und nun an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrte Bassist Jeff Howell (war auch schon, wie seinerzeit "Lonesome" Dave Peverett und Roger Earl, bei Savoy Brown und bei den Outlaws), sowie Original-Drummer Roger Earl, der auch gleich noch seinen Bruder, Colin Earl, als Keyboarder bei Foghat einführte. Das Sextett vervollständigt der großartige Harmonica-Spieler Lefty "Sugar Lips" Lefkowitz. Los geht's mit dem sicher sehr autobiographisch zu verstehenden, vehement auf's Gas drückenden "Born for the road", das leidenschaftlich beschreibt, warum die Musiker das eige Leben "on the road", das ewige Touring wie die Luft zum Atmen brauchen. Da ist er wieder, der gute alte Foghat-Drive! Wow, die Nummer geht ab wie's sprichwörtliche "Lottchen"! Toller, intensiver Lead-Gesang von Charlie Huhn und gleich ein fettes, begeisterndes E-Gitarren-/Slide-Twin Lead-Solo der beiden Gitarrenartisten. Das ist die pure Foghat'sche "Blues'n Boogie-/Rock'n Roll"-Herrlichkeit! Und es geht selbstverständlich so weiter. Nehmen wir beispielsweise den mit klimperndem Piano und dampfenden Solo-Gitarren nach vorn preschenden, sowohl ein wenig Chicago-, als auch britisch-beeinflussten, vor Spielfreude nur so strotzenden Bluesrock-Boogie "Needle & spoon" (was für Gitarren-Ritte - die Saiten-Enthusiasten werden jubeln, die Luftgitarrenspieler ans Limit gehen müssen), den drückenden, brodelnden, bis zum Anschlag kochenden Swamp-/Southern-/Bluesrocker "Last train home" mit seinem verdammt scharf angerührten Slide-Gebräu (was für ein mächtiger Gitarren-Wall), der prächtige, ein wenig erholsame, dennoch sehr kraftvolle, wundervolle Slow-Blues "So many roads, so many trains", die beiden grandiosen Elmore James-Remakes "Shake your money maker" (das ist ein rockin' and rollin' Boogie-"Overkill" vom Allerfeinsten) und "It hurts me too" (ein grandioser, viel Power ausstrahlender Heavy Slow-Blues, der von einem tollen Groove und einer ordentlich dreckigen, mächtig drückenden, überaus fetten Gitarren-Dominanz bestimmt wird), die prächtige Coverversion von Muddy Waters' "Louisiana Blues" (macht seinem Namen mit einem schwülen Swamp-/Southern-Flair alle Ehre, tierisches Gitarren-Duell der beiden Saiten-Slinger), oder die Volldampf-Bluesrock-Attacke von "Rollin' & tumblin'" (jetzt brechen endgültig alle Dämme - Roger Earl gibt am Schlagzeug so etwas von Gas und die beiden Gitarristen legen so etwas von los), es gibt einfach kein Halten! Als "Zugabe" hören wir noch zwei großartige Bluesnummern des alten, heute 86-jährigen Blues-Veteranen Eddie "Bluesman" Kirkland, den Foghat das erste Mal trafen, als sie 1977 bei einer Benefiz-Veranstaltung zur Gründung eines Blues-Archivs an der New Yorker Public Library als Hausband fungierten, und mit dem sie nun wieder zusammenkamen, um gemeinsam mit ihm dessen zwei wunderbare Tracks "Good good day" und "In my dreams" neu einzuspielen. Tolle Sache! Was wir mit dem neuen Foghat-Album "Last train home" erleben dürfen, ist die pure Gitarren-Blues-/Bluesrock-/Boogie-Freude. Gut 60 Minuten lang dreht die Band auf, als wolle der "Last train home" niemals enden. Soll er abar auch gar nicht. Von dieser Güteklasse dürfen Foghat gern noch einige weitere Alben folgen lassen. Die Scheibe ist schlichtweg "ein Hammer"! "Foghat under fire"!

Das komplette Tracklisting:

1 Born For the Road - 4:59   
2 Needle & Spoon - 3:46   
3 So Many Roads, So Many Trains - 4:50   
4 Last Train Home - 4:22   
5 Shake Your Money Maker - 4:38   
6 It Hurts Me Too - 5:59   
7 Feel So Bad - 4:39   
8 Louisiana Blues - 4:43   
9 495 Boogie - 3:55   
10 Rollin' & Tumblin/You Need Love - 8:12   
11 In My Dreams - 5:42   
12 Good Good Day - 4:30

Art-Nr.: 6963
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Born for the road
Needle & spoon
Last train home
Shake your money maker
It hurts me too
Louisiana Blues
Rollin' & tumblin'

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Foster, Radney - revival [2009]
Triumphales neues Werk von Radney Foster! Meisterhafter Roost-/Americana-/Alternate Country-Rock - kernig, knackig, trocken und direkt auf den Punkt produziert (Darrell Brown und Radney Foster). Zu jeder Sekunde weht einem der raue, texanische Staub um die Nase. Und diese Melodik, diese Songqualität (aus dem Fundus dieser neuen Songs werden sich sicher wieder einige der großen Nashville-Acts bedienen), diese Arrangements - wunderbar! Ungeachtet seiner bereits erzielten Erfolge mit dem Duo Foster & Lloyd hat Radney Foster sich auch in eigener Person im letzten Jahrzehnt zu einer der nicht mehr wegzudenkenden Größen der texanischen Musikszene und darüber hinaus entwickelt. Ob als Songlieferant für unzählige Kollegen (u.a. Dixie Chicks, Wade Bowen, Jack Ingram, Keith Urban, Kenny Chesney), als Produzent (er verhalf u.a. der Randy Rogers Band mit ihren beiden letzten Major-Werken zum Einstieg in die Country(rock)-Welt über die texanischen Grenzen hinaus) oder natürlich als Solo-Interpret, wo er in regelmäßigen Abständen exzellente Alben abliefert, hat man bei der Anschaffung von Material mit Foster-Beteiligung immer so etwas wie eine automatische Qualitätsgarantie. Was der Mann anpackt, hat einfach Stil und Klasse. So natürlich auch sein famoses, neustes Album "Revival", das er jetzt als Nachfolger des 2006 erschienen, ebenfalls sehr starken "This World We Live In" präsentiert. Doch Foster hat immer noch neue Trümpfe im Ärmel, steckt voller neuer Songideen und sprüht vor immer währender Frische. Die rockigen Sachen von "Revival", und davon gibt es eine ganze Menge, strotzen nur so vor Dynamik und grandiosen Melodien. Radney hat das aktuelle Werk, im Unterschied zum letzen Mal, heuer schwerpunktmäßig mit einer etatmässigen Begleitband "The Confessions" eingespielt (dazu gehören u.a. der Gitarrenvirtuose Eric Borash und die durchaus bekannte und hoch geschätzte Background-Sängerin Georgia Middleman), darüber hinaus aber auch mit Leuten wie Adam Shoenfeld, Craig Kampf, Yonathan Yudkin, Tammy Rogers, Jon Randall, Darius Rucker (Hootie & The Blowfish) und Dierks Bentley noch ein illustres Gästeteam mit an Bord. Als zentrales Moment serviert der aus Del Rio stammende Texaner in leichter Abwandlung zum Albumtitel den Song "A Little Revival" in gleich zwei Versionen: Zum einen direkt zu Beginn als straight rockenden, dynamischen Uptempo Americana-/Countryrocker (herrlich fett instrumentiert, klasse E-Gitarren-Passagen, knackiges, trockenes Drumming), zum anderen am Ende als um die erste Strophe gekürzte "Reprise"Fassung, die dank der furios agierenden Jon Randall (exquisites Mandolinenspiel, klasse Harmonies) und Tammy Rogers (tolle Fiddleperformance, Background Gesang) einen herrlichen "Bluegrass-Teint" verpasst bekommt. Die zum Mitsingen animierenden Refrainzeilen des Songs sind derartig markant, dass man sie noch Tage später mit sich im Gedächtnis herumträgt. Das seinem im letzten Jahr verstorbenem Vater gewidmete Album (besonders dokumentiert in dem sehr bewegend gebrachten "I Know You Can Hear Me") besticht durch viel Abwechslung. Es gibt auch mal eine spirituelle Note ("Shed A Little Light" - Foster singt im Stile eines Hohenpriesters, Middleman und Co. halten mit Gospel-kompatible "Backs" dagegen), sowie Foster's typisch introvertiert wirkende Stücke, die mit soviel, Gefühl, Wärme und Harmonie vorgetrahen werden, aber auch voller bewegender Texte stecken ("Angel flight", "Suitcase", "I made peace with God" - allesamt sehr fein instrumentiert) und, wie gesagt, eine ordentliche Anzahl abgehender Roots-/Countryrocker (bärenstark beispielsweise das fulminante "Until it's gone", das zusammen mit Jack Ingram komponierte "Trouble Tonight" - sehr rhythmisch, retro, groovig, mit einer Portion Southern-Soul, E-Gitarren- und Pianosolo -, das melodische "Second Chances" und das sich kernig in unsere Gehörgänge grabende "Life is hard"). Alles in allem ein Werk von beeindruckender Qualität, ohne jeden Ausfall. Die Aufmachung des Digipacks besticht zudem durch eine sehr gelungene, geschmackvolle und farbenfrohe Gestaltung, inklusive eines schönen, 16-seitigen Booklets mit allen texten und vielen Infos. Foster, der erst vor kurzem 50 geworden ist, liefert mit "Revival", ohne seine vielen starken Vorgänger entscheidend abwerten zu wollen, sein vielleicht bestes Album der letzten Jahre ab. Texas-Americana-/Roots-/Alternate Country vom Allerfeinsten! "This record is absolutely a triumph", heißt es in einem U.S.-Review... - wie wahr! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 A Little Revival - 4:01   
2 Forgiveness - 3:58   
3 Until It's Gone - 3:46   
4 Second Chances - 3:39   
5 I Know You Can Hear Me - 4:15   
6 Angel Flight - 3:54   
7 Trouble Tonight - 3:19   
8 Shed a Little Light - 2:47   
9 I Made Peace with God - 2:41   
10 Life Is Hard (Love Is Easy) - 3:34   
11 If You Want to Be Loved - 3:38   
12 Suitcase - 3:31   
13 A Little Revival (Reprise) - 2:56

Art-Nr.: 6535
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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A little revival
Until it's gone
Second chances
Angel flight
Trouble tonight
Life is hard (love is easy)

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Foster, Radney - this world we live in [2006]
Vier Jahre sind bereits wieder ins Land gezogen, seitdem uns die eine Hälfte des einst in Nashville so erfolgreichen Duos Foster & Lloyd mit dem tollen "Another Way To Go" so begeistert hatte. Untätig war ein Mann dieses musikalischen Formates in der jüngeren Vergangenheit allerdings nicht. So produzierte er beispielsweise die Randy Rodgers Band, schrieb Songs für Größen wie u. a. Keith Urban, die Dixie Chicks oder Kenny Chesney, und, und, und! Hier ist sie nun endlich, die neue, einmal mehr ganz hervorragende Scheibe des ohne Zweifel zu den besten texanischen Songwritern zählenden Radney Foster: Wunderbarer, rootsiger Texas-Country/Alternate Country/Countryrock/Americana vom Allerfeinsten mit einem tollen, schön trockenen, auf den Punkt genau produzierten, angerauten, "gritty" Sound! Zehn neue Stücke, alle aus seiner Feder, zum Teil in Kooperation mit exzellenten Co-Writern, wie Blue Dogs-Frontmann Bobby Houck, Jack Ingram oder Darrell Brown, mit dem er sich auch die Produktionsarbeit teilte. Bediente er sich bei seiner letzten Scheibe noch einer Menge Begleitmusiker aus dem schier unerschöpflichen "Nashville-Pool", so versammelte er diesmal eine tolle, namhafte Band langjähriger Freunde um sich, wie Drummer Charlie Drayton und
den "alten" Westcoast-Haudegen Waddy Wachtel (Linda Ronstadt; Warren Zevon, James Taylor, John David Souther, Ronin, Bob Dylan) an der E-Gitarre (beide haben schon auf Keith Richard’s Solo-Alben zusammen gearbeitet), Session Bass-Veteran Bob Glaub (u.a. Jackson Browne) und dem Keyboarder Rami Jaffe, vielen sicher nicht nur als Mitglied der Wallflowers ein Begriff. Mit an Bord sind auch wieder der starke Slide-Gitarrist Mike McAdam und ein weiterer Klassemann an der E-Gitarre, Adam Shoenveld, der etatmäßig bei Big & Rich die Saiten bedient. Und um es nochmal klar herauszustellen: Radney Foster ist schlichtweg wieder ein Sahneteil gelungen. Dem leicht Stones-infizierten, Slide-angerockten, rootsigen, trockenen "Drunk On Love" folgt mit "Sweet And Wild" ein wunderbar melodischer Americana-Midtemposong. Bei beiden Songs glänzt neben der starken instrumentellen Umsetzung Sarah Buxton mit ihrer klasse Stimme im Background, die gegen Ende der Stücke mit in den Vordergrund tritt. Die Ballade "The Kindness Of Strangers" lebt von Foster’s starker Akustikgitarrenarbeit, toller atmosphärischer Cello-Untermalung und einem bewegend geschriebenem und gesungenem Text. Ganz große Klasse! Der anschließende, exzellente, forsche Retro Country-Rocker "Big Idea" (erinnert stark an alte Foster & Lloyd-Hits) reißt einen regelrecht aus der poetischen Welt des Vorsongs, und bildet den gelungenen Vorläufer zum Center-Song des Gesamtalbum’s, "Half Of My Mistakes". Was für eine herrliche Melodie! Auch hier wieder ein toller Text, der Menschen dazu ermutigt, viele Dinge im Leben einfach zu riskieren, auch wenn mal etwas schief laufen sollte. Der Lerneffekt und viele positive Dinge, die sich trotzdem daraus entwickeln, sind laut Foster nicht zu unterschätzen. Den gleichen Song hat vor geraumer Zeit fast ebenso gut Jace Everett auf seinem Erstling, allerdings etwas mainstreamiger, interpretiert. Bei Radney Foster wirkt das Stück etwas kantiger, zurückhaltender und einen Schuss introvertierter. Starke Slide-Arbeit hier vom bereits erwähnten Mike McAdam. "New Zip Code" (mehr balladesk) und "Prove Me Right" (wäre auch durchaus von der Randy Rogers Band oder Chris Knight coverbar) liefern wieder etwas leichter verdauliche, überaus melodische Gute Laune-Kost, letzteres in durchaus Nashville-kompatibler, radiotauglicher, wenn auch leicht rootsiger Country-Manier, voller Hooklines, die ein wenig an Radney’s Frühwerke erinnern. Stark hier die angenehmen Fiddle-Fills. Eine weitere "Killer"-Ballade folgt mit "Fools That Dream". Im Background diesmal die zauberhafte Kim Richey, die auch beim Vorgänger schon ihre Stimme zur Verfügung gestellt hat. Zum Abschluss folgt dann noch mal ein herrlich locker dahinfließender, super-melodischer Alternate Country-/Roots-/Americana-Song, den Foster zusammen mit Jack Ingram komponiert hat. Neben dem eingängigen Rhythmus und den lässigen Drums stechen hier die immer wieder eingestreuten und punktgenauen Stratocaster- und Slide-Fills im harmonischen Wechselspiel heraus. Klasse Orgelarbeit auch vom Rami Jaffe. Das Stück hält einen noch Minuten nach Ende der CD regelrecht gefangen. Ein würdiger Abschluss eines wieder einmal großen Albums! "This World We Live In" etabliert und festigt Radney Foster's Platz in die Riege der heutigen, wichtigen, ganz großen texanischen Singer-Songwriter im Country-/Americana-Bereich nachhaltig. Durch und durch beeindruckende und fesselnde Musik! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4063
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Big idea
New zip code
Prove me right
Fools that dream
Never gonna fly

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Fowler, Damon - sugar shack [2009]
Die amerikanischen Gitarrenmagazine, vor allem aber auch die Musikpresse in und um Florida feiert Damon Fowler breits als einen ganz Großen seiner Zunft. "Best Guitarist, Best Lap-Steel player, Best Slide player" sind nur einige der "Titel", mit denen der hoch talentierte Bursche nur so überhäuft wird. Völlig zu Recht, denn Fowler ist in der Tat ein "Zauberer" an der Gitarre - und ein klasse Sänger und Songwriter! Sein neues Album "Sugar shack" ist nicht mehr und nicht weniger als ein kleines Meisterwerk! Unterm Strich ist Damon Fowler sicher dem Blues-Circuit zuzurechnen, doch das Werk ist gleichzeitig ein wahres Fest für die Roots-, Americana-, Jam,- Swamp Rock- und Southern Rock-Fraktion, vor allem aber auch für die Gitarren-Liebhaber. Geboren und aufgewachsen in Brandon/Florida, nahe der Metropole Tampa, entdeckte Damon im Alter von 12 Jahren seine Liebe zur Gitarre. Nachdem man ihm ein paar Akkorde beigebracht hatte, stellte sich schnell heraus, dass der Junge ein regelrechtes Naturtalent ist, der sich in Windeseile alle nur erdenklichen Facetten des Gitarrespielens aneignete. Ein vollkommen natürlicher Prozess! Seit etwa 2004 nun tourt Fowler unentwegt durch die Lande und hat schon mit, bzw. für das "Who is who" der Szene zusammengespielt oder Shows eröffnet, wie beispielsweise B.B. King, Buddy Guy, Coco Montoya, Derek Trucks Band, Gregg Allman, Joe Bonamassa, Little Feat, the Radiators, Tinsley Ellis, Junior Brown, Johnny Winter, Molly Hatchet, Tab Benoit, um nur einige zu nennen. Seine Herkunft kann Fowler zu keiner Zeit leugnen, denn seine Musik ist "pure southern". Der Sound ist tief verwurzelt in den Sümpfen der Everglades. Mit seinen beiden kongenialen Partnern Chuck Riley am Bass und Scott Key an den Drums, gelingt ihm eine magische Mischung aus "swampy infectious grooves", staubigem Rootsrock, einem unterschwelligen "soulful hillbilly twang", erdigem "footstompin'" Blues,, rotsigen Americana-/Country-Einflüssen und einer gesunden Portion abgehendem Southern Rock'n Roll. Wie ein unwiderstehliches Gebräu aus Zutaten von The Band, den North Mississippi Allstars, Ry Cooder, John Hiatt, Dan Baird und den Georgia Satellites, Merle Haggard, Buddy Guy, The Allman Brothers Band, Delta Moon; Steve Earle und Little Feat! Fowler verfügt über eine klasse, einerseits irgedwie relaxt wirkende, andererseits sehr kraftvolle, durchaus von Staub gegerbte, leicht angeraute, von viel Natürlichkeit und Seele geprägte Stimme. Apropos Seele: Die steckt auch in seinem phänomenalen Gitarrenspiel, ebenso wie Feuer, Würze, grenzenlose Variabilität und Virtuosität, eben absolute künstlerische Klasse! Ob eingängige "catchy hooks", mitreißendes Acoustic Fingerpicking, glühende, tief aus den Sümpfen Florida's entsprungene Slide-Exkursionen, flammende, dreckige, kraftvolle Lead Gitarren-Ausflüge oder furioses Telecaster-Spiel - Fowler behersscht das alles, als wäre es nichts! Alles wirkt natürlich, zwanglos, kraftvoll, aber niemals zu "dramatisch". Ein amerikanischer Rezensent verweist auf ein gewisses "Skunk Baxter meets Duane Allman"-Feeling, was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Ein paar Songbeispiele: Nach dem schönen, bluesig swingenden, akustisch gehaltenen, "finger-snippin'" Opener "Some fun" (das "Ding" ist wirklich "pure fun", mit tollem Acoustic Gitarrenspiel des Meisters), folgt gleich mit "VFW" ein herrlicher, schwungvoller, prächtig in die Beine gehender Blues-based Roots-/Southern Rock'n Roller, der einem Dan Baird und den Georgia Satellites zu allen Ehren gereicht. Allerdings erleben wir hier deutlich mehr Roots- und Swamp-Flair, dazu einen klasse Country-/Roadhouse-Touch. Fowler's fulminantes Gitarrensolo löst unmittelbar tiefste Bewunderung aus. Irre stark! Welch einen wundervollen Groove erleben wir bei der fantastischen Blues-/Roots-/Southern-/Swamp-Ballade "I hope it's gonna rain"! Schwül, drückend, tief in den "Southern-Backwoods" verwurzelt, sehr kraftvoll, dennoch locker und mit einer prächtigen Melodie ausgestattet. Löst eine ungeheure Anziehungskraft auf den Zuhörer aus. Fowler begleitet diese Nummer mit intelligenten, geschickten, eingängigen Riffs, die den unwiderstehlichen Groove bestens unterstützen. Schließlich setzt er im Break zu einem, seine ganze Klasse offenbarenden E-Gitarrensolo an, das die etablierte Saitenzunft schon mal zu einer unterwürfigen Verneigung anhalten dürfte. Der Kerl ist ein echter Könner! Bei "Lonely Blues" wird dann erstmals die Slide ausgepackt. Und wie! Glühende, swampige Läufe von vorn bis hinten, dazu tierische Riffs. Ein großartiger, kochender Swamp-/Blues-/Southern Rocker! Eine weitere, viel Southern Rock-Esprit versprühende, rootsige Ballade steht mit dem grandiosen "James" auf dem Programm. Tolle Melodie, ein klasse Rhythmus, viel "Soul", und ein zündendes, messerscharfes Lap-Steel Solo bestimmen das Geschehen! "Sugar Lee" ist ein powernder, kochender, uriger Hill Country-Blues mit jeder Menge Reminiszensen an die North Mississippi Allstars. Toller Gesang, viel Drive, ein raues Ambiente und furioses, dreckiges Slide-Spiel, inklusive eines bärigen Bottleneck-Ritts sorgen für ordentlich Dampf. Dann noch das Titelstück "Sugar shack": Ein staubtrockener, wunderbar groovender, sehr ursprünglich und "rural" gehaltener Midtempo Roots-/Southern-Blues! Fowler besticht mit gefühlvollem Gesang und vor Spielfreude nur so strotzender Gitarrenarbeit, inklusive eines flammenden Lap Steel-/Bottleneck-Ausflugs. Purer Slide-Zauber! Neben seinen eigenen Stücken nimmt sich Fowler aber auch dreier Coverversionen an. Und auch die haben es wahrlich in sich! Wow, bringt der Bursche neues Leben in diese Nummern. Zum einen legt er seinen "southern spin" in eine prächtig rockende Fassung des Merle Haggard Country-Klassikers "Tonight the bottle let me down" (halsbrecherisches Gitarrensolo der Marke Dan Baird meets Albert Lee), fegt durch Billy Joe Shaver's "I'm just an old chunk of coal" und nimmt sich schließlich auch noch Russel Smith's (The Amazaing Rhythm Aces) unvergesslichen Hit "Third rate romance" vor, aus dem er einen herrlichen Roots-/Blues-/Country-Rocker zaubert, mit viel Slide-Arbeit, die nicht selten an Ry Cooder erinnert. Produzent Scott Cable hat das Album sehr trocken, ein wenig angeraut, aber ungemein filigran und fein akzuentiert in Szene gesetzt, Vermittelt einen sauberen, viel Atmosphäre versprühenden, sehr nätürlichen Live-Sound. Samstag abends, in einer urigen, abseits in den "Florida-Backwoods" gelegenen Bar - auf der Bühne eine "groovy little band from down south", Damon Fowler und seine Kumpels - und Du direkt davor! So in etwa muß man sich das vorstellen! Einfach wunderbar! CD rein, zuhören, geniessen....

Das komplette Tracklisting:

1 Some Fun - 2:26   
2 VFW - 3:20   
3 I Hope It's Gonna Rain - 4:43   
4 Lonely Blues - 4:29   
5 James - 4:47   
6 Sugar Lee - 4:31   
7 Sugar Shack - 4:36   
8 Tonight the Bottle Let Me Down - 3:41   
9 Third Rate Romance - 5:01   
10 Wrong Side of the Road - 3:41   
11 Don't Know Why I Love You - 4:58   
12 I'm Just an Old Chunk of Coal - 2:58

Art-Nr.: 6197
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
VFW
I hope it's gonna rain
Lonely Blues
James
Sugar Lee
Sugar shack
Third rate romance

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Fuchs, Dana - bliss avenue [2013]
Wow! Sie wird immer stärker! "Bliss avenue", das dritte Studioalbum der in New Jersey geborenen, aber schon seit über 25 Jahren in Florida lebenden, charismatischen Dana Fuchs ist noch einmal eine deutliche Weiterentwicklung zu ihrem auch schon starken Vorgänger "Love to beg". "Dana Fuchs didn't look like much of a threat, until she opened her mouth and out tumbled a dirty Joplin howl", schreibt das Classic Rock Magazine. Besser kann man es kaum ausdrücken. Dana Fuchs ist ein wahrer Vulkan, eine Bluesrock-Röhre vor dem Herrn. "Bliess avenue" begeistert mit großartigen Songs von vorn bis hinten, viel Leidenschaft, exzellenter Musikalität, prächtigen Melodien - und bewahrt dabei immer noch diese ursprüngliche Authentizität, diese Rauheit, diese "Ecken und Kanten", die es braucht, um richtig "echt" zu klingen und die Explosivität ihrer Live-Shows auch ins Studio zu übertragen. Bärenstarker, erdiger Bluesrock mit Biss, einem fetten Schuß Classic Rock, Soul, Roots, Southern-Flair und sogar mal einem Hauch von Countryrock. Hat diese Frau Feuer....

Hier noch ein Auszug aus der offiziellen Produktbeschreibung:

"Bliss Avenue" is Dana's most honest and unflinching studio album to date. Once again co-written alongside her long-time wingman and guitarist Jon Diamond, these songs weren’t simply tracked in box-ticking fashion, but wrenched from the depths and laid down without gloss or polish. “If there’s one line that sounds thrown away or dialed in, it has to be redone,” says Dana. “Every word needs to express the emotion of the song or no one will get it and it leaves me cold.”
The resulting album is a window into the singer’s worldview, drawing on everything from the tragic loss of her beloved brother to the loneliness of life on the road. “I’m excited for people, especially those fans who have stuck so close with me, to hear Bliss Avenue,” says Dana, “because I really purged my soul in a starker, more naked way, both lyrically and musically.
“I got so emotional, to the point of tears,” she admits, “singing several of these tunes that are so close to home, like So Hard to Move, Bliss Avenue, Long, Long Game and Vagabond Wind. I want this album to reach people in a way that’s meant to be inclusive. Not like, ‘Here’s my world and my story,’ but rather, ‘Here’s my story, can you relate…?”
Safe to say, you will. It’s impossible not to be reeled in, both by the songwriting and execution of Bliss Avenue. Led from the front by Dana’s smoke-and-honey battle cry, these twelve new cuts are also a canvass for some of the best musicians on the US scene, with Diamond’s powerhouse guitar offering intelligence and groove, Jack Daley delivering seismic bass, keys wizard Glenn Patscha working the Hammond, Wurlitzer and piano, drum god Shawn Pelton keeping the train on the track – plus atmospheric background vocals from Tabitha Fair and Nicki Richards.
Locking in with Dana and Jon’s self-production, this musical dream team flew across a tracklisting that takes in flavours including soul, roots, blues and southern rock. “I realised that you have to hire the best musicians to help you reach your vision,” she nods. “It’s such a collaborative effort.”
It’s been a long road to Bliss Avenue. The youngest of six children, Dana was raised in rural Florida in a family home that rang out with music. Back in those formative days, influences were around every corner, from the rumble of heavy rock played by her siblings in the garage, through the Ray Charles and Hank Williams platters on her parents’ turntable, to the strut of ’70s and ’80s funk that ruled the schoolyard.
Even then, Dana’s musical appetite was insatiable, and when fronting a local band at a roadside Holiday Inn no longer scratched the itch, the singer informed family and friends in Florida of plans to become the latest aspirant star to take on New York. It was a brave move – and briefly seemed a foolish one, as 19-year-old Dana found herself scrapping for survival on Manhattan’s Lower East Side – but the tragedy of her older sister Donna’s suicide had a galvanising effect, and she duly hit the city’s blues-jam circuit like a train.
It was at one of these jam nights that fate smiled, instigating Dana’s first meeting with Diamond: an established NYC session ace who had already toured with the chart-topping Joan Osborne. Sensing musical sparks, they formed the Dana Fuchs Band, and quickly built a buzz, drawing punters to the Apple’s blues clubs and holding their own on bills that featured titans including John Popper, James Cotton and Taj Mahal. And yet, it wasn’t until two years later – when Jon and Dana extended their live chemistry to a fruitful writing partnership – that the band achieved true lift-off.
Word of Dana’s talent even spread to Broadway, and when she was invited to audition by the producers of the 2001 hit Janis Joplin musical Love, Janis, a few bars of Piece Of My Heart, plus her industrial-strength charisma, confirmed they had their lead. Playing Joplin four nights a week proved an effective shop-window, catching the eye of renowned director Julie Taymor and leading to a subsequent turn as Sadie in Sony’s highly acclaimed Beatles movie, Across The Universe. With her vocals featured prominently on the platinum-selling soundtrack, this was a project that saw Dana Fuchs Band shows bolstered by a whole new audience, who duly left to spread the word.
Riding high, the band released its debut CD, Lonely For A Lifetime, in 2003, and found both press and fans receptive to a sound that drew on vibes from ’60s Stax/Volt R&B, Lucinda Williams and the Rolling Stones, while hinting at the lyrical eloquence of Tom Waits and Bob Dylan. It was one hell of an opening gambit, but even Lonely For A Lifetime was topped by 2011’s Love To Beg. Tightening the songwriting and raising their performance through the roof, this second release from the Dana Fuchs Band made international waves, with the UK’s Classic Rock crowning it ‘Blues Album of the Month’, R2 magazine noting that she has “talent simmering towards detonation”, and global fans recognising that in a world of clinical TV talent shows and corporate pop, here was a band that meant every word.
So how do you follow that…? Quite simply, with Bliss Avenue: a third album that shoots for the stars, runs with fans’ expectations and channels the blues while simultaneously defying them. “While the album content may seem dark,” explains Dana, “I’m not in a dark place at all, but rather a very hopeful place for music, spirituality and mankind. It often takes looking into the dark soul to see the light…”

Das komplette Tracklisting:

1. Bliss Avenue - 2.58
2. How Did Things Get This Way - 3.24
3. Handful Too Many - 4.29
4. Living On Sunday - 3.24
5. So Hard to Move - 5.05
6. Daddy's Little Girl - 3.15
7. Rodents in the Attic - 3.19
8. Baby Loves the Life - 4.32
9. Nothing On My Mind - 3.17
10. Keep On Walkin' - 4.09
11. Vagabond Wind - 5.10
12. Long, Long Game - 4.44

Art-Nr.: 8238
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Bliss avenue
How did things get this way
Handful too many
Daddy's little girl
Baby loves the life
Keep on walkin'
Vagabond wind

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Gales, Eric - relentless [2010]
Neues, baumstarkes Album des 1975 in Memphis/TN geborenen und aufgewachsenen Bluesrock-Guitarslingers Eric Gales. Bereits im "zarten" Alter von 4 Jahren lernte Eric das Gitarrespielen von seinen beiden älteren Brüdern Eugene und Manuel und versuchte schnell sie mit größtem Ehrgeiz zu übertrumpfen. Ihr Stil war das linkshändige Gitarrenspiel, so wie es ihr Großvater zelebrierte, einst ebenfalls ein sehr renommierter Gitarrist, der schon an der Seite solcher Leute wie Muddy Waters und Howlin' Wolf jammte. Klar, dass diese Leute zu den großen Einflüssen Gales' zählen, doch vor allem die Vergleiche zum Stil des großen Jimi Hendrix', eben auch wegen des unterdessen mehr als beeindruckenden. außergewöhnlich guten, und virtuosen linkshändigeen Gitarrenspiels, sagte man ihm seit seinen ersten Alben nach. Das ist bis heute, vollkommen zu Recht, nicht anders geworden, doch Eric Gales ist mit seinem bravourösen Fähigkeiten längst aus dem Schatten des großen Vorbildes herausgetreten - mit seinem neuen Werk im übrigen mehr denn je. "Relentless" ist ein packendes, tolles Power-Bluesrock-Album geworden, das eine exzellente Balance zwischen fetten, kochenden, sehr traditionell verwurzelten, brennenden Bluesnummern, furiosen Boogies und krachenden, knackigen Geradeaus-Rockern findet. Neben den bereits genannten Einflüssen finden sich auch Spuren, die die Anhängerschaft solcher Leute wie Stevie Ray Vaughan bis Eric Johnson oder ZZ Top bis Joe Bonamassa auf's Vollste zufreiedenstellen dürften. Nie hat man mehr Wert auf kompaktes und dennoch mit genug Freiräumen für Gales' famose Gitarrenausflüge ausgetattetes Songmaterial gelegt, nie blieben die Tracks besser hängen, nie waren sie, trotz der immensen Power, von einer solchen Melodik geprägt. Ünd Gales' flammende, selbstverständlich in jedem Stück integrierte, zündende Soli werden immer ausgefeilter und variabler, stecken voller Inspiration, voller Biss und Spielfreude. Es ist erneut eine Weiterentwicklung erkannbar - großes Kompliment dafür an den "Meister", der auch gesanglich voll auf der Höhe ist. Stellvertretend für ein mit über 70 Minuten randvoll gepacktes Album ohne ausmachbare, erwähnenswerte Schwachstellen seien solche Highlights wie der fett rockende, schwerblütige, mit kochenden, heftigen Riffs vollgepackte, pure Blues-Hammer "Bad lawbreaker" (ausgedehnte, flammende, dreckige, großartige Soli), der knackige, direkte und druckvolle, dennoch irgendwie auch von einer wunderbaren Lockerheit und Melodik durchzogene, etwas funky groovende, herrliche Rocker "A little more time", der großartig "rollende", mit fulminanten, zündenden Gitarrenläufen gespickte, bluesrockin' Boogie "The finest club in town", das zwischen John Lee Hooker und ZZ Top hin und her balancierende, mit einem sehr dynamischen Boogie-Drive und viel Zug ausgestattete "The change in me", oder auch die prachtvolle, über 8-minütige, sehr bluesig fundamentierte, dabei ein dezentes Arena- Hardrock-Flair ausstrahlende-Ballade "On the wings of Rock and Roll" erwähnt. Produziert erneut von Mike Varney, beschert uns Eric Gales mit "Relentless" ein wirklich starkes, üppiges, fettes "guitar-slingin'" Bluesrock Power-Album der Güteklasse 1A! "Thanks a lot for a really great album, Eric"!

Das komplette Tracklisting:

1 Bad Lawbreaker (5.11)
2 A Little More Time (3.40)
3 Block the Sun (4.30)
4 Make It There (5.11)
5 Draggin' Me Down (6.07)   
6 The Finest Club in Town (3.51)
7 When You've Got No Place To Go (7.44)
8 The Liar (5.53)   
9 If You Knew the Truth (4.23)
10 The Spice (5.14)
11 The Change in Me (5.45)
12 On the Wings of Rock and Roll (8.26)
13 Universal Peacepipe (4.46)

Art-Nr.: 7020
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Bad lawbreaker
A little more time
Block the sun
The finest club in town
The liar
The change in me
On the wings of Rock and Roll

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Ghost Town Blues Band - dust the dust [2010]
"'Dust the Dust' grinds, stomps and grooves with such intensity that it is reminiscent of some of the best blues sixties or seventies blues-rockers ever offered", heisst es in einem U.S.-Statement zu dem famosen Debut-Album dieses saustarken Power Blues-/Jam-/Bluesrock-Trios aus Memphis/Tennessee. Die Ghost Town Blues Band kann man als ein ungemein kompetentes, authentisch raues, drückendes, kraftvolles "gritty Electric Blues-/Bluesrock-Outfit" bezeichnen, dessen Wurzeln zwar deutlich hörbar in den Sechzigern und Siebzigern liegen, die aber so zwanglos, erfrischend unbekümmert und zeitgemäss aufspielen, dass sie durchaus in der Lage sind, ihre packende Bluesrock-Mugge auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen - ähnlich wie es auch die North Mississippi Allstars fertig bringen. Sie spannen einen großen Bogen vom Memphis-Blues, über klassischen Blues und Bluesrock, bis hin zu druckvollem Hill Country Funk, kochendem Delta-/Swamp-Blues und soulful Southern-Blues. Dabei geht es die Band, wie gesagt, schön rau, dreckig und intensiv an. Durch ihre ungeheure Spielfreude, die live immer wieder mal mit ausgedehnten Instrumentalpassagen, vor allen Dingen Gitarrensoli, zelebriert wird, hat sich die Truppe bereits eine große Fanbase und einen prächtigen Ruf in der Jam-Szene erarbeitet. Die Musiker sind absolute Extraklasse! Die Basis für die großartigen Grooves bilden der exzellente Drummer Presten McEwen und Bassist Dusty Skies mit seinen prägnanten,, rootsig "knarrenden" und viel Elektrizität vermittelnden Basslines. Doch im Mittelpunkt steht der charismatische Frontmann Matt Isbell, ein sehr starker Sänger und noch stärkerer Gitarrist, der in der Szene bereits mit einer jüngeren Ausgabe von Gov't Mule's Warren Haynes verglichen wird und dessen Stimme nicht selten an die von Gregg Allman (The Allman Brothers Band) erinnert. Und tatsächlich, diese Vergleiche sind absolut nachvollziehbar. Isbell's Riffs strotzen nur so vor Dreck, Feeling und ursprünglicher Kraft. Seine ausgedehnten Gitarrenausflüge stecken voller Virtuosität, voller Glut, Inspiration und voller Spielfreude. Oftmals steht das Instrument regelrecht unter Starkstrom, dann wieder lässt er ein wunderbar lockeres Solo vom Stapel, ohne dabei auch nur im geringsten an Würze zu verlieren. Er holt aus seiner Gitarre raus, was möglich ist, lässt sie jaulen, krächzen, röhren, quietschen, ergeht sich in rauschendem Wah Wah-Spiel, bringt die Sümpfe mit dem slidenden Bottleneck in Wallung. Er ist ein Mörder-Gitarrist, der darüber hinaus auch noch auf der Bluesharp zu überzeugen vermag und sogar vereinzelt die Tasten der Keyboards bedient, wobie die Band dafür zumeist den Gastmusiker Chris Stephenson einsetzt. Spuren von bluesigen Gov't Mule, bluesigen Allman Brothers und den bereits erwähnten North Mississippi Allstars finden sich immer wieder in der Musik der Ghost Town Blues Band, ebenso wie die solcher Kollegen wie beispielsweise Too Slim and The Taildraggers, The Daddy Mack Blues Band, Swamp Cabbage oder solcher Blues-Legenden wie Little Milton, Robert Johnson und Albert King. Das Album startet mit dem prächtigen, von einem dezenten Stax-Rhythm-Feeling geprägten Memphis Shuffle-/Blues-Boogie "One more whiskey", dominiert von einer dreckigen Bluesharp, um im Anschluß daran mit der ersten von ein paar ausgesuchten, bärenstarken Coverversionen aufzuwarten, denen die Band allerdings jeweils ein vollkommen neues, großartiges Arrangement verpasst. "Come together" von den Beatles steht auf dem Programm, und zwar in einer Hammer-Version! Die Truppe macht daraus einen ultra rauen, vibrierenden, atmosphärisch dichten, elektrisierenden Power Bluesrock-Boogie voller sumpfiger Swamp-Schwüle. Die Drums geben kraftvoll die Richtung vor, Isbell's Gesang ist so etwas von dreckig, ebenso wie dessen kratzige, fulminante E-Gitarre und die glühenden Slide-Einlagen. Hat viel von dem Feeling, das auch die North Mississippi Allstars.verbreiten. "Geil"! Eine weitere, mitreissende Coverversion gibt's von dem alten Traditional "C.C. Rider", aus dem die Band einen phantastischen, mit tollen Orgel-Fills und würzigen, lockeren Riffs ausgetatteten, dezent, funky, aber ungemein "soulful", ambitioniert, kraftvoll und jammig dahin groovenden "Killer" Southern-Bluesrocker kreiert, der schier begeistert. Das lange, exquisite, wunderbare Gitarrensolo Isbell's ist "deep southern-fried" und seine Stimme kann gerade hier ein gewisses Gregg Allman-Timbre nicht leugnen. Eine grandiose Fassung dieses Evergreens, wie sie southern-rockiger und jammiger nicht sein kann. Und aus dem alten Big Joe Williams Memphis Blues-Klassiker "Baby please don't go" lässt die Truppe einen krachenden, straighten, aus allen Zylindern feuernden "High Octane" Bluesrock-Hammer entstehen, der mächtig reinhaut. Doch, das muß man deutlichst unterstreichen, auch die Eigenkompositionen haben es in sich. Und wie! Das Titelstück "Dust the dust" beispielsweise pflügt sich mit Macht und ohne Kompromisse durch die Blues-Äcker des Südens. Was für ein großartiger Groove, begleitet von rauen Riffs und glühender Lead Gitarre. Der von packenden, ausgedehnten, dreckigen, dabei sehr virtuos, vielseitig und emotional gespielten Gitarrenausflügen und -linien (Isbell ist wirklich ein Könner) durchzogene, brillante Southern Slow-Blues "Suga' Mama" hingegen kommt einem vor, als wäre es ein großartig und zeitgemäss inszenierter, alter Klassiker von Little Milton oder Robert Johnson. Das ist seeliger Mississippi Southern-Blues, der einen nicht mehr loslässt. Diese Burschen werden noch für mächtig Furore sorgen. Die Ghost Town Blues Band rockt die "Juke Joints" des Südens und hinterlässt eine zutiefst beeindruckte und begeisterte Anhänger-Schar. Southern-/Jam-/Blues-Rock in einer rauen, zwanglosen Intensität und Güte, wie man ihn wirklich nicht an "jeder Straßenecke" serviert bekommt. Ein Hammer-Debut, das diese Band zu einer DER Entdeckungen des Jahres 2010 werden lässt.

Das komplette Tracklisting:

1 One More Whisky - 3:28   
2 Come Together - 2:41   
3 Dust the Dust - 3:02   
4 C.C. Rider - 5:22   
5 Suga' Mama - 5:27   
6 Comfortable Way - 4:14   
7 Baby Please Don't Go - 3:19   
8 I Put a Spell On You - 4:12   
9 Give Me a Minute - 4:11   
10 Move On - 3:06   
11 Goin' Down - 4:04

Art-Nr.: 7072
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
One more Whisky
Dust the dust
C.C. Rider
Suga' Mama
Comfortable way
Baby please don't go
Move on

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Gilbert, Brantley - halfway to heaven [2010]
Sehr starkes New Country-Album (sein mittlerweile zweites) des aus Athens, Georgia stammenden Brantley Gilbert, und zwar ein sehr aus dem Rahmen fallendes (oftmals klingt der Bursche wie eine mächtig Dampf ablassende Countryrock-Ausgabe der Southern Rocker von Molly Hatchet, dann wieder bewegt er sich auf dem Terrain eines Keith Urban), was sicher hauptsächlich der Tatsache zu verdanken sein dürfte, dass Gilbert bei einem Indie Label unter Vertrag steht (Average Joes Entertainment Group). Er kann halt relativ zwanglos zu Werke gehen konnte und so etwas zahlt sich, wie auch hier, künstlerich zumeist aus. Schon der Blick auf das Cover lässt eher vermuten, dass man es mit einer Heavy Metal- oder Biker Rock-Scheibe zu tun haben könnte, als mit einem Werk, das in Nashville Fuß fassen möchte. Lediglich die diversen Co-Songwriter (Gilbert hat alle Stücke mitkomponiert) wie Jeremy Spillman, Dallas Davidson, Ben Haslip oder Rhett Akins, die bereits Lieder für klingende Namen wie Trace Adkins, Jack Ingram, Brooks & Dunn oder Joe Nichols abgeliefert haben, lassen Insider erahnen, wo der Hase lang läuft. Brantley Gilbert hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und sich mit jedem neuen Auftritt und jedem neu geschriebenen Song ein Stück mehr verbessert. Auf kompositorischem Gebiet gelang ihm der Durchbruch, als Jason Aldean Gilberts "The Best Of Me" für sein letztes Album "Wide Open" auswählte. Das Album, das in produktionstechnischer Zusammenarbeit mit den ebenfalls in Athens ansässigen Atom Brothers und mit vielen aus Georgia kommenden (nicht so bekannten) Musikern entstand (die aber alle frisch, unbekümmert und vor allen Dingen überaus kompetent zu Werke gehen - besonders klasse das deftige Drumming von Gerry Hensen und die filigrane Saiten- und Keyboardarbeit von Country Blues-Rocker Jess Franklin), durchweht demnach eine starke, wohltuende Southern Rock-Brise, die dem Ganzen sehr viel Pepp und Abwechslung verpasst. Schon der satte Opener "Hell On Wheels" gibt mit seinen fetten, dominierenden Slide-Riffs mächtig Gummi. Montgomery Gentry, Jeffrey Steele, The Roadhammers, Trace Adkins oder Van Zant kommen einem da sofort in den Sinn, aber eben auch eine Country-Ausgabe von Molly Hatchet. Ist ein Song, der nicht nur in Truckerkreisen, bei den Countryrockern, den Outlaw-Rockern und der Southern-Fraktion einen Stein im Brett haben dürfte. Die folgenden drei Tracks ("Bending The Rules And Breaking The Law", "Back In The Day", "My Kind Of Crazy") zeigen dann die andere Seite des Brantley Gilbert, der sich mit sehr angenehm ins Ohr gehenden, frischen Melodien sich im Stile moderner Interpreten wie Jason Aldean, Keith Urban oder Chris Cagle in seinen ruhigeren Momenten, für Radiopräsenz nahezu aufdrängt. Die erste Single "Kick It In The Sticks" ist in seiner Wahl allerdings, wie so vieles auf diesem Album, recht ungewöhnlich und (in Gilberts und im Interesse des Labels) als sehr gewagt zu bezeichnen. Doch es ist eine klasse Nummer. Der mit einem unterschwelligen Redneck-Flair daher stampfende, derartig heftig mit fetten Gitarrenläufen rockende Song dürfte eher der Southern Hard Rock-Fraktion Freudentränen in die Augen treiben, als den kommerziell-orientierten Entscheidern der Radio Airplays. Eine mutige Wahl, wie sie wohl auch nur bei einem Indie-Label möglich ist. Man drückt ganz feste die Daumen, denn der Song ist, wie gesagt, einfach toll. Das Album hat mit seinem Einstieg auf Platz 19 in der Billboard Country Charts immerhin schon mal einen Achtungserfolg erreicht. So wird vieles vermutlich von der Nachfolge-Single abhängen, aber hier kann Gilbert neben den zu Anfang erwähnten Songs bei "Halfway To Heaven" (autobiographischer Titelsong, der einen Autocrash Gilberts textlich verarbeitet und ihn zum Umdenken seines Lebenswandels bewog, Bilder seines zerquetschten Pickups im Booklet lassen einen dabei den Atem anhalten), "Saving Amy" (thematisiert ebenfalls einen Unfall, bei dem der Fahrer allerdings nicht, wie in Gilberts Fall, überlebt - schön mit emotionalen Streicherelementen in Szene gesetzt), "Them Boys" (schönes Dobro-Spiel, klasse Strat-E-Gitarren-Solo, erinnert ein wenig an Kenny Chesney’s "Young") oder dem pianoträchtigen, balladesken Lovesong "Fall Into Me" (mit einem Hauch von Lynyrd Skynyrd's "Tuesday’s Gone") aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen. Während diese Songs dem Hörer Luft zum Atmen gewähren, wird dann immer wieder ordentlich dazwischen gerummst. "Country Must Be Country Wide" oder "Take It Outside" sind nichts für zart besaitete Gemüter, sondern eher etwas für derbe, raue, rebellische Vertreter. Beides sind klasse, aggressiv gesungene "Auf die Zwölf-Country-/Outlaw-Rocker, wie man sie von Chris Cagle, Travis Tritt, Shooter Jennings oder Jeffrey Steele mit viel Wucht um die Ohren gebrettert bekommt. Am Ende gibt es mit "Dirt Anthem Road (Revisited)" noch ein "Gimmick", den Colt Ford (auch bei einigen anderen Tracks als Co-Writer involviert) bereits auf seinem eigenen Album "Ride Through The Country" vorgestellt hatte. Hier präsentieren die beiden eine entspannt groovende Version (Brantley's Gesang mit seinem dezent introvertierten Touch erinnert oftmals ein wenig an Eric Heatherly), die von erstaunlich gut passenden Rap-Einlagen Ford's immer wieder unterbrochen wird. New Country meets Rap, ebenfalls nicht alltäglich, aber ein äußerst gelungenes Finish. Brantley Gilbert hat mit "Halfway To Heaven" ein äußerst spannendes Album („he’s somewhere between the Rock-N-Roll vibe of the southern country rock scene, the roots-rock oriented flavors of Texas country and the mainstream of Nashville”, so eine weitere, den Stil durchaus korrekt beschreibende Kritikermeinung) abgeliefert, das sich aufgrund des mutigen Konzepts viel Respekt verdient hat. Ein frisches, modernes, instrumentell hochwertig eingespieltes Werk (kommt auch ohne die arrivierten, omnipräsenten Studiomusiker hervorragend aus), das den relativ festgefahrenen Strukturen Nashvilles gut tun sollte. Tolle, abwechslungsreiche und kurzweilige New Country-Musik, die richtig Laune macht! Viel Erfolg, Brantley Gilbert! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Hell On Wheels - 4:16   
2 Bending the Rules and Breaking the Law - 3:31   
3 Back In the Day - 4:00   
4 My Kind of Crazy - 3:41   
5 Kick It In the Sticks - 3:48   
6 Halfway To Heaven - 3:15   
7 Saving Amy - 5:29   
8 Country Must Be Country Wide - 3:39   
9 Take It Outside - 4:21   
10 Them Boys - 4:04   
11 Fall Into Me - 4:01   
12 Dirt Road Anthem [Revisted] - 4:41

Art-Nr.: 6862
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hell on wheels
Back in the day
Halfway to heaven
Country must be country wide
Take it outside
Them boys

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Gill Band, Cody - king of your hometown [2009]
Die "Red Dirt"-Countryrock-Jungs der Cody Gill Band aus Stephenville/Texas hatten uns ja mit ihrem hervorragenden Debüt "Boxcars" vor geraumer Zeit zu Begeisterungsstürmen hingerissen, jetzt legen sie mit "King Of Your Hometown" nach. Um es vorwegzunehmen, auch diesmal ist ihnen wieder ein ganz hervorragendes Werk gelungen. Die jungen Burschen scheinen eine gehörige Portion Selbstbewusstsein mitzubringen. Hatte man beim Debüt noch richtigerweise das Unterfangen in erfahrene Hände vergeben (so wurde es von "Mr. Red Dirt" persönlich, Mike McClure, produziert und von teilweise etablierten Musikern wie Lloyd Maines und Riley Osborne begleitet), so hat man das Projekt diesmal fast im Alleingang (inkl. der Produktion) durchgezogen. Beim Szene-Label "Smith Entertainment" scheint man schon jetzt blindes Vertrauen in die Jungs zu setzen, was sich in der Nachbetrachtung dieses starken Albums auch eindeutig als richtig erweist. Die Cody Gill Band spielt wunderbar melodischen, lockeren, erfrischenden, das typische "Red Dirt"-Flair beinhaltenden, aber sicher auch die Fraktion alter Eagles- oder Poco-Klänge in Verzückung bringenden Americana/Countryrock/-pop, der hin und wieder mal von einer feinen Southern-Brise durchzogen wird. Die Eli Young Band, Wade Bowen, Rich O'Toole, No Justice & Co. kommen als Vergleichsgrössen in Betracht. Marginale Änderungen gab es in der Bandbesetzung. Ritchie Petronis, der bei einem Stück als Co-Writer fungierte, wurde gegen Jarrod Baker am Schlagzeug ausgetauscht. Ansonsten wurde, wie gehabt, das nahezu komplette Songrepertoire wieder selbst komponiert. Lediglich zwei Stücke, u.a. das abschließende und recht trocken abgehende "Movin’ On" (klasse Southern Rock-Flair, erinnert an eine Mischung aus Cross Canadian Ragweed und The Great Divide), welches vom der Band sehr nahe stehenden Marshall Owens geschrieben wurde, sind Fremd-Kompositionen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Einstieg diesmal besonders melodisch gehalten. Mit "Consider", "Threw Me Away" (Songwriter Jeremy Harlow) und dem fantastischen Titelstück "King Of Your Hometown" gibt es zum Auftakt gleich drei absolute Ohrwürmer am Stück, wobei letztgenanntes Lied, das dürfte jetzt schon sicher sein, sich zu einem Dauerbrenner in den Texas Music Charts entwickeln wird. Einfach herrlich, dieser Song. Mit dieser Nummer im CD-Player des Autos ist man im kommenden Sommer ganz sicher der "König seiner Heimatstadt"! Das sich die Burschen immer wieder gerne zu Ausflügen Richtung Southern Rock hinreißen lassen, hatten sie auf "Boxcars" bereits zur Genüge dargelegt. Hier liefern sie bei "Crazy" die erste Kostprobe ab. Ein Skynyrd-typisches E-Gitarren-Führungsriff (der emsige Gitarrist Zack Hooper, eigentlich aus der Jazz-Szene entstammend, beherrscht auch das große Southern Rock-Einmaleins), Kuhglocken-Drums und pumpender Bass des wieder sehr auffällig agierenden Caleb Hooper zeigen, dass der Vierer es auch in diesem Genre drauf hat. Cody Gill erinnert von der Stimme her immer wieder etwas an seinen Mentor Mike McClure. "18 In Mexico" kommt so ähnlich wie die "Red Dirt"-Variante von Tim McGraw's "Seventeen" daher und geht wunderbar "fluffig" ins Ohr. "Heart In The Middle" umschmeichelt erneut den melodiesüchtigen Hörer mit einem fast schon an einstige, goldene Seventies Countryrock-Tage aufkeimenden Retroflair, natürlich auf bestehender "Red Dirt"-Grundlage. "Crumble" wurde dagegen sehr atmosphärisch von Cody Gill in Szene gesetzt. Zu Donnergrollen und Regengüssen im Hintergrund pendelt das Stück zwischen balladesker Strophe und powerndem Refrain, abgerundet durch ein starkes E-Gitarren-Solo. Mit dem flotten und sehr peppigen "Roadsigns" gibt es den zweiten Abstecher in Southern Rock-Gefilde. Der sich gut einführende Jarrod Baker setzt mit fettem Drumming Akzente, eine herrliche Rhythmik und ein typisches Gitarrensolo wird die Fans dieser Musikrichtung zweifellos sehr erfreuen. Das von Cody Gill komponierte "Jack Of Hearts" weist schön rootsige Züge auf (Richtung Neal Casal). Gill wir hier von der wunderbare Harmonies beisteuernden Stacey Sliger vokal unterstützt. Fazit: Die Cody Gill Band hat mit ihrem zweiten Werk "King Of Your Hometown" ihren Status als eine rasant Richtung Spitze stürmende Red Dirt-Band noch einmal gefestigt. Die Truppe ist sehr gut aufgestellt und besitzt vom Talent her eindeutig das Zeug, Interpreten wie der Randy Rogers Band, Pat Green, Wade Bowen, der Eli Young Band und Cross Canadian Ragweed ins überregionale Majorlabel-Lager zu folgen. Cody Gill und seine Mannen stehen aus unserer Sicht kurz vor dem großen Durchbruch! Klasse! (Daniel Daus)

Die komplette Tracklist:

1 Consider - 2:55   
2 Threw Me Away - 3:48   
3 King of Your Hometown - 4:07   
4 Crazy - 3:01   
5 Special - 2:55   
6 18 in Mexico - 3:58   
7 Heart in the Middle - 4:14   
8 Crumble - 4:38   
9 Roadsigns - 3:40   
10 Jack of Hearts - 3:55   
11 Movin' On - 4:14

Art-Nr.: 6272
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Consider
Threw me away
King of your hometown
18 in Mexico
Heart in the middle
Roadsigns

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Girls Guns and Glory - good luck [2014]
Boston's "rising stars", die fantastischen Girls Guns and Glory um den begnadeten Sänger Ward Hayden (was hat der Bursche für eine charismatische, wunderbare Stimme) setzen den Reigen ihrer bärenstarken Alben mit dem eindrucksvollen "Good luck" wie selbstverständlich fort. Was ist das für eine tolle, erfrischende Band. Dieser herrliche "Country Twang'n Roll" macht einfach nur Laune und geht, trotz der natürlichen, erdigen, rootsigen Basis, runter wie Öl. Die Truppe ist zudem eine richtige "hard working band", die sich vor allem auch durch ihr intensives Touring mit über 200 Gigs pro Jahr eine immense Fanschar aufgebaut hat. So etwas fördert das Zusammenspiel und das musikalische Verständnis, was sie von der Bühne aus prächtig ins Studio übertragen haben. Ihre mitreissende Kombination aus "early Rock'n Roll" und Rockabilly (die Inspiration solcher Größen wie Buddy Holly, Chuck Berry, Eddie Cochran oder Elvis sind deutlich spürbar) und klassischem Honky Tonk und Country (hier zählen sie vor allen Dingen Hank Williams und Johnny Cash zu ihren großen Einflüssen) sprüht nur so vor Spielfreude. Das vorzügliche Songmaterial steckt voller herrlicher Melodien und ist vorwiegend geprägt von einem schönen Retro-Touch. Die, wie gesagt, schön rootsige und Americana-mässige Basis und der klassische, Rockabilly-angehauchte Countrysound ziehen einen magisch an. Das wirkt wie die Zusammenführung der besten Elemente solcher Bands wie The Derailers, The Mavericks, Two Tons Of Steel und Dwight Yoakam, und doch spielt diese Musik niemand so wie Girl Guns and Glory. Deren Sound ist einfach einzigartig. Und noch etwas: Produziert hat das neue Album Roots- und Alternate Country-Veteran Eric "Roscoe" Ambel - und was der anpackt, hat bekanntlich immer Hand und Fuß! Wir wünschen dieser Band in Anlehnung an den Albumtitel wirklich viel Glück, denn, wir attestierten dies bereits beim Vorgängerwerk, solche Bands braucht die Roots- und Countrymusic. Wunderbar!

Das komplette Tracklisting:

1. All the Way Up To Heaven - 3:30
2. Be Your Man - 3:03
3. One of These Days - 4:27
4. Shake Like Jello - 2:26
5. Centralia, PA - 4:15
6. C'Mon Honey - 2:17
7. Built For Speed - 3:43
8. Rockin' Chair Money - 4:24
9. UUU - 2:59
10. It's Your Choice - 4:12

Art-Nr.: 8477
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
All the way to heaven
Be your man
Shake like jello
Centralia, PA
Rockin' chair money
UUU
It's your choice

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Gordon, Kevin - gloryland [2012]
Erstes Album nach 7 Jahren des in der Roots- und Americana-Szene unter Kennern, Fachleuten, Fans und Musikerkollegen gleichermassen hoch angesehenen und verehrten Singer/Songwriters. Der in Monroe/Louisiana geborene und nun schon seit einigen Jahren in East Nashville lebende "Rock'n Roll poet" gilt als großer, das Leben und die Dinge im Lande durchaus kritisch beäugender Geschichtenerzähler, der seine exzellenten Texte immer wieder in prächtige, erdige Rootsrock-/ und Americana-Arrangements verpackt. Buddy Miller sagte unlängst überaus respektvoll über ihn und seine Musik: "It reminds me of why I love music. I get transported to a beautiful, strange, familiar place. It's where the best music comes from. Deep and soulful." Das kann man nur bestätigen, Kevin Gordon's Musik steckt voller Tiefe und voller Seele. Die durchweg großartigen Songs über heroische und anti-heroische Charaktere kommen schön trocken, dreckig, mit einem gewissen "sonic vibe" und einer feinen, natürlichen, ihm in den Genen liegenden Southern-/Blues-Note. Es entstehen tolle Grooves, nicht unbedingt in hohem Tempo, aber immer wieder durchzogen von wunderbar rauen, "kantigen" Gitarrenlicks und -läufen seines langjährigen Wegbegleiters, dem exzellenten Gitarristen und Multi-Instrumentalisten Joe McMahan (hat u.a. auch bereits für Freedy Johnston und Allison Moorer gearbeitet), der das Album auch hervorragend produzierte. Das ist erstklassiger "Stoff" für die Gemeinde um solche Leute wie beispielsweise Dave Alvin, John Hiatt, einem sehr rootsigen, Nebraska-mässigen Springsteen (nur rockiger), Eric Ambel, Kasey Anderson, Buddy Miller und Konsorten. "Standout tracks" dieses, wie gesagt, durchweg famosen Albums sind zum Beispiel der toll groovende, kraftvolle, mit sehr dreckigen E-Gitarren verzierte Opener "Gloryland", das bluesige, raue "Bus to Shreveport" (erzählt in der Art eines Comics von einem Jungen der auf dem Weg zu einem ZZ Top-Konzert ist), das sehr schöne, leichte, mit feinen Mandolinenklängen angereicherte "Pecolia's atar" (mit Sarah Siskind, ein Tribute an die afro-amerikanische Folk-Künstlerin Pecolia Warner), das viel "Soul" beinhaltende "Trying to get to Memphis", und die wunderbare, über 10-minütige, trockene, exzellent vorgetragene Ballade "Colfax/Step in time" (aus dem Leben eines Kindes im immer noch mit Rassismusproblemen kämpfenden Süden der USA). Doch bei all diesen Geschichten: Kevin Gordon vergisst niemals seine Rootsrock-Bezüge. Das ist die Klasse eines wahren "Rock'n Roll poets". Gordon's Songs wurden im übrigen schon von solchen Leuten wie Levon Helm und Keith Richards gecovert. Mit seiner guten Freundin Lucinda Williams als Duettpartnerin nahm er im Jahre 2000 den fantastischen Titelsong seines damaligen, bärenstarken Werkes "Down to the well" auf. Wie gesagt, sein "Standing" in der Szene ist immens, und "Gloryland" wird dies noch deutlich manifestiren. Eine herausragende Leistung von Kevin Gordon!

Das komplette Tracklisting:

1. Gloryland (5.03)
2. Don't Stop Me This Time (4.10)
3. Colfax/Step In Time (10.25)
4. Pecolia's Star (4.49)
5. Black Dog (4.41)
6. Trying To Get To Memphis ( 5.32)
7. Bus To Shreveport 6.17)
8. Nine Bells (3.57)
9. Side Of The Road (3.53)
10. Tearing It Down (3.51)
11. One I Love (2.52)

Art-Nr.: 7729
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Gloryland
Don't stop me this time
Colfax/Step in time
Pecolia's star
Trying to get to Memphis
Bus to Shreveport
Side of the road

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Gov't Mule - by a thread [2009]
Hey, ihr Muleheads, ihr Rock-, Blues Rock-, Southern Rock- und Jamrock-Begeisterten: 3 Jahre nach "High & mighty" (sieht man mal von dem sehr kontrovers diskutierten Reaggae-/Dub-Experiment "Mighty high" ab) legen Gov't Mule nun mit "By a thread" endlich den legitimen Studio-Nachfolger vor. Es ist unglaublich, denn die nach all den grandiosen Leistungen der Vergangenheit eh schon hohen Erwartungen werden nicht nur zu einhundert Prozent erfüllt, sondern schlichtweg übertroffen. "By a thread" ist nicht mehr und nicht weniger als der nächste Geniestreich einer Band, deren Möglichkeiten wohl grenzenlos sind. Phänomenal! "Ober-Mule" Warren Haynes, ein Mann, dessen Präsenz im Genre schon seit Jahren immens ist, und den man vollkommen zu recht als "one of the busiest men of Rock'n Roll" bezeichnet, darf Ende 2009 wohl auf sein bis dato turbulentestes Jahr zurückblicken. Für Aussenstehende ist es ein Rätsel, wie der Bursche all seine Termine und Verpflichtungen unter einen Hut bringt, und, das ist an der ganzen Sache noch das erstaunlichste, dabei immer auf einem absoluten Top-Niveau arbeitet. Ausgedehntes Touring mit seiner "Hausband" Gov't Mule, eine ebenfalls mit recht vielen Dates bestückte Tour mit The Allman Brothers Band, inklusive des jetzt schon legendären, 15 Konzerte umfassenden "Beacon-Runs" (15 Shows im New Yorker Beacon-Theatre im März 2009) anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band, dazu eine Tour mit The Dead (die Nachfolger von Grateful Dead), bei denen er ebenfalls als zusätzlicher Gitarrist mitwirkte, eine praktisch schon fertig gestellte Solo-Scheibe, die irgendwann erscheinen soll und natürlich die Vollendung und Einspielung von "By a thread" - was für ein Marathon. Doch Haynes sieht das alles nicht im entferntesten als Belastung, sondern als Segen. Er ist ein Musik-Junkie, er lebt für diese eine Sache, er gibt sich dafür hin - einer der vielleicht letzten Idealisten, die ihr Schaffen rund um den Rock'n Roll benötigen wie die Luft zum Atmen. Er würde es sich nie verzeihen, sagte er neulich in einem Interview mit dem amerikanischen Billboard-Magazin, beispielsweise ein Angebot für eine Tour mit The Dead auszuschlagen, nur weil er zu beschäftigt ist. Nein, so etwas würde ein Warren Haynes nicht tun. "By a thread" wurde eingespielt in Willie Nelson's berühmtem Pedernales Studio in Texas, was den herrlichen, dezenten Texas-Vibe, der die Musik des neuen Albums zuweilen durchläuft, erklärt. Zugleich ist es das erste Album mit dem neuen, schwedischen Bassisten Jorgen Carlsson, der 2008 Andy Hess ersetzte. Carlsson spielt noch druckvoller als Hess und sorgt durch teils regelrecht unter Starkstrom stehende, elektrisierende Läufen mit Matt Abts für einen noch schärferen, unwiderstehlichen Groove. Das neue Werk ist ungemein abwechslungsreich, sehr frisch und deutlich jämmiger als der Vorgänger geworden. Lange Instrumentalpassagen mit ausgedehnten, lichterloh brennenden Gitarrenausflügen Haynes' sind das Salz in der Suppe, ebenso wie dessen grandioser Gesang. Brillant beispielsweise der mächtige Opener "Broke down on the Brazos", ein gnadenlos groovender, von tierischen Gitarren-Licks begleiteter, nicht zu bremsender Southern-fueled Texas Boogie-Stomper, bei dem sich ZZ Top's Gitarren-Ikone Billy Gibbons als Gast ein tolles, glühend heisses Wechselspiel mit Haynes liefert, oder der kochende, über 9-minütige, von gewaltigen Wah Wah-Riffs umgebenne, schwere Bluesrocker "Inside outside woman Blues # 3", der mit tollem Tempowechsel und atemberaubenden Gitarrenläufen aufwartet. Haynes verbiegt die Saiten nach allen Regeln der Kunst - es quietscht, es röhrt, es faucht, es wirbelt - es ist wie im Rausch - ein Höllenritt! Am Ende wird das Stück nach einem rund 3-minütigen Gitarren-Monsterritt langsam ausgeblendet, was erahnen lässt, wie die Band die Nummer live wohl bis zum Exzess "ausschlachten" wird. Ganz groß! Dazwischen gibt es alles, was das Herz eines Muleheads begehrt. Ob die dezent "kosmisch" und psychedelisch angehauchte, großartige Ballade "World wake up" (noch mit Andy Hess eingespielt), der von heissen Funk-Rhythmen und druckvollen Grooves nach vorn getriebene Power-Knaller "Steppin' lightly" (grandiose, geradezu "fiebrige", glühende Gitarrenläufe), der in allerbester, früher Led Zeppelin-Tradition arrangierte, etwas folkige, aber traumhaft fett rockende Traditional "Railroad boy" (Matt Abts drischt auf sein Schalgzeug ein, als wollte er John Bonham zum Leben erwecken und Warren Haynes macht keinen Hehl daraus, wie sehr er Jimmy Page verehrt), das rootsig angehauchte, sehr melodische, etwas zurückhaltendere, wunderschöne "Gordon James", oder der gigantische, fulminant abgehende, mit einem tollen Power-Drive ausgestattete, von glühenden, dreckigen Gitarren bestimmte "full-blooded" (Blues)Rocker "Any open window" (was für mörderische Soli) - es ist eine wahre Pracht! "By a thread" ist ein neuer, absoluter Meilenstein in der Geschichte von Gov't Mule! Ein Hammer-Album! (Mal wieder) Ein Meisterwerk!

Die komplette Tracklist:

1. Broke Down On The Brazos 6:19
2. Steppin’ Lightly 7:10
3. Railroad Boy 5:03
4. Monday Mourning Meltdown 8:08
5. Gordon James 3:48
6. Any Open Window 4:45
7. Frozen Fear 5:48
8. Forever More 4:17
9. Inside Outside Woman Blues #3 9:04
10. Scenes From A Troubled Mind 7:23
11. World Wake Up 5:54

Art-Nr.: 6460
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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