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Miller, Scott & The Commonwealth - reconstruction ~ live [2007]
Die "Bärchen Records-Crew" hatte im April 2006 im Rahmen des mittlerweile außerordentlich renommierten Americana/Roots-Festivals "Blue Highways" im niederländischen Utrecht das für Europa seltene, dafür aber um so genußvollere Vergnügen, Scott Miller and The Commonwealth einmal live erleben zu dürfen.
Dort mußten der Ex-Frontmann der legendären Rootsrock-Formation "The V-Roys" und seine Truppe als "Opening-Act" ran und brachten uns und das Publikum mit einem dynamischen und musikalisch über jeden Zweifel erhabenen, prächtigen Set sofort auf die richtige "Betriebstemperatur". Großartig, dass deren tolle Live-Mucke nun auch auf einem entsprechenden Live-Album der aktuellen "Citation"-Tour festgehalten wurde! Mitgeschnitten an drei Tagen (7. - 9. Dezember 2006) im Down Home in Johnson City/Tennessee, ist das Werk mit 19 Tracks/gut 67 Minuten Spielzeit (plus einem kurzen Spaß-Intro) randvoll gepackt und liefert einen prima Querschnitt der bisherigen drei Studioalben "Thus Always To Tyrants" von 2001 ("I Made A Mess Of This Town", "Dear Sarah" "Goddamn The Sun", "Is There Any Room To Cross"), "Upside Downside" von 2003 ("Amtrak Cresent", "Angels Dwell", "It Didn’t Take Too Long", "For Jack Tymon") und dem bereits erwähnten "Citation" von 2006: Letztgenanntes ist natürlich auf diesem Silberling schwerpunktmäßig vertreten mit tollen Live-Fassungen von "Jody", "Eight Miles Per Gallon", "Only Everthing", "Freedom’s A Stranger", "Still People Are Moving", "On A Roll" und "Wild Things"! Mit "Spike"1 (Tom Petty) und "Hawks And Doves" (Neil Young ) gibt es dazu zwei klasse Coverversionen, wobei der Young-Klassiker auch bereits auf "Citation" vertreten war, hier jetzt allerdings noch etwas rauer und authentischer. Man meint fast, Miller hätte sich für den Song Crazy Horse als Backing-Band ausgeliehen. Überhaupt bieten die Jungs eine herrlich raue, erdige, trockene, rootsige und unbeschwerte Performance voller Spielfreude und Energie in einer spürbar unbeschwerten, recht intimen Club-Atmosphäre. Staubiger Rootsrock, großartiger Alternate Country-Twang und knackiger Americana-Rock - kurzweilig, abwechslungsreich, kompetent! Miller's Truppe Commonwealth, bestehend aus Shawn McWilliams (Drums), Eric Fritsch (Keyboards, Guitar) und Jeremy Pennebaker (Bass), wie auch der Bandchef persönlich, zeigen sich in blendender Verfassung. Scott, auch gesangstechnisch sehr überzeugend, mit seinem vorzüglichen E-Gitarren-Spiel und die beeindruckende Rhythmusfraktion in seinem Rücken wirken, vor allem auch bei den vielen Tempovariationen innerhalb der Songs, überaus eingespielt. Trotz Miller's unbestrittenem, eigenständigem Stil schimmern immer wieder vermeintliche Einflußquellen durch, die von Neil Young, Chris Knight, Ryan Adams, John Mellencamp, Bruce Springsteen und Steve Earle bis hin zu Dan Baird oder den Bottle Rockets reichen. Besonders erwähnenswert in einem sich auf durchgehend hohem Niveau bewegenden Programm sind beispielsweise flotte und satt rockende Sachen wie "It Didn’t Take Too Long", ein fulminanter Roadhouse Rocker in bester Chuck Beryry-/Dan Baird-Manier und das Slide-wütige "Eight Miles Per Gallon", aber auch countryorientiertere, entspanntere Songs wie das lockere, staubige "Angels Dwell" (schöne Akustikgitarrenarbeit), "Arianne" (klasse Harmonies, einfühlsames E-Gitarren-Solo), das semi-akustische "On A Roll" (schön trocken, wieder tolles E-Gitarren-Solo) und das rhythmische, knackige, rootsige "For Jack Tymon" mit seinen tollen E-Breaks. Und wenn dann mit "Drunk All Around This Town" und "Is There Room On The Cross?" die Menge zum feuchtfröhlichem Mitgrölen animiert wird, und dies auch mit Freude und tosendem Beifall tut, dürfte auch dem Letzten klar werden, dass die Leute in Johnson City mit Scott Miller & The Commonwealth eine prächtige, drei Tage währende Roots-/Alternate Country-/Americana-Fete feierten. Feiern wir mit! Einfach klasse, diese Burschen! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4916
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
I made a mess of this town
It didn't take too long
Only everything
Wild things
For Jack Tymon

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Moe. - sticks and stones [2008]
Buffalo's (New York) premier Jamrock-Quintett Moe. begeistert seine Fans gerade mal ein Jahr nach "The conch" mit einem weiteren, großartigen Studioalbum. Üblicherweise ist es bei Moe. so, dass sie ihre Songs, lange bevor sie sie auf ein Studioalbum packen, schon in den unterschiedlichsten Versionen während jeder Menge Live-Shows präsentierten - nicht so bei "Sticks and stones"! Der Großteil des Materials entstand "nebenbei" während der Recording-Sessions zu "Wormwood" (2003) und "The conch" (2007), wurde also nie zuvor live gespielt. Nun, einige Zeit später, entschloß man sich ob der Klasse der Songs, hinaus "auf's Land" zu fahren, quartierte sich mit dem nötigen Equipment für 3 Wochen in einer alten Kirche in den Bergen von New England ein, und begann die Stücke in dieser ruhigen, einzigartigen Atmosphäre für "Sticks and stones" einzuspielen. Das Aufregende an den Songs ist, so betont die Band, dass sie von einer ungeheuren Spontanität, einer rauen Ursprünglichkeit geprägt sind. Man hat sie nicht live während vieler Darbietungen immer wieder verändert und an ihnen herumgefeilt, sondern sie in ihrem "First instinct"-Status belassen. Und das hat bestens funktioniert! Erneut erleben wir die Band ungemein wandlungsfähig. Mit ihrer ihnen eigenen Identität verschmelzen sie auf einzigartige Weise Classic Rock, -Progressive-, Psychedelic-, Blues-, Folk- und auch Southern Rock-Elemente miteinander, wobei diesmal auf vielen Songs ein straighter Retro Rootsrock-Faktor dominiert. Da finden sich Spuren von den Rolling Stones bis zu Neil Young, von String Cheese Incident bis zu Widespread Panic und von Pink Floyd bis zu den Grateful Dead. Einige der Songs sind sehr kompakt durcharrangiert, andere sprühen auch im Studio nur so vor Improvisations- und Jam-Flair. Dominiert wird das Material einmal mehr von dem großartigen Zusammenspiel der beiden exzellenten Gitarristen Chuck Garvey und Al Schnier, doch auch Jim Loughlin's typisches Vibraphon ist wieder vereinzelt zu hören. Sehr schön auch die "zarten" Geigen-Ergämzungen bei dem ein oder anderen Stück durch Gastmusikerin Allie Kral! Zu den absoluten Höhepunkten eines durchweg spannenden Albums zählen beispielsweise der satte, kernige Gitarren-Roostrocker "Sticks and stones" mit seinen erdigen Riffs und dem interessanten "Progressive-Break", das überaus variable, voller Strukturwechsel steckende, aber nie die klare Linie verlierende, zuweilen an die Progressiv-Klänge der Kollegen von Umphrey's McGee erinnernde "Darkness", das wunderbare, sehr psychedelische, balladeske, von herrlichen Gitarren und dezenten Geigenklängen umgebene "Conviction song" (viel Pink Floyd-Feeling), das Slide-getränkte "Deep this time", der exzellente, dreckige, von klasse Slide-Licks und rotzigen Keith Richards-ähnlichen Riffs geprägte "Stones meets dirty Eagles-Harmonies"-Rootsrocker "All roads lead to home", die schöne, folkige Acoustic-Ballade "September", der kochende mit viel Improvisations-/Instrumental-Passagen ausgestattete Roots-/Blues-/Southern-/Swamp-/Groove-Rocker "Queen of everything", dessen prächtiges Uptempo Slide Gitarren-Jamming am Ende der 6 Minuten-Nummer auch im Studio richtig zündet, und auch der ausgelassene, etwas angelsächsisch angehauchte Party-Folk-Stomper "Raise a glass"! Moe., 1990 gegründet, gehören schon lange zu den fest etablierten Größen der Jamrock-Szene. "Sticks and stones" bestätigt diesen Status auf beeindruckende Art und Weise und wird ihrer, auch bei uns, stetig wachsende Fanschar einmal mehr größte Beifallsbekundungen entlocken!

Art-Nr.: 5473
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Sticks and stones
Darkness
Conviction song
Deep this time
All roads lead to home
Queen of everything

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Molly Hatchet - live in hamburg ~ dvd + cd [2005]
DVD-/CD-Set! Was hat die Southern Rock-Fraktion darauf gewartet! Endlich ist sie da, die lang angekündigte Molly Hatchet-Live-DVD! Und das noch in einem opulenten DVD-/CD-Kombi-Paket! Respekt! Aufgenommen am 24. Juli 2004 bei den Hamburger Harley Days brennt die Band um Bobby Ingram ein gewaltiges Heavy Southern Rock-Feuerwerk mit allen Klassikern ab! Dem Anlaß entsprechend präsentiert man sich in einer prima Verfassung. Es paßt halt auch bestens: Harleys, Biker und Hatchet's Southern Rock, das gehört schon irgendwie zusammen! Bemwerkenswert ist, daß die Jungs schon an diesem Abend einige Titel ihres erst in diesem Jahr erschienenen neuen Werkes "Warriors of the rainbow bridge" spielten, was dem Ganzen eine noch größere Aktualität verleiht. Und live kommen die Fassungen solcher Tracks wie "The rainbow bridge" "Son of the south", "Gone in 60 seconds" oder "Moonlight dancin' on a bayou" noch dynamischer rüber als in der sterilen Studio-Atmosphäre. Ansonsten gibt es das Material, was der geneigte Molly Hatchet-Liebhaber einfach hören möchte! Hier die komplette Tracklist: 1. Intro 1:21, 2. Whiskey Man 3:45, 3. Bounty Hunter 4:02, 4. Gator Country 7:30, 5. Moonlight Dancin` on a Bayou 5:08, 6. Fall Of The Peacemakers 5:16, 7. Devil´s Canyon 6:06, 8. Drum Solo 3:47, 9. Beati ´ The Odds 4:03, 10. Son Of The South 4:57, 11. The Creeper 4:55, 12. The Rainbow Bridge 5:13, 13. Keyboard Solo 2:24, 14. Instrumental 2:45, 15. Guitar Solo 5:54, 16. Dreams I`ll Never See 8:02, 17. The Journey 9:24, 18. Gone In 60 Seconds 3:43, 19. Jukin´ City 1:39, 20. Flirtin´ With Disaster 6:41 ! Und weil's so schön ist, gibt's das gleiche Konzert auch noch als Bonus-CD (74 1/2 Minuten Spielzeit!) mit dazu - allerdings ohne die letzten 4 Titel. Die haben einfach nicht mehr draufgepaßt! Eine feine Idee, ein CD-/DVD-Paket in Kombination zu veröffentlichen! Sehr preiswert und absolut zur Nachahmung empfohlen! Die Fans werden es danken! "The south has risen again", heißt es auf dem Back-Cover.. - alles klar, Leute?!!

Art-Nr.: 3585
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: DVD || Preis: € 18,90

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Molly Hatchet - warriors of the rainbow bridge [2005]
Molly Hatchet liefert der Southern Rock-Gemeinde in diesen Tagen wieder viel Diskussionsstoff. Zum einen schlug die Nachricht vom Wiedereinstieg des Gründungsmitgliedes Dave Hlubek wie eine Bombe ein, dann die Ankündigung vom neuen Album, die neue Deutschland-Tour im Vorfeld des neuen Albums, die entgegen aller Erwartungen dann leider doch ohne Hlubek stattfand - und nun ist das Album da! Im lt Booklet aufgeführten Line-Up der Band ist Dave Hluberk als zweiter Gitarrist mit aufgeführt, doch dies bezieht sich offenbar nur auf die Zukunft der Band, denn bei den Aufnahmen war er noch nicht mit von der Partie! Alles etwas verwirrend, aber egal: Das Album ist vielleicht eines der stärksten der letzten Jahre, mit Sicherheit aber das Härteste. Molly Hatchet präsentieren sich in allerbester Verfassung, und allein das zählt! Es rockt, daß es nur so kracht! In absolut typischer Hatchet-Manier, aber irgendwie richtig frisch, feuern Bobby Ingram, Phil McCormack & Co. ein solch gewaltiges, fast stählernes, "brüllenden" Heavy (Metal)-Boogie-Southern Rock-Geschoß ab, von dessen Einschlag man sich kaum erholen kann. Der Opener "Son Of The South", ein mit zahlreichen nachgrölbaren "Hell-Yeahs" intonierter Stimmungsmacher, startet mit einem kurzen Metalriff und geht sofort rhythmisch ab wie die Feuerwehr. Das Lied hat im aktuellen Live-Programm berechtigterweise sofort das Herz der Fans erobert. Ein klasse Auftakt! Danach wird mit jeder Menge knochenharter und trockener Boogies weiter mächtig auf die Tube gesrückt, wobei diesmal mit der geschickten und dezenten Einbindung weiblichen Background-Gesanges "experimentiert" wurde. Die Sache ist absolut gelungen. Ein Mädel namens Amalia "röhrt" sehr einfühlsam ihre Beiträge in die druckvollen Stücke hinein. Ganz toll kommt das beispielsweise bei dem seinem Namen alle Ehre machenden Kracher "Roadhouse Boogie"! "Flames Are Burning" scheint dann kurzweilig mal Zeit zum Durchatmen zu bieten. Zu klaren, akustischen Tönen wird vorübergehend auf's Bremspedal getreten, allerdings nur als Vorgeplänkel für ein furioses, ca. 3-miütiges Gitarrenfinish, das uns am Ende um die Ohren fliegt. Als echter Honky-Tonk-Boogie präsentiert sich "Hell Has No Fury", mit typischen Piano-Geklimper. Hat gar etwas von der Tradition der früheren, großen "Flirtin’ With Disaster"-Zeit. Das abschließende "Rainbow Bridge" erinnert ein wenig an "The Journey" und wird ebenfalls durch eine zielgerichtete, aber nicht übertriebene Gitarrenschlacht beendet. Bobby Ingram's Gitarrenkünste und McCormack's gelebter Malochergesang harmonieren prächtig. Die Produktion ist trotz aller Härte der Songs astrein abgemischt worden. Molly Hatchet haben sich mit einem ausgeglichen starken Album zurückgemeldet! "Warriors Of The Rainbow Bridge" ist mit knapp 60 Minuten Spielzeit zudem recht üppig ausgefallen. Die eingeschlagene Richtung stimmt! Im Booklet lassen Molly Hatchet noch schön eine dem Klischee entsprechende "Message to the world" verkünden, die da lautet: "Keep Southern-Rockin' and The South has risen again"! Und zwar mit einem richtigen "Wumm!"

Art-Nr.: 3248
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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MonkeyJunk - all frequencies [2013]
Brillantes, ungemein vielfältig agierendes Bluesrock-Trio aus Kanada (Ottawa), dessen dampfendes, musikalisches Gebräu seine Heimat jedoch in den verschiedensten Regionen der USA hat, vornehmlich in den Südstaten und dem Mississippi-Delta. Wie mit einer gut geölten Maschine unterwegs, durchkämmen sie unaufhaltsam die Grenzgebiete zwischen Swamp Boogie, Roots, Rock, Funk, Southern Blues, Delta Blues, Chicago Blues und Muscle Shoals-Soul, alles auf der Basis mitreissender Grooves. Die Besetzung dieses Trios gleicht jedoch ganz und gar nicht der klassischer Bluesrock-Trios, nein, MonkeyJunk spielen beispielsweise ohne einen Bassisten (dennoch entwickeln sie diese brodelnde, kernige Rhythmik), dafür aber mit einer instrumentalen Vielfalt, die einen den Tieftöner überhaupt nicht vermissen lässt. Frontmann und Multi-Instrumentalist Steve Marriner beispielsweise macht einen mtreissenden Job an der zweiten Gitarre (zumeist Baritone Gitarre), den Keyboards, der Mundharmonica und mit seinem großartigen, charismatischen, "soulful" Gesang. Darüber hinaus verfügt die Band mit Tony Diteodoro über einen famosen Lead Gitarristen, der immer wieder mit bärenstarken Soli und brennenden Slide-Läufen glänzt, sowie mit Matt Sobb über einen erstklassigen Drummer und Percussionisten, der hauptverantwortlich für die tierischen Grooves ist. Das Trio harmoniert geradezu perfekt miteinander. Der Sound ist herrlich rau und dreckig, doch dieses erdige Ambiente steht keinesfalls im Gegensatz zu der Melodik der Songs. Im Gegenteil, es passt alles prächtig zusammen, sodass das Songmaterial klasse hängen bleibt. Die Songs wirken hervorragend strukturiert, bieten aber auch immer genügend Platz für jammige Instrumentalpassagen. All das ist ein Indiz für die exzellente Musikalität der Truppe. Diese hohe Qualität kommt unmittelbar mit dem Auftaktsong zur Geltung. "You make a mess" heisst die Nummer, ein voller Soul steckender, kraftvoller Bluesrocker, der sofort, bei äusserst knackigem, straightem, dezent funky wirkendem Beat, mit einem tierischen Groove aufwartet. Und "Mr. D." brennt gleich ein gewaltiges Gitarrensolo ab. Klasse Slide-Fills, zündende Lead Gitarre und saustarkes Harpspiel bilden den musikalischen Mantel des erneut wunderbar groovenden "Right or wrong", das mit einem schönen, kochenden Shuffle Blues-Feeling besticht. Das furiose Harp-/Lead Gitarren-Duell im Break ist ein "Hit". Einfach toll! Im Verlauf der Zeit geht es immer mehr Richtung Süden und die Band scheint sich immer tiefer in den Swamps einzunisten. Brodelnde Slideguitar und dreckige Bluesharp-Klänge rühren mit dem baumstarken "Why are people like that?" die Sümpfe ordentlich auf. Das ist schwüler, dampfender "Voodoo"-/Delta-Bluesrock vom Allerfeinsten. Was für ein Druck! Die Percussion-Grundlage und das Gitarrensolo sind absolut heiss. Nach dem scharfen Funk-Heuler "Je nah say kwah" folgt mit dem treibenden "Sirens in the night" der nächste Boogie, der eine tiefe Spur in den Swamplands des Südens hinterlässt. Erneut hören wir diese wunderbare, sumpfige, dreckige Slidegitarre, eingebunden in einen brodelnden Drive. Oh, und welch eine wundervolle Nummer zelebriert die Band mit der famosen, rootsigen Bluesrock-Ballade "Once had wings". Klingt ein wenig, als stammten die klassischen Bad Company nicht aus dem Vereingten Königreich, sondern aus den tiefsten Swamps des amerikanischen Südens, zumal Steve Marriners vorzüglicher Gesang ein leichtes Paul Rodgers-Timbre nicht leugnen kann. Dazu regieren Slidegitarre und Bluesharp. Das ausgedehnte, ungemein melodische Solo mit dem Bottleneck ist ein Traum. Klasse auch der abgehende Mojo-Bluesrocker "Say what?" und das famose, jammige Instrumental "Swank" (furioses Orgel-Spiel, großartige Gitarrenläufe), das das Album mit ebenso aussergewöhnlicher Qualität abschliesst, wie es begonnen hatte. MonkeyJunk haben in ihrer kanadischen Heimat und den USA schon jede Menge bedeutender Blues-Awards gewonnen, wie etwa den amerikanischen Blues Music Award für "Best New Artist Debut" im Jahre 2010 und den kanadischen Juno Award für "Blues Album Of The Year" im Jahre 2012. Warum das so ist und das diese Preise absolut verdient sind, zeigt ihr grandioses, drittes Album "All frequenzies" in beeindruckender Art und Weise. Nicht nur die Fans von Muddy Waters über Robert Johnson, Sonny Landreth, Little Feat, Gov't Mule bis hin zu den North Mississippi Allstars werden begeistert sein. Diese rootsige, swampige Bluesrock-Vielfalt ist ein "Killer". Der Name der Band stammt übrigens aus einer Aussage des legendären Son House, der einst sagte: "I’m talking about the blues, I ain’t talking ’bout no monkeyjunk". Doch könnte der gute Son House diese Band heute erleben, würde er sehr wohl über MoneyJunk sprechen - und zwar in den höchsten Tönen. "All frequencies" wird auch bei den kommenden Blues-Awards wieder ein ganz heisser Kandiodat sein, da sind wir sicher. Überwältigend!

Das komplette Tracklisting:

1. You Make a Mess - 3:14
2. Right From Wrong - 3:37
3. Why Are People Like That? - 3:59
4. Je Nah Say Kwah - 2:55
5. Sirens In the Night - 3:54
6. Yearnin' For Yesterday - 3:32
7. Once Had Wings - 5:19
8. What I Got To Give - 4:21
9. Say What? - 4:03
10. Swank - 7:13

Art-Nr.: 8335
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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You make a mess
Right from wrong
Why are people like that?
Sirens in the night
Once had wings
What I got to give
Say what?

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Monroe, Ashley - the blade [2015]
"Destined to be one of the year's top albums", urteilt der amerikanische Rolling Stone. Das ist ein wahrlich fettes Lob - und es ist so etwas von nachvollziehbar. Ja, Ashley Monroe's "The blade" wird als eines der besten Countryalben des Jahres in die Annalen eingehen. Der junge Dame aus Knoxville/Tennesse, im übrigen auch ein Drittel der großartigen Pistol Annies, gelingt mit ihrem neuen Werk ein brillantes, lupenreines Countryalbum das man als so etwas wie ein Referenzbeispiel moderner, klassisch fundamentierter, unverfälschter Countrymusic bezeichnen darf. War ihr ebenfalls hinreissendes Vorgängerwerk "The rose" noch durch und durch traditionell, so öffnet sich Ashley mit "The blade" etwas mehr den moderneren Klangeinflüssen, ohne dabei jedoch die reinen Countrypfade auch nur ansatzweise zu verlassen. Vielmehr zeigt sie, wie zeitgemäß Country klingen kann, ohne das man dazu irgendwelche Loops, elektronische Spielererien oder gar völlig Genre-fremde Rap-Einflüsse intergieren müßte. Nix da, das ist "pure genuine Countrymusic" auf höchstem Niveau und auf der Höhe der Zeit. Die Basis ist natürlich weiterhin traditionell und klassisch. Doch die so aussergewöhnlich hoch talentierte Songwriterin und Sängerin lässt durchaus mal ein paar poppige Strömungen zu (wie etwa bei dem vorzüglichen Opener "On to something good", wobei sich das "poppige" ausschließlich auf den eingängigen Rhythmus und die wundervoll ins Ohr gehende Melodie bezieht, denn ansonsten bestimmen Baritone-Gitarre, Pedal Steel und klasse Country Gitarren-Licks das Geschehen), geht mal in Richtung Americana (super hier das ein wenig cineastisch, leich hallig inszenierte, rootsige, mit tollen Gitarren und einem klasse Groove versehene "I buried your love alive", im übrigen neben Monroe co-komponiert von Matrace Berg), um dann wieder einen absolut traditionellen, gar von einem nostaligischen, unterschwelligen Rockabilly-Feeling begleiteten Roadhouse Honky-Tonker abzuliefern (das dynamische "Winnig streak" mit furiosem Piano-Geklimper, klassicher Country-Gitarre und Background-Gesang von Marty Stuart). Sie klingt ungemein variabel und trotzdem kommt alles wie aus einem Guß. Songwriting und Melodien sind brillant. Bärenstark beispielsweise auch das lässig und herrlich locker daher kommende "Weight of the load", bei dem sowohl die Instrumentierung, als auch die Melodie pure Gänsehaut erzeugen. Die vielschichtigen Gitarren lösen mit ihrem transparenten Zusammenspiel und ihren hinreissenden, sich wundervoll in die Gehörgänge schlängelnden Riffs ein absolut wohliges Hörvergnügen aus. Ach, wie kann Countrymusic doch so schön sein! Toll auch die ein oder andere Ballade, allen voran das feine, sehr traditionell gehaltene Titelstück "The blade" mit Pistol Annies-Kollegin Miranda Lambert, die mit schönem Harmoniegesang aushilft. Famos auch das mit tollen Acoustic Gitarren, Fiddle, Pedal Steel, Banjo und dezenten, twangigen E-Gitarren-Fills in Szene gesetzte, unterschwellig grassig angehauchte "Mayflowers", bei dem Dan Tyminski und Alison Krauss ihre Harmoniestimmen zur Verfügung stellen. Produziert hat das Album, wie auch schon den Vorgänger, ihr guter Freund Vince Gill (wirkt auch an diversen Gitarren und mit Background-Gesang bei den meisten Stücken mit) in Zusammenarbeit mit Justin Niebank. Vor einigen Jahren, als Brad Paisley auf der Bildfläche erschien, sprach die Welt von ihm als "savior of Countrymusic". So etwas könnte man für die in Nashville zur Zeit so wenig zum Zuge kommende Damenwelt auch über Ashley Monroe sagen. Hoffentlich kann sie sich mit ihrer Musik im Mainstream Nashville's behauoten. Es wäre für die Countrymusic so wichtig, denn das ist es, was Music City braucht: Echten Country, der alles andere als antiquiert klingt. Grandioses Werk von Ashley Monroe!

Das komplette Tracklisting:

1. On To Something Good - 3.50
2. I Buried Your Love Alive - 3.14
3. Bombshell - 3.17
4. Weight Of The Load - 3.59
5. The Blade - 3.27
6. Winning Streak - 3.10
7. From Time To Time - 4.03
8. If Love Was Fair - 3.48
9. Has Anybody Ever Told You - 3.52
10. Dixie - 3.26
11. If The Devil Don't Want Me - 3.40
12. Mayflowers - 3.41
13. I'm Good At Leavin' - 3.14

Art-Nr.: 8923
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Montana Rose - my time [2007]
Montana Rose - welch ein wundervoller Name! Suggeriert dies nicht eine vollkommen lockere, wie ein kristallklares, sich durch die unberührte Natur der Rocky Mountains windendes Bächlein (an den Ufern erblühen die "wilden Rosen" Montana's) dahin fließende, unverfälschte, reine Country- & Westernmusic? Und ob! Entsprechend begeistert wird der anspruchsvolle Countryliebhaber dann auch auf die so natürlichen, puren Klänge von "My time" reagieren, denn was der Bandname verspricht, ist auch tatsächlich "drin". Das sind die pure Faszination und der pure "Spirit" des Westens! Montana Rose nennen ihre Musik "Western Music" oder auch "Authentic American Music"! Das trifft den Kern der Sache haargenau! Doch möchte man es etwas detaillierter beschreiben, so ist es schlichtweg völlig entspannte, von wunderschönen Melodien geprägte, glasklare, genauso simple und herrlich ins Ohr gehende wie auf höchstem musikalischem Niveau vorgetragene, unverfälschte Countrymusic, deren Arrangements vorwiegend von akustischen Instrumenten bestimmt werden. Man könnte es also auch als Acoustic Country bezeichnen, wenngleich der Ausdruck "semi-akustisch" dem Ganzen gerechter würde, da die Songs zusätzlich, und das kommt einfach wunderbar, von Drums, Pedal Steel und unaufdringlichen, aber effektiven E-Gitarren-Klängen begleitet werden. Montana Rose, hierzulande völlig unbekannt, sind alles andere als "Greenhorns" und existieren bereits seit rund 20 Jahren. Der Kern der Band besteht aus Claudia Williams, die eine fantastische Sängerin mit einer wunderschönen, klaren Stimme ist, ihrem Gatten Kenny Williams (Bass) und Gitarrist Mike Beck! "My time" ist bereits ihr achtes Album, auf dem sie von einer Schaar großer Musik-Veteranen begleitet werden. An erster Stelle ist der legendäre Al Perkins (u.a. Flying Burrito Brothers, Chris Hillman) zu nennnen, der mit seinem großartigen Dobro-, Banjo- und Lap Steel-Spiel glänzt. Dazu bereichert zum wiederholten Male Nashville Pedal Steel-Ass Steve Hinson (u.a. Josh Turner, Kenny Chesney, Trace Adkins, Randy Travis, Brenn Hill, Kevin Fowler,...) mit seinem exzellenten Spiel ein Montana Rose-Album, ebenso wie Tim Lorsch an der Fiddle und Mandoline, Boomer Castleman an der Acoustic Gitarre und Drummer Rick Lonow! Wie aus der Liste der Musiker hevorgeht, werden die Lieder hauptsächlich durch solche Instrumente wie Dobro, Steelguitar, Fiddle und Mandoline bestimmt, die dann durch die feinen E-Gitarren-Klänge und Drums ergänzt werden. Ein weiteres Markenzeichen ist die bereits erwähnte, großartige Stimme von Claudia Williams. Alles klingt überaus frisch - es duftet quasi nach "Natur" und ländlichem Flair! Flockig, locker, lässig und recht flott starten Montana Rose den Reigen ihrer 12 herrlichen Nummern (knapp 47 Minuten Gesamtspielzeit) mit dem wunderbar erfrischenden "Don't tell me"! Fiddle (schönes Solo im Break), tolles Dobrospiel von Al Perkins, feine Steelguitar-Klänge und dezente E-Gitarren-Licks bestimmen das Bild und vermitteln ein tolles, überaus authentisches "Western-/Prairie-/Rodeo"-Flair. Faszinierend! Exzellentes Dobro in Verbindung mit sauberen, klaren Acoustic-Gitarren, dezenter Fiddle, feiner E-Gitarre und frischen Mandolinen- und Steelguitar-Ergänzungen prägen die wunderschöne Countryballade "Over you". Claudia's Stimme ist ein Genuß, wie auch das traumhafte Zusammenspiel der großartigen Musiker. Countrymusic kann so natürlich, so locker und unverbraucht klingen! Toll! Wieder ein wenig flotter, aber total locker, mit klasse Fiddle-, Dobro- und Gitarreninstrumentierung geht die Reise durch die Weiten des Westens mit dem prächtigen "Boots" weiter. Das sie auch mal etwas "rockiger" zu Werke gehen können, beweisen sie eindrucksvoll bei dem sehr starken Titelstück "My time". Eine kratzige E-Gitarre vermittelt jede Menge Roots-/Americana-Feeling ala Julie & Buddy Miller. Klasse Melodie, exzellentes Kombinationsspiel von E-Gitarre und Dobro! Nach der feinen Ballade "Smokin' 100's alone" (tolle Mandolinen-Licks, erstklassiges Dobro, wunderbares, sauberes, klares E-Gitarrensolo), präsentieren Montana Rose schließlich auch eine traumhafte, frische Version (herrliche Steelguitar-Begleitung, dezente Banjo-Untermalung) von Townes van Zandt's "I'll be here in the morning", die jedem Countryfreund einmal mehr den "Westernduft" in der Nase spüren lässt! Nicht nur Kollegen und Kolleginnen wie die frühe Emmylou Harris, Brenn Hill, Paul Overstreet, Carl Jackson, The Whites, die frühe, Country-orientierte Nanci Griffith, Joni Harms, eine nicht so bluegrassige Alison Krauss, Irene Kelley oder auch die heutige Patty Loveless könnte man als Vergleichsgrößen nennnen - nein, Montana Rose präsentieren einfach ihre ganz eigene, so wunderschöne, lupenreine, kristallklare, semi-akustische Country & Westernmusic, die in ihrem Sound und in ihren Stories die ganze Pracht des ländlichen Lebens im "Big Sky Country" von Montana widerspiegelt! Einfach wunderbar!

Art-Nr.: 5526
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Don't tell me
Over you
Boots
My time
Smokin' 100's alone
I'll be here in the morning

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Moonshine - same [2014]
Hi Octane Southern Rock Blues! Wow! Das ist mal wieder ein richtiges "Pfund" für die ewig hungrige Southern Rock-Fraktion. Die einschlägigen Medien überschlagen sich mit Lobeshymnen. Vollkommen zu Recht, wie wir meinen. Gemeint ist das aus der zwar kommerziell nie sonderlich erfolgreichen, dafür in Southern Rock-Kreisen umso mehr gefeierten Band Laidlaw hervorgegangene, californische Sextett Moonshine, das auf seinem Debut ein geradezu packendes, furioses, kochendes und druckvolles Gebräu aus allen klassischen Zutaten des zeitlosen, ewig jungen, bluesigen, kraftvoll und hart zelebrierten, straighten, Gitarren-geprägten Southern Rocks anrührt, das den musikalischen Geschmacksnerven der Kenner des Metiers ein wahres Freudenfest bereiten dürfte. Wie gesagt, die Bands Laidlaw und Moonshine sind unmittelbar miteinander verbunden. Laidlaw wurden circa 1990 (so heisst es in der Bandhistorie) von den beiden großartigen Gitarristen Craig DeFalco und dem Slide-Virtuosen Buzzy James in Orange County/Californien gegründet. Allerdings begannen sie damals nicht unter dem Namen Laidlaw, sondern firmierten zunächst als Moonshine. Unter diesem Namen erschien 1998 ein kaum mehr aufzutreibendes, nur in sehr geringen Stückzahlen gepresstes "Mini-Album", das die Band den Fans ausschließlich im Eigenvertrieb zugänglich machte. 1999 schließlich erschien das grandiose Debut "First big picnic" von Laidlaw, in deren Besetzung damals die beiden genannten Gitarristen Craig DeFalco und Buzzy James, sowie Bassist Michael Norton zu finden waren. Und genau die Drei sind heute, gemeinsam mit dem großartigen ex Babylon A.D.-Sänger Derek Davis auch die Eckpfeiler von Moonshine. Es ist also nicht viel mehr passiert, als das sich Laidlaw nun wieder ihren ursprünglichen Namen Moonshine gegeben haben und endlich mit dem "eigentlichen" kompletten Debut am Start sind. Komplettiert wird die Besetzung noch durch Keyboarder Mike Malone und Drummer Brian Fox - allesamt exzellente Musiker. Prinzipiell machen Moonshine musikalisch auch genau dort weiter, wo Laidlaw aufgehört haben, vielleicht ein wenig bluesiger und noch southern-lastiger. Was wir hier vorfinden ist ein ungemein viel Power freisetzendes, packendes, voll im Gitarrensaft der beiden "Gitarreros" stehendes, kochendes; an den typischen American Hard Rock angelehntes Southern Rock-Album, das seine Einflüsse aus der Synthese solcher Bands wie Lynyrd Skynyrd, The Allman Brothers Band, Molly Hatchet, 38 Special, Aerosmith und vielleicht auch ein wenig Cinderella zieht. Das Hard Rock-Flavour ist allgegenwärtig, aber auch die Spuren des Blues, doch das Fundament dieser Musik ist eindeutig der klassische Southern Rock. Fetzige Boogies, straighte, krachende Riff-Rocker, Slide-getränkte Swamp-Rocker, kochende Blues-/Southern Rocker, erdige Roadhouse-Knaller und die ein oder andere, traumhaft schöne Südstaaten-Ballade bestimmen das Geschehen. Was die Band diesbezüglich anpackt, sie hat es einfach drauf. Klar bestimmend sind, wie bereits erwähnt, die massive, voll im Saft stehende Gitarrenklänge DeFalco's und James', wobei vor allem letzterer immer wieder mit hinreissenden Slide-Soli glänzt. Aber man hört auch mal ein "verlorenes" Dobro, um anschließend wieder die glühenden Riffs und Lead-Gitarren Defalco's um die Ohren zu bekommen, zuweilen unterlegt, bzw. ergänzt durch adäquate Piano- und Orgel-Klänge. Und ex Babylon A.D.-Mann Derek Davis ist einfach ein erstklassiger, handfester Rock-Shouter, der mit seinem durchaus Whiskey-getränkten Organ auch bestens ins Southern Rock-Geschäft passt. Los get's gleich mit einer absoluten Hammer-Nummer: "Mississippi Delta Blues" ist ein wie die sprichwörtliche "Sau" abgehender, von lichterloh brennender Slidegitarre und hämmerndem Piano durchzogener, fulminanter Power Southern-/Blues-Boogie, der sowohl die Band als auch den Zuhörer unmittelbar in Höchststimmung und auf eine amtliche Betriebstemperatur bringt. Was für ein Feger! Es ist angerichtet! Das anschließende "Warm beer catfish stew" macht auf dem selben Level weiter und klingt, als hätten sich die frühen Aerosmith in den Sümpfen von Louisiana verirrt. Drückender, toller Groove und starke Gitarren überall. Dann werden die Power und das Tempo verübergehend mal ein wenig zurückgenommen, ohne das das Feuer auch nur im geringsten nachlässt. Die hinreissende Southern Rock-Ballade "The devil's road" steht auf dem Programm. Die Nummer kommt in allerbester Lynyrd Skynyrd "Tuesday's gone"-Manier, beginnt relativ verhalten, wird dann aber immer kraftvoller. Akustische Gitarre, ein einsames Dobro, leichte Klavierklänge, schließlich herrlich fette E-Gitarren, eine satte Orgel-Untermalung und eine wundervolle Melodie bestimmen das Bild. Höhepunkt ist ein ausgedehntes, wunderschönes, genauso eingängig wie satt gespieltes, ausgiebiges Slide-Solo von Buzzy James. Allein schon diese 3 ersten Stücke machen das Album zu einem absoluten Genre-Highlight. Aber es geht ohne jeden Ausfall bis zum Ende so weiter (sehr "geil" auch die einzige Coverversion des Albums, John Fogerty's "Fortunate son", ebenfalls mit brillanter Slide-Einlage), bis das Werk schließlich mit dem krachenden Hard Southern Rocker "The American train" genauso stark endet, wie es begonnen hatte. Keine Frage, Southern Rock erlebt n unseren Tagen ein Revival, wie man es kaum noch für möglich gehalten hätte - und Moonshine sind mitten drin. Southern Rock lebt! Ein super Album!

Sehr interessant im übrigen, wie die Band sich selbst, ihre Musik und ihr Album, unter Einbeziehung aller Songtitel, in Worte fasst. "The story of Moonshine: Down by the levy, where you can still hear the “Mississippi Delta Blues” screaming through the black water swamps, there’s a band named Moonshine. Southern Rock Blues is the music they play and they’ve burned many a mile on the “Devils Road.” The long endless nights spent in dank motels and biker bars with only the comfort of “Warm Beer and Catfish Stew”.Of this six-member band of wandering brothers, not one can be called a “Fortunate Son”.And many a times they’ve played their “Last Song” in a hot tin-roofed juke-joint to a sweat soaked packed house. The crowd dancing and drinking a secret recipe of their very own corn whisky that some call “Mamas Kitchen Brew”.It’s “Southern Blood” that runs deep through the veins of these boys, and when they rip through one of their songs like ”Turn Me Around”, the blistering bottle-neck slide guitar, hellcat harmonica, piano, drums, bass and firey vocals all come together in a electrifying and powerhouse sound of hi-octane fervor and colorful story telling. The blues has not, and will not ever “Fade Away” if this band has its say. So punch your ticket and take ride on “The American Train” and groove to the music of the band “Moonshine”.

Das komplette Tracklisting:

1. Mississippie Delta Blues - 4.08
2. Warm Beer Catfish Stew - 4.29
3. The Devil’s Road - 6.12
4. Fortunate Son - 3.48
5. The Last Song - 4.54
6. Mams Kitchen Brew - 4.31
7. Southern Blood - 5.19
8. Turn Me Around - 5.08
9. Fade Away - 5.55
10. The American Train - 4.17

Art-Nr.: 8662
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Mississippi Delta Blues
Warm beer catfish stew
The devil's road
Fortunate son
The last song
Southern blood
Turn me around
The American train

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Moore, Kip - wild ones [2015]
Zweites Studioalbum des aus Tifton, Georgia stammenden Country-Singer/Songwriters! Nachdem Kip Moore mit seinem Debüt "Up All Night" einen sensationell guten Einstand in Nashville gefeiert hatte (Album Platz 3, die Single "Somethin' 'Bout A Truck" sein erster Nr.1-Hit, "Beer Money" und "Hey Pretty Girl" jeweils nochmal unter den Top-10), folgt jetzt mit "Wild Ones" der bereits heiß erwartete Nachfolger (wieder bei MCA Nashville), nachdem er zwischenzeitlich mit "Young Love" und "Dirt Road" bereits zwei Singles auf den Markt "geworfen" hatte. Das damit schon unter beträchtlichem Erfolgsdruck stehende Werk stellt eine behutsame und gut durchdachte Verifikation des Vorgängers dar, also quasi ein Upgrade, bei dem an den bewährten Stärken festgehalten wurde und in vereinzelten Fällen ein wenig gefeilt und geändert wurde. Im Wesentlichen ist hier die etwas stärkere Rockausrichtung zu erwähnen. Besonders hervorzuheben ist, dass Kip, wie schon zuvor, wieder konsequent sämtliche dreizehn Lieder (mit einigen bewährten und ein paar neuen Co-Writern) kreiert hat, was in diesen Künstlersphären nicht alltäglich ist (viele wählen sich ja meist bequem auf sie zugeschnittenes Fremdmaterial aus). Hut ab dafür. Geblieben ist angesichts der begonnenen Erfolgsstory natürlich seine Kooperation in Sachen Produktion mit Hitschreiber Brett James, der auch zwei Stücke kompositorisch begleitet und bei ein paar Background Vocals beigesteuert hat. Lediglich beim Opener und zugleich dem Titelstück "Wild Ones", ein Percussion- und Basslinien-betonter Midtempotrack mit einem euphorisch gesungenen Refrain, hat der sich ebenfalls gut im Geschäft befindliche Chris DeStefano an den Reglerknöpfen mitgewirkt. Das folgende, sehr flockig und poppig ins Ohr gehende "Come And Get It" überrascht am Ende mit einem überaus intensiven, E-Gitarren-dominierten Instrumentalfinish. Für einige hitverdächtige Momente des Silberlings sorgen wieder die eingespielten Erfolgsautoren Troy Verges und Blair Daily ("Beer Money"), die auf Sachen wie "Girl Of The Summer" (heartlandträchtige Power-Ballade), "What Ya Got On Tonight" (markante E-Gitarrenlinie, energiegeladener Refrain/Rhythmus) und dem, mit dezent keltischem Flair behafteten "Running For You" (klasse E-Gitarren-Solo) eindrucksvoll demonstrieren, wie man in Nashville den Nerv der Zeit trifft. Klasse auch das mit Westin Davis und Dan Couch atmosphärisch konstruierte "That Was Us", bei dem die in Axel Rose-/Kid Rock-Manier gebrachten Refrains/Harmoniegesänge schöne Farbtupfer abgeben. Zu einem Favoriten bei Kips Live-Konzerten (zur Zeit ist er ja mit Dierks Bentley und Canaan Smith groß auf Tour) dürfte im patriotisch geprägten "Amiland" das heroische "Lipstick" ('Hey'- Schlachtgesänge, ein wenig John Farnham-90er Stadion-Flair) avancieren, in dem Kip in so ziemlich allen bekannten Regionen der Staaten den Lippenstift seiner Liebsten küssen möchte. Sehr schön und im Refrain mitsingbar das ebenfalls Heartland-gefärbte "Heart's Desire". Textlich überzeugt "Complicated", wo mit starken Zeilen wie "All I know sometimes you love it, sometimes you hate it, but what good’s love if it ain’t a little complicated? No it don’t always go like you always hoped it would, but sometimes complicated is pretty damn good"” proklamiert wird, dass echte Liebe nicht immer nur "Friede, Freude Eierkuchen" bedeuten muss. Banjo und E-Gitarren führen den wohl Country-behaftesten Song "I'm To Blame". Das Stück klettert als erste Single gerade in den Charts nach oben. Steve Millers "The Joker" dürfte bei "That's Alright With Me" Pate gestanden haben. Ein lustiger Text und eine typisch coole Gesangsperformance von Kip runden diesen launigen Track ab. Das Piano-betonte "Comeback Kid" überzeugt in dezent pathetischer Weise im Stile großer zeitgenössischer, amerikanischer Songwriter wie z. B. Will Hoge und legt noch ein paar persönliche Seiten des Protagonisten offen. Ein recht emotional und autobiografisch gefärbter, starker Abschluss. Kip Moore hat mit "Wild Ones" dem Druck des erfolgreichen Vorgängers problemlos standgehalten, was, wie beschrieben, umso mehr zu würdigen ist, da es sich hier um Kompositionen handelt, in die er sich ausschließlich selbst miteingebracht hat. Das Album wird sicherlich einige Hits hervorbringen und vielleicht auch Chancen für diverse Nominierungen bei den anstehenden Awards in der einen oder anderen Sparte haben. Dazu muss man Kip eine deutlich spürbarere Reife und Weiterentwicklung attestieren. Bester Stoff für Liebhaber auf der Höhe von jungen Wilden wie Eric Church, Keith Urban, Tyler Farr & Co.! Dickes Kompliment dafür! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Wild Ones - 3:21
2. Come And Get It - 4:55
3. Girl Of The Summer - 3:56
4. Magic - 3:36
5. That Was Us - 3:59
6. Lipstick - 4:17
7. What Ya Got On Tonight - 2:59
8. Heart's Desire - 4:20
9. Complicated - 3:02
10. I'm To Blame - 2:16
11. That's Alright With Me - 3:36
12. Running For You - 3:32
13. Comeback Kid - 3:13

Art-Nr.: 8960
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Moorer, Allison - getting somewhere [2006]
Neues Pracht-Album der aus Frankenville/Southern Alabama stammenden Allison Moorer, deren kürzliche Heirat mit Steve Earle ihren musikalischen Emanzipierungsprozess, wie es scheint, noch einmal nachhaltig inspiriert hat. Schon auf ihren letzten Werken, vor allem auf dem 2004er "The duel" ging es eindeutig in Richtung raue, erdige Roots-/Americana-Musik, und diese Tendenz setzt sich klar fort! Dem Nashville-Country ihrer, zugegebenermaßen auch sehr starken, Anfangsalben sagt sie nunmehr vollkommen adé! Dafür wirkt sie heute freier, vielseitiger, experimentierfreudiger, variabler, ja irgendwie auch frischer als je zuvor und beschert uns auf "Getting somewhere" eine höchst gekonnte, versierte und niveauvolle Ansammlung von 10 Eigenkompositionen (erstmals hat sie sämtliche Songs eines Albums komplett alleine geschrieben) allerbester Rootsrock-/-Pop-/Americana-Musik mit einem dezenten Alternate Country-Einschlag, aber auch, zumindest bei einigen Nummern, einem gepflegten Sixties-/Retro-Garage-Bands- /Grunge-/Folkrock- Touch! Sie bekommt diese verschiedenen Einflüse großartig unter einen Hut! Die Songs sind sehr kompakt, sehr "catchy", wie der Amerikaner das nennt, und der vorwiegend aus herrlich kratzigen, rotzigen E-Gitarren bestehende, recht rockige Sound ist wunderbar dreckig, trocken und rau in Szene gesetzt worden. Produziert hat, na klar, Neu-Gatte Steve Earle! Das passt, denn wie gesagt, dessen Inspiration ist unverkennbar! Unterstützt hat sie eine erstklassige Clique von grandiosen Roots-/Americana-Musikern, wie u.a. der fantastische Brady Blade an den Drums (u.a. Steve Earle, Jewel, Buddy Miller, Emmylou Harris), natürlich Steve Earle selbst (Gitarre, Background Gesang), Doug Lancio (Gitarre) und Brad Jones am Bass! Das Album startet mit dem tollen "Work to do", bei dem Allison gleich überaus eindrucksvoll eine wunderbare Balance zwischen straightem, dreckigem Rootsrock und lässischem, Sixties-infused Pop-Rock der Marke früher Bangles oder gar Go-Go's schafft. Klasse dabei die rauen E-Gitarren, ähnlich wie man sie von den letzten Steve Earle-Alben kennt, und die hervorragende Melodie! Weiter geht's mit der flotten, schwungvollen, sehr rootsig gestalteten, in einem prima Gitarrengewand arrangierten Americana Pop-Nummer "You'll never know", gefolgt von der voller Gefühl, Herz und viel Southern Soul steckenden, spirituellen Roots-Ballade "Hallelujah" und der leicht wavigen, flotten Retro Roots-Rock-Pop-Nummer "Fairweather", mit ihrer gelungenen Melodie und den schön dreckig und rotzig gespielten E-Gitarren! Dann die saustarke, raue, kratzig trockene, von satten "Crazy Horse"-like Gitarren begleitete, kraftvolle Rootsrock-Ballade "New years day" (tolles, würziges, "roughes" Gitarrensolo), die wieder einmal Moorer's bakannte Liebe zu der Musik Neil Young's assoziiert. Sehr stark auch das gefühlvolle, entspannte Alternate Country-Stück "Where you are", der wunderbar simple, straighte, aber sehr effektiv und knackig inszenierte (die Riffs erinnern ein wenig an das legendäre "Wild thing"), von trockenen, rotzigen Licks geprägte Rootsrock-/Pop-Knüller "Take it so hard", der sicher auch einer kantigeren Sheryl Crow gut zu Gesicht stünde, das flotte Sixties-rooted "If it's just for today", wie auch der großartige, sehr ambitionierte Abschluß mit dem etwas folkig angehauchten, von tollen, rauen E-Gitarren und einem klasse Schlagzeug-Groove begleiteten, prächtigen, staubigen Rootsrocker "Getting somewhere"! Leider ist das Album mit nur 31 Minuten Spielzeit eigentlich viel zu kurz geraten, doch dafür gibt es absolut nichts zu bemängeln! Kein musikalischer Makel, keine Schwachstelle, ein schönes 12-seitiges Cover-Booklet mit allen Texten... - also: Haken dran, verziehen! (Was nützt schon halbherziges und "halbgares" Füllmaterial!) Mit diesem kleinen Meisterwerk gelingt es Allison Moorer (einfach großartig, dieser "southern accent" in ihrer Stimme) ihre eh schon überaus bedeutende Stellung unter den großen Rootsrock-/Americana-Damen weiter zu festigen! Dafür erhält sie unseren uneingeschränkten Beifall! Toll!

Art-Nr.: 4189
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Work to do
New years day
Take it so hard
If it's just for today
Getting somewhere

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Mother Hips, The - chronicle man [2014]
Eine der unter Kritikern und Fans gleichermassen anerkanntesten und gefeiertsten Bands des California Rock-/ Roots-/ Jamrock-Circuits, die grandiosen Mother Hips, präsentieren mit "Chronicle man" eine bärenstarke, neue Veröffentlichung von Material, das sie ursprünglich bereits in der Zeit zwischen 1994 und 1997 aufgenommen hatten, das für dieses Album aber noch einmal neu von den Original Analog 2-Inch Mastertapes abgemischt und remastert wurde. Die voller Retro Hippie-Mentalität steckende Truppe aus San Francisco, deren so herrlich unbeschwerter Bay Area-Rock (man bezeichnet die "Hips" oft als die Erfinder des "California Soul") irgednwo zwischen Neil Young, Widespread Panic, Grateful Dead, The Black Crowes, Buffalo Springfield und Konsorten angesiedelt zu sein scheint, dennoch völlig eigenständig ist, infiltrieren ihren Sound mit jeder Menge kraftvoller Roots- und bluesiger Jamrock-Elemente, einem Hauch von Psychedelic und auch mal mit einem gewissen Southern-Flair, spielen aber andererseits auch immer wieder mit dieser unvergleichlichen "Dead"-schen Leichtigkeit und dieser typischen Westcoast-Frische. Am Anfang ihrer nun schon rund 20-jährigen Karriere (ihr Debutalbum von 1993 , "Back to the grotto" ist heute noch "Kult"), hatte die Band gleich eine immens kreative Phase, in der die Songs nur so in Scharen entstanden. Absolute Hochkaräter wurden kreiert, die trotz ihrer herausragenden Qualität in den Archiven verschwanden, weil sie es infolge der Menge des kreativen Outputs einfach nicht mehr auf die ersten 3 Alben der Band schafften, es sei denn man hätte Doppelalben veröffentlicht. Aber das wollte man dann damals auch nicht. Nun hat man sich aber mit dem eigenen "Mother Hips Archivist" David Dolger Schwartz zusammengesetzt, sich akribisch das alte Material vorgenommen, und dazu entschlossen, eine handverslesene Auswahl dieser alten "Perlen" doch noch zu veröffentlichen. "Chronicle man" ist das Resultat - und es ist Mother Hips-Musik vom Allerfeinsten. 7 der 11 Songs stammen aus den Sessions des zweiten Albums der "Hips" von 1995, "Part-timer goes full", 2 aus denen des dritten Werkes, "Shootout", ergänzt um zwei weitere, erstklassige Demos. "Desert song" beispielsweise ist ein wunderbar lockerer, flockiger Rootsrocker mit diesem unvergleichlichen, sonnigen, californischen Rhythmus, wie ihn vornehmlich die "Bay Area"-Bands in der Lage sind zu fabrizieren. Man spürt sofort ein zwangloses Jam-Feeling. Starke Percussion, großartige Gitarren (klasse Solo) und eine prächtig integrierte Hammond Orgel bestimmen das Geschehen. Toll auch der von ungemein rauen E-Gitarren umgebene Rootsrocker "El Pancho Villa", der darüber hinaus aber von wunderbarem Harmoniegesang, einem leicht psychedelischen Ambiente und einer klasse Melodie bestimmt wird. Zum Ende gibt's erneut ein saustarkes Gitarren-Solo. Das phänomenale "Loup Garou" startet als ein kraftvoller Sixties Psychedelic-Jamrocker (tolle, zerrige Gitarren-Licks), um zwischendurch jedoch in einen straighteren Rhythmus zu wechseln, so dass die Nummer plötzlich klingt, als entstamme sie einer gemeinsamen Jam-Session mit den The Black Crowes. Und der fette, großartige Blues-/Jamrocker "Headache to headache" mit seinen fulminanten, massiven Gitarren passt gar in das klassische Anfoderungsprofil von Warren Haynes' Gov't Mule. Ebenso verhält es sich mit dem gut 7-minütigen, packenden, krachenden Gitarren-Jamrocker "Rich little girl", der irgendwo im Grenzgebiet zwischen den Black Crowes und dem soeben schon erwähnten "Maultier" sein "Unwesen " treibt. Irre starkes, sehr intensives, ausgedehntes, raues, licheterloh brennendes, effektvolles Gitarrenjamming am Ende der Nummer. Unglaublich, dass diese Songs für die Fans bislang noch nicht zugänglich waren. Wer weiss, was sonst noch so in den Archiven der "Hips" schlummert. "Chronicle man" ist auf jeden Fall der beeindruckende Nachweis dafür, über welch verdammt starke Songs die Band noch verfügt. Das ist "Early Mother Hips at their very best"!

Das komplette Tracklisting:

1. Desert Song - 3:23
2. El Pancho Villa - 3:50
3. You Can't Win - 3:10
4. St. Andrew - 4:13
5. Loup Garou - 4:14
6. Desert Moon - 1:21
7. Headache to Headache - 4:33
8. The Flood - 5:13
9. Chronicle Man - 2:54
10. Barefoot Sea Chantey - 2:15
11. Rich Little Girl - 7:20

Art-Nr.: 8676
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Desert song
El Pancho Villa
You can't win
Loup Garou
Headache to headache
The flood
Rich little girl

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Mudcrutch - 2 [2016]
Ist das herrlich! 8 Jahre nach dem sesationellen Debutalbum haben sich Mudcrutch, die begnadete, erste Band von Tom Petty, tatsächlich ein weiteres Mal im Studio zusammengefunden um ein neues Album aufzunehmen - und zwar wieder in der komplette Originalbesetzung. Alles, was auf das Debut von 2008 zutraf, gilt auch jetzt wieder. Das Album ist eine Sensation, eine hinreissende, von herausragenden Melodien geprägte, fantastische, locker flockige, wie Öl runtergehende, sonnendurchflutete Reise durch die Gefilde des Retro Westcoast Rocks-, Rootsrocks-, Americana-, Countryrocks, zum Teil mit wunderschönen, dezenten psychedelischen Eelementen, in einem herrlichen Sound aus vielschichtigen, transparenten, fließenden "jingle jangle guitars" (Tom Leadon und Mike Cambell ergänzen sich kongenial) und exzellent eingebundenen Keyboards von Benmont Tench. Hier noch einmal kurz etwas zur Historie von Mudcrutch: Wir schreiben das Jahr 1970 in Gainesville/Florida! Eine Gruppe von jungen, lokalen Musikern formiert sich zu einer Band namens Mudcrutch, bestehend aus dem Gitarristen und Sänger Tom Leadon, Drummer Randall Marsh, einem hoch talentierten Keyboarder namens Benmont Tench, dem zweiten Gitarristen Mike Campbell und einem gerade mal 17-jährigen Tom Petty (ja, der von den Heartbreakers) am Bass, der auch weitestgehend den Lead Gesang übernahm. er namens Benmont Tench, dem zweiten Gitarristen Mike Campbell und einem gerade mal 17-jährigen Tom Petty am Bass, der auch weitestgehend den Lead Gesang übernahm! Man tourte einige Zeit durch die Bars und Clubs von Florida, kam trotz immensen Potenzials aber irgendwie nicht weiter. Was tat man? Klar, man ging ins gelobte Kalifornien, genauer gesagt nach L.A.! Dort lief es auch gleich besser. 1974 bekam man einen Plattenvertrag von Shelter Records, dem Label von Leon Russell und Danny Cordell angeboten, schaffte es auch ein paar Aufnahmen einzuspielen und gar eine Single zu veröffentlichen, doch ehe ein komplettes Album fertig gestellt werden konnte, lösten sich Mudcrutch wieder auf. Der ausstrahlungsstarke Tom Petty war zwischenzeitlich längst zur zentralen Figur des Quintetts geworden, was darin resultierte, dass der geschlossene Vertrag mit dem Label für Tom Petty selbst erhalten werden konnte. Der wiederum wollte jedoch weiterhin mit seinen ehemaligen Mudcrutch-Freunden Benmont Tench und Mike Campbell Musik machen, engagierte zudem einen neuen Drummer namens Stan Lynch, den Bassisten Ron Blair und übernahm selbst neben dem Lead-Gesang die Rhythmusgitarre - es war die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten US-Rockbands der letzten rund 4 Jahrzehnte: Tom Petty & the Heartbreakers! Im Sommer 2007, 37 Jahre nach der Gründung von Mudcrutch, kam Tom Petty dann auf die Idee, all seine damaligen Kumpels noch einmal zusammenzutrommeln und den Traum des Albums von 1970 nun endlich zu realisieren. Alle waren begeistert, die Truppe kam tatsächlich im Original Line-Up zusammen, ging ins Studio, spielte ein wahrhaft famoses Werk ein, und somit lag nun 38 Jahre nach der Gründung von Mudcrutch endlich deren Debut vor. Doch die Geschichte geht jetzt weiter. Weitere 8 Jahre später kommen Mudcrutch nun mit ihrem zweiten Album, schlicht "2" genannt - und diese brillante, famose Musik ihres Debut findet eine wirklich herausragende Fortsetzung, die dem Erstling in aber auch nichts nachsteht. Was verbreiten diese Herren noch für eine Frische. Unglaublich! Das Songmaterial ist genial. Welches Stück man auch herauspickt, eines ist besser, schöner als das andere. Bärenstark, wie es Petty er singt wieder phänomenal), Campbell, Tench, Leadon und Marsh gelingt, dieses wunderbare Retro-Flair der Siebziger ohne jeden Schnickschnack, dennoch soundtechnisch brillant und auf der Höhe der Zeit, voller Spielfreude und Wärme einzufangen. Produziert haben Tom Petty, Mike Campbell und Ryan Ulyate! Welch ein Feeling! Traumhafter American Retro Westcoast-/Roots-/Countryrock, wie man ihn besser wohl kaum spielen kann. Tom Petty auf einem neuen Höhepunkt seiner beispiellosen Karriere. Begeisternd!

Das komplette Tracklisting:

1. Trailer - 3:17
2. Dreams of Flying - 3:58
3. Beautiful Blue - 6:36
4. Beautiful World 3:07
5. I Forgive It All - 4:18
6. The Other Side of the Mountain - 3:16
7. Hope - 3:11
8. Welcome to Hell - 3:18
9. Save Your Water - 3:11
10. Victim of Circumstance - 2:37
11. Hungry No More - 6:14

Art-Nr.: 9176
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

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My Morning Jacket - okonokos ~ live concert film ~ dvd [2006]
Parallele DVD-Veröffentlichung zur gerade erschienenen Live Doppel-CD! Eine der ambitioniertesten, talentiertesten und faszinierendsten, jungen U.S.-Bands der heutigen Zeit begeistern uns nach nunmehr 4 hervorragenden Studio-Alben mit einer geradezu famosen Live-Veröffentlichung, hier als grandios in Szene gesetzte DVD! My Morning Jacket aus Louisville/Kentucky um den charismatischen Frontman, Sänger, Gitarrist und Songwriter Jim James, diese live immer so wunderbar ihre langen Mähnen schwingenden, unbekümmert wie hochklassig aufspielenden Burschen, im weitesten Sinne der Jamrock-Bewegung zuzuordnen, entfachen auf der Bühne die pure Magie! Einzigartiger, unwiderstehlicher "southern-tinged Rock'n Roll" mit traumwandlersich sicher zwischen Retro und Moderne hin und her balancierenden Roots- und Countryrock-Elementen, dessen epische Soundsphären von diesem herrlichen, den Stil der Band so unverwechselbar prägenden Sixties-/Seventies-/Hippie-/Psychedelic-Jam-Feeling durchzogen werden! Mal überaus kraftvoll, laut und dreckig rockend, aber auch mit ruhigen, bedächtigen Momenten, immer knackig und flüssig agierend, die ungezügelte Spielfreude im Blut, bestechen sie darüber hinaus mit einer unglaublichen Melodik. Die Bandbreite der Einflüsse scheint von Lynyrd Skynyrd bis zu den Flaming Lips, und von Gram Parsons bis zu Neil Young und Pink Floyd zu reichen. Eine "verrückte" Kombination, die sie aber voller Hingabe in eine nahezu vollendete Harmonie verwandeln, gleichzeitig aber immer wieder mit losgelösten Instrumental-Passagen/Jammings versehen. Man merkt sofort, was für eine grandiose Live-Band My Morning Jacket sind! Sie explodieren regelrecht auf der Bühne! Die 21 Songs umfassende Setlist von der aktuellen "Z"-Tour ertönt in einem prächtigen, vollmundigen, saftigen Sound aus vielschichtigen, mal filigran eingesetzten, aber überiwegend fett und satt rockenden, herrlichen, herzhaft würzigen E-Gitarren, verziert mit diesen "schwebenden", so markanten, doch niemals zu aufdringlichen Keyboard-Klängen. Dominiert wird das Ganze klar von den Gitarren, und natürlich von Jim James' unvergleichlichem, immer mit einem gewissen Hall unterlegtem, betörendem "howling falsetto"-Gesang, dessen Timbre zuweilen ein wenig an Neil Young erinnert. Großartig, wenn er neben den tollen Melodien, die er singt, mit seinen emotionalen Einsätzen, mal rotzig "kreischend", mal mit harmonischen "Oooohs" und "Aaaahs", mal mit sonstigen "Stimmgeräuschen", die ideale Ergänzung zu den instrumentalen Arrangements der Songs bildet. Es ist nahezu unmöglich einzelne Songs als etwas Besonderes herauszustellen, denn die komplette Setlist ist ein "Hammer"! Ob der von einem markanten Rhythmus aus kantigen Drums und großartigen Keyboard-Fills geprägte, leicht funkige, psychedelische Hippie-Jam-Rocker "Worldless chorus", das von satten E-Gitarren und tollem Drumming angetriebene, dynamische, rauhe, aber dennoch wieder überaus melodische, voller Southern-/Roots-Flair steckende "Gideon", der forsche, von tierischen Gitarrenschlachten geprägte, gleichzeitig sphärig, psychedelische, melodische "New Southern"-Rocker "One big holiday", die über 8-minütige, von James' hypnotischem Gesang eindrucksvoll dargebotene, fantastische Psychedelic-/Roots-/Jam-Ballade "I will sing you songs", deren epische Schönheit am Ende in rauhe, sägenden "Crazy Horse"-like E-Gitarren mündet, das flockige, melodische, wieder voller Southern-Flair steckende "Lowdown", das kochend rockende, von massive Gitarrenattacken geprägte "What a wonderful man", das rhythmische, leicht Reggae-mäßige "Off the record", die entspannte, mit Steeguitar-ähnlichen Klängen durchzogene Americana-/Retro-Country-Nummer "Golden", der über 11-minütige, gar mit einem Saxophon garnierte, jazzige Psychedelic-Jam-Rocker "Dondante", der mit feurigen Gitarren gewürzte, 9 1/2-minütige Southern-Roots-Blues "Run thru" (Jim James verausgabt sich hier völlig, dazu ein mächtig Fahrt aufnehmender Jam-Mittelteil mit einem fast die Bühne in "Schutt und Asche" legenden, verzerrten Gitarren-Gewitter), oder der rotzig dreckige, psychedelische Roots-/"New Southern"-Rocker "Lay low" - die Band übertrifft sich fast selbst! Wunderbar im Einklang mit der Musik steht das prächtige Bühnebild, das, verbunden mit all den Effekten, neben dem Ohrenschmaus einen ebenso adäqauten Augenschmaus bietet: Ein mit Laub bedeckter Bühnenboden, über dem, fast schon "bedrohlich" wirkende Nebelschwaden wabern, Unmengen von der Decke herunterhängende Schlingpflanzen vor dem Hintergrund einer herbstlichen "Geister"waldes, tolle Lichteffekte mit gleißendem Flackern - es hat halt etwas Psychedelisches, etwas Mystisches, etwas "Unheimliches"! Das Publikum ist begeistert! Fantastischer Sound, grandios gefilmt! Ansteckende Spielfreude, hypnotische Melodien, Virtuosität, Ästhetik, Magie - My Morning Jacket mit einem brillanten Live-Event! Herrlich, welch eine Frische diese Band in die heutige Rockwelt einbringt! Leute, tut das gut! Die DVD ist "code free" und somit auf jedem DVD-Spieler abspielbar!

Art-Nr.: 4594
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: DVD || Preis: € 9,90

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Nail, David - i'm a fire [2014]
Drittes und bisher bestes Album von David Nail! Der ursprünglich aus Missouri stammende David Nail ist eine Kämpfernatur. Der ehemals talentierte Baseballspieler und -trainer hat in seiner Sportkarriere gelernt, dass man nach Niederlagen wieder aufstehen muss. Das hat ihm vermutlich auch in seinem nachfolgenden Leben als Musiker geholfen. Denn sein Weg war zunächst mehr als beschwerlich. Sein fertiggestelltes Debütalbum war nach einem ersten Singleachtungserfolg komplett gecancelt worden (somit wäre "I’m A Fire" eigentlich schon sein viertes). Erst fünf Jahre später konnte David bei MCA Nashville dann mit "I’m About To Come Alive" im New Country Business so richtig Fuß fassen (die Single "Red Light" schaffte es gleich unter die Top 10). Auch wenn Silberling Nr. 2 "The Sound Of A Million Dreams" mit "Let It Rain" dann prompt Nails erste Nr.1 Single mit sich brachte, blieb ihm die Tür zu den ganz Großen der Zunft immer noch versperrt. Das könnte sich jetzt mit seinem neuen Werk "I’m A Fire" gravierend ändern. Nail hat sich von seiner immer ein wenig mitschwebenden Introvertiertheit freigeschwommen und präsentiert ein hochmodernes, niveauvolles Mainstream New Country-Album voller Hitpotential. So schaffte es das mit herrlichem Banjo- und Dobrospiel (Ilya Toshinsky und Jerry Douglas) durchzogene "Whatever She’s Got" direkt auf Platz 2 der Billboard Country Single-Charts (sogar Platz 1 der Country Airplays). Der Song ist ein Paradebeispiel dafür, wie man moderne Pop-/Rockmusik mit country-typischen Instrumenten veredeln kann. Klasse dieses Lied. David hat auf der von Frank Liddell, Chuck Ainley und Glenn Worf produzierten Scheibe vier der insgesamt elf Tracks mitkomponiert und zeigt auch beim Songwriting deutlich reifere und variablere Züge. Sehr schön beispielsweise das mit einem Eli Young Band-Touch angenehm dahingleitende "Broke My Heart", die atmosphärischen Balladen "Brand New Day" (mit tollem Jerry McPherson E-Gitarren-Solo) und "The Secret" (sehr düster, packender Text, fantastische Gesangsleistung) oder das in Keith Urban-E-Gitarren-Manier locker dahinfliessende "Easy Love". Spaß machen vor allem auch die sehr stilvoll eingeflochtenen und gut wahrnehmbaren Harmoniegesänge von Damen wie Sara Buxton, Micah Wildshire oder Aubrie Sellers, der Tochter von Lee AnnWomack. Apropos Lee Ann Womack. Die hat einen Awards-verdächtigen Gastauftritt bei derDuettversion des Glen Campell-Klassikers "Galveston". Auch hier zeigen die starken Nashville-Musiker (neben den bereits erwähnten u. a. Chris McHugh, Eric Darken, Paul Franklin, Mike Rojas) wie man heute so einen alten Schinken von seinem Staub befreien kann. Das ist traditionelle Countrymusic auf der Höhe der Zeit - und zwar vom Allerfeinsten! Fantastisch! Die ganz hohe Kunst des Harmoniegesangs gibt es dann auf "When They’re Gone (Lyle County)“ zu hören. Hier hat David die Kollegen von Little Big Town mit ins Boot geholt. Ein herrlich rootsig-kratziger Countrysong, der auch perfekt ins LBT-Repertoire gepasst hätte. Glänzend erneut Jerry Douglas’ filigrane Dobro-Einlagen inkl. erstklassigem Solo. Auch der Titelsong könnte die Charts aufmischen. Aus der Feder von Hitgarant Tom Douglas und The Cadillac Three-Frontmann Daren Johnston (singt im Background mit) stammend, bekommt man hier so ein wenig "Bruce Springsteen goes New Country"-Feeling geboten. Starker Track! David Nail beweist auf "I’m A Fire" eindeutig, dass das musikalische Feuer in ihm brodelt. Die Radiostationen haben angesichts des hohen Hitvolumens wohl die Qual der Wahl. Spätestens jetzt dürfte er in der Topriege der Nashville-Elite angekommen sein. David Nail mit einer wahrhaftigen Top-Leistung! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Whatever She's Got - 3:56
2. Broke My Heart - 3:16
3. Burnin' Bed - 3:38
4. When They're Gone (Lyle County) fFeaturing Little Big Town) - 3:42
5. Brand New Day - 4:44
6. Kiss You Tonight - 3:51
7. The Secret - 4:21
8. Countin' Cars - 2:52
9. Easy Love - 3:21
10. I'm a Fire - 4:05
11. Galveston (Featuring Lee Ann Womack) - 3:13

Art-Nr.: 8511
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Nail, David - i'm about to come alive [2009]
Sehr schöner, qualitativ hochwertiger New Country mit jeder Menge Hitpotential! David Nail hat es wohl seinem Talent und seiner Hartnäckigkeit zu verdanken, dass es vielleicht doch noch mit einer großen Karriere im Music City klappen könnte. Auch er ist einer der vielen Künstler, die mit den Irrungen und Wirrungen der Labelentscheidungsträger zu kämpfen haben und hatten, in seinem Fall sogar schon, bevor es überhaupt richtig losging. Nail hatte 2002 bereits bei Mercury Records einen Major-Vertrag in der Tasche, doch die vorab herausgebrachte Single erreichte nur Platz 52 der Billboard-Charts. Der sich nur mäßig herauskristallisierende Erfolg weiterer an die Radiostationen verschickter Songs veranlasste das Label schließlich Nails geplantes Debüt auf Eis zu legen. Der aus einer Kleinstadt im Südosten von Missouri stammende Nail zog sich danach zunächst gefrustet zurück und arbeitete fortan als Jugendtrainer einer Baseballmannschaft. Über Brian Wright, dem Vizepräsidenten der mittlerweile unter dem Dach der Universal Group beherbergten Label Mercury Nashville und MCA Nashville kam der Kontakt zu Frank Liddell zustande, der nun gemeinsam mit Mike Wrucke (beide arbeiteten schon zusammen für Miranda Lambert) David Nail's MCA-Debüt "I’m About To Come Alive" produzierte. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, Nail eine zweite Chance zu gewähren. Der Silberling steckt voller fein instrumentierter Songs (herrlich, solch großen Könnern wie u.a. Chuck Leavell, -z.B. The Allman Brothers Band, The Rolling Stones-, Waddy Wachtel, -die "alte" californische Gitarren-Legende, die u.a. Linda Ronstadt und Jackson Browne begleitete-, Mike Wrucke, Kenny Greenberg, Glenn Worf, Dan Dugmore, Jim Hoke, u.s.w. zuzuhören), die einerseits zwar vorwiegend im Midtempo- und Balladen-Bereich angesiedelt sind, andererseits aber knackig und kraftvoll daherkommen, und richtig Laune machen. Die Radiostationen werden dies diesmal wohl kaum ignorieren können. Das vorab veröffentlichte Titelstück "I’m About To Come Alive", im übrigen ein Coversong der amerikanischen Alternative Rock Band Train (mit klasse Gitarren , Steel und tollen Harmonies von Nathalie Hemby, dazu ein kräftiger Refrain), erreichte immerhin die Top 50 der Charts, mit der zweiten Single, dem von einem dezenten Heartland-Flair durchzogenen, sehr flockigen und melodischen "Red Light" (zur Zeit Platz 24, Tendenz steigend) scheint der Durchbruch nun möglich zu sein. Absolut herauszustellen ist allerdings mit "Mississippi" der großartige Auftakt dieses insgesamt sehr gelungenen Longplayers. Was ist das für eine Wonne, hier dem exzellenten Klavierspiel des Tastenvirtuosen Chuck Leavell zu lauschen (auch Co-Writer dieser voller Südstaatenatmosphäre durchströmten Ballade; die ein wenig an das alte "New Orleans Ladies" von Louisiana’s LeRoux zu erinnern scheint). Dazu das zündende E-Gitarrenspiel von Mike Wrucke und Waddy Wachtel (klasse Solo) und die bezaubernden Background Vocals ein Natalie Hemby betören. An Nails ehrfürchtig wirkendem Gesang spürt man förmlich, dass der realisiert hat, Teilhaber an einer ganz großen Nummer sein zu dürfen. Das ist erstklassige, nach dem Süden "riechende" New Country-Musik, deren zwischendrin eingestreute Streicher überhaupt nicht stören! Nails kompositorisches Talent kommt bei gleich vier Tracks zum Tragen ("Again" - peppig, dezentes, unterschwelliges U2-Feeling in der Gitarreninszenierung; "Clouds" - entspannt, aber kräftiger Refrain, fettes E-Gitarren-Solo; "This Time Around" - ein wenig poppig, rhythmisch, in "männlicher Shania Twain-Manier"; und "Missouri" - rootsig, mit schönem Dobro, atmosphärische Streicher, wieder tolle "Backs" von Hemby). Dazu hat auch der starke Songwriter Scooter Caruso einen erheblichen Anteil an der Gestaltung der Stücke. Mit Gary LeVox (Rascal Flatts-Sänger) bei "Summer Job Days" (im typischen RF-Stil mit ruhigem Strophengesang, emotionalem Refrain und immer kräftiger werdendem Songverlauf, surrendes E-Gitarren-Solo von Kenny Greenberg) und Kenny Chesney bei "Turning Home" (New Country-Ballade mit Southern-Teint, Steel, Mandoline, Piano, Twin Gitarren -erinnert vom Gesang her ein wenig an Garth Brooks), kann Nail zudem auf hochkarätige und sehr prominente Unterstützung beim Songwriting zählen. Sicher auch ein Beweis in das in ihn (zu Recht) gesetzte Vertrauen. Ein weiteres Highlight ist das von Scooter Caruso und Aimee Mayo kreierte "Strangers On a Train", wobei neben dem unnachahmlichen Harmonikaspiel von Jim Hoke auch Miranda Lambert's schön eingeflochtene Harmonies zentrale Akzente setzten. Und somit schließt sich wieder der Kreis zu Produzent Frank Liddell, der das ganze Werk mit einem glasklaren Sound veredelt hat. David Nail hat mit "I’m About To Come Alive" einen ersten Schritt in Richtung einer vielversprechenden Karriere gemacht (der Frauentyp dürfte auch bei der weiblichen Klientel bestens ankommen). Das Album könnte aufgrund des bereits erwähnten, erheblichen Hitpotentials zu einem der Überraschungen dieses Jahres in Nashville avancieren. Nail hat bewiesen, dass er durchaus das Zeug besitzt, sich problemlos in der Riege von Leuten wie Billy Currington, Josh Gracin, Brian McComas, Craig Morgan, Steve Azar & Co. einzureihen. Ein klasse Debüt! (Daniel Daus)

Die komplette Songliste:

1 Mississippi - 4:36   
2 I'm About to Come Alive - 4:28   
3 Red Light - 4:06   
4 Again - 4:21   
5 Clouds - 3:53   
6 Summer Job Days - 4:11   
7 Strangers on a Train - 4:08   
8 Looking for a Good Time - 5:12   
9 This Time Around - 3:25   
10 Turning Home - 4:59   
11 Missouri - 4:02

Art-Nr.: 6553
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 12,90

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