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Stockholm Syndrome - apollo [2011]
Stockholm Syndrome sind ein in der Jamrock-Szene jetzt schon kultiges, grandioses, vor einigen Jahren aus dem Dunstkreis von Widespread Panic hervorgegangenes All-Star Sideprojekt, initiiert von dem famosen Panic-Bassisten Dave Schools und dem begnadeten Singer/Songwriter Jerry Joseph (Jerry Joseph & the Jackmormons). Die aktuelle Besetzung besteht neben Schools und Joseph (Gesang, Gitarre) noch aus dem bärenstarken Lead Gitarristen Eric McFadden (u.a. Keb Mo', George Clinton, Les Claypool), Gov't Mule's Keyboard-Virtuosen Danny Louis und dem herausragenden Drummer Wally Ingram (u.a. David Lindley, Jackson Browne und Sheryl Crow). Was für eine Besetzung! Und in der Tat liefert das Quintett mit "Apollo" ein den herausragenden Namen zu aller Ehre gereichendes, exzellentes, neues Studioalbum ab - das zweite nach dem 2004er "Holy happy hour". So ungewöhnlich der Name der Band ist (als Stockholm Syndrom bezeichnet man das Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen schließlich mit den Tätern sympathisieren), so prächtig ist ihre Musik. Natürlich muß man die Truppe in der Jamrock-Szene ansiedeln, und natürlich ist die Seelenverwandschaft mit Jerry Joseph's Jackmormons und vor allen Dingen Widespread Panic am engsten, doch jeder der beteiligten Musiker trägt seinen Teil an individueller Kraetivität zu dem ganz eigenen Stil der "Stockholmer" bei: Ein brodelndes, mit fabelhaften Songs gespicktes (teils sehr provokative, messerscharfe Lyrics von Jerry Joseph), kraftvolles, sehr inspiriertes Gebräu aus erdigem, wunderbar groovendem, auf exzellente Musikalität basierendem Jam Rock'n Roll voller sich wunderbar miteinander vertragender Roots-, Classicrock,- Southern-, Blues-, Funk-, Soul-, Folk-, und Psychedelic-Zutaten. Diese Mixtur mundet fantastisch. Spürbare Spielfreude und Virtuosität kennzeichen die Instrumentalpassagen, viel Kreativität das Songwriting. Tolle Percussion-Grooves treffen auf zündende Gitarrenriffs und brennende Soli, die von Danny Louis' brillanten Keyboard-Ergänzungen adäquat unterstützt werden, sowie Joseph's markigen Gesang. Trotz der allgegenwärtigen Jam-Mentalität und der teils recht rauen, dreckigen Spielweise entwickeln die Songs oft eine prima Melodik und bleiben klasse hängen. "'Apollo' sees Stockholm Syndrome building upon its initial outing by distilling a distinctive sound fueled by freewheeling creativity and incendiary rock power", heisst es in einem U.S.-Review - eine absolut passende Analyse. Songs wie zum Beispiel der von einem unwiderstehlichen Groove, erdigen, ganz dezent funkigen Riffs, einem unterschwelligen Psychedelic-Flair, wunderbaren Pedal Steel-Fills (John Keane) und einem fetten, rauen, robusten, saustarken E-Gitarren-Solo bestimmte Rocker "Apollo" (hat irgendwie etwas von Neil Young & Crazy Horse meets Widespread Panic and Pink Floyd), der jammige, von schönen Gitarren, großartiger Orgeluntermalung und toller Percussion bestimmte Soul-Rocker "Fools rush in", der auf bluesiger Basis in Szene gesetzte, kraftvoll und dynamisch abgehende, jammige Boogie "In your cups" (ultra dreckiges, von klasse Wah Wah-Klängen durchsetztes E-Gitarren-Solo), das folkige, von einer herrlichen Kombination aus Mandoline, Gitarre, Orgel und Piano (starkes Klavier-Solo von Danny Louis) geprägte, melodische "That which is coming", der groovige, gut abgehende, von zündenden Gitarren und klasse Wurlitzer-Klängen durchtränkte Jamrocker "Town & country", das mit viel Intensität, aber auch einer tollen Melodik in Szene gesetzte, jede Menge Southern Rock-Spirit und viel Soul verbreitende, kraftvoll und flüssig nach vorn rockende "Red lightnimg" (bäriges Gitarrensolo mit viel Drive), oder der entspannte, flockige Rootsrocker "Cool cool cool" demonstrieren eindrucksvoll die aussergewöhnliche Klasse dieser All Star-Allianz. Produziert hat das Werk im übrigen Dave Schools. Keine Frage: Die Fanbase dieser Truppe wird mit "Apollo" auch über die Widespread Panic-/ Gov't Mule-Community hinaus deutlich ansteigen - da sind wir uns sicher. Ein tolles Teil! Dieses muikalische Jamrock-Gebräu "schmeckt" einfach grandios...

Das komplette Tracklisting:

1   Apollo - 7:17   
2   Fools Rush In - 5:11   
3   In Your Cups - 4:23   
4   Emma's Pissed - 6:30   
5   That Which is Coming - 4:03   
6   Town & Country - 4:26   
7   Red Lightning - 5:42   
8   Sing Bird Sing - 4:08   
9   Cool Cool Cool - 4:58   
10 Finding - 3:21   
11 Wisconsin Death Trip - 5:24

Art-Nr.: 7274
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Apollo
In your cups
That which is coming
Town & country
Red lightning
Cool cool cool
Wisconsin death trip

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Sugarland - love on the inside ~ deluxe fan edition [2008]
Deluxe Fan-Edition mit 5 Bonustracks! Erfrischend , lebendig, wunderbar! Sugarland (Jennifer Nettles und Kristian Bush) setzen auch mit ihrem von den Fans heiß herbeigesehnten dritten Album konsequent ihren musikalisch eingeschlagenenWeg fort und werden dabei immer besser! Nettles' Stimme war nie kraftvoller, variabler und stärker, Bush's Harmonies, sein Acoustic Gitarren- und Mandolinenspiel waren nie vielfältiger. Dieses Duo ist mit seinem durchaus in Traditionen verwurzelten, aber so modernen, knackigen, dabei alles andere als glamourösen, sondern stets erdigen, exakt auf den Punkt produzierten New Contry-/Country-Rockpop-Sound eine wahre Wohltat für Nashville! Das Album erscheint in den USA in zwei Ausgaben, einer "normalen" Version mit 12 neuen Tracks und einer sogenannten "Deluxe Fan-Edition" mit 5 zusätzlichen Bonustracks! Darüber hinaus kommt die Deluxe-Ausgabe in einer speziellen, edlen Digipack-Verpackung inklusive eines alle Texte und viele Fotos enthaltenden, 20-seitigen Booklets und der Zugangsmöglichkeit zu exklusivem Video-Material. Also, keine Frage: Die "aufgemotzte" Ausgabe ist definitiv die, die es sich lohnt zu kaufen - und deshalb bieten wir auch ausschließlich diese an! Insgesamt ist das Songmaterial im Vergleich zu den beiden mega-erfolgreichen Vorgängern vielleicht etwas "verhaltener" ausgefallen. Will heißen: Der Anteil an Balladen hat im Vergleich zu den Uptempo-Nummern leicht zugenommen. Dennoch strotzt auch dieses Album vor Dynamik und Energie - und das Songmaterial ist einfach nur klasse! Ohne Ausnahme! Toll beispielsweise der froh gelaunte Opener "All I want to do" (gleichzeitig die erste Single und bereits auf dem besten Wege die nächste Nr. 1 des Duos zu werden), mit seinen kernigen Slide Gitarren-Licks (großartig: Gitarren-As Michael Landau), dem trockenen Ambiente und dem wundervollen "Ooh hu hu hu hu"-Mitsing-Refrain, der knackige, sehr melodische Uptempo Rockin' Country-Shuffle/-Boogie "It happens", der traumhafte, einfach herrlich ins Ohr gehende Country-Stomper "We run" mit seinen vitalen Acoustic Gitarren-Rhythmen, dem knackigen Drumming und großartigen Akkordeon-Spiel, die exzellente, leicht folkig angehauchte, einmal mehr wundervoll melodische, Mandolinen-getränkte Country-Ballde "Genevieve", das entspannte "Already gone", der satte, rockige, ungemein melodische Knaller "Take me as I am", das rootsige, viel Americana-Feeling aufbauende, von schöner Slide, Steelguitar und einem klasse Traditional Country-Rhythmus bestimmte "Steve Earle" (einer Huldigung der beiden an die große Roots-/Alternate Country-Ikone), und die wunderschöne, getragene, ruhige, kristallklar in Szene gesetzte, reine Country-Ballade "Very last country song" - eine traumhafte Nummer! Die fünf, auf der Fan-Edition zusätzlich enthaltenen Songs (3 weitere neue Studio-Tracks und 2 bärenstarke, bislang auch nicht als Studioversion existierende Live-Nummern) reihen sich nahtlos an den hohen Qualitätsstandard der übrigen Stücke an und sind somit für den geneigten Sugarland- und New Country-Fan ebenso unverzichtbar! Erwähnenswert hier besonders die brillante Live-Fassung des Achtziger Jahre-/Dream Academy-Klassikers "Life in a northern town", das am 13. Dezember 2007 in Fayettevill/North Carolina während der gemeinsamen US-Tour von Sugarland mit Little Big Town und Jake Owen mitgeschnitten wurde, die sich auch alle gesanglich an dieser tollen Intepretation beteiligten. Sugarland sind und bleiben mit "Love on the inside" (vielleicht sogar ihr ausgereiftestes, bestes Album) eines der absoluten Zugpferde Nashvilles in Sachen knackigem, modernem, qualitativ gochwertigem New Country, inklusive "eingebauter" Hit- und Chart-Garantie! Ein tolles Album - und darüber hinaus mit über 71 Minuten Spielzeit ein wirklich prall gefüll

Ganz interessant: Ein offizieller Sugaland "Song by Song"-Überblick (im Original):

"All I Want To Do"
The duo’s intent here was to have a lot of swing to the lead single of this album. To funk it up a bit, and keep it very hooky. Musically, this number’s somewhere between Bonnie Raitt and Jack Johnson, with some Marvin Gaye and Van Halen thrown in. "I love the flirty sound," says Jennifer Nettles. "We just always want to bring different energies, and we got to play on the lighter side this time." If you listen close, the easy percussion from Matt Chamberlain gives the song its sexy heartbeat.

"It Happens"
Sometimes, you just gotta let go. That’s what this gritty little tune’s all about, says the duo. "We always say we should take the music seriously, but not ourselves," Nettles says. When the guitar comes in at the top, you know this is going to be a little more 80s pop than down-home country. Think "Walking on Sunshine". Because this tune wraps it all up with some very advisable lyrics: "Let go, laughing". And Nettles thinks the ironies, like getting in a fender bender with your ex and his new girl, shows listeners what a grand sense of humor the universe has. It’s a very uptempo way to look at a world that’s out of your control.

"We Run"
New love. Young love. Green love. There’s an excitement to that experience that Sugarland has captured in this intoxicating bluegrassy rocker. Nettles admits this grew from a seed of an idea that Bush had, since he grew up playing mountain music in Tennessee. And this song lends itself to that Appalachian sound, that driving four-on-the-floor beat. You can’t really describe that feeling, so the duo chose to show it rather than tell it. The imagery--of pockets of dirt and reckless weather on the breath--convey how beautiful, messy and powerful love can be.

"Joey"
Teenage love doesn’t always have a happy ending. Especially when a tear-jerker like Bill Anderson has pen in hand. He helped Nettles and Bush craft this modern take on the traditional teen tragedy, and yet much more alternative influences went into the vocals. "We ended up with a haunting wail in the chorus and this R.E.M. background vocal," says Bush of the melancholy music. "It’s simple and dark." The rich texture of this song is built around all those "what ifs" that run through your mind as you explore regret. "Nothing mitigates loss," says Nettles "But everyone has regrets, so we can all relate."

"Love"
Nettles’ powerhouse pipes take center stage in this ballad. And that strength comes though in the form of questions, about how you can possibly define love. Is it the face of a child? Kindness in the eyes of a stranger? In a hotel room in Washington D.C., when Sugarland was chasing down the theme of the whole album, the topic of love came up. "No way could you ever narrow it down," Nettles says of their writing time with Tim Owens ("Settlin’"). There’s love lost, love found, new and old loves. So this tune gets right in the middle, and makes some reaches musically. Bush’s powerful voice is featured for the second half of this song. "When we were writing the back half, Jen said ‘I want you to sing these words I wrote just for you,’" recalls Bush. "I will always feel special singing those words."

"Genevieve"
Nettles said that Bush had the whole first verse worked out. That verse--and his pure, sweet mandolin work--were inspiring enough. But when the idea for some three-part harmony came up, it only made this dirge of a country heartache even better. Nettles says it reminded her of some of the southern Baptist hymns she grew up on, and likes that the story’s not clear cut. "It’s a beautiful thing when we get to play characters that are complicated." There’s a mystery of who this character is that is coping with such a dramatic loss. It’s a little twisted. But that creates an even stronger pull into the lyrics.

"Already Gone"
A waltz-time lope? On a country album? Writing with Bobby Pinson ("Want To"), the duo was determined to do a song in six-eight. And to keep it very personal. "This is the story of coming of age, literally and emotionally," says Nettles. And it’s such a healing tale, about a woman who is growing up, leaving home, falling in love and saying goodbye.

"Keep You"
Is it possible to write an emotional song about being numb? It’s like writing a song about being loud by being quiet, Nettles and Bush think. That irony, blended with a bittersweet epiphany of knowing it’s time to walk away, make this one of the most contemporary done-me-wrong songs of our time. "Subtlety and nuance make all the difference in this song. Painting emotions with broad strokes is easy, but this time we’re using a toothbrush to dig through the finer emotions," says Nettles, comparing the duo to archeologists. And the vocal range she plays with throughout keep this song on the edgier side, because of the way she explodes into huge notes that few singers can even attempt.

"Take Me As I Am"
When the curtain opens, there’s a woman in a hotel room at night. As the song unravels, so does the mystery of why she’s there. In this character-driven narrative, with a Pat Benatar influence and some solid electric guitar work, the empowering message is clear. When you reach that point, when you are comfortable in your own skin, the line about "I’m not perfect, but I’m worth it" makes all the sense in the world. This could very well be the anthem of the unsung heroes who walk among us every day. "This is a very grown-up place to get to in your life," Nettles explains.

"What I’d Give"
Written with Kenny Chesney’s long-time lead guitarist Clayton Mitchell, this one builds a lingering story around some Faces era guitar and mandolin stylings. The kind that Sugarland thinks make for a story of their own. Usually in country, the song ends when the bow is tied off neatly with a lyric. But after the last lyric ends, they still had more to say musically. Nettles vocals are sultrier than they’ve ever been, and she likes the romantic implications of the lyrics. And both she and Bush agree that if you aren’t making out halfway into this six-minute yearning, then you aren’t ever going to be.

"Steve Earle"
If you know anything about Steve Earle, this song will thrill you with its comic pining for his songwriting. If you don’t know him, it’ll certainly pique your curiosity. Both Nettles and Bush share a fondness for Earle’s brand of country. It taught them that country was still viable, and gave them confidence to reimagine the sound. And when the duo found out what a shameless romantic Earle was, they had to set all his comings and goings to music. This upbeat barn burner fueled by a big pedal steel, is a playful way to process a painful subject. Nettles looks at it this way: "There comes a point in life of a troubadour when the character can become heroic. Even legendary."

"Very Last Country Song"
Aptly named, the last song on the album is a look at what would happen if nothing ever went wrong again. "If life stayed the way it was, if those conditions weren’t in our lives, then this would literally be the last country song," says Nettles. Everything is as it should be was the impetus and inspiration behind this song. Co-writer Tim Owens told the duo that someone had once asked him why country music was always so sad. Owens’ answer was that if bad things never happened, then what would we have to write about? The ethereal tones underneath this song stay quiet enough so the insight into the human condition can be felt. Like when you can hear Nettles smile as she sings the verse that looks back on the unexpected joy of an unexpected child.

Plus 5 Bonus-Tacks:

Fall Into Me 4:46
Operation: Working Vacation 3:59
Wishing 4:11
Life In A Northern Town (Live) 4:14
Come On Get Higher (Live)

Art-Nr.: 5848
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 18,90

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Sullivan, Quinn - midnight highway [2017]
Quinn Sullivan, 17 Jahre jung, aus New Bedford im U.S.-Bundesstaat Massachusetts mit einem brillanten Album! Ein neues, begnadetes Gitarren-Wunderkind am Firnament des Bluesrocks! Vielleicht so etwas wie ein neuer Ryan McGarvey, Jonny Lang oder Joe Bonamassa. Ein Gitarrenakrobat, Sänger und Songwriter "far beyond his age". Das sind keine Phrasen, keine Sprüche, sondern ist als echtes Statement gemeint. Hier kommt einer, der wird die Gitarrenwelt und die des Bluesrocks rocken - nein, er tut es schon mit aller Vehemenz. Buddy Guy, den Quinn schon im Alter von 8 Jahren kennenlernte (mit 3 begann er bereits das Gitarrespielen zu erlernen), als sein Vater Terry Sullivan ihm einen Backstage-Termin mit dem großen Bluesmusiker besorgte, um die Squier Stratocaster seines kleinen Sohnes von Mr. Guy signieren zu lassen, fragte den Zweitklässer damals zweifelnd, ob er das "Ding" denn auch spielen könne und testete ihn gleich mal mit ein paar Eric Clapton-, Stevie Ray Vaughan-, und Hendrix-Riffs an. Was kam, ließ Buddy Guy förmlich vom Glauben abfallen. Er holte ihn sofort mit auf die Bühne und die beiden spielten "Sweet home Chicago". Eine irre Geschichte. Ein weiterer Meilenstein in der Vita des jungen Quinn war der Solopart in "Who's Gonna Fill Those Shoes" des Grammy nominierten Albums "Skin Deep" von Buddy Guy aus dem Jahre 2008. 2013 spielte der damals 14-jährige zusammen mit Buddy Guy und Robert Randolph auf dem von Eric Clapton organisierten "Crossroads Guitar Festival" und es gab "Standing Ovations" vor ausverkauftem Haus im Madison Square Garden von New York City. Buddy Guy sagt heute über ihn: "Players like Quinn come along once in a lifteime". Was legt dieser junge Bursche mit "Midnight heighway" nun für ein fantastisches Album vor, vollgepackt von vorn bis hinten mit tollem Songmaterial und bestechenden Melodien. Sullivan ist nicht nur ein überragender Gitarrist, er ist auch ein mit einer klasse Stimme gesegneter, exzellenter, ausstrahlungsstarker Sänger. Das Material klingt erdig, auch mal dreckig, aber, wie gesagt, zuweilen auch sehr eingängig und überaus melodisch. Eine tolle Kombination. Doch was der Kerl an der Gitarre anstellt, ist einfach fantastisch. Seine Läufe und Soli suggerieren eine ungemeine Spielfreude, stecken voller Inspiration und voller Seele. Nie wirken die Soli überdreht, überzogene "Frickelei" gibt es zu keiner Sekunde. Quinn's Spiel wirkt immer zielsicher auf den Punkt gebracht. Mal rühren seine Ausflüge in den Tiefen der Swamps, stecken voller Southern-Esprit, dann wieder schlängeln sie sich wundervoll harmonisch in die verwinkelsten Ecken unserer Ohren. Das ist die höchste Gitarrenkunst. Das gesamte Songmaterial ist äußerst frisch und kraftvoll in Szene gesetzt. Für die bärenstarke, schön "saftige" Produktion sorgte Genre-Guru Tom Hambridge (produzierte kürzlich auch Mike Zito's neues, großartiges Werk "Make Blues Not War"), der auf dem Album zudem für das hervorragende Schlagzeugspiel zuständig ist. Als weitere Begleitmusiker fungieren u. a. solche Größen wie Reese Wynans (keyboards), Michael Rhodes (bass), sowie Bob Britt und Rob McNelley als weitere Gitarristen. Los geht's mit dem herrlich groovenden, schön dreckig anmutenden, sumpfigen, voller rauer Gitarrenriffs steckenden Memphis-Bluesrocker "Something for me". Die mächtige Rhythmusbasis und das erdige, packende Gitarrenspiel wird wundervoll mit honky-tonkigem Piano-Geklimper verfeinert. Zudem hat die Nummer jede Menge Southern Rock-Esprit. Dieses Southernflair zieht sich auch in vollster Blüte durch das geniale Titelstück "Midnight highway". Was für ein Feeling, welch eine traumhafte Melodie. Bärenstarke southern-fueled Lead Gitarren, inkl.toller Soli, bestimmen das Geschehen, dazu eine fette, sich irre stark mit Sullivan's Gitarre abstimmende Orgel und ein blendender Groove. Sullivan spielt in bester Derek Trucks-Manier. Die Nummer würde eh bestens in das Repertoire der Tedeschi Trucks Band passen. Eine satte Southern-/Bluesrock-Ballade, die unter den Genre-Fans für pure Gänsehaut sorgen dürfte. Hammer! Grandios beispielsweise auch der zunächst verhalten beginnende (akustische Gitarren), sich dann aber schön knackig und kraftvoll entwickelnde, wundervoll ins Ohr gehende Midtempo-Bluesrocker "She gets me" (schönes E-Piano, klasse Orgel, mitreissende Gitarrensoli), der raue, dreckige, mit viel Dampf nach vorn gehende Power-Kracher "Rocks" (kernige Riffs, glühende Gitarren), die feine, semi-akustische Ballade "Going", das herrlich funky groovende (klasse Wah Wah-Riffs), heiße, dreckige "Graveyard stone" (tolles Drumming, furiose, raue Gitarren), die wirklich prächtig gekungene Coverversion von Geoge Harrison's "While my guitar gently weeps" (tolle Gitarrenläufe), oder auch die das Album bravourös abschließende, hinreißend gespielte, voller Allmans-Southern-Flair steckende, wundervoll melodische Instrumental-Ballade "Buffalo nickel". Was für ein Gefühl! Was für eine Seele! Was für eine Kraft! Großartig! "Midnight highway" ist ein faszinierender, hochklassiger Bluesrock-Trip in die Welt eines jungen Musikers, dem alle Türen dieses Genres offen stehen. Schon sehr früh im Jahre 2017 ein absolutes Highlight, das in den Jahresendabrechnungen um die Top-Alben des Jahres ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird. Ein brillantes Werk eines außergewöhnlichen Talents. Begeisternd!

Das komplette Tracklisting:

1. Something For Me - 4:52
2. Tell Me I'm Not Dreaming - 3:51
3. Midnight Highway - 5:55
4. Crazy Into You - 4:01
5. Eyes For You - 3:06
6. Lifting Off - 3:12
7. She Gets Me - 4:42
8. Rocks (bonus track) - 3:39
9. Going - 3:38
10. Graveyard Stone (bonus track) - 3:29
11. Big Sky (bonus track) - 4:39
12. While My Guitar Gently Weeps - 5:29
13. Buffalo Nickel - 8:18

Art-Nr.: 9373
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Something for me
Tell me I'm not dreaming
Midnight highway
She gets me
Rocks
Going
Graveyard stone
Buffalo nickel

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Tedeschi Trucks Band - live from the fox oakland ~ 2 cds + 1 dvd [2017]
2 CDs + 1 DVD-Set! Fantastischer Mitschnitt (auf Doppel-CD und DVD) des kompletten Konzertes der unwiderstehlichen Tedeschi Trucks Band um den begnadeten Gitarristen Derek Trucks (ex-The Allman Brothers Band) und seine Gattin Susan Tedeschi vom 9. September 2016 aus dem alt ehrwürdigen Fox Theatre in Oakland/California. Tolle Setlist, die Band in grandioser Verfassung, - es war eine magische Nacht in Oakland, sowohl soundtechnisch, als auch filmtechnisch bravourös eingefangen. Begeisternd!
Die DVD ist "code free" und somit auf jedem DVD-Player abspielbar.

Hier die offizielle Produktbeschreibung im Original:

In September of 2016, Tedeschi Trucks Band set out for the West Coast to make a live album. After 10 shows there was no shortage of great music to choose from, but for everyone on the tour, one night stood out from the rest: September 9 at the Fox Theatre in Oakland. The best part? We had a dozen cameras on hand that night to capture every note. Live From The Fox Oakland is a live double album that David Fricke calls “a new peak in the continuing story of a great American rock & roll family band.” The concert film of the same name features over 90 minutes of performance footage as well as some insightful and downright moving glimpses at life on the road with TTB.

Hier der Review des großartigen Webzines "Sounds of South" / www.sounds-of-south.de:

Wow! Schon beim Auseinanderklappen des imposant und edel gestalteten Doppel-CD/DVD-Packages, das ein Live-Konzert der Tedeschi Trucks Band im historisch/orientalisch anmutenden, sehr beeindruckenden, 1928 errichteten Fox Theatre in Oakland, Kalifornien, dokumentiert, erahnt man bereits, dass hier was ganz Großes auf einen zukommt. Während die DVD, unter der Regie von Jesse Lauter und Grant James abgelichtet, den Gig ‚filmisch‘, mit kleinen netten Zwischenepisoden des Drumherums, dokumentiert, spiegeln die beiden CDs das Konzert in nummerisch korrekter Reihenfolge sowie voller Länge der Songs wieder und enthalten mit dem orchestral swingenden „Right On Time“, dem souligen Schunkler „Don’t Drift Away“ und dem fusig-jazzigen Instrumental „Ali“, drei weitere tolle Tracks, die nicht visuell in Szene gesetzt wurden. Ich werde mich hier aber natürlich auf den erstgenannten Silberling konzentrieren. Nach einem kurzen Intro steigt der Film mit „Don’t Know What It Means“ als Opener ein, ein Song aus dem letzten hochdekorierten Studiowerk „Let Me Get By“. Susan Tedeschi gibt direkt mal eine Kostprobe ihres stimmlichen Volumens und ihres versierten E-Gitarrenspiels, das in Form von vielen hervortretenden Adern, deutliche Spuren auf ihrem Handrücken hinterlassen hat. Am Ende des Stückes glänzt Rastamann Kebbie Williams mit einem Sax-Solo, das free-jazzige Züge aufweist. „Keep On Growing“ vom einstigen „Derek And The Dominos“-Klassiker Layla and Other Assorted Love Songs“ steht natürlich ganz im Zeichen von Ehemann Derek Trucks, der hier gleich drei Soli auf seiner Gibson SG vom Stapel lässt, am Ende mit furiosem Slide. Leonard Cohens „Bird On The Wire“ wird in gospeliger Form mit emotionalem Ende interpretiert. Passend zum spirituellen Ambiente des Fox (ein goldener Buddha wird eingeblendet), lässt Derek bei „Within You, Without You“ sein Arbeitsgerät in orientalischem Slide aufsurren, das dann nahtlos in den shuffligen Blues Rock-Stampfer „Just As Strange“ übergeht (Bonnie Raitt-Flair). Beim souligen „Crying Over You“ hat Mike Mattison, der mich rein äußerlich immer irgendwie an Muhammad Ali erinnert, seinen ersten starken Gesangseinsatz, ein weiteres Highlight ist ist das Duell von Derek mit Keyboarder Kofi Burbridge, das in Frage-Antwort-Manier zelebriert und zudem mit einem Hammer-Solo vom Butch Trucks-Neffen beendet wird. Das herrliche „Leavin‘ Trunk“ klingt, als wenn sich James Brown (erneut großartiger Gesang von Mattison) und die Allman Brothers (Susan und Derek gitarren-technisch in Hochform) zu einer Jam-Session zusammengefunden hätten. „I Pitty The Fool“ bluest unter Tedeschi-Regie samt plusternder Bläserfraktion (vervollständigt durch Elizabeth Lea und Ephraim Owens). Das knapp 15-minütige „I Want More“ dampft aus allen Gassen. Hier entfacht die Drum-Doppel-Besetzung mit J.J. Johnson und Tyler Greenwell, wie sooft in diesem Gig, ihre ganze Kraft samt blindem Verständnis, auch Derek mit ABB-trächtigem Slide und Burbridge mit Marshall Tucker-umwehten Querflöten-Intermezzo sowie wüsten Orgel-Geklimper beim angeschlossenen „Soul Sacrifice“-Outro, wissen zu gefallen. Das Titelstück des Studioalbums „Let Me Get By“ zeigt am Ende mit gospeligem Touch nochmals die ganze Spielfreude des Ensembles. Selbst der Abspann mit einer Wohnzimmer-Performance der Band von Dylans „You Ain’t Going Nowhere“ ist ein Knüller. Hier dürfen auch die Back-Singer Alecia Chakour und Mark Rivers mal die Lead vocals bei einer der vielen Strophen übernehmen und Black Crowes-Fronter Chris Robinson ist auch noch als Gast mit von der Partie. Elisabeth Lea lässt ihre Posaune kurz plärren. Klasse gemacht. Appropos Zwischenepisoden. Da wird ein Besuch von Derek bei US-Comedian Marc Maron in seiner Garge gezeigt, ein Interview des Ehepaares beim Rolling Stone-Journalisten David Fricke, der auch den Begleittext des Booklets geschrieben hat, Dereks Vater als Verantwortlicher des Merchandisings kurz porträtiert, und Susan beim Testen des kongenialen Sounds im Gros des Fox vor leerer Kulisse mit dem Song „Color Of The Blues“. Nicht zu vergessen auch noch der Bonusteil mit dem bluesigen „Anyhow“ (wieder mit Bonnie Raitt-Flair) und der Vollversion des Gastauftritts von Alam Khan, der mit seiner Sarod (so ein orientalisches Monsterknüppel-Instrument) auf „These Walls“ den Konterpart zu Dereks Slide-Spiel (der zum einzigen Male auf einer Les Paul) abgibt. Hier werden konventionelle Musikmauern eingerissen und die beiden versuchen mit diesem, quasi im Southern Yoga Rock-Stil zelebrierten Stück, dem Ambiente des orientalischen Theaters gerecht zu werden – Da heißt es für alle Beteiligten einfach nur ‚Om‘! Fazit: „Live From The Fox In Oakland“ der Tedeschi Trucks Band zeigt das zwölf-köpfige Mega-Ensemble im absoluter Bestform. Es macht Spaß, diesen Könnern, in diesem speziellen Rahmen, bei bester Bild- und Tonqualität, Folge leisten zu können (vom kleinsten Tönchen auf der Bühne, bis hin zum Digipak, mit dem reichhaltig bebilderten Einsteckbooklet, inklusiv aller relevanten Informationen, Perfektionismus pur). Absolute Kaufempfehlung! Dieses Package gehört in jede Rockmusik-Sammlung, die was auf sich zählt. (Daniel Daus / www.sounds-of-south.de)

Die komplette Setlist:

CD 1:
1. Don’t Know What It Means
2. Keep On Growing
3. Bird On The Wire
4. Within You, Without You
5. Just As Strange
6. Crying Over You
7. These Walls (feat. Alam Khan)
8. Anyhow

CD 2:
1. Right On Time
2. Leavin‘ Trunk
3. Don’t Drift Away
4. I Want More (Soul Sacrifice Outro)
5. I Pity The Fool
6. Ali
7. Let Me Get By

DVD:
1. Don’t Know What It Means
2. Keep On Growing
3. Bird On The Wire
4. Within You, Without You / Just As Strange
5. Crying Over You
6. Color Of The Blues
7. These Walls (feat. Alam Khan)
8. Leavin‘ Trunk
9. I Pity The Fool
10. I Want More (Soul Sacrifice Outro)
11. Let Me Get By
12. You Ain’t Going Nowhere
13. Anyhow (Bonus)
14 These Walls (feat. Alam Khan) – Full version (Bonus)

Art-Nr.: 9402
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 23,90

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Thunderhawks - same [2005]
Thunderhawks - klingt das nicht schon wie ein überschäumendes, "donnerndes" Rock'n Roll Gewitter? Yeah! Und was für eine "geile" Mucke das ist! Als träfen die Georgia Satellites auf ZZ Top, AC/DC und eine verschärfte Ausgabe der Stones, mit einem feinen Lynyrd Skynyrd Southern-Einschlag! Irre stark! Ist aber auch kein Wunder bei diesen Musikern! Doch der Reihe nach: Die Thunderhawks sind eine mehr als tragische Band, denn bevor sie richtig durchstarten konnten, waren sie infolge des Todes einer ihrer zentralen Figuren auch schon wieder am Ende. So trauert der großartige Sänger (singt teilweise irgendwie lässig und rotzig cool, dann brüllt er in allerbester Bon Scott-Manier) und zweite Gitarrist der Band, Tony Sarno, dessen akribischer Eigeninitiative die Fans schlußendlich auch die jetzige Veröffentlichung dieser eigentlich schon in der Versenkung verschwundenen, im November 2000 fertiggestellten Aufnahmen zu verdanken haben, den tod-traurigen Umständen noch immer mit den wehmütigen Worten nach: "Was hätte aus den Thunderhawks nur werden können"?! Wer diese Aufnahmen hört, der ahnt, wie sie eingeschlagen hätten! Die persönliche Tragödie, um die es geht, war die des begnadeten Gitarristen Eddy Shaver! Viele wissen sicher, daß der Sohn der texanischen Country-Legende Billy Joe Shaver am 31. Dezember 2000 an einer Überdosis Heroin verstarb, also kurz nach dem Abschluß dieser ersten Thunderhawks-Recordings! Was Eddy Shaver für ein Tier an der Gitarre war, ist hinlänglich bekannt. Er tourte jahrelang in der Band seines Vaters, sowie mit etlichen anderen Texas-Haudegen durch die Lande, spielte Outlaw-Country und Countryrock in allen Variationen. Doch, und auch das war kein Geheimnis, dieser Bursche hatte auch den Blues und vor allen Dingen den Rock'n Roll im Blut, und zwar den von der dreckigen Sorte! Der neben Sarno und Shaver Dritte im Bunde war ex-Georgia Satellites-Gründungsmitglied und Dan Baird-Weggefährte Keith Christopher am Bass, während der "Trommel-Motor" Rick Donley am Schlagzeug schließlich das Quartett komplettierte! Herausgekommen ist ein gnadenlos abgehender, gut gehärteter, straighter, southern-fueled Hi-Energy Powerhouse-Boogie-Rock'Roll-Kracher, der absolut nichts anbrennen läßt! Das Ganze ist geprägt von einem satten, voluminösen, dreckigen Gitarrensound voller explosiver Dynamik und brodelnden Soli (Eddy Shaver)! Dazu knallen uns die Burschen mit Unmengen großartiger, fetter Riffs, krachenden Rhythmen und prachtvollen Hooks die Hucke voll! Geht gut in die Knochen! Balladen sucht man vergebens! Hier wird fulminant gerockt - direkt, hart, laut, druckvoll, dabei immer gut hängen bleibend, mit starken Melodien, dreckig, kochend, krachend! Dementsprechend satte, rotzige Stones-like Riffs eröffnen dann auch den prächtigen, donnernden Opener "Break the chain", bei dem in der Tat gleich alle Ketten brechen. Hört sich an wie eine Kreuzung aus den schon erwähnten Stones, den Georgia Satellites und AC/DC! Klasse, zum Teil schön röhrender Gesang, ein ordentlich durchgetretenes Gaspedal und ein tierisches, die Luftgitarren-Freaks in Verzückung versetzendes, heiß glühendes Gitarrensolo von Eddy Shaver machen die Rock'n Roll-Freude perfekt. Leute, und dreht mir den Lautstärker-Regler bitte auf eine amtliche Position! Ein schwer Southern-getränktes Gitarrenintro der Marke Skynyrd eröffnet den satten, straighten Riff-Boogie "Sick & tired", ausgestattet mit einer klasse Melodie und ordentlich rauchenden Lead Gitarren. Herrlich lässig, wieder durchaus melodisch, dabei aber ungemein dreckig und mit drückender Percussion begegnen sie uns dann auf dem fantastischen "Spirit", in der Mitte unterbrochen von einem irren, überdrehten, kurzen und lauten Slide-Solo, um schließlich wieder in die alte Lässigkeit zu verfallen, ohne dabei auch nur einen Funken Energie einzubüßen. Saustark auch das mit viel Southern-Soul und -Blues ausgestattete, schwüle, ein wenig an die Black Crowes erinnernde "Out on the farm", das von fetten "ZZ Top meets Georgia Satellites"-like Riffs geprägte "Don't come crying to me" (es scheint als drehe der "Boogie-Train" wie ein unaufhaltsamer, schwerer Koloß seine Runden...), der glühender southern-drenched Rocker "That dog won't hunt" mit seinem kochende Gitarrensolo und dem röhrenden Bon Scott-like Gesang, das knackige, recht lockere und sehr melodische "For crying out loud", usw., usw.! Es gibt partout keinen Ausfall! Wir danken Tony Sarno, daß er diese schon verschollene Rock-Perle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat! Ja, ja, was hääte aus den Thunderhawks wohl werden können... - wir können es nur vermuten. Aber eines wissen wir zu 100 Prozent: Ihr erstes und einziges Album ist ein absoluter Hammer!

Art-Nr.: 3208
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Break the chain
Sick & tired
Spirit
That dog won't hunt
For crying out loud

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Too Slim and The Taildraggers - blue heart [2013]
"'Blue Heart' will rock your head off", sagt die "Smoky Mountain Blues Society" über das neue Album von Tim "Too Slim" Langford und seinen Taildraggers, aber das ist fast noch untertrieben. Was für ein Killer-Teil" Es rockt, es bluest, es "swampt", es kocht und brodelt an allen Ecken und Enden. "Saitenhexer" Langford ist zudem in Höchstform und begeistert mit einem flammenden Gitarren- und Slidegitarren-Spektakel. Das ist dampfender, kerniger, voller Southern-Esprit steckender, fetter American Bluesrock, dem man sich bedingungslos ergibt. Die aktuelle Besetzung der Taildraggers besteht neben Timothy "Too Slim" Langford (guitars, vocals) noch aus Bassist E. Scott Esbeck (ex Stone River Boys, Los Straightjackets) und Drummer Jeff "Shakey" Fowlkes (ex Robert Bradleys Black Water Surprise, Kid Rock), doch für das neue Album "Blue heart" zog es den Protagonisten nach Nashville, um dort gemeinsam mit Produzent Tom Hambridge (u.a. Buddy Guy, George Thorogood) und einigen örtlichen Musikgrößen dieses Werk einzuspielen. Hambridge selbst übernahm neben dem Produzentenjob noch den Part des Schlagzeugers (und was für einen - der Kerl ist ein begnadeter, straighter Drummer, der mit seinem kraftvollen, "hard hitting" Stil den anderen mächtig Dampf macht und sie gnadenlos nach vorn treibt), Tommy MacDonald, aus dem Umfeld von Delbert McClinton spielt Bass, der ehemalige Keyboarder aus der Band von Stevie Ray Vaughan, Reese Wynans, übernahm bei einigen Tracks die Orgel-Parts, Wet Willie's Jimmy Hall spielt bei einem Stück Mundharmonika und übernimmt bei dem schönen "Good to see you smile again" sogar den Lead Gesang, und mit Rob McNelley, ebenfalls aus dem McClinton-Dunstkreis, hat Langford sogar noch einen zweiten Gitarristen mit an Bord, der die eh schon gewaltige und massive Gitarrenpräsenz noch einmal zusätzlich verstärkt. Die beiden "Gitarreros" spielen großartig zusammen. Das Songmaterial ist ohne jede Ausnahme bärenstark und bleibt einfach klasse hängen. Es scheint, als sei dem Material durch die Aufnahme der Songs mit diesen exzellenten Musikern in Nashville ein zusätzliches, erdiges, natürliches Flair des Südens eingehaucht worden. Das kommt wunderbar rüber. Ein Musterbeispiel dafür ist der fantastische Opener "Wash my hands", ein kompromislos straighter, rauer, und ungemein "cool" vorgetragener Swamp-/Southern Rocker, der auch vorzüglich in das Anforderungsprofil von ZZ Top passen würde - zumal "Slim's" Gesang nicht nur hier ein wenig an Billy Gibbons erinnert. Dreckige, zerrige, kochende Riffs, ein ordentlich nach vorn galoppierender Drive und die glühenden Lead Gitarren-Läufe des Meisters bestimmen das Geschehen. Jeder, sowohl die beteiligten Musiker, als auch der Zuhörer, ist sofort auf Betriebstemperatur. Toll! Weiter geht's mit dem schwerblütigen Bluesrocker "Minutes seem like hours", der erst recht verhalten beginnt, dann aber schnell seine Kraft ausspielt. Wieder kommt eine feine Southern-Brise auf, verbunden mit einem dezent psychedelischen Wüstenflair. Langford's Gitarrenarbeit ist brillant. Diese Nummer zieht eine tiefe Furche durch den roten Sand zwischen Texas und Tennessee. "Geil"! Etwas anders gelagert ist das Titelstück "Blue heart", das vorwiegend geprägt ist von dem dreckigen Harpspiel Jimmy Hall's (inkl. eines exzellenten Solos). Trotz einer dezenten Swamp-Note haftet dieser Nummer auch ein gewisser Chicago Blues-Spirit an. Eine furiose Uptempo-"Tour de force" in Sachen Southern-/Blues-Rock'n Roll erleben wir dann mit dem pulsierenden Kracher "If you broke my heart". Wow, was für eine Power! Tom Hambridge haut auf die Felle als gäbe es kein Morgen und Langford feuert ein paar Gitarrenlicks ab, die die Hütte buchstäblich in Flammen setzen. Zurück bleibt nichts als verbrannte Erde. Ähnlich sieht das bei dem schön jammigen Swamprock-/Bluesrock-Knaller "Preacher" aus, der von permanent unter Starkstrom stehende Gitarrenfills McNelley's und schier endlosen, höllisch glühenden Slidelinien Langford's geprägt ist. Wirkt, als würden sich Gov't Mule und ZZ Top gegenseitig in einen Rausch spielen. Der "New Years Blues" hingegen ist ein von hinreissenden, fetten Gitarrelinien durchzogener Midtempo-Bluesrocker, aus dessen Poren einmal mehr der Schweiß des Südens quillt. Mit dem semi-akustischen "Angels are back" klingt dieses "Hammer"-Album dann etwas ruhiger aus. Too Slim and The Taildraggers verfügen schpn jetzt über eine immense, sehr loyale Fanbase. Die wird mit dem neuen Werk garantiert noch zunehmen. Auch in puncto Anerkennung und Erfolg ist die Band mittlerweile bestens im Geschäft. Die letzten vier Studioalben erreichten allesamt die Top 10 der Billboard Blues Album Charts. Zudem sammelten sich unzählige Awards an. "Blue heart" wird das weiter vorantreiben, denn Kritiker und Presse überschütten das Werk bereits jetzt mit wahren Lobeshymnen - vollkommen zu Recht. Eines der besten "Too Slim"-Alben überhaupt!

Das komplette Tracklisting:

1. Wash My Hands - 4:04
2. Minutes Seem Like Hours - 3:52
3. Blue Heart - 4:54
4. Make It Sound Happy - 5:11
5. Good To See You Smile Again - 3:24
6. When Whiskey Was My Friend - 3:28
7. If You Broke My Heart - 3:27
8. New Years Blues - 5:16
9. Shape of Blues To Come - 4:32
10. Preacher - 6:35
11. Angels Are Back - 4:38

Art-Nr.: 8210
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Wash my hands
Minutes seem like hours
Blue heart
When whiskey was my friend
If you broke my heart
New Years Blues
Preacher

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Trigger Hippy - same [2014]
Trigger Hippy - "what a helluva band"! Man darf infolge der bereits großen Verdienste und des hohen Bekanntheitsgrades der einzelnen Mitglieder von Trigger Hippy sicher auch hier wieder den so gern verwendeten Begriff "Supergroup" anführen, doch in diesem Fall muss wirklich alles negativbehaftete dieser Bezeichnung über Bord geworfen werden. Trigger Hippy sind eine Wahnsinns-Truppe mit einem grandiosen Debut! Mit ihrem genialen Mix aus Rock-, Soul-, Blues-, Funk-, Roots-, Americana- und Country-Zutaten, gepaart mit den Erfahrungen und der Spielfreude des Jamrock-Dunstkreises, gelingt diesen "soulful rockers" aus Nashville ein faszinierendes, musikalisches Gebräu aus 11 erstklassigen Songs, ohne auch nur den Hauch einer Schwachstelle.Und, auch das ist stets zu hören, "it's all Southern music", wie der Gründer und Initiator der Band, Drummer Steve Gorman, einst auch Mitbegründer der jetzt schon legendären The Black Crowes, ausdrücklich betont. Zu den weiteren Mitgliedern der "Hippys" gehören neben Gorman der famose Bassist und Songwriter Nick Govrik, der als einer der meist beschäftigtsten Nashville Session-Gitarristen schon auf "Tausenden" von Studioalben zu hörende Saitenakrobat Tom Bukovac an der Lead Gitarre, der begnadete Keyboarder, Gitarrist und Sänger Jackie Greene, der u. a. bei den letzten Gigs der Black Crowes neben Rich Robinson die zweite Gitarre bediente, sowie die großartige Sängerin Joan Osborne, die nicht nur durch ihren ewig jungen Hit "One of us" bekannt wurde, sondern auch in der Jamrock-Szene einen großen Namen hat, vor allem durch ihre Live-Auftritte mit den restlichen Grateful Dead-Mitgliedern nach dem Tod von Jerry Garcia, The Dead. Was diese Fünf auf die Beine stellen, ist brillant. Sie sind ein Musterbeispiel dafür, wie aus 5 Individualisten, aus 5 genialen Einzelkönnern, ein ungemein stark harmonisierendes Ensemble werden kann. Die Truppe spielt wie aus einem Guss zusammen. Es wirkt, als stünden die schon seit Jahren gemeinsam auf der Bühne. Die Einflüsse und musikalischen Spuren sind sehr breit gefächert. Das geht natürlich von The Black Crowes über Gov't Mule, The Allman Brothers Band bis zur Tedeschi Trucks Band und den Hard Working Americans, aber auch von The Band, Little Feat, über Delaney & Bonnie und Marvin Gaye, bis hin zu Bonnie Raitt. Was die einzelnen Leute an ihren Instrumenten einbringen, ist bärenstark. Bukovac's Gitarrenspiel ist rau, saftig, erdig, fett, prägnant, Greene's Gitarrenspiel steht dem in nichts nach, wenngleich er sich zumeiste mit wundervollen Orgel-Ergänzungen einbringt, und die Rhythmus-Sektion ist einfach Weltklasse (Gorman zählt mit seinem John Bonham-kompatiblen Stil unter vielen Experten zu den besten Rock-Drummern der Gegenwart). Doch als ganz großes Kapital der Band muss auch der Gesang angesehen werden, Jackie Greene und Joan Osborne übernehmen gemeinsam den Lead Gesang, manchmal solo, oft abwechselnd innerhalb eines Stückes, manchmal zusammen im "Chorus". Beide singen fantastisch. Alles, Gesang und Musik, klingt ungemein inspiriert, voller Seele und Leidenschaft gleichzeitig, sehr groovy und hochgradig melodisch. Was verbreiten die nur für einen Spirit. Und die Brise des Südens weht allgegenwärtig. Los geht's mit dem famosen "Rise up singing", einem toll groovenden, bluesigen, southern-souligen Rootsrocker mit einem feinen "Swamp meets Motown"-Flair. Jackie Greene spielt eine bärenstarke Hammond Orgel und singt die Nummer im Duett mit Joan Osborne voller "Soul" und Hingabe. Tom Bukovac glänzt am Ende des Stückes mit einem glühenden, zündenden Gitarrensolo. Ein Mörder-Auftakt! Deutlich härter und rockiger wird's bei dem saustarken "Turpentine", Raue, bluesige Double Lead-Riffs zum Intro, dann entwickelt sich ein voller The Black Crowes- und The Allman Brothers Band-Inspiration steckender Jam-/Southern-/Rootsrocker, dem sicher auch die Gov't Mule- und Tedeschi Traucks Band-Klientel voller Begeisterung zuhören wird, wenngleich Trigger Hippy hier deutlich "tougher" agieren als Derek Trucks und Susan Tedeschi mit Kollegen. Bukovac und Greene liefern einen "brennenden" Saiten-Job mit tollen Soli ab. Track Nummer 3 ist die voller Soul steckende, traumhaft schöne Southern-Ballade "Heartache on the line", in Szene gesetzt in einem großartigen Gewand aus wohligen Orgel- und Gitarrenklängen, dazu mit hinreissendem Gesang von Osborne und Greene. Joan Osborne hat in ihrer gesamten Karriere noch nicht so "rau" und "soulful" geklungen wie hier. Da kann sogar eine Bonnie Raitt in Top-Form kaum mithalten. Was für ein Feeling! Was für ein wundervoller "Tennessee-/Kentucky-/Southern-Smell"! Bei den beiden folgenden Stücken rockt es wieder ordentlich. Das packende "Cave hill cemetary" kommt in bestem Gov't Mule-/Little Feat-Groove, sehr jammig, mit tollen Orgel-Fills und fetter Lead Gitarre und "Tennessee mud" ist ein voller Drive nach vorn gehender, knackiger Roots-/Southernrocker, der irgendwie an einen rauen John Hiatt und kraftvolle Lynyrd Skynyrd erinnert. So geht das bis zum Ende weiter. Die Band spielt auf einem unglaublichen Niveau. Hoffentlich bleibt diese Truppe noch lange zusammen. Nach diesem fulminanten Debut zu urteilen, scheint deren Potential schier unerschöpflich zu sein. Trigger Hippy werden mit ihrem Debut ohne jeden Zweifel bei den Jahresend-Rankings zu den besten Roots-/Southern-/Soul-/Jamrock-Releases 2014 ein gewaltiges Wörtchen mitreden. Brillant!

Das komplette Tracklisting:

1. Rise Up Singing - 5:04
2. Turpentine - 4:31
3. Heartache On The Line - 5:48
4. Cave Hill Cemetery - 4:19
5. Tennessee Mud - 5:31
6. Pretty Mess - 3:12
7. Pocahontas - 3:46
8. Dry County - 6:35
9. Nothing New - 3:14
10. Ain't Persuaded Yet - 5:38
11. Adelaide - 4:54

Art-Nr.: 8687
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

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Rise up singing
Turpentine
Heartache on the line
Cave hill cemetary
Tennessee mud
Pretty mess
Dry county

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Truth & Salvage Co. - same [2010]
The Black Crowes verpflichteten sie als Opening Act für ihre ausgedehnte 2009er U.S.-Tour. Zur Zeit touren sie mit den Avett Brothers und auch im Vorprogramm von Gov't Mule werden sie spielen. Sie verehren und lieben die Musik von The Band, The Allman Brothers Band und den Eagles. Ihre herausragende Musikalität und ihre grandiosen Live-Shows brachte Ihnen bei den Fans, der einschlägigen amerikanischen Fachpresse und vor allen Dingen auch bei den Musikerkollegen allergrößte Hochachtung ein. Nun endlich ist ihr Debutalbum da - und es ist nicht mehr und nicht weniger als ein kleines Meisterwerk geworden. Einfach herrlich! Die Rede ist von dem famosen, in North Carolina ansässigen Sextett Truth & Salvage Co., gegründet 2005 in Los Angeles, als sich die aus den verschiedensten Ecken der USA stammenden Musiker (Atlanta, New Orleans, Indianapolis, Tupelo, und aus diversen Nestern in Ohio) Bill Smith (Vocals, Drums), Scott Kinnebrew (Vocals, Guitars, Lap Steel), Tim Jones (Vocals, Guitars), Walker Young (Vocals, Piano, Organ), Adam Grace (Organ, Piano, Wurlitzer) und Joe Edel (Bass) spät in der Nacht zu einer spontanen Jam-Session im berühmten "Crane Tavern" zusammenfanden und sofort bemerkten, das sich da etwas ganz Besonderes entwickelte. Jeder der Jungs konnte bereits mit beachtlichen Referenzen aufweisen (ihre musikalische Vergangenheit verbrachten sie mit u.a. The Moldy Peaches, Old Pike, Jack Johnson, The Ben Folds Five, The Squirrel Nut Zippers und My Morning Jacket), doch erst diese Nacht liess etwas zusammenkommen, was man heute als einen regelrechten Segen für die amerikanische Rootsrock-Musik bezeichenen darf, ja muss. Produziert von Black Crowes-Frontmann Chris Robinson wirkt ihr Album wie ein wunderbares, von viel Southern-Flair und einem unterschwelligen Jam-Feeling begleitetes, überaus erfrischendes, spiellfreudiges "early '70s" Roots-/Countryrock-Relikt, dessen herrliche Songs genüsslich zwischen californischer Westcoast-Leichtigkeit und dem "Southern-Smell" der "Mountains of North Carolina" hin und her pendeln. Die Band verfügt über nicht weniger als 4 erstklassige Lead-Sänger (und Songwriter), deren vollendeter (Harmonie)Gesang immer wieder in bester Eagles- oder Crosby, Stills, Nash & Young-Manier die warme Brise eines goldenen californischen Sommers vermittelt. Die Arrangements aber vebinden diese angenehme Westcoast-Mentalität auf völlig natürliche Art und Weise mit dem Duft des Südens. Wie gesagt, sie verneigen sich deutlich vor ihren Helden von The Band, The Allman Brothers Band und den Eagles, doch ihre Musik deutet auch immer wieder auf eine gewisse Seelenverwandschaft zu solchen Leuten wie Gram Pasrsons, rootsige, nicht so intensive The Black Crowes, The Marshall Tucker Band, Neil Young, The Jayhawks, Grateful Dead und, um mal einen aktuellen Act zu nennen, der ebenfalls hinreissenden The Band Of Heathens hin. Trotz viel Abwechslung und großer instrumenteller Vielvalt läuft das Album wie aus einem Guß durch. Das Songmaterial ist vom Allerfeinsten und lässt von der ersten Sekunde an die immense individuelle Klasse der Musiker, wie auch die der Band als Kollektiv, erkennen. Und diese Melodien - herrlich! Überaus eindrucksvoll demonstriert dies die Truppe gleich mit dem überragenden Opener "Hail Hail", einem traumhaften Westcoast-Rootsrocker, durch den ein wohl duftender Hauch des Südens zieht. Satte E-Gitarren-Riffs, eine tolle Hintergrund-Begleitung von unauffälligem, aber sehr effektivem Klavier- und Orgel-Spiel, wundervoller Harmonie-Gesang und ein entspannter, dennoch würziger Midtempo-Groove ergänzen sich zu einem schönen, satten, frischen Sound, der die nötige Portion "Roots-Grit" intus hat. Ein absoluter Volltreffer zum Start. Und die Jungs legen lässig nach: Locker, wieder sehr melodisch und mit tollen Harmonies geht's auch bei dem rootsigen "Call back" zu. Erneut so eine Nummer, die sofort ins Ohr geht. Entspricht von der Instrumentierung in etwa dem Eröffnungsstück, vermittelt dabei aber ein dezentes, verspieltes Cruise- und Jam-Flair. Phantastisch! Was dann folgt, ist der pure Zauber californischen Countryrocks: "Welcome to L. A." ist der passende Titel dieser genauso flotten, wie knackigen Nummer, die wie eine erfrischende Mischung solch Generationen-übergreifender Künstler wie Gram Parsons, Poco, The Jayhawks und The Band Of Heathens rüberkommt. Tolle E-Gitarren-Begleitung, eine hinreissende Melodie, herrliches California Countryrock-Feeling, dazu die richtige Dosierung würzige Roots-Elemente - ein wahrer "Killer"-Song! Feinste Wurlitzer-Klänge, großartiger Gesang, eine klasse Melodie und rootsige E-Gitarren bestimmen das folgende "Heart like a wheel", ehe prächtige, lockere, southern-rooted (Twin)E-Gitarren-Licks in bester Allman Brothers-Manier den wundervollen, von jeder Menge Southern-Spirit begleiteten, flotten Rootsrocker "See her" einleiten. Klasse E-Gitarren-Linien, inklusive eines schönen Solos und ein lockerer, aber würziger Drive im Zentrum des Songs verstärken dieses Flair des Südens, hinterlassen aber gleichzeitig ein paar Jam-Spuren der Westcoast-Ikonen von The Grateful Dead. So geht das mit einem super Song nach dem anderen weiter, bis das Album schließlich mit dem traumhaften "Pure mountain angel" ausklingt: Eine entspannte, wunderschöne, von wohl duftendem Southern- und Appalachian Mountain-/Country-Flair durchzogene Americana-/Roots-Nummer, die sich mit ihrer unwiderstehlichen Natürlichkeit noch einmal tief in unseren Gehörgängen einnistet. Die ersten 3 Minuten wird der exzellente Lead- und Harmonie-Gesang, der dieses Stück geradezu Gänsehaut-mässig dominiert, ausschliesslich von einem toll klingenden Klavier begleitet, ehe dann doch noch einmal die komplette Band mit u. a. knackigem Schlagzeug und beherzter E-Gitarre einsetzt. Grandios! Truth & Salvage Co. hinterlassen in der Rootsrock-Szene eine ähnlich markante Duftmarke, wie es vor einiger Zeit die oben erwähnte The Band Of Heathens tat. Meisterhafter amerikanischer Rootsrock mit Bezügen zum Southern-, Jam- und Countryrock voller zeitloser Substanz! Im Genre-bezogenen Jahresend-Ranking der besten Veröffentlichungen 2010 wird dieses famose Werk ohne Zweifel eine dominierende Rolle spielen. Kommt im übrigen in einer großartigen, raffinierten, nach verschiedenen Seiten, 4-fach aufklappbaren Digipack-Verpackung.

Das komplette Tracklisting!

1 Hail Hail - 3:46   
2 Call Back - 3:10   
3 Welcome to L.A. - 3:55   
4 Heart Like a Wheel - 3:12   
5 See Her - 3:33   
6 Old Piano - 4:35   
7 101 - 3:18   
8 Jump the Ship - 3:41   
9 She Really Does It For Me - 3:20   
10 Rise Up - 4:39   
11 Brothers, Sons & Daughters - 4:22   
12 Pure Mountain Angel - 4:35

Art-Nr.: 7031
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hail Hail
Call back
Welcome to L. A.
See her
101
Rise up
Brothers. sons & daughters

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Uncle Lucius - and you are me [2012]
Uncle Lucius - mal wieder eine wunderbare Band aus Texas, genauer gesagt ein gewaltig funkelnder, musikalischer Rohdiamant aus Austin mit einem geradezu umwerfenden Album. "And you are me" ist das zweite Studiowerk des Quintetts um den fabelhaften, überaus ausstrahlungsstarken Frontmann Kevin Galloway (lead vocals, rhythm guitar), mit dem die Band ohne jeden Zweifel auch weit über die Grenzen ihres Heimatstattes hinaus für ordentlich Furore sorgen dürfte. Uncle Lucius sind im Grunde genommen eine ungemein würzige, rau und erdig zur Sache gehende, voller Herz und Seele agierende, leidenschaftliche Rootsrock-Truppe. Doch dieser Rootsrock, den sie spielen, ist ungemein abwechslungsreich und wird von einer sehr hohen, eigenen Identität bestimmt. Einerseits schön retro, andererseits durchaus modern, verschmelzen sie klassischen, traditionellen American Rock'n Roll mit einem schönen Southern Rock-Feeling, ein wenig Soul, Blues, R & B, einem Hauch von 60's Psychedelic, Wüstenrock- und Countryrock-Anlagen, sowie einer hingebungsvollen Spielfreude mit schönen Instrumentalpassagen, die ihnen auch in der Welt des Jamrocks großen Respekt einbringen wird. Zuweilen kommt es einem vor, als sei die Truppe aus einer gemeinsamen, imaginären Session der Doors, der Rolling Stones, der frühen The Black Crowes, der Drive-By Truckers, The Band Of Heathens und den modernen Black Keys hervorgegangen. Hört sich verrückt an, funktioniert aber grandios und klingt einzigartig. Alle in der Band sind großartige Musiker. Neben Galloway sind das noch Michael Carpenter (lead guitar, vocals), Jon Grossman (keyboards, vocals), Hal Vorpahl (bass, vocals) und Josh Greco (drums). Neben Galloway sind bei dem ein oder anderen Song auch mal seine Mitstreiter Carpenter, Grossman und Vorpahl als Lead-Sänger zu hören, was zeigt, dass die Truppe nicht nur über hervorragende Instrumentalisten, sondern auch über exzellente Sänger verfügt. Zudem hat man jede Menge Live-Erfahrung, (man tourte die vergangenen 3 Jahre nahezu ohne Pause kreuz und quer durch die Staaten), was nachhaltig in dem vorzüglichen Zusammenspiel zur Geltung kommt. Die durchweg sehr starken Songs bauen auf Grund ihrer Vielfalt jederzeit einen hohen Spannungsbogen auf. Los geht's mit dem großartigen "Set ourselves free", einem jammigen, prächtig groovendem Rootsrocker mit einem klasse Blues- und Retro-Psychedelic-Flair. Baut einen tollen Boogie-Rhythmus aus Bass und markanten Drums auf, dazu kommen dreckige E-Gitarren-Riffs und ein paar dezente, aber für die Kraft des Songs überaus bedeutende Bläser-Fills (einige Gastmusiker, die bei 2 bis 3 Stücken für zusätzliche "Hitze" sorgen). Großartig Kevin Galloway's ausdrucksstarker Gesang und die prächtigen Gitarrenläufe und -soli von Michael Carpenter. Jefferson Airplane und die Door treffen auf The Black Crowes - so irgendwie kann man sich das vorstellen. Dann das saustarke "Pocket full of misery", ein erdiger, kochender Rootsrocker mit einem leichten Stones-Groove, aber auch viel Southern-/Swamp-Schwüle. Erneut hören wir prächtig eingesetzte E-Gitarren und ein paar exzellent und sehr Song-dienlich eingesätzte Bläser-Ergänzungen. Auch die Melodie bleibt prima hängen. Bei dem wunderbaren "Willing wasted time" trifft ein unterschwelliges, Beatles-kompatibles Retro British-Flair auf staubtrockenen Wüstenrock. Wir erleben ein tierisches Zusammenspiel aus dominierenden E-Gitarren, inkl. großartigem Solo am Ende, mit sehr schön harmonierendem Piano-Geklimper. Einzigartig auch die herrliche, sehr melodische, von einem hinreissenden Wüsten-/Ghost Town/-Psychedelic-Feeling begleitete, lockere Americana-/Countryrock-Nummer "Keep the wolves away". Basierend auf schönen Acoustic-Gitarren und einem Akkordeon-ähnlichen Keyboard schlängeln sich traumhafte Baritone- und Lead-Gitarren-Hooklines durch den Song, der einen regelrecht gefangen nimmt. Im Gegensatz dazu steht dann beispielsweise wieder der gewaltig groovende, jammige, mit einem Southern-mässigen Boogie-/Roadhouse-/Swamp-Feeling ausgestattete Rocker "Somewehere else", der zum einen mit gewissen Honky Tonk-Bezügen glänzt, zum anderen in einigen Passagen eine deutliche Nähe zu Little Feat und The Allman Brothers Band offenbart. Schwer rockende, fette Riffs und ausgedehnte, psychedelische Jammings mit tollen Gitarren-, Klavier-. Orgel-, und "verlorenen", hintergründigen Bläser-Momenten bestimmen das packende "There is no end", ehe das Album mit der wundervollen Ballade "I am you" (ausgedehntes, herrliches Gitarrensolo, viel Southern-/Psychedelic-/Jam-Flair) noch einmal ein ganz großes, finales Highlight zu bieten hat. Produziert hat das Werk im übrigen der im Genre hoch gehandelte R.S.Field (u.a. Webb Wilder, Billy Joe Shaver, Sonny Landreth, Buddy Guy, John Mayall, Justin Townes Earle, Allison Moorer, um nur einige zu nennen)! Uncle Lucius sind eine hoch talentierte, fantastische Band, denen mit "And you are me" ein meisterlicher Wurf gelungen ist. Von dieser Truppe wird in Zukunft noch einiges zu berichten und viel mehr zu hören sein. Großartig! "Austin's hottest new band", heisst es in einem amerikanischen Review. Dem ist nichts hinzuzufügen...

Das komplette Tracklisting:

1. Set Ourselves Free - 4:17
2. Pocket Full of Misery - 3:27
3. Rosalia - 3:28
4. Willing Wasted Time - 4:17
5. Keep the Wolves Away - 4:35
6. Somewhere Else - 4:24
7. All We’Ve Got is Now - 5:15
8. New Drug - 3:50
9. Just Keep Walking - 4:44
10. There is No End - 6:41
11. I Am You - 6:25

Art-Nr.: 7905
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Set ourselves free
Pocket full of misery
Willing wasted time
Keep the wolves away
Somewhere else
There is no end
I am you

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Vintage Trouble - 1 hopeful rd. [2015]
Bärenstarkes, erst vor 5 Jahren in Los Angeles gegründetes Quartett um den grandiosen Sänger Ty Taylor (was hat der Kerl für eine tolle Stimme - wie eine "Modern Day Otis Redding") und den ebenso starken Gitarristen Nalle Colt, die im Moment in der Rock-Landschaft für mächtig Furore sorgen. Die Band spielt, wie sollte es bei diesem Namen auch anders sein, eine Musik, die an eine Zeit erinnert, in der noch die guten alten Vinyl-Platten das Geschehen bestimmten, und zwar eine mitreissende Kombination aus Classic Rock, Bluesrock und R & B, mit der Essenz der Sechziger-/Siebziger-Jahre Soul-Bewegung. So wurde ihr Sound schon als so etwas wie "Led Zeppelin fronted by James Brown" bezeichnet, dann werden sie mit einer Kreuzung aus den Rolling Stones, den Animals und dem bereits erwähnten Otis Redding verglichen - alles stimmt sicher irgendwie, doch Vintage Trouble haben längst ihre eigene Identität zwischen all den genannten Einflüssen gefunden. Tatsache ist, dass es wohl kaum eine andere Band gibt, die in ihrem bluesig fundamentierten Rock dermaßen viel Soul integriert. Eine faszinierende Kombination voller Vitalität, voller Feuer und voller Inspiration, Emotionalität und Seele. Ihre fulminanten Live-Shows sind hinlänglich bekannt. Gov't Mule's Frontmann Warren Haynes ist ein begeisterter Fan der Band, was längst darin mündete, dass Vintage Trouble schon etliche Shows mit dem "Maultier" zusammen gespielt haben. Unlängst machte die Band als Opener für AC/DC bei deren "Rock or Bust"-Tour auch hierzulande auf sich aufmerksam. Keine Frage, die Truppe steht, vollkommen zu Recht, zur Zeit voll im Rampenlicht. Gleich das Eröffnungsstück ist eine "Hammer"-Nummer. "Run like the river" heisst der Track, ein mächtig stampfender, Energie-geladener, sehr Southern-getränkter, fetter Swamp-/Bluesrocker, vollgepackt mit gewaltig rührenden, massiven Slideguitar-Riffs. Klingt ungemein "soulful", mit einem tollen Drive und Groove. Ty Taylors Gesang ist phänomenal stark - das gilt, wie gesagt nicht nur bei diesem Stück, sondern generell. Dann schlägt der Soul voll durch. "From my arms" ist eine voller Gefühl steckende, wunderbare Retro Soul-Rock-Ballade mit einer großartigen Melodie und fein akzuentiert eingestreuten, großartigen Gitarren-Licks. Man fühlt sie regelrecht, diese Inspiration. Baumstark auch der locker lässige, erneut herrlich groovende und melodische Midtempo-Soul von "Doin' what you were doin'", der straighte, knackig satte, Seventies-based Riff-Rocker "Angel City, California", der mit einem tollen Rhythmus unterlegte und starken Gitarren-Licks in Szene gesetzte, nostalgische Soul-Blues "Shows what you know", der schöne, wieder sehr nostalgische Retro-Shuffle "Before the tear drops", die ruhige Soul-Ballade "Soul serenity" oder der furiose, soulful Retro Classic Rock-Knaller "Another baby". "1 hopeful rd", im übrigen produziert von Don Was, ist allerfeinster, von 4 ganz exzellenten Musikern präsentierter, ungemein lebendiger Classic-/Blues-/Soul-Rock vom Allerfeinsten. Vintage Trouble transportieren die Musikhistorie einer großen, vergangenen Ära überaus stilvoll, mit viel Authentizität und noch mehr Können und in die heutige Zeit. Ganz groß!

Das komplette Tracklisting:

1. Run Like The River - 3.39
2. From My Arms - 3.01
3. Doin What You Were Doin' - 4.02
4. Angel City, California - 2.54
5. Shows What You Know - 4.12
6. My Heart Won't Fall Again - 3.21
7. Another Man's Words - 4.50
8. Strike Your Light - 3.26
9. Before The Tear Drops - 3.25
10. If You Loved Me - 3.24
11. Another Baby - 2.35
12. Soul Serenity - 3.57

Art-Nr.: 8949
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Run like the river
From my arms
Doin' what you were doin'
Angel City, California
Shows what you know
Before the tear drops
Another baby

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Virgil & the Accelerators - the radium [2011]
"The Radium" ist das Debutalbum von einer der aufregendsten und vielversprechendsten, jungen Bands des Gitarren Bluesrock-/Classic Rock-Circuits: Virgil & the Accelarators aus Großbritannien. Eine phänomenale, blutjunge Truppe mit einem "Monster-Guitarslinger", die dermassen stark und "abgebrüht" auftrumpft, als seien sie schon zig Jahre im Geschäft. Dabei sind sie alle gerade mal um die 20. In etwa bewegen sich Virgil & the Accelerators auf dem Terrain, das aktuell auch Davy Knowles & Back Door Slam und vor allem The Brew beackern - und das mindestens auf dem gleichen, unglaublich hohen Niveau. Die einschlägige Presse liegt ihnen jetzt schon zu Füßen und Fans, die ihre Konzerte gesehen haben, bekommen, überwältigt von den Eindrücken des gerade Erlebten, meistens nur noch ein staunendes, schlichtes "I'm speechless" heraus. Klassischer Blues und Rock verschmelzen sich bei der Band in einem recht ausgewogenen Verhältnis, vielleicht mit leichten Tendenzen in Richtung Rock. Doch der Blues ist allgegenwärtig. Ihre Musik strotzt nur so vor Kraft, Power und Spielfreude. Sie hat ein deutliches, in den Seventies fundamentiertes Retro-Basement, wirkt dabei aber dennoch aif der Höhe der Zeit. Auf Grund der exzellenten Songstrukturen und einer stets ausgezeichneten Melodik, bleibt das Zeug prächtig hängen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Musiker die entsprechenden handwerklichen Voraussetzungen mitbringen - und das tun sie. Ihre formadiblen Fähigkeiten sind über jeden Zweifel erhaben. Virgil's Bruder Gabriel McMahon (18) am Schlagzeug (der Bursche bedient seine "Schießbude" zuweilen wie ein Irrwisch - der junge Keith Moon kommt einem sponatn in den Sinn) und Bassist Jack Timmis (21) zeichnen für die großartige, tighte Rhythmusarbeit verantwortlich (Timmis sorgt zum Teil auch für einen, den dominierenden Gitarrensound wunderbar unterstützenden Orgel-Background). Sie bereiten damit die Grundlage für die große Entfaltung ihres herausragenden Frontmannes Virgil McMahon (19). Virgil besticht nicht nur mit einer eindrucksvollen Gesangs-Performance, nein, er ist vor allen Dingen ein sagenhafter Gitarrist. Ein "Wunderknabe" an den 6 Saiten. Tolle, packende Riffs, ein wahres Lead Gitarren-Feuerwerk und fantastische Soli in allen Variationen, dazu viel Gefühl - es gibt nichts, was dieser Bursche nicht drauf hat. Er braucht sich nicht im Geringsten hinter den Großen der Szene, wie z. B. Joe Bonamassa, zu verstecken. Der Kerl ist ein Saitenhexer par excellénce. Er selbst scheint beeinflusst von solchen Leuten wie Rory Gallagher, Peter Green, Jimmy Page, Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan und Gary Moore, in der Musik findet man zudem durchaus Spuren solcher Helden wie Cream, Free, Led Zeppelin, Rolling Stones und Robin Trower. Doch mit wem man Virgil und seine Accelerators auch vergleicht - einerseits passt es, andererseits haben sie längst ihren eigenen Stil gefunden. Los geht's mit dem famosen "Working man": Ein 1-minütiges Intro an der akustischen Gitarre eröffnet die Nummer, doch dann rockt die Band mit einem wunderbaren, unvergleichlichen, einen sofort packenden Groove los. Ein bärenstarker Bluesrocker nimmt Fahrt auf, der sofort das gane Potential der Band aufzeigt. Was für eine exzellente Gitarrenarbeit. Das ist zeitloser, kraftvoller Bluesrock zum "mit der Zunge schnalzen". Mit viel Power und durchaus hart kommt der raue, straighte Riffrocker "Backstabber" daher, der aber gleichzeitig prächtig ins Ohr geht. Toller, intensiver Gesang von Virgil und ein paar prickelnde Gitarrenritte sorgen für jede Menge Feuer. Von ähnlichem Kaliber sind auch die viel Dynamik entfaltenden Kracher "Bad girl" und "Cold hearted woman". Ganz stark auch das toll groovende "Low down and dirty" Startet zunächst mit wuchtigen, wunderbaren, stark an Paul Rodgers' Free erinnernden Power-Riffs und mündet schließlich in einer brillanten, mitreissenden, gut 3-minütigen, ungemein variabel gestalteten Gitarrenschlacht, die sich anhört, als sei eine ganze Armee von Gitarristen am Start. Furiose Lead-Läufe, brodelnde Wah Wah-Sequenzen, spannende Tempowechsel und herrliche Twin-Leads - es ist alles dabei. Eine Hammer-Nummer! Sehr stark auch der klar strukturierte, bluesige, von wunderbar groovenden Riffs geprägte Seventies Classic-Rocker "88", bei dem der Funke erneut sofort überspringt. Tolle Melodik, erstklassiger Gesang, fulminantes Gitarrenspiel, glühende Soli! Zum Ende dieses fantastischen Albums holt Virgil McMahon nochmal alles raus, was er drauf hat. "Silver giver" ist ein von Virgil's Gitarrenspiel dominiertes, wunderschönes Instrumental. Ein hinreissender Slow-Blues, weitestgehend recht ruhig in Szene gesetzt, im Verlauf aber deutlich an Kraft zunehmend, um gegen Ende wieder in ruhigere Gewässer zurück zu finden. Virgil begeistert während der knapp 9 Minuten dieser Nummer mit geradezu faszinierendem Gitarrenspiel. Er demonstriert seine grenzenlose Variabilität und Virtuosität, seine umwerfende Technik, seine Fingerfertigkeit, sein immenses Feeling. Schön hier die dezente Orgel-Untermalung. Was für ein toller Abschluß dieses brillanten Albums. "Play it loud and enjoy" empfehlen die Jungs ihren Fans im Coverbooklet. Oh ja, dem sollte man umbedingt folgen. Bringt den Lautstärke-Regler auf einen amtlichen Pegel, und ihr werdet eure helle Freude haben. "Virgil & the Accelerators will blow you away"...

Das komplette Tracklisting:

1. Working Man 6:35
2. Refuse To Believe 3:24
3. Backstabber 3:02
4. 88 3:54
5. Racing With Life 3:57
6. The Storm 2:39
7. Low Down And Dirty 6:16
8. Bad Girl 2:56
9. Fell To The Floor 4:38
10. Cold Hearted Woman 3:40
11. Silver Giver 8:49

Art-Nr.: 7832
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Working man
Backstabber
88
Low down and dirty
Bad girl
Cold hearted woman
Silver giver

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Whigs, The - enjoy the company [2012]
Neues, ganz vorzügliches Album dieser großartigen Truppe aus Athens/Georgia! Klangen die Whigs bislang eher ein wenig alternativ und Indie-mässig, so sind sie mit ihrem neuen Werk, dem ersten auf dem etablierten Roots-Label "New West", endlich "erwachsen" geworden und weitestgehend von der "aufmüpfigen" College Band zum absolut ernst zu nehmenden "Contemporary Rock-Act" gereift, der nun mit herrlichen, erfrischenden und melodischen Songs punktet. Und wie! "Enjoy the company" ist ein wunderbares, sattes, geradliniges Gitarren Rock-, Power Pop-, Roots Rock-, Retro Rock-Album geworden, vollgepackt mit zündenden, straighten Songs, die sofort hängen bleiben und einem zum Teil nicht mehr aus den Ohren gehen wollen. Der Gitarrensound ist wunderbar transparent und saftig. Großartig die spürbaren, ihrer Herkunft aus Georgia geschuldeten (New)Southern Rock-Einflüsse, wie auch das zuweilen so ungemein erfrischend wirkende Westcoast-Flair, der hin und wieder aufkommende. dezente Grunge-Touch, sowie die exzellenten Retro Sixties Rock- und Psychedelic-Bezüge. Die Whigs kombinieren all das zu einem prächtigen, kraftvollen, tighten, straighten Songmaterial, genauso simpel (das meinen wir ausdrücklich positiv), wie spannend. Es scheint fast so, als rührten die Jungs jeweils ein paar Zutaten solcher Bands wie Drive-By Truckers, Kings of Leon, My Morning Jacket, The Replacements, Cheap Trick und The Who zu einem genauso powernden wie melodischem, erfrischendem, ganz eigenen Elixier zusammen, das eben ausschließlich nach The Whigs klingt. Macht jedenfalls tierisch Laune! Der grandiose Eröffnungstrack, das über 8-minütige "Staying alive" beispielsweise, ist ein toller, satter, geradeaus gespielter Gitarren Riff-Rocker voller Power und mit einer sofort ins Ohr gehenden Melodie. Rockt gewaltig. Die Gitarren machen richtig Dampf. Dazu schleicht sich durch den Song ein herrliches, nostalgisches Retro-Feeling, vornehmlich ausgelöst durch Frontmann Parker Gispert's exzellenten, hier ganz dezent halligen Gesang. Stark auch die ab dem Break installierten Bläser, die dem Song noch mehr "Schmackes" verkeihen. Im zweiten Teil dann plötzlich kommt es zu einem teils durchaus melodischen, teils aber auch richtig lärmigen Grunge-Jamming, ehe die Nummer zum Schluß wieder ein wenig "braver" ausklingt. Klasse! Die übrigen Songs sind deutlich kompakter arrangiert, dabei aber nicht minder stark. "Tiny treasures" beispielsweise ist eine richtige "Hammer"-Nummer. Kommt fast wie ein dreckiger, satter Gitarren Wüsten-Rocker mit einem gewissen Sixties Westcoast Psychedelic-Flair rüber, angetrieben von einem kraftvollen Drumming und fetten Riffs, besticht während des Refrains dann aber mit einer ungemein harmonisch und melodisch (die ganze Nummer glänzt mit einer tollen Melodie) eingesetzten, glasklaren Pedal Steel Guitar. Rootsig, rockig, retro und doch so erfrischend. Das müsste eigentlich ein Riesen-Hit im Rock-Radio werden. Tolle Nummer! Als träfen Jefferson Airplane auf Tom Petty, My Morning Jacket und die Kings of Leon. Super auch das etwas zum Verschnaufen eingebaute, sehr schöne "After dark", ehe mit "Rock'n Roll forever" wieder richtig die Post abgeht. Ist laut, "scheppert" ordentlich (dennoch absolut melodisch) und klingt damit fast wie eine Hommage an Pete Townshend's The Who. Ählich gelagert ist auch das abschließende, wunderbar zwischen laut und leise hin und her schwankende "Ours", zumal Drummer Julian Dorio seine "Batterie" wie einst Keith Moon maträtiert. The Whigs sind eine ganz großartige Truppe mit einem saustarken Album! Erfrischender "Rousing Rock'n Roll" mit einm Schuß Southern-, Roots-, Psychedelic-, und Retro-Feeling. "Turn it loud and have fun"! Wie gesagt, diese "Mugge" macht tierisch Laune!

Das komplette Tracklisting:

1. Staying Alive - 8:15
2. Gospel - 2:39
3. Tiny Treasures - 2:32
4. Summer Heat - 3:42
5. After Dark - 4:00
6. Waiting - 3:33
7. Couple of Kids - 3:13
8. Thank You - 2:17
9. Rock and Roll Forever - 2:49
10. Ours - 4:15

Art-Nr.: 7954
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Staying alive
Tiny treasures
Summer heat
After dark
Rock and Roll forever
Ours

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Willis, Kelly - back being blue [2018]
Nach zwei, ohne Zweifel, hervorragenden Alben mit Ihrem Gatten Bruce Robison, kommen die vielen Fans von Kelly Willis nach 11 langen Jahren endlich einmal wieder in den Genuß eines eigenen, eines Solo-Albums von ihr. Das Warten hat sich gelohnt, denn die Texanerin mit der charismatischen, von einem so einzigartigen Wiedererkennungswert geprägten Stimme begeistert auf der ganzen Linie. Basierend auf ihren durchaus traditionerllen Countrywurzeln offeriert sie uns ein herrlich lockeres, vereinzelt dezent nostalgisch angehauchtes, aber gleichzeitg sehr zeitgemäßes und erfrischendes, rootsiges Alternate Country-/Americana-Album, teils, und das ist alles andere als negativ gemeint, mit leichten Pop-Bezügen und vielseitigem, abwechslungsreichem, großartigem Songmaterial. 6 der 10 Tracks stammen aus Kelly's Feder, die übrigen 4 sind Coverversionen (z.B. eine prächtig Country-swingende Fassung der alten Skeeter Davis-Nummer “I’m A Lover (Not A Fighter)”, bzw. Fremdkompostionen (hier ist besonders das fantastische, von Rodney Crowell geschriebene "We'll do it for love next time" zu erwähnen, eine herrlich lockere, im typischen Crowell-Stil gehaltene, sehr melodische, rootsige Midtempo Country-/Americana-Nummer mit klasse Mandolinen-Begleitung und feinem E-Gitarren-Solo). Ganz stark ansonsten beispielsweise der von einem feinen, unterschwelligen Fifties-/Sixties-Flair durchzogene, sofort hängen bleibende Opener "Back being blue" (schöner, nostalgischer Rhythmus, klasse E-Gitarren, inkl. starkem Solo), die von wunderbare Fiddle und Mandoline eingerahmte, lockere, sehr traditionell verwurzelte (Alternate)Countrynummer "Fool's paradise" (tolles, kleines Instrumentalbreak in der Mitte mit Fiddle, Mandoline und Gitarre), die rockig rootsige, mit einem klasse Gitarren-Drive angetriebene Uptenpo Americana-Nummer "Modern world", die wunderschöne, entspannte, wieder absolut traditionell gehaltene, mit toller Fiddle und feinem Dobro begleitete, exquisit vorgetragene Countrynummer "Freewheeling", das lockere, dennoch flotte, sehr frische "Afternoon's gone blind" (ganz starke Fiddle-/Gitarren-Begleitung), wie auch der leicht soulig, bluesig und funky angehauchte, schön grrovige, mit starken Gitarren in Szene gesetzte, Roots-/Americana-Finaltrack "Don't step away". Kelly Willis ist wieder einmal in Top-Form! Begleitet wird sie von ganz exzellenten Musikern, wie z.B. Eleanore Whitmore aus der Band von Steve Earle (fiddle, mandolin, strings, harmony vocals), Son Volt's Mark Spencer (guitars), Geoff Queen (pedal steel, guitars, dobro), Trevor Nealon (keyboards) und Joshua Blue (drums). Produziert hat Gatte Bruce Robison. Die Wartezeit war eigentlich viel zu lange, doch jetzt werden die vielen Fans von Kelly Willis auf's Schönste versöhnt. Eine prächtige Vorstellung von "Alternative Country's golden goddess"!

Das komplette Tracklisting:

1. Back Being Blue - 3:48
2. Only You - 2:38
3. Fool's Paradise - 3:19
4. Modern World - 2:27
5. Freewheeling - 2:40
6. Afternoon's Gone Blind - 3:17
7. What the Heart Doesn't Know - 2:42
8. I'm a Lover (not a Fighter) - 3:03
9. We'll Do It for Love Next Time - 3:12
10. Don't Step Away - 4:22

Art-Nr.: 9628
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Back being blue
Fool's paradise
Modern world
Freewheeling
Afternoon's gone blind
We'll do it for love next time
Don't step away

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Wolfe - delaware crossing [2003]
Welch eine Gitarren-Pracht! Wie soll man es nun bezeichnen? Als Bluesrock, rocking Blues, High Energy Gitarren Retro-Rock, Jam-Rock?... - egal, auf jeden Fall ist es ROCK, und zwar gewaltiger Rock! Ein phänomenales Gitarren-Rock-Gewitter auf allerhöchstem Niveau. Ehrlich, schweißtreibend, von bestechender musikalischer Brillanz! "Delaware crossing" ist nach einer Live-Scheibe und dem Studiodebut von 2001 das dritte Album des Bluesrock-Quartetts Wolfe um den begnadeten Gitarren-Hexer Todd Wolfe, der seine Sporen zwischen 1993 und 1998 als Lead-Gitarrist in Sheryl Crow's Band verdiente. Doch, wie gesagt, es ist weit mehr als "nur" Bluesrock. Mit beachtlicher Selbstverständlichkeit und ausgesprochener musikalischer Klasse baut er eine Brücke, die die legitime Verbindung zwischen einem frühen Eric Clapton, klassischem Texas-Bluesrock, den Black Crowes, den Allman Brothers und den Jam Rock-Intentionen der heutigen Gov't Mule herstellt. Wolfe sind tatsächlich so variabel, wie sich das anhört. Das klingt mal nach Hendrix, mal nach Clapton, da hören wir Stevie Ray Vaughan inspirierte Läufe oder Stones-Riffs, klassischer anglo-amerikanischer Rock ist allgegenwärtig, genauso wie Blues-Licks ala Buddy Guy, dazu herrliche Heartland-Rock-Passagen, ungemein viel Jam-Feeling, weiches Dickey Betts-like Gitarrenspiel und jede Menge Southern-Rock-Esprit ala Allman Brothers oder Gov't Mule, großartige Swamp-Delta-Blues-Tupfer, bis hin zu rasantem Boogie-Rock. Verrückt! Dabei hat Wolfe soviel Potential und eigene Ideen daß die erwähnten Größen sich schon mal ganz artig verneigen dürfen. Er ist mit Herz und Seele dabei. Und was er auf der Gitarre zaubert, ist unglaublich. Da brennen die Saiten. Ein fulminantes, inspiriertes, fingerfertiges, dampfendes Solo jagt das nächste. Spielfreude pur! Doch diese herzhaften, gewaltig rockenden, außerordentlich versierten Gitarrensalven sind nicht alles, denn Todd Wolfe ist darüberhinaus ein prächtiger Sänger voller "Soul" in der Stimme und hat zudem eine erstklassige Backing-Band im Rücken. Alles paßt zusammen. Dazu perfektes Songwriting. Die Songs sind immer kompakt, niemals verliert man sich in orientierungslosem Gedudel. Alles hat Hand und Fuß! Schwächen sucht man auf "Delaware crossing" vergeblich. 68 Minuten lang zeigen die Musiker ihre ganze Extra-Klasse. Ein paar Beispiele: Ein sattes Wah-Wah-Feuerwerk und rauchende Texas-Blues-Riffs mit mächtig antreibenden Drums bringen Musiker und Zuhörer gleich bei dem kochenden Opener "Stranger blues" auf die amtliche Betriebstemperatur. Glühende, laute Gitarrensoli besorgen den Rest. Ein Hammer-Track zum Anfang! Weiter geht's mit dem staubtrockenen bluesigen Heartland-Rocker "No returns, no exchanges", der mit viel Drive, herzhaften Gitarrenläufen und einer gediegenen Portion Desert- und Southern-Flair erneut auf der ganzen Linie überzeugt. Dann mit "See what love can do" eine wunderbar entspannte Version dieses Jerry Williams-Klassikers, an der sich auch schon mal Clapton auf seinem "Behind the sun"-Album versucht hat. Doch dazwischen liegen musikalische Welten zugunsten der Version von Wolfe. Herrlich, wie gefühlvoll er diese Nummer rüberbringt, wunderbar dieses dezente Southern-Feeling, die weichen Dickey Betts-like E-Gitarrenläufe und das Zusammenspiel mit dem swampigen Dobro. Krachenden Power-Rock voller Stones-Riffs, mit Blues Traveler's John Popper als Gast, der eines seiner verrückten Mundharmonika-Soli beisteuert, dröhnt bei "Tumblin' down" aus den Boxen, "One last love" ist eine herrliche Blues-Ballade mit einem gepflegten Schuß Southern-Soul, "Black hearted woman" klingt nach einer prächtigen Groove-Kombination aus Hendrix und Cream, und das über 9-minütige "Love gone bad" läßt einen nun endgültig mit staunendem, offenen Mund zurück. Was für eine dreckige, brodelnde Bluesrock-Nummer. Ein über 6-minütiges Gitarren-Höllenritt von Wolfe, bei dem die Bandbreite von lauten, glühenden Passagen über lässiges Spiel, bis wieder zu einem fulminanten Finale reicht. Herrlich auch die wunderbare 7-minütige "Wolfe jam", eine Live-Aufnahme aus Allentown, die wie die Allman Brothers zu ihren besten Zeiten klingt, und der Boogie Knaller "Crowded in my soul", der, voller Southern-Esprit, auch von Molly Hatchet zu deren besten Tagen stammen könnte. Usw., usw.! Ein unglaublich variables, krachendes und dampfendes Bluesrock-/Rock-/Gitarren-Spektakel mit viel Jam-Flair und einer Menge Southernrock-Feeling, kantig und ständig die musikalischen Grenzen auslotend. Die Jungs rocken und grooven, was das Zeug hält. Die Gitarren-Enthusiasten werden ob Todd Wolfe's gnadenloser Gitarrenläufe aus dem Häuschen sein. Einfach begeisternd! Ein echtes "Killer"-Album! Das Rock-Feuer brennt, und wie....

Art-Nr.: 1843
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,50

In folgende Titel können Sie reinhören:
Stranger blues
See what love can do
Love gone bad
Crowded in my soul

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Wolfe, Jon - it's all happened in a honky tonk [2013]
Deluxe Edition mit 3 Bonustracks! Schaut man auf das Cover dieses Albums, so sieht man einen Countrykünstler, der aus einiger Entfernung fast aussieht wie George Strait. Dann ein Titel, der da heisst "It's all happened in a Honky Tonk" - na klar, was hören wir: Lupenreine Countrymusic, und zwar vom Allerfeinsten! Als Jon Wolfe im Jahre 2009 einmal den Werdegang seiner großen Leidenschaft für die Countrymusic mit allen Höhen und Tiefen reflektierte, realisierte er schnell, dass fast alles Nennenswerte, ob gut oder schlecht,, was in den letzten 5 Jahren seines Lebens geschah, in einem "Honky Tonk" passierte. Also setzte er sich mit ein paar Freunden hin und schrieb den, im übrigen ganz wunderbaren Song "It all happened in a Honky Tonk", aus dem schließlich das komplette Album entstand. Ein Album, das Jon's ganze Erfahrungen als Countrymusiker widerspiegelt. Er sagt darüber: "This album represents my experiences in the past eight years of playing dancehalls and beer joints in Texas and Oklahoma, learnin' the ropes in Nashville, losin' at love, makin' new friends, and strengthering old friendships." Das ist Authentizität, und sie kommt prächtig rüber. Jon ist aufgewachsen in einer sehr traditionellen und religiösen Familie in dem kleinen Ort Miami in Oklahoma, ging dann später nach Texas, für kurze Zeit auch nach Nashville und lebt heute in der Gegend zwischen Austin und San Marcos. Angefangen hat er mit seiner Musik in den Honky Tonks von Houston. Einer der bedeutendsten Events seiner Anfangszeit war die George Strait New Year's Eve Party 2005, in deren Rahmen er mit seinem großen Helden und Superstar aufgetreten ist. Mittlerweile zählt Jon zur etablierten Countrygarde von Texas und Oklahoma, der in den letzten Jahren wohl nahezu jede Dancehall und jeden Honky Tonk-Schuppen dieser beiden Staaten "abgegrast" hat. Das nennt man Countrymusic von der Pike auf. Dieser Bursche weiss, wovon er singt. Countrymusic ist seine Passion. Er spielt "reinrassigen", astreinen, traditionellen, überwiegend schön knackigen, schwungvollen Texas Country, der genauso die Fans von Aaron Watson bis Trent Willmon, wie auch die von George Strait über Mark Chesnutt bis hin zu Alan Jackson begeistert. Deshalb gerät er auch langsam in den Fokus von Music City, denn zwei der 3 Bonustracks der Deluxe Edition des Albums wurden in Nashville mit einigen Musikern der dortigen A-Liga eingespielt. Alle 15 Songs des Albums sind große Klasse. Es gibt keine Aussetzer. Alles kommt schön erdig, vorwiegend instrumentiert mit "saftigen" Gitarren, wunderbaren Steelguitar-Ergänzungen und teilweise einer dezenten, leisen Orgeluntermalung. Der Musik "klebt der texanische Staub an den Stiefeln". Dennoch ist sie herrlich melodisch, sehr eingängig und steckt, wie gesagt, voller Potenzial sich auch in Nashville zwischen solchen Neo-Traditionalisten wie Craig Campbell, Easton Corbin und Josh Turner durchsetzen zu können. Es gibt kaum Balladen, und wenn, sind auch die schön knackig und immer "pure country" (z.B. das großartige "I'll take my chances", einer der 3 neuen Tracks, mit seiner tollen Gitarren- und Steel-Begleitung, inklusive eines herzhaften E-Gitarren-Solos). "It all happened in a Honky Tonk" erschien im kleinen Vertrieb lokal schon einmal vor gut. 2 Jahren, wurde aber nun als Deluxe Edition mit 3 Bonustracks noch einmal veröffentlicht. Und diese Bonustracks sind alles andere als Füller - nein, sie gehören zu den besten Stücken des gesamten Werkes. Jon Wolfe sagt ergänzend zu dem Album: "I'm very proud of every song on this album and I hope you guys have as much fun listening to it as I had makin' it." Oh ja, diese Freude haben wir. Das ist "true Texas Countrymusic", wie wir sie lieben. "It's all happened in a Honky Tonk" ist die pure Countryfreude!

Das komplette Tracklisting:

1. It All Happened In a Honky Tonk - 3:46
2. Let a Country Boy Love You - 2:59
3. Sweet Little Song and Dance - 3:08
4. The Only Time You Call - 4:08
5. I Don't Dance - 3:20
6. That Girl In Texas - 4:07
7. I'll Take My Chances [bonus track] - 3:14
8. His New Baby - 2:44
9. You Might Have Told Me - 3:24
10. Two Out of Seven - 3:26
11. I Can't Take My Eyes Off You [bonus track] - 3:09
12. That's Not Very Texas of You [bonus track] - 3:22
13. Somethin To See - 3:05
14. Play Me Something I Can Drink To - 3:28
15. If She's Looking For Love - 4:17

Art-Nr.: 8036
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
It's all happened in a Honky Tonk
Let a country boy love you
That girl in Texas
I'll take my chances
Two out of seven
I can't take my eyes off you
Something to see

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